Ghana: Ernteüberschüsse durch ADRA-Landwirtschaftsprojekt

Watford, Hertshire/Großbritannien | 6. September 2011 | APD |

Watford, Hertshire/Großbritannien, 06.09.2011/APD   Noch vor zwei Jahren seien die Bauern im Nordwesten Ghanas von den Mehl- und Speiseöllieferungen des Welternährungsprogramms (WFP) abhängig gewesen, berichtet die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Großbritannien. Am Ende des zweijährigen Landwirtschaftsprojekts hätten dieselben Bauern 1.000 Tonnen Mais an die Hilfsorganisation Care International verkaufen können. Care verwende den Mais als "Entlohnung" bei ihren Projekten, in denen Nahrungsmittel gegen Arbeitsleistung ausgehändigt würden. Die Bauern hätten mit diesen Verkäufen an Care etwa 230.000 Euro erwirtschaftet.

Das Projekt sei als Reaktion auf die stark erhöhten Nahrungsmittelpreise als Folge der Energiekrise 2008 und der Überschwemmungen im Norden Ghanas konzipiert worden. 40 Prozent der Projektpartner seien Bäuerinnen und Witwen, teilte ADRA mit. Insgesamt hätten 70.000 Menschen von dem Projekt profitiert. Der Ertrag der Felder habe um das Drei- bis Vierfache gesteigert werden können und die Familien hätten genug zu essen. Der Erlös aus der verkauften Überproduktion werde in Saatgut investiert, und viele Eltern könnten nun das Schulgeld ihrer Kinder bezahlen.

Laut ADRA habe das Projekt die Fortbildung der Bauern beinhaltet und es ihnen ermöglicht, Saatgut und Dünger zu kaufen. Die Verhandlungsposition der Bauern gegenüber den Lieferanten und Abnehmern sei durch die Ausbildung gestärkt worden, da sie gelernt hätten, wie Landwirtschaftsgenossenschaften gebildet würden, wie man verhandele und einfache Businesspläne entwickle.

Das Projekt habe die Einstellung der Bevölkerung gegenüber der Landwirtschaft grundsätzlich verändert, weil sie jetzt als Einkommensquelle geschätzt werde, so das Hilfswerk. Auch Frauen wüssten nun, wie Mais angebaut werden könne. Die Fähigkeit der verarmten Haushalte, besser mit steigenden Nahrungsmittelpreisen fertig zu werden und für Schulgelder aufzukommen, sei für den Erfolg des Projekts entscheidend gewesen.

Das Projekt habe 20 Monate umfasst und sei von der Europäischen Union mit 1,3 Millionen Euro bezuschusst worden. "ADRA Großbritannien ist unsere Partnerorganisation für dieses Projekt auf der Geberseite und trägt zehn Prozent der Kosten", informierte Dr. William Yaw K. Brown, Direktor von ADRA Ghana.

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