Ungarns Adventisten mit weiteren 17 Kirchen und Religionen anerkannt

Budapest/Ungarn | 6. März 2012 | APD |

Budapest/Ungarn, 06.03.2012/APD   Das ungarische Parlament hat am 27. Februar den "Kirchenstatus" für Adventisten, Anglikaner, Methodisten, Kopten, Pfingstchristen, Mormonen, fünf buddhistische Gemeinschaften, Hindus, Muslime sowie Zeugen Jehovas beschlossen. Damit seien insgesamt 32 Kirchen und Religionsgemeinschaften staatlich anerkannt und in die Liste der sogenannten "privilegierten" Bekenntnisse aufgenommen worden, statt nur der bisher 14, wie Kathpress meldete.

Das vom ungarischen Parlament am 11. Juli 2011 verabschiedete Kirchen- und Religionsgesetz wurde vom Verfassungsgericht am 19. Dezember 2011 aus formalen Gründen als nicht anwendbar erklärt. Am 30. Dezember 2011 verabschiedete das Parlament eine leicht überarbeitete Fassung des Kirchengesetzes. Diese sprach 14 Kirchen und Religionen die staatliche Anerkennung zu und entzog sie 344 anderen. Die Adventisten befanden sich gemeinsam mit weiteren 81 Kirchen und Religionsgemeinschaften, die nach der Einführung des neuen Kirchengesetzes um staatliche Anerkennung nachgesucht hatten, auf einer "Warteliste" mit einer vorläufigen Anerkennung. 18 der über 80 Kirchen, die um staatliche Anerkennung nachgesucht hatten, haben sie Ende Februar zugesprochen erhalten, sodass nun insgesamt 32 Kirchen und Religionsgemeinschaften anerkannt sind.

"Die letzten sechs Monate waren für die Kirchenleitung und auch für unsere Mitglieder eine schwierige Zeit", sagte Pastor Tamas Ocsai, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Ungarn, unmittelbar nach Bekanntwerden des Parlamentsbeschlusses. "Wir haben während dieser Zeit die große Unterstützung unserer weltweiten Kirchenfamilie erfahren."

66 Glaubensgemeinschaften müssen ein Jahr auf Anerkennung warten
Laut Kathpress sei am 27. Februar in einer zweiten Abstimmung der Antrag zur Anerkennung von weiteren 66 Glaubensgemeinschaften abgelehnt worden. Diese Kirchen und Religionsgemeinschaften könnten erst in einem Jahr wieder einen Antrag auf parlamentarische Anerkennung stellen.

Keine gesetzlichen Unterschiede zwischen Religionen
"Ich hoffe, dass die ungarische Regierung ihr Handeln auswertet und ihren Umgang mit religiösen Minderheiten überdenkt", kommentierte John Graz, zuständig für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung die Entwicklung in Ungarn. "Die Religionsfreiheit wird am besten gewährleistet, wenn eine Regierung keine gesetzlichen Unterschiede zwischen einzelnen Religionen macht und sowohl Schutz als auch Privilegien allen in gleicher Weise zukommen lässt", so Graz.

Privilegien anerkannter Glaubensgemeinschaften
"Staatlich anerkannte Kirchen erhalten finanzielle Zuwendungen für ihre sozialen Dienste, wie Alten- und Pflegeheime, oder Zahlungen pro Schüler, die private höhere Schulen besuchen, sofern diese den staatlichen Vorgaben entsprechen", teilte Pastor Ócsai mit.
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