Alt-Katholiken stellen auf erneuerbare Energien um

Bonn | 30. September 2011 | APD |

Bonn, 30.09.2011/APD   Mit Öko-Strom versorgen lassen können sich in Zukunft die Gemeinden der alt-katholischen Kirche in Deutschland durch die Elektrizitätswerke Schönau (EWS). Die EWS garantierten ein Stromangebot ohne Beteiligung von Konzernen mit Atom- oder Kohlekraftwerken oder deren Tochterunternehmen. Ein Stromwechsel habe nach Ansicht der Alt-Katholiken so auch einen "Geld-Strom-Wechsel" zur Folge. Nur dadurch könne ein Umbau der Energiewirtschaft in Richtung einer zukunftsfähigen Versorgung vorangebracht werden.

Die EWS unterstützten mit dem Sonnencent-Programm, bei dem jeder Kunde einen minimalen Zuschlag auf den Strompreis zahle, die regionale Energieerzeugung sowie Energieeinspar- und Energieeffizienzmaßnahmen in ganz Deutschland. Deswegen freue sich die alt-katholische Gemeinde Augsburg auch über die Unterstützung beim Aufbau einer Solaranlage durch das "Sonnencent-Programm" der EWS. "Jeder Spenden-Euro für die Solaranlage wird von den Elektrizitätswerken Schönau verdoppelt", so Alexandra Caspari, alt-katholische Pfarrerin von Augsburg. Damit trage die EWS zum Ziel der Gemeinde bei, eine auch in Blick auf die Schöpfungsbewahrung zeitgemäße Kirche zu bauen.

"Es ist zwar nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zur Bewahrung der Schöpfung, aber ein Schritt, den jeder gehen kann", meinte Bischof Dr. Matthias Ring.

Die alt-katholische Kirche entstand aus dem Widerstand gegen die 1870 während des Ersten Vatikanischen Konzils von der römisch-katholischen Kirche zur verbindlichen Lehre erhobene Unfehlbarkeit und oberste Leitungsgewalt des Papstes. Da die Gegner dieser Beschlüsse aus der römisch-katholischen Kirchengemeinschaft ausgeschlossen (exkommuniziert) wurden, mündete die Widerstandsbewegung nach wenigen Jahren in eine eigenständige katholische Kirche. In ihr sammelten sich Christinnen und Christen, die am „alten“ katholischen Glauben ohne päpstliche Unfehlbarkeit und oberste Leitungsgewalt festhalten wollten.

Die alt-katholischen Kirchen gaben sich eine bischöflich-synodale Struktur, in der alle volljährigen Kirchenmitglieder Mitsprache- und Mitentscheidungsmöglichkeit besitzen. Zudem führten sie die Landessprache im Gottesdienst ein und schafften die verpflichtende Ehelosigkeit (Zölibat) für die Geistlichen ab. Die meisten alt-katholischen Kirchen haben die Frauenordination eingeführt. Am Pfingstsonntag 1996 wurden in Deutschland die ersten beiden Frauen zu katholischen Priesterinnen geweiht. Das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland wird von Bischof Dr. Matthias Ring von Bonn aus geleitet. Es umfasst rund 50 Pfarreien und 70 Filialgemeinden mit etwa 16.000 Mitgliedern.
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