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Erstmals bundesweite Feier des ökumenischen Tags der Schöpfung

Frankfurt/Main, 31.08.2010/APD   Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) feiert erstmals am 3. September bundesweit den ökumenischen Tag der Schöpfung. Die Feier beginnt um 17 Uhr mit einem Gottesdienst in der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde Hl. Johannes der Täufer in Brühl bei Köln. Am Gottesdienst werden der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft sowie deren Geschäftsführerin, Dr. Elisabeth Dieckmann, und die orthodoxe Referentin der ACK, Marina Kiroudi, mitwirken.

Im Anschluss an den Gottesdienst folgt ein Festvortrag mit dem Vorsitzenden der ACK Deutschland, Landesbischof Professor Dr. Friedrich Weber, und ein Empfang der Stadt Brühl. Zu der Feier werden 200 bis 300 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet erwartet.

Der ökumenische Tag der Schöpfung soll künftig jedes Jahr am ersten Freitag im September mit einer bundesweiten Feier, jeweils an einem anderen Ort, stattfinden. In diesem Jahr fiel die Wahl auf die Stadt Brühl, da der Vertreter der orthodoxen Kirche im Vorstand der ACK, Erzpriester Radu Constantin Miron, hier seinen Sitz hat. Aus der orthodoxen Kirche kam der Impuls, einen ökumenischen Tag der Schöpfung zu begehen. Der damalige Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Dimitrios I., schlug 1989 vor, einmal im Jahr gemeinsam “zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung“. Die Mitgliedskirchen der ACK griffen diesen Vorschlag auf und verwirklichten ihn nach einem ausführlichen Beratungsprozess.

Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) gehören 17 Kirchen als Mitglieder an, drei Kirchen sind Gastmitglieder und vier Organisationen haben den Beobachterstatus. Die Geschäftsstelle der ACK, genannt “Ökumenische Centrale”, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.

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Neuseeland: Adventisten unterstützen Kampagne gegen exzessiven Alkoholmissbrauch

Auckland/Neuseeland, 30.08.2010/APD   Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterstützt in Neuseeland die nationalen Aktionsprogramme zur Alkoholprävention. Die Programme der Regierung zielen darauf ab, die traditionelle Trinkkultur, in der Alkohol fester Bestandteil des Alltags ist, zu einer alkoholpermissiven Kultur zu wandeln, in der Alkohol nur bei bestimmten Gelegenheiten konsumiert wird.

Neuseeland kennt den exzessiven Alkoholkonsum und hat ein massives Alkoholproblem. Von den 4,35 Millionen Einwohnern sind 700.000 starke Trinker. Bei der Hälfte aller Gewaltverbrechen ist Alkohol im Spiel. In den Nächten von Donnerstag bis Samstag sind bis zu 75 Prozent der Behandlungen in den Notfallstationen der Krankenhäuser alkoholbedingt. Ein Drittel der Verhaftungen steht im Zusammenhang mit Alkohol. Es gibt täglich bis zu 300 Delikte bei denen Alkohol eine Rolle spielt. 500 schwere oder tödliche Verkehrsunfälle sind auf Alkoholkonsum zurück zu führen. Pro Jahr gibt es in Neuseeland über 1.000 Alkoholtote, und mindestens 600 Kinder werden jährlich mit fetalen Alkoholschäden geboren.

Letztes Jahr wurde eine Gesetzeskommission beauftragt, einen Bericht zu verfassen, der die Auswirkungen des Alkoholskonsums auf die Gesellschaft deutlich macht. Der Vorsitzende, Sir Geoffrey Palmer, sagte bei der Präsentation, dass er keine Ahnung von dem Ausmaß der Alkoholproblematik in Neuseeland gehabt habe. Der Bericht schlage deshalb wesentliche Änderungen bezüglich der Erhältlichkeit von Alkohol, des Preises und der Werbung vor.

“Wir sind uns bewusst“, so Paul Rankin, Abteilungsleiter für Gesundheit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Neuseeland, “dass das Kabinett die Promillegrenze für Verkehrsteilnehmer diskutiert und hoffen sehr, dass es die zulässige Blutalkoholgrenze reduziert“.

Im Namen von über 16.000 erwachsen getauften Adventisten in Neuseeland, unterstrich Rankin: “Wir möchten recht verstanden werden, weshalb wir uns dazu äußern. Als Kirche haben wir schon lange eine klare Stellung hinsichtlich unserer Verantwortung für die Gesellschaft. Neuseeland hat jetzt eine Alkoholkrise. Alkohol ist eine Droge, die süchtig macht und die das Gehirn verändert. Unsere öffentliche Stellungnahme beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern wir es wirtschaftlichen Kreisen erlauben sollen, den exzessiven Alkoholkonsum zu fördern.“ Klärend fügte er an: “Als Kirche vertreten wir den Standpunkt der Alkoholabstinenz. Obwohl es nicht unsere Aufgabe ist, der Gesellschaft moralisches Verhalten vorzuschreiben, machen wir uns Sorge über diesen Bereich der öffentlichen Gesundheit.“

Die Empfehlungen der Gesetzeskommission, wie die alkoholbedingten Probleme einer Gesellschaft reduziert werden könnten, folgen den internationalen Erkenntnissen. Sie werden als die “5+ Lösung“ bezeichnet:

1. Erhöhung des Alkoholpreises.
2. Erhöhung der Altersgrenze für den Verkauf.
3. Erschwerung des Zugangs zu Alkohol.
4. Einschränkung der Vermarktung und Werbung für Alkohol.
5. Verstärkung der Maßnahmen gegen Alkohol am Steuer.
Plus: Erhöhung der Behandlungsangebote für schwer Alkoholkranke.

Die Adventisten, zusammen mit den Anglikanern und weiteren Kirchen in Neuseeland, haben zum exzessiven Alkoholkonsum und den damit verbundenen Schäden in der neuseeländischen Gesellschaft öffentlich Stellung bezogen und unterstützen gemeinsam den Regierungsansatz der “5+ Lösung“.

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Kampagne "Alkohol? Kenn dein Limit.“

Neues Angebot für Erwachsene mit interaktiven Tools und Tests, um den persönlichen Konsum zu bewerten

Köln, 26.08.2010/APD   Mit der Kampagne “Alkohol? Kenn dein Limit.“ will die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) über die Gefahren übermäßigen Alkoholkonsums informieren und Menschen zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol motivieren. Im Mittelpunkt der Erwachsenen-Kampagne steht die Internetseite http://www.kenn-dein-limit.de.

Dort gibt es zwei neue interaktive Angebote. Die sogenannte Alkohol-Bodymap zeigt leicht verständlich, welche Schäden durch zu viel Alkohol dem Körper zugefügt werden. Mit dem Online-Promillerechner erfahren Besucher der Internetseite, wie viel Gramm reiner Alkohol zu welcher Blutalkoholkonzentration (Promille) führt und welche Auswirkungen der Konsum von alkoholischen Getränken auf die Wahrnehmungsfähigkeit und die Gesundheit hat.

Außerdem stehen unter http://www.kenn-dein-limit.de konkrete Empfehlungen für einen risikoarmen Alkoholkonsum und praktische Hilfestellungen für die Reduzierung des Konsums. Mit einem Selbst-Test können Interessierte zudem ihren eigenen Umgang mit Alkohol überprüfen.

Insgesamt konsumieren rund 9,5 Millionen Deutsche zwischen 18 und 64 Jahren Alkohol in einer gesundheitlich riskanten Menge. Etwa 1,3 Millionen von ihnen sind alkoholabhängig, circa 74.000 Männer und Frauen sterben jedes Jahr an den Folgen ihres Alkoholkonsums. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit 9,9 Liter Alkohol pro Kopf und Jahr auf Platz fünf.

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Junge Freiwillige "weltwärts“ entsandt

Weiterstadt bei Darmstadt, 25.08.2010/APD   Das dritte Ausreiseseminar für junge Freiwillige, die am “weltwärts“-Programm teilnehmen, führte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland durch. Angesprochen wurden während des dreizehntägigen Seminars Themen wie Länderkunde, Flugvorbereitungen, Gesundheitsvorsorge, aber auch Leben und Arbeiten im Einsatzgebiet oder Schutz vor Infektionskrankheiten.

Zeitgleich hatten auch die vor kurzem zurückgekehrten Freiwilligen des vergangenen Entsendungsjahres ein Seminar zur Aufbereitung ihrer Erfahrungen bei ADRA. Innerhalb der einwöchigen Veranstaltung berichteten sie aus ihren Einsatzgebieten und gaben den zukünftigen Freiwilligen Tipps für den Aufenthalt im Ausland.

Angefangen hat alles mit sechs “weltwärts“-Freiwilligen, die ADRA Deutschland 2008 nach Mexiko entsandte. Mittlerweile sind es mehr als doppelt so viele junge Menschen, die jährlich mit ADRA zu einem freiwilligen sozialen Jahr ins Ausland reisen. Dort können sie zum Beispiel in Waisenheimen Kinder betreuen, unterrichten oder als medizinisches Personal ihr bereits erworbenes Wissen praktisch anwenden. Auch die Auswahl an Ausreiseländern ist innerhalb der letzten beiden Jahre gestiegen. Mittlerweile werden auch nach Tansania, Kenia, Costa Rica und in die Republik Moldau Freiwillige entsandt.

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Broschüre "Sexueller Gewalt begegnen“ jetzt auch in Englisch

Hannover, 24.08.2010/APD   Die vom Fachbeirat “Projekt gegen sexuelle Gewalt“ im Auftrag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland herausgegebene Broschüre “Sexueller Gewalt begegnen“ gibt es jetzt auch in englischer Übersetzung. Wie Pastor Martin Knoll (Hannover), Koordinator des Fachbeirates, erläuterte, sei die englische Ausgabe mit dem Titel “Facing Sexual Abuse“ für die englischsprachigen adventistischen Gemeinden in Deutschland, etwa die ghanaischen und internationalen Adventgemeinden, gedacht. “Facing Sexual Abuse“ war auch während der Weltsynode der Adventisten Ende Juni/Anfang Juli in Atlanta/USA vorgestellt worden. Eine Ausgabe der Broschüre für russischsprachige Adventisten in der Bundesrepublik sei laut Knoll in Vorbereitung.

Das 18-seitige Heft “Sexueller Gewalt begegnen“ beginnt nach einer Einführung in das Thema samt Begriffserklärung sowie Elementen, Formen und Folgen sexueller Gewalt. Kurz beschrieben wird die Vorgehensweise von Tätern, gefolgt von einem Bericht einer Betroffenen. Sieben mögliche Szenen sexueller Gewalt verdeutlichen die Thematik. Ein weiteres Kapitel befasst sich mit juristischen Aspekten des sexuellen Missbrauchs an Kindern. Anschließend gibt es Hinweise für das Verhalten in adventistischen Gemeinden und Gruppen gegenüber Betroffenen sowie möglichen Tätern und Täterinnen. Die Broschüre schließt mit weiterführenden Hinweisen und Adressen sowie dem “Verhaltenskodex zur Prävention sexueller Gewalt“ für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Das Heft ist in deutscher und englischer Sprache bei der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Hildesheimer Straße 426, 30519 Hannover, E-Mail: ndv@adventisten.de, erhältlich.

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Baptisten erstellen Rohbau für adventistische Kirche

McMinnville, Tennessee/USA, 20.08.2010/APD   Über 60 Baptisten haben in der Kleinstadt McMinnville im Landkreis Warren County des US-Bundesstaates Tennessee innerhalb von 14 Tagen den Rohbau einer Kirche der dortigen Siebenten-Tags-Adventisten erstellt. Sie waren Teil einer Gruppe von mehr als 400 Freiwilligen, die auch am “Bridges of Hope Fellowship“-Zentrum in McMinnville, einem Gemeindegründungsprojekt der Südlichen Baptisten, bauten.

Von einem Fernsehjournalisten befragt, warum er aus Georgia angereist sei, um für eine andere Konfession eine Kirche zu bauen, erklärte der Rentner Don Hensley: “Wir sind Christen, wir lieben Christus und wir möchten auch anderen helfen, damit sie die Möglichkeit haben, Gottesdienst in eigenen Räumlichkeiten zu feiern.“ Carolyn Williams, Leiterin der adventistischen Gemeinde in McMinnville, berichtete: “Wir sahen, wie unsere Kirche von Tag zu Tag wuchs. Ich schätze die Baptisten sehr.“ Pastor Harley P. Roth, Seelsorger der Gemeinde ergänzte: “Die baptistischen Freiwilligen arbeiteten fleißiger, als es vorher einige der bezahlten Handwerker taten. Die McMinnville Gemeinde der Siebenten-Tag-Adventisten erhielt viel mehr, als nur einen großen Schritt mit beim Bau ihrer Kirche voranzukommen. Sie lernte christliche Freunde kennen, mit denen sie sich durch Gottes Gnade bis in die Ewigkeit verbunden wissen kann.“

Die über 400 Freiwilligen wurden von der Initiative “Builders for Christ“ (Baumeister für Christus) der Mid-State Baptist Association in Macon, Georgia/USA, eingesetzt, um am Bau der beiden Gemeindezentren in McMinnville mitzuwirken. Manche der Freiwilligen waren Rentner, andere nahmen Urlaub oder schlossen ihr Geschäft, um beim Baueinsatz dabei zu sein. Die Reisekosten trugen die Teilnehmer selbst, für Unterkunft und Verpflegung sorgten Christen vor Ort. Die Arbeitszeit betrug elf bis zwölf Stunden täglich. Aus Achtung vor den Adventisten, die den Sabbat als biblischen Ruhetag feiern, fanden am Samstag keine Arbeiten an der adventistischen Kirche statt.

Die beiden Gemeindezentren sind für jeweils 350 Personen ausgelegt. Sie enthalten neben einem Gottesdienstsaal Räumlichkeiten für die Aktivitäten der Gemeinden. So will die “Bridges of Hope Fellowship”-Gemeinde ein Kirchencafé und eine Grundschule einrichten. Die Adventisten benötigen unter anderem Räume für Seminare, Kinder-, Pfadfinder- und Jugendgruppen. Sie unterhalten in McMinnville bereits die “Faulkner Springs Christian School“, eine Grund- und Mittelschule. Neben ihr entsteht die neue Kirche.

“Zwischen der Bridges of Hope Fellowship und unserer Gemeinde gibt es gute Kontakte“, erläuterte Pastor Roth. Zwar gebe es auch Unterschiede, doch beide Gemeinden wollten die frohe Botschaft von der Errettung des Menschen durch Jesus Christus verkündigen. Dazu gehöre für Baptisten und Adventisten auch, durch vielfältige Aktivitäten Menschen in Not zu helfen.

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Italiens Waldenserkirche berät über Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften

Rom/Italien, 22.08.2010/APD   Die Kirchenunion der Waldenser und Methodisten in Italien will sich während ihrer am 22. August beginnenden einwöchigen Synode mit der Frage der liturgische Segnungshandlung für gleichgeschlechtliche Paare befassen. Dieses Thema werde voraussichtlich im Zentrum der Synodeberatungen im norditalienischen Torre Pellice, sagte eine Sprecherin der Vereinigung Evangelischer Kirchen in Italien (FCEI).

Ziel sei, einheitliche Leitlinien für den Umgang mit Segnungswünschen homosexueller Paare zu schaffen. Bisher obliege es den einzelnen Pastoren von Fall zu Fall und in Rücksprache mit der Kirchenleitung angemessene Lösungen zu suchen. Die Sprecherin betonte zugleich, bei den Segnungen handle es sich nicht um Trauungen nach römisch-katholischem Verständnis.

Schon im Vorfeld hatte die Moderatorin des Leitungsgremiums der Waldenser, Maria Bonafede, auf die seelsorgliche Verantwortung gegenüber Homosexuellen hingewiesen. Die Frage der Offenheit für diese Personen sei bereits seit geraumer Zeit geklärt. Jetzt gehe es um die “Segnung der Verbindung von Menschen, die vor Gott und ihrer Glaubensgemeinschaft ihren Willen zu einem gemeinsamen Lebensweg bezeugen wollen”, so Bonafede. Das sei jedoch keineswegs gleichbedeutend mit einer Ehe. Diese werde von den protestantischen Kirchen ohnehin nicht als Sakrament angesehen.

Anfang April war in einer Waldenserkirche in Trapani die Lebensgemeinschaft einer aus Deutschland stammenden lutherischen Pfarrerin mit einer Partnerin gesegnet worden. Der für Italien beispiellose Vorgang erregte landesweit Aufmerksamkeit.

Auch damals stellte die Kirchenleitung klar, es handle sich nicht um eine Trauung. Zugleich verwies sie auf einen früheren Synodenbeschluss, demzufolge “die menschliche Liebesbeziehung, wenn sie in voller Wechselseitigkeit und Freiheit gelebt wird, von der Verheißung Gottes getragen” sei. Während der Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien (ELKI) vom Mai 2010 in Mai in Verona wurde dann ein Beschluss zu “Lebensgemeinschaften” gefasst, der besagt, dass alle Personen, ohne Diskriminierung jeglicher Art, das Recht haben, im Glauben begleitet zu werden. Besonders wird in dem Beschluss jedoch bekräftigt, dass sich gleichgeschlechtliche Paare in verbindlichen Lebensgemeinschaften in einem Gottesdienst segnen lassen können.

Die seit 2006 zur Vereinigung Evangelischer Kirchen in Italien als Beobachter zählende Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten lehnt hingegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften als eine Form nicht-ehelicher Lebensgemeinschaften ab. In Italien gibt es rund 10.000 Adventisten, darunter 8.760 erwachsen getaufte Mitglieder in 107 Kirchengemeinden.

Auch andere christliche Kirchen wie die römisch-katholische Kirche, alle östlich-orthodoxen Kirchen und alle altorientalischen Kirchen, haben entsprechende ablehnende Beschlüsse gefasst oder vertreten eine ablehnende Position.

Zur Vereinigung Evangelischer Kirchen in Italien (FCEI) gehören zehn Kirchen und Gemeinden. Ihre 65.000 Mitglieder, darunter Baptisten, Methodisten, Lutheraner und Waldenser, stellen etwa ein Fünftel aller Protestanten in Italien. Rund 80 Prozent der 60 Millionen Einwohner sind römisch-katholisch und etwa 0,5 Prozent evangelisch. 16 Prozent sind konfessionslos und 3,5 Prozent gehören anderen Kirchen beziehungsweise Religionen an.

Weltweit zählt die Waldenserkirche heute etwa 98.000 Mitglieder, davon allein 47.500 in Italien, wo sie seit 1979 mit den Methodisten eine gemeinsame Kirche bildet, die Chiesa Evangelica Valdese (englisch: Union of the Methodist and Waldensian Churches).
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ADRA versorgt Flutopfer in Pakistan mit medizinischer Hilfe

Silver Spring, Maryland/USA, 20.08.2010/APD   Die weltweite Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA baue eine Einsatzzentrale in Rawalpindi/Pakistan auf, teilte John Torres (Silver Spring, Maryland/USA), Mitarbeiter von ADRA International, mit. Ein ärztliches Team des adventistischen Krankenhauses in Karachi konzentriere die medizinische Hilfe ADRAs in der Stadt Nowshera im Norden Pakistans. Von dort aus werde später auch den Menschen in der Provinz Punjab geholfen. In Zusammenarbeit mit lokalen Behörden soll in Schulen, Ambulatorien und Gemeindezentren eine medizinische Grundversorgung aufgebaut werden. Dazu gehöre auch die Unterweisung in Hygienemaßnahmen, welche Erkrankung verschmutztes Wasser auslösen können und wie derartige Krankheiten zu behandeln sind. Nach Angaben von ADRA verteile das Team Medikamente und kümmere sich um Kinder und Erwachsene, die an Durchfall, Grippe, Malaria, Hautkrankheiten, Augeninfektionen und an Verletzungen leiden. Unterstützt werde das Team durch Mitarbeiter der adventistischen Zahnarztklinik in Peschawar.

“Das ist die größte Katastrophe in unserer Geschichte”, sagte Mian Iftikhar Hussain, der Informationsminister der Provinz Khyber Pakhtunkhwa im Norwesten Pakistans. Nach Angaben der pakistanischen Regierung seien bereits 1.475 Menschen gestorben und 15,4 Millionen von der Flut betroffen. “Die Ganze Infrastruktur, die wir in den letzten 50 Jahren aufgebaut haben, wurde zerstört”, teilte der Provinzsprecher für Katastrophenhilfe mit.

An der ADRA-Soforthilfe für Pakistan in Höhe von 102.000 US-Dollar (79.000 Euro) beteiligen sich neben ADRA International die ADRA-Landesorganisationen Australien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Großbritannien, Kanada, Österreich, Niederlande, Neuseeland, Portugal, Finnland und Südkorea.

ADRA Deutschland arbeitet mit dem Bündnis “Aktion Deutschland hilft” zusammen. Nach dessen Angaben sei die Verteilung von 4.000 Decken, 1.000 Hygienepakten sowie Planen und Wellblech zum Bau von Notunterkünften vorgesehen.

“Wir werden unsere Hilfe mit dem weltweiten ADRA Netzwerk koordinieren”, teilte Alexandre Gasser, Direktor von ADRA Schweiz, mit. “In einem ersten Schritt werden wir 20.000 Franken (15.000 Euro) als Soforthilfe zur Verfügung stellen.”
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Iran verurteilt sieben Bahá’í-Mitglieder zu langen Haftstrafen

Teheran/Iran, 19.08.2010/APD   Die iranische Justiz hat nach Angaben der Religionsgemeinschaft der Bahá’í sieben ihrer Mitglieder zu 20-jährigen Haftstrafen verurteilt. Die Behörden hätten die Anwälte der Verurteilten mündlich über die Strafe informiert, sagte eine Sprecherin der französischen Vertretung der Bahá’í in Paris. Die Anwälte der Verurteilten wollten jetzt Berufung einlegen, auch um Zugang zu den schriftlichen Urteilen zu bekommen.

Den sieben Führungsmitgliedern der Bahá’í wird Spionage, Zusammenarbeit mit Israel und eine “Verschwörung gegen die nationale Sicherheit” vorgeworfen. Die Europäische Union (EU) und die USA hatten das Vorgehen scharf kritisiert und Teheran zur Beachtung der Religionsfreiheit aufgefordert. Die zwei Frauen und fünf Männer sind seit ihrer Verhaftung im Jahre 2008 im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert, mehrere Monate davon in Isolationshaft.

Der Beauftragte der deutschen Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, Markus Löning, sagte zur Verurteilung: “Die Haftstrafen gegen die Bahá’i-Führungsmitglieder sind ein herber Rückschlag für alle, die sich für Menschenwürde und Menschenrechte im Iran einsetzen. Es bestehen erhebliche Zweifel daran, dass während des Verfahrens fundamentale Justizgrundrechte gewahrt worden sind. Ich appelliere daher mit Nachdruck an die zuständigen Stellen im Iran, das gestrige Urteil aufzuheben und für ein faires und transparentes Gerichtsverfahren Sorge zu tragen.”

Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Minderheitenschutz und rechtsstaatliche Verfahren zählten zu denjenigen internationalen Verpflichtungen, zu deren Einhaltung sich der Iran verpflichtet habe, so Löning.

Die deutsche Bundesregierung beobachte die Lage der Bahá’í im Iran seit langem mit Sorge und setze sich zusammen mit den EU-Partnern kontinuierlich für eine Verbesserung ihrer Situation sowie für Meinungs- und Religionsfreiheit im Iran ein.

Die österreichische Bahá´í- Gemeinde zeigte sich über das Urteil “schockiert”. “Die sieben Bahá´í sind ausschließlich wegen ihrer Religion verurteilt und haben alle Anklagepunkte entschieden zurückgewiesen”, betonte Ottilie Käfer, Pressesprecherin der Bahá´í- Religionsgemeinschaft in Österreich.

Die Bahá’í-Religion hat weltweit rund fünf Millionen Anhänger, davon rund 300.000 im Iran. Sie gelten dort als “Abtrünnige” des Islam und sind seit der islamischen Revolution 1979 in ihren staatsbürgerlichen Rechten beschränkt. Teheran betrachtet auch mit großem Misstrauen, dass die Bahá’í ihr Hauptquartier im israelischen Haifa unterhalten.

Die Bahá’í-Religion wurde im 19. Jahrhundert von dem Perser Sayyid Ali Muhammad (1819- 1850), genannt Bab (“das Tor”), und seinem Nachfolger Husayin Al Nuri, genannt Bahaullah (1817- 1892), gegründet. Die monotheistische Religion ist im Iran nicht anerkannt und wird von orthodoxen Muslimen als “Abfall vom Islam” angesehen. Hauptstreitpunkt ist das Konzept der “fortschreitenden Offenbarung” in der Bahá’í- Religion, die den islamischen Propheten Mohammed nicht als letzten und definitiven Propheten anerkennt und außerdem von einer “mystischen Einheit” der Religionen ausgeht.

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"Wir gehören alle irgendwo zu einer Minderheit“

Experte für Religionsfreiheit zur Diskussion um die Moschee beim “Ground Zero“

Washington, D. C., 18.08.2010/APD   Die geplante Moschee in der Nähe des “Ground Zero“ in New York erhitzt seit Wochen die Gemüter in den USA. Es war die Rede von einer “Sieges Moschee“, die wie eine Zitadelle über der Gedenkstätte für die Opfer des Anschlags vom 11. September 2001 throne, oder die Moschee sei das Lieblingsprojekt eines Imams, der mit den Terroristen sympathisiere.

Präsident Obama erklärte am 13. August, dass die Religionsfreiheit in den USA auch für die Muslime gelte. Das wurde von vielen als Unterstützung für den Moscheebau gedeutet. Am nächsten Tag präzisierte das Staatsoberhaupt seine Aussage dahingehend, dass er den Bauentscheid an diesem Ort weder kommentiert habe noch kommentieren werde, sondern grundsätzlich zur Religionsfreiheit als Recht für alle in den Vereinigten Staaten Stellung genommen habe.

Rechtsanwalt James Standish, Vertreter der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten bei den Vereinten Nationen (UNO) in New York und stellvertretender Sekretär der International Religious Liberty Association (Internationale Vereinigung für Religionsfreiheit), nahm am 15. August in einem Beitrag in der Tageszeitung “Washington Post“ zur Diskussion im Zusammenhang mit dem Moscheebau Stellung und gab dabei folgendes zu bedenken:

“Es gibt keine Ground Zero-Moschee“, schrieb der Jurist. Der geplante Sakralbau werde durch zwei hohe Häuserblocks vom Anschlagsort getrennt. Zudem sei er in eine bestehende Häuserfront eingebettet, sodass er auch optisch nicht zum “Ground Zero“ gehöre. Auf der Karte sehe man, dass die Moschee am Park Place 45 – 47, also gut 200 Meter von den ehemaligen Twin Towers entfernt, entstehen solle.

“Es wird dort auch keine ‚Sieges-Moschee‘ geben“, so der adventistische UNO-Vertreter. Das erklärte Ziel hinter der Errichtung des muslimischen Zentrums in Manhattan sei, den Geist des gegenseitigen Respekts zwischen Judentum, Christentum und dem Islam wiederherzustellen. “Das ist genau das gegenteilige Ziel dessen, was die Terroristen mit dem Anschlag vom 11. September 2001 bezwecken wollten“, so Standish.

“Es gibt auch keinen den Terror befürwortenden Imam hinter der Mosche“, unterstrich er weiter. Von dem zuständigen Imam, Feisal Abdul Rauf, sei bekannt, dass er gute Kontakte zur jüdischen Gemeinde pflege und den Terrorismus verurteile. Er gehöre zu den Imamen, die von den radikalen Islamisten am meisten verachtet werden.

Neben diesen Klarstellungen im Zusammenhang mit dem geplanten Bau der Moschee, schrieb Standish in seinem Beitrag, dass das Sündenbockspiel der Mehrheit mit einer unbeliebten Minderheit sehr durchsichtig sei und nur dem Zweck diene, dadurch Macht und Einfluss zu gewinnen.

Hinsichtlich der Errichtung von Sakralbauten gab Standish zu bedenken: “Wollen wir wirklich der Regierung das Recht zugestehen, dass sie entscheidet, welche Religion bauen darf und gegebenenfalls wo? Wollen wir, dass Evangelikalen verboten wird, neue Kirchen in Gegenden zu bauen, wo sie eine unbeliebte Minderheit sind? Wollen wir, dass die Mehrheit darüber entscheiden soll, wo Mormonentempel, Synagogen, adventistische oder katholische Kirchen gebaut werden dürfen? In diesem Land gehören wir alle irgendwo zu einer Minderheit.“

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23 Tote bei Feuer in Alten- und Pflegeheim in Südafrika

Nigel, Gauteng/Südafrika, 17.08.2010/ANN/APD   Das Pieter Wessels-Altenheim in der südafrikanischen Stadt Nigel, Provinz Gauteng, rund 60 km von Johannesburg entfernt, ist in der Nacht des 1. August vollständig abgebrannt. Dabei kamen 22 Personen ums Leben und ein Heimbewohner starb nach der Rettung an einem Herzinfarkt. Viele wurden noch am Unglücksort wegen Rauchvergiftung behandelt. Das Alten- und Pflegeheim gehört der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und betreute vor allem Personen mit niedrigem Einkommen.

Das Feuer brach kurz vor 21 Uhr bei Arbeitsbeginn der Nachtschicht aus. Das Personal alarmierte sofort die Feuerwehr und den lokalen Bereitschaftsdienst, die den Brand bekämpften. Es breitete sich aber rasend schnell in dem 75-jährigen Gebäude über die Vorhänge, die Decke und den Dachstock aus. Gleichzeitig wurde versucht, die 102 Bewohner, von denen einige bettlägerig, behindert und auf den Rollstuhl angewiesen sind, zu retten.

“Das ganze Gebäude stand in Flammen“, sagte Remsie Visser vom Pflegeheim. “Wir alarmierten die Feuerwehr und versuchten alles, um die Leute nach draußen zu bringen. Die meisten von ihnen sind behindert. Wir konnten nicht alle retten und sind deshalb in einem furchtbaren Schockzustand.“

Dem Personal und den Rettungskräften gelang es 84 Heimbewohner zu retten. Viele von ihnen konnten nur das mitnehmen, was sie bei sich trugen. Beim Brand wurden sämtliche Dokumente, medizinischen Unterlagen und das persönliche Eigentum der alten Menschen zerstört.

Louis Gouws, der Leiter des Pflegeheims, bat die Angehörigen, bei der DNA-Identifizierung der Opfer des Großbrandes mitzuhelfen. Er sagte aber auch, dass sich die Identifikation schwierig gestalte, weil 65 Personen im Heim lebten, die keine Angehörigen hätten.

Die Heimbewohner konnten vorübergehend bei Privatpersonen und in anderen Pflegeeinrichtungen der Umgebung untergebracht werden.

Die Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in den nördlichen Provinzen Südafrikas zeigte sich vom Unglück tief betroffen und erarbeite Pläne zur dauerhaften Unterbringung der Heimbewohner und um andere Arbeitsplätze für die 80 Angestellten zu finden, hieß es.

Rogers Mamaila, Sprecher des Notfalldienstes der Metropolregion Ekurhuleni wies darauf hin, dass die Brandursache noch nicht geklärt sei: “Wir haben schon viele Feuer bekämpft und viele Leute gerettet, aber wir haben noch nie so viele Personen verloren, wie bei diesem Brand.“

Der Präsident Südafrikas, Jacob Zuma, hat den Familien und Freunden der Verstorbenen sein Beileid übermittelt. “Wir teilen ihren Verlust und die Schmerzen. Die Regierung tut alles, was in ihrer Macht steht, um sie zu unterstützen.“

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Adventisten fordern in Nigeria Verlegung der Wahlen

Akure, Nigeria, 16.08.2010/APD   Die Unabhängige Nationale Wahlkommission (INEC) in Nigeria gab am 10. August die drei Daten für die Wahlen 2011 bekannt. Die Termine für die Wahlen der Nationalversammlung, die Gouverneurs- und Landtagswahlen sowie die Präsidentschaftswahlen, sind ausnahmslos auf einen Samstag festgelegt worden.

Pastor Joseph Adebisi Ola, Präsident der Adventisten im Nordwest-Kirchenbezirk von Nigeria, wies darauf hin, dass viele Wähler ihrer Rechte beraubt werden könnten, wenn der Wahltag auf einem Samstag belassen werde. Die evangelische Freikirche feiert, wie die jüdischen Glaubensgemeinschaften, den biblischen Sabbat (Samstag) als Ruhetag. Nach Adebisi könnten die Mitglieder seiner Kirche an ihrem Ruhe- und Gottesdiensttag ihre bürgerlichen Rechte nicht wahrnehmen. Er forderte deshalb die für die Wahl Verantwortlichen auf, dem Vorbild entwickelter demokratischer Staaten zu folgen und diese wichtigen Wahltermine auf einen Wochentag zu verlegen.

Von den 144 Millionen Einwohnern Nigerias sind über eine halbe Million adventistische Christen, davon 267.000 erwachsen getaufte Mitglieder in über 800 Kirchengemeinden. In Nigeria besteht eine kaum überschaubare Vielfalt an religiösen Gemeinschaften. Rund 50 Prozent der Nigerianer sind Muslime, vor allem im Norden. Etwa 40 Prozent sind Christen, und rund 10 Prozent bekennen sich zu einer traditionellen afrikanischen Religion.

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Schweizer Jugendliche bauen für AIDS-Waisen in Äthiopien

Zürich/Schweiz, 15.08.2010/APD   Jugendliche aus der Schweiz haben drei Wochen ihrer Ferien geopfert und 1.450 Franken (1.044 Euro) an Reise-, Verpflegungs- und Unterkunftskosten für einen Freiwilligeneinsatz in Äthiopien bezahlt. In Wukro, in der nördlichen Grenzregion Tigray, bauten sie unter fachkundiger Leitung im Kinderdorf Elshadai einen Speisesaal und eine Küche.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz hat den dreiwöchigen Baueinsatz mit 21 Jugendlichen im Waisenhaus in Wukro vorbereitet und die Baukosten von 99.000 Franken (71.000 Euro) finanziert. Einen Großteil dieser Kosten brachten die adventistischen Jugendlichen selbst auf. Sie führten in Baar, Bad Ragaz, Basel und St. Gallen Sponsorenläufe durch, die für das Projekt rund 83.000 Franken (59.700 Euro) an Spenden erbrachten.

Das Kinderdorf mit160 AIDS-Waisen wird von ADRA Schweiz unterstützt und von der äthiopischen Nichtregierungsorganisation Elshadai Relief and Development Association geleitet. Die Freiwilligen, 13 Frauen und 8 Männer, haben unter fachmännischer Anleitung Wasserleitungen verlegt, Wände hochgezogen, Zementböden gegossen und den Dachstock aufgerichtet.

In Äthiopien herrschte bis 1991 30 Jahre lang Bürgerkrieg, der Verwüstung und Elend hinterließ. Seitdem schwelt ein Grenzkonflikt mit dem an die Region Tigray grenzenden Nachbarstaat Eritrea, der die Entwicklung beider Länder lähmt.

Der eigentliche Feind, der die Gesellschaft bedroht, heißt aber AIDS. Laut Angaben der “Aktion Deutschland hilft”, hat Äthiopien eine AIDS-Rate von neun Prozent. Im Vergleich dazu liegt die AIDS-Rate in der Schweiz bei 0,6 Prozent und in Deutschland bei 0,11 Prozent. Fast die Hälfte der Bevölkerung in Äthiopien ist unterernährt. Das jährliche Brutto-Nationaleinkommen pro Einwohner beträgt in Äthiopien 169 Euro, in der Schweiz 46.785 Euro und in Deutschland 29.992 Euro. Das Hilfswerk der Vereinten Nationen UNAIDS schätzt, dass 650.000 AIDS-Waisen in Äthiopien leben, die nach dem Tod ihrer Eltern sich oft selbst überlassen bleiben. Der Bau und Betrieb von Kinderheimen garantiert deshalb vielen Kindern eine lebenswerte Kindheit und eine Zukunft.
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Präsident der weltweiten Adventisten nimmt Einladung nach China an

Silver Spring, Maryland/USA, 13.08.2010/APD   Der Präsident der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Ted N. C. Wilson, bestätigte, dass seine Kirche eine kollegiale Beziehung zu den beiden vom Staat in der Volksrepublik China zugelassenen Organisationen, der “Patriotischen Protestantischen Drei-Selbst-Bewegung” (TSPM) und dem “Chinesischen Christenrat” (CCC), pflegen möchte. “Obwohl es in Lehrfragen Unterschiede gibt, sind wir natürlich offen, mit anderen Christen zu kooperieren, die Jesus als Erlöser bekennen”, sagte Wilson nach einer Begegnung mit Vertretern des CCC und der TSPM im Verwaltungsgebäude der adventistischen Weltkirchenleitung in Silver Spring, Maryland/USA.

Die Adventisten sind in der Volksrepublik China eine wachsende Religionsgemeinschaft mit fast 400.000 Gläubigen in rund 4.000 Gemeinden, einschließlich sogenannter “Hauskirchen”. 1958 übernahm zwar die Patriotische Protestantische Drei-Selbst-Bewegung (TSPM) mit ihren Prinzipien Selbstunterhaltung, Selbstverwaltung und Selbstverbreitung für alle protestantischen Kirchen die Verantwortung, so dass die einzelnen Konfessionen ihre Eigenständigkeit verloren. Die chinesischen Adventisten feiern jedoch nicht wie andere Protestanten den Gottesdienst am Sonntag, sondern nach wie vor am Samstag, dem biblischen Sabbat, und behielten ihre Identität.

Der 1980 gegründete Chinesische Christenrat (CCC) versteht sich als Dachorganisation und Dienstleistungseinrichtung für die Protestanten in der Volksrepublik einschließlich der drei evangelischen Denominationen die “Wahre Kirche Jesu”, die “Kleine Herde” und die Siebenten-Tags-Adventisten, die sich nur partiell mit dem CCC verbunden fühlen. Diese drei Kirchen haben auch in der sogenannten „post-konfessionellen“ Einheitsphase weitgehend ihre theologische Unabhängigkeit bewahrt.

Während die Generalkonferenz schon seit Mitte der 1990er Jahre Kontakt mit dem CCC und der TSPM hat, ist es das erste Mal, dass die beiden Organisationen Gäste zu einer adventistischen Weltsynode entsandten, die vom 23. Juni bis 3. Juli in Atlanta, Georgia/USA, mit über 2.200 Delegierten aus rund 200 Ländern stattfand. Nach Atlanta kamen Pfarrer Xuebin Shen, stellvertretender Vorsitzender des Nationalkomitees der Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung der Protestantischen Kirche (TSPM) und Vorsitzender des Schanghaier Komitees der TSPM, Pfarrer Jun Wang, Vorsitzender des Komitees der TSPM der Provinz Shaanxi im Herzen Chinas und Präsident des dortigen Chinesischen Christenrates (CCC), Pfarrer Zhiming Zhu, Vizepräsident des CCC in der bezirksfreien Stadt Wuxi im Osten der Volksrepublik, und Frau Meiying Shi von der Abteilung für Überseebeziehungen der TSPM und des CCC.

Durch die Teilnahme an der Weltsynode in Atlanta habe sich bei den chinesischen Gästen die Erkenntnis gefestigt, dass es sich bei den Adventisten um eine etablierte protestantische Konfession handele, meinte Eugene Hsu, einer der Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung, der selbst Chinese ist. “Obwohl in China keine konfessionellen Strukturen anerkannt werden, bedeutet die Entsendung von Vertretern der TSPM und des CCC nach Atlanta, dass die weltweite Verbreitung der adventistischen Kirche bewusst ist”, sagte Hsu.

Die Gäste aus der Volksrepublik China interessierten sich unter anderem, welche Beziehungen die Adventisten zu anderen christlichen Glaubensgemeinschaften haben und ob an ihren Schulen auch Nicht-Adventisten aufgenommen werden. Pfarrer Shen zeigte sich von dem Engagement der Kirche für eine gesunde Lebensweise beeindruckt.

Generalkonferenzpräsident Ted N. C. Wilson nahm die Einladung von TSPM und CCC zu einem offiziellen Gegenbesuch in die Volksrepublik China an. Bereits im letzten Jahr hatte Wilsons Vorgänger, Pastor Jan Paulsen, mit einer Delegation die Volksrepublik besucht. Dabei kam es in Schanghai zu einer Begegnung mit dem Präsidenten des Chinesischen Christenrates, Pfarrer Gao Feng. Während der einwöchigen China-Reise waren die adventistischen Kirchenleiter Paulsen, Eugene Hsu, einer der Vizepräsidenten der Generalkonferenz, und Jairyong Lee, Präsident der Nordasien-Pazifik-Region samt ihrer Begleitung auch in Shenyang und Peking. Sie besuchten das Staatliche Büro für Religiöse Beziehungen, die protestantischen theologischen Seminare Nordost und Yanjing, verschiedene Christenräte und drei adventistische Gemeinden.
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Somalische Extremistengruppe stoppt Arbeit von drei Hilfswerken

Silver Spring, Maryland/USA, 12.08.2010/APD   Die militante Al-Shabab Miliz, der Kontakte zu Al-Kaida nachgesagt werden, hat am 9. August mitgeteilt, dass sie den drei christlichen humanitären Organisationen Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA, Diakonia und World Vision die Arbeit in den von ihr kontrollierten Gebieten Somalias untersagt.

Al Shabab hatte die Verantwortung für die beiden Bombenanschläge in Uganda während der Fußball-Weltmeisterschaft übernommen, bei denen 76 Fernsehzuschauer in einem Restaurant getötet wurden. Die Miliz kontrolliert einen großen Teil des Südens von Somalia und der Hauptstadt Mogadischu.

Laut Joel Echevarria von ADRA Somalia, seien die vier ADRA-Büros in Beletweyne, Bulo Burti and Baidoa, im Süden von Somalia, durch die Somalische Extremistengruppe Al Shabab ohne Gewaltanwendung besetzt worden.

Die drei christlichen Hilfswerke müssten Somalia umgehend verlassen, weil sie angeblich aktiv das Christentum propagierten, berichten die Zentralen der Hilfsorganisationen. “Sie sind Missionare unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe“, so die Begründung der Al-Shabab Miliz. “Diese Organisationen haben ihre verdorbenen Ideologien verbreitet, um die reine Lehre der Muslime in Somalia schlecht zu machen.“ Gleichzeitig wurden andere Hilfswerke davor gewarnt, die Arbeit der verbotenen Organisationen, zu übernehmen beziehungsweise fortzusetzen, andernfalls hätten sie mit “angemessenen Maßnahmen“ zu rechnen.

ADRA wies die Vorwürfe, missionarisch tätig zu sein, entschieden zurück. Aufgrund ihrer globalen humanitären Hilfe in mehr als 120 Ländern sowie dem harmonischen und respektvollen Kooperieren mit vielen unterschiedlichen Kulturen, Traditionen und Religionen habe ADRA ein hohes Ansehen erworben.

Als weltumspannendes Hilfswerk ist ADRA Unterzeichner der “Verhaltensregeln für die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und Nichtregierungsorganisationen bei der Durchführung von Katastrophenhilfsprogrammen“. Darin heißt es, dass “Hilfe nicht dazu eingesetzt wird, um bestimmte politische oder religiöse Standpunkte zu fördern“ und “Hilfe unabhängig von Rasse, Religion oder Nationalität“ geleistet werde. Die Unterzeichner verpflichteten sich auch, “Kultur und Sitten zu respektieren“.

Der Sprecher der derzeitigen somalischen Regierung, Abdi Haji Gobdon, sagte gegenüber des UN-Nachrichtendienstes IRIN: “Diese Hilfswerke sind gekommen, um Tausenden Bedürftigen zu helfen. Das ist Beweis genug, wenn noch einer nötig gewesen wäre, um die Missachtung des Wohlergehens und der Gesundheit des somalischen Volkes durch Al Shabab zu belegen. Das Wohl der Leute kümmert sie schlichtweg nicht.“

Nach ADRA-Angaben sind von der Einstellung der Hilfsmaßnahmen im südlichen und zentralen Teil von Somalia mehr als 180.000 Menschen betroffen. Das Hilfswerk habe in der Region Bakool, Bay und Hiraan vor allem Brunnen gebaut und wiederhergestellt, Existenzgrundlagen gefördert und den Zugang zu Bildung ermöglicht. Allein im Jahr 2008 hätten 650.000 Somalis von der humanitären Arbeit ADRAs profitiert. Das Hilfswerk bleibe auch weiterhin der somalischen Bevölkerung verpflichtet und werde weiterarbeiten, sofern die Umstände dies zuließen.

In Somalia existiert kein Staatsgebilde mehr. Seit 19 Jahren kämpfen Warlords mit Privatarmeen, verfeindete Clans und militante Milizen um die Kontrolle des Landes, das wie kein anderes afrikanisches Land auf humanitäre Hilfe angewiesen ist. Doch Helfen wird für die Hilfswerke in Somalia immer gefährlicher.

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Durchsicht der Lutherbibel beschlossen

Stuttgart, 11.08.2010/APD   Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat eine “Durchsicht der Lutherbibel“ beschlossen und einen Lenkungsausschuss unter Leitung von Landesbischof i. R. Dr. Christoph Kähler eingesetzt, dem unter anderem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Exegese, Praktische Theologie, Liturgik und Germanistik angehören. Die Arbeit an der Lutherbibel soll noch vor Ende der Lutherdekade 2017 fertig gestellt werden.

Laut dem Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft und ständigem Gast im Lenkungsausschuss, Pfarrer Klaus Sturm (Stuttgart), gehe es nicht um eine Revision des Luthertextes, bei der auch tiefer gehende sprachliche Anpassungen vorgenommen würden. “Bei der bevorstehenden Durchsicht sollen neueste Erkenntnisse aus Exegese und Textkritik möglichst so eingearbeitet werden, dass der vertraute Wortlaut der Lutherbibel erhalten bleibt.“ Nur zwingend erforderliche Änderungen fänden deshalb Eingang in das theologisch und kulturhistorisch bedeutsame Erbe Luthers. Eine Durchsicht sei deshalb nicht so umfangreich wie eine Revision, in der Durchführung aber kaum weniger anspruchsvoll, so Sturm.

Die Lutherbibel geht auf die Übersetzungen Martin Luthers und seiner Mitarbeiter in den Jahren 1521 bis 1545 zurück. Die Übersetzung des Neuen Testaments erschien im September 1522 (Septembertestament). In den folgenden Jahren wurden kontinuierlich weitere Bücher der Bibel übersetzt, bis 1534 die erste Gesamtausgabe herauskam. Im Jahr 1545 erschien die letzte von Luther selbst durchgesehene Gesamtausgabe. Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Lutherbibel in den evangelischen Gebieten Deutschlands das wichtigste Haus- und Volksbuch. Dann führten eine beschleunigte Sprachentwicklung und ein einschneidender Traditionsabbruch dazu, dass die Originalsprache Luthers immer schwerer verständlich wurde. Die historische Übersetzung Martin Luthers wurde mehrmals schonend dem gewandelten Sprachgebrauch angepasst. Dieser Prozess einer “Revision“ der Lutherbibel ist 1984 zum Abschluss gekommen. Im Zusammenhang mit der Einführung der neuen Rechtschreibung 1999 wurde der Text noch einmal durchgesehen.

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Landesrektorenkonferenz zeichnet Friedensauer Hochschule aus

Friedensau bei Magdeburg, 10.08.2010/APD   Die Theologische Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg hat den Integrationspreis 2010 der Landesrektorenkonferenz erhalten. Die jährlich vergebene Auszeichnung würdigt Bemühungen um die Integration von ausländischen Studierenden und Wissenschaftlern. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Die Landesrektorenkonferenz ist ein Gremium der zehn staatlichen und privaten Hochschulen und Universitäten Sachsen-Anhalts.

Den Preis übergab der amtierende Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, Professor Armin Willingmann, Rektor der Hochschule Harz. “Es weht ein besonderer Geist durch Friedensau“, so Willingmann. Er lobte das Bemühen der Einrichtung, einen hohen Anteil ausländischer Studenten zu immatrikulieren. “Ein Ausländeranteil wie hier von 37 Prozent ist Spitze in Sachsen-Anhalt.“ Er hoffe, dass der Friedensauer Integrationsgedanke auch in andere Bildungseinrichtungen „hinüberschwappt“. Professor Johann Gerhardt, Rektor der Theologischen Hochschule in Friedensau, freute sich über die Auszeichnung. “Das Preisgeld wird mit dazu beitragen, dass unsere Haitianer weiterstudieren können“, kündigte er an.

In Friedensau studieren derzeit die einzigen Haitianer aus Sachsen-Anhalt. Die sechs Männer streben einen Abschluss in Sozialwissenschaft an. Die Finanzierung ihres Studiums aus der Heimat ist aber seit dem Erdbeben vom 12. Januar ungewiss. Den Familien der Studenten fehlt das Geld. Die Hochschul-Stiftung von Friedensau und verschiedene Hilfsprojekte sind deshalb um Unterstützung der Haitianer bemüht.

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Dowell Chow neuer Präsident von Adventist World Radio

Silver Spring, Maryland/USA, 09.08.2010/APD   Dowell Chow (66) ist neuer Präsident von Adventist World Radio (AWR), der weltweiten Radiomission der Siebenten-Tags-Adventisten. Er tritt die Nachfolge von Benjamin D. Schoun an, der das Rundfunkwerk in den letzten acht Jahren leitete und während der adventistischen Weltsynode Ende Juni/Anfang Juli in Atlanta/USA zu einem der neun Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung gewählt wurde. In dieser Funktion wird er den Vorsitz im Vorstand von AWR übernehmen.

Dowell Chow war seit 2005 als stellvertretender Schatzmeister für die Finanzen von AWR verantwortlich. Zuvor arbeitete er unter anderem als Finanzchef des adventistischen Columbia Verbandes, der die Adventisten in sieben Bundesstaaten einschließlich der US-Hauptstadt Washington umfasst, als Präsident der Kirchenleitung in New Jersey, war Pastor in Puerto Rico und Geschäftsführer des adventistischen Verlagshauses in Kolumbien. Chow will den UKW-Bereich von AWR ausbauen und das Angebot von Podcasts erweitern.

Adventist World Radio mit Sitz in Silver Spring, Maryland/USA, wurde 1971 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet und will vor allem Menschen im sogenannten “10/40 Fenster“ mit dem Evangelium erreichen. In diesem Gebiet zwischen dem 10. und 40. Breitengrad, das von Westafrika bis Ostasien reicht, sind Christen meist eine verschwindende Minderheit. Außerdem spezialisiert sich AWR auf weitere Länder, in denen aus geografischen, politischen oder religiösen Gründen die Verkündigung der christlichen Botschaft von Mensch zu Mensch kaum möglich ist. AWR sendet zur Zeit in 107 Sprachen über Kurzwelle, UKW, Mittelwelle, Satellitenradio und Internet. Viele Sendungen sind auch als Audiodateien erhältlich, die im Internet heruntergeladen werden können (Podcasts).

Schwerpunkt der Arbeit von Adventist World Radio ist die Kurzwelle, wobei in 74 Sprachen Programme über die Kurzwellensender Wertachtal, Jülich und Nauen/Deutschland, Moosbrunn/Österreich, Issoudun/Frankreich, Meyerton/Südafrika, Talata-Volonondry/Madagaskar, Taipei/Taiwan und Agat/Guam ausgestrahlt werden. Über die Satelliten Hotbird 6 (Europa/Nordafrika/Naher und Mittlerer Osten), Intelsat 706 (Afrika/Europa), VT Communications (Asien/Afrika/Europa) und NSS 806 (Lateinamerika/USA) sind ebenfalls AWR-Rundfunksendungen zu empfangen. AWR unterhält neben der Zentrale in Silver Spring/USA, die auch für Sendungen in Nord- und Südamerika zuständig ist, Regionalbüros in Bracknell/England (Europa/Afrika) sowie für Asien in Batam/Indonesien und Agat/Guam.

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Angestellte der US-Adventisten erhalten Vier-Tage-Woche

Silver Spring, Maryland/USA, 08.08.2010/APD   Am Verwaltungssitz der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, ist zum 1. August die Vier-Tage-Arbeitswoche eingeführt worden. Während einer Mitarbeiterbesprechung sagte Ted Wilson, der neu gewählte Präsident der Weltkirchenleitung, dass die Änderung nicht aus finanziellen Überlegungen eingeführt worden sei. Vielmehr gehe es darum, den Angestellten entgegenzukommen und ihre Arbeitsproduktivität zu fördern.

Die Einführung der Vier-Tage-Arbeitswoche liegt bei den regionalen Verwaltungsbüros der Freikirche in den USA zunehmend im Trend. Sie sind von Montag bis Donnerstag zehn Stunden geöffnet und bleiben am Freitag geschlossen.

“Bei uns klappt es”, berichtete Raj Attiken, Präsident der Freikirche in Ohio, die vor eineinhalb Jahren die Viertagewoche einführte. Die Kirchenverwaltung in Columbia hatte sich noch eher dafür entschieden. Wie Attiken mitteilte, ermöglichten es die modernen Kommunikationstechniken den Angestellten, ihre Arbeit auch von zu Hause oder auf Reisen zu erledigen. Er verwies auf Untersuchungen, die zeigten, dass die Arbeitsproduktivität mit längeren Arbeitstagen, aber kürzeren Arbeitswochen steige, und stellte fest: “Ich habe keinerlei negative Rückmeldungen von Kirchenmitgliedern erhalten.” Seine Handynummer werde auf dem Telefonanrufbeantworter des Büros angegeben, sodass er erreichbar sei.

Die Vier-Tage-Arbeitswoche wird auch bereits in den US-Bundesstaaten Hawaii und Utah in wichtigen staatlichen Einrichtungen praktiziert. Laut “Time Magazin” habe sich das Experiment in Utah nach zwölf Monaten als so erfolgreich erwiesen, dass ein neues Akronym entstanden sei: TGIT (thank God it’s Thursday – Gott sei Dank, es ist Donnerstag). Der Staat Utah habe festgestellt, dass die verkürzte Arbeitswoche den Energieverbrauch um 13 Prozent reduziere und die Angestellten sechs Millionen US-Dollar (4,6 Millionen Euro) an Benzinkosten sparten. Es überrasche nicht, dass 82 Prozent der Staatsangestellten in Utah weiterhin die Viertagewoche beibehalten wollten.

Die Einführung der Vier-Tage-Arbeitswoche war in den USA schon 1970 populär. Im Staat Nevada kehrte aber ein Drittel der Firmen bald wieder zur Fünftagewoche zurück, denn die Kunden wollten deren Dienstleistungen auch am Freitag beanspruchen. Hinzu kam, dass ein Zehn-Stunden-Tag nicht jedermanns Sache sei.

Am Verwaltungssitz der Weltkirchenleitung der Adventisten können die Angestellten auch weiterhin die Fünftagewoche wählen. Schon bisher bestand die Arbeitswoche lediglich aus viereinhalb Tagen. In den Verwaltungsbüros der Adventisten wird traditionellerweise von Montag bis Donnerstag länger gearbeitet und am Freitag nur bis zum Mittag. Der Freitagnachmittag ist frei, um sich auf den Sabbat, den wöchentlichen biblischen Ruhetag, vorbereiten zu können.
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ADRA hilft 300.000 Binnenflüchtlinge im Jemen zu ernähren

Sanaa/Jemen, 06.08.2010/APD   Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (World Food Program WFP) versorgt zusammen mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Jemen und Islamic Relief rund 300.000 Binnenflüchtlinge, darunter 60.000 Kinder unter fünf Jahren, im Bürgerkriegsgebiet des nördlichen Jemen. Die Versorgung erstrecke sich auf die Verwaltungsgebiete Hajjah, al-Jawf, Saada, Sanaa und Amran, teilte Giancarlo Cirri, WFP-Vertreter im Jemen, mit. Es gehe dabei um eine möglichst gerechte Verteilung der Lebensmittel. Ein kluges Taktieren mit den Konfliktparteien sei notwendig, um die Hilfe aufrecht zu erhalten oder sogar auszudehnen.

Becky de Graaff, Direktorin von ADRA Jemen, veranschaulichte die Probleme beim Helfen. Der Zugang ins al-Jawf Verwaltungsgebiet, wo 17.800 Binnenflüchtlinge lebten, sei durch andauernde Stammesfehden sowie durch den Konflikt zwischen den Houti Rebellen und der Armee stark eingeschränkt. “Das Fehlen von staatlichen Gesetzen erfordert geschicktes Verhandeln, Diskretion, Geduld und die Fähigkeit, Beziehungen aufzubauen und gegenseitiges Vertrauen zu schaffen. Und das auch dann, wenn einem das Fahrzeug weggenommen wird oder Gegenstände entwendet werden, die für eine andere Zielgruppe bestimmt sind”, betonte die ADRA-Direktorin.

Die größten Herausforderungen seien mangelnde Geldmittel seitens der internationalen Geberstaaten, Sicherheitsprobleme und blockierte Zufahrtswege, so die Vertreter der beteiligten Hilfswerke. Um die Einstellung der Nahrungsmittelverteilung zu verhindern, hätten seit Mai die Essensrationen halbiert werden müssen. “Das bedeutet für die Bedürftigen”, laut WFP-Mitarbeiterin Maria Santamarina, “dass sie nur noch 1.050 Kalorien erhalten, anstatt der Mindestration von 2.100 Kalorien pro Tag”.
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Adventistisches Klinikzentrum erhält 4,2 Millionen Dollar für Forschung

Orlando, Florida/USA, 05.08.2010/APD   Das Nicholson Center für chirurgischen Fortschritt (NCSA) am Florida Hospital der Siebenten-Tags-Adventisten in Orlando/USA erhält vom US-Verteidigungsministerium einen Zuschuss von 4,2 Millionen US-Dollar (3,2 Millionen Euro), deren Zuteilung durch den US-Kongress beschlossen wurde. Mit dem Geld sollen Forschung und Einsatz von chirurgischen Robotern im zivilen und militärischen Bereich gefördert werden.

Der Zuschuss ermöglicht es dem Florida Hospital, ein Qualitätszentrum für die Anwendung und Simulation medizinischer Robotik zu schaffen. Die neue medizinische Robotikausbildung am NCSA wird den Schwerpunkt auf das Operieren mit Hilfe von Computermonitoren, das Handhaben von Medizinrobotern, medizinische Fernberatung und das Übermitteln von medizinischen Daten legen. Die Forschung soll Verbesserungen im zivilen und militärischen Gesundheitswesen bringen, die Patientensicherheit fördern, die Krankenkosten senken und Arbeitsplätze im Hightechbereich schaffen.

“Es ist wichtig, dass Ärzte Zugang zu Ausbildungseinrichtungen haben, welche die Roboter- und Simulationstechniken fördern. Das Florida Hospital schätzt es sehr, diese hervorragende Technologie zur Verfügung zu haben, an der Ärzte aus der ganzen Welt ihre Fähigkeiten und die Patientenbetreuung verbessern können“, sagte Monica Reed, Geschäftsführerin des zur Florida-Hospital-Kette zählenden “Florida Hospital Celebration Health“, in Orlando.

Seit seiner Gründung im Jahr 2001 hat das Nicholson Center für chirurgischen Fortschritt mehr als 35.000 Ärztinnen und Ärzte mit den modernsten Operationstechniken und -technologien im Bereich der Chirurgie vertraut gemacht.

Das 1908 gegründete adventistische Florida Krankenhaus hat sich inzwischen zu einer Hospitalkette mit 18 angeschlossenen Kliniken entwickelt. Sie ist der zweitgrößte nichtstaatliche Arbeitgeber im US-Bundesstaat Florida. In dem Krankenhausverbund werden jährlich rund 110.000 Patienten stationär und 300.000 ambulant behandelt sowie 56.000 chirurgische Eingriffe vorgenommen. Die Kliniken zählen zu den besten der Vereinigten Staaten. Die Hospitalkette ist Mitglied des Adventist Health System (AHS) und gehört zu den größten gemeinnützigen Gesundheitseinrichtungen der USA.

Das adventistische Akutkrankenhaus “Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf und die Florida-Hospital-Kette sind seit März 2008 Kooperationspartner. Inhalt der Partnerschaft sind unter anderem der Ärzteaustausch, die wechselseitige Fort- und Weiterbildung des medizinischen Personals und der Krankenhausseelsorger, medizinische Vorträge, Lernen von Operationstechniken via Telemedizin, Austausch von Behandlungsmethoden, Durchführung gemeinsamer Behandlungs- und Forschungsprojekte sowie der Austausch von Werbematerialien und -broschüren.

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Mennonitisch-adventistischer Dialog im Frühjahr 2011

Silver Spring, Maryland/USA, 04.08.2010/APD   Im Frühjahr 2011 soll auf Weltebene der erste bilaterale Dialog zwischen der Mennonitischen Weltkonferenz (MWK) und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten stattfinden, teilte Pastor Dr. John Graz, Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit sowie Generalsekretär des Rates für zwischenkirchliche und interreligiöse Angelegenheiten der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, mit. Die fünftägigen theologischen Gespräche würden im Verwaltungssitz der Generalkonferenz in Silver Spring, Maryland/USA, stattfinden.

Laut Graz habe es im Frühjahr 2009 ein Vorgespräch über den Dialog mit dem Generalsekretär der Mennonitischen Weltkonferenz, Pfarrer Dr. Larry Miller, in Silver Spring gegeben. Beide weltweiten Konfessionsfamilien hätten viele Gemeinsamkeiten, so Graz. Adventisten und Mennoniten wendeten sich gegen den Kriegsdienst und setzten sich für den Frieden sowie die Religionsfreiheit ein. Beide entstammten der täuferischen Tradition. Daher werde es bei den Gesprächen im nächsten Jahr neben einem besseren gegenseitigen Kennenlernen um praktische Fragen des Christentums gehen.

Inzwischen sei es üblich, sich gegenseitig zu weltweiten Versammlungen einzuladen, betonte Graz. Während der mennonitischen Weltkonferenz 2009 in Paraguay sei Pastor Eugene Hsu, einer der Vizepräsidenten der adventistischen Weltkirchenleitung, als Gast willkommen geheißen worden. Bei der Weltsynode 2010 der Adventisten in Atlanta/USA, habe Generalsekretär Dr. Larry Miller die Grüße der Mennoniten überbracht.

Die Mennoniten gehen neben Lutheranern und Reformierte als sogenannte “dritte Religionspartei“ auf die Reformation des 16. Jahrhunderts zurück. Die Täuferbewegung entstand in Zürich im Kreis von Zwingli-Anhängern in den frühen 1520er Jahren. Die Verweigerung der Kindertaufe und stattdessen das Praktizieren einer Taufe zur Bekräftigung des Glaubens des Täuflings an Jesus Christus (Erwachsenentaufe) wurden schnell zum Kennzeichen der täuferischen Gemeinden. Der Name Mennoniten leitet sich von dem niederländisch-friesischen Theologen Menno Simons (1496-1561) ab, der 1536 sein katholisches Priesteramt aufgab, heiratete und sich den Täufern anschloss.

Die größten Gruppen dieser Täufer sind heute die Mennoniten und die “Brethren in Christ“ (Brüder in Christus). Gegenwärtig gibt es weltweit über 1,6 Millionen Täufer in 80 Ländern. Besonders in Afrika verzeichnen die Täuferkirchen ein Wachstum, sodass sie dort am stärksten auf einem Kontinent vertreten sind. In Deutschland gibt es 31.000 Täufer und in ihrem Ursprungsland Schweiz 2.500.

Obwohl sich die Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika 1863 als Generalkonferenz organisierten, leben dort heute nur noch 1,1 Millionen der 16,3 Millionen erwachsen getauften Mitglieder in 205 Ländern. Ihre Hauptverbreitungsgebiete sind Afrika und Lateinamerika mit 5,8 Millionen beziehungsweise 5,4 Millionen Adventisten. In Deutschland leben 35.400, in der Schweiz 4.300 und in Österreich 3.900 Adventisten.

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"Wir bedauern sehr, dass durch ein Mitglied Leid verursacht wurde“

Stellungnahme der baden-württembergischen Freikirchenleitung der Adventisten

Stuttgart, 03.08.2010/APD   Die Leitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg mit Sitz in Stuttgart bringt in einer Stellungnahme ihre Betroffenheit darüber zum Ausdruck, “dass – unabhängig vom Ergebnis des laufenden Gerichtsverfahrens und aufgrund der eigenen Aussagen des Angeklagten – eine Grenzverletzung im Sinne des Verhaltenskodexes der Freikirche zur Prävention sexueller Gewalt stattgefunden hat“.

In dem für ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter/-innen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verbindlichen Verhaltenskodex geht es unter anderem darum, alles zu tun, dass Jungen und Mädchen, Kinder und Jugendliche vor körperlichem und seelischem Schaden, Gefahren, Missbrauch und Gewalt geschützt werden.

“Wir bedauern sehr, dass durch ein Mitglied unserer Freikirche ein immer noch andauerndes Leid an einem jungen Menschen verursacht wurde“, heißt es in der Stellungnahme. Die Freikirche stehe inzwischen mit dem Opfer über den Koordinator des Fachbeirates “Sexueller Gewalt begegnen“ und dem zuständigen Seelsorger an seinem jetzigen Wohnort in Kontakt.

Der Angeklagte, der kein Angestellter der Freikirche sei, habe nach der Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft von sich aus alle Ehrenämter in der Adventgemeinde Lahr niedergelegt, sodass sichergestellt sei, dass er seitdem keinen Umgang mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Freikirche mehr habe. “Als Siebenten-Tags-Adventisten wollen wir alles tun, um unsere Gemeinden und deren Veranstaltungen für junge Menschen zu einem sicheren Ort zu machen“, betont die baden-württembergische Freikirchenleitung in ihrer Stellungnahme.

Der Ausschuss der Freikirche in Deutschland hatte im Dezember letzten Jahres beschlossen, dass alle Haupt- und Ehrenamtlichen, die junge Menschen betreuen, die von der Freikirche herausgegebene Broschüre “Sexueller Gewalt begegnen“ ausgehändigt bekommen und eine Selbstverpflichtung zur Prävention sexueller Gewalt unterschreiben müssen. Zusätzlich wird von allen Pastoren und allen Angestellten mit Tätigkeiten im Kinder- und Jugendbereich ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt. Außerdem wurden im Juni/Juli 2010 durch die 59. Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Freikirche in Atlanta/USA umfangreiche Regeln zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in die weltweit geltende “Gemeindeordnung“ aufgenommen.
Die Stellungnahme der baden-württembergischen Freikirchenleitung wurde zur Kenntnis an alle ihre Gemeindeleiter, Pastoren und pensionierte Pastoren, an die Ausschussmitglieder der Freikirche in Baden-Württemberg, an die europäische Kirchenleitung der Adventisten in Bern und an die anderen adventistischen Freikirchenleitungen in Deutschland gesandt.

Nach dreitägiger Verhandlung verurteilte Ende Juni das Schöffengericht am Amtsgericht Offenburg den Angeklagten wegen schweren sexuellen Missbrauchs sowie sexuellen Missbrauchs zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Damit ging das Gericht weit über den Antrag des Staatsanwalts hinaus, der zehn Monate Haft gefordert hatte. Der Rechtsanwalt des Angeklagten plädierte auf Freispruch. Der Angeklagte sprach von harmlosen Handlungen ohne jeden sexuellen Hintergrund. Die Verteidigung hat gegen das Urteil Rechtsmittel eingelegt, sodass es nicht rechtskräftig ist.

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Neuer Chefredakteur für APD-Schweiz

Basel/Schweiz, 02.08.2010/APD   Herbert Bodenmann (55) ist seit 1. August neuer Chefredakteur der Nachrichtenagentur APD-Schweiz (Adventistischer Pressedienst). Er tritt die Nachfolge von Christian B. Schäffler (66) an, der noch bis Jahresende in der Baseler Redaktion mitarbeitet.

Bodenmann begann eine Lehre als Hochbauzeichner, studierte dann aber am adventistischen Theologischen Seminar Schloß Bogenhofen in Österreich. Um die englische Sprache zu erlernen, verbrachte er ein Jahr am Newbold College in der Nähe von London. Als Pastor arbeitete er unter anderem in Zürich, Schaffhausen und Basel. Er war acht Jahre Jugendabteilungsleiter und sieben Jahre Sekretär (Geschäftsführer) der Freikirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in der deutschen Schweiz. Von 2000 bis 2004 übernahm er als Direktor die Leitung der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz. Danach wirkte er als Seelsorger in Zürich und Wädenswil. Neben seiner Arbeit als Pastor war er von 2007 bis 2009 der Vertreter der drei europäischen Freikirchenleitungen der Adventisten beim Europarat, der Europäischen Union und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Christian Bernhard Schäffler hatte eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete bei einer internationalen Eisenbahngesellschaft für Kühltransporte als Presse- und Werbechef. Nach der Fusion mit einer im europäischen Kombinierten Verkehr tätigen Gesellschaft wurde er deren stellvertretender Leiter für „Kommunikation“ und zweiter Sprecher des Unternehmens. Von 1974 bis 2003 war er ehrenamtlich Abteilungsleiter für Kommunikation und zwischenkirchliche Beziehungen der Freikirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in der deutschen Schweiz. In dieser Eigenschaft gründete er 1974 den Adventistischen Pressedienst (APD), dessen ehrenamtlicher Redakteur er war. 2004 trat Schäffler bei der Eisenbahngesellschaft in den Vorruhestand. In diesem Jahr baute er im Auftrag der Freikirche den APD Schweiz zu einer Nachrichtenagentur aus. Schäffler war 1982 an der Gründung des französischen adventistischen Pressedienstes (BIA) und 1984 an der Entstehung des APD Deutschland maßgeblich beteiligt. Seit 1992 gibt es zwischen den APD-Redaktionen in der Schweiz und in Deutschland eine enge redaktionelle Zusammenarbeit. 1988 und 1994 zeichnete die europäische Kirchenleitung der Adventisten mit Sitz in Bern Schäffler als verantwortlichen Redakteur des APD Schweiz mehrfach aus. Schäffler ist Mitglied im Verband Schweizer Fachjournalisten (SFJ) und in der Weltvereinigung für Christliche Kommunikation (WACC).

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Erneuter Mord an Geistlichen in Mexiko

Ciudad de Mexico/Mexiko, 01.08.2010/APD   In Mexiko ist erneut ein Geistlicher ermordet worden. Nach Angaben der Tageszeitung “Consulta” starb ein 84-jähriger katholischer Priester noch in der Pfarrkirche von Las Nieves in der Erzdiözese Oaxaca an den Folgen eines brutalen Raubüberfalls. Augenzeugen fanden den blutüberströmten Körper des Pfarrers demnach gefesselt und geknebelt in der Sakristei der Kirche.

Ein Sprecher der Erzdiözese Oaxaca im Süden Mexikos forderte die rückhaltlose Aufklärung des Mordes. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur. In den 1990er Jahren war der Geistliche schon einmal in die Schlagzeilen geraten. Damals wurde ein Untersuchungsverfahren gegen den Priester wegen angeblicher Verbindungen zur Drogenmafia aus Mangel an Beweisen eingestellt.

Erst vor zwei Monaten wurden in Juárez im nordmexikanischen Bundesstaat Chihuahua ein adventistischer Geistlicher und ein Diakon ermordet. Der 28-jährige Pastor Lenin Avila Cortez und der 30-jährige Diakon Javier Zavala Rodríguez saßen im Wagen des Geistlichen, als sie am späten Abend des 10. Mai mit drei beziehungsweise 17 Schüssen ermordet wurden. Die Kirchenleitung geht davon aus, dass beide Adventisten Seelsorgebesuche gemacht hatten und aufgrund einer Verwechslung getötet wurden. Sie hat eine Aufklärung der Bluttat gefordert. Die polizeilichen Ermittlungen sind noch im Gange.

“Wir sind über diese Tragödie sehr erschüttert”, sagte Pastor José Luís Jiménez, Vorsteher der nordmexikanischen Mission der Adventisten und Dienstvorgesetzte des ermordeten Geistlichen. “Es ist das erste Mal, dass hier in der Gegend ein Pastor oder ein Mitglied unserer Kirche auf solch tragische Weise umkam.“

“Pastor Cortez hatte vor sieben Jahren seinen Dienst begonnen und leistete eine hervorragende Arbeit in den ihm anvertrauten insgesamt 700 Mitglieder umfassenden Kirchengemeinden”, betonte Jiménez anlässlich der Beerdigung seines Mitarbeiters, die am 21. Mai in Mexiko City stattfand. Der Ermordete hinterlässt seine schwangere Frau und einen dreijährigen Sohn. Javier Zavala leitete ehrenamtlich die Diakonieabteilung der Adventgemeinde in Zaragoza, die für die soziale und seelsorgerliche Betreuung ihrer Mitglieder verantwortlich ist, und arbeitete eng mit seinem Pastor zusammen. Er hinterlässt Ehefrau Laura Lares.

Bereits im Februar wurde ein katholischer Priester in Mexiko-Stadt Opfer eines brutalen Raubmordes. Wie die Tageszeitung “El Universal” berichtete, wurde Jose Luis Parra Puerto (61) niedergeschossen, als zwei Unbekannte versuchten, den Wagen des Geistlichen in ihren Besitz zu bringen. Stunden später fand die Polizei die Leiche des Pfarrers in dem abgestellten Wagen. Die Täter sind flüchtig.

Mexiko ist einer Untersuchung des Lateinamerikanischen Bischofsrates (CELAM) zufolge auf dem Subkontinent nach Kolumbien das zweitgefährlichste Land für Kirchenmitarbeiter. In den vergangenen 15 Jahren wurden in Mexiko über 20 Geistliche ermordet.
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Alkohol immer noch Droge Nummer 1

Bern/Berlin/Wien, 01.08.2010/APD   Wenn umgangssprachlich von Sucht die Rede ist, denkt man üblicherweise an harte, illegale Drogen. Fachverbände in Deutschland, der Schweiz und Österreich weisen aber darauf hin, dass Alkohol nach wie vor die Droge Nummer Eins ist. Kein anderes Rauschmittel sei so akzeptiert und werde so häufig konsumiert.

In Deutschland seien 1,3 Millionen Menschen alkoholabhängig und bei zusätzlichen zwei Millionen liege Alkoholmissbrauch vor. Ferner passierten in Deutschland rund 275.000 schwere Straftaten und 20.000 Verkehrsunfälle im Jahr unter Alkoholeinfluss.

Vier Prozent der Schweizer Bevölkerung haben ein Alkohol-Abhängigkeitsproblem. Das sind 300.000 Menschen. Doppelt so viele sind alkoholgefährdet. Laut “Sucht Info Schweiz” wachsen ungefähr 100.000 Kinder mit einem alkoholabhängigen Elternteil auf.

Rund Prozent der österreichischen Bevölkerung sind chronische Alkoholiker, weitere 10,5 Prozent gelten als alkoholgefährdet, aber nicht “alkoholabhängig”.

In Deutschland, der Schweiz und Österreich ist der Alkoholkonsum ein zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Nach neueren Schätzungen liegen die jährlich konsumierten Mengen an Reinalkohol pro Einwohner häufig auf einem gefährlich hohen Niveau. Der Pro-Kopf-Konsum der deutschen Bevölkerung ab dem 15. Lebensjahr beträgt im Durchschnitt zwölf Liter Reinalkohol pro Jahr, in der Schweiz 8,2 Liter und in Österreich 10,9 Liter. Aus gesundheitlicher Sicht dürfe der Pro-Kopf-Konsum von reinem Alkohol jedoch nicht mehr als drei Liter jährlich betragen, so die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS).

Erfreulicherweise ist in der Schweiz der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch reinen Alkohols seit 1990 um 2,2 Liter zurückgegangen. Nach Ansicht der Schweizer Alkoholverwaltung trinke zwar die Gesamtbevölkerung im Schnitt weniger alkoholische Getränke, der Konsum in einzelnen Risikogruppen steige aber.

Auch die Europäische Kommission für Gesundheit und Verbraucherschutz mahnt, dass Alkoholmissbrauch EU-weit ein zentrales Problem für die öffentliche Gesundheit darstelle, das erhebliche soziale Konsequenzen nach sich ziehe. Europa verzeichne weltweit den höchsten Anteil an Alkoholikern, den höchsten Alkoholkonsum pro Person und ein hohes Maß an alkoholbedingten Schäden und Problemen. Übermäßiger oder riskanter Alkoholkonsum sei die Ursache für 7,4 Prozent der gesundheitlichen Probleme und vorzeitigen Todesfälle in der EU. Zu den Folgen des Alkoholmissbrauchs gehörten unter anderem zahlreiche Unfälle mit Todesfolge auf den europäischen Straßen, weitreichende gesellschaftliche Auswirkungen wie Gewalt, Rowdytum, Verbrechen, familiäre Probleme und sozialer Ausschluss sowie Produktivitätsrückgang am Arbeitsplatz.

“Für viele gehört Alkohol zum Feiern oder zum Entspannen einfach dazu. Dabei werden die gesundheitlichen Risiken, die ein regelmäßiger und zu hoher Alkoholkonsum mit sich bringt, noch immer massiv unterschätzt”, warnt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Wissenschaftliche Studien zeigten, dass für einen erwachsenen Mann 24 Gramm Reinalkohol – etwa zwei kleine Bier – und für eine Frau zwölf Gramm Reinalkohol pro Tag an maximal fünf Tagen in der Woche gesundheitlich unbedenklich seien. “Alles, was darüber liegt, ist bereits riskanter Alkoholkonsum und führt auf Dauer unausweichlich zu gesundheitlichen Schäden.“ Bei Jugendlichen lägen diese Grenzwerte noch deutlich niedriger, denn ihr Körper sei noch nicht vollständig entwickelt.

In Deutschland setzt sich die BZgA als Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) für die Prävention von Alkoholmissbrauch ein. Um einschätzen zu können, wo das persönliche Limit beim Alkoholkonsum liegt, hat die BZg einen Selbsttest entwickelt, der im Internet abrufbar ist: http://www.kenndein-limit.de/.

In der Schweiz bietet “Sucht Info Schweiz”, die frühere Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme, Prävention und Hilfestellungen bei Abhängigkeit an. Neben dem Beratungsangebot über Telefon 021 321 29 76 und über die Internetrubrik “Sie fragen – wir antworten”, stellt sie auch kostenloses Informations- und Beratungsmaterial zur Verfügung: www.sucht-info.ch.

Am 18. November 2010 findet in der Schweiz ein weiterer “Nationaler Aktionstag Alkoholprobleme“ statt. Unter dem Motto „Gewaltig gefährdet“ wollen die veranstaltenden Fachverbände darauf aufmerksam machen, dass Alkoholkonsum und Gewalt eng miteinander verbunden sind.

Neben den nationalen Fachverbänden sind auch christliche Einrichtungen in verschiedenen Bereichen der Suchtkrankenhilfe (Prävention, Beratung, Behandlung und Integration) tätig:

Blaues Kreuz in Deutschland e.V. (Wuppertal); www.blaueskreuz.de
Blaues Kreuz der deutschen Schweiz (Bern); www.blaueskreuz.ch
Croix-Bleue romande, (Chavannes-Renens); www.croix-bleue.ch
Blaues Kreuz Österreich, (Wels); www.blaueskreuz.at
Advent-Wohlfahrtswerk Deutschland (AWW); www.aww.info

Es gibt auch christliche Kirchen, die einen gesunden Lebensstil praktizieren und auf den Konsum von schädlichen Drogen, einschließlich Alkohol und Tabak, verzichten. So leben beispielsweise die Mitglieder der Heilsarmee und der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten überwiegend abstinent.
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