Kingston/Jamaika, 26.10.2011/APD   Am 23. Oktober wurde Andrew Holness (39) durch Sir Patrick Allen, Generalgouverneur von Jamaika, zum neunten Ministerpräsidenten des selbständigen Karibikstaats vereidigt, teilte CSMENetwork News mit. Holness übernahm das Amt von Bruce Golding, der am selben Tag sein Rücktrittsschreiben einreichte. Der neue Regierungschef stamme aus einer Arbeiterfamilie und sei in die Politik eingestiegen, um Veränderungen von innen her zu bewirken.

Laut der Mitteilung habe der jüngste Premierminister in der Geschichte des Inselstaates bei der Vereidigung aus religiösen Gründen nicht auf die Bibel geschworen, sondern, wie die Verfassung dies für solche Fälle vorsehe, ein Gelöbnis gegenüber Jamaika für getreue Staatsführung abgelegt. Andrew Holness sei Mitglied der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, wie Milton G. Gregory, Vize-Präsident der adventistischen Kirchenleitung in Jamaika, bestätigte, und fühle sich der Aussage Jesu in der Bergpredigt verpflichtet, nicht zu schwören.

Die Landespolitik sei von Polarisierung und Engstirnigkeit geprägt, sagte der neue Premierminister laut CSMENetwork nach der Gelöbniszeremonie. Er wolle den von der Vorgängerregierung erfolgreich begonnenen Kampf gegen Kriminalität fortsetzen, eine Anti-Banden-Gesetzgebung einbringen und den Kampf gegen die Korruption fortführen. Der Opposition habe er die Hand gereicht und Zusammenarbeit angeboten. Bezüglich der Staatsverschuldung habe er die Schuldentilgungspolitik der Vorgängerregierung gelobt, merkte aber an, dass Jamaika in einem Teufelskreis gefangen sei, in dem Schulden aufgenommen werden müssten, um die Zinsen zu begleichen. „Der sicherste Weg, die Armut zu vergrößern, besteht darin, mehr Schulden aufzunehmen, als wir erwirtschaften“, so Holness. „Ich liebe die Armen, aber ich hasse Armut. Arme brauchen sinnvolle Arbeit und nicht weitere Überbrückungsprogramme.“ Er habe mit seiner Regierung einen Plan vorbereitet, um die nationale Schuldenlast zu vermindern. Dabei sollten aber die Ärmsten verschont werden.

„Ausgaben für die Bildung sind die beste Investition, um die generationenübergreifende Armut zu bekämpfen“, betonte der neue Regierungschef. „Ich ermutige deshalb alle Jamaikaner, Opfer zu bringen und in die Bildung der eigenen Kinder zu investieren.“

Während der Gelöbniszeremonie habe Pastor Herro Blair von der Kirche „Jamaica Youth for Christ“ für den neuen Premierminister um Weisheit, Wissen und Verständnis gebetet, damit er dem jamaikanischen Volk richtig dienen könne. Anschließend habe Andrew Holness selbst ein Gebet gesprochen, in dem er Gott um Weisheit, Einfühlungsvermögen und Mut gebeten hätte.

Knapp zwei Drittel der 2,8 Millionen Einwohner Jamaikas sind Protestanten. Rund neun Prozent der Inselbewohner zählen zu den Adventisten, darunter 253.300 erwachsen getaufte Mitglieder in 624 Gemeinden. Die dortige Freikirche unterhält 17 Grundschulen, sieben weiterführende Schulen, eine Universität, ein Krankenhaus und drei Kliniken.

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