Ostfildern bei Stuttgart, 13.09.2011/APD   Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland hat sich bei den rund 800 Zivildienstleistenden bedankt, die in Einrichtungen der Freikirche in den vergangenen Jahren tätig waren. Dank gelte aber auch den tausenden jungen adventistischen Männern, die in anderen Sozialeinrichtungen ihren Dienst verrichtet haben, hob der Vorsitzende der Freikirche in Deutschland, Pastor Günther Machel (Ostfildern bei Stuttgart), hervor. Die meisten „Zivis“, wie sie genannt worden seien, wären „hochmotiviert“ und „verantwortungsbewusst“ gewesen. Als die Wehrpflicht 1956 in der Bundesrepublik eingeführt wurde, hätte man in den ersten Jahren Kriegsdienstverweigerer oft als „Drückeberger“ abqualifiziert. Doch dieses Klischee habe sich als falsch erwiesen, denn zeitweise sei der Zivildienst länger als der Wehrdienst gewesen, sagte Machel. „Jetzt nach der Aussetzung der Wehrpflicht wurde deutlich, wie wichtig der Zivildienst für die Gesellschaft wirklich war.“

Doch beim Zivildienst wäre es nicht in erster Linie um eine sinnvolle Beschäftigung gegangen, von der viele kranke und benachteiligte Menschen profitiert hätten. Aus den verschiedensten Anlässen habe die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten immer wieder bekräftigt, dass Waffengewalt und Blutvergießen nicht vereinbar seien mit dem Weg, den Jesus im Evangelium weise, betonte Machel. Die Freikirche habe daher ihre wehrpflichtigen Mitglieder immer wieder aufgerufen, sich „gewissenhaft“ mit allen Fragen des Kriegsdienstes auseinanderzusetzen.

Obwohl die Freikirchenleitung die persönliche Gewissensüberzeugung ihrer Mitglieder in Sachen Wehrdienst stets akzeptiert habe, hätten in der Bundesrepublik fast alle wehrpflichtigen Adventisten von ihrem Recht auf Kriegsdienstverweigerung Gebrauch gemacht und Zivildienst geleistet, teilte Pastor Holger Teubert (Ostfildern), Leiter des Referates für Kriegsdienstverweigerung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, mit. In der ehemaligen DDR habe es nur die Möglichkeit gegeben, als Wehrpflichtiger einen waffenlosen Dienst als Bausoldat zu leisten. Dazu hätten sich etwa 90 Prozent der wehrpflichtigen Adventisten gemeldet, obwohl dies mit beruflichen Nachteilen verbunden gewesen sei, informierte Teubert.

Zivildienstplätze habe die Freikirche bei der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland (Weiterstadt bei Darmstadt), bei der Blindenhörbücherei des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ (Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt), beim Schulzentrum Marienhöhe (Darmstadt), beim Krankenhaus „Waldfriede“ (Berlin-Zehlendorf), in den Seniorenheimen Neandertal (Mettmann) und Steglitz (Berlin), in der Tagungsstätte Bergheim Mühlenrahmede (Altena/Westfalen) sowie in verschiedenen örtlichen Adventgemeinden angeboten, so Teubert.

Durch den Wegfall des Zivildienstes seien Lücken entstanden, gab Pastor Erich Lischek, Direktor von ADRA Deutschland, zu bedenken. Dennoch gebe es nicht nur für junge Männer die Möglichkeit, sozial tätig zu werden. Gesucht würden Männer und Frauen, die ehrenamtlich, im Bundesfreiwilligendienst, im Freiwilligen Adventistischen Hilfsdienst (FAH) oder mit einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) tätig sein wollten. Einzelheiten dazu seien im Internet unter www.adra.de zu finden. Aber auch andere Sozialeinrichtungen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hätten für Freiwillige Verwendung, betonte Lischek.

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