Silver Spring, Maryland/USA, 08.08.2010/APD   Am Verwaltungssitz der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, ist zum 1. August die Vier-Tage-Arbeitswoche eingeführt worden. Während einer Mitarbeiterbesprechung sagte Ted Wilson, der neu gewählte Präsident der Weltkirchenleitung, dass die Änderung nicht aus finanziellen Überlegungen eingeführt worden sei. Vielmehr gehe es darum, den Angestellten entgegenzukommen und ihre Arbeitsproduktivität zu fördern.

Die Einführung der Vier-Tage-Arbeitswoche liegt bei den regionalen Verwaltungsbüros der Freikirche in den USA zunehmend im Trend. Sie sind von Montag bis Donnerstag zehn Stunden geöffnet und bleiben am Freitag geschlossen.

„Bei uns klappt es“, berichtete Raj Attiken, Präsident der Freikirche in Ohio, die vor eineinhalb Jahren die Viertagewoche einführte. Die Kirchenverwaltung in Columbia hatte sich noch eher dafür entschieden. Wie Attiken mitteilte, ermöglichten es die modernen Kommunikationstechniken den Angestellten, ihre Arbeit auch von zu Hause oder auf Reisen zu erledigen. Er verwies auf Untersuchungen, die zeigten, dass die Arbeitsproduktivität mit längeren Arbeitstagen, aber kürzeren Arbeitswochen steige, und stellte fest: „Ich habe keinerlei negative Rückmeldungen von Kirchenmitgliedern erhalten.“ Seine Handynummer werde auf dem Telefonanrufbeantworter des Büros angegeben, sodass er erreichbar sei.

Die Vier-Tage-Arbeitswoche wird auch bereits in den US-Bundesstaaten Hawaii und Utah in wichtigen staatlichen Einrichtungen praktiziert. Laut „Time Magazin“ habe sich das Experiment in Utah nach zwölf Monaten als so erfolgreich erwiesen, dass ein neues Akronym entstanden sei: TGIT (thank God it’s Thursday – Gott sei Dank, es ist Donnerstag). Der Staat Utah habe festgestellt, dass die verkürzte Arbeitswoche den Energieverbrauch um 13 Prozent reduziere und die Angestellten sechs Millionen US-Dollar (4,6 Millionen Euro) an Benzinkosten sparten. Es überrasche nicht, dass 82 Prozent der Staatsangestellten in Utah weiterhin die Viertagewoche beibehalten wollten.

Die Einführung der Vier-Tage-Arbeitswoche war in den USA schon 1970 populär. Im Staat Nevada kehrte aber ein Drittel der Firmen bald wieder zur Fünftagewoche zurück, denn die Kunden wollten deren Dienstleistungen auch am Freitag beanspruchen. Hinzu kam, dass ein Zehn-Stunden-Tag nicht jedermanns Sache sei.

Am Verwaltungssitz der Weltkirchenleitung der Adventisten können die Angestellten auch weiterhin die Fünftagewoche wählen. Schon bisher bestand die Arbeitswoche lediglich aus viereinhalb Tagen. In den Verwaltungsbüros der Adventisten wird traditionellerweise von Montag bis Donnerstag länger gearbeitet und am Freitag nur bis zum Mittag. Der Freitagnachmittag ist frei, um sich auf den Sabbat, den wöchentlichen biblischen Ruhetag, vorbereiten zu können.
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