Wien/Österreich, 29.11.2011/APD   Im September hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich mit finanzieller Unterstützung der Stadt Wien ein neues Projekt in Fushe Kuja/Albanien begonnen. Dabei sollen Roma-Frauen lesen und schreiben lernen und auch durch eine Ausbildung in Hygiene, gesunder Lebensweise, Erste Hilfe, Sozialkompetenzen und Frauenrechten gefördert werden.

Laut dem Direktor von ADRA Österreich, Marcel Wagner, sei eine der besten Schülerinnen die 23-jährige Lubjana. Als Kind lebte sie mit ihren Eltern in Griechenland. Sie hatte nie die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Stattdessen sammelte sie Plastik und Metall in Müllkörben, um mit dem Verdienst ein wenig Essen einkaufen zu können. Lubjana war ein intelligentes Kind. Sie versuchte selbst, sich Lesen und Schreiben beizubringen. Sie kann nur wenig lesen, aber nicht schreiben. Doch sie setzt alles daran, es zu lernen.

Lubjana hat mit 14 Jahren geheiratet, verließ ihr Elternhaus und kam nach Fushe Kuja. Heute hat sie drei Kinder, sieben, vier und zwei Jahre alt. Sie lebt mit ihrem Ehemann und mit ihren drei Brüdern zusammen, die auch verheiratet sind und Kinder haben. Sie verkaufen gebrauchte Kleidung in den Dörfern rund um Fushe Kuja und verdienen alle zusammen etwa 15 Euro pro Tag. Lubjana muss jeden Tag viele Kleidungsstücke von Hand waschen, da sich ihre Familie keine Waschmaschine leisten kann. Dazu kommen der Haushalt und die Zubereitung des Essens für die Familie. Sie würde sehr gerne lesen und schreiben lernen, um Kinderbücher oder auch das gedruckte Fernsehprogramm verstehen zu können. Ihr Lebenstraum ist, einmal Friseurin zu werden.

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