Einfühlungsvermögen und Respekt bei jeder Kommunikation

Atlanta, Georgia/USA, 30.06.2010/APD   Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten „bejaht eindringlich die Meinungsfreiheit im Allgemeinen und insbesondere die Freiheit, über den Glauben zu sprechen“, heißt es in ihrer „Stellungnahme zur Meinungsfreiheit und Diffamierung der Religion“. In der vom Exekutivausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) beschlossenen und den Delegierten der Weltsynode in Atlanta vorgelegten Erklärung wehren sich die Adventisten gegen Versuche von Regierungen, Aussagen unterbinden zu wollen, um „religiöse Gefühle zu schützen“. Das könne zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit führen. Nur wenn Äußerungen den Menschen „schweren Schaden“ zufügen könnten, müsse der Staat seine Verantwortung „für den Schutz der Bevölkerung“ wahrnehmen. Doch in solch einem Fall erwarte die Kirche von den Regierungen, die Beschränkungen genau festzulegen, damit ausschließlich die gefährlichen Aussagen davon betroffen sind“.

Die Adventisten setzten sich nicht nur für das Recht ein, Glaubensauffassungen frei äußern zu können, sie sähen hier auch ihre eigene Verantwortung. In Gesprächen über andere Bekenntnisse gelte es „ehrlich und liebevoll“ zu sein, da religiöser Eifer zu einem einseitigen Verständnis über andere führen könne. Ehrlichkeit bedeute nicht nur, sorgfältig gesammelte Fakten zusammenzustellen, sondern auch „diese Informationen in den richtigen Zusammenhang zu bringen“. Der Freikirche gehe es um „Einfühlungsvermögen und Respekt bei jeder Kommunikation“.

Dokumentation:

Stellungnahme der Siebenten-Tags-Adventisten zur Meinungsfreiheit und Diffamierung der Religion

Ein besonderes Merkmal des Menschen ist seine gottgegebene Fähigkeit, durch die Sprache, durch Symbole und durch das geschriebene Wort zu kommunizieren. Nirgends wird diese Fähigkeit stärker zum Ausdruck gebracht als im Bereich des Glaubens. Der Austausch über religiöse Glaubensvorstellungen ist ein zentraler Aspekt, wenn es darum geht, Sinn und Zweck des Lebens zu bestimmen, Werte zu besprechen, welche unsere Handlungen leiten, und um Erlebnisse auf unserer Suche nach einer tieferen Gotteserkenntnis mitzuteilen.

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten bejaht eindringlich die Meinungsfreiheit im Allgemeinen und insbesondere die Freiheit, über den Glauben zu sprechen. Obgleich die Meinungsfreiheit im Artikel 19 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ gewährleistet ist, gibt es immer wieder auf nationaler Ebene und bei den Vereinten Nationen Bemühungen, die Meinungsfreiheit einzuschränken. In beiden Fällen wird ein bedeutsamer Schwerpunkt auf die Unterbindung von Aussagen gesetzt, welche die Glaubensvorstellungen des Hörers verletzen könnten. Die Siebenten-Tags-Adventisten bejahen Einfühlungsvermögen und Respekt bei jeder Kommunikation. Daher sind wir über Aussagen besorgt, die absichtlich das religiöse Empfinden anderer verletzen sollen. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass die Abtretung dieses Rechtes an den Staat, damit er alle religiösen Aussagen steuert, eine viel größere Bedrohung für die Eigenverantwortung der Gläubigen darstellt, als beleidigende Aussagen. Es gibt heute tatsächlich zahlreiche Beispiele von Staaten, deren Anliegen es angeblich ist, religiöse Gefühle zu schützen, um in Wirklichkeit friedliche, religiöse Äußerungen gewaltsam zum Schweigen zu bringen.

Bei unserem Widerstand gegen die Einschränkung der Meinungsfreiheit gibt es aber auch Ausnahmen. Die Kirche erkennt an, dass in ganz bestimmten Fällen Äußerungen der körperlichen Sicherheit, dem persönlichem Besitz und anderen damit zusammenhängenden Rechten schweren Schaden zufügen können. In diesen sehr begrenzten Fällen, erkennen wir die Verantwortung des Staates für den Schutz der Bevölkerung an. Wenn solche Einschränkungen notwendig sind, erwartet die Kirche von den Regierungen, die Beschränkungen genau festzulegen, damit ausschließlich die gefährlichen Aussagen davon betroffen sind.

Die Kirche ist der Ansicht, dass jene, welche die Aufgabe haben, sich für die Förderung der Grundrechte einschließlich aller Aspekte der Religionsfreiheit, einzusetzen, einer besonderen Verantwortung obliegen. Diese Verantwortung ist besonders auf Regierungsebene relevant, da es hier normalerweise vor allem möglich ist, große Achtung für die Rechte der Bevölkerung und speziell der Minderheiten zu fördern.

Während die Siebenten-Tags-Adventisten sich für das Recht einsetzen, Glaubensauffassungen frei äußern zu können, bekennen sie sich gleichzeitig zur Verantwortung, ihre Aussagen so zu formulieren, dass sie mit den biblischen Lehren übereinstimmen. Das schließt auch die Verpflichtung mit ein, ehrlich und liebevoll zu sein. Dies ist besonders bei Gesprächen über eine andere Glaubensauffassung wichtig, da religiöser Eifer zu einem einseitigen Verständnis über andere führen kann. Ehrlichkeit heißt nicht nur, sorgfältig gesammelte Fakten zusammenzustellen, sondern auch, diese Informationen in den richtigen Zusammenhang zu bringen. In allem, was sie sagen oder tun, sind die Siebenten-Tags-Adventisten an das Gesetz der Liebe Christi gebunden. Wenn die von Gott gegebene Gabe der Sprache dazu benutzt wird, um mit Liebe zu kommunizieren, werden wir nicht nur für die Menschen um uns herum ein Segen sein; wir werden den Gott ehren, der uns alle mit der Gabe, uns mitzuteilen, geschaffen hat.

Hinweis: Die Stellungnahme wurde von dem Exekutivausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten am 23. Juni 2010 beschlossen und von den Delegierten der 59. Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Freikirche in Atlanta, Georgia/USA, zur Kenntnis genommen.

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Pazifikstaat Palau: "Grüne Revolution“ im Kampf gegen Fettleibigkeit

Melekeok/Palau, 30.06.2010/APD   Angesichts der starken Zunahme von Übergewicht (Adipositas) und Diabetes auf der Inselrepublik Palau hat Präsident Johnson Toribiong eine „Grüne Revolution“ in Gang gesetzt. Die Bevölkerung soll ab Juli mit dem Anbau von Gemüse in Gärten und Hinterhöfen beginnen, um zur eigenen, gesunden Nahrungsversorgung beizutragen.

Auf der kürzlich abgehaltenen 13. Gipfelkonferenz der Regierungschefs von Mikronesien in Saipan wies Harry Fritz, Minister für Rohstoffe, Entwicklung und Tourismus, darauf hin, dass die Einwohner Palaus durch ihren veränderten Lebensstil verstärkt von Importen aus Japan, Korea und den Vereinigten Staaten abhängig seien.

Viele Bewohner litten heute durch einseitige und unausgewogene Ernährung an Fettleibigkeit und riskierten an Diabetes (Typ-2) zu erkranken. Diese nicht übertragbare Krankheit könne zu Folgeschäden wie Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck, Nierenversagen und Herzerkrankungen führen, warnte Minister Fritz.

„Auf Palau gibt es den Lebensstil von früher, als noch gefischt und Nahrungsmittel angepflanzt wurden, nicht mehr. Heute sind wir weitgehend auf Fertiggerichte (Convenience Food) aus dem Ausland, vor allem aus den USA, Japan und Korea angewiesen“, so der Regierungsvertreter. Dies sei der Grund dafür, dass Präsident Toribiong die Bevölkerung auffordere, mehr Gemüse zu essen.

Der Minister wörtlich: „Der Regierungschef hat die ´Grüne Revolution´ ausgerufen, wir müssen im Juli mit dem Anbau unserer eigenen Nahrungsmittel beginnen.“ Das Staatsoberhaupt von Palau und sein Minister für Rohstoffe, Entwicklung und Tourismus sind Mitglieder der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Adventistische Christen legen großen Wert auf eine gesunde Lebensweise und Ernährung, zu welcher der Verzicht auf schädliche Drogen, einschließlich Alkohol und Tabak, gehört. Die Freikirche unterhält weltweit 171 Krankenhäuser, 429 Kliniken und beschäftigt über 107.000 Ärzte sowie medizinisches und weiteres Personal. Jährlich werden in ihren Gesundheitseinrichtungen 16,2 Millionen Patienten ambulant und stationär behandelt. Mit der in Genf ansässigen UN-Weltgesundheitsorganisation (WHO) besteht eine enge Zusammenarbeit im Bereich der Gesundheitsvorsorge.

Die Republik Palau zählt etwa 20.700 Einwohner, davon sind 30 Prozent Ausländer. Von der mehrheitlich christlichen Bevölkerung sind knapp 50 Prozent Katholiken und 26 Prozent Protestanten einschließlich 5,3 Prozent Adventisten.

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Schweizer Theologe leitet Adventisten aus Europa und Nordafrika

Atlanta, Georgia/USA, 29.06.2010/APD   Der schweizerisch-französische Theologe Bruno R. Vertallier (61) ist von den Delegierten der in Atlanta, Georgia/USA, tagenden 59. Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Siebenten-Tags-Adventisten für weitere fünf Jahre als Präsident der Euro-Afrika Region der Freikirche bestätigt worden. Er übt dieses Amt seit 2008 aus. Vertallier ist verheiratet und hat drei erwachsene Töchter sowie vier Enkel. Er besitzt die französische und Schweizer Staatsbürgerschaft.. Er spricht französisch als Muttersprache sowie englisch, deutsch und spanisch. Er hat einen Doktorgrad in praktischer Theologie (D.MIN) der Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA.

Dem Präsidenten stehen als Generalsekretär Pastor Gabriel Maurer (53), der ebenfalls wiedergewählt wurde, und Norbert Zens (44) als Schatzmeister zur Seite, der neu in dem Amt ist. Maurer stammt aus Siebenbürgen/Rumänien und spricht außer deutsch und rumänisch auch französisch und englisch. Er studierte an den Theologischen Seminaren der Freikirche in Darmstadt und bei London. Er ist seit zwölfeinhalb Jahren bei der Kirchenleitung der Euro-Afrika Region tätig, seit 2003 als Generalsekretär. Zens, in Neumarkt-Sankt Veit (Oberbayern) geboren, studierte an der Universität Passau Betriebswirtschaft mit dem Abschluss Diplomkaufmann. Er leitete seit 2004 die Buchprüfungsabteilung der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) für die Euro-Afrika Region. Er ist Nachfolger von Peter R. Kunze, der in den Ruhestand trat.

Zum Verwaltungsbereich der Euro-Afrika Region mit Sitz Bern gehören über 176.000 Siebenten-Tags-Adventisten aus 15 mittel-, west- und südeuropäischen Staaten sowie aus Algerien, Libyen, Marokko, Tunesien, Türkei, Iran und Afghanistan – Länder, die traditionell islamisch sind und in denen nur wenige Adventisten leben. In Rumänien hat die Freikirche mit 67.500 die meisten erwachsen getauften Mitglieder in einem europäischen Land. In Deutschland leben 35.400, in der Schweiz 4.300 und in Österreich 3.900 Adventisten.

Zu den bekanntesten Einrichtungen der evangelischen Freikirche in Mitteleuropa zählen die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA), die theologischen Hochschulen in Collonges-sous-Salève (Frankreich) und in Friedensau bei Magdeburg, das Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin und die Schweizer Klinik „La Lignière“ in Gland am Genfer See.
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Vatikan will durch Neuevangelisierung den Säkularismus aufhalten

Rom/Italien, 29.06.2010/APD   Papst Benedikt XVI. hat während einer Predigt zum Fest Peter und Paul in Rom offiziell die Schaffung einer neuen vatikanische Institution bestätigt. Der neue „Päpstliche Rat für die Verkündigung des Evangeliums“ soll sich besonders um eine erneute Evangelisierung in den Ländern kümmern, in denen der Glaube zwar schon alt, aber durch die fortschreitende Säkularisierung schwach geworden sei. Die Neuevangelisierung, die auf das Zweite Vatikanische Konzil zurückgehe, sei dabei nicht inhaltlich zu verstehen, sondern durch einen erneuten inneren Antrieb geprägt, so Papst Benedikt weiter. Er solle neue Wege der Verkündigung suchen, die der Zeit angemessen seien.

Der im römisch-katholischen Kontext verwendete Begriff „Evangelisierung“ bedeutet in erster Linie „das Evangelium über die gesamte Welt zu verbreiten“. Evangelisierung kann sowohl mit einer Missionierung einhergehen, welche die Bekehrung (Konversion) und Taufe der Evangelisierten zum Ziel hat, als auch mit einer Katechese zur Neubelebung des christlichen Glaubens der Evangelisierten.

In der 2007 veröffentlichten „Lehrmäßigen Note zu einigen Aspekten der Evangelisierung“ präzisierte die Kongregation für die Glaubenslehre: „Das Wort Evangelisierung hat eine überaus reichhaltige Bedeutung. In einem weiteren Sinn fasst es die gesamte Sendung der Kirche zusammen: Ihr ganzes Leben besteht ja in der Verwirklichung der traditio Evangelii, der Verkündigung und Weitergabe des Evangeliums, das ‚eine Kraft Gottes [ist], die jeden rettet, der glaubt‘ ( Röm 1,16 EU), und letztlich mit Jesus Christus identisch ist ( 1 Kor 1,24 EU). Deshalb richtet sich die so verstandene Evangelisierung an die ganze Menschheit.“
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"Anwälte der Gerechtigkeit" für die Armen

Adventisten geben Stellungnahme zur weltweiten Armut heraus

Atlanta, Georgia/USA, 29.06.2010/APD   „Siebenten-Tags-Adventisten glauben, dass Maßnahmen zum Abbau der Armut und der damit verbundenen Ungerechtigkeit ein wichtiger Teil der sozialen Verantwortung der Christen sind“, heißt es in einer Stellungnahme zur weltweiten Armut, welche die evangelische Freikirche während ihrer Weltsynode in Atlanta, Georgia/USA, herausgegeben hat. Die Bibel zeige deutlich, dass Gott ein besonderes Interesse für die Armen habe und dass Christen „jenen helfen sollten, die nicht für selbst sorgen können“. Adventisten sollten sich als „Anwälte der Gerechtigkeit“ für die Armen sich einsetzen. Es gehe dabei nicht um bloßes Mitleid, sondern um tatkräftiges Engagement. Dazu gehöre die Unterstützung von Programmen, welche die Ursachen von Armut und Hunger aufzeigten „und den Menschen helfen, sich ein zukunftsträchtiges Leben aufzubauen“.

Adventisten werden in der Stellungnahme aufgerufen auch selbst ein Leben „in Einfachheit und Bescheidenheit“ zu führen, das im „Gegensatz zum Materialismus und Wohlstandsstreben“ stehe. Die Freikirche unterstütze die Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zur Verringerung der Armut um mindestens 50 Prozent bis 2015. Sie sei bereit, zur Erreichung der Ziele mit gesellschaftlichen Gruppierungen, Regierungen und anderen auf lokaler und globaler Ebene zusammenzuarbeiten. Zwar hofften Adventisten auf Gottes Zusage, eine neue Erde zu schaffen, in der es keine Armut oder Ungerechtigkeit mehr gebe. Doch bis zur Aufrichtung dieses Reiches sollten sich die Mitglieder der Freikirche „ideenreich und vertrauensvoll“ schon jetzt dafür einsetzen, „die Armut zu überwinden“.

Dokumentation:

Stellungnahme der Siebenten-Tags-Adventisten zur weltweiten Armut

Armut ist heute in jeder Gesellschaft eine Realität. Sie beraubt die Menschen ihrer meisten Grundrechte. Ihretwegen leiden Menschen Hunger; ihretwegen fehlt es ihnen an medizinischer Versorgung, an sauberem Wasser, an Bildung, an Arbeitsmöglichkeiten, und oft ergibt sich daraus ein Gefühl der Machtlosigkeit, der Hoffnungslosigkeit und der Ungleichheit. Jeden Tag sterben über 24.000 Kinder an vermeidbaren, durch Armut verursachten Umständen.

Siebenten-Tags-Adventisten glauben, dass Maßnahmen zum Abbau der Armut und der damit verbundenen Ungerechtigkeit ein wichtiger Teil der sozialen Verantwortung der Christen sind. Die Bibel zeigt deutlich Gottes besonderes Interesse für die Armen und seine Erwartungen, wie seine Nachfolger jenen helfen sollten, die nicht für sich selbst sorgen können. Alle Menschen tragen das Bild Gottes in sich und sind Empfänger von Gottes Segen (Lukas 6, 20). Indem wir uns für die Armen einsetzen, folgen wir dem Beispiel und den Lehren Jesu (Matthäus 25, 35.36). Als Glaubensgemeinschaft verteidigen Siebenten-Tags-Adventisten als Anwälte der Gerechtigkeit die Armen und sprechen anstelle jener, die „nicht für sich selbst sprechen können“ (Sprüche 31,8) und gegen jene, welche die „Armen ihrer Rechte berauben“ (Jesaja 10, 2). Wir arbeiten mit dem Gott zusammen, der „Gerechtigkeit schafft für die Armen“ (Psalm 140, 13).

Das Engagement, um Armut und Hunger zu mindern, ist mehr als nur Mitleid für die Armen. Es beinhaltet, sich für eine öffentliche Ordnung einzusetzen, die den Armen Recht und Gerechtigkeit hinsichtlich ihrer Mitwirkungsmöglichkeit und Menschenrechte verschafft. Dazu gehören die Unterstützung und Teilnahme an Programmen, welche die Ursachen von Armut und Hunger aufzeigen und den Menschen helfen, sich ein zukunftsträchtiges Leben aufzubauen. Dieser Einsatz für Gerechtigkeit ist ein Akt der Liebe (Micha 6, 8). Siebenten-Tags-Adventisten glauben, dass dies auch ein Aufruf für ein Leben in Einfachheit und Bescheidenheit ist, das im Gegensatz zum Materialismus und Wohlstandsstreben steht.

Siebenten-Tags-Adventisten denken global, in dem sie die von den Vereinten Nationen festgelegten Millennium-Entwicklungsziele zur Verringerung der Armut um mindestens 50 Prozent bis 2015 unterstützen. Zur Förderung dieser Ziele möchten sie sich mit der Gesellschaft, den Regierungen und anderen lokal und global zusammentun, um an Gottes Absicht teilzuhaben, dauerhafte Gerechtigkeit in einer kaputten Welt wiederherzustellen.

Als Nachfolger Christi engagieren wir uns hier in der festen Hoffnung auf Gottes Zusage, dass er einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird, wo es keine Armut oder Ungerechtigkeit mehr gibt. Siebenten-Tags-Adventisten sind dazu aufgerufen, ideenreich und vertrauensvoll im Rahmen dieser Hoffnung von Gottes Reich zu leben und sich schon jetzt dafür einzusetzen, die Armut zu überwinden.

Hinweis: Die Stellungnahme wurde von dem Exekutivausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten am 23. Juni 2010 beschlossen und von den Delegierten der 59 Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Freikirche in Atlanta, Georgia/USA, zur Kenntnis genommen.
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Basler Bischof wird Leiter des Päpstlichen Einheitsrates

München, 28.06.2010/APD   Der römisch-katholische Basler Bischof Kurt Koch soll Nachfolger für den deutschen Kurienkardinal Walter Kasper werden und die Leitung des „Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen“ übernehmen. Nach einem Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins FOCUS vom 26. Juni soll Papst Benedikt XVI. noch vor seinem Umzug in die Sommerresidenz in Castel Gandolfo am 7. Juli den 60-jährigen Kurt Koch an die Spitze des Päpstlichen Einheitsrates berufen.

Der in Emmenbrücke (Kanton Luzern) geborene Kurt Koch empfing 1995 unter Papst Johannes Paul II. die Bischofsweihe und wurde zum Bischof von Basel ernannt. Koch studierte Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Luzern. Anschließend lehrte der habilitierte Theologe als Honorarprofessor für Dogmatik, Ethik, Liturgiewissenschaft und Ökumenische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern. Von 2007 bis 2009 war Msgr. Koch Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK). Er hat über 60 Bücher und Schriften verfasst, darunter „Mut des Glaubens“ (1979) und „Eucharistie“ (2005).

Der aus Heidenheim an der Brenz stammende Walter Kasper leitete seit 2001 den Einheitsrat als Präsident. Im Jahr 1999 hatte Papst Johannes Paul II. Kasper nach Rom geholt und ihn zunächst zum Sekretär des „Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen“ ernannt. Seitdem hat sich der deutsche Kurienkardinal als Förderer der Ökumene verdient gemacht.

Der „Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen“ wurde vor rund 50 Jahren gegründet. Seine Anfänge sind eng mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil verbunden. Es war der Wunsch von Papst Johannes XXIII., die Beteiligung der römisch-katholischen Kirche an der ökumenischen Bewegung zu einem Hauptanliegen des Konzils zu machen. Daher schuf er am 5. Juni 1960 ein „Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen“. 1988 wandelte Papst Johannes Paul II. den Namen des Einheitssekretariates in „Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen“ (Einheitsrat) um.

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40.000 Adventisten beten für schnelles Ende der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko

Atlanta, Georgia/USA, 27.06.2010/APD   Im Rahmen eines Gottesdienstes während der adventistischen Weltsynode 2010 in Atlanta, Georgia/USA, beteten rund 40.000 Delegierte und Besucher aus 205 Ländern für ein schnelles Ende der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko. Das Gebet sprachen abwechselnd zwei Vizepräsidenten der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, Armando Mirande und Lowell Cooper.

Sie folgten damit einem Aufruf der Gouverneure von Louisiana und Texas zu einem Tag des Gebets für die von der Ölpest betroffenen Menschen in den Golfstaaten Alabama, Louisiana, Mississippi und Texas. Der Gouverneur von Lousiana, Bobby Jindal, hatte zu einem Tag der Ermutigung in der Umweltkrise aufgerufen, die durch das Ölleck entstanden ist. Rick Perry, der texanische Gouverneur, bat, für ein Zusammenstehen der Menschen, den Wiederaufbau des Gemeinwesens und die Wiederherstellung der Umwelt in der gesamten Golfregion zu beten. Nach Expertenangaben fließen derzeit bis zu 2,5 Millionen Gallonen (rund 9,5 Millionen Liter) Rohöl täglich aus der leckgeschlagenen Ölquelle in den Golf von Mexiko. Der Ölteppich verschmutzt die gesamte Küste von Louisiana bis Florida.
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Adventistische Weltsynode wählt neuen Generalsekretär

Schatzmeister in seinem Amt bestätigt

Atlanta, Georgia/USA, 27.06.2010/APD    Mit Pastor G. T. Ng haben die Delegierten der 59. Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Siebenten-Tags-Adventisten in Atlanta, Georgia/USA, einen neuen Generalsekretär für die adventistische Weltkirchenleitung gewählt. Ng stammt aus Singapur und war als Missionar im vom Krieg erschütterten Kambodscha tätig. Kurz bevor die kambodschanische Hauptstadt in die Hände der Roten Khmer fiel, wurden er und seine Frau Ivy 1970 aus Phnom Penh evakuiert. Über Thailand und Malaysia kamen sie nach Singapur, wo er als Pastor, Krankenhausseelsorger, Gesundheitsberater und Abteilungsleiter arbeitete. Von 1991 bis 2000 wirkte er als Professor und Dekan des Theologischen Seminars des Adventistischen Internationalen Instituts für berufsbegleitende Studien (AIIAS) auf den Philippinen. Von 2000 bis 2006 war er Generalsekretär der adventistischen Kirchenleitung der Südasien-Pazifik Region mit Sitz in Silang, Cavite/Philippinen. Danach wurde er als assoziierter Sekretär in die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) nach Silver Spring, Maryland/USA, berufen.

Ng erlangte in Theologie einen Batchelor (B.A.) vom Southeast Asia Union College in Singapur, einen Magister (M.A.) vom Adventistischen Theologischen Seminar auf den Philippinen und einen Doktorgrad (PhD) der Andrews Universität der Kirche in Berrien Springs, Michigan/USA. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Der scheidende Generalsekretär, der ghanaische Pastor Matthew A. Bediako (68), legte den Delegierten seinen Rechenschaftsbericht für die vergangenen fünf Jahre vor. Danach stieg die Mitgliederzahl der erwachsen getauften Siebenten-Tags-Adventisten weltweit von Anfang 2005 mit 13,9 Millionen auf 16,3 Millionen Ende 2009. Täglich würden sich durchschnittlich fast 3.000 Menschen der Kirche anschließen. Bediako nahm sein Amt seit dem Jahr 2000 wahr.

Als Schatzmeister der Weltkirchenleitung wurde der Kanadier Robert E. Lemon für weitere fünf Jahre wiedergewählt. Er amtiert seit 2002. Trotz Finanzkrise seien die freiwilligen Spenden der Adventisten in den letzten fünf Jahren weltweit stark angestiegen. Viele von ihnen würden den biblischen Zehnten geben, das heißt zehn Prozent ihres Einkommens. Der Zehnte sei weltweit seit 2005 von 1,3 Milliarden US-Dollar (1,08 Milliarden Euro) auf 1,8 Milliarden US-Dollar (1,5 Milliarden Euro) in 2009 um 38 Prozent gestiegen. Die Spenden für die Weltmission hätten sich im gleichen Zeitraum von 50 Millionen US-Dollar (41,6 Millionen Euro) auf 64 Millionen US-Dollar (53 Millionen Euro) oder 28 Prozent erhöht.

Der Generalsekretär und der Schatzmeister sind neben dem Generalkonferenz-Präsidenten und den Vizepräsidenten die höchsten Repräsentanten der adventistischen Weltkirchenleitung.
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Bibel – Autorität der Kirche und jedes Gläubigen

Atlanta, Georgia/USA, 27.06.2010/APD   Die in Atlanta, Georgia/USA, tagenden Delegierten der adventistischen Weltsynode haben eine „Resolution zur Bibel“ beschlossen. Danach ist die Heilige Schrift von Gott inspiriert, „Autorität im Leben der Kirche und jedes Gläubigen“ und grundlegend für „Glaube, Lehre und Verhalten“. Die Bibel stelle „Jesus als die einzig verlässliche Quelle der Hoffnung für die Menschheit dar“. Da das Lesen der Bibel „durch die Kraft und Person des Heiligen Geistes“ Menschen verändern könne, rufen die Delegierten Siebenten-Tags-Adventisten und Mitchristen auf, „die Bibel zu ihrer täglichen Quelle persönlichen Studiums zu machen“.

Während der Weltsynoden in St. Louis/USA (2005) und Toronto/Kanada (2000) hatten die Delegierten ähnliche Erklärungen zur Bibel beschlossen. Durch das wiederholte Bekenntnis zur Heilige Schrift solle immer wieder bewusst gemacht werden, dass das „Buch der Bücher“ die Norm für Glauben und Leben darstelle und deshalb gelesen werden sollte; zumal Untersuchungen zeigten, dass nur 51 Prozent der weltweit über 16,3 Millionen erwachsen getaufte Adventisten ein regelmäßiges Bibelstudium betreiben würden. Bereits 1980 wurde während der adventistischen Weltsynode in Dallas/Texas bei der Neufassung der „Glaubensüberzeugungen“ der Satz „Siebenten-Tags-Adventisten anerkennen die Bibel als die alleinige Grundlage ihres Glaubens“ in die Präambel aufgenommen.

Die Adventisten engagieren sich sehr für die Verbreitung der Heiligen Schrift. Sie gehören den meisten der im Weltbund der Bibelgesellschaften (United Bible Societies – USB) zusammengeschlossenen 145 nationalen Bibelgesellschaften an, die in etwa 200 Ländern arbeiten. In Norwegen leitet Pastor Tor Tjeransen, Präsident der dortigen Siebenten-Tags-Adventisten, als Vorsitzender die Norwegische Bibelgesellschaft. Der adventistische Pastor Reto Mayer ist Vizepräsident der Schweizerischen Bibelgesellschaft.

Dokumentation:

Resolution zur Bibel

Als Delegierte der Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Siebenten-Tags-Adventisten 2010 in Atlanta erneuern wir unser Vertrauen in die göttliche Offenbarung und Inspiration der Bibel, ihre Autorität im Leben der Kirche und jedes Gläubigen sowie ihre grundlegende Rolle für Glaube, Lehre und Verhalten. Die Bibel übermittelt uns die Botschaft der Erlösung im Kontext einer kosmischen Auseinandersetzung, die Gottes liebenden, barmherzigen und gerechten Charakter offenbart.

Die Bibel stellt Christus als die großartigste Offenbarung der Liebe Gottes dar, als den Mensch gewordenen Gott, als den Einen, der sich selbst als versöhnendes Opfer gegeben hat, der unsere Sünden trug, um uns mit Gott wieder in Einklang zu bringen. Er präsentiert sich uns als unser einziger Mittler vor Gott im himmlischen Heiligtum. Die Bibel stellt Jesus als die einzig verlässliche Quelle der Hoffnung für die Menschheit dar; eine Hoffnung, gegründet auf dem Vorbild seines Lebens, im erlösenden Werk seines Dienstes, in seinem Tod am Kreuz, in seiner Auferstehung aus dem Grab und in seiner baldigen Wiederkunft in Herrlichkeit.

Die Hoffnung und Botschaft der Bibel übertrifft Zeitalter und Kulturen und stillt die tiefsten Bedürfnisse des Menschen. In ihr findet die Kirche als Gottes Endzeitvolk die gute Nachricht, die allen Menschen und Kulturen zur Vollendung des Auftrags Gottes verkündet werden soll. Die Botschaft der Bibel kam durch das Wirken des Heiligen Geistes zu uns, dessen Führung und Erleuchtung zum rechten Verständnis der Bibel notwendig ist.

Weil uns die Bibel durch die Kraft und Person des Heiligen Geistes verändern kann und wir dadurch einen Christus ähnlichen Charakter entwickeln können, rufen wir, die Delegierten der Weltsynode, Siebenten-Tags-Adventisten und Mitchristen überall auf, die Bibel zu ihrer täglichen Quelle persönlichen Studiums zu machen. Möge das Bibelstudium von Gebet und Lobpreis begleitet sein; möge es ein offenes Buch in unseren Häusern sein, auf das wir täglich hören, und ein offenes Buch in unseren Gotteshäusern, in denen wir in Gemeinschaft Wegweisung in Gottes Wort suchen. Möge die Kraft der Bibel unser persönliches Leben und unsere Beziehungen so prägen, damit wir zu einem Zeugnis fähig sind, das die ganze Welt auf die herrliche Wiederkunft unseres Erlösers und Herrn Jesus Christus aufmerksam macht!

Hinweis: Die Resolution wurde von den Delegierten der in Atlanta, Georgia/USA, tagenden 59. Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Siebenten-Tags-Adventisten am 24. Juni 2010 angenommen und beschlossen.
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13.800 Kilometer mit dem Fahrrad zur adventistischen Weltsynode

Atlanta, Georgia/USA, 27.06.2010/APD   Der 49-jährige Brasilianer George Silva fuhr mit dem Fahrrad 13.800 Kilometer, um die 59. Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Siebenten-Tags-Adventisten in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia zu besuchen. Bereits am 11. August 2009 begann er in Boa Vista, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Roraima in Amazonien, mit seiner Tour, die ihn durch elf Länder und fünf US-Bundesstaaten führte. Nach über zehn Monaten traf er am 24. Juni wohlbehalten um zehn Uhr Ortszeit am Georgia Dome in Atlanta, einer überdachten Sportarena und Tagungsort der Weltsynode, ein. Adventisten aus Brasilien und zahlreichen anderen Ländern hießen ihn begeistert willkommen.

Nach eigenen Angaben unter Depressionen leidend, habe Silva nach einem gescheiterten Selbstmordversuch christliche Literatur erhalten, wodurch sein Leben verändert worden sei, sodass er sich 1992 den Adventisten anschloss. Die Tour nach Atlanta sei zwar seine bisher weiteste, aber nur eine von insgesamt sieben „Missionsreisen“ gewesen, bei denen er mit dem Fahrrad fast 30.000 Kilometer zurücklegt habe. Wenn ihn die Leute unterwegs fragten, warum er so etwas tue, erzähle er ihnen aus seinem Leben und von seinem Glauben an Jesus Christus. Nach seiner Abreise aus Brasilien hätte er nur Portugiesisch gesprochen. Doch habe er sich während seiner Tour durch die lateinamerikanischen Ländern mit dem Spanischen vertraut gemacht. Er sei überzeugt, dass er sich auch bald in Englisch verständigen könne. Denn er wolle nach der Weltsynode mit seinem Fahrrad weiter durch die USA bis nach Kanada reisen.

Seine monatelange Fahrradtour zur Weltsynode sei nicht ungefährlich gewesen, berichtete Silva. „Doch Gott sandte seine Engel, um mich zu beschützen.“ Bereits im Grenzgebiet zwischen Brasilien und Paraguay sei er von einem Mann mit zwei Messern bedroht worden. „Ich habe zu Gott gebetet und versucht, den Mann davon zu überzeugen, mein Leben zu schonen und mir mein Fahrrad samt Ausrüstung zu lassen, denn ich bin auf Missionsreise. Ich gab ihm ein Neues Testament, in dem er, immer noch mit einem Messer in der Hand, zu lesen begann.“ Doch dann habe der Unbekannte, sichtlich von dem Gelesenen und der Begegnung mit Silva erschüttert, bekannt, er sei jetzt auch Christ und sein Messer weggesteckt.

Einmal sei Silva von einem die Ernte zerstörenden Hagelsturm überrascht worden, doch ihm sei nichts geschehen. Er habe Temperaturen unter dem Gefrierpunkt bis über 40 Grad Celsius überstanden und oft in einem kleinen Zelt unter Brücken übernachtet. „Einmal musste ich ein Dschungelgebiet durchqueren, das von Guerillakämpfern beherrscht wurde. Ich wurde von den Ortsansässigen vor Entführung gewarnt. Doch ich hatte kein Geld, um das Gebiet zu überfliegen, und umkehren wollte ich auch nicht. So vertraute ich auf Gott und kam wohlbehalten durch den Dschungel“, berichtete er. Als er nicht wusste, wie er den Panamakanal überqueren sollte, sei ihm ein unbekannter Motorradfahrer entgegengekommen und habe ihn zu einer Stelle geleitet, wo ihn ein Bootsbesitzer übersetzte.
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Zwei neue assoziierte Mitglieder im Niederländischen Kirchenrat

Amersfoort/Niederlande, 26.06.2010/APD   Zwei neue Kirchen sind am 16. Juni dem Rat der Kirchen in den Niederlanden als assoziierte Mitglieder beigetreten. Es handelt sich um die „Basisgemeinde Kritischer Gruppen“ (The Basisgemeente van Kritische Groepen), eine Basisbewegung von unabhängigen ökumenischen Gruppen, und die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (Kerkgenootschap der Zevende-dagsAdventisten). Bereits im Februar wurde die orthodoxe Kirchengemeinde St. Nikolaus von Myra als assoziiertes Mitglied in den Rat aufgenommen. Bei den neuen assoziierten Mitgliedern handelt es sich um kleinere Glaubensgemeinschaften. So zählen die Adventisten rund 10.000 Anhänger, davon 5.000 erwachsen getaufte Mitglieder.

Der Beitritt der Siebenten-Tags-Adventisten wurde dank einer Satzungsänderung möglich, die kirchlichen Organisationen, welche keine Vollmitgliedschaft wünschen, den Status einer assoziierten Mitgliedschaft ermöglicht.

Die evangelische Freikirche der Adventisten war bereits seit einigen Jahren als Anwärter (Candidate-Member) im Rat vertreten, doch ist dieser Status nur für einen begrenzten Zeitraum vorgesehen. Der jetzige Beitritt als assoziiertes Mitglied entspricht den Beschlüssen der adventistischen Abgeordnetenversammlungen von 2002 und 2007 in den Niederlanden und den Empfehlungen der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz). Beide Gremien befürworten die Bereitschaft „zu gemeinsamem Dienst mit kirchlichen Organisationen“ überall dort, wo dies unter Wahrung der eigenen konfessionellen Identität möglich sei, sowie die Teilnahme an der Arbeit theologischer Kommissionen und die Gastmitgliedschaft in nationalen, regionalen und lokalen Arbeitsgemeinschaften oder Räten christlicher Kirchen.

Der nationale Kirchenrat (Raad van Kerken in Nederland) umfasst jetzt 13 Kirchen als Vollmitglieder und drei kleinere Glaubensgemeinschaften als assoziierte Mitglieder, die zusammen rund 6,5 Millionen Christen vertreten.
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Ted N. C. Wilson neuer Präsident der weltweiten Adventisten

Atlanta, Georgia/USA, 25.06.2010/APD   Der US-amerikanische Pastor Ted N. C. Wilson (60) ist neuer oberster Repräsentant der weltweit 16,3 Millionen erwachsen getauften Siebenten-Tags-Adventisten in 203 Ländern. Die über 2.400 Delegierten der in Atlanta, Georgia/USA, tagenden 59. Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) wählten ihn für die nächsten fünf Jahre auf Vorschlag des 246-köpfigen Nominierungsausschusses zum Präsidenten der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleitung). Wilson war seit dem Jahr 2000 einer von neun Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung. Er tritt die Nachfolge des Norwegers Dr. Jan Paulsen (75) an, der das Amt seit 1999 inne hatte. Die nur alle fünf Jahre stattfindende Weltsynode ist das oberste Entscheidungsgremium der evangelischen Freikirche.

Als Pastor begann Wilson seinen Dienst 1974 in New York. Von 1976 bis 1981 war er in der dortigen adventistischen Kirchenleitung Abteilungsleiter. Anschließend wirkte er bis 1990 zunächst als Abteilungsdirektor und dann als Generalsekretär der westafrikanischen Kirchenleitung der Adventisten mit Sitz in Abidjan/Elfenbeinküste. 1990 kam er als stellvertretender Generalsekretär zur Weltkirchenleitung nach Silver Spring, Maryland/USA. Zwei Jahre später wurde Wilson nach Moskau als Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in der ehemaligen Sowjetunion berufen. 1996 kehrte er in die USA als Geschäftsführer des adventistischen Review and Herald Verlagshauses in Hagerstown/Maryland zurück. Während der Weltsynode 2000 in Toronto/Kanada wählten die Delegierten Ted Wilson zu einem der Vizepräsidenten der Generalkonferenz. Sein Vater, Neal C. Wilson, war von 1979 bis 1990 Generalkonferenz-Präsident.

Pastor Ted Wilson ist mit Nancy Louise Vollmer, einer Physiotherapeutin, verheiratet, sie haben drei erwachsene Kinder. An der adventistischen Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA, erlangte Wilson den akademischen Grad Master of Divinity (MDiv) in Theologie und an der Loma Linda Universität in Kalifornien den Master of Science (MSc) im Gesundheitswesen. An der New York University promovierte er in Philosophie mit einer Arbeit über Religionspädagogik.

Wilsons Vorgänger im Amt des Generalkonferenzpräsidenten, der norwegische Pastor Jan Paulsen, war erst der dritte Amtsinhaber der seit 1863 bestehenden evangelischen Freikirche, der nicht aus den Vereinigten Staaten stammt. Die beiden anderen waren der Norweger Ole A. Olsen (1888-1897) und der Australier Charles H. Watson (1930-1936). Paulsen amtierte von 1995 bis 1999 als einer der Vizepräsidenten der Generalkonferenz. Davor leitete er zwölf Jahre lang die Trans-Europa Kirchenleitung mit Sitz in St. Albans/England. Außerdem fungierte er als Dozent der Lehrerausbildungsstätte in Bekwai/Ghana, als Rektor des Westafrikanischen Theologischen Seminars in Nigeria und des Newbold College der Freikirche in England. 1972 promovierte Paulsen an der evangelischen Fakultät der Universität Tübingen über das Neue Testament.

Als die Generalkonferenz 1863 in Battle Creek, Michigan/USA, gegründet wurde, gehörten ihr sechs Vereinigungen mit 125 Gemeinden, 30 Pastoren und 3.500 Mitgliedern an, die alle in den Vereinigten Staaten lebten. Heute wohnen nur noch knapp sieben Prozent der weltweit über 16 Millionen Mitglieder in Nordamerika. Die meisten sind in Afrika (5,7 Millionen) und Lateinamerika (5,3 Millionen), gefolgt von Asien (3,1 Millionen), Nordamerika (1,1 Millionen), Australien/Ozeanien (410.000) und Europa (400.000). Das hat auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Delegierten bei der Weltsynode in Atlanta. Von den 2.488 Abgeordneten kommen 578 aus Afrika, 687 aus Lateinamerika, 424 aus Asien, 270 aus Nordamerika, 113 aus Australien/Ozeanien und 416 aus Europa, deren Delegierte überproportional vertreten sind.
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US-Amerikaner neuer Präsident der weltweiten Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten

Atlanta, Georgia/USA, 25.06.2010/APD   Die 2.410 Delegierten der adventistischen Generalkonferenz-Vollversammlung (59. Weltsynode) in Atlanta, Georgia (USA), wählten heute den US-Amerikaner Pastor Ted N.C. Wilson (60) zum neuen Präsidenten und damit obersten Repräsentanten von 16,3 Millionen erwachsen getauften Siebenten-Tags-Adventisten in 203 Ländern. Sie folgten damit dem Vorschlag des 246-köpfigen Ernennungsausschusses der Vollversammlung. Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre. Ted Wilson ist Nachfolger des gebürtigen Norwegers Dr. Jan Paulsen (75), der dieses Amt seit 1999 inne hatte.

Ted N.C. Wilson wurde während der Weltsynode im Jahre 2000 in Toronto zu einem der neun Vizepräsidenten der weltweiten protestantischen Freikirche gewählt. Er ist der Sohn der früheren Generalkonferenz-Präsidenten Neal C. Wilson, der von 1979 bis 1990 dieses Leitungsamt ausübte.

Die nur alle fünf Jahre stattfindende Weltsynode ist das oberste Entscheidungsgremium der evangelischen Freikirche. Die Abgeordneten tagen öffentlich. An den beiden Wochenenden werden neben den Delegierten in Atlanta etwa 70.000 und während der Woche rund 35.000 Besucher täglich im Georgia Dome, einer überdachten Sportarena, wo sonst die Atlanta Falcons ihre Football-Spiele austragen, erwartet.
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Weitgereiste Bibel rechtzeitig zur adventistischen Weltsynode in Atlanta

Atlanta, Georgia/USA, 25.06.2010/APD   Pastor Mark A. Finley, einer der Vizepräsidenten der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleitung), stellte den in Atlanta, Georgia/USA, tagenden Delegierten der Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Siebenten-Tags-Adventisten eine besondere Bibel vor. Das in Leder gebundene, 30 mal 45 Zentimeter große Werk wiegt über acht Kilogramm und ist in 66 Sprachen gedruckt, nämlich jedes einzelne Buch der Bibel in einer anderen Sprache: die Genesis (1. Buch Mose) am Anfang der Bibel in Spanisch und die Offenbarung des Johannes als letztes Buch der Heiligen Schrift in Koreanisch. In Deutsch sind die Sprüche Salomos. Die vielsprachige Bibel reiste innerhalb von 20 Monaten durch alle Kontinente in fast 130 Länder.

Ziel der unter dem Motto „Follow the Bible“ (wörtlich: Folge der Bibel; deutsches Motto: „Lies die Bibel“) stehenden Aktion ist es, die Mitglieder der evangelischen Freikirche an die Wichtigkeit des täglichen Bibelstudiums zu erinnern. „Die Siebenten-Tags-Adventisten müssen wiederentdecken, wie wertvoll das Lesen in diesem Buch ist“, sagte der Präsident der adventistischen Weltkirchenleitung, Pastor Jan Paulsen, am 11. Oktober 2008 vor 12.000 Adventisten in Manila/Philippinen bei der Übergabe der „reisefreudigen“ Bibel an den Präsidenten der Freikirche im südasiatisch-pazifischen Raum, Pastor Alberto C. Gulfan. Untersuchungen hatten ergeben, dass nur 51 Prozent der weltweit rund 16 Millionen Adventisten ein regelmäßiges Bibelstudium betreiben. Auf der Internetseite www.followthebiblesda.com konnte die Reise der Heiligen Schrift verfolgt werden.

Im Januar 2009 wurde die vielsprachige Bibel von den Präsidenten des Nord- und Süddeutschen Verbandes der Adventisten, den Pastoren Klaus van Treeck und Günther Machel, während eines Fernsehgottesdienstes vorgestellt. Sie war auch im adventistischen Schulzentrum Marienhöhe, Darmstadt, und in der Theologischen Hochschule der Freikirche in Friedensau bei Magdeburg zu sehen. Am 26. Februar 2009 befand sich die Heilige Schrift in Wien anlässlich einer Veranstaltung zum Thema „Glaubwürdigkeit und Überlieferung der Bibel“ mit Dr. Jutta Henner, Direktorin der Österreichischen Bibelgesellschaft. Das überdimensionale Werk reiste danach weiter zum adventistischen Theologischen Seminar Schloss Bogenhofen in St. Peter am Hart bei Braunau/Inn. Am 14. März 2009 wurde die Bibel in Zürich anlässlich der Jahreskonferenz der Deutschschweizer Siebenten-Tags-Adventisten gezeigt.

In Atlanta nahm der Präsident der nordamerikanischen Adventisten, Pastor Don C. Schneider, die vielsprachige Bibel von Pastor Paul S. Ratsara, Präsident der Freikirche im südlichen Afrika, in Empfang. „Wenn mehr unserer Mitglieder die Bibel lesen würden, hätten wir engagiertere Gemeinden, deren Anliegen es ist, auch andere Menschen mit Jesus bekannt zu machen“, betonte Ratsara. Die vielsprachige Bibel habe in Afrika „Großes“ bewirkt. Bei einer Gottesdienst in einem Stadion in Sambia hätten Menschen fast zwei Stunden angestanden, um einen Blick in diese Bibel zu werfen und sie selbst in der Hand zu halten. In Lesotho sei der König von dem Werk so beeindruckt gewesen, dass er versprach, mehr als bisher in der Bibel zu lesen. Genauso wäre es einem Gouverneur in Angola ergangen.

Die Aktion „Follow the Bible“ habe die weltweite Verbundenheit der Adventisten gezeigt, betonte Mark A. Finley. Viele hätten sich vorgenommen, wieder regelmäßig in der Bibel zu lesen. Das vielsprachige Werk hätte während seiner langen Reise zweimal repariert werden müssen, da der Einband sich gelöst hätte. „Einmal in Europa und das andere Mal in Südamerika. Aber das ist bei einer Reise von 20 Monaten durch fast 130 Länder auch nicht verwunderlich.“

Nachdem die 59. Generalkonferenz-Vollversammlung der Siebenten-Tags-Adventisten vom 23. Juni bis 3. Juli in Atlanta, Georgia/USA, am Mittwoch mit einem Tag der geistlichen Besinnung begann, folgte am Donnerstagnachmittag die Eröffnung der Geschäftssitzungen. Dazu waren rund 2.400 Männer und Frauen als Delegierte aus aller Welt angereist. Die nur alle fünf Jahre stattfindende Weltsynode ist das oberste Entscheidungsgremium der evangelischen Freikirche. Die Abgeordneten tagen öffentlich und vertreten über 16 Millionen erwachsen getaufte Adventisten in 203 Ländern. An den beiden Wochenenden werden neben den Delegierten in Atlanta etwa 70.000 und während der Woche rund 35.000 Besucher täglich im Georgia Dome, einer überdachten Sportarena, wo sonst die Atlanta Falcons ihre Football-Spiele austragen, erwartet.
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Adventistische Weltsynode in Atlanta/USA im Fernsehen

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 24.06.2010/APD   Abendprogramme, Nachrichten und Einblicke in die Arbeit der Delegierten der 59. Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Siebenten-Tags-Adventisten vom 23. Juni bis 3. Juli 2010 in Atlanta, Georgia/USA, sind im adventistischen Fernsehprogramm „Hope Channel deutsch“ ab 28. Juni zu sehen. Über den Satelliten ASTRA wird wegen der Zeitverschiebung und deutschsprachigen Übersetzung täglich von 19 bis 22:30 Uhr eine Zusammenfassung der Veranstaltungen vom Vortag ausgestrahlt. Der Sendeplan ist im Internet unter www.hope-channel.de zu finden.

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Pastor und Diakon der Adventisten in Mexiko ermordet

Juárez/Mexico, 23.06.2010/APD   Mit Entsetzen reagierten die Siebenten-Tags-Adventisten in Mexiko auf die Ermordung eines adventistischen Geistlichen und eines Diakons in Juárez im nordmexikanischen Bundesstaat Chihuahua. Der 28-jährige Pastor Lenin Avila Cortez und der 30-jährige Diakon Javier Zavala Rodríguez saßen im Wagen des Geistlichen, als sie am späten Abend des 10. Mai mit drei beziehungsweise 17 Schüssen ermordet wurden. Die Kirchenleitung geht davon aus, dass beide Adventisten Seelsorgebesuche gemacht hatten und aufgrund einer Verwechslung getötet wurden. Die Polizei ermittelt noch.

„Wir sind über diese Tragödie sehr erschüttert“, sagte Pastor José Luís Jiménez, Vorsteher der nordmexikanischen Mission der Adventisten und Dienstvorgesetzte des ermordeten Geistlichen. „Es ist das erste Mal, dass hier in der Gegend ein Pastor oder ein Mitglied unserer Kirche auf solch tragische Weise umkam. Pastor Cortez hatte erst vor sieben Jahren seinen Dienst begonnen und leistete eine hervorragende Arbeit in den ihm anvertrauten insgesamt 700 Mitglieder umfassenden Kirchengemeinden, betonte Jiménez anlässlich der Beerdigung seines Mitarbeiters, die am 21. Mai in Mexiko City stattfand. Der Ermordete hinterlässt seine schwangere Frau und einen dreijährigen Sohn.

Javier Zavala leitete ehrenamtlich die Diakonieabteilung der Adventgemeinde in Zaragoza, die für die soziale und seelsorgerliche Betreuung ihrer Mitglieder verantwortlich ist, und arbeitete eng mit seinem Pastor zusammen. Die Beerdigung fand am 20. Mai in seiner Heimat Zacatecas statt. Er hinterlässt Ehefrau Laura Lares.

Vorsteher Jiménez macht sich Sorgen um die Sicherheit seiner weiteren 17 Pastoren sowie um die Gemeindeleiter und Diakone in Nordmexiko. Mit anderen Leitungskräften der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten werde darüber beraten, welche vorbeugenden Maßnahmen dazu beitragen könnten, eine ähnliche Tragödie zu vermeiden. „Eines wissen wir: Die Arbeit für Gott und seine Sache geht weiter – in guten wie in schlechten Zeiten“, meinte Jiménez.

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Gedenktafel für ersten adventistischen Missionar in Spanien

Baeza/Spanien, 22.06.2010/APD   Vertreter der spanischen Stadt Baeza in der andalusischen Provinz Jaén haben den ersten adventistischen Missionar in Spanien geehrt, der zu Beginn des Ersten Weltkrieges den Märtyrertod erlitt und dessen Grab später geschändet wurde. 1914 starb der aus den USA entsandte Pastor Walter Guy Bond im Alter von 35 Jahren an einer Vergiftung, weil er, wie damals verlautete, die adventistische Lehre verkündigt habe. Eine Gedenktafel mit Bonds Namen wurde in einem feierlichen Akt an der Ehrenmauer für all jene angebracht, die ihr Leben bei der Verteidigung ihrer Überzeugung sowie des Friedens, der Freiheit und der Demokratie ließen.

Die Zeremonie leiteten Bürgermeisterin D. Leocadio Marin und ein weiterer Vertreter der Stadt Baeza. Seitens der Freikirche nahmen der Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Spanien, Pastor Jesús Calvo Manso (Madrid), der Direktor des Historischen Archivs der spanischen Adventisten, Pastor Andrés Tejel, sowie weitere Geistliche und Mitglieder der Freikirche teil. Die Gedenktafel enthüllte Pastor Roberto Badenas, Abteilungsdirektor für Bildung und Familie der adventistischen Euro-Afrika Kirchenleitung mit Sitz in Bern.

Walter Guy Bond, 1879 in Kalifornien geboren, schloss 1899 sein Theologiestudium am adventistischen Healdsburg College im Norden Kaliforniens ab. Nach seiner Heirat mit Leola Gerow wurden er und sein Bruder Frank als erste Missionare der Freikirche nach Spanien entsandt, wo das Ehepaar und der Bruder am 22. Juni 1903 in Barcelona eintrafen. Nach Gründung einer kleinen Gemeinde wurde Bond 1905 zum Leiter der Adventmission in Spanien ernannt. Einer der ersten Gläubigen war Lope San Nicolas, der als Laienmissionar wirkte und später in der Stadt Baeza, etwa 750 Kilometer südwestlich von Barcelona, tätig war. Nicolas lud Walter Bond ein, dort Bibelvorträge zu halten.

Am 13. Oktober 1914 traf der Missionar in Baeza ein. Am 1. November erhielt sein Bruder Frank die telegrafische Mitteilung, dass Walter im Sterben liege. Frank und Leola reisten nach Baeza, wo Walter am 12. November im Alter von 35 Jahren starb. Der Arzt teilte dessen Ehefrau Leola mit, dass ihr Mann vergiftet worden sei. Walter soll noch auf seinem Sterbebett geäußert haben: „Ich vergebe meinen Mördern“. Der Missionar wurde auf dem Friedhof von Baeza bestattet. Seine schwangere Ehefrau verließ mit ihren drei Kindern am 6. Januar 1915 Spanien und kehrte in die USA zurück.

Zwischen 1943 und 1945 wurde das Grab von Bond geschändet und seine Gebeine entfernt. Laut dem Präsidenten der spanischen Adventisten, Pastor Manos, sei es zu dieser Zeit in Spanien üblich gewesen, die Gräber von „Staatsfeinden“, wozu Demokraten, Republikaner und auch Nichtkatholiken gehörten, zu zerstören, um ein weiteres Gedenken an sie zu verhindern. In den letzten Jahren habe die Stadtverwaltung von Baeza die Ehrenmauer errichtet, um an jene zu erinnern, die sich gegen das totalitäre Regime wandten oder die als „Schande“ für Spanien angesehen worden seien.

In Spanien gibt es heute 15.070 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 105 Gemeinden, die von 62 Pastoren betreut werden. Die dortige Freikirche unterhält ein Theologisches Seminar, ein Gymnasium, eine Mittelschule, vier Grundschulen, ein Gesundkostwerk, ein Altenheim, ein Verlagshaus, ein Medienzentrum mit Fernseh- und Radiostudios sowie eine Rundfunk- und TV-Station in Valencia.

1992 hatte der Staat ein Abkommen mit der Föderation Evangelischer Glaubensgemeinschaften (FEREDE) geschlossen, das eine Gleichbehandlung mit der römisch-katholischen Kirche vorsieht, das jedoch nur zögerlich umgesetzt werde, wie Protestanten wiederholt bemängelten. Zur FEREDE gehören unter anderem die Evangelische Kirche Spaniens, Pfingst- und Täufergemeinden, die Siebenten-Tags-Adventisten sowie weitere Freikirchen.

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Chinesische Gast-Delegation bei adventistischer Weltsynode 2010

Silver Spring, Maryland/USA, 21.06.2010/APD   Zur 59. Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die vom 23. Juni bis 3. Juli in Atlanta, Georgia/USA, tagt, wird auch eine Gast-Delegation aus der Volksrepublik China erwartet. Dazu gehören Pfarrer Shen Xuebin, Vorsitzender des Schanghaier Komitees der „Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung der Protestantischen Kirche“ (TSPM), Pfarrer Wang Jun, Vorsitzender des Komitees der TSPM der Provinz Shaanxi im Herzen Chinas und Präsident des dortigen „Chinesischen Christenrates“ (CCC), Pfarrer Zhu Zhiming, Vizepräsident des CCC in der bezirksfreien Stadt Wuxi im Osten der Volksrepublik, und Frau Shi Mei-Ying von der Abteilung für Überseebeziehungen der TSPM und des CCC. Außerdem nimmt an der Weltsynode Pastor James Sze Fai Wu (Hongkong), Präsident der China-Mission der Siebenten-Tags-Adventisten, teil.

Die Adventisten sind in der Volksrepublik China eine wachsende Religionsgemeinschaft mit fast 400.000 Gläubigen in rund 4.000 Gemeinden einschließlich sogenannter „Hauskirchen“. 1958 übernahm zwar die Patriotische Protestantische Drei-Selbst-Bewegung mit ihren Prinzipien Selbstunterhaltung, Selbstverwaltung und Selbstverbreitung für alle evangelischen Kirchen die Verantwortung, so dass die einzelnen Konfessionen ihre Eigenständigkeit verloren. Die chinesischen Adventisten feiern jedoch nicht wie andere Protestanten den Gottesdienst am Sonntag, sondern nach wie vor am Samstag, dem biblischen Sabbat, und behielten ihre Identität.

Mehr als Hälfte der adventistischen Geistlichen in China sind Frauen. So leitet unter anderem die Pastorin Hao Ya Jie (46) den 7.000 Mitglieder umfassenden Kirchenbezirk von Beigwan in Shenyang mit 117 Gemeinden.

Der 1980 gegründete Chinesische Christenrat (CCC) versteht sich als Dachorganisation und Dienstleistungseinrichtung für die Protestanten in der Volksrepublik einschließlich der drei evangelischen Denominationen die „Wahre Kirche Jesu“, die „Kleine Herde“ und die Siebenten-Tags-Adventisten, die sich nur partiell mit dem CCC verbunden fühlen. Diese drei Kirchen haben auch in der sogenannten „post-konfessionellen“ Einheitsphase weitgehend ihre theologische Unabhängigkeit bewahrt.

Als 1949 die Kommunisten die Macht ergriffen, gab es im Land 21.168 erwachsen getaufte Adventisten in 278 Gemeinden, die von 347 Geistlichen betreut wurden. Sie unterhielten 14 Krankenhäuser, 112 Grundschulen, zwei Verlagshäuser und ein theologisches Seminar. 1951 wurde die adventistische Kirchenleitung von den Behörden aufgelöst. Ihre Schulen, Krankenhäuser und Verlage wurden verstaatlicht.

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Weltweit 43,3 Millionen Menschen auf der Flucht

UNHCR-Weltflüchtlingsstatistik 2009: „Schlechtestes Jahr für freiwillige Rückkehr seit 20 Jahren“

Genf/Wien/Berlin, 21.06.2010/APD   Am gestrigen Weltflüchtlingstag fanden rund um den Erdball zahlreiche Aktivitäten statt. Der Tag stand in diesem Jahr unter dem Motto „Home“, was übersetzt sowohl „Heimat“ als auch „Zuhause“ bedeutet. Die UN-Vollversammlung hat diesen Tag ausgerufen, um den Menschen auf der Flucht zu gedenken. Gerade das humanitäre Drama in und um Kirgistan erinnert auf eindrückliche Weise daran, dass heute weltweit 43,3 Millionen Menschen auf der Flucht sind und Schutz suchen.

Die meisten Flüchtlinge, Binnenvertriebene, Asylsuchende und auch Staatenlose haben alles verloren und können aufgrund von Verfolgung oder Gewalt nur sehr selten wieder in ihr „Zuhause“ zurückkehren, so das UN-Flüchtlingskommissariat mit Hauptsitz in Genf.

Wie aus dem soeben veröffentlichten Jahresbericht „Global Trends“ des UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) hervorgeht, waren 2009 weltweit 43,3 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Konflikten und Verfolgung. Das ist die höchste Zahl seit Mitte der 1990er Jahre. Gleichzeitig fiel die Zahl der Flüchtlinge, die freiwillig nach Hause zurückkehrten, auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren.

Der Bericht zeigt, dass sich die Zahl der Flüchtlinge, die außerhalb der Grenzen ihres Heimatlandes leben, mit 15,2 Millionen gegenüber dem Vorjahr kaum geändert hat. Zwei Drittel fallen unter das Mandat des UNHCR, ein Drittel in den Zuständigkeitsbereich des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA).

Aufgrund dauerhafter Konflikte leben mehr als die Hälfte der Flüchtlinge unter dem UNHCR-Mandat seit fünf Jahren oder länger im Exil ohne Aussicht auf eine rasche Lösung ihrer Probleme.

„Die großen Konflikte in Afghanistan, Somalia oder der Demokratischen Republik Kongo sind weit davon entfernt, gelöst zu werden“, so UN-Flüchtlingshochkommissar Antonio Guterres: „Krisen, die beendet oder sich zu stabilisieren schienen, wie im Irak oder Sudan, dauern an. Folglich war das vergangene Jahr schlecht für eine freiwillige Rückkehr. Es war hierfür sogar das schlechteste seit 20 Jahren.“

Laut dem UNHCR-Bericht kehrten im vergangenen Jahr lediglich 251.000 Flüchtlinge wieder in ihre Heimat zurück. Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt von einer Million Menschen pro Jahr ist dies der niedrigste Wert seit 1990.

„Eine Mehrheit der Flüchtlinge – rund 5,5 Millionen – ist seit fünf oder mehr Jahren auf der Flucht. Ihre Zahl wird unvermeidlich steigen, wenn weniger Menschen nach Hause zurückkehren können“, fügte Guterres hinzu.

27 Millionen Binnenflüchtlinge

Die Zahl der Binnenvertriebenen, die aufgrund von Konflikten innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht sind, stieg bis Ende des Jahres 2009 um vier Prozent auf 27,1 Millionen. Ausschlaggebend hierfür sind vor allem die andauernden gewalttätigen Konflikte in der Demokratischen Republik Kongo, in Pakistan und Somalia.

Zudem hebt der aktuelle Bericht hervor, dass immer mehr Flüchtlinge in Städten, vor allem in den Entwicklungsländern, leben.

Zahl der Asylerstanträge gestiegen

Die Anzahl der weltweit gestellten Asylerstanträge stieg im vergangenen Jahr auf fast eine Million. Die meisten Asylsuchenden zählte dabei Südafrika (222.000). In Europa waren es insgesamt 286.700, 86 Prozent davon in den Staaten der Europäischen Union.

Das UNHCR schützt und unterstützt nicht nur Flüchtlinge, sondern sucht auch nach dauerhaften Lösungen für ihre Probleme. Anhaltende und sich verschärfende Konflikte machten jedoch die von Aufnahmestaaten und Flüchtlingen gleichermaßen bevorzugte freiwillige Rückkehr immer schwieriger, heißt es von Seiten des Flüchtlingshochkommissariats.

Eine Alternative, die Neuansiedlung von Flüchtlingen aus einem Erstzufluchtsland in einem Drittland, kommt nur für relativ wenige Flüchtlinge in Frage. Letztes Jahr hat UNHCR 128.000 Flüchtlinge dafür vorgeschlagen – die höchste Zahl seit 16 Jahren. 19 Aufnahmestaaten akzeptierten schließlich insgesamt 112.400 Flüchtlinge, darunter die USA (79.900), Kanada (12.500), Australien (11.100), Deutschland (2.100), Schweden (1.900) und Norwegen (1.400).

Die meisten dieser Flüchtlinge, die im letzten Jahr von einem Drittland aufgenommen wurden, stammten aus Myanmar (24.800), dem Irak (23.000), Bhutan (17.500), Somalia (5.500), Eritrea (2.500) und der Demokratischen Republik Kongo (2.500).

Der Bericht „Globale Trends“ bietet auch statistische Angaben zu weltweit insgesamt 6,6 Millionen Staatenlosen. Schätzungen zufolge soll ihre Zahl sogar bei mehr als zwölf Millionen liegen.

Weitere Informationen im Internet unter: www.unhcr.at und www.unhcr.org.

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50.000 Besucher zur Weltsynode der Adventisten in Atlanta erwartet

Silver Spring, Maryland/USA, 20.06.2005/APD   Unter dem Leitwort „Proclaiming God‘s Grace“ (Gottes Gnade verkündigen) findet vom 23. Juni bis 3. Juli 2010 in Atlanta, Georgia/USA, im Georgia World Congress Center samt dem Georgia Dome, einer Sportarena mit 71.250 Sitzplätzen, die 59. Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Siebenten-Tags-Adventisten statt. Während dieser Zeit befassen sich die 2.488 Delegierten mit der Arbeit, dem Auftrag und den Zukunftsplänen der weltweiten Kirche. Darüber hinaus werden sie auch Arbeits- und Rechenschaftsberichte prüfen, Verfassungsänderungen beschließen und die Verantwortungsträger der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) wählen. Die nur alle fünf Jahre stattfindende Weltsynode ist das oberste Entscheidungsgremium der evangelischen Freikirche. Die Delegierten tagen öffentlich und vertreten über 16 Millionen erwachsen getaufte Adventisten in 203 Ländern. An den beiden Wochenenden werden neben den Delegierten etwa 50.000 und während der Woche rund 20.000 Besucher erwartet.

Die letzte Generalkonferenz-Vollversammlung fand 2005 in St. Louis, Missouri/USA, statt. Die Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten hat ihren Sitz in Silver Spring, Maryland, in der Nähe der US-Hauptstadt Washington. Präsident ist der Norweger Dr. Jan Paulsen (75). Ihm zur Seite stehen als Generalsekretär der Ghanaer Matthew A. Bediako (68) und der Kanadier Robert E. Lemon als Schatzmeister. Zur Kirchenleitung gehören außerdem Vizepräsidenten, Abteilungsdirektoren und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Ländern.

Die Siebenten-Tags-Adventisten haben eine demokratisch-repräsentative Form der Kirchenverwaltung. Danach beruht die Autorität der Freikirche auf ihren Mitgliedern, die wiederum repräsentativen Gremien und Verantwortungsträgern die Verwaltung und Leitung der Kirche übertragen. Bei dieser Form der Kirchenverwaltung gilt die Ordination sämtlicher Geistlicher als gleichwertig. Die Adventisten sind eine weltweite Freikirche, wobei die Ortsgemeinden eines bestimmten geographischen Gebietes in einer „Vereinigung“ zusammengefasst sind. Die Vereinigungen unterstehen „Verbänden“, in anderen Ländern auch „Unionen“ genannt. Auf kontinentaler Ebene sind die Verbände in „Divisionen“ zusammengefasst, die als geographische Abteilungen zur Generalkonferenz gehören. Zur Zeit gliedert sich die weltweite Kirche mit ihren über 16 Millionen Mitgliedern und 25 Millionen Gottesdienstbesuchern aus 203 Ländern in eine Generalkonferenz, 13 Divisionen, 112 Verbände, 572 Vereinigungen und 65.961 Ortsgemeinden, die von 15.343 ordinierten Pastoren betreut werden.

Als die Generalkonferenz 1863 in Battle Creek, Michigan/USA, gegründet wurde, gehörten ihr sechs Vereinigungen mit 125 Gemeinden, 30 Pastoren und 3.500 Mitgliedern an, die alle in den Vereinigten Staaten lebten. Heute wohnen nur noch knapp sieben Prozent der weltweit über 16 Millionen Mitglieder in Nordamerika. Die meisten befinden sich in Afrika (5,7 Millionen) und Lateinamerika (5,3 Millionen), gefolgt von Asien (3,1 Millionen), Nordamerika (1,1 Millionen), Australien/Ozeanien (410.000) und Europa (400.000). Das hat auch Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Delegierten bei der Weltsynode in Atlanta. Von den 2.488 Abgeordneten kommen 578 aus Afrika, 687 aus Lateinamerika, 424 aus Asien, 270 aus Nordamerika, 113 aus Australien/Ozeanien und 416 aus Europa, deren Delegierte überproportional vertreten sind.

Nach einem Tag der geistlichen Besinnung wird die Generalkonferenz-Vollversammlung am Donnerstagnachmittag, dem 24. Juni, eröffnet. An vier Tagen gibt es ein gesondertes Programm für Frauen, die nicht zu den Delegierten gehören. Im Kongresszentrum von Atlanta stellen rund 600 adventistische Kirchenleitungen, Verlage, Hochschulen, Krankenhäuser, Organisationen und Sozialwerke ihre Aktivitäten vor. Vom 23. Juni bis 3. Juli findet im Sheraton Atlanta Hotel ein besonderes Jugendprogramm statt. Zum Rahmenprogramm gehört auch am 26. und 27. Juni ein Filmfestival im Rialto Center for the Arts an der Georgia State University. Alle Veranstaltungen, auch am Abend, in denen die weltweite Arbeit der Freikirche vorgestellt wird, sind allgemein zugänglich.

Wie bei vorangegangenen Weltsynoden werden auch in Atlanta Gäste aus anderen Kirchen und weltweiten Konfessionsfamilien erwartet. Auf der Gästeliste finden sich unter anderem Dr. Neville Callam, Generalsekretär des Baptistischen Weltbundes (BWA), Pastor Dr. George Freeman, Generalsekretär des Weltrates der Methodisten (WMC), Pfarrer Dr. Larry Miller, Generalsekretär der Mennonitischen Weltkonferenz (MWC), Pfarrer Dr. Setri Nyomi, Generalsekretär des bisherigen Reformierten Weltbundes (WARC), Dr. Geoff Tunnicliffe, Internationaler Direktor der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), Pfarrer John Nunes, Präsident von Lutheran World Relief (LWR), der internationalen Nothilfe- und Entwicklungsorganisation der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELKA) und der Lutherischen Kirche – Missouri Synode, sowie Pastor Claude Baty, Präsident des Protestantischen Bundes in Frankreich (FPF).
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Neuer UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit

Genf/Schweiz, 20.06.2010/APD   Der UN-Menschenrechtsrat, mit Sitz im schweizerischen Genf, hat am 18. Juni während seiner 14. Sitzung den deutschen Theologen, Philosophen und Historiker Heiner Bielefeldt (52) zum neuen Sonderberichtserstatter für Glaubens- und Gewissensfreiheit der Vereinten Nationen (UNO) ernannt. Er übernimmt das Amt ab August von der pakistanischen Juristin Asma Jahangir, die turnusgemäß ausscheidet.

Bielefeldt studierte Philosophie und katholische Theologie in Bonn und Tübingen (Examen 1981 und 1982) und Geschichtswissenschaften in Tübingen (Examen 1988). Nach seiner Wissenschaftslaufbahn an den Universitäten Tübingen, Mannheim, Heidelberg und Bielefeld, war er 2003 bis 2009 Direktor des vom deutschen Bundestag neu gegründeten Deutschen Instituts für Menschenrechte in Berlin. Als Leiter des Instituts hatte er sich unter anderem immer wieder mit der Islamkritik in Europa auseinandergesetzt und dabei auch vor Diffamierung und Ausgrenzung gewarnt.

Seit 2009 hat Bielfeldt den neu geschaffenen Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg inne. Seine Lehrtätigkeit erstreckt sich über die Disziplinen der Politischen Wissenschaft, der Philosophie, der Rechts- und der Geschichtswissenschaft.

Bielefeldt engagiert sich im Interreligiösen Dialog und ist Mitglied des Kuratoriums der Muslimischen Akademie in Deutschland sowie des Kuratoriums der Christlich-Islamischen Gesellschaft. Daneben ist Bielefeldt auch Mitglied der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des Politischen Denkens (DGEPD) sowie im Beirat der Zeitschrift für Menschenrechte (zfmr).

Die Freiheit von Menschen in der Wahl ihrer Religion und Weltanschauung gehört zu den grundlegenden Menschenrechten und Grundfreiheiten. Weil dieses Freiheitsrechte jedoch überall in der Welt verletzt wird, gehört der Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit zu den aktuell knapp 40 Sondermandaten des UN-Menschenrechtsrates. Die UN-Sonderberichterstatterinnen und Sonderberichterstatter sind unabhängige Expertinnen beziehungsweise Experten, die zu bestimmten Menschenrechtsthemen oder Ländern arbeiten. Ihre Ergebnisse dokumentieren sie in öffentlich zugänglichen Jahresberichten. Viele von ihnen nehmen während ihres Mandats auch individuelle Beschwerden an.

Die derzeitige Sonderberichterstatterin Asma Jahangir war von 1998 bis 2004 Sonderberichterstatterin der Vereinigten Nationen für extralegale Hinrichtungen. 2004 übernahm sie die Sonderberichterstattung für Glaubens- und Gewissensfreiheit.
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Jugendeinsatz im äthiopischen Kinderdorf "El Shadai"

Lentigny/Schweiz, 18.06.2010/APD   Ohne finanzielle Unterstützung der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz wäre es für das Kinderdorf „El Shadai“ in Wukro/Äthiopien schwierig, alle Bedürfnisse zu sichern. Der Beitrag von ADRA dient dem Kauf von Nahrungsmitteln, der Grundversorgung sowie für Kleidung und Bildung der 170 Waisen- und verlassenen Kinder. Da im Kinderdorf noch eine Küche und ein Speisesaal fehlen, werden die Mahlzeiten in einem Raum vorbereitet und die Kinder essen in ihren Schlafräumen. Eine Gruppe von rund zwanzig jungen Deutsch¬schweizern will deshalb Ende Juni bis Mitte Juli nach Wukro reisen, um ein Gebäude mit Küche und Speisesaal zu errichten. Zusätzlich soll ein Trinkwasserreservoir erstellt werden, das die Küche und die Waschräume versorgt, sowie eine Klärgrube zur Aufbereitung des Abwassers. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 70.000 Euro. Die jungen Schweizer sammeln Geld für das Projekt durch Sponsorenläufe und andere Aktivitäten.
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Präses der EKD-Synode setzt sich für christlichen Berliner Sender ein

Göring-Eckardt für Fortbestand von Radio Paradiso

Hannover, 17.06.2010/APD   Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Katrin Göring-Eckardt, hat sich für den Fortbestand des christlichen Berliner Senders Radio Paradiso ausgesprochen. „Ein Aus für Radio Paradiso ist nicht akzeptabel. Der Sender ist ein mutiges Projekt, das auf dem härtesten Radiomarkt in Europa wirtschaftlich erfolgreich tätig ist und christliche Werte vermittelt. Darüber hinaus gelingt es Radio Paradiso, einen Raum zu schaffen, in dem auch andere Sender überleben können, die nicht von großen Medienkonzernen abhängig sind. Warum hier über 60 Arbeitsplätze ohne Vorwarnung und ohne Not vernichtet werden sollen, ist unbegreiflich. Ich hoffe sehr, dass es eine andere Lösung geben kann.“

Der Medienrat der Medienanstalt Berlin Brandenburg (MABB) hatte im Mai 2010 entschieden, die Lizenz von Radio Paradiso auf den UKW-Hörfunkfrequenzen in Berlin und Brandenburg nicht zu verlängern. Die genaue Begründung für die Entscheidung will der Medienrat nach seiner Sitzung am 22. Juni in einem schriftlichen Bescheid mitteilen.

Hauptgesellschafter von Radio Paradiso sind die Evangelische Darlehnsgenossenschaft in Kiel und das Berliner Immanuel-Krankenhaus. Die EKD MEDIA GmbH, die ebenfalls Anteile hält, gehört zu 60 Prozent der EKD und zu 40 Prozent dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP).

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Gemeinsam im Kongo gegen Malaria

Lumbumbashi/Demokratische Republik Kongo, 17.05.2010/APD   Acht Glaubensgemeinschaften in der Demokratischen Republik Kongo haben ein Pilotprojekt zur Bekämpfung der Malaria im ganzen Land begonnen. Da Studien belegten, dass unter Moskitonetzen Schlafende sehr viel weniger von dieser Krankheit betroffen seien, solle hier angesetzt werden. Die unter anderem von Katholiken, Methodisten, Anglikanern, Siebenten-Tags-Adventisten und Muslimen gegründete Koalition Religiöser Organisationen für Gesundheit (CORSEA) will 60 Millionen Euro an Spenden zusammenbringen, um 2,5 Millionen Moskitonetze finanzieren zu können. Diese sollen kostenlos an arme Familien in ländlichen Gebieten verteilt werden, die nicht in der Lage seien, die Netze sich selbst zu kaufen. Sollte das Vorhaben erfolgreich sein, könnte es auch in anderen afrikanischen Staaten durchgeführt werden.

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Schweizer Kirchenbund wählt neuen Ratspräsidenten

Herisau/Schweiz, 16.06.2010/APD   Die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) wählte am 14. Juni Pfarrer Dr. Gottfried Wilhelm Locher (44) zum Ratspräsidenten für die Amtszeit 2011-2014. Er tritt die Nachfolge von Pfarrer Thomas Wipf an, der Ende 2010 nach zwölf Jahren Dienst zurücktritt.

Pfarrer Locher leitet seit 2006 das Institut für Ökumenische Studien der Universität Freiburg/Schweiz. Seit 2008 ist er auch Synodalrat der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn. Zuvor war Locher seit 2000 als Ökumenebeauftragter und von 2001-2005 als Leiter der Abteilung Außenbeziehungen im Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund tätig. Auf internationaler Ebene amtiert Locher seit 2004 als einer der Vizepräsidenten des Reformierten Weltbundes (RWB). Seine Amtszeit im RWB läuft in wenigen Tagen aus, da aus dem Zusammenschluss vom RWB und dem Reformierten Ökumenischen Rat (RÖR) bei einer vereinigenden Generalversammlung, die vom 18. bis 27. Juni in Grand Rapids (Michigan/USA) tagt, die neue „Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen“ (WRK) entstehen soll.

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund vertritt 26 reformierte Kirchen, einschließlich der Evangelisch-methodistischen Kirche, mit rund 2,4 Millionen Protestanten in der Eidgenossenschaft. Präsident und Rat des SEK sind Gesprächspartner der Bundesbehörden sowie nationaler säkularer und religiöser Organisationen. Auf internationaler Ebene vertreten sie die SEK-Mitgliedkirchen insbesondere im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), im Reformierten Weltbund (RWB), in der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE).

Die Abgeordnetenversammlung ist das Parlament (Legislative) des SEK. Sie tritt zwei Mal pro Jahr zusammen, im Juni als Gast einer Mitgliedskirche, im November in Bern. Die Mitgliedskirchen sind mit 70 Abgeordneten vertreten, die Diakonie- und die Frauenkonferenz stellen je zwei Delegierte mit Rede- und Antragsrecht.
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Sonderausgabe von "Zeichen der Zeit“ zur Fußballweltmeisterschaft

Bloemfontein/Südafrika, 15.06.2010/APD   Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft hat die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten eine Sonderausgabe der Zeitschrift „Signs of the Time“ (Zeichen der Zeit) in einer Auflage von 280.000 Exemplaren herausgegeben. Sie soll in Südafrika an Fußballfans aus aller Welt verteilt werden. Das englischsprachige Heft enthält Informationen über die Rolle des Fußballs in den 32 an der Weltmeisterschaft teilnehmenden Ländern. In der Mitte der Zeitschrift findet sich das komplette Programm aller Spiele, mit Daten, Spielorten und der Möglichkeit, die Ergebnisse einzutragen. Auf drei Seiten gibt es Fotos von 17 bekannten Nationalspielern. Am Ende der 32 Länderartikel wird für jedes Land die Adresse einer Website samt E-Mail-Anschrift angegeben, falls der Leser mit der adventistischen Kirche in seiner Heimat Kontakt aufnehmen möchte. Außerdem enthält die Zeitschrift auch neun Artikel zu Lebens- und Sinnfragen.

In Südafrika gibt es rund 90.000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 828 Gemeinden. Die dortige Freikirche unterhält eine Hochschule, fünf Gymnasien, 15 Grundschulen, drei Kliniken, 22 Senioreneinrichtungen, eine Altenpflegeschule und ein Verlagshaus.

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Ruandischer Ex-Pastor wegen Genozid zu lebenslanger Haft verurteilt

Mehrere Geistliche am Völkermord von 1994 beteiligt

Porvoo/Finnland, 14.06.2010/APD   Das finnische Gericht der Landschaft Ostuusimaain Porvoo hat am 11. Juni François (Francis) Bazaramba (59) wegen seiner Verwicklung in den Völkermord von 1994 in Ruanda zu lebenslanger Haft verurteilt. Der zur Volksgruppe der Hutu gehörende ehemalige Baptistenprediger kam 2003 als Flüchtling nach Finnland.

Bazaramba wurde 2007 festgenommen und das Verfahren gegen ihn im September 2009 eröffnet. Das Gericht hörte 68 Zeugen an, unter anderem bei Verhandlungen in Ruanda und Tansania. Der Verurteilte will nach Angaben seines Anwalts Ville Hoikkala Berufung gegen das Urteil einlegen. In seiner Heimat habe er im Jahr 1994 bewusst daran mitgewirkt, „die Tutsis in Ruanda als Bevölkerungsgruppe völlig oder teilweise zu vernichten“, heißt es in der Urteilsbegründung. Der Angeklagte bestritt vor Gericht jedoch alle Beschuldigungen. Von direkten Mordvorwürfen wurde er freigesprochen.

Beim Genozid in Ruanda wurden 1994 innerhalb von drei Monaten rund 800.000 Menschen getötet. Die meisten Opfer gehörten der Volksgruppe der Tutsi an, die Täter waren meist radikalisierte Hutus.

Finnland hat internationale Verträge unterzeichnet, nach denen es Fälle von Völkermord vor Gericht bringt, wenn ein Verdächtiger in Finnland lebt oder dort festgenommen wurde. Es war der erste derartige Prozess in dem skandinavischen Land.

Im Februar 2003 wurden der frühere Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten im Süden Ruandas und ehemalige Pastor, Elizaphan Ntakirutimana (80), sowie dessen Sohn Gérard (46), der als leitender Arzt am adventistischen Krankenhaus in Mugonero tätig war, wegen Beihilfe und Begünstigung zum Völkermord zu zehn Jahren Haft und der Mediziner wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu einer Freiheitsstrafe von 25 Jahren verurteilt. Elizaphan Ntakirutimana kam im Dezember 2006 nach zehnjähriger Gefängnisstrafe aus der Haft frei und starb im Januar 2007 im tansanischen Arusha.

Bereits im September 1998 erhielt ein römisch-katholischer Priester in Arusha/Tansania vier Jahre Haft wegen Völkermordes. Ihre Prozesse erwarten der frühere Rektor des katholischen Christ-Roi College, Hormisdas Nsengimana, und der ehemalige katholische Militärpfarrer Emmanuel Rukundo. Der frühere anglikanische Bischof der Diözese Shyogwe in der zentralruandischen Provinz Gitarama, Samuel Musyabimana, starb am 24. Januar 2003 im Gewahrsam des Internationalen Gerichtshofs der Vereinten Nationen zur Aufarbeitung des Völkermordes in Ruanda (ICTR), bevor sein Verfahren beginnen konnte.

Im Dezember 2006 verurteilte der Internationale Strafgerichtshof in Arusha den römisch-katholischen Priester Athanase Seromba wegen Verschwörung und möglicher Mittäterschaft zum Völkermord sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Ausrottung) zu fünfzehn Jahren Gefängnis. Pater Seromba floh 1997 unter falschem Namen nach Italien, wo er zwei Jahre lang als Priester tätig war. Er stellte sich nach seiner Enttarnung im Februar 2002 dem Strafgerichtshof für Ruanda. Die Berufungskammer des ICTR wandelte am 12. März 2008 die Strafe in lebenslange Haft um, da Beweise für eine aktive Teilnahme am Genozid vorlagen. Im Juni 2009 wurde Seromba vom ICTR dem Staat Benin übergeben, wo er im Gefängnis von Cotonou seine Strafe absitzen muss.

In Belgien wurden im Jahr 2001 die beiden ruandischen Benediktinerinnen Julienne Mukabutera und Consolata Mukangango zu zwölf beziehungsweise 15 Jahren Gefängnis wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt.

Den katholischen Priester Wenceslas Munyeshyaka verurteilte im November 2006 der Ruandische Militärgerichtshof wegen des Genozids an der Saint-Famille Kirche in Kigali in Abwesenheit zu lebenslanger Haft. Er wurde per internationalem Haftbefehl gesucht und 2007 in Frankreich festgenommen. Im November 2007 übergab das ICTR den Fall Munyeshyaka den französischen Justizbehörden zur Weiterbehandlung. Bis heute kam der Prozess nicht voran, was den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte veranlasste, der französischen Justiz Verschleppungstaktik vorzuwerfen. Der Priester ist heute in einer Pfarrei in Gisors im Nordwesten von Paris tätig.

Bereits 1998 wurden die katholischen Priester Jean Francois Kayiranga und Edouard Nkurikiye von einem Kriegsverbrechertribunal in Kibuye/Ruanda wegen Beteiligung am Völkermord zum Tode verurteilt.

Der Genozid in Ruanda entstand aus dem Jahrzehnte schwelenden Konflikt zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi. Als Auslöser für den Völkermord an der Tutsi-Minderheit gilt das Attentat auf den Hutu-Präsidenten Juvenal Habyarimana, dessen Flugzeug am 6. April 1994 beim Landeanflug auf Kigali von einer Rakete abgeschossen wurde. Radikale Hutu-Milizen lasteten den Mord der Tutsi-Minderheit an und riefen zur Vergeltung auf. Sie töteten innerhalb von drei Monaten mindestens 800.000 Tutsi und gemäßigte Hutu. Viele Opfer wurden mit Macheten in Stücke gehauen, andere bei lebendigem Leib in Kirchen verbrannt, in denen sie Zuflucht gesucht hatten. Ziel der Gräueltaten sei die Ausrottung der Tutsi gewesen, die etwa elf Prozent der ruandischen Bevölkerung ausmachten.

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"50 Jahre Denkarbeit der besonderen Art"

Jubiläum der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen

Berlin, 13.06.2010/APD   Mit einem Festgottesdienst in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin beging die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) am 12. Juni ihr 50-jähriges Jubiläum. In seiner Predigt sprach Landesbischof Ulrich Fischer (Karlsruhe), der auch dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehört, von „50 Jahre Denkarbeit der besonderen Art“. Viele Menschen seien es heute nicht mehr gewohnt, über den Glauben zu reden, da er als Privatsache gelte, über den nicht gesprochen werde. „Als ‚Kirche des Wortes‘ hat uns das weitgehend die Sprache verschlagen.“ Doch wer Erfahrungen mit dem Glauben gemacht habe, dürfe nicht stumm bleiben. Hier sei die „Kunst der Antwort“ gefragt, welche die EZW seit 50 Jahren beherrsche, denn Fragende wollten sachkundige Antworten zum Glauben. Bei der Apologetik gehe es nicht um Selbstverteidigung, noch um die Darlegung der eigenen Argumente. Es gelte, zum Glauben einzuladen und über die Hoffnung zu sprechen, die Christen hätten.

Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) ist die zentrale wissenschaftliche Studien-, Dokumentations-, Auskunfts- und Beratungsstelle der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für die religiösen und weltanschaulichen Strömungen der Gegenwart. Sie hat den Auftrag, die Zeitströmungen sowie den Wandlungsprozess der religiösen Landschaft zu erforschen, zu beobachten und zu beurteilen.

Sie informiert unter anderem über Lehre und Praxis neuer Propheten und „Gurus“, über esoterische Religiosität und christliche Sondergemeinschaften, über östliche Spiritualität im Westen und die Präsenz nicht-christlicher Religionen, über atheistische Religionskritik und humanistische Bewegungen in Deutschland und darüber hinaus.

Dabei zielt die Tätigkeit der EZW auf religiöse Aufklärung im doppelten Sinn: als Aufklärung über den fremden und den eigenen Glauben. Das heißt: Die EZW beobachtet die religiösen und weltanschaulichen Strömungen der Zeit und fördert die Klärung theoretischer sowie praktischer Fragen, die sich für den christlichen Glauben daraus ergeben. Dahinter steht die Überzeugung, dass christlicher Glaube nicht hinter Mauern gelebt werden kann, sondern dass er stets des freien, offenen Austauschs und des Gesprächs mit der Zeit bedarf, um lebensfähig zu bleiben.

1960 gab der württembergische Kirchenrat Kurt Hutten den Anstoß zur Gründung der EZW in Stuttgart als Nachfolgeeinrichtung der von den Nationalsozialisten verbotenen, 1921 gegründeten „Apologetischen Centrale“. 1995 zog die Zentralstelle nach Berlin um. Leiter der EZW ist seit 1999 der Theologe Dr. Reinhard Hempelmann.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Hutten als württembergischer Pressepfarrer den „Materialdienst“ erstellt, eine Zeitschrift, die bis heute das wichtigste Sprachrohr des Instituts darstellt. Aus reformatorischer Perspektive wollte sich Hutten mit Sekten, anderen Religionen, okkulten Gemeinschaften und neureligiösen Bewegungen auseinandersetzen und über sie informieren. Weitere Informationen zur EZW sind im Internet unter: www.ekd.de/ezw zu finden.
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Norwegischer Botschafter bei adventistischer Weltkirchenleitung

Silver Spring, Maryland/USA, 11.06.2010/APD   Die internationale humanitäre Arbeit und die Geschlossenheit der Siebenten-Tags-Adventisten würdigte der norwegische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Wegger Christian Strommen, anlässlich eines Mittagessens im Verwaltungsgebäude der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) in Silver Spring, Maryland/USA. Begleitet wurde er von seiner Ehefrau Cecille Joergensen Strommen, einer lutherischen Pastorin.

„Die Adventisten haben einen sehr interessanten Weg gefunden, wie sie sich als Kirche weltweit organisieren“, sagte der Botschafter. Dadurch sei es möglich, Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen und Ländern miteinander zu vereinen. Die bemerkenswerte humanitäre Arbeit der Freikirche geschehe unabhängig davon, ob sie für positive Schlagzeilen in der Tagespresse sorge oder nicht. „Unsere Welt benötigt mehr religiös motivierte Anstrengungen, um ungute Verhältnisse zu verändern“, betonte Strommen.

Der ebenfalls aus Norwegen stammende Pastor Jan Paulsen, Präsident der adventistischen Weltkirchenleitung, dankte dem Botschafter und dessen Ehefrau für den Besuch. „Als Kirche setzen wir uns für den Frieden und die Einhaltung der Menschenrechte ein. Wir begrüßen es sehr, dass auch Norwegen bei Konflikten vermittelnd eingreift und sich für die armen Länder der Welt engagiert.“ Pastor John Graz, Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Generalkonferenz, hob hervor, dass in Norwegen die Evangelisch-Lutherische Kirche zwar immer noch Staatskirche sei, der norwegische Staat sich jedoch der Religionsfreiheit und den Menschenrechten verpflichtet wisse. In Norwegen gibt es 4.650 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 64 Gemeinden, die von 24 Pastoren betreut werden.
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Schulzentrum Marienhöhe Darmstadt soll Grundschule erhalten

Darmstadt, 10.05.2010/APD   Das Schulzentrum Marienhöhe Darmstadt der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit Gymnasium, Kolleg, Realschule und Internaten soll um eine Grundschule erweitert werden. Wie Schulleiter Gunter Stange mitteilte, sei ein entsprechender Antrag beim Schulamt eingereicht worden. „Da die Grundschule keine Neugründung ist, sondern an eine bestehende Schule eingegliedert wird, besteht die Chance, dass der Unterricht bereits im Herbst diesen Jahres beginnen kann.“ Mit der zweiten Jahrgangsstufe soll die neue Grundschule zunächst an den Start gehen. „Nach und nach werden auch die anderen drei Klassen angeboten.“

Gegenwärtig gebe es im Schulzentrum Unterricht von der fünften bis zur 13. Klasse, so Stange. Deshalb sei die Grundschule eine sinnvolle Ergänzung. Auch die zukünftige Leiterin stehe mit Renate Vogel bereits fest. Sie sei bereits in Wien an der Gründung einer privaten Grundschule beteiligt gewesen. Das Schulzentrum Marienhöhe hat zur Zeit rund 700 Schülerinnen und Schüler, die von 65 Lehrkräften unterrichtet werden.

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"Aufrichtiges Gespräch, respektvolles Handeln, bescheidenes Auftreten“

Jubiläumskonferenz „Edinburgh 2010“ endet mit Aufruf zur Mission

Edinburgh/Großbritannien, 09.06.2010/APD   Mission sei nicht Ausdruck einer Hyperaktivität von Kirchen, die sich im Kreis drehten, betonte der anglikanische Erzbischof von York, John Sentamu, im Schlussgottesdienst der Jubiläumskonferenz „Edinburgh 2010“. „Das prophetische Wort der Heiligen Schrift und der Heilige Geist machen uns lebendig, sodass wir nicht orientierungslos sind.“ Der Geistliche ermutigte die Versammelten, sich auf Gottes Mission an Orten einzulassen, „die wir nicht selbst auswählen, sondern an die Gott uns schickt“. Sentamu predigte am 6. Juni in Edinburgh in der historischen „Assembly Hall“ zum Gedenken an die Weltmissionskonferenz 1910, die vor hundert Jahren ebenfalls in der Halle stattfand.

Am Ende des Gottesdienstes wurde ein „Gemeinsamer Aufruf“ zur Mission verlesen, eine Sammlung zentraler Aussagen, welche die aus nahezu allen Konfessionsfamilien stammenden rund 300 Delegierten während der Jubiläumskonferenz vom 2. bis 6. Juni zusammengetragen hatten. „Im Vertrauen an den dreieinigen Gott und mit einem neuen Empfinden der Dringlichkeit sind wir aufgerufen, die gute Nachricht von der Erlösung, der Vergebung der Sünden, einem Leben in Fülle sowie der Befreiung der Armen und Unterdrückten zu leben und zu verkündigen“, heißt es in dem Aufruf, der deutlich machen möchte, welche Bedeutung Mission für die heutige Zeit habe. Dazu gehöre im Umgang mit Menschen anderen Glaubens und jenen ohne Glauben das „aufrichtige Gespräch, ein respektvolles Handeln und ein bescheidenes Auftreten“.

In der Erklärung werden christliche Gemeinden aufgefordert, „einfühlsam und heilend“ zu sein, damit sich auch Jugendliche in die Mission einbringen sowie Männer und Frauen in fairer Weise Verantwortung übernehmen könnten. Die Botschaft des Evangeliums ermutige dazu, Freundschaften zu schließen, Versöhnung zu stiften und Gastfreundschaft zu praktizieren. Jesus fordere auf, „alle Menschen zu Jüngern zu machen: Arme, Reiche, Ausgegrenzte, Ignorierte, Mächtige, Menschen mit Behinderungen, Junge und Alte“. Bis zur Wiederkunft Christi „zum Heil und zum Gericht“ gelte der Auftrag Gottes zur Mission, zu dem auch soziales Handeln gehöre.

An der Jubiläumskonferenz „Edinburgh 2010“ beteiligten sich unter dem Motto „Christus heute bezeugen“ Orthodoxe, Anglikaner, Lutheraner, Reformierte, Methodisten, Baptisten, Siebenten-Tags-Adventisten, römische Katholiken, Evangelikale, Pfingstler und Vertreter unabhängiger Freikirchen. Die Weltmissionskonferenz 1910 in Edinburgh gilt als Ausgangspunkt der Zusammenarbeit der Konfessionen. Teilnehmer waren damals vor allem westliche Missionsgesellschaften aus dem Protestantismus und der anglikanischen Kirche.

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"Advent-Schule“ in Heilbronn eröffnet

Heilbronn, 09.06.2010/APD   Mit der „Advent-Schule“ Heilbronn gibt es in Deutschland eine weitere Grundschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Da sich laut dem Vorsitzenden des Schulausschusses, Steffen Kaulfuß, der Genehmigungsprozess „hingezogen“ habe, sei es zur Eröffnung erst während des laufenden Schuljahres gekommen, sodass es gegenwärtig nur drei Erst- und einen Zweitklässler gebe. Dennoch fühlten sich die Kinder „pudelwohl“ und die Lehrerinnen ebenfalls.

Die Freikirche unterhält in der Bundesrepublik in Friedensau bei Magdeburg eine Theologische Hochschule mit den Fachbereichen Theologie und Christliches Sozialwesen, in Darmstadt das Schulzentrum „Marienhöhe“ (Gymnasium, Kolleg, Realschule und Internate), in Oranienburg-Friedrichsthal die „Freie Adventschule Oberhavel“ (Grundschule), in Solingen die „Andrews-Advent-Grundschule“, in Murrhardt (Rems-Murr-Kreis) die „Daniel-Schule“ (Grundschule), in Herbolzheim-Tutschfelden (Breisgau) die „Elisa-Schule“ (Grund- und Realschule), in Isny im Allgäu die „Josia-Schule“ (Grund- und Hauptschule mit Realschulzweig) und in München die „Immanuel-Schule“ (Grundschule).

Die Siebenten-Tags-Adventisten betreiben weltweit mit insgesamt 7.597 Schulen – von der Grundschule bis zur Universität – nach der römisch-katholischen Kirche das größte kirchliche Bildungswerk.

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Freikirchenleiter der Adventisten erörtern Maßnahmen bei sexueller Gewalt

Hannover, 08.06.2010/APD   „Sexueller Gewalt begegnen – Wir übernehmen Verantwortung!“ Unter diesem Motto diskutierten die Leitung des Norddeutschen Verbandes und die Vorsteher der regionalen Freikirchenleitungen der Siebenten-Tags-Adventisten in Nord- und Ostdeutschland mit dem externen Fachberater im Bereich „Identität und Sexualität“, Martin Wurster (Alzey). Laut dem Präsidenten des Norddeutschen Verbandes, Pastor Klaus van Treeck (Hannover), sei es um die Frage gegangen, welche vorbeugenden Schritte und Maßnahmen Führungskräfte der Freikirche zur Verhinderung von sexueller Gewalt unternehmen könnten.

Van Treeck erinnerte an den Beschluss des Ausschusses der Freikirche in Deutschland vom Dezember letzten Jahres, dass alle Haupt- und Ehrenamtlichen, die junge Menschen betreuten, die von der Freikirche herausgegebene Broschüre „Sexueller Gewalt begegnen“ ausgehändigt bekämen und einen Verhaltenskodex unterschreiben müssten. Zusätzlich werde von allen Pastoren und allen Angestellten mit Tätigkeiten im Kinder- und Jugendbereich ein polizeiliches Führungszeugnis eingefordert. Damit sei das Thema so präsent, dass es potentiellen Tätern künftig schwerer gemacht werde, sich an Kindern und Jugendlichen zu vergreifen.

„Die Führungskräfte sind sich einig“, informierte Pastor van Treeck, „Betroffenen externe Hilfe zu ermöglichen und ein finanzielles Budget dafür zur Verfügung zu stellen.“ Damit könne dem Opfer seelsorgerliche und therapeutische Unterstützung ermöglicht werden. In die „Arbeits- und Finanzrichtlinien“ der Freikirche sollten Handlungsoptionen aufgenommen werden, wie im Fall eines Missbrauchsvorwurfes zu verfahren sei.

Es sei damit zu rechnen, dass die „Ethik-Kommission des Norddeutschen Verbandes“ künftig häufiger hinsichtlich von Missbrauchsfällen angesprochen werde. „Deshalb soll auch die personelle Zusammensetzung des Gremiums überprüft werden“, kündigte der Freikirchenleiter an. Die Führungskräfte wollten darauf achten, dass Täter keinen Systemschutz erhielten, und ihre Gemeinden ermutigen, Tätern auch nach dem Strafvollzug wirksame kircheninterne Auflagen zum Schutz gegen sexuelle Gewalt aufzuerlegen. Alle Teilnehmer des Fachgesprächs hätten noch einmal den Grundsatz bekräftigt: „Opferschutz geht immer vor Täter- und Kirchenschutz.“

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Heilsarmee dehnt Arbeit auf 121 Länder aus

London/Großbritannien, 07.06.2010/APD   Die Heilsarmee arbeitet jetzt in 121 Ländern. Neu begonnen wurde die Arbeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), einer Föderation von sieben Emiraten im Südosten der Arabischen Halbinsel, gab das Internationale Hauptquartier der Freikirche in London bekannt.

Die Heilsarmee sei dabei, ihre Beziehungen mit Regierungsvertretern und Behörden der VAE aufzunehmen. Gleichzeitig soll mit der Bildung eines eigenen Beraterstabes die Voraussetzung dafür geschaffen werden, damit das Werk der Heilsarmee ein Teil des täglichen Lebens im Mittleren Osten werden könne, so das Heilsarmee-Hauptquartier.

Die internationale Bewegung der Heilsarmee, mit den Bereichen Sozialarbeit und christliche Verkündigung, begann vor rund zwei Jahren ihr Wirken in Kuwait. Heilsarmee-Leiter aus den USA gaben 2009 den Anstoß zur Ausdehnung der Tätigkeit in die VAE. Sie mieteten sichere Räume für regelmäßige Heilsarmee-Versammlungen in Sharjah und Abu Dhabi. Dank der Zusammenarbeit mit anderen christlichen Kirchen vor Ort gewinne die Heilsarmee immer mehr Anerkennung in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Auch die Siebenten-Tags-Adventisten versammeln sich in Mieträumlichkeiten an sechs verschiedenen Orten in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Erst kürzlich fand die Grundsteinlegung zum ersten adventistischen Gemeindezentrum im zu den VAE gehörenden Emirat Ras al-Khaymah statt. Pastor Victor Harewood, Präsident der Freikirche in Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten, hofft, dass das Bauwerk bis Ende des Jahres fertiggestellt ist.

Die VAE mit Abu Dhabi als Hauptstadt zählen rund sechs Millionen Einwohner, davon sind zirka 80 Prozent Ausländer. Der Islam ist Staatsreligion. Ansässige Ausländer können ihre Religion ungehindert praktizieren, missionarische Aktivitäten gegenüber Muslimen sind jedoch untersagt.

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Religionsfreiheit ist "Schlüssel für harmonisches Zusammenleben“ zwischen Christen und Muslimen

Papst stellt Synodendokument vor

Nikosia/Zypern 07.06.2010/APD   Zum Abschluss seiner dreitägigen Zypernreise hat Papst Benedikt XVI. am 6. Juni das Arbeitsdokument für die im kommenden Oktober in Rom stattfindende Bischofssynode über den Nahen Osten vorgestellt. Nach einer feierlichen Messe im Sportpalast von Nikosia mit etwa 5.000 Gläubigen teilte er das rund 40-seitige Dokument an die anwesenden Patriarchen und Bischöfe aus dem Nahen Osten aus.

Wie Kathpress berichtet, geht es in dem Synodenpapier um die Hilfe für die Christen im Nahen Osten, den interreligiösen Dialog mit Muslimen und Juden, den palästinensisch-israelischen Konflikt sowie die Ökumene mit den Ostkirchen.

Die römisch-katholische Kirche wolle die Christen in der Region in ihrer Identität „bestätigen und stärken“ heißt es im Arbeitspapier. Das von der Vorbereitungskommission für die Synode erstellte Dokument warnt vor einer weiteren Abwanderung der Christen aus dem Nahen Osten. Diese seien mit ihren 2.000-jährigen geistlichen und kulturellen Traditionen als „wesentlicher Teil dieser Region“ unverzichtbar. Die Kirche müsse die Christen in mehrheitlich muslimischen Gesellschaften verstärkt unterstützen, um ihre Existenz zu sichern.

Ein weiteres zentrales Anliegen der Bischofssynode ist das Gespräch mit dem Islam. „Der interreligiöse und interkulturelle Dialog zwischen Christen und Muslimen kann nicht auf ein ‚optionales Extra‘ beschränkt werden. Er ist eine vitale Notwendigkeit, von der im großen Maße unsere Zukunft abhängt“, zitieren die Leitlinien Papst Benedikt XVI. Die Beziehungen zwischen Muslimen und Christen gestalteten sich jedoch oft schwierig, weil jene nicht zwischen Religion und Politik unterschieden. Christen würden oft nicht als gleichberechtigte Bürger betrachtet.

Als „Schlüssel für ein harmonisches Zusammenleben“ zwischen den Gläubigen beider Religionen bezeichnet das Dokument die Anerkennung von Religionsfreiheit und Menschenrechten. Christen und Muslime müssten gemeinsam für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Menschenrechte eintreten.

Als „einen Hauptgrund“ für die Abwanderung von Christen aus der Region nennt das rund 40-seitige „Instrumentum Laboris“ das Desinteresse der internationalen Gemeinschaft gegenüber dem Schicksal dieser Gruppe. Zugleich fordern die Bischöfe die Christen im Nahen Osten auf, nicht in eine „Ghetto-Mentalität“ zu verfallen und sich nicht aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen.

Die Bischöfe rufen die Katholiken im Nahen Osten auf, für eine „positive Laizität“ und Demokratie sowie gegen theokratische Regierungsformen einzutreten. Die Rolle der Religion im öffentlichen Leben müsse anerkannt werden und gleichzeitig eine vollständige Trennung von religiösen und staatlichen Vorschriften gewährleistet sein. Ziel sei, eine größere Gleichheit zwischen den Bürgern verschiedener Religionen herzustellen.

Mit Blick auf die israelische Besetzung der Palästinensergebiete weist das Arbeitspapier auf Schwierigkeiten im Alltagsleben hin. Sie behindere die Bewegungsfreiheit, die Wirtschaft sowie das religiöse Leben. Zusätzlich erschwert würde die Situation durch einige fundamentalistische christliche Theologen, die sich auf die Bibel beriefen, um die israelische Besetzung zu rechtfertigen. Zugleich wenden sich die Autoren entschieden gegen jede Form von Antisemitismus.

Auch der ökumenische Dialog mit den Ostkirchen soll gestärkt werden. Die römisch-katholische Kirche wolle die Gemeinschaft mit den Kirchen eigenen Rechts „beleben“, um ein „eindrückliches, attraktives und freudiges Zeugnis“ christlichen Lebens im Nahen Osten zu geben, heißt es in dem Papier. Zudem weisen die Autoren darauf hin, dass die Abspaltung der nichtbyzantinischen Ostkirchen im 5. Jahrhundert vor allem „politisch-kulturelle“ Gründe gehabt hätte.

Neben Abwanderung, Geburtenrückgang und Zeitgeist machen die Leitlinien auch innerkirchliche Gründe für die schwierige Lage der Christen im Nahen Osten verantwortlich. Eine „mangelnde Einigkeit“ im Klerus sowie eine unzureichende Ausbildung von Priestern und Ordenleuten trügen ebenfalls zu dieser Krise bei, heißt es darin. Zudem sei das kontemplative Leben in der Mehrheit der Ordensniederlassungen „erkennbar abwesend“.

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Familien-Gesundheitsklinik in Tirana wieder eröffnet

Tirana/Albanien, 06.06.2010/APD   Dreizehn Jahre nach ihrer Verwüstung während der Unruhen im Jahr 1997 konnte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA die Familien-Gesundheitsklinik in der albanischen Hauptstadt Tirana wieder eröffnen. An der Feierlichkeit nahm auch Dr. Liri Berisha, die Frau des albanischen Ministerpräsidenten, teil. Spenden, vor allem aus Großbritannien, unter anderem von den Zuschauern des BBC-Frühstücksfernsehens, der asiatischen Gemeinde in Leicester und der Heilsarmee, ermöglichten die Sanierung des Gebäudes. Es enthält Behandlungsräume, eine gynäkologische Abteilung und einen Gesundheitsberatungsdienst.
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Synode der Herrnhuter Brüdergemeine nimmt albanische Kirche auf

Herrnhut, 06.06.2010/APD   Die in Herrnhut (Oberlausitz) tagende Synode der Europäisch-Festländischen Brüder-Unität hat die albanische Lutherisch-Brüderische Kirche in die Europäisch-Festländische Provinz der Brüder-Unität aufgenommen. Laut Pressesprecher Thomas Przyluski unterstütze die europäische Brüder-Unität bereits seit 17 Jahren die soziale, diakonische, humanitäre und evangelistische Arbeit in Albanien. Aufgrund der fehlenden staatlichen Anerkennung geschehe sie über die Stiftung „Fondacioni Kristian Humanitar“. Neben Gottesdiensten, Bibelstunden und religionspädagogischen Seminaren gebe es auch einen Kindergarten, Kleidersammlungen und Freizeittreffs. Die missionarisch-evangelistische Arbeit der Stiftung werde seit etwa zwei Jahren ohne eine eigene Rechtsform unter dem Begriff „Lutherisch-Brüderische Kirche“ getan. In dem Namen spiegeln sich die Beziehungen zur lutherischen Tradition, vor allem über Missionare aus Dänemark, die aus der Dänisch-Lutherischen Kirche kamen, und auch die Verbindung zur Brüder-Unität wider.

Die Europäisch-Festländische Brüder-Unität vereint Gemeinden und Werke in Deutsch¬land, den Niederlanden, der Schweiz, Dänemark, Schweden, Estland, Lettland und jetzt auch in Albanien. Die Brüder-Unität entstand Mitte des 15. Jahrhunderts aus der böhmischen Reformation.
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Neue Kirchenleitung der Europäisch-Festländischen Brüder-Unität

Herrnhut, 04.06.2010/APD   Die Synode der Europäisch-Festländischen Brüder-Unität, die vom 29. Mai bis zum 4. Juni in Herrnhut (Oberlausitz) tagte, hat am 3. Juni drei Mitglieder für die Kirchenleitung (Direktion) berufen. Gewählt wurden Christoph Reichel (Zeist/Niederlande), Michael Schmorrde (Herrnhut) und Johannes Welschen (Niesky).

Der 54-jährige Christoph Reichel ist Theologe und gehört der Direktion seit 2005 an. Er wurde in seinem Amt bestätigt. Neu gewählt wurden Michael Schmorrde (40) und Johannes Welschen (50). Schmorrde ist Jurist und arbeitete bisher in der Brüder-Unität als Referent für Rechtsfragen und Liegenschaften. Welschen war seit 2002 als Theologischer Vorstand der Diakonissenanstalt Emmaus in Niesky (Oberlausitz) tätig. Für die wieder und neu gewählten Direktionsmitglieder gilt eine sechsjährige Amtsdauer. Die beiden neuen Kirchenleiter folgen Birgit Hahn (Herrnhut) und Dr. Jørgen Bøytler(Christiansfeld/Dänemark) ins Amt, die zum 30. Juni und zum 31. Juli ausscheiden. Weiterhin gehört Pfarrer Frieder Vollprecht (Bad Boll) der Direktion an.

An der Herrnhuter Synode mit dem Schwerpunktthema „Die gesellschaftliche Relevanz der Brüdergemeine“ nahmen 83 Personen aus sieben europäischen Ländern als Delegierte der Gemeinden, Werke und Arbeitszweige der Brüder-Unität sowie rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freikirche teil

Die Brüder-Unität (Unitas Fratrum, Moravian Church) gliedert sich in 17 Provinzen, wie die selbständigen Kirchen der Brüdergemeine genannt werden. Die Gesamtmitgliederzahl der weltweiten Brüder-Unität beläuft sich auf etwa 825.000.

In Europa gibt es drei Provinzen: die Tschechische, die Britische und die Europäisch-Festländische. Die Europäisch-Festländische Brüder-Unität vereint Gemeinden und Werke in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Dänemark, Schweden, Estland und Lettland.

Die Brüder-Unität entstand Mitte des 15. Jahrhunderts aus der böhmischen Reformation. Anfang des 18. Jahrhunderts kam es in Herrnhut zur Neugründung unter Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. Bis heute gehören viele ihrer Mitglieder zugleich auch der evangelischen Kirche an. Die Brüder-Unität ist in der Bundesrepublik der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angegliedert und zugleich Gastmitglied in der Vereinigung evangelischer Freikirchen (VEF).

Die Evangelische Brüder-Unität hat verschiedene Namen: Brüder-Unität leitet sich vom lateinischen „Unitas Fratrum“ ab, dem Namen der Böhmischen Brüder, von denen die Herrnhuter Brüdergemeine abstammt. Herrnhuter Brüdergemeine weist auf den Ursprungsort Herrnhut in Sachsen hin. Unitas Fratrum war der ursprüngliche Name für die Brüder-Unität. Er ist heute die Bezeichnung für den Einheits-Dachverband der weltweiten Moravian Church. Moravian Church ist der englische Name, der ebenfalls auf den Ursprung in Böhmen und Mähren hinweist (Spanisch: lglesia Morava, Französisch: Eglise morave).

Bekannt ist die Brüder-Unität unter anderem für die Herausgabe der Herrnhuter „Losungen“, eines seit 1731 in ununterbrochener Folge erscheinenden Büchleins, das für jeden Tag des Jahres zwei Bibeltexte und einen Liedvers beziehungsweise Gebet enthält.
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Langjähriges ehrenamtliches Engagement in Stadtroda gewürdigt

Stadtroda, 03.06.2010/APD   Anlässlich des Jubiläums „700 Jahre Stadtrecht Stadtroda“ wurden in der thüringischen Kleinstadt 25 Bürger geehrt, die sich seit langer Zeit für die Allgemeinheit engagieren. Sie waren vom Stadtrat aus Vorschlägen von Vereinen und Verbänden ausgewählt worden. Eine Ehrenurkunde erhielt auch der Leiter der örtlichen Adventgemeinde, Andreas Walzik, für sein ehrenamtliches soziales Engagement in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Zur Adventgemeinde Stadtroda gehören rund 20 erwachsen getaufte Mitglieder.
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Vorsitzender der katholischen Türkischen Bischofskonferenz erstochen

Iskenderun u. Istanbul/Türkei, 03.06.2010/APD   Erzbischof Luigi Padovese (63), Vorsitzender der katholischen Türkischen Bischofskonferenz, ist in seinem Haus in Iskenderun erstochen worden. Bischof Padovese erlag seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus. Das meldete die halbamtliche Nachrichtenagentur Anadolu am 3. Juni. Nach Berichten des türkischen Nachrichtensenders NTV soll ein Fahrer Padovese ermordet haben. Padovese war seit 2008 Vorsitzender der türkischen Bischofskonferenz gewesen.

In den vergangenen Jahren hatte es bereits mehrfach Angriffe auf Christen in der mehrheitlich von Muslimen bewohnten Türkei gegeben. Zuletzt waren laut Austria Presse Agentur APA 2007 bei einem Überfall auf einen Verlag für christliche Schriften in der Stadt Malatya drei Menschen ermordet worden. Ein Jahr davor wurde ein italienischer Priester in der Stadt Trabzon erschossen.

Padovese, am 31. März 1947 geboren, trat 1965 der Ordensgemeinschaft der Kapuzer bei. Die Priesterweihe empfing er 1973. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 2004 zum Titularbischof von Monteverde und bestellte ihn zum Apostolischen Vikar von Anatolien. Die Bischofsweihe erhielt Padovese 2004 vom damaligen Apostolischen Nuntius der Türkei, Edmond Y. Farhat.

Die Türkische Bischofskonferenz ist das Versammlungsgremium der katholischen Bischöfe in der Türkei. Sie ist Mitglied im Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und Gastmitglied der südosteuropäischen Bischofskonferenzen. Für den türkischen Staat ist die Türkische Bischofskonferenz „de jure“ nicht existent. Die römisch-katholische Kirche in der Türkei hat rund 15.000 Mitglieder.
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1.000 Häuser sollen obdachlose Familien in Haiti vor Regen schützen

Weiterstadt bei Darmstadt, 02.06.2010/APD   Auch vier Monate nach dem Erdbeben in Haiti sei die Lage vor Ort immer noch angespannt, berichtete Heinz-Hartmut Wilfert (Weiterstadt bei Darmstadt), Pressesprecher der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland. Tausende obdachlose Menschen benötigten für die bevorstehende Regenzeit eine feste Unterkunft. ADRA Deutschland finanziere den Bau von Übergangsunterkünften, die gemeinsam mit den Betroffenen errichtet würden.

Mit einem zwei Millionen Euro-Projekt unterstütze ADRA die Bevölkerung der haitischen Küstenstadt Petit Goâve beim Bau von 1.000 Holzhäusern. Die Übergangsunterkünfte sollten den Menschen helfen, die Zeit des Wiederaufbaus zu überbrücken. Gegenwärtig würden im Ausland Baumaterialien gekauft und vor Ort gebracht, denn in Haiti seien weder Bauholz noch ausreichend Werkzeug vorhanden, so Wilfert. Gleichzeitig liefen auf Hunderten von Grundstücken der Betroffenen die Vorbereitungen, denn die Raumplanung und Infrastruktur sei mit einer Fülle von Verwaltungsvorgängen verbunden. Auch die Auswahl der Familien, die am dringlichsten auf eine feste Bleibe angewiesen seien, wäre eine sehr aufwendige Entscheidung und erfordere sorgfältige Planung und Zeit.

Die neuen Bewohner bauten ihre Unterkünfte selbst auf, teilte Wilfert mit. Die notwendigen Baumaterialien, Werkzeuge und ein Plan zum Aufbau des Hauses würden ihnen zur Verfügung gestellt. Außerdem besuchten sie eine praktische Schulung, bei der ein Modell-Haus errichtet werde. Absolventen des Trainings erhielten einen gewissen Geldbetrag, um eventuell benötigte Konstruktionsteile zu kaufen oder handwerkliche Tätigkeiten, wie elektrische Anschlüsse, in Auftrag zu geben. Dadurch würden die Menschen beschäftigt und identifizierten sich mit „ihrem“ Haus, das sie in einem gewissen Rahmen auch individuell gestalten könnten. Zudem erlernten sie bestimmte Fertigkeiten und Kenntnisse, die sich auch später nutzen und erweitern ließen. Einheimische Handwerker erhielten Aufträge und damit Arbeit. Durch Zukauf von Zubehör profitiere auch der Fachhandel. Laut Wilfert werde das Projekt von der Aktion „Aktion Deutschland Hilft“ und ADRA-Partnerorganisationen aus anderen Ländern gefördert.

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Adventisten beteiligen sich an Jubiläumsveranstaltung "Edinburgh 2010"

Washington D. C./Edinburgh, 01.06.2010/APD   Am hundertjährigen Jubiläum der Weltmissionskonferenz 1910 in Edinburgh, das vom 2. bis 6. Juni 2010 ebenfalls in Edinburgh/Schottland stattfindet, nehmen auch Vertreter der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten teil. 1910 trafen sich unter dem Motto „Evangelisation der Welt in dieser Generation“ 1.355 Delegierte von protestantischen Missionsgesellschaften aus Europa, Nordamerika und Asien, darunter 208 Frauen. Die Vertreter kamen damals fast ausschließlich aus westlich geprägten Ländern, nur 17 stammten aus der sogenannten Dritten Welt. Zur Abschlussveranstaltung am 6. Juni 2010 werden in der historischen Assembly Hall in Edinburgh etwa 1.200 Besucher erwartet. Die Predigt hält der erste aus Afrika stammende anglikanische Erzbischof von York, John Sentamo. Er ist der erste Erzbischof in England mit einem Migrationshintergrund. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass sich die Zusammensetzung der weltweiten Christenheit seit 1910 verändert hat.

Unter den 180 Delegierten der Kirchen und weltweiten christlichen Gemeinschaften sowie 70 Fachleuten, die zur Jubiläumstagung in Edinburgh erwartet werden, befinden sich Pastor Cheryl D. Doss (Berrien Springs, Michigan/USA), Direktor des Instituts für Weltmission der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, und John K. McVay (College Place, Washington/USA), Professor für Neues Testament und Rektor der adventistischen Walla Walla Universität. Pastor A. Ganoune Diop (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor der Studienzentren für Globale Mission der adventistischen Weltkirchenleitung und Mitglied des Vorbereitungsausschusses von „Edinburgh 2010“, nimmt während der Jubiläumskonferenz die stellvertretende Leitung der Studiengruppe „Beweggründe zur Mission“ wahr.

Wie der Vorsitzende der Jubiläumsveranstaltung in Edinburgh, Pfarrer Andrew Anderson, betonte, seien die Adventisten deswegen eingeladen worden, „weil erkannt wurde, dass adventistische Missionare einen sehr bedeutsamen Beitrag zur weltweiten Mission leisten“. Die Adventisten könnten in die Konferenz ihre Erfahrungen über den Einfluss der weltweiten Mission auf ihre eigene Bewegung einbringen, die dadurch eine aus einer Vielzahl von Nationalitäten, Rassen und Sprachen bestehende universale Kirche geworden sei. „Die adventistische Sicht über die künftige Gestalt der Mission kann besonders hilfreich für Edinburgh 2010 sein.“

Die adventistische Kirche habe „hohe Achtung vor anderen Christen, die sich ebenfalls darum bemühen, Gottes Liebe mit der Welt zu teilen“, sagte Pastor Gary D. Krause (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor der Adventmission der adventistischen Generalkonferenz. „Es ist ein Vorrecht, mit unserem charakteristischen Ansatz zum Programm dieser historischen Missionstagung beitragen zu können und mitzuhelfen, den uns von Gott gegebenen Auftrag stärker hervorzuheben.“

Das Jubiläum in Edinburgh steht unter dem Leitwort „Christus heute bezeugen“. Es sollen laut den Veranstaltern insbesondere drei Akzente gesetzt werden: Dankbarkeit für Gottes Wirken im zurückliegenden Jahrhundert, Bitte um Vergebung für Irrwege der Christenheit und erneute Selbstverpflichtung für eine missionarische Ausrichtung der Kirchen. In neun Studiengruppen werden die Themen „Die Stunde der Ortsgemeinde“, „Was ist Mission?“, „Beweggründe zur Mission“, „Mission und Macht“, „Christliche Mission inmitten anderer Religionen“, „Herausforderung der Mission: die Postmoderne“, „Theologische Ausbildung und Bildungsarbeit für Mission“, „Mission und Einheit“ und „Kirche sein in missionarischer Sendung“ erörtert. Diop, der als Theologe den Zusammenhang von Theologie und Mission betont, äußerte: „Ich bin dankbar, Teilnehmer einer Veranstaltung zu sein, die nach Wegen sucht, um unseren Zeitgenossen Christus darzustellen.“

An der Weltmissionskonferenz 1910 in Edinburgh nahmen damals drei Siebenten-Tags-Adventisten teil. Es waren Missionsdirektor Ludwig Richard Conradi von der Europäischen Adventmission und zwei leitende Vertreter der Nordamerikanischen Adventmission. Conradi war gleichzeitig Vizepräsident der Generalkonferenz und Präsident der europäischen Adventisten.

„Sie hatten großes Interesse an der Mission“, sagte der inzwischen im Ruhestand lebende adventistische Theologe John L. Dybdahl, der als Vorgänger von Diop die Adventisten im Vorbereitungsausschuss „Edinburgh 2010“ vertrat. „Jetzt, einhundert Jahre später, wurden wir gebeten, uns an der Planung und Durchführung der Jubiläumsveranstaltung zu beteiligen, da wir als wichtiger Teil der internationalen christlichen Mission wahrgenommen werden.“

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