Bibelverbreitung – ein Auftrag bis heute

Stuttgart/Halle a.d.S. | 28. Mai 2010 | APD |

Stuttgart/Halle a.d.S., 28.05.2010/APD   Das 300-jährige Jubiläum der Cansteinschen Bibelanstalt steht im Mittelpunkt der diesjährigen Vollversammlung der Stiftung Deutsche Bibelgesellschaft (DBG) am Montag und Dienstag, 31. Mai und 1. Juni, in den Franckeschen Stiftungen in Halle an der Saale. Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), amtierender Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, wird den Festvortrag halten. Grußworte sprechen unter anderem Professor Dr. Wolfgang Böhmer, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, und Miller Milloy (Reading/England), Generalsekretär des Weltbundes der Bibelgesellschaften (United Bible Societies – UBS).

Präses Schneider spricht in der Festveranstaltung am Montag über "Aufbruch zur Mündigkeit. Bibelgesellschaft und Bibelmission – ein Auftrag für heute." In Referaten und Arbeitsgruppen befasst sich die Tagung auch darüber hinaus mit der aktuellen Umsetzung des Anliegens des Freiherrn Carl Hildebrand von Canstein, die Bibel zu den Menschen zu bringen. Dabei geht es um internationale Aspekte, die Arbeit der regionalen Bibelgesellschaften, Bibelzentren und kirchlichen Werke in Deutschland sowie die digitale Verbreitung der Bibel.

Freiherr von Canstein ließ 1710 einen Aufruf drucken mit dem Titel "Ohnmaßgeblicher Vorschlag, wie Gottes Wort den Armen zur Erbauung um einen geringen Preis in die Hände zu bringen". Der Adelige wollte unter den Reichen Geld sammeln, um vollständige Drucksätze für die gesamte Bibel anschaffen zu können. Dazu waren die Herstellung und der Satz von knapp fünf Millionen Bleilettern nötig.

Mit der Herstellung des ersten Bibeldrucks am 21. Oktober 1710 in der Druckerei des Waisenhauses der heute Franckesche Stiftungen genannten Anstalten in Halle begann die Arbeit der von Cansteinschen Bibelanstalt. Allein bis zum Jahr 1800 wurden in den deutschen Ländern mehr als 2,7 Millionen Bibeln und Neue Testamente in der Übersetzung Martin Luthers gedruckt.

Nach der Teilung Deutschlands durch den Zweiten Weltkrieg entstanden zwei Nachfolgeorganisationen der alten Bibelanstalt. Heute gibt es jeweils eine von Cansteinsche Bibelanstalt in Berlin und in Westfalen mit Sitz in Dortmund. Außerdem arbeitet am ursprünglichen Wirkungsort in Halle ein Canstein Bibelzentrum. Den Druck und Vertrieb der Bibel nimmt inzwischen die Stiftung Deutsche Bibelgesellschaft in Stuttgart wahr.

Zur Vollversammlung erwartet die DBG Delegierte der 40 Mitgliedsorganisationen. Dazu zählen regionale Bibelgesellschaften, kirchliche Werke und evangelische Freikirchen, wie die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Vollversammlung leitet der Vorsitzende der Stiftung und bayerische Landesbischof, Dr. Johannes Friedrich (München).
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