Die Weltausstellung 2010 in Schanghai und die Religionen

Schanghai/China, 30.04.2010/APD   Am 1. Mai beginnt in der ostchinesischen Millionen-Metropole Schanghai die nächste Weltausstellung (EXPO 2010) an welcher sich 189 Staaten sowie 57 internationale Organisationen und Industriegruppen auf einem Ausstellungsgelände von 5,28 Quadratkilometern präsentieren.

Zur EXPO 2010 unter dem Motto „Better City, Better Life“ (Eine bessere Stadt, ein besseres Leben) erwarten die Veranstalter bis zum 31. Oktober 2010 zwischen 70 rund 100 Millionen Besucher. Auch wenn die erwarteten Besucher in erster Linie aus China kommen werden, hat ein internationales Meinungsforschungsinstitut im Auftrag der Veranstalter einen ausländischen Besucheranteil von rund fünf Prozent ermittelt. Nach Japan (EXPO 2005 in Aichi) ist China das zweite Land in Asien, das eine moderne Weltausstellung im 21. Jahrhundert ausrichtet.

Das EXPO-Thema soll den Wunsch der Menschheit nach einem besseren Leben in den Städten der Zukunft aufgreifen und zu Konzepten für nachhaltige, integrierte Stadtentwicklung auffordern. Während im Jahre 1800 nur zwei Prozent der Menschheit in Städten lebten, ist es heute mehr als die Hälfte. Allein in China gibt es 175 Städte mit mehr als einer Million Einwohnern, davon sogar sieben mit über 10 Millionen. Zum Vergleich: In Nordamerika sind es 46, in ganz Europa 60 Millionenstädte.

Die Religionen in China bereiteten sich auch auf dieses Großereignis vor. Zwar ist in religionsbezogenen Internetseiten und Printmedien das Thema EXPO 2010 viel weniger präsent als etwa die Olympischen Spiele 2008, dennoch beleuchten die bisherigen Veröffentlichungen kaleidoskopartig das religiöse Leben in China und insbesondere das Verhältnis der Religionen zum Staat.

Die Sinologin und Chefredakteurin des Informationsdienstes „China heute“, Katharina Wenzel-Teuber, erinnert daran, dass von den Religionen in China besonders bei Großprojekten, wie die EXPO 2010, staatstragendes Verhalten erwartet werde. So komme es etwa zu Segnungsaktivitäten seitens der Religionen im Rahmen politischer Gremien oder unter Beteiligung von Regierungsvertretern. Gleichzeitig versuchten die Behörden jedoch, den „Risikofaktor“ Religion zu minimieren. Religion spiele in China aber auch als Wirtschaftsfaktor eine wachsende Rolle. Deutlich werde vor allem, dass die religiöse Kultur – die christliche Missionsgeschichte eingeschlossen – zunehmend selbstverständlich als Teil des kulturellen chinesischen Erbes gesehen werde.

Die Vertreter der fünf staatlich anerkannten Religionen erwarten, dass unter den EXPO-Besuchern aus aller Welt viele Religionsanhänger sein werden, welche die religiösen Stätten Schanghais besuchen und dort auch eine gepflegte Umgebung, Herzlichkeit und gute Organisation finden möchten. Bereits 2009 hatte die Nationalitäten- und Religionskommission der Stadt Schanghai einen Aktionsplan zur Religionsarbeit während der EXPO 2010 festgelegt. Im Februar 2010 ließ sich die Kommission vom EXPO-Büro über die Maßnahmen informieren, die garantieren sollen, dass innerhalb und außerhalb des Ausstellungsgeländes alles, was ethnische und religiöse Fragen betrifft, „in geordneten Bahnen verläuft“.

Wie „China heute“ berichtet, sind im Vorfeld der EXPO in Schanghai verschiedene religiöse Einrichtungen renoviert beziehungsweise modernisiert worden: 14 protestantische Kirchen wurden renoviert und teilweise mit Simultandolmetschanlagen ausgestattet sowie kirchliches Personal in EXPO-Wissen, Empfangsetikette und Fremdsprachen geschult. Ferner haben die nationalen protestantischen Gremien zum Gebet für die Weltausstellung aufgerufen. Vor der EXPO wurden auch einige katholische Kirchen renoviert, so unter anderen die Marienbasilika auf dem 30 Kilometer von Schanghai entfernten Berg Sheshan. Der EXPO-Eröffnungstag fällt mit dem Beginn der Wallfahrt zum Sheshan im Marienmonat zusammen. Ferner soll ein katholisches Museum eröffnet werden, in dem das historische Erbe der Kirche in Schanghai sichtbar gemacht werden soll. Auch eine Wanderausstellung zum 400. Todestag von Matteo Ricci, dem größten katholischen Jesuiten-Missionar Chinas, ist bis zum 23. Mai im Schanghaimuseum zu sehen.

Religionen in Schanghai

Die Schanghaier Stadtverwaltung hat zu den fünf großen anerkannten Religionen Zahlen ohne Jahresangaben veröffentlicht. Nach Einschätzung von China-Kennern beziehen sich diese Angaben auf die Jahre 2005 bis 2008.

Buddhisten: 85 geöffnete Tempel, 941 Mönche und Nonnen, rund 370.000 regelmäßige Tempelbesucher. Keine Angaben über die Zahl der Gläubigen.

Daoisten: 19 Tempel, 116 daoistische Priester, rund 110.000 regelmäßige Tempelbesucher. Keine Angaben über die Zahl der Gläubigen.

Muslime: Sieben Moscheen, zwölf Imame, 60.000 Gläubige, die zehn verschiedenen Nationalitäten angehören.

Protestanten: 164 Kirchen und Versammlungsräume, 332 Kirchenangestellte, 180.000 Gläubige.

Katholiken: 104 Kirchen, 158 Kirchenangestellte (Bischöfe, Priester und Ordensschwestern), 140.000 Gläubige.
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"Reporter ohne Grenzen" eröffnet Online-Pavillon "Garten der Freiheit"

Paris/Frankreich, 30.04.2010/APD   Kurz vor Beginn der Expo 2010 am 1. Mai in Schanghai hat die Menschenrechtsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) einen virtuellen „Garten der Freiheit“ eröffnet. Der Online-Expo-Pavillon ist dem Menschenrecht auf Meinungsfreiheit gewidmet und kann über die englischsprachige Website http://en.rsf.org/shanghai_en.html betreten werden. Besucher können von dort aus verschiedene Unterpavillons mit Informationen zum Thema staatliche Zensur und Verfolgung anklicken und sich an Unterschriftenaktionen beteiligen.

Aus Sicht von ROG ist das Motto der Weltausstellung „Eine Bessere Stadt, ein besseres Leben“ angesichts der massiven Zensur und der großen Zahl von inhaftierten Menschenrechtsaktivisten in der Volksrepublik nicht angebracht. „Der Slogan der Schanghaier Weltausstellung ist bedeutungslos, wenn eine Regierung die Meinungsfreiheit seiner Bürger so stark einschränkt. ‚Eine Stadt unter Bewachung, ein Leben unter Überwachung‘ wäre ein besserer Slogan für die Expo“, schlägt ROG vor.

„Einige Dutzend Schanghaier Menschenrechtsaktivisten sind derzeit unter strenger Polizeiüberwachung. Sie sollen an Treffen mit ausländischen Journalisten gehindert werden“, so ROG. Der „Garten der Freiheit“ sei der einzige Platz auf der Expo, wo Besucher Realitäten entdecken könnten, die chinesische Behörden vertuschen wollten.

Im „Garten der Freiheit“ gelangen Internetnutzer unter anderem zu einem „Pavillon der Cyber-Polizei“ mit Informationen zur Online-Zensur, einer „Bank der politischen Häftlinge“, wo Petitionen für die Freilassung der Journalisten und Blogger Liu Xiaobo, Hu Jia und Shi Tao unterzeichnet werden können oder zum „Tibet-Pavillon“, wo auf das Schicksal der tibetischen Dissidenten aufmerksam gemacht wird. Den Internet Parcours der Freiheit gibt es in einer englischen, französischen und chinesischen Fassung.

ROG übt auch massive Kritik an der internationalen Dachorganisation für die Weltausstellungen, dem „Bureau International des Expositions“ (BIE) mit Sitz in Paris: „Das Schweigen der BIE zu Menschenrechtsverstößen in China ist unerträglich. Warum fordert der Präsident der Organisation, Jean-Pierre Lafon, nicht die chinesischen Behörden auf, während der Expo mehr Toleranz zu zeigen? In einem Brief appellierte ROG an Lafon, aus Anlass der Weltausstellung die Internetzensur aufzuheben und Dissidenten freizulassen. Bisher blieb das Schreiben unbeantwortet. Zwei ROG-Vertretern, darunter Generalsekretär Jean-François Julliard, wurden Visa zum Besuch Schanghais verweigert. „Die Behörden in Peking haben uns angewiesen, ihre Visaanträge abzulehnen“, erklärte ein Vertreter der chinesischen Botschaft in Paris.

Das internationale Netzwerk der Nichtregierungsorganisation umfasst über 120 Korrespondenten, neun Sektionen und zwei Büros. ROG setzt sich rund um den Globus für Meinungs- und Pressefreiheit ein, recherchiert und dokumentiert Verstöße gegen dieses Menschenrecht und unterstützt verfolgte Journalisten und Medien. Mit gezielten Kampagnen macht „Reporter ohne Grenzen“ auf Verstöße gegen die Pressefreiheit aufmerksam und leistet gleichzeitig dauerhafte Aufklärungsarbeit.

„Reporter ohne Grenzen“ ist als Nichtregierungsorganisation (NGO) international anerkannt und hat einen Beraterstatus beim Europarat, beim Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen sowie bei der UNESCO.
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„Ökumenische Uhr ist nicht mehr zurückzudrehen“

Lutherischer Bischof fordert „Gemeinsame Erklärung zum Abendmahl“

Frankfurt am Main, 29.04.2010/APD Nach Ansicht des Catholica-Beauftragten der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Professor Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), gebe es in der Lehre vom Abendmahl zwischen römisch-katholischer Kirche und evangelisch-lutherischen Kirchen keine aktuellen Gegensätze von kirchentrennender Bedeutung.

„Inhaltlich liegen wir im Abendmahls- beziehungsweise. Eucharistieverständnis nicht mehr weit auseinander“, sagte er am 29. April beim „Frankfurter Konfessionsgespräch,“ zu dem er zusammen mit dem Vorsitzenden der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Professor Dr. Gerhard Ludwig Müller (Regensburg), eingeladen hatte.

Aus lutherischer Sicht wäre es an der Zeit, einen Prozess zu einer „Gemeinsamen Erklärung zum Abendmahl beziehungsweise zur Eucharistie“ in Gang zu setzen – analog der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“, die 1999 in Augsburg bestätigt wurde, erläuterte Landesbischof Weber. Ein erster Entwurf liege bereits durch den evangelischen Theologieprofessor Gunter Wenz vor. Weber wies darauf hin, dass die Lehre vom Abendmahl in enger Sachbeziehung zur Lehre von der Kirche (Ekklesiologie) und zur Amtstheorie stehe, von der sie sich nicht isolieren lasse. Die zwischen den beiden Kirchen bisher nicht behobenen Differenzen in der Lehre von der Kirche und vom kirchlichen Amt wirkten sich entsprechend auch auf Theorie und Praxis des Abendmahls aus. Dennoch wäre eine „Gemeinsame Erklärung zum Abendmahl“ weder in theoretischer noch in praktischer Hinsicht überflüssig und vergeblich. Der Catholica-Beauftragte der VELKD wörtlich: „Für das öffentliche Bewusstsein von Kirche und Gesellschaft wäre es von erheblicher Bedeutung, verbindlich zu erfahren, dass in den dogmatischen Fragen der Abendmahlslehre im engeren Sinn ein differenzierter Konsens besteht.“ Viele Vorurteile und Missverständnisse, die sich auf beiden Seiten hartnäckig hielten, ließen sich dadurch beheben.

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche sei überzeugt, dass „selbst noch vorhandene Differenzen zwischen Kirchen nicht ausschließen müssen, dass die Glieder solcher Kirchen zur Teilnahme an Wort und Sakrament der eigenen Kirche eingeladen werden“. Für die Evangelischen gehöre die Selbstunterscheidung zwischen Christus als den Grund des Glaubens und der Kirche als dem Werkzeug seiner Verkündigung zum Merkmal der Kirche. Weber wörtlich: „Dies gilt auch beim Abendmahl: Christus lädt ein, nicht eine einzelne Kirche. Und seine Einladung wiegt mehr als unsere theologischen Differenzen und kirchenrechtlichen Bestimmungen“.

Weber stellte seinen Vortrag unter das Thema „Es hat sich viel getan“ und würdigte die ökumenischen Beziehungen zur römisch-katholischen Kirche, aber auch zu anderen Kirchen: „Verglichen mit der langen und schmerzvollen Geschichte der kirchlichen Trennungen und Spaltungen ist die Ökumene ein sehr junges Gewächs. Gerade mal seit gut fünfzig Jahren bemühen sich die lutherische und die römisch-katholische Kirche, die Einheit der Kirche Jesu Christi wiederzugewinnen und den Skandal der Trennung zu überwinden. Viel Gutes und Segensreiches ist seitdem bereits erreicht worden und wir haben einen vorzeigbaren Weg miteinander zurückgelegt… Die ökumenische Uhr ist nicht mehr zurückzudrehen, auch wenn sie in den letzten Jahren langsamer voranzuschreiten scheint. Die ökumenische Ungeduld, die wir heute vielerorts erleben, ist gerade ein Kennzeichen und Frucht des Erfolgs der Ökumene. Gerade weil wir einiges erreicht und vieles bearbeitet haben, kommt deutlicher ans Licht, wo noch immer die Differenzen liegen. Gehen wir der Frage nach, wo wir stehen, müssen wir also auch das Trennende offen und in geschwisterlicher Verbundenheit ansprechen.“

Das evangelisch-lutherische Modell der Einheit werde in zwei lateinischen Wörtern des Augsburger Bekenntnisses ausgesprochen: „Satis est“, es ist genug, es reicht aus. Es genüge zum Kirchesein und zur Einheit der Kirche, über die Verkündigung des Evangeliums und die rechte Feier der Sakramente übereinzustimmen. Die lutherische Kirche vertrete so aus bekenntnistheologischen, nicht aus taktischen Gründen ein ökumenisch weites Verständnis von Kirche. Für das Heil sei es nicht notwendig, dass die menschlichen Traditionen und Strukturen in allen Kirchen gleich sind. So könne das Amt der Verkündigung, das mit dem Evangelium eingesetzt wurde und notwendig ist, in den Kirchen unterschiedlich verwirklicht sein. Diese ekklesiologische Sparsamkeit befreie von der Last, über den Status einer anderen Kirche zu befinden, betonte Landesbischof Weber.
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Religionsdaten aus der Volksrepublik China

Genauso viele Protestanten wie Mitglieder der Kommunistischen Partei

Sankt Augustin bei Bonn, 29.04.2010/APD   Nach Erhebungen chinesischer Statistiker bekennen sich 31,4 Prozent der über 16-jährigen Einwohner Chinas zu einem Glauben, was einem Bevölkerungsanteil von mehr als 300 Millionen entspricht. Zwischen elf und 16 Prozent der Gläubigen sind Buddhisten, rund ein Prozent Daoisten. Nach eigenen Angaben hat die Falungong-Bewegung etwa 100 Millionen Anhänger, nach Behördenangaben sind es jedoch nur zwei Millionen.

Die Muslime zählen insgesamt 20 Millionen, obwohl unabhängige Schätzungen von rund 50 Millionen in zehn ethnischen Gruppen sprechen. Unter den ethnischen Gruppen sind die Hui mit über 10 Millionen die größte. Offiziell gibt es in China 40.000 Moscheen. Rund 23.900 davon befinden sich in der Provinz Xinjiang; doch nur die Hälfte davon ist berechtigt, Freitagsgottesdienste abzuhalten. Etwa 45.000 Imame (27.000 davon in Xinjiang) sind in der Volksrepublik tätig. Die Chinesische Islamische Vereinigung ist für zehn islamische Ausbildungsstätten im ganzen Land zuständig. Allein in der Hauptstadt Peking gibt es über 200.000 muslimische Hui und 160 Moscheen.

Offiziell anerkannt sind in China nach wie vor nur der Buddhismus, der Daoismus, der Islam, der Katholizismus und der Protestantismus. Die russisch-orthodoxe Kirche genießt eine gewisse Anerkennung in Gebieten, wo es eine russische Minderheit gibt.

Nach Angaben des Informationsdienstes „China heute“ (St. Augustin) beschäftigen sich immer mehr Institutionen in der Volksrepublik mit der Erfassung von Religionsstatistiken. Die Schwierigkeit bei den China-Statistiken liege aber nach wie vor darin, dass für einige Provinzen sehr genaue Angaben vorlägen und für andere dagegen überhaupt keine.

So gebe es auch für die römisch-katholische Kirche unterschiedliche Daten. Das kircheneigene Holy Spirit Study Center (HSSC) in Hongkong beziffert die Zahl der Katholiken mit 5,6 Millionen, während Schätzungen von 12 bis 14 Millionen ausgehen. Interessanterweise wird die Zahl der katholischen Kirchen und Kapellen in China von allen Quellen einheitlich mit rund 6.000 angegeben.

Der Sozialwissenschaftler Yu Jianrong, Professor an der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, schätzt die Zahl der protestantischen Christen auf 45 bis 60 Millionen in den sogenannten Hauskirchen und 18 bis 30 Millionen in der offiziell registrierten Kirche. Jianrong geht davon aus, dass es heute in China mindestens genauso viele Protestanten gibt wie Mitglieder der Kommunistischen Partei Chinas.

Nach offiziellen Angaben der Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung leben in der Volksrepublik mindestens 20 Millionen gläubige Protestanten mit rund 50.000 Kirchen und Versammlungsstätten sowie 18 theologische Ausbildungszentren. In Peking gibt es nur 13 offiziell anerkannte protestantische Kirchen. Die zu den Protestanten zählenden Siebenten-Tags-Adventisten sind in China eine stark wachsende Religionsgemeinschaft mit fast 400.000 Gläubigen in rund 4.000 Gemeinden, einschließlich sogenannter Hauskirchen.

Das China-Zentrum in Sankt Augustin bei Bonn beschäftigt sich seit der Gründung 1988 ausschließlich mit den Religionen im chinesischen Kulturraum und veröffentlicht vier Mal jährlich die Zeitschrift „China heute“ mit aktuellen Informationen über Religion und Christentum.

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Niederländer wird neuer Generalsekretär der Europäischen Evangelischen Allianz

Kusadasi/Türkei, 28.04.2010/APD   Der Niederländer Niek M. Tramper (57) ist am 22. April zum neuen Generalsekretär der Europäischen Evangelischen Allianz (EEA) gewählt worden. Tramper wird Nachfolger des Briten Gordon Showell-Rogers, der diesen Posten die letzten elf Jahre bekleidete und ab Mai 2010 als Associate International Director zur Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) wechselt.

Die Wahl von Pastor Tramper erfolgte während der Jahresversammlung der Europäischen Evangelischen Allianz (EEA), die vom 20. bis 23. April im türkischen Badeort Kusadasi tagte. Viele Delegierte konnten jedoch wegen der von der isländischen Vulkanasche ausgelösten Luftraumsperre nicht an der Tagung in der Türkei teilnehmen, so eine Sprecherin von EAA.

Niek M. Tramper ist verheiratet und hat fünf Kinder. Er gehört zur Protestantischen Kirche in den Niederlanden und ist als Seelsorger in Vlaardingen (bei Rotterdam) tätig. Dieses Gemeindeamt wird er auch nach Stellenantritt im September weiterführen. Mit der Ernennung des Niederländers wechselt auch das EEA-Büro, das sich derzeit in London befindet, in die Niederlande.

Der Europäischen Evangelischen Allianz gehören derzeit 36 nationale Allianzen an, die zusammen etwa 15 Millionen evangelikaler Christen in Europa repräsentieren. Die EEA pflegt mit jährlichen Generalversammlungen die Gemeinschaft über Ländergrenzen hinweg. Der Generalsekretär ist gemeinsam mit dem Exekutivkomitee für die laufenden Arbeiten in den Bereichen Koordination und Kooperation zuständig.

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Päpstlicher Rat für die Neuevangelisierung Europas?

Rom/Italien, 28.04.2010/APD   Papst Benedikt XVI. plant offenbar die Errichtung eines eigenen „Vatikan-Ministeriums“ für die Neuevangelisierung. Die Behörde solle neben der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, die für die kirchlichen Missionsaktivitäten in Asien und Afrika zuständig ist, eine neue Glaubensvermittlung in Europa, Nord- und Südamerika anstoßen und begleiten, berichtete die italienische Zeitung „Il Giornale“ in ihrer Ausgabe vom 25. April. Präsident der Behörde, die den Rang eines Päpstlichen Rates haben könnte, solle der italienische Erzbischof Rino Fisichella (59) werden. Kurienkreise wollten die Nachricht nicht bestätigen, bezeichneten sie jedoch als „sehr wahrscheinlich“.

Gemäß Kathpress sei die Neuevangelisierung für Papst Benedikt XVI. wie für seinen Vorgänger Johannes Paul II. ein zentrales Anliegen. Wiederholt forderten beide Päpste, dass angesichts des Rückgangs an christlicher Glaubenssubstanz in Europa sowie in Nord- und Südamerika gezielte Maßnahmen erforderlich seien.

Für die Betrauung Fisichellas mit der neuen Aufgabe spräche, dass dessen fünfjährige Amtszeit als Großrektor der Lateran-Universität demnächst endet. Zudem sei der als „Chef-Ethiker“ bekannte Erzbischof in seiner Funktion als Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben nicht unumstritten. Trotz mancher Kritik habe der profilierte Theologe, der bereits als Kandidat für eine Spitzenposition in der Glaubenskongregation genannt wurde, offenkundig das Vertrauen der römischen Kurie.

Der im römisch-katholischen Kontext verwendete Begriff „Evangelisierung“ bedeutet in erster Linie „das Evangelium über die gesamte Welt zu verbreiten“. Evangelisierung kann sowohl mit einer Missionierung einhergehen, welche die Bekehrung (Konversion) und Taufe der Evangelisierten zum Ziel hat, als auch mit einer Katechese zur Neubelebung des christlichen Glaubens der Evangelisierten.

In der 2007 veröffentlichten „Lehrmäßigen Note zu einigen Aspekten der Evangelisierung“ präzisierte die Kongregation für die Glaubenslehre: „Das Wort Evangelisierung hat eine überaus reichhaltige Bedeutung. In einem weiteren Sinn fasst es die gesamte Sendung der Kirche zusammen: Ihr ganzes Leben besteht ja in der Verwirklichung der traditio Evangelii, der Verkündigung und Weitergabe des Evangeliums, das „eine Kraft Gottes [ist], die jeden rettet, der glaubt“ ( Röm 1,16 EU), und letztlich mit Jesus Christus identisch ist ( 1 Kor 1,24 EU). Deshalb richtet sich die so verstandene Evangelisierung an die ganze Menschheit.“

Papst Benedikt XVI. rief 2007 bei der Veröffentlichung des Dokuments in Erinnerung: „Die Verkündigung und das Zeugnis des Evangeliums sind der allererste Dienst, den die Christen jedem einzelnen Menschen und dem ganzen Menschengeschlecht leisten können, sind sie doch dazu aufgerufen, allen die Liebe Gottes zu vermitteln, die im einzigen Erlöser der Welt, Jesus Christus, ganz offenbart worden ist. Die Liebe, die von Gott kommt, eint uns mit ihm und macht uns zu einem Wir …, das unsere Trennungen überwindet und uns eins werden lässt, so dass am Ende ,Gott alles in allem‘ ist (vgl. 1 Kor 15, 28)“.
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90 Jahre Adventgemeinde "Waldfriede“ Berlin

Berlin, 27.04.2010/APD   Im April 1920 gründete der Arzt Dr. Louis E. Conradi in Berlin-Zehlendorf nicht nur das Akutkrankenhaus „Waldfriede“, sondern auch eine adventistische Kirchengemeinde, die bis heute ihr Gemeindezentrum auf dem Klinikgelände hat. Eine Gemeinde, die sich in enger Nachbarschaft zu einem Krankenhaus befinde, stehe in der Versuchung, „sich auf der Ebene des Verhaltens, der Ausführungsbestimmungen und Verordnungen in den Betrieb der Klinik einzumischen“, stellte Pastor Klaus van Treeck (Hannover), stellvertretender Vorsitzender der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, in seiner Predigt während des Festgottesdienstes zum 90-jährigen Jubiläum der Adventgemeinde „Waldfriede“ fest. Doch es gehe um etwas Wesentlicheres, erläuterte van Treeck am Gleichnis Jesu vom „barmherzigen Samariter“. Mit dem Gleichnis habe Christus deutlich machen wollen, dass die Liebe zu Gott und zum Mitmenschen im Mittelpunkt des Handelns stehen solle. „Brennt die Liebe im Herzen, dann findet sie selbst in einem Umfeld von erhöhtem Arbeitstempo, Dokumentationspflichten, standardisierten Arbeitsabläufen oder Kostendruck ihren Weg, sodass auch eine Krankenhausleitung und -verwaltung, die zu wirtschaftlichem Handeln verpflichtet ist, ihr Herz sprechen lassen kann“, betonte van Treeck.

Wer in die Adventgemeinde „Waldfriede“ komme, sollte „eine Begegnung“ erleben, sagte der Seelsorger der Gemeinde, Pastor Andreas Pape. Begegnungen seien in den Gottesdiensten am Samstag, im Kirchencafé am Samstagnachmittag oder in den verschiedenen Gruppen, etwa für Kinder, Pfadfinder, Jugendliche oder Senioren, möglich. Zur Gemeinde gehören 207 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten.

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Adventisten kümmern sich nach Erdbeben um Glaubensangehörige

Mexicali/Mexiko, 26.04.2010/APD   Das schwere Erdbeben vom 5. April im Nordwesten Mexikos mit Epizentrum nahe der Grenzstadt Mexicali im Bundesstaat Baja California hat auch die Siebenten-Tags-Adventisten betroffen. 135 adventistische Familien seien obdachlos und lebten jetzt in Zelten, teilte der Präsident der Freikirche in Baja California, Pastor Adan Dyck Gamez, mit. Seelsorger und Gemeindeälteste würden sich um sie kümmern und mit Lebensmitteln sowie Dingen des täglichen Bedarfs versorgen. Fünf adventistische Kirchen in der Region seien beschädigt. Ob sie überhaupt noch genutzt werden könnten, müssten Gutachter entscheiden. Im mexikanischen Bundesstaat Baja California lebten über 16.000 erwachsen getaufte Adventisten, davon in Mexicali fast 2.000.

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Hilfe für Erdbebenopfer in China

Peking/Volksrepublik China, 25.04.2010/APD   Nach dem schweren Erdbeben in der chinesischen Provinz Qinghai im tibetischen Hochland, bei dem über 2.000 Menschen ums Leben kamen, hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA China 1.000 Decken und 1.000 Matratzen für Obdachlose in die Präfektur Yushu gebracht. Lebensmittel, Zelte, Haushaltswaren und Medikamente sollen folgen. Die Hilfe erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Katastrophenzentrale in Yushu.
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Freikirchen wollen öffentliche Präsenz verstärken

Kassel/Frankfurt/Main, 23.04.2010/APD   „Wir wollen die Vielfalt der Kirchen sichtbar machen, denn wir Freikirchen leisten eigene spezifische Beiträge für die Gesellschaft“, betonte Rosemarie Wenner, Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche und Vorsitzende der Vereinigung evangelische Freikirchen (VEF), während der Mitgliederversammlung der VEF am 21. April in Kassel. Dabei stellte sie einige Schwerpunkte vor, mit denen die VEF verstärkt in die Öffentlichkeit gehen wolle.

So würden sich die VEF und einige ihrer Mitglieds- und Gastkirchen am 2. Ökumenischen Kirchentag vom 12. bis 16. Mai in München beteiligen. Schwerpunkt der VEF sei die Podiumsveranstaltung „Migration als Geschenk und Herausforderung für die Kirchen in Deutschland“ am Donnerstag, dem 13. Mai von 14 bis 15:30 Uhr in der Friedenskirche (Frauenlobstraße 5). Gerade für die evangelischen Freikirchen in Deutschland sei Migration ein äußerst wichtiges Thema. Viele der vor allem in den letzten Jahrzehnten neu entstandenen freikirchlichen Gemeinden hätten ausländische Christen gegründet oder stark geprägt. „Diese Erfahrungen weiterzugeben sowie die Chancen und Herausforderungen der Migration zu diskutieren, ist ein spezifischer Beitrag der Freikirchen, der verstärkt in die Gesellschaft hinein getragen werden soll“, äußerte Bischöfin Wenner vor den 18 Delegierten aus den Mitglieds- und Gastkirchen der VEF.

Zudem lade die VEF gemeinsam mit der Diakonischen Arbeitsgemeinschaft evangelischer Kirchen, „Brot für die Welt“ und dem Evangelischen Entwicklungsdienst unter dem Thema „Für ein zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ vom 10. bis 12. September 2010 zu einer Tagung nach Kassel ein. Grundlage des Treffens sei die gleichnamige Studie, die vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie erarbeitet wurde. Die Tagung solle zu verantwortlichem Handeln sensibilisieren und motivieren – sowohl individuell, als auch in den Gemeinden, Einrichtungen und Kirchen.

Die Vereinigung evangelischer Freikirchen (VEF) wurde 1926 gegründet. Derzeit gehören ihr neun Kirchen und Gemeindebünde als Mitglieder und fünf als Gastmitglieder an. Die VEF sieht ihr Ziel darin, gemeinsame Aufgaben zu fördern, zwischenkirchliche Beziehungen zu vertiefen und gemeinsam freikirchliche Belange nach außen zu vertreten. Sie vertritt etwa 260.000 evangelische Christen in Deutschland
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Zehn Jahre "Babywiege“ am Berliner Krankenhaus "Waldfriede“

Berlin, 22.04.2010/APD   Die im September 2000 am Krankenhaus „Waldfriede“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin-Zehlendorf eingerichtete Babyklappe besteht nunmehr seit fast zehn Jahren. Laut Krankenhausseelsorgerin Gabriele Stangl sei die Babyklappe in „Waldfriede“ mehr, als nur ein Kasten, in den man unerwünschte Kinder anonym ablegen könne. Die Mutter finde in der „Babywiege“, wie sie in „Waldfriede“ heißt, einen sehr persönlichen Brief vor, in dem Hilfe angeboten und die Pastorin als Ansprechpartnerin genannt werde. Im Vordergrund stehe eine umfassende Beratung von Müttern in Not.

Die „Babywiege“, ein grasgrüner Kasten, befindet sich uneinsehbar an der Rückseite des Hauses A der Klinik und ist durch einen ausgeschilderten, nicht videoüberwachten Eingang erreichbar. Wenn eine Mutter die Klappe öffnet und ihr Neugeborenes in das Wärmebett legt, lösten Sensoren zeitverzögert einen Alarm im ständig besetzten Pförtnerhaus aus, so dass die Mutter genügend Zeit habe das Gelände unerkannt zu verlassen, berichtete Stangl. Das Baby werde sofort auf die Säuglingsstation gebracht und medizinisch versorgt. Das vom Krankenhaus informierte Jugendamt übergebe es dann der Obhut einer speziell ausgebildeten Pflegefamilie. Die Mutter dürfe während der nächsten acht Wochen ihr Kind zurückzunehmen. Geschehe das nicht, werde es zur Adoption freigegeben.

Den Anstoß, die erste Babyklappe an einer Klinik in Deutschland einzurichten, habe Stangl durch ihre Arbeit als Krankenhausseelsorgerin erhalten. „Eine 80-jährige Patientin sprach erst auf dem Sterbebett über die Tötung ihres Kindes. Eine andere Frau musste das Krankenhaus hochschwanger wegschicken, weil sie nicht bereit war, ihre Identität preiszugeben. Als ich hörte, dass in Hamburg eine Babyklappe eingerichtet wird, kam mir die Idee, dass ein Krankenhaus am besten für so etwas geeignet ist.“ Sie habe Mitstreiter nicht nur in der eigenen Klinik, sondern auch bei den zuständigen Behörden gefunden.

In den letzten zehn Jahren seien etwa 20 Neugeborene in die „Babywiege“ gelegt worden und rund 110 Frauen hätten im Krankenhaus anonym entbunden. „Doch 95 Prozent der Frauen, die bei uns anonym entbinden, haben nach intensiver Beratung den Mut, ihre Anonymität aufzugeben“, betonte Pastorin Stangl. Nicht selten würden sich nach einigen Monaten auch Mütter melden, die ihre Kinder in die „Babywiege“ gelegt hätten. Das Vertrauen zu „Waldfriede“ sei inzwischen so groß, dass im letzten Jahr eine Mutter ihr Kind direkt beim Pförtner abgab, anstatt es in die Babyklappe zu legen. Ein Drittel der Frauen behalte schließlich das Neugeborene. Doch auch die meisten anderen Frauen, die ihr Baby zur Adoption freigäben, wollten, dass es später erfahre, wer ihre Mutter sei. Das Durchschnittsalter jener Frauen liege zwischen 27 und 34. „Alle haben große Angst, dass ihre Schwangerschaft aus den verschiedensten Gründen bekannt werden könnte“, teilte Stangl mit.

Die Krankenhausseelsorgerin verstehe deshalb auch nicht die Kritik des Deutschen Ethikrates, der im November 2009 die Abschaffung der Babyklappen und der anonymen Geburt empfahl. Die Kinder hätten das Recht, ihre Herkunft zu erfahren. Kinder ohne dieses Wissen, liefen Gefahr, psychisch zu zerbrechen, so der Ethikrat. Im Zweifelsfalle würde Stangl immer das Recht eines Kindes auf Leben über das Recht auf Kenntnis seiner Herkunft stellen. In „Waldfriede“ blieben allerdings fast alle Mütter nicht anonym. Doch selbst wenn eine Mutter anonym bleibe, handele sie im Sinne ihres Kindes. „Mit der Babyklappe und der anonymen Geburt entscheidet sie sich für den Schutz des Lebens ihres Neugeborenen“, hob die Pastorin hervor.

Diese Ansicht vertritt auch der Vorsitzende der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Pastor Günther Machel (Ostfildern bei Stuttgart). Während der 90-Jahr-Feier des Krankenhauses „Waldfriede“ betonte er, „die von Gott gegebene Würde, die ein Mensch hat, veranlasste uns als Krankenhausträger, die Babyklappe und die anonyme Geburt entgegen den Ausführungen des Deutschen Ethikrates beizubehalten und nicht aufzugeben“. Leben sei und bleibe ein Wert. „Und da, wo Frauen und Mädchen in Not geraten sind, wollen wir Hilfestellung anbieten, um am Leben nicht zu verzweifeln.“

„Der schlimmste und der schönste Augenblick in der Geschichte der Babyklappe lagen dicht beisammen“, berichtete Pastorin Stangl. Im Frühsommer 2002 sei ein toter Säugling in der „Babywiege“ gefunden worden. Medienvertreter hätten die Seelsorgerin angerufen und gefragt, ob die Babyklappe nun geschlossen werde. Und auch sie habe sich die Frage gestellt: „Wer wird uns jetzt noch ein Baby anvertrauen?“ Doch kurz darauf habe ein völlig gesunder Junge in der Babyklappe gelegen. „Wir haben ihn Samuel genannt. Der Name bedeutet: den von Gott Erhörten. Wir waren alle über den toten Säugling schockiert, sodass wir nicht wussten, ob wir weitermachen sollen. Wir haben zu Gott gebetet, dass er uns hilft, und dann lag dieser wunderbare kleine Junge in unserer Babyklappe.“ Dadurch wäre Stangl deutlich geworden, dass sie nicht aufgeben dürfe. In der Weihnachtsnacht 2002 sei der kleine Thomas in die Babyklappe gelegt, aber drei Tage später von seinen Eltern wieder zurückgeholt worden. Der einjährige Markus und die fast dreijährige Sonja hätten dagegen bei liebevollen Adoptiveltern Aufnahme gefunden.

Das seit 1920 bestehende Akutkrankenhaus „Waldfriede“ verfügt über 170 Betten und versorgt mit den Fachabteilungen Chirurgie, Innere Medizin, Anästhesie, Radiologie, Gynäkologie und Geburtshilfe jährlich 9.000 Patienten stationär und 13.000 ambulant. Im letzten Jahr kamen dort 820 Babys zur Welt.

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"ARTventist“ vernetzt adventistische Künstler

Lüneburg, 21.04.2010/APD   Auf die Homepage www.artventist.de weist die April-Ausgabe der adventistischen Gemeindezeitschrift „adventisten heute“ hin. Laut Daniel Wildemann, einem der Initiatoren, sei „ARTventist“ ein Ort, an dem sich adventistische Künstler , Kulturschaffende und interessierte Laien über Darstellende Kunst, Bildende Kunst, Musik und Literatur austauschten und eigene Werke präsentieren könnten. Die interaktive Website biete neben Textdateien auch die Möglichkeit, eigene künstlerische Videos und Fotos hochzuladen. Seit kurzem könne ein Newsletter abonniert werden.

„ARTventist“ diene der Vernetzung bestehender und werdender Kreativer in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, so Wildemann. Damit solle ein größeres Bewusstsein für die Möglichkeiten der Kunst innerhalb der Freikirche geschaffen und der eigene Nachwuchs gefördert werden. „Diese drei Ziele entspringen dem Wunsch, das kreative Potential unserer Freikirche wahrzunehmen und zu fördern, um es an gegebener Stelle für bestimmte Projekte abrufen zu können.“ Denn bisher fristeten die Künste als „Magd der Theologie“ eher ein Schattendasein in den adventistischen Gemeinden, beklagte Wildemann.

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Vom Krankenhaus zum Gesundheitsnetzwerk

90 Jahre adventistisches Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf

Berlin, 20.04.2010/APD   Im Jahr 1919 kaufte Dr. Louis E. Conradi im Auftrag der damaligen Freikirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin-Zehlendorf ein Grundstück am Rande des Grunewaldes sowie dem nahegelegenen Schlachtensee mit den dazugehörigen Gebäuden des ehemaligen Lungensanatoriums von Dr. Ziegelroth. Dr. Conradi, seine Ehefrau, eine Krankenschwester und ein Krankenpfleger sowie ein Mitarbeiter der Verwaltung waren die eigentlichen Pioniere des damaligen „Sanatorium und Klinik Waldfriede“.

Eröffnung und erste Jahre

Nach dem Vorbild des 1886 gegründeten adventistischen Battle Creek Krankenhauses in Michigan/USA, das der Arzt Dr. John Harvey Kellogg, der unter anderem die Cornflakes erfand, leitete, sollte in „Waldfriede“ nicht nur der medizinische, sondern vor allem der präventive und ganzheitliche Behandlungsansatz im Vordergrund stehen. Am 15. April 1920 war die Eröffnung des Akutkrankenhauses „Waldfriede“. Der Aufbau dieser Gesundheitseinrichtung begann mit 39 Betten in 27 Krankenzimmern und einem noch nicht fertiggestellten Operationssaal.

In den Jahren 1922/23 ermöglichten Spenden und eigene Mittel einen Erweiterungsbau. 1922 erhielt das Krankenhaus die staatliche Anerkennung sowie die Erlaubnis, eine Krankenpflegeschule zu eröffnen. Das erforderliche Krankenpflegepersonal stammte in der Anfangsphase ausschließlich von der kircheneigenen „Friedensauer Schwesternschaft“, die 1901 in Friedensau bei Magdeburg gegründet wurde.

Der Krankenhausstandort durchlebte im Laufe der nächsten Jahrzehnte Höhen und Tiefen. Vor allem in den ersten 25 Jahren waren mit den Auswirkungen der Inflation, der Weltwirtschaftskrise, dem Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg große Schwierigkeiten zu bewältigen. Von den Bombenangriffen in den 1940er Jahren blieb das Krankenhaus verschont.

In neuerer Zeit

In der jüngeren Vergangenheit kam es 1986 zum Aufbau eines ehrenamtlichen Hilfsdienstes, der den Patienten von der Aufnahme bis zur Begleitung auf den Stationen behilflich ist. Das Krankenhaus hatte in diesem Jahr seinen Höchststand mit 230 Betten erreicht. Am 1. Oktober 1989 wurde die „Sozialstation Waldfriede“ gegründet und erstmalig in Deutschland an ein Akutkrankenhaus angesiedelt. Heute kümmern sich 64 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um ambulante Patienten, von denen täglich bis zu 160 betreut werden.

1993 wurde erstmals in Deutschland mit dem „Gesundheitszentrum PrimaVita“ an einem Akutkrankenhaus ein Gesundheitsförderungszentrum mit einem strukturierten Präventivprogramm angesiedelt. Bereits im Jahr 1984, noch lange, bevor der Gesetzgeber sich mit Präventionsprogrammen befasste, fanden im Krankenhaus „Waldfriede“ Gesundheitsseminare statt. 2002 wurde das Gesundheitszentrum inhaltlich, personell und mit Partnern erweitert. Ein breites, präventiv-medizinisches Spektrum an Kursen und Seminaren zu den Themen Bewegung, Ernährung, Gewichtsmanagement und allgemeiner Lebensstil wird von Medizinern, Ernährungswissenschaftlern, Bewegungstherapeuten, Psychologen und ehrenamtlichen Mitarbeitern angeboten.

Am 1. April 1997 wurde die „Kurzzeitpflege Waldfriede“ gegründet und erstmals in Berlin an einem Akutkrankenhaus eingerichtet. Die Kurzzeitpflegestation hat 14 Betten. Hier werden jährlich etwa 300 pflegebedürftige Gäste betreut.

1999 erfolgte die Gründung der „Servicegesellschaft Krankenhaus Waldfriede“ (SKW), die vor allem die Wirtschafts- und Versorgungsleistungen erbringt und verantwortlich für die Verpflegung, Reinigung, Transportdienst und Bettenzentrale ist. Die SKW versorgt weitere Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten im Bezirk.

Seit September 2000 bietet „Waldfriede“ weltweit als erstes Krankenhaus mit der „Babywiege“ (Babyklappe) ein umfangreiches Beratungs- und Betreuungskonzept an. Seitdem wurden etwa 20 Babys anonym in die Babyklappe gelegt und rund 110 anonyme Geburten durchgeführt. Die Krankenhausseelsorger leisten eine wertvolle Arbeit.

2005 wurde „Waldfriede“ eines von acht anerkannten Brustkrebszentren in Berlin mit einem DMP-Vertrag der Krankenkassen. Seit September 2007 wird vom Krankenhaus in Zusammenarbeit mit dem Advent-Wohlfahrtswerk eine Kindertagesstätte mit 65 Plätzen betrieben.

Zur Stärkung der internationalen Beziehungen schloss „Waldfriede“ 2008 eine Kooperationsvereinbarung mit der Florida-Hospital-Kette in Orlando/USA ab. Sie beinhaltet die Zusammenarbeit auf dem medizinischen, pflegerischen und administrativen Sektor. Zudem wird „Waldfriede“ mit seinem „Interdisziplinären Darm- und Beckenbodenzentrum“ Europäische Ausbildungsstätte für Operationstechniken, an der Ärzte aus dem In- und Ausland teilnehmen. 2008 übernahm das Krankenhaus vom Bezirk ein Schwimmbad, um sämtliche Schwimmkurse und medizinische Wasseranwendungen im Rahmen des präventiven Kursprogramms dort durchzuführen. Im gleichen Jahr wurde auch die „Kurzzeitpflegeeinrichtung am Botanischen Garten“ in Berlin-Steglitz mit 14 Betten und einer jährlichen Betreuung von rund 270 pflegebedürftigen Gästen übernommen.

2009 gab es eine weitere internationale Kooperation mit dem Land Syrien. Seit 2010 ist es möglich, selbst zahlenden Patienten ein vollständiges Vorsorge-Untersuchungsprogramm an einem Tag anzubieten. In den nächsten Wochen werden zwei neue Operationssäle sowie der Umbau des bisherigen Operationszentrums und der Ersten Hilfe fertiggestellt.

Auszeichnungen

„Waldfriede“ wurde 1998 von der „Stiftung Warentest“ unter den 300 besten Krankenhäusern Deutschlands aufgeführt. Laut der Zeitschrift „Öko-Test“ gehört es zu den 100 besten Geburtskliniken in der Bundesrepublik. In einer bundesweiten Umfrage der Techniker Krankenkasse erzielte „Waldfriede“ im Jahr 2006 den 6. Platz von 2.100 Krankenhäusern in den Kriterien Patientenzufriedenheit und medizinische Behandlungsqualität. 2007 wurde „Waldfriede“ als zweites energiesparendes Krankenhaus in Deutschland mit dem BUND Gütesiegel erneut zertifiziert. Im Juni 2008 erfolgte die Rezertifizierung nach KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen).

Mitgliedschaften

Das Akutkrankenhaus „Waldfriede“ ist akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin und europäisches Ausbildungszentrum für Operationstechniken in der Koloproktologie. Es ist unter anderem Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, im Deutschen Netz gesundheitsfördernder Krankenhäuser der Weltgesundheitsorganisation WHO (DnfGK), im Deutschen und Europäischen Netz rauchfreier Krankenhäuser, im Ausländischen Patientennetzwerk NBMC, im Deutschen Krankenhausverband, im Verband evangelischer Krankenhäuser und Stationärer Einrichtungen Berlin-Brandenburg, im Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflegerische Dienste (EVAP), im Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands, bei Gesundheit Berlin – Landesgemeinschaft für Gesundheitsförderung sowie Teil des weltweiten „Adventist Health System“ der Siebenten-Tags-Adventisten.

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Lutherischer Theologe würdigt bleibende Bedeutung des Reformators Melanchthon

Nürnberg, 19.04.2010/APD   Die bleibende Bedeutung des Reformators Philipp Melanchthon, hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), unterstrichen.

Am heutigen 450. Todestag Melanchthons sagte Friedrich in einem Festvortrag in Nürnberg, er sehe in den Anregungen des Reformators auch ein Leitbild für die Gegenwart. So sei sein Plädoyer für die Bildung „ganz aktuell“. Heute wisse man mehr denn je, dass Bildung „der Schlüssel für eine intakte Gesellschaft“ sei. „Die sozialen Probleme in unserem Land wie auch in den sogenannten Entwicklungsländern lassen sich nur durch qualifizierte und qualifizierende Bildung lösen. Sozialhilfe löst die Probleme nicht. In Bildung muss deshalb investiert werden, und zwar von Anfang an, nicht erst in Universitäten.“ In diesem Zusammenhang sollte bedacht werden, dass Melanchthon nicht nur für Naturwissenschaften, sondern ebenso für Geisteswissenschaften und das Ethos der Gebildeten plädiert habe, also für ihre moralische und ihre Charakterbildung, für Gewissensbildung und eine dem Ethos verpflichtete Haltung. Nicht erst die Bankenkrise lehre dies als notwendig. „Es geht nicht nur darum, Menschen zu bilden, sondern darum, Menschen zu Menschen zu bilden.“

Das Denken Melanchthons habe sich immer wieder um die Frage gedreht, wie der gnädige Gott humanere Menschen bekäme. Der Humanismus wie der christliche Glaube forderten und förderten die Wertschätzung der Freiheit und Würde des Individuums. Humanität und Bildung gehörten zusammen. „Wohin eine Gesellschaft kommt, in der die Freiheit und die Würde des einzelnen Menschen nicht zur Bildung gehören, haben uns die nationalsozialistische wie die stalinistische Schreckensherrschaft gezeigt. Es entsteht Barbarei. Menschen werden, wie Melanchthon sagt, zu wilden Tieren. Die Zehn Gebote als Orientierung haben kultur- und religionsübergreifend einen guten Sinn. Das Ziel der Gebote ist nicht das Verbot, sondern das Leben in Wertschätzung des anderen Menschen“, so Friedrich.

Wichtig sei auch, Melanchthons komplementäres Denken von Geistlichem und Weltlichem festzuhalten. „Wo sich Religion als Gegensatz zur bösen Welt versteht, entsteht Fundamentalismus. Wir erleben in unserer Zeit, wohin solches Denken im Christentum, im Islam oder auch im Judentum führt. Da wird Religion zum Kampf gegen die böse Welt und gegen die Andersgläubigen. Aber auch die säkulare Welt, die die Religion für das Böse erklärt, führt zur Selbstüberhöhung, weil sie selbst religiöse Züge annimmt. Beispiele sind der Nationalsozialismus und der Kommunismus, beide überhöhten ihre Ideologie zur Religion. Diesen Verkehrungen entgeht nur, wer – wie Melanchthon – Geistlichem und Weltlichem gleichermaßen je und je sein Recht gibt, auch und gerade in seinem eigenen Leben.“

Bedeutsam sei auch Melanchthons Grundsatz „Zurück zu den Quellen!“. „Wir sind heute schon fast wieder in spätmittelalterlicher Konsummentalität angelangt, die sich alles aus zweiter Hand vorsetzen lässt. Ob die Medien und die neuen Informationstechnologien Dinge objektiv wiedergeben oder selektieren, filtern und manipulieren, kann nur beurteilen, wer sich Kritikfähigkeit erwirbt. Die aber setzt Sachkenntnis und Verständnis für Zusammenhänge voraus. Darum: Studium der Quellen und nicht nur der Berichte über die Quellen! Zu den Quellen zähle ich dabei auch die Bibel. Nicht, was der ‚Stern‘ oder der ‚Spiegel‘ über Jesus Christus und Themen des Glaubens schreiben, sollte uns leiten“, sagte der Leitende Bischof der
VELKD.

Landesbischof Friedrich war von 2000 bis 2005 Catholica-Beauftragter der VELKD und gehört seitdem dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an. Er gilt als engagierter Vertreter der Ökumene in Deutschland und setzt sich für den Dialog zwischen den Religionen ein.

Philipp Melanchthon, eigentlich Philipp Schwartzerdt (geboren am 16. Februar 1497 in Bretten; verstorben am 19. April 1560 in Wittenberg), war ein Philologe, Philosoph, Humanist, Theologe, Lehrbuchautor und neulateinischer Dichter. Als Reformator war er neben Martin Luther eine treibende Kraft der deutschen und europäischen kirchenpolitischen Reformation und wurde auch „Praeceptor Germaniae“ (Lehrer Deutschlands) genannt.
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90 Jahre adventistisches Krankenhaus "Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf

Gesundheitssenatorin Lompscher: „Ein kleines, aber feines Haus“

Berlin, 19.04.2010/APD   Das Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf „ist ein kleines, aber feines Haus“, stellte die Berliner Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, Katrin Lompscher (Die Linke), in ihrem persönlich vorgetragenen Grußwort anlässlich der Jubiläumsfeier zum 90-jährigen Bestehen der Klinik der Siebenten-Tags-Adventisten fest. Das 170-Betten-Krankenhaus sei „ein wichtiges Versorgungszentrum für die Menschen im Südwesten Berlins“. Aber hier werde nicht nur die Grundversorgung der Patienten in der Region wahrgenommen, es gebe darüber hinaus Spezialleistungen. Als eines der wenigen Krankenhäuser in Deutschland biete es die Hand- und Fußchirurgie als separates Spezialgebiet an. „Darüber hinaus wurden ein Brustzentrum und ein Diabeteszentrum mit diabetischem Fußzentrum geschaffen“. Zudem sei „Waldfriede“ ein akademisches universitäres Lehrkrankenhaus und Ausbildungszentrum für Operationstechniken in der Darm- und Beckenbodenchirurgie.

Zum Krankenhaus gehöre ein Netzwerk von Gesundheitseinrichtungen, so die Senatorin. Den Kern bilde das Akutkrankenhaus, um das ein abgestuftes gesundheitlich-soziales Versorgungsangebot geschaffen worden sei. Hierzu gehörten Arztpraxen, eine ambulante Physiotherapie, das Angebot einer Kurzzeitpflege sowie die Sozialstation. Die ganzheitliche Betreuung der Kranken sei typisch für „Waldfriede“. Prävention, Nachsorge und Seelsorge hätten den gleichen Stellenwert wie die medizinische Behandlung. Im Krankenhaus werde aber nicht nur Verantwortung für die Menschen übernommen, sondern auch für die Umwelt. „Bereits zweimal wurde das Krankenhaus mit dem Gütesiegel des BUND ausgezeichnet, da der Energieverbrauch und damit der Kohlendioxidausstoß erheblich reduziert werden konnte“, betonte Lompscher. Patientinnen und Patienten wollten nicht nur unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden. Sie erwarteten auch menschliche Zuwendung, sodass sie in den Einrichtungen von „Waldfriede“ „richtig aufgehoben“ seien.

Der Bezirksbürgermeister Berlin Steglitz-Zehlendorf, Norbert Kopp (CDU), hob hervor, dass „eine beispielhafte Verknüpfung zwischen der auf der christlichen Nächstenliebe basierenden medizinischen ganzheitlichen Fürsorge am Patienten“ das „Flair oder besser den Erfolg“ des Krankenhauses ausmache. Als „Waldfriede“ am 15. April 1920 mit damals 39 Betten von dem Arzt Dr. Louis E. Conradi eröffnet wurde, sei der Operationssaal noch nicht ganz fertiggestellt gewesen. Dass immer wieder gebaut werden müsse, sei typisch für ein Krankenhaus, das sich in einer ständigen Entwicklung befinde. Bis heute habe es in „Waldfriede“ eine Reihe von baulichen Maßnahmen und Erweiterungen gegeben, um mit „Professionalität und hohem medizinischem Standard“ Menschen helfen zu können. Zudem seien an diesem Gesundheitsstandort stets Akzente gesetzt worden, wie die vor zehn Jahren als erste an einer Klinik in Deutschland eingerichtete Babyklappe. Kopp, der die Babyklappen vor Kritik in Schutz nahm, setze sich mit seinen Bezirksbürgermeisterkollegen dafür ein, dass die mit der Babyklappe und der anonymen Geburt verbundenen rechtlichen Fragen durch eine entsprechende Gesetzgebung geklärt würden, damit die dafür Verantwortlichen abgesichert seien.

„Waldfriede“ habe sich zu einem „Gesundheitshaus“ entwickelt, das sich sehen lassen könne. Darauf wies Hermann Schmitt, Landesgeschäftsführer der BARMER-GEK und Vorsitzender des Landesausschusses der Ersatzkassen Berlin/Brandenburg (VdEK), hin. Es sei schon erstaunlich, was alles zu dem Akutkrankenhaus mit seinen Fachabteilungen und der „patientenorientierten Pflege“ gehöre: so das Gesundheitszentrum „PrimaVita“ mit über 400 präventiv-medizinischen Kurs- und Seminarangeboten vom Babyalter bis zu den Senioren; die Sozialstation, deren 64-köpfiges Team täglich bis zu 160 Patienten mit häuslicher Krankenpflege versorge; zwei Einrichtungen der Kurzzeitpflege; die Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege (ehemals Krankenpflegeschule) an der in Kooperation mit einer Hochschule der Bachelor Gesundheits- und Pflegewissenschaften erlangt werden könne; eine Servicegesellschaft, die auch weitere Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten im Bezirk versorge; eine eigene Kindertagesstätte mit 65 Plätzen und sogar ein Schwimmbad für medizinische Wasseranwendungen und präventive Kursprogramme.

Die Patienten spürten laut Schmitt, dass das Leitbild und die Grundsätze, die sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter der Trägerschaft der Siebenten-Tags-Adventisten gegeben hätten, tatsächlich gelebt würden. „Sie spüren und erfahren, dass sich Hochleistungsmedizin und liebevoller Umgang mit den Patienten nicht widersprechen müssen.“ Das in Zeiten knapper Kassen zu schultern sei eine tägliche Herausforderung.

„Ganz schön selbstsicher dieses Haus“, stellte Detlef Albrecht, Geschäftsführer Evangelischer Krankenhäuser und stationärer Pflegeeinrichtungen in Berlin-Brandenburg, fest. „Und das mit gutem Grund.“ Man sehe dem Krankenhaus die 90 Jahre nicht an, da es immer wieder modernisiert worden sei. Hier würden die Patienten so versorgt, „wie wir es uns wünschen“. Deshalb erhalte der „Gesundheitsstandort Waldfriede“ Bestnoten auch von Patientenseite.

Pastor Günther Machel (Ostfildern bei Stuttgart), Vorsitzender der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, führte in seiner Festansprache aus, dass viele zwar wüssten, wogegen sie seien, doch es fehle an gemeinsamen Werten. Man könne einen Menschen zwar nach seinem Wert als Arbeitskraft, Verantwortungsträger, Künstler oder Fußballer beurteilen, doch dabei bestehe die Gefahr einer Einstufung nach „wertvoll und wertlos“. Aber auch ein hilfsbedürftiger Mensch sei nicht wertlos, sondern als Geschöpf Gottes mit Würde ausgestattet, über die es keine Nutzenabwägung geben dürfe. „Da jeder Mensch wertvoll ist, wollen wir uns um sene Bedürfnisse, Sorgen und Nöte kümmern und uns im Sinne einer christlichen Ethik leiten lassen.“ Dadurch könne das Krankenhaus „Waldfriede“ einen Beitrag zur Wertevermittlung leisten. Denn dem Patienten sei vor allem wichtig, als Mensch und nicht als Nummer behandelt zu werden.

„Jeder zweite Zehlendorfer wurde in unserem Krankenhaus geboren“, stellte der Geschäftsführer von „Waldfriede“, Bernd Quoß, fest. In den vergangenen 90 Jahren seien dort etwa 88.000 Bürger zur Welt gekommen. Obwohl die Zahl der Betten in der Klinik von 230 im Jahr 1985 auf heute 170 zurückgegangen sei, hätten im letzten Jahr 9.000 Patienten stationär und 13.000 ambulant behandelt werden können. 1985 wären es nur 5.500 beziehungsweise 3.500 Patienten gewesen. In dieser Zeit habe sich die Gesamtmitarbeiterschaft des „Netzwerkes Waldfriede“ von 410 auf 820 verdoppelt. „Aufgrund seiner Spezialisierung hat sich das Krankenhaus auch international zu einem Netzwerk entwickelt“, dem laut Quoß viele Botschaften Berlins ihr Vertrauen entgegenbrächten und das durch die im Jahr 2008 geschlossene Kooperation mit der Florida-Hospital-Kette in Orlando/USA erweitert worden sei.

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Adventisten sagen Nein zur Gewalt gegen Frauen

Lüneburg, 18.04.2010/APD   Nach Aussagen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind etwa 92 Millionen Mädchen unter zehn Jahren Opfer genitaler Verstümmelung. Laut UNICEF wurden mehr als 60 Millionen Frauen als Kinder zwangsverheiratet. Der Entwicklungshilfefonds der Vereinten Nationen schätzt, dass weltweit mindesten eine von drei Frauen in ihrem Leben geschlagen, vergewaltigt oder sonst missbraucht werde. In vielen Kulturkreisen seien Vergewaltigungsopfer und Frauen, die verdächtigt würden, vorehelichen Sex oder außereheliche Beziehungen zu haben, von ihren Verwandten ermordet worden. Diese vier Beispiele sollten laut einem Artikel in der April-Ausgabe der adventistischen Gemeindezeitschrift „adventisten heute“ deutlich machen, warum die weltweite Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten die Aufklärungskampagne „enditnow – Sag Nein zur Gewalt gegen Frauen“ gestartet habe.

„Adventisten bejahen die Würde und den Wert jedes Menschen und verurteilen alle Art körperlichen, sexuellen und seelischen Missbrauchs“, heißt es in dem Beitrag. Die Kampagne „entitnow“ erstrecke sich über mehr als 200 Länder und sei im Oktober 2009 in Zusammenarbeit zwischen der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA und der Abteilung Frauen der weltweiten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten gestartet worden. Zum einen gehe es darum, jedes einzelne der weltweit 16 Millionen Mitglieder für diese Problematik zu sensibilisieren und zur Teilnahme an verschiedenen Aktionen zu ermutigen. Zum anderen werde das Ziel verfolgt, eine Million Unterschriften in über 200 Ländern zu sammeln und der UNO vorzulegen, damit neue und effektive Schutzmaßnahmen für Frauen und Mädchen entwickelt würden.

Die Aktion baue auf einer langen Tradition der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, sich um die Bedürfnisse aller Menschen zu kümmern und sich besonders für die Menschenrechte, für Toleranz, Meinungs- und Gewissensfreiheit, das Wohl der Kinder und den Schutz der Familie einzusetzen, wird in „adventisten heute“ betont. Wenn bei „enditnow“ der Schwerpunkt auf Gewalt gegen Frauen und Kinder gelegt werde, geschehe dies, weil die Mehrheit der Opfer eindeutig Frauen seien. „Aber selbstverständlich gilt unser Nein jeglicher Art von Missbrauch – auch an Männern!“

Informationen über die Aktion samt Ideen zur Umsetzung der Kampagne und Materialien sind im Internet unter www.enditnow.de zu finden.
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Mediothek des Schulzentrums Marienhöhe gut angenommen

Darmstadt, 16.04.2010/APD   Im vergangenen Jahr wurde die Mediothek des adventistischen Schulzentrums Marienhöhe Darmstadt immer mehr in den Schulalltag integriert, teilte Bibliothekarin Petra Dürsch mit. Einmal dadurch, dass mehr Schülerinnen und Schüler sie während ihrer Freistunden nutzten – im Durchschnitt 102 täglich, andererseits durch Unterrichtsstunden, in denen Recherchen gemeinsam mit dem Lehrer durchgeführt würden. Die Mediothek umfasst acht PC-, zwei OPAC- (Online-Katalog) und 24 weitere Arbeitsplätze. Sie verfügt über 13.129 Medien, davon 12.706 Bücher, 24 Zeitschriften, 174 CDs, 159 DVDs, 52 CD-ROMs und 13 Loseblattsammlungen.

Neu im Angebot ist „Kindlers Literatur Lexikon“, das rund 13.000 Werke, welche die Kulturgeschichte nachhaltig geprägt haben, beschreibt. Es stehe laut Petra Dürsch als Online-Datenbank mit zahlreichen Suchfunktionen zur Verfügung. Die Mediothek sei wöchentlich an 51 Stunden geöffnet. In ihr fänden auch Autorenlesungen und Kunstausstellungen statt.
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Methodistischer Bischof i.R. Dr. Walter Klaiber feiert 70. Geburtstag

Frankfurt/Main, 16.04.2010/APD   Seinen 70. Geburtstag feiert der ehemalige Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Dr. Walter Klaiber, am 17. April. Klaiber gehört zu den profiliertesten und einflussreichsten Theologen des zeitgenössischen Methodismus. Er hat als Dozent Generationen von Pastorinnen und Pastoren geprägt. Als Autor veröffentlichte er zahlreiche Bücher und Aufsätze zur methodistischen Theologie. Dabei versteht er es, Theologie auch für Nicht-Theologen verständlich zu machen. Selbst im Ruhestand ist er weiterhin als Autor und Dozent tätig.

Walter Klaiber wurde am 17. April 1940 in Ulm geboren. Nach dem Studium der evangelischen Theologie in Reutlingen, Tübingen und Göttingen wurde er 1966 zum Pastor der Evangelischen Gemeinschaft ordiniert, die sich 1968 mit der Bischöflichen Methodistenkirche zur Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) vereinigte. Von 1969 bis 1971 war er Wissenschaftlicher Assistent bei dem Theologen Ernst Käsemann in Tübingen. Seine Doktorarbeit schrieb Klaiber über „Die Bedeutung der iustificatio impii (Rechtfertigung der Sünder) für die Ekklesiologie des Paulus“.

Ab 1971 war Klaiber Dozent für Neues Testament am Theologischen Seminar (heute: Theologische Hochschule) der EmK in Reutlingen, ab 1976 dort Direktor. 1989 wurde Klaiber zum Bischof der EmK in Deutschland und West-Berlin gewählt, 1992 zum Bischof der EmK im vereinten Deutschland. Von 2001 bis 2007 amtierte er als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und von 1999 bis 2009 war er der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Deutschen Bibelgesellschaft.

Klaiber ist laut einer Pressemitteilung der EmK in seiner Theologie von der historisch-kritischen Forschung geprägt, die sich bei ihm „mit einer tiefen und geerdeten Frömmigkeit“ verbindet. In einem Interview mit der EmK-Zeitschrift „unterwegs“ bezeichnete sich Klaiber jüngst als „progressiven Evangelikalen“. Seit 2005 lebt er im Ruhestand in Tübingen.
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Polnische Adventisten trauern mit ihrem Volk

Warschau/Polen, 15.04.2010/APD   Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Polen trauert mit dem polnischen Volk und den Kirchen des Landes um die 97 Opfer des Flugzeugabsturzes vom 10. April in Smolensk/Russland, bei dem Präsident Lech Kaczynski mit seiner Frau, ranghohe Regierungsmitglieder und Militärs sowie mehrere Kirchenvertreter ums Leben kamen. Die ranghohe Delegation war auf dem Weg zu einer Gedenkveranstaltung nach Katyn in Westrussland, wo 1940 auf Befehl Stalins Tausende polnische Offiziere und Vertreter der polnischen Elite vom sowjetischen Geheimdienst NKWD umgebracht wurden.

In einem Kondolenzbrief schrieb der Präsident der polnischen Adventisten, Pastor Pawel Lazar (Warschau): „In der für Polen durch den tragischen Tod des Präsidenten und seiner Frau, Lech und Maria Kaczynski, sowie der anderen 95 Passagiere und Besatzungsmitglieder der Präsidentenmaschine dunkelsten Stunde seit dem Zweiten Weltkrieg, vereinen sich die Gläubigen und die Leitung der Siebenten-Tags-Adventisten in der Republik Polen in Trauer und im Gebet mit den Familien der Opfer dieser nationalen Tragödie.“ Weiter heißt es: „Wir alle sind unglaublich traurig. Wir beten, dass der allmächtige und barmherzige Gott den Leitern unseres Vaterlandes seine Weisheit schenkt, damit sie in diesem schwierigen Augenblick der Nation in hervorragender Weise dienen und sie auf dem richtigen Weg führen können.“

Die verheerende Nachricht erreichte die adventistischen Gläubigen während ihres Sabbatgottesdienstes am Samstag, dem 10. April. In verschiedenen Gemeinden, wie in Warschau und Podkowa Lesna, deren Gottesdienste im Internet abrufbar sind, wurde spontan für die Familien der Opfer gebetet. Das Gebet schloss auch die Politiker ein, die angesichts der Tragödie jetzt die Verantwortung für das Land tragen. In Polen gibt es 5.748 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 121 Gemeinden, die von 35 Pastoren betreut werden.

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Salomon-Inseln: Auf Motorrädern zur Predigt und Seelsorge

Honiara/Salomonen, 14.04.2010/APD   Die adventistischen Pastoren der zu den pazifischen Salomonen gehörenden Inseln Malaita und Guadalcanal werden in Zukunft zur Predigt und zu Seelsorgebesuchen in abgelegenen Gebieten auf Yamaha-Motorrädern unterwegs sein.

Als Ostergeschenk überreichte Yoshi Sato von der Handelsfirma Y. Sato & Co. Ltd. der evangelischen Freikirche in dem Inselstaat zehn neue Yamaha-Motorräder, damit die Geistlichen in Malaita und Guadalcanal ihren pastoralen Aufgaben besser nachkommen können. Die Spende sei auch als Anerkennung für die Unterstützung der in Not befindlichen Menschen in den abgelegenen Inselregionen gedacht, welche die Siebenten-Tags-Adventisten leisteten. Die dortige Bevölkerung wolle gute Beziehungen zu der Freikirche pflegen, so Sato. Kirchenvertreter der beiden Inseln dankten für die Sachspende, die ihre Arbeit erleichtern werde. „Damit können wir rascher unseren seelsorgerlichen Aufgaben nachkommen.“

Auf den Salomonen leben 39.300 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 184 Gemeinden. Sie unterhalten einige Grundschulen, zwei berufsbildende Schulen, ein Gymnasium, eine Hochschule, ein Krankenhaus, 17 Kliniken und ein Medienzentrum für Radio- und TV-Sendungen. Von den 478.000 Inselbewohnern sind 34 Prozent Anglikaner, 19 Prozent Katholiken und 38 Prozent Protestanten (South Seas Evangelical Church 17 Prozent, Methodisten 11 Prozent und Adventisten 10 Prozent).

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Gewalt gegen Frauen: "Das Schweigen muss durchbrochen werden“

Lüneburg, 13.04.2010/APD   Christen seien leicht geneigt, Gewalt und sexuellen Missbrauch als „Zeichen der Zeit“ einzuordnen und die Aufarbeitung dieser Themen anderen zu überlassen, schreiben die Präsidenten des nord- und süddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten Tags-Adventisten, die Pastoren Klaus van Treeck (Hannover) und Günther Machel (Ostfildern bei Stuttgart), in einem Leitartikel der April-Ausgabe der adventistischen Gemeindezeitschrift „adventisten heute“. „Manchmal müssen wir allerdings Tatsachen ins Auge sehen, die wir am liebsten nicht wahrhaben wollen.“

Die Freikirchenleiter erinnerten an die Ergebnisse einer Studie der Familienabteilung der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Adventisten Anfang der 1990er Jahre. Damals „haben uns die Fakten über Gewalt in adventistischen Familien sehr betroffen gemacht: In unseren Familien kommen die unterschiedlichen Formen von Gewalt nahezu genauso häufig vor wie in der Gesellschaft“. Eine Untersuchung in Deutschland hätte 1993/1994 die internationalen Ergebnisse bestätigt. Selbst erfahrene Seelsorger wären von den Ergebnissen überrascht gewesen. „Wir mussten uns ganz behutsam an dieses Tabuthema heranarbeiten.“ Allgemeine Umfragen ließen vermuten, dass es einen Zusammenhang zwischen einer stark konservativen Glaubensausprägung und der Häufigkeit von familiärer Gewalt gebe. Je stärker die konservative Glaubenshaltung, desto höher scheine die Gewaltbereitschaft in der Familie zu sein.

„Es ist an der Zeit, dass wir uns auch als Freikirche in Deutschland diesem Thema stellen“, betonten Machel und van Treeck. „Wir wollen Frauen und Mädchen in unserem Umfeld und auch in unseren Gemeinden ermutigen, sich für geschehene Demütigungen nicht zu schämen und sich wirksame Unterstützung zu sichern.“ Das müsse sensibel, fachkundig und ganz individuell geschehen. Laut Bundesfamilienministerium habe in Deutschland etwa jede vierte Frau mindestens einmal körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Das Schweigen darüber müsse durchbrochen und den Betroffenen durch Angebote von Hilfsmöglichkeiten Hoffnung und Zukunft vermittelt werden.

Deswegen habe sich die Generalkonferenz entschieden, das Projekt „Enditnow – Sag Nein zu Gewalt gegen Frauen“ weltweit durchzuführen, teilten die Freikirchenleiter mit. Durch Sammeln von Unterschriften für eine diesbezügliche Petition an die Vereinten Nationen solle das Bewusstsein für dieses Problem erhöht werden. „Wir hoffen, dass dadurch neue Gesetze und Richtlinien erlassen werden, die Frauen und Mädchen besser schützen.“

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"Mr. Zehn-Prozent" mit 187.000 Euro Spenden erneut erfolgreich

Stuttgart/Wiesbaden, 12.04.2010/APD   Die Initiative „Mr. Zehn-Prozent“ meldet den erfolgreichen Abschluss der 41. Aktion. Wieder wurde das gesteckte Ziel des „großen Unbekannten“ erreicht. Nach Angaben des Evangelischen Dekanats in Wiesbaden beteiligten sich 441 Spender mit insgesamt 186.923 Euro, die dem evangelischen Hilfswerk „Brot für die Welt“ zugute kommen. Das Geld geht in diesem Jahr an das Behindertenprojekt „Jairos Jiri Association“ in Simbabwe.

Hinter der Zehn-Prozent-Aktion steht der Zehnte, wie ihn die Bibel erwähnt. Die Spielregeln der jüngsten Aktion: Wenn sich bis zum 31. März 2010 441 Spenderinnen und Spender finden, steuert ein Unbekannter – „Mr. Zehn-Prozent“ – 40.000 Euro bei. Das entspricht einem Zehntel seines Einkommens. Das Ziel wurde erreicht. Dabei bestimmen die Mitstreiter die Höhe der Spende. Sie schätzen selbst ein, was der Zehnte für sie bedeutet: Es kann der zehnte Teil vom Gehalt, von der Rente, vom Taschengeld oder vom Haushaltsgeld sein. Die 42. Aktion begann am 1. April und läuft wieder ein Jahr. Diesmal werden mindestens 400 Spender gesucht. Wenn alle bis zum 31. März 2011 mitmachen und „ihren Zehnten“ geben, spendet der unbekannte „Mr. Zehn-Prozent“ wiederum 40.000 Euro für die gute Sache.

„Brot für die Welt“ und die „Mr. Zehn-Prozent-Aktion“ verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. Als der erste „Mr. Zehn-Prozent“ 1968 beschloss, nicht länger untätig dem Hunger und Elend in den armen Ländern dieser Welt zuzusehen, startete er seine Zehn-Prozent-Initiative zugunsten des evangelischen Hilfswerks. Damals stellte er den zehnten Teil seines Einkommens für Bedürftige unter der Bedingung zur Verfügung, dass noch zehn weitere Menschen es ihm gleich tun würden.
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Italienische Adventisten unter neuer Leitung

Pomezia/Italien, 11.04.2010/APD   Die 352 Delegierten der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Italien wählten während ihrer 24. Geschäftssitzung in Pomezia Pastor Franco di Ivo Evangelisti (56) zum neuen Kirchenpräsidenten. Zum neuen Sekretär (Geschäftsführer) der Freikirche und Nachfolger von Roberto Iannò wurde Pastor Giovanni Caccamo (46) gewählt.

Evangelisti, derzeit Seelsorger für die Gemeinden Forli und Cesena, wird die „Unione Italiana delle Chiese Cristiane Avventiste del 7 Giorno“ (UICCA) die nächsten fünf Jahre leiten. Er löst den bisherigen Präsidenten Pastor Daniele Benini ab. Evangelisti war zuvor als Pastor in Mailand, Ravenna und Bologna tätig und leitete außerdem in Forli das kircheneigene Altenheim „Casa Mia“. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Die Delegierten stimmten ferner der Aufnahme von acht neuen Kirchengemeinden in die UICCA zu, die in den letzten fünf Jahren entstanden: Bassano del Grappa (Ghanaische Gemeinde), Ancona (Ukrainische Gemeinde), Parma (Ghanaische Gemeinde), Verona, Mailand (Brasilianische Gemeinde), Alessandria, Valdarno (Montevarchi) und Pavia.

Verschiedene Vertreter anderer christlicher Kirchen und Organisationen richteten Grußadressen an die Delegiertenkonferenz, darunter: Massimo Aquilante, Präsident der Vereinigung der Evangelischen Kirchen in Italien (FCEI); Anna Maffei, Präsidentin der Baptistenunion in Italien; Valdo Bertalot, Generalsekretär der Italienischen Bibelgesellschaft (SBI); Remo Cristallo, Präsident der Vereinigung der Pfingstkirchen sowie Oberst Daniel Naud, Leiter der Heilsarmee in Italien.

Die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zählt in Italien rund 8.800 erwachsen getaufte Mitglieder in über 100 Kirchengemeinden. Zu ihren Einrichtungen in Italien zählen die adventistische Theologische Fakultät „Villa Aurora“ (Florenz), das Verlagshaus ADV (Impruneta bei Florenz), ein Altenheim (Forli) sowie zwei Jugendhäuser (Poppi und auf Sizilien). Seit 1979 betreiben die Adventisten in enger Zusammenarbeit mit Adventist World Radio (AWR) auch mehrere lokale Rundfunksender, unter anderem Radio Voce della Speranza (Florenz, Rom und Catania) und Radio Bethel (Sciacca). Seit 2006 hat die Freikirche einen Beobachterstatus in der Vereinigung der Evangelischen Kirchen in Italien (FCEI).
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Melanchthon-Lesung in der Hochschulbibliothek Friedensau

Friedensau bei Magdeburg, 10.04.2010/APD   Die Theologische Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg lädt am 15. April, 19 Uhr, zu einer Lesung anlässlich des 450. Todestages von Philipp Melanchthon in die Hochschulbibliothek ein. An diesem Abend geht es um das spannungsgeladene und doch so produktive Verhältnis von Melanchthon zu Luther.

Neben Martin Luther wirkt Melanchthon recht klein. Doch der Schein trügt. Luther wusste sehr wohl, was er an dem schmächtigen Pfälzer hatte, der schon zu seinen Lebzeiten „Praezeptor Germaniae“ (Lehrer Deutschlands) genannt wurde. Anders als Luther, Zwingli und Calvin hat er die ganze Reformationsgeschichte von den Anfängen, vom Thesenanschlag 1517, bis zum Augsburger Religionsfrieden 1555 miterlebt und mit gestaltet. Melanchthon schrieb das erste Lehrbuch für evangelische Theologie, verfasste das wichtigste evangelische Glaubensbekenntnis und gestaltete das evangelische Schul- und Universitätswesen.

„Das sind genug Gründe, um ihn an seinem 450. Todestag zu würdigen“, betonte Dr. Johannes Hartlapp, Dozent für Kirchengeschichte an der Theologische Hochschule Friedensau, der die Lesung gestalten wird.
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Konzertaufnahmen mit internationalem Kinder-Orchester

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 09.04.2010/APD   35 Kinder und Jugendliche trafen sich in dieser Woche im Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, um in den Fernsehstudios eine Musik-DVD für Kinder zu produzieren. Zum international besetzten Orchester-Ensemble zählen Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Mexiko, Rumänien und der Schweiz. Für die DVD-Produktion wurden unter anderem Werke von Grieg, Händel, Haydn, Mussorgski, Strauß, Tschaikowsky, Berkowitch und Vivaldi aufgenommen.

Zum Abschluss der Orchesterwoche bei der „Stimme der Hoffnung“ laden die Beteiligten zu einem Konzertabend am Samstag, 10. April 2010, 19.00 Uhr, in der Orangerie, Jahnstraße 1, nach Darmstadt ein.

Laut Dr. Günter L. Preuß, Kantor der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg und Organisator der Orchesterwoche, liege ihm die pädagogische Förderung der Kindermusik besonders am Herzen. Für ihn sei die kindgerechte Arbeit in einer humanistischen und geistigen Gesinnung sehr wichtig. Immer weniger Kinder spielten heutzutage Instrumente. Das Interesse an klassischer Musik gehe mehr und mehr zurück. „Dabei hat gerade diese Musik eine sehr positive Auswirkung auf die Lernfähigkeit und die Konzentration von Kindern.“ Beeindruckt habe Preuß, dass die Kinder und Jugendlichen, „trotz Ferienzeit mit viel Freude, Engagement und Ausdauer bis zum letzten Tag dabei waren“. Wichtig seien deshalb weitere Auftritte des Orchesters in Deutschland und in anderen Ländern.

Die „Stimme der Hoffnung“ unterstütze dies mit großem Interesse, teilte Birgit Kiepe, Mitarbeiterin des Medienzentrums, mit. So würden auch künftig verschiedene musikalische Beiträge des internationalen Kinder- und Jugendorchesters im TV-Programm des „HOPE Channel“ zu sehen und hören sein.
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151.962 Wehrpflichtige stellen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung

Bonn, 08.04.2010/APD   Im Jahr 2009 sind 151.962 Anträge auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer (KDVer) gestellt worden, teilte die Evangelische Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer (EAK), Bonn, mit. Laut EAK-Geschäftsführer Günter Knebel belege die gegenüber dem Vorjahr (2008: 156.248) etwas geringere Zahl dennoch, dass die Wahrnehmung des Menschenrechts der Gewissensfreiheit zur Militärdienstverweigerung bei Wehrpflichtigen einen hohen Stellenwert behalte. Auch die Diskussion um Dienstgerechtigkeit halte an. Die Zahl der beratungsintensiven Anträge von Vorbenachrichtigten und Einberufenen sei im Jahr 2009 auf 11.616 (2008: 10.925) gestiegen. 4.404 Anträge (2008: 3.493) wurden von Soldaten und 336 (2008: 201) von Reservisten gestellt.

Die Zahl der Zivildienstleistenden (ZDL) betrug im Jahresdurchschnitt 2009 nach Angaben des Bundesamtes für den Zivildienst (BAZ) 65.809; zu einem Dienst von neun Monaten Dauer sind 90.555 Zivildienstleistende einberufen worden. 38,5 Prozent der ZDL gaben 2009 auf freiwilliger Basis „evangelisch“ als Konfession an. Die evangelischen ZDL sind laut EAK von der Zeitschrift „zivil – für Frieden und Gewaltfreiheit“ (www.zivil.de) 2009 letztmalig erreicht worden. Nach einem Beschluss des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) werde das bis dahin fünfmal pro Jahr erscheinende Print-Medium im Jahr 2010 in eine printgestützte Web-Präsenz in Regie des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) für Zivildienstleistende, Freiwillige und solche, die es werden wollen, umgewandelt.

Die EAK setze sich, so Knebel, auch künftig dafür ein, den Zivildienst der anerkannten KDVer zu einem friedensethisch qualifizierenden Lerndienst weiter zu entwickeln. Junge Menschen, die den Militärdienst verweigerten, sollten in ihrem Alternativdienst eine Art „Grundausbildung in gewaltfreier Konfliktaustragung“ erhalten. „Wenn junge Männer für Gewaltfreiheit sensibilisiert werden und methodisch einüben, dürfte das ein kaum zu überschätzender Gewinn für eine zivile Gesellschaftsentwicklung sein“, betonte der EAK-Geschäftsführer. Dieser Gewinn sollte auch den Alternativdiensten von KDVern im Freiwilligen Sozialen (FSJ), im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) und in weiteren Diensten zugute kommen.
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Adventistische Pfadfinder sollen soziale Kompetenz erlangen

Hannover, 07.04.2010/APD   Weltweit rückten die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA und die Jugendabteilung der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten enger zusammen, teilte der Jugendabteilungsleiter des Norddeutschen Verbandes der Freikirche, Pastor Martin Knoll (Hannover), mit. Das zeige sich im Jugendbereich durch Auslandseinsätze, etwa im Rahmen der Aktion „Weltwärts“. Doch auch bei den Christlichen Pfadfinderinnen und Pfadfindern der Adventjugend gebe es Veränderungen. Sie gliedern sich in Jungpfadfinder (8-11 Jahre), Pfadfinder (12-15 Jahre) und Scouts (16-25 Jahre).

Alle Pfadfinder legten laut Knoll im Laufe ihrer Zugehörigkeit eine Reihe von „Leistungsabzeichen“ ab: über die Natur (wie Bäume/Sträucher, Blumen, Fische, Heilpflanzen, Sterne, Wetter, Vögel), Pfadfindertechnik (Feuerstellenbau, Lagerkunde, Signalisieren), Haushalt (wie Kochen/Backen, Schneidern), Kunst und Werken (etwa Fotografie, Modellbau, Töpfern, Computer), Sport, Erste Hilfe oder Bibelkenntnis. Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder seien stolz auf jede Auszeichnung, die ihr Wissen und Können auf einem bestimmten Gebiet bestätigten. Jetzt kämen für die älteren Pfadfinder und Scouts neun weitere Leistungsabzeichen dazu.

Es handele sich dabei um eine „Umgebungsanalyse“: Die Pfadfinder erstellten hier eine Analyse der sozialen Struktur ihres Wohnortes oder ihrer Schule. Für die „Umgebungsentwicklung“ würden konkrete Schritte geplant und umgesetzt, etwa Parks und öffentliche Einrichtungen sauber halten, Bäume pflanzen oder grafitibeschmierte Wände säubern. Für den Bereich „Kommunale Hilfe“, sollte in Absprache mit örtlichen Behörden ein Hilfsprojekt erarbeitet und durchgeführt werden. In punkto „Konfliktlösungen“ soll vermittelt werden, wie man bewusst mit Konflikten umgehen und Lösungsansätze erarbeiten könne. Bei „Katastrophenhilfe“ denken die Pfadfinder darüber nach, welche Ursachen Naturkatastrophen hätten, welche Nöte sie auslösten und welche Art von Hilfe die betroffenen Menschen in der jeweiligen Situation brauchten. „Hungerhilfe“ lasse sich durch Mitarbeit bei einer „Tafel“ oder Suppenküche ermöglichen. Mit der „Alphabetisierung“ werde Pfadfindern nicht nur deutlich gemacht, wie wertvoll Bildung sei, sondern ermutigt, auch Benachteiligten beim Lesen- und Schreibenlernen zu helfen. „Eingliederungshilfe“ bedeute Bewusstmachung, was Flüchtlinge und Umsiedler benötigten, um sich in einer neuen Kultur zurechtzufinden und heimisch zu werden.

Durch die neuen Leistungsabzeichen „wollen wir unsere Pfadfinder und Pfadfinderinnen motivieren, soziales Engagement als normalen Bestandteil ihres Lebens zu sehen“, betonte Pastor Knoll. Die erste adventistische Pfadfindergruppe wurde 1950 in Kalifornien/USA gegründet. Heute gibt es weltweit 37.599 Gruppen zu denen 1,345 Millionen Pfadfinderinnen und Pfadfinder gehören. In Deutschland sind es 313 Gruppen bei 2.251 Mitgliedern.
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Deutschland unterstützt adventistische Universität in Ghana

Accra/Ghana, 06.04.2010/APD   Die von den Siebenten-Tags-Adventisten 30 Kilometer nordöstlich der ghanaischen Hauptstadt Accra betriebene Valley View Universität nimmt eine führende Rolle unter den Universitäten West-Afrikas bezüglich Umweltbewusstsein ein. Das verdankt sie der finanziellen Unterstützung der deutschen Regierung und dem Know-how auch deutscher Universitäten.

Im Rahmen der Klimaschutzinitiative der Bundesregierung wurde der klimafreundliche Ausbau der Valley View Universität in Ghana mit 1,3 Millionen Euro gefördert. Die Investitionsmaßnahmen umfassten den Bau eines Umweltgebäudes für die neuen ökologischen Studiengänge, Stromversorgung über Solarzellen, großvolumige Regenwasserspeicher für die langen Trockenzeiten, Wasseraufbereitung, Erhalt und Pflanzung von klimarelevanter Vegetation durch etwa 10.000 Bäume.

Bei der Einweihung des Baobab Studienzentrums Ende Februar, an der die Projektpartner aus Deutschland, Regierungsbeamte aus Ghana, Studenten und Dozenten teilnahmen, bedankte sich der Rektor der Universität, Dr. Seth A. Laryea, für die Unterstützung. „Das Studienzentrums schafft Möglichkeiten für den Austausch nicht nur auf Landesebene sondern auch mit Experten auf dem Gebiet Umweltschutz aus der ganzen Welt.“ Dr. Helge Wendenburg vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Berlin/Bonn) betonte, dieser Einsatz illustriere, „dass nicht nur hier an der Valley View Universität, sondern die gesamte deutsch-ghanaische Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Klimaschutzes auf einem guten Weg ist“.

Die Zusammenarbeit begann im Jahr 2003, als das Bundesministerium für Bildung und Forschung der Universität einen Zuschuss für das Vorhaben gab, einen umweltfreundlichen Campus zu entwickeln. Neben dem Umweltministerium beteiligen sich unter anderem die Ingenieurökologische Vereinigung, die Justus-Liebig-Universität Giessen, die Universität Hohenheim und die Universität für Bodenkultur Wien an dem Projekt.

Die 1979 gegründete adventistische Valley View Bildungsstätte hat seit 1995 Universitätsstatus. Sie ist damit die älteste private Hochschule in Ghana. An ihr lehren 149 Dozenten die über 3.000 eingeschriebenen Studentinnen und Studenten. Die Valley View Universität hat sich als Ziel gesetzt, die erste umfassend ökologische Hochschule in Afrika zu sein. Dazu soll der gesamte Campus zu einem langfristig funktionierenden nachhaltigen Ökosystem entwickelt werden.

Informationen über die Valley View Universität sind im Internet unter www.vvu.edu.gh zu finden. Eine Projektbeschreibung ist unter www.ioev.de/projekt_VVU_Accra.html abrufbar.
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Das Osterfest in der Ost- und Westkirche

Bensheim, 02.04.2010/APD   Jerusalem vor Ostern 2010: Wer sich aufmerksam umsieht, bemerkt eine große Zahl von Pilgern aus Osteuropa, dem Mittelmeerraum und dem Balkan. Die Zahl wird in diesen Kar- und Ostertagen noch erheblich anschwellen, denn in diesem Jahr fallen die Osterfeierlichkeiten der Ost- und Westkirchen zusammen. Dies bedeutet für Jerusalem besondere logistische und sicherheitstechnische Herausforderungen, denen man nur mit strengen Auflagen Herr zu werden glaubt. So ist es auch vielen palästinensischen Christen in diesem Jahr nicht möglich, in das für viele doch nahe Jerusalem zu fahren, um dort Ostern zu feiern.

Auch wenn 2010 nicht das erste Mal im noch jungen Jahrhundert ist, so ist doch die Feier des Osterfestes an einem gemeinsamen Termin für die Ost- wie Westkirche nicht die Regel. Das hängt damit zusammen, dass die Kirchen in Ost und West den Termin unterschiedlich berechnen. Die ersten Christen orientierten sich mit ihrer Osterfeier am jüdischen Pessachfest, wobei sich die Kirche im Westen frühzeitig auf einen Sonntag festlegte.

Darüber kam es schon im zweiten Jahrhundert zum Osterfeststreit. Das Konzil von Nizäa fand im Jahr 325 eine Lösung und legte drei Bedingungen für die Berechnung des Ostertermins fest: Die Tag- und Nachtgleiche des Frühjahrs musste stattgefunden haben, das ist der 21. März, und der erste Vollmond musste abgewartet werden. Schließlich sollten auch die Juden schon Pessach gefeiert haben. Damit wollten sich die Christen stärker von ihnen absetzen. Seit 325 fiel Ostern somit im Osten wie im Westen auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond.

Bis 1582 blieb diese Regel gültig. Dann stellten Astronomen fest, dass der alte julianische Kalender erheblich vom natürlichen Jahreslauf abwich. Das nach dieser Methode eingeteilte Jahr war schlichtweg zu lang. Papst Gregor XIII. führte eine Reform durch und strich kurzerhand zehn Tage, um die Differenz auszugleichen; seither gibt es regelmäßig Schaltjahre. Diese Reform wollte die Ostkirche nicht übernehmen, da damit auch die Bedingung des absolvierten Pessach-Festes fallen gelassen wurde.

Fortan wurden zwei unterschiedliche Kalender zur Bestimmung von Ostern genutzt. Seitdem überschneiden sich beide Termine nur noch dann, wenn der Vollmond, der auf die Tagundnachtgleiche folgt, so spät liegt, dass er auch für den Julianischen Kalender der erste Vollmond nach dem 21. März ist.

Das ist in unregelmäßigen Abständen der Fall. In den letzten Jahren trat dies häufiger auf: 2001, 2004 und 2007 – und nun 2010. In den nächsten Jahren noch einmal in den Jahren 2011, 2014 und 2017 – danach erst wieder 2034. Insgesamt findet der Termin für das Osterfest der Ost- und Westkirchen in diesem Jahrhundert 27mal gemeinsam statt. Danach wieder für lange Zeit nicht mehr.

Schon länger gibt es Bestrebungen, sich auf ein gemeinsames Osterdatum zu einigen. Auf einer Konferenz 1997 im syrischen Aleppo wurde ein Vorschlag für ein gemeinsames Osterdatum besprochen. Darin war vorgesehen, von astronomischen Beobachtungen auszugehen – Jerusalem wäre dabei der Bezugs-Meridian gewesen.

Die neue Regelung sollte ab 2001 gelten, da in diesem Jahr die Osterfeste der West- und Ostkirchen zusammenfielen (15. April gregorianisch / 2. April julianisch). Eine Einigung scheiterte im Wesentlichen an Bedenken orthodoxer Würdenträger. Ihr Osterdatum hätte sich sofort und teils erheblich verändert, wogegen in den westlichen Kirchen die neue Berechnung erst ab 2019 gegriffen und nur in wenigen Jahren zu einem neuen Ostertermin geführt hätte.

Ein ähnlicher Plan hatte schon einmal in den 1920er Jahren großen Unmut unter den Mitgliedern der Ostkirche ausgelöst. Auch die in den Ostkirchen geltende Zusatzregel, dass Ostern immer nach dem jüdischen Pessach stattfinden muss, hätte aufgegeben werden müssen. Das kann aber nur durch ein Ökumenisches Konzil der Ostkirche geändert werden.

Hinweis der Redaktion: Der Verfasser des Beitrages ist Dr. Martin Bräuer, Catholica-Referent am Konfessionskundlichen Institut Bensheim und zuständig für den Arbeitsbereich „Kirchen im Heiligen Land“. Er war zuletzt im März 2010 in Israel und Palästina.
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Deutsche Adventisten spenden 46,2 Millionen Euro

Hannover/Ostfildern bei Stuttgart, 01.04.2010/APD   Knapp 46,2 Millionen Euro spendeten die 35.386 deutschen Siebenten-Tags-Adventisten im letzten Jahr für den Unterhalt ihrer Freikirche. Laut Christian Goltz (Hannover), Schatzmeister des Norddeutschen Verbandes der evangelischen Freikirche, habe sich das Spendenaufkommen im Vergleich zum Vorjahr um rund 385.000 Euro verringert. Jeder Adventist gab durchschnittlich 1.305 Euro.

Während der Süddeutsche Verband der Freikirche ein leichtes Plus an Gaben von 33.800 Euro (0,15 Prozent) verzeichnete, gingen die Spenden in Nord- und Ostdeutschland, vor allem für die Belange der Ortsgemeinden, gegenüber 2008 um 409.000 Euro (1,74 Prozent) zurück. Laut Goltz sei dies durch eine rückläufige Mitgliederzahl im Norddeutschen Verband von 202 verursacht worden. Davon seien 62 Mitglieder nach Süddeutschland oder ins Ausland verzogen. Die Wirtschaftskraft sei in der Bundesrepublik unterschiedlich verteilt, wie das Spendenverhalten zeige. Während ein Adventist in Ostdeutschland durchschnittlich 1.098 Euro und in Norddeutschland 1.178 Euro gab, waren es in Süddeutschland 1.503 Euro pro Mitglied.

Von den 46,2 Millionen Euro gingen 3,2 Millionen Euro in die Außenmission, 7 Millionen Euro verblieben bei den Ortsgemeinden. Die Adventisten erheben keine Kirchensteuer, sondern unterhalten ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Gaben, zu denen auch der biblische Zehnten gehört. Viele Mitglieder geben neben zehn Prozent ihres Einkommens weitere Spenden für besondere Projekte.
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