Margot Käßmann: Reformationsjubiläum 2017 soll weltweites Ereignis werden

Wetzlar, 30.03.2012/APD   Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann (Hannover), will dazu beitragen, dass das Reformationsjubiläum 2017 zu einem weltweiten Ereignis werde. Auch in den USA und in anderen Ländern sollte dann der Thesenanschlag Martin Luthers vor 500 Jahren ebenfalls gefeiert werden. Das sagte Käßmann, die am 27. April ihr neues Amt als Luther-Botschafterin der EKD antritt, in einem Radiointerview anlässlich eines Besuchs bei ERF Medien (Wetzlar). Zudem liege ihr daran, die ökumenische Dimension des Jubiläums zu thematisieren. Dazu müsse es aber noch viele Gespräche mit der römisch-katholischen Kirche geben. Der Thesenanschlag des Reformators Martin Luther (1483-1546) gegen den Ablasshandel an der Schlosskirche in Wittenberg am 31. Oktober 1517 gilt als Beginn der weltweiten Reformation.

Käßmann sagte, die Aufgabe als Reformations-Botschafterin freue sie sehr. „Ich habe große Lust dazu“, so die Theologin in dem Radiointerview. Zu ihrem Auftrag gehöre es zu predigen, Vorträge zu halten, zu schreiben und zu lesen. „Ich werde mein Bestes tun, dies auszufüllen“. Zwei Jahre nach ihrem Rücktritt als hannoversche Landesbischöfin und Ratsvorsitzende habe sie über ihre berufliche Zukunft entscheiden müssen. Optionen seien politische Ämter gewesen, aber auch freischaffend tätig zu sein oder an der Universität zu lehren. „Ich habe mich mein Leben lang als Frau der Kirche gefühlt“, so Käßmann. Deshalb habe sie die Anfrage des Rates der EKD als Lutherbotschafterin angenommen. Bis vor kurzem hatte die 53-Jährige eine Professur an der Universität Bochum inne.

Käßmann äußerte sich in einem Fernsehinterview auch zu ihrer Vortragsarbeit außerhalb des kirchlichen Spektrums. „Ich nehme zurzeit am liebsten Einladungen von Menschen an, die etwas ferner vom binnenkirchlichen Milieu sind.“ Luthers Botschaft spreche den säkularen Menschen an, da viele zweifelten und sich fragten: „Macht mein Leben Sinn, wenn ich nicht mithalten kann, weil ich nicht die richtige Ausbildung habe? Ich habe meinen Arbeitsplatz verloren, bin erkrankt, habe eine psychische Krankheit, eine Behinderung. Meine Ehe scheitert, die Kinder sind nicht so, wie ich es mir gewünscht habe.“ Es gebe viele Menschen, die mit ihrem Leben haderten und nicht erfolgreich seien. „Diesen Menschen will ich sagen, Gott hat sich etwas dabei gedacht, auch wenn das Leben manchmal in Sackgassen gerät. Du bist etwas wert.“

Das Fernsehinterview mit Margot Käßmann ist am 7. April in der Sendung „Gott sei Dank!“ um 20 Uhr auf ERF 1 zu sehen.
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Großmufti: Sämtliche Kirchen auf Arabischer Halbinsel zerstören

Erzbischof Zollitsch fordert Wahrung der Religionsfreiheit

Bonn, 29.03.2012/APD   Der Vorsitzende der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, hat „Besorgnis und großes Befremden“ über die jüngsten Äußerungen des saudi-arabischen Großmuftis Abd al-Aziz Ibn Abdullah Al asch-Schaich zum Ausdruck gebracht. Auf eine Anfrage kuwaitischer Abgeordneter zum Bau von Kirchen in deren Land hatte der Großmufti erklärt, dass die Errichtung neuer Kirchen auf der Arabischen Halbinsel nicht erlaubt sei. Auch sollten sämtliche Kirchen in diesem Gebiet zerstört werden. Der hochrangige Rechtsgelehrte begründete diese Weisung, die nicht im Koran zu finden ist, mit einem Ausspruch (Hadith) Muhammads.

Erzbischof Zollitsch bezeichnete es als „unerträglich“, dass durch solche Äußerungen eines führenden Religionsvertreters die ohnehin labile Situation in der arabischen Welt weiter destabilisiert werde. Der Großmufti lasse „jeden Respekt für die Religionsfreiheit und das friedliche Zusammenleben der Religionen vermissen. Er verneint das Existenzrecht von Kirchen und Christen auf der Arabischen Halbinsel.“ Zollitsch wies darauf hin, dass der wirtschaftliche Aufschwung der Arabischen Halbinsel, einschließlich von Saudi-Arabien, auch mit der großen Zahl ausländischer Spezialisten und Arbeiter zusammenhänge, unter denen sich viele Christen befänden. „Es wäre ein Schlag ins Gesicht dieser Menschen, wenn man ihnen die wenigen christlichen Gottesdienststätten nehmen würde.“ Während in Saudi-Arabien nach wie vor jegliche öffentliche Präsenz des Christentums untersagt ist, betreiben einige der Nachbarländer auf der Arabischen Halbinsel in jüngster Vergangenheit eine offenere Politik und erlauben auch den Bau christlicher Kirchen.

Erzbischof Zollitsch erinnerte daran, dass der saudische König Abdullah Ibn Abd al-Aziz in den zurückliegenden Jahren seinen Wunsch nach einem Gespräch der Religionen wiederholt unterstrichen habe. So gingen ein Kongress zur Förderung des interreligiösen Dialogs in Madrid (2008) und die Gründung eines interreligiösen Dialogzentrums in Wien (2011) auf seine Initiative zurück. „Diese auf Ausgleich und wechselseitiges Verständnis gerichtete Politik wird durch die Fatwa des obersten Muftis Saudi-Arabiens vollständig konterkariert.“ Zollitsch forderte die hochrangigen politischen und religiösen Führer in der muslimischen Welt auf, den Erlass des saudi-arabischen Großmuftis eindeutig zurückzuweisen. Für die römisch-katholische Kirche in Deutschland gelte weiterhin: „Wir treten mit Entschiedenheit für die Religionsfreiheit aller Menschen in unserem Land ein. Und mit nicht geringerem Nachdruck fordern wir die gleichen Rechte für Christen in jenen Ländern, in denen die Muslime die Mehrheit stellen.“

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Deutsche Adventisten spenden 48,7 Millionen Euro

Hannover/Ostfildern bei Stuttgart, 28.03.2012/APD   Mehr als 48,7 Millionen Euro spendeten die 35.197 deutschen Siebenten-Tags-Adventisten im letzten Jahr für den Unterhalt ihrer Freikirche. Laut Günter Brecht (Hannover), Schatzmeister des Norddeutschen Verbandes der evangelischen Freikirche, habe sich das Spendenaufkommen im Vergleich zum Vorjahr um über 1,5 Millionen Euro erhöht. „Jeder Adventist in Deutschland gab durchschnittlich 1.385 Euro.“

Während der Süddeutsche Verband der Freikirche ein Plus an Gaben von 705.000 Euro (3,1 Prozent) verzeichnete, betrug die Zunahme der Spenden in Nord- und Ostdeutschland gegenüber 2009 rund 838.000 Euro (3,62 Prozent). Pastor Werner Dullinger (Ostfildern bei Stuttgart), Schatzmeister des Süddeutschen Verbandes, wies darauf hin, dass die Wirtschaftskraft in der Bundesrepublik unterschiedlich verteilt sei, wie das Spendenverhalten zeige. „Während ein Adventist in Ostdeutschland durchschnittlich 1.192 Euro und in Norddeutschland 1.226 Euro gab, waren es in Süddeutschland 1.614 Euro pro Mitglied.“

Von den 48,7 Millionen Euro gingen 2,6 Millionen Euro in die Außenmission, 7,5 Millionen Euro verblieben bei den Ortsgemeinden. Die Adventisten erheben keine Kirchensteuer, sondern unterhalten ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Gaben, zu denen auch der biblische Zehnten gehört. Viele Mitglieder geben neben zehn Prozent ihres Einkommens weitere Spenden für besondere Projekte.

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Nordamerikas Adventisten bestürzt über den Tod von Trayvon Martin

Silver Spring, Maryland/USA, 28.03.2012/APD   „Leiter und Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika teilen mit vielen anderen die tiefe Besorgnis über die sinnlose Gewalttat, die vor einem Monat zum Tod von Trayvon Martin geführt hat“, sagte Pastor Dan Jackson, Präsident der nordamerikanischen Adventisten, laut einer Medienmitteilung der Kirche. Trayvon Martin ist Ende Februar an einem Abend in Sanford, einem Vorort von Orlando/Florida, durch einen weißen, 28-jährigen freiwilligen Mitarbeiter einer Sicherheitspatrouille erschossen worden.

Laut Medienberichten ist es am letzten Samstag in Washington, New York, Chicago und Tampa zu großen Protestveranstaltungen gekommen, weil ein Moderator des Fernsehsenders FOX das Tragen eines Kapuzenpollovers durch Trayvon für dessen Erschießung mitverantwortlich gemacht habe und die Behörden nichts gegen den Täter unternommen hätten. „Der junge Trayvon entspricht in vielem unseren Jugendlichen und unseren eigenen Kinder“, betonte Pastor Jackson. „Wir trauern mit seiner Familie sowie seinen Freunden“, so der Kirchenleiter. Er hoffe, dass der Fall nun gerichtlich aufgearbeitet werde.

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Ökumenepreis 2013 der ACK

Köln, 27.03.2012/APD   Besondere Projekte und Initiativen im Bereich der zwischenkirchlichen Beziehungen in Deutschland sollen erstmals mit dem „Ökumenepreis der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)“ gewürdigt werden. Im Rahmen der Mitgliederversammlung der ACK in Köln wurde die Auszeichnung am 21. März vorgestellt. Bewerben können sich ab sofort Einzelpersonen, aber auch Gruppen und Organisationen, die das Miteinander der Christen in den verschiedenen Konfessionen fördern. Die Auszeichnung gilt insbesondere für ökumenische Initiativen sowie regionale und lokale ACKs.

Die Bewerbungsfrist endet am 30. September 2012. Der „Ökumenepreis der ACK“ ist mit insgesamt 3.000 Euro dotiert. Er wird im Anschluss an den bundesweiten Gottesdienst zur „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ am 20. Januar 2013 im Dom zu Braunschweig verliehen. Weitere Informationen samt Bewerbungsbogen sind im Internet unter www.oekumenepreis-der-ack.de zu finden.

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"Drauf fliegen. Stuttgarter Bibeln seit 1812"

Stuttgart, 27.03.2012/APD   Aus Anlass der Gründung der Württembergischen Bibelanstalt vor 200 Jahren ist vom 27. März bis 11. Mai am Flughafen Stuttgart die Ausstellung „Drauf fliegen. Stuttgarter Bibeln seit 1812“ zu sehen. Die Ausstellung im Flughafen-Terminal 3 wurde von der Württembergischen Bibelgesellschaft entwickelt und zeigt Menschen und Bibeln aus zwei Jahrhunderten. Begleitend zur Ausstellung kann an einem Lesepult in einer modernen Bibelübersetzung geblättert und gelesen werden. Eine Kinderecke bietet eine Auswahl von gängigen Kinderbibeln aus Stuttgart.

Die Württembergische Bibelanstalt wurde am 11. September 1812 in Stuttgart mit dem Ziel gegründet, die Bibel unter den ärmeren Volksklassen im Königreich Württemberg zu verbreiten. Sie entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zur größten Bibelanstalt in Deutschland. Seit 1981 wird die Verlagstätigkeit durch die neu gegründete Deutsche Bibelgesellschaft fortgeführt. Die regionalen Aufgaben der Bibelverbreitung und Bibelpädagogik erfüllt die Württembergische Bibelgesellschaft als eine besondere Abteilung unter dem Dach der Deutschen Bibelgesellschaft.

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Friedensau ein Wirtschaftsfaktor im ländlich geprägten Raum

Friedensau bei Magdeburg, 26.03.2012/APD   Der zur Stadt Möckern gehörende Ortsteil Friedensau bei Magdeburg sei durchaus ein Wirtschaftsfaktor in dem ländlich geprägten Raum von Sachsen-Anhalt, teilte der Kanzler der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau, Roland Nickel, mit. Seit 1990 wären in Baumaßnahmen und den Unterhalt von Friedensau etwa 100 Millionen Euro investiert worden.

In dem hauptsächlich von Siebenten-Tags-Adventisten bewohnten Ort befinden sich neben der Hochschule auch ein Senioren- und Pflegeheim der Freikirche sowie ein kommunaler Kindergarten. Die Einwohnerzahl liege bei knapp 500, dazu kämen die Zweitwohnsitze von Studenten. Damit habe sich die Einwohnerzahl entgegen dem Trend in Ostdeutschland fast verdoppelt, so Nickel. In Friedensau gebe es rund 150 Arbeitsplätze. Im Gästehaus der Hochschule würden etwa 6.000 Übernachtungen pro Jahr registriert. Ihre Anzahl auf dem Zeltplatz bewege sich jährlich zwischen 12.000 und 18.000. Bei großen Zeltlagern zu Himmelfahrt oder Pfingsten kämen Pfadfindergruppen aus ganz Deutschland zusammen.

1899 hatten die Adventisten den als „Klappermühle“ erstmals 1306 erwähnten Ort erworben, um ein theologisches Seminar zu erreichten. Die seit 1990 staatlich anerkannte Hochschule der Freikirche hat die Fachbereiche Theologie und Christliches Sozialwesen. An ihr sind rund 180 Studierende aus 29 Ländern eingeschrieben. Das Friedensauer Senioren- und Pflegeheim verfügt über 122 Einzelzimmer. Außerdem gibt es eine Einrichtung für „Betreutes Wohnen“.

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Anonymität über Diskriminierung von Christen brechen

St. Gallen/Schweiz, 26.03.2012/APD   Das wachsende Interesse der Medien für die zunehmenden Fälle von Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa mache das anonyme Leid der betroffenen Christen zunehmend publik, betonte der Rat der (römisch-katholischen) europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). Die Diskriminierung gehe aus dem am 19. März veröffentlichten Bericht 2011 der Beobachterstelle zu Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa hervor.

„Die europäischen Bischöfe verfolgen mit großer Aufmerksamkeit diese Vorfälle von religiöser Intoleranz und Diskriminierung in Europa“ so Mgr. András Veres, Bischof von Szombathely (Ungarn), und seitens des CCEE zuständig für die Arbeit der Beobachterstelle. Die gemeldeten Beispiele von Diskriminierung seien ein alarmierendes Anzeichen für eine relativ unbekannte, jedoch wachsende Tendenz, die an die ausschlaggebende Rolle der Religion als sozialer Zusammenhalt erinnere, unterstrich der ungarische Bischof. „Der Glaube an Gott darf nicht als Schuld oder Schwäche gelten“, führte Veres weiter aus. Die Bischöfe Europas träten für all diejenigen ein, deren Rechte verletzt wurden. Ferner erinnerten sie auch daran, „dass die Religionsfreiheit ein wertvolles Gut ist, das gewahrt werden muss, um weiterhin als Pfeiler des Friedens auf unserem Kontinent zu dienen“.

Intoleranz und Diskriminierung – keine Verfolgung
Nach Angaben der CCEE bezeichne die Beobachterstelle mit Intoleranz und Diskriminierung das wachsende Phänomen der Ungleichheit und der sozialen Ausgrenzung von Christen in der westlichen Welt. Der Begriff „Intoleranz“ beziehe sich auf die soziale, der Begriff „Diskriminierung“ auf die rechtliche Dimension des Problems. Verfolgung sei im Zusammenhang mit ausgegrenzten Christen in Europa ein unpassender Begriff, da er auf eine systematische Misshandlung hinweise, die mit Gefängnisstrafe, Folter, Hinrichtung oder der Einziehung von Vermögen verbunden wäre.

Der Bericht 2011 sollte einen umfassenden Überblick der zahlreichen Vorfälle von Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa geben. Er ist auf der Homepage des „Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians in Europe“ (Beobachterstelle zu Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa) einsehbar: www.intoleranceagainstchristians.eu.

Die Beobachterstelle ist Mitglied der Plattform der Europäischen Menschenrechtsagentur und arbeitet eng mit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zusammen. Sie ist ein unabhängiges Organ des Rats der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE).

Zum römisch-katholischen Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) gehören die 33 Bischofskonferenzen, die es derzeit in Europa gibt. Sie werden von ihren Vorsitzenden, den Erzbischöfen von Luxemburg, des Fürstentums von Monaco, der Maroniten auf Zypern sowie dem Bischof von Chisinau (Republik Moldau) und dem Eparchialbischof von Mukachevo rechtlich vertreten. Vorsitzender des CCEE ist Kardinal Peter Erdý, Erzbischof von Esztergom-Budapest und Primas von Ungarn. Stellvertretende Vorsitzende sind Kardinal Angelo Bagnasco, Erzbischof von Genua, und S.E. Mgr. Józef Michalik, Erzbischof von Przemysl. Als Generalsekretär des CCEE amtiert Mgr. Duarte da Cunha. Der Sitz des Sekretariates befindet sich in St. Gallen (Schweiz).

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Christlicher Gesundheitspreis an Schweizer Wohngemeinschaft

Kassel, 25.03.2012/APD   Der 3. Christliche Gesundheitskongress in Kassel endete mit der Verleihung des „Christlichen Gesundheitspreises“. Der erste Preis ging an die Diakonischen Wohngemeinschaften in Riehen bei Basel. In sechs Häusern leben dort Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf zusammen. Dabei wollen die Mitarbeiter den urchristlichen Aspekt des gemeinsamen Lebens und die Probleme der Gesellschaft in eine fruchtbare Beziehung bringen.

Irene Widmer, die zusammen mi ihrem Mann Thomas die Hausgemeinschaften gegründet hat, dankte einem der Hauptreferenten des Gesundheitskongresses, dem 87-jährigen Theologen Jürgen Moltmann: Seine Texte zum gemeinsamen Leben hätten den Anstoß zur Gründung gegeben. „Gemeinschaft und Freundschaft sind in Riehen der therapeutischen Beziehung vorangestellt“, erklärte Cord Meyer, Hauptgeschäftsführer des Albertinen-Diakoniewerkes in Hamburg, in seiner Laudatio. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wird an Initiativen vergeben, die ein Miteinander von christlicher Gemeinde und Gesundheitswesen modellhaft praktizieren.

Der zweite Preis ging an den Helferkreis Kaan-Marienborn bei Siegen. In dieser Einrichtung haben sich mehr als 30 freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammengeschlossen, um unter dem Dach der evangelischen Kirchengemeinde Menschen beizustehen, die Hilfe benötigen. „Wir machen das, was Angehörige und Nachbarn auch tun“, erklärte die Koordinatorin, die Krankenschwester Isolde Knebel, die wie alle anderen ehrenamtlich mitarbeitet. Allein 2011 seien 4.000 Stunden Alltagshilfe und 1.000 Stunden entlastende Dienste für Angehörige von Demenzkranken geleistet worden. In seiner Laudation lobte der Vorstandsvorsitzende der Agaplesion AG, Bernd Weber: „Sie sind da, wenn andere Feierabend machen.“

Mehr über die beiden Preisträger ist im Internet unter www.offenetuer.ch / www.mossrain.net und www.kaanmarienborn.kirchenkreis-siegen.de zu erfahren.

Mit dem Gesundheitspreis sollen Projekte honoriert und gefördert werden, in denen Mitarbeitende aus christlichen Gemeinden und Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammenarbeiten, um Menschen ganzheitlich zu helfen, betonte der Vorsitzende der Jury des diesjährigen Christlichen Gesundheitspreises, Dr. Peter Bartmann. Insgesamt hatten sich 20 Initiativen um den Preis beworben. „Alle Bewerber waren richtig gut“, hieß es. Jeder hätte einen Preis verdient. So wurden auch Vertreter der anderen 18 Projekte zum Abschluss des Gesundheitskongresses auf die Bühne im Festsaal des Kongress Palais Kassel gebeten. Darunter befand sich auch der Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG) der Siebenten-Tags-Adventisten, ein deutschlandweites Netzwerk von ehrenamtlichen Mitarbeitern, die unter dem Motto „Gesundheit ganzheitlich“ bedürfnisorientierte, praktische Hilfe zur Gesundheitsförderung leisten.
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"Das Leben wird ärmer, wenn wir nur die gesunden Zeiten schätzen"

Kassel, 25.03.2012/APD   Über „Heilungserfahrungen und Auferstehungshoffnung“ sprach der bis 1994 in Tübingen lehrende Theologe Professor Dr. Jürgen Moltmann beim 3. Christlichen Gesundheitskongress in Kassel. Moltmann warnte davor, die Krankheit vom Kranken abzuspalten. Man sage zwar „Ich habe eine Krankheit“, aber zunächst einmal sei man krank. „Jede Krankheit ist Teil einer Lebensgeschichte, und der Kranke muss sie als Teil seiner Lebensgeschichte annehmen, wenn er verstehen will, was sie ihm sagen wolle.“ Moltmann sprach sich auch gegen eine einseitige Wertschätzung der Gesundheit aus: „Unser Leben wird ärmer, wenn wir nur unsere gesunden Zeiten schätzen.“ Dass Heilung besonders bei Jesus Wertschätzung erfahre, zeigten die Berichte des Neuen Testaments. Bei Christus stünden diese Heilungen in einem besonderen Zusammenhang. In der Heilung der Kranken werde das Reich Gottes leibhaftig. Und bei einer Heilung wolle die Lebenskraft Gottes den Körper durchdringen. Der Theologe, der auch von eigenen Krankheitserfahrungen berichtete, betonte: „Die Krankenheilungen sind Vorboten der Auferstehung.“

Moltmann kritisierte vor den Medizinern, Therapeuten und Pflegenden des Kongresses einen Gesundheitsbegriff, der sich auf die Arbeits- und Genussfähigkeit beziehe. Das unterscheide sich von den Vorstellungen von Gesundheit in Afrika und Asien. Er warnte vor falschen Idealvorstellungen, die allseitiges Wohlbefinden versprächen. Vielmehr müssten Altern und Sterben als Teil des Menschseins gesehen werden. „Nicht die Abwesenheit von Störungen, sondern die Kraft, mit diesen Störungen umzugehen und zu leben, ist wichtig.“ Ohne Krankheiten zu bagatellisieren, ermutigte Moltmann die Kongressbesucher, Krankheiten auch als Chance zu sehen und die wirklich tragenden Fundamente des Lebens zu erkennen: „Dem Leben dient nicht, was im Sterben nicht tröstet.“ Als Resümee eigener Erfahrungen bekannte der Theologe: „Je mehr einen im Alter die eigenen Kräfte verlassen, umso mehr merkt man, dass man getragen wird.“
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Vergebungstraining als effektive Maßnahme gegen Bluthochdruck

Kassel, 24.03.2012/APD   „Die Heilkraft der Vergebung entdecken.“ Dazu forderte der Schweizer Facharzt für Innere Medizin und Theologe, Dr. med. Ruedi Brodbeck (Alchenflüh im Emmental), in seinem Seminar beim 3. Christlichen Gesundheitskongress in Kassel auf. Brodbeck ist seit 2006 auch als „Vergebungstrainer“ tätig.

Auf die Idee mit dem Vergebungstraining sei der Mediziner durch eine Studie von Dr. Dick Tibbits und seinen Mitarbeitern am Florida Hospital in Orlando/USA gekommen. Das Team untersuchte die Auswirkungen eines Vergebungstrainings auf den Blutdruck. Es habe nachweisen können, dass ein 8-wöchiges Trainingsprogramm Teilnehmern mit Bluthochdruck helfe, ihren Ärger zu reduzieren. Zudem bestehe eine positive Wechselbeziehung zwischen Ärger- und Blutdruckreduktion. Diejenigen Teilnehmer, die zu Beginn des Programms erhöhte Ärgerwerte verzeichneten, hätten eine deutliche Verringerung ihres erhöhten Blutdrucks erzielt. Die Forscher schlossen daraus, dass Vergebungstraining eine effektive Maßnahme zur Behandlung von Bluthochdruckpatienten mit erhöhten Ärgerwerten sein könne.

Brodbeck berichtete von einer 80-jährigen Patientin, deren Blutdruckschwankungen er medikamentös nicht geregelt bekommen habe. Als er erfuhr, dass die Frau sich immer wieder über ihren Mann ärgere, schlug er ihr ein Vergebungstraining vor. Daraufhin habe sich der Blutdruck normalisiert, und die Brustschmerzen seien nicht mehr aufgetreten. „Nach 18 Monaten war der Blutdruck unter der ursprünglichen Behandlung mit Werten um 130/80 immer noch gut eingestellt“, so der Arzt.

Vergebung betreffe den ganzen Menschen, betonte Brodbeck. Auf der Verstandesebene gelte es, Schuld aufzuarbeiten und die Vergangenheit im Bewusstsein eigener Schuld neu zu deuten. Gefühle sollten als Quelle von Informationen angesehen werden, „sich aber nicht davon überwältigen lassen“. Das Verhalten sei an den Zielen auszurichten, nicht aber am Verhalten anderer. Auf spiritueller Ebene gehe es darum, loszulassen, damit Gott handeln könne. Die Prämisse laute: „Ich vergebe nicht, weil ich vergeben muss, sondern weil ich bereit bin, heil zu werden.“ Schmerzhafte Gefühle müssten geheilt, nicht aber wiederaufbereitet werden. Vergebung sei der einzige Weg, gestörte Beziehungen wieder heil werden zu lassen.

Dr. Ruedi Brodbeck führt vom 4. bis 8. November 2012 in Freudenstadt ein Vergebungsseminar für den Deutschen Verein für Gesundheitspflege (DVG) durch. Informationen dazu gibt es im Internet unter www.dvg-online.de. Der DVG ist eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, ebenso wie in der Schweiz die Liga Leben und Gesundheit (LLG), der Brodbeck vorsteht.
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Landhaus "Die Arche" mit Seminaren und Kuren

Kassel, 24.03.2012/APD   Unter den über 120 Ausstellern beim 3. Christlichen Gesundheitskongress in Kassel war auch das Landhaus „Die Arche“ zu finden. Die Pension in Zislow am Plauer See in Mecklenburg bietet eine vegetarische Vollwertküche in einer rauch- und alkoholfreien Atmosphäre. Angeboten werden auch Seminare und Kuren, etwa „Wege aus der Depression“, der Kochkurs „Vegane Köstlichkeiten“ oder die Kindergesundheitswoche. Die private Einrichtung ist Mitglied beim Deutschen Verein für Gesundheitspflege (DVG) der Siebenten-Tags-Adventisten. Weitere Informationen im Internet unter www.DieArche.de.
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"DVG-Health-Expo" beim Gesundheitskongress in Kassel

Kassel, 23.03.2012/APD   „Gesundheit ganzheitlich“ ist das Motto des Ausstellungsstandes des Deutschen Vereins für Gesundheitspflege (DVG) beim 3. Christlichen Gesundheitskongress in Kassel. „Geprägt durch das biblische Menschenbild, sieht der 1899 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründete Verein den Menschen als Ganzheit und will zu seinem körperlichen, geistig-seelischen, spirituellen und sozialen Wohlbefinden beitragen“, erläuterte DVG-Bundesgeschäftsführer Bernd Wöhner (Ostfildern bei Stuttgart). Der Mensch als ganzheitliches Wesen dürfe nicht in einen körperlichen, psychischen, geistigen oder sozialen Bereich aufgeteilt werden. Erst im Zusammenspiel aller Bereiche könne der Mensch froh, glücklich und hoffnungsvoll leben. Die Angebote des DVG seien biblisch fundiert, wissenschaftlich untermauert, frei von Esoterik und höben sich dadurch von einer Vielzahl anderer Gesundheitsangebote ab, beteuerte Wöhner.

Der Verein stellt im Kongresspalais Kassel seine interaktive Gesundheitsmesse „DVG-Health-Expo“ vor. Dabei geht es unter anderem um Aspekte, wie ausgewogene Ernährung, Bewegung, um aktiv zu bleiben, das Leben durch Erholung genießen, entscheidungsfreudig zu sein, durch Beziehungen Glück aufzubauen, Gottvertrauen sowie Vergebung, um zu gesunden. Interessenten können am DVG-Ausstellungsstand ihre Blutwerte bestimmen und ihr biologisches Alter ermitteln lassen. Eine Rückenmassage trägt zum Wohlbefinden bei. Außerdem wird auf die „12 Gebrauchsanleitungen für ein glückliches Leben“, eine „Ganzheitliche Bergfreizeit für Wanderfreudige“ im Montafon (Vorarlberg/Österreich) und auf das Seminar „Vergeben lernen – Ihrer Gesundheit zuliebe“ hingewiesen.

Studien zeigten, dass siebzig Prozent aller Krankheiten auf einen ungesunden Lebenstil zurückzuführen seien. „Wir möchten helfen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken“, betonte DVG-Bildungsreferentin Gerlinde Alscher.
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"Es ist ein Wunder, dass sich immer mehr Menschen um Pflegebedürftige kümmern"

3. Christlicher Gesundheitskongress in Kassel eröffnet

Kassel, 22.03.2012/APD   „Christen, die im Gesundheitswesen aktiv sind, und Christen, die ehrenamtlich in Kirchengemeinden begleitend wirken, wollen miteinander und voneinander lernen“, betonte Dr. Georg Schiffner zu Beginn des Christlichen Gesundheitskongresses im Kongresspalais Kassel. „Es geht uns vor allem um eine Ermutigung der Teilnehmer“, ergänzte die Pflegewissenschaftlerin Annette Meussling-Sentpali.

Der 3. Christliche Gesundheitskongress in Kassel vom 22. bis 24. März verzeichnet etwa 1.400 Teilnehmer. Davon ist rund ein Viertel Mediziner und ein Drittel kommen aus pflegerischen Berufen. Die übrigen sind haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende aus den unterschiedlichsten Bereichen.

Der Psychiater Professor Dr. Klaus Dörner (Hamburg) eröffnete den Vormittag mit dem Vortrag „Sehnsucht nach dem perfekten Menschen“. Er machte deutlich, dass die Vorstellung eines perfekten Menschen im Schwinden sei. „Wir haben davon geträumt, eine leidensfreie Gesellschaft zu schaffen“, doch der medizinische Fortschritt führe bei immer mehr Menschen zum Leben mit einer Demenz oder als chronisch Kranker. Dabei könne unser Gesundheitssystem nicht mehr durch professionelle Helfer allein aufrechterhalten werden. „Es ist ein Wunder, dass sich immer mehr Menschen freiwillig um Pflegebedürftige kümmern“, betonte Dörner und verwies auf die wachsende Zahl von ehrenamtlichen Aktivitäten. Seit den 1980er Jahren wachse diese Form bürgerschaftlichen Engagement. Der Psychiater regte an, dass zum Beispiel Arztpraxen mit Nachbarschaftsinitiativen zusammenarbeiteten.

Die Berliner Pfarrerin Geertje-Froken Bolle berichtete im Kongresspalais, wie Kirchengemeinden auf die Herausforderung durch die zunehmende Zahl Demenzkranker reagieren könnten, indem sie das Modell von Gottesdiensten für Menschen mit Demenz in Berlin vorstellte. Sie plädierte dafür, demente Menschen im Gottesdienst willkommen zu heißen. „Eine Rampe zu bauen, ist oft leichter, als dementen Besuchern eine Teilnahme am Gottesdienst zu ermöglichen.“ Im Gottesdienst müssten sich Menschen zu Hause fühlen. Hier müsse die Nähe Gottes und der Menschen erfahrbar werden. „Jeder soll in seiner Unverwechselbarkeit wertgeschätzt werden.“

Dr. Gisela Schneider vom Deutschen Institut für ärztliche Mission in Tübingen berichtete von dem Modellprojekt „Bündnis gegen Depression“. Das Tübinger Institut versuche, Erfahrungen aus Afrika und Asien für den deutschen Kontext zu nutzen. Dort gebe es auch in Situationen, die niederschmetternd sein könnten, eine große Widerstandskraft. Der Grund: In Afrika und Asien wirke sich die Gemeinschaft untereinander, auch in einer christlichen Gemeinde, heilend aus. „Wir können der Pandemie Depression wirksam begegnen, von der allein in Deutschland vier Millionen Menschen betroffen sind.“ Dabei werde Depression durch die Bedingungen der modernen Gesellschaft gefördert, die besonders durch Selbstbezogenheit geprägt sei. Gisela Schneider warb darum, dass Kirchengemeinden zur Aufklärung beitrügen, ein soziales Netz knüpften und Orte der Gottesbegegnung gestalteten.

Professor Dr. Bernd Raffelhüschen (Freiburg), der sich mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens befasst, appellierte an die Kirchen, die Herausforderungen des demographischen Wandels anzunehmen. Die starke Zunahme alter Menschen bei gleichzeitig abnehmender Zahl der Erwerbstätigen führe zu einer stark veränderten Zusammensetzung. Die sehr günstigen Voraussetzungen für ein längeres Leben verstärkten den Effekt. Dadurch entstünde ein finanzieller Engpass, der zu Verteilungskonflikten führen werde. „Von drei Viertel der Kongressteilnehmer ist anzunehmend, dass sie pflegebedürftig werden.“

Dass das menschliche Leben begrenzt sei und daher Heilung immer nur einen Aspekt des Lebens darstellen könne, erläuterte Dr. Eckhard Frick, Professor für Spiritualität, an der Universität München. Ihm gehe es darum, dass künftige Ärzte die spirituellen Bedürfnisse ihrer Patienten in den Blick bekämen. Er plädierte dafür, dass neben dem heilenden Aspekt medizinischer Behandlung auch der begleitende ausgebaut werde.
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Ökumenepreis 2013 der ACK

Köln, 22.03.2012/APD   Besondere Projekte und Initiativen im Bereich der zwischenkirchlichen Beziehungen in Deutschland sollen erstmals mit dem „Ökumenepreis der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)“ gewürdigt werden. Im Rahmen der Mitgliederversammlung der ACK in Köln wurde die Auszeichnung am 21. März vorgestellt. Bewerben können sich ab sofort Einzelpersonen, aber auch Gruppen und Organisationen, die das Miteinander der Christen in den verschiedenen Konfessionen fördern. Die Auszeichnung richtet sich besonders an ökumenische Initiativen sowie an regionale und lokale ACKs.

Die Bewerbungsfrist endet am 30. September 2012. Der „Ökumenepreis der ACK“ ist mit insgesamt 3.000 Euro dotiert. Er wird im Anschluss an den bundesweiten Gottesdienst zur „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ am 20. Januar 2013 im Dom zu Braunschweig verliehen. Weitere Informationen samt Bewerbungsbogen sind im Internet unter www.oekumenepreis-der-ack.de zu finden.
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Adventisten kondolieren zum Tod des koptischen Papstes Shenouda III.

Silver Spring, Maryland/USA, 22.03.2012/APD   Pastor John Graz, Direktor der Abteilung für öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit (PARL) der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, hat der Koptisch-Orthodoxen Kirche zum Tod von Papst Shenouda III., Papst von Alexandrien und Patriarch des Heiligen Stuhles von St. Markus, sein Beileid ausgesprochen, wie er gegenüber dem APD mitteilte. Shenouda ist am 17. März im Alter von 88 Jahren gestorben, nachdem er vier Jahrzehnte als Kirchenoberhaupt gedient hatte.

Laut Adventist News Network (ANN) bezeichnete Graz Shenouda als einen „starken Führer“ und würdigte dessen Liebe zu Ägypten sowie seine Hingabe an die nationale Einheit. Der PARL-Direktor habe auch auf Shenoudas Mut hingewiesen. Als dieser 1981 aus der Gunst des ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat gefallen sei, habe Sadat den koptischen Papst in ein einsames Kloster verbannt. Shenouda sei erst vier Jahre später von dem neuen ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak aus der Verbannung entlassen worden.

Die Beziehungen zwischen Shenouda und den Adventisten seien zeitweise angespannt gewesen, so ANN. 2003 habe der koptische Papst die Adventisten öffentlich angegriffen und ihnen „Störung der nationalen Einheit“ vorgeworfen. Dennoch habe Graz den koptischen Papst für die Aufrechterhaltung der positiven Beziehungen zu den Muslimen gelobt. Christen und andere religiöse Minderheiten hätten seit dem Sturz der Regierung Mubarak zunehmend unter Anschlägen gelitten.

„Die Siebenten-Tags-Adventisten hoffen, dass das neue Oberhaupt der koptischen Kirche gute Beziehungen mit der gesamten und vielfältigen christlichen Familie in Ägypten pflegen sowie ein Förderer von Frieden und Religionsfreiheit sein wird“, sagte Graz.

Annähernd 100.000 Christen haben in den letzten Monaten Ägypten mit seinen 79 Millionen Einwohnern verlassen, berichtet die „New York Times“. Ägypten ist nach der Verfassung ein islamischer Staat mit dem Islam als Staatsreligion. Etwa 90 Prozent der Einwohner des Landes bekennen sich zum sunnitischen, weniger als ein Prozent zum schiitischen Islam. Die Christen, geschätzte acht bis zwölf Prozent der Bevölkerung Ägyptens oder sechs bis zehn Millionen Einwohner, gehören mehrheitlich zur Koptisch-Orthodoxen Kirche.

Weitere christliche Kirchen in Ägypten sind die römisch-katholische Kirche, die Syrisch-Orthodoxe Kirche, die Armenisch-Orthodoxe Kirche, die Griechisch-Orthodoxe Kirche von Alexandrien, die Koptisch-Katholische Kirche von Alexandrien sowie das Griechische Melkitisch-Katholische Patriarchat von Antiochien, Alexandrien und Jerusalem.

Die Protestanten mit rund 100.000 Mitgliedern etablierten sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit 16 Denominationen, darunter Presbyterianer, Anglikaner, Baptisten und Siebenten-Tags-Adventisten. Letztere erhielten 1960 einen rechtlichen Status. Vertreten sind auch die Zeugen Jehovas, Baha’i und wenige Mormonen. Die jüdische Gemeinde in Ägypten umfasst rund 200 ältere Personen.

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Adventisten in Frankreich entsetzt über Mordanschläge

Paris/Frankreich, 21.03.2012/APD   Pastor Jean-Claude Nocandy, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Frankreich, Belgien und Luxemburg sei schockiert und entsetzt über den antisemitischen und gewalttätigen Mordanschlag vor einer jüdischen Schule vom 19. März in Toulouse (Haute Garonne), teilte der adventistische Pressedienst BIA mit. Nocandy habe den betroffenen Familien und der jüdischen Gemeinschaft in Toulouse das Beileid der Adventisten ausgedrückt.

Ebenso inakzeptabel sei laut Nocandy der tödliche Angriff vom 17. März in der Moschee in Arras (Pas-de-Callais), bei dem ein Moscheebesucher beim Beten vom Täter mit einem Baseballschläger getötet und ein weiterer verletzt wurde. Die adventistische Kirchenleitung von Frankreich, Belgien und Luxemburg kondoliere der Familie des Ermordeten und dem Präsidenten des Rats der Muslime in Frankreich (CFCM).

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"Durch den christlichen Glauben eine weitere Quelle der Kraft"

Adventisten gratulieren Joachim Gauck zur Wahl als Bundespräsident

Ostfildern bei Stuttgart, 20.03.2012/APD   Zur Wahl als Bundespräsident gratulierte der 1. Vorsitzende der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Pastor Günther Machel (Ostfildern), Dr. Joachim Gauck. Machel würdigte in seinem Schreiben die Rede des neuen Präsidenten vor der Bundesversammlung. Das Staatsoberhaupt habe dargelegt, „welch hohes Gut die Demokratie ist“, sodass er selbst seit der ersten „freien, gleichen und geheimen“ Volksabstimmung am 18. März 1990 in Ostdeutschland keine Wahl versäumt habe.

Gauck habe als evangelisch-lutherischer Pastor in Rostock für sein maßgebliches Engagement bei der friedlichen Revolution in der damaligen DDR große Verdienste erworben. Ebenso als Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde. Er habe sich stets gegen das Vergessen und für Demokratie eingesetzt.

„Die Erwartungen an Ihre Person und Ihr Amt sind immens“, gab Machel zu bedenken. „Sie sollen dem Amt des Bundespräsidenten wieder ‚Sinn und Würde verleihen‘, heißt es.“ Das sei eine nicht einfach zu tragende Bürde. „Wir wünschen Ihnen, dass Ihr politisches Gespür und Ihre Fähigkeit, den Menschen nahe zu sein, Ihnen bei den Herausforderungen in Ihrem Amt helfen.“ Durch den christlichen Glauben, der Joachim Gauck präge, habe er eine weitere Quelle der Orientierung und Kraft. Der adventistische Freikirchenleiter erinnerte an das Bibelwort in Psalm 68,20: „Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.“ Diese Erfahrung wünsche er dem neuen Bundespräsidenten bei den vielen Erwartungen, die mit seiner Person und seinem Amt verbunden seien. „Wir werden Sie in unsere Gebete mit einschließen“, versprach Machel.

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Weltweit mehr Katholiken und Priester

Rom/Italien, 19.03.2012/APD   Die römisch-katholische Kirche zählt nach der neuesten Ausgabe des päpstlichen Jahrbuchs „Annuario Pontificio“ weltweit 1,196 Milliarden Mitglieder oder 17,5 Prozent der Weltbevölkerung. Laut Vatikan stieg die Zahl der Katholiken 2010 gegenüber dem Vorjahr 2009 um 1,3 Prozent.

Nach Kathpress habe sich die Gesamtzahl der Priester in der Weltkirche abermals leicht um 1.643 auf nunmehr 412.236 erhöht. In Europa hätte es 2010 hingegen insgesamt 905 Priester weniger als 2009 gegeben. Mehr Priester würden vor allem in Asien (plus 1.695) sowie in Afrika (plus 761) wirken. Ein ähnliches Bild wie für die Priester biete sich für die Seminaristen. Insgesamt gebe es bei den angehenden Priestern 2010 eine Zunahme um vier Prozent gegenüber 2005 auf weltweit insgesamt 118.990 Personen. In Europa sei ihre Zahl in diesem Zeitraum jedoch um 10,4 Prozent und in Nordamerika um 1,1 Prozent gesunken.

Der rückläufige Trend für Ordensbrüder, also männliche Ordensangehörige ohne Priesterweihe, habe sich nach Angaben des Vatikan im Jahr 2010 nicht fortgesetzt, meldet Kathpress. Ihre weltweite Zahl bleibe in etwa konstant; 2010 waren es 54.665, 2009 noch 54.229. Gleiches gelte auch für die Ordenspriester: 135.227 seien hier für das Jahr 2010 registriert worden. Die Zahl der Ordensfrauen habe aber im gleichen Zeitraum von 729.371 auf 721.935 abgenommen. Zurückzuführen sei das auf die sinkende Anzahl an Ordensfrauen in Europa und Amerika. In Afrika und Asien gebe es 2010 hingegen jeweils um rund zwei Prozent mehr Ordensfrauen als 2009. Einen deutlichen Anstieg von 38.155 auf 39.564 (3,7 Prozent) verzeichne die römisch-katholische Kirche bei den Ständigen Diakonen, die fast alle in Nordamerika und Europa tätig seien.

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Ruhetag für Juden und Adventisten bei Schulsportmeisterschaft in den USA

Silver Spring, Maryland/USA, 18.03.2012/APD   Die Verschiebung von Wettkampfdaten aus religiösen Gründen werde in den USA üblicherweise durch die Vereinigung texanischer Privat- und kirchlicher Schulen (TAPPS) nicht bewilligt, teilte Adventist News Network (ANN) mit. Mehr als zehn Jahre Beharrlichkeit in der Einhaltung des biblischen Ruhetags, des Sabbats, bei Sportwettkämpfen durch die Burton Adventist Academy (Gymnasium), Arlington/Texas, habe möglicherweise der Robert M. Beren Academy, einer orthodoxen jüdischen höheren Schule, in Huston/Texas, geholfen, dass TAPPS am 1. März die Verschiebung eines auf Samstag (Sabbat) festgelegten Spiels genehmigte. Das jüdische Basketballteam hätte aufgrund der Verschiebung das Halbfinalspiel nicht absagen und als verloren abgeben müssen, sondern es außerhalb der Sabbatstunden absolvieren können. Drei Eltern und drei Studenten des jüdischen Gymnasiums hatten beim Bundesgericht eine Klage eingereicht und Diskriminierung aus religiösen Gründen geltend gemacht.

Laut ANN sei TAPPS-Direktor Edd Burleson schon 2001 mit der Sabbatfrage konfrontiert worden. Damals habe die Burton Adventist Academy in Arlington/Texas ein hervorragendes Basketballteam gehabt. Obwohl die anderen Schulteams der Verschiebung der Wettkämpfe zugestimmt hätten, habe TAPPS auf die festgelegten Samstagdaten bestanden, worauf das adventistische Team die betreffenden Spiele absagte und damit verloren gab. Dasselbe habe sich 2004 wiederholt, sehr zur Enttäuschung der beteiligten Studenten, heißt es in dem Bericht.

Das Fußballteam (soccer) der Burton Adventist Academy habe Geschichte geschrieben, weil es ihm als erster Mannschaft gelungen sei, ein Halbfinalspiel nicht an einem Samstag (Sabbat) austragen zu müssen. Das adventistische Gymnasium hätte aber die entstehenden Kosten für die Verschiebung übernehmen müssen. Im Jahr 2011 sei es dann das Basketballteam der gleichen Schule gewesen, dem unter denselben Auflagen die Wettkampfverschiebung erlaubt worden sei.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten lehrt seit ihrer Gründung im Jahr 1863 die Beachtung des biblischen Sabbats als Ruhetag. Dieser beginne nach der Heiligen Schrift am Freitagabend und endet am Samstagabend jeweils bei Sonnenuntergang. Weltweit gibt es knapp 17 Millionen erwachsene getaufte Adventisten. Davon leben über 1,1 Millionen in Nordamerika.
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Nahrungsmittel und neue Anbaumethoden gegen Hunger in Mali

Köln, 16.03.2012/APD   Um die Not in der Sahelzone zu lindern, plane die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland zunächst die Verteilung von Nahrungsmitteln in Mali, teilte die „Aktion Deutschland Hilft“ mit. Damit die reine Verteilung von Lebensmitteln aber nicht zur Abhängigkeit führe, würden die sogenannten Arbeitsgruppen „Cash for Work“ (Geld für Arbeit) und „Cash for Training“ (Geld für Ausbildung) angeboten. Die dadurch erworbenen Fähigkeiten könnten dazu beitragen, die Hungersnot langfristig zu bekämpfen. Das verdiente Geld stärke die Binnennachfrage und führe dazu, dass der lokale Markt wieder attraktiver für die Händler werde.

Nur die Kinder sollten gezielt durch Nahrungslieferungen an Schulen direkt versorgt werden. Die Folgen der Unterernährung bei Kindern und die damit verbundenen Spätfolgen gehörten laut der UNO zu den Hauptgründen, warum ein Land nicht aus dem Armutskreislauf herauskomme. Hier wolle ADRA ansetzen.

Zur langfristigen Stabilisierung der Lage sollten vor allem Schulungen für verbesserte Anbaumethoden in Mali durchgeführt werden, die den veränderten Klimabedingungen angepasst seien. Zudem fördere ADRA den Anbau von Nahrungsmitteln in Gemüsegärten. Dazu verteile ADRA Setzlinge und Werkzeuge.

Mit dem Projekt plane ADRA vor Ort, eine schlimmere Krise wie in Ost-Afrika zu verhindern und nachhaltig zu helfen. Die Menschen sollten dabei unterstützt werden, auf künftige Krisen besser vorbereitet zu sein.

Die „Aktion Deutschland Hilft“ ist das 2001 von zehn Hilfsorganisationen, darunter ADRA, gegründete Bündnis von 21 Mitgliedern, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Weitere Informationen bei www.aktion-deutschland-hilft.de.
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Busunglück Schweiz: Adventisten kondolieren Angehörigen der Unfallopfer

Zürich/Schweiz, 15.03.2012/APD   Am 13. März um 21.15 Uhr berührte laut Polizeibericht ein aus Belgien stammender Reisebus in der Schweiz den rechten Randstein des Autobahntunnels A9 zwischen Siders Ost und Siders West und prallte anschließend frontal in eine Nothaltestelle. Dabei starben 28 Menschen, darunter 22 zwölfjährige Schüler. Sie kamen mehrheitlich aus dem katholischen Sint-Lambertus-Kolleg im zentralbelgischen Heverlee-Leuven und befanden sich mit sechs Erwachsenen auf der Rückreise von einer Skifreizeit in der Region Val d´Anniviers

„Wir trauern mit den Eltern und Angehörigen der Opfer und sprechen ihnen unser Beileid aus“, sagte Pastor Günther Maurer, Vize-Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz. „Wir haben umgehend mit der adventistischen Kirchenleitung in Belgien Kontakt aufgenommen, damit diese unsere Bestürzung und Anteilnahme den Familienmitgliedern vor Ort ausdrücken kann.“
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Weniger Herzinfarkte durch Nichtraucherschutzgesetze

Hamburg, 15.03.2012/APD   Seit Einführung der Nichtraucherschutzgesetze in Deutschland gebe es deutlich weniger Herzinfarkte und deren Vorstufe (Angina pectoris), teilte die Krankenkasse DAK-Gesundheit mit. Eine von ihr beim „Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung“ (IFT-Nord), Kiel, in Auftrag gegebene Studie belege, dass nach der sukzessiven Einführung der Nichtraucherschutzgesetze in den Bundesländern zwischen August 2007 und Juli 2008 die stationären Behandlungen infolge einer Angina pectoris um 13 Prozent und aufgrund eines Herzinfarktes um acht Prozent zurückgegangen seien. Dabei habe das Institut die Krankenhausdaten von über drei Millionen Versicherten der Kasse über fünf Jahre ausgewertet.

Die Nichtraucherschutzgesetze hätten bewirkt, dass im Jahr nach der gesetzlichen Einführung allein bei der DAK 1.880 Krankenhausbehandlungen verhindert und Kosten in Höhe von 7,7 Millionen Euro eingespart worden seien. „Die Ergebnisse unserer Studie machen deutlich, wie groß die Bedeutung der Nichtraucherschutzgesetze für die Gesundheit ist“, betonte Professor Dr. Herbert Rebscher, Vorsitzender des Vorstands der DAK-Gesundheit. Er kritisierte allerdings, dass in den einzelnen Bundesländern nach wie vor eine Art „Flickenteppich“ unterschiedlicher Regelungen vorherrsche. Seine Kasse appelliere deshalb an die Verantwortlichen in Bund und Ländern, den Ergebnissen Rechnung zu tragen und für ein einheitliches und ausnahmsloses Rauchverbot zu sorgen. „Bayern kann hier mit seinem konsequenten Nichtraucherschutz als Blaupause für andere Bundesländer dienen“, sagte Rebscher. Auch zum Schutz vor Passivrauchen müsse es ein ausnahmsloses Rauchverbot in gastronomischen Betrieben geben.

Die Bevölkerung in Deutschland stehe hinter den Gesetzen, unterstrich Rebscher. Wie eine von der DAK bei „Forsa“ in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage vom Februar 2012 zeige, fänden 82 Prozent der Befragten die Nichtraucherschutzgesetze gut; „sogar 68 Prozent der Raucher sagen das“. Immerhin hätten 63 Prozent angegeben, dass sie sich früher häufig durch den Rauch belästigt fühlten. Knapp ein Viertel gehe seither öfter in Cafés und Restaurants.

Professor Dr. Reiner Hanewinkel vom IFT-Nord in Kiel wies darauf hin, dass die Nichtraucherschutzgesetze in Deutschland nicht nur zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung geführt hätten, sondern auch zur Verminderung von Behandlungskosten. „Eine seltene Kombination in der Medizin!“ Er bemängelte allerdings ebenfalls die Ausnahmeregelungen der meisten Bundesländer, sodass dort beispielsweise in Bars häufig nach wie vor geraucht werden dürfe.

Professor Dr. Gohlke vom Herz-Zentrum Bad Krozingen machte deutlich, dass im Jahr 2007 in Deutschland 106.623 Menschen an tabakbedingten Erkrankungen gestorben seien. Das wären 292 Todesfälle täglich. Damit sei Rauchen wesentlich gefährlicher als der Straßenverkehr, bei dem jeden Tag zehn bis elf Menschen ums Leben kämen. „Alles, was zu einer Verminderung der rauchabhängigen Krankheits- und Todesfälle führt, ist daher willkommen!“

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hatte sich besonders in Bayern für den Nichtraucherschutz eingesetzt. Die bayerische Freikirchenleitung förderte 2009 sowohl das Volksbegehren, wie auch 2010 den Volksentscheid zur Änderung des Gesundheitsschutzgesetzes (GSG), damit die Gastronomie im Freistaat wirklich rauchfrei sei. Der Vorsteher der Adventisten in Bayern, Pastor Rainer Wanitschek (München), rief damals die Pastoren und Mitglieder der evangelischen Freikirche auf, sich am Volksentscheid zu beteiligen und mit „Ja“ zu stimmen. Da die gesundheitlichen Gefahren des Passivrauchens für Erwachsene und insbesondere Kinder erheblich seien, sollte in Gaststätten grundsätzlich nicht geraucht werden. Wanitschek forderte zudem die Mitglieder auf, auch andere Wähler zu mobilisieren, damit sie sich ebenfalls für einen konsequenten Nichtraucherschutz einsetzten. Der Geistliche erinnerte daran, dass sich Adventisten zwar aus gesundheitlichen Gründen gegen das Rauchen wendeten, aber Rauchern helfen würden, um von der Sucht loszukommen. Der von der Freikirche bereits 1899 gegründete Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG) biete seit Jahren das Raucher-Entwöhnungsprogramm „Endlich frei!“ an.
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Hilfe in Somalia kein "Tropfen auf den heißen Stein"

Weiterstadt bei Darmstadt, 14.03.2012/APD   „In Somalia leiden 3,7 Millionen Menschen unter der Dürre und dem Hunger. Die Zahl der mangel- oder unterernährten Kinder ist von 390.000 auf 450.000 angestiegen“, teilte der Direktor der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, Erich Lischek (Weiterstadt bei Darmstadt) mit. Die Behauptung, die Hilfe aus Europa oder den USA sei ja nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“ und komme nicht richtig bei den Hungernden an, lässt Lischek nicht gelten. Ein paar schlichte Zahlen allein über die Arbeit des ADRA-Netzwerkes belegten das Gegenteil. „Bedenkt man die Umstände, unter denen diese Hilfe geleistet wird, die Größe des Gebiets und die verstreute Bevölkerung, wird ersichtlich, wie wichtig die Zusammenarbeit mit vielen anderen Organisationen ist, die sich in den gleichen Regionen engagieren.“

Seit November 2009 baue ADRA in Somalia Schulen und Bildungszentren auf, so Lischek. Das Projekt ende im November diesen Jahres und komme direkt oder indirekt etwa 4,8 Millionen Menschen zugute. In Sool, Sanaag, Awdal und der Region Gebiley in Somaliland setze ADRA gegenwärtig Wasserstellen instand, baue Dämme und Flachbrunnen, kümmere sich um Sanitär- und Hygienemaßnahmen sowie die Müllentsorgung und fördere die Landwirtschaft. Davon würden 93.200 Bewohner profitieren. Nach sechs Monaten habe ADRA im Februar die Hilfsgüter-Verteilung, Versorgung durch Wassertanks und der Instandsetzung von Wasserstellen für 19.000 Menschen in Nugal und der Galmudug Region von Puntland abgeschlossen. Im letzten Jahr seien zwei Monate lang in Zentral-Somalia und in der Galmudug Region Nahrungsmittel an 370 vertriebene Familien mit insgesamt 2.200 Angehörigen verteilt worden. Von Februar bis Mai 2011 habe ADRA in der Nugal Region in Puntland 7.740 Menschen Trinkwasser mit Tanklastwagen gebracht.

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Bis 2015 alle 1.189 Kapitel der Bibel lesen

Köln, 13.03.2012/APD   Der in Köln ansässige, christlich ausgerichtete Verein „staonline“ beteiligt sich mit einem eigenen Online-Projekt an der weltweiten adventistischen Initiative, im Zeitraum vom 17. April 2012 bis 2. Juli 2015 alle 1.189 Kapitel der Bibel zu lesen. Pastor Ted N. C. Wilson, Präsident der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, wird am 17. April in Anwesenheit von adventistischen Kirchenleitern aus aller Welt das erste Kapitel des Genesisbuches lesen. Ihren Abschluss findet die Initiative während der Weltsynode der Adventisten im Juli 2015 in San Antonio, Texas/USA, mit der öffentlichen Lesung der letzten Kapitel aus der Apokalypse.

Interessenten könnten sich laut Martin Haase, dem 1. Vorsitzenden von „staonline“, ab sofort auf der deutschsprachigen Webseite http://www.erneuertdurchseinwort.de für die kostenfreie Zusendung der einzelnen Kapitel anmelden. Ab 17. April erhielten alle registrierten Teilnehmer den entsprechenden Bibelabschnitt per E-Mail zugestellt. Mit der Deutschen Bibelgesellschaft sei die Verwendung der „Gute Nachricht Bibel“ in der revidierten Fassung von 2000 vereinbart worden.

Für die Initiatoren stehe das Kennenlernen der Bibel im Zentrum der konfessionsübergreifenden Aktion, informierte Haase. Ein Team von Pastoren und ehrenamtlich engagierten Bibelkundigen stünde für die Moderation und Beantwortung von Verständnisfragen bereit. Christliche Gemeinden, Jugendgruppen und Hausbibelkreise seien eingeladen, kreative Bibellesungen zu gestalten. Die Veranstalter freuten sich über die Zusendung entsprechender Berichte oder Videos, die auf der Webseite veröffentlicht werden dürften.

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"Die Ausmaße der Katastrophe sind riesig"

Yamamotos Bürgermeister: „Unschätzbare Dienste von ADRA nach Tsunami“

Köln, 12.03.2012/APD   Ein Jahr nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami in Japan sprach Toshio Saito, Bürgermeister der südlich von Sendai gelegenen Stadt Yamamoto, über die Katastrophe, und wie die unmittelbare Not dann gemeinsam mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA bewältigt wurde.

Wie das Bündnis der Hilfsorganisationen „Aktion Deutschland hilft“ mitteilte, sei die Bevölkerung nach dem Erdbeben durch fest installierte Sirenen gewarnt worden. Außerdem wären Feuerwehrautos durch die Gegend gefahren und hätten die Menschen über Lautsprecher informiert. „Dadurch und durch Hinweise im Radio konnten sich sehr viele Menschen retten“, erinnerte sich der Bürgermeister. Doch niemand habe damit gerechnet, dass eine Stunde nach dem Erdbeben eine über zehn Meter hohe Welle hereinbrechen könnte. „Unser Schutzwall war mit fünf Metern Höhe viel zu niedrig. Das Wasser drang über drei Kilometer weit ins Landesinnere vor. Letztlich waren 40 Prozent der Fläche Yamamotos mit Wasser bedeckt. 2.500 Häuser wurden vollständig zerstört oder schwer beschädigt, rund 7.500 Menschen waren mit einem Schlag obdachlos. 618 Bewohner wurden tot aufgefunden oder sind noch vermisst.“

Die 7.500 Obdachlosen seien auf insgesamt 19 Evakuierungszentren verteilt worden. Bei der Versorgung dieser Frauen, Männer und Kinder habe ADRA unschätzbare Dienste geleistet, betonte Saito. „So hat die Organisation zwischen April und Juli 2011 rund 14.500 Mahlzeiten gekocht und ausgegeben. Zudem wurden Decken, Kissen und Plastikplanen verteilt.“

Die Obdachlosen seien dann entweder bei Verwandten oder in einem der 1.030 Wohncontainer, den sogenannten Übergangshäusern, die an acht Standorten errichtet wurden, untergekommen. „Sie werden dort für mindestens zwei Jahre leben“, schätzt der Bürgermeister. In einem solchen Container wohne auch er mit seiner Mutter. ADRA habe die Familien mit wichtigen Haushaltsgegenständen ausgestattet, darunter Geschirr, Töpfe, Schüsseln und Reiskocher. Auch die Verteilung von Hygieneartikeln wie Seife, Zahnpasta oder Windeln sei äußerst wichtig gewesen. „Die Menschen haben alles verloren, viele auch ihre Arbeit. Für einen Neustart sind sie auf die Unterstützung von ADRA angewiesen.“

Vor der Katastrophe hätten die Menschen überwiegend von der Landwirtschaft gelebt, so Toshio Saito. „Auf den überschwemmten Gebieten wurden Äpfel und Erdbeeren angebaut.“ Wegen des Salzwassers sei das nicht mehr möglich. Die Erdbeerfelder würden wohl in andere Gebiete verlagert. Ebenso die Häuser der Bauern, denn im Katastrophengebiet werde niemand mehr bauen dürfen. Das sei zu gefährlich. Viele der Bauern würden helfen, die Trümmer zu beseitigen. Dafür erhielten sie Geld vom Staat und hätten so ein Auskommen. Die staatliche Hilfe werde noch lange notwendig sein, „denn die Ausmaße der Katastrophe sind riesig“, fügte der Bürgermeister hinzu.

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Beste Predigt 2012 gesucht

Bonn, 11.03.2012/APD   Der Verlag für die Deutsche Wirtschaft (Bonn) hat erneut den „Predigtpreis“ ausgeschrieben. Bis zum 15. Juli 2012 können Predigten von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Kirchen, Freikirchen und Landeskirchlichen Gemeinschaften eingesandt werden, die innerhalb der letzten zwei Jahre gehalten wurden. Die Auszeichnung wird wieder in den Kategorien „Lebenswerk“ sowie „Beste Predigt 2012“ verliehen. In der Kategorie „Beste Predigt“ sind auch Predigten und Andachten außerhalb der Perikopenordnung und der Texte im Kirchenjahr willkommen. Zusätzlich vergibt die Jury in diesem Jahr einen Sonderpreis in der Kategorie „Beste Predigt zum Pfingstfest“.

Mit dem 2000 erstmals vergebenen „Predigtpreis“ will der Verlag nach eigenen Angaben die Redekunst in den Kirchen fördern. Ausgezeichnet wurden bisher unter anderem der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch (Köln), der Erfurter katholische Bischof Dr. Joachim Wanke, der Rhetorik-Professor Walter Jens (Tübingen), der Theologe Dr. Jörg Zink (Stuttgart), der Schweizer Pfarrer Kurt Marti, der Professor für Systematische Theologie Dr. Eberhard Jüngel (Tübingen), der Waldenser Professor Dr. Paolo Ricca (Rom), der langjährige hannoversche Landesbischof D. Horst Hirschler, der Innsbrucker katholische Altbischof Dr. Reinhold Stecher, der mennonitische Pfarrer Dr. Fernando Enns (Hamburg), der methodistische Theologe Michael Putzke (Kassel), Pfarrerin Monika Lehmann-Etzelmüller (Hembsbach) und Pastorin Amélie Gräfin zu Dohna (Osnabrück)

Die 12-köpfige besetzte Jury umfasst Theologinnen und Theologen sowie Publizisten. Sie steht unter dem Vorsitz von Pfarrer Udo Hahn, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing. Die Preisverleihung findet am Buß- und Bettag, Mittwoch, 21. November 2012, in der Bonner Schlosskirche (Universitätskirche) statt. Die nicht dotierte Auszeichnung besteht aus einer Bronzeskulptur. Weitere Informationen sind im Internet unter www.predigtpreis.de zu finden.
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Siegfried Großmann, "Aufbruch in Gottes Zukunft"

Siegfried Großmann, „Aufbruch in Gottes Zukunft. – Die Endzeitrede Jesu und die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“, Brunnen Verlag, Gießen, 2011, kartoniert, 167 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3-7655-1477-7.

Ostfildern, 10.03.2012/APD   Der frühere Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Pastor Siegfried Großmann, erinnert in seinem Buch an das schreckliche Erdbeben und das geradezu apokalyptische Atomunglück in Japan, die weltweite Banken- und Wirtschaftskrise, das Erdbeben in Haiti mit weit über 200.000 Opfern sowie die katastrophale Flut in Pakistan und fragt anhand der düsteren Tatsachen, ob es überhaupt noch möglich sei, hoffnungsvoll in die kommenden Jahre zu blicken? Großmann skizziert die großen Herausforderungen unserer Zeit, wie den globalen Klimawechsel mit seinen kaum absehbaren Folgen, die Schere zwischen Arm und Reich oder das Ausbreiten ethnischer Konflikte, Bürgerkriege sowie die Bedrohung durch terroristische Gruppen, und beantwortete die existenzielle Frage nach Hoffnung mit Ja. „Es ist noch nicht zu spät“, wenn es auch schon sehr spät sei.

Der Geistliche zeigt anhand der Endzeitrede Jesu im biblischen Matthäus-Evangelium, was es bedeute, im 21. Jahrhundert Christ zu sein und zukunftsorientiert zu leben. So wies Jesus auf Kriege und Kriegsdrohungen hin, die er erst den „Anfang vom Ende“ nannte, um anschließend die Menschen wissen zu lassen, „dann wird man euch in große Not bringen“. Eher tröstend steht in Jesu Endzeitrede: „Um der Gläubigen willen wird jene Zeit verkürzt werden.“ Er verheimlicht jedoch nicht: „Es wird mancher falsche Messias auftreten“, um dann zu versprechen: „Sie werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit kommen sehen.“ Jesus lässt jedoch den Termin seines Kommens im unklaren: „Jenen Tag und jene Stunde kennt niemand. Deshalb seid wachsam.“

Mit traditionellem Wissen und einer nur eingeübten formellen Spiritualität kommen wir nicht weiter, meint der Autor. „Die Zukunft braucht fest im Glauben verwurzelte, dabei aber informierte und selbständig denkende Menschen, die motiviert nach ihrem Weg suchen. Für unsern Weg in die Zukunft brauchen wir starke Wurzeln, also ein geistliches Fundament, das unser Leben trägt.“ Die erste wichtige Botschaft für einen zukunftsfähigen Glauben sei die Botschaft der Bibel, mit der ein Christ leben sollte. Dazu komme das Gebet, auch für Menschen, die in öffentlicher Verantwortung stehen. Nach wie vor sei die Gemeinde als Leib Christi vor Ort das Zentrum des christlichen Lebens. Deshalb gelte es, eine anziehende Gemeinschaft in den Gemeinden zu entwickeln, ein familienfreundliches Gemeindeleben zu fördern und sich der Not von Menschen im Umfeld der Gemeinde anzunehmen. Die Gemeindewirklichkeit stelle ein wertvolles soziales Lernfeld dar, das Mündigkeit und Verantwortungsbereitschaft fördere.

Da der Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen ist, hat die Bewahrung und Verwirklichung der Menschenrechte für Christen einen hohen Stellenwert. Deshalb gelte es, sich für die Erhaltung des Friedens, den Schutz vor Ungerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Nach Ansicht von Großmann scheint die Aufgabe, zukunftsorientiert zu leben, größer, als wir sie uns zutrauen können. Aber Gott werde die Seinen nicht verlassen, denn er hat ihnen Zusagen mit auf den Weg gegeben: „Wenn diese Dinge zu geschehen beginnen, richtet euch auf fasst Mut, denn dann ist eure Erlösung nahe.“ Christen warten auf eine neue Welt in der Gerechtigkeit herrscht, die Jesus als Folge seiner erneuten Ankunft angekündigt hat. Das gebe den Gläubigen Mut, vorläufig und begrenzt zu handeln und entlaste sie von der unrealistischen Erwartung, schon heute die endgültigen Ziele Gottes zu erreichen.

Dr. Wolfgang Tulaszewski
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AWR-Podcasts in Arabisch sehr gefragt

Silver Spring, Maryland/USA, 09.03.2012/APD   „Adventist World Radio (AWR) sendet zur Zeit in mehr als hundert Sprachen über Kurzwelle, UKW, Mittelwelle, Satellitenradio und Internet“, teilte AWR-Präsident Pastor Dowell Chow mit. Viele Programme seien auch als Audiodateien erhältlich, die im Internet heruntergeladen werden könnten. „Im Augenblick ist Arabisch die am häufigsten gewünschte Sprache bei den Podcasts“, stellte Chow fest. Die meisten Bezieher der arabischen Audiodateien kämen aus Saudi-Arabien. Wie Zuschriften zeigten, sei aber auch die „gute alte Kurzwelle“ noch immer gefragt; und zwar dort, wo kein Internet oder Satellitenradio verfügbar wäre. Die Kurzwelle überwinde verschlossene Grenzen und schwer bewachte Gebirgspässe.

„Adventist World Radio“ mit Sitz in Silver Spring, Maryland/USA, will vor allem Menschen im sogenannten „10/40 Fenster“ mit dem Evangelium bekannt machen. In diesem Gebiet zwischen dem 10. und 40. Breitengrad, das von Westafrika bis Ostasien reicht, sind Christen meist eine verschwindende Minderheit. Außerdem spezialisiert sich AWR auf weitere Länder, in denen aus geografischen, politischen oder religiösen Gründen die Verkündigung der christlichen Botschaft von Mensch zu Mensch kaum möglich ist.

Schwerpunkt der Arbeit von Adventist World Radio ist immer noch die Kurzwelle, wobei in 73 Sprachen Programme über die Sender Wertachtal und Nauen/Deutsch-land, Moosbrunn/Österreich, Meyerton/Südafrika, Talata-Volonondry/Madagaskar, Taipeh/Tai¬wan und Agat/Guam ausgestrahlt werden. AWR unterhält neben der Zentrale in Silver Spring/USA, die auch für Sendungen in Nord- und Südamerika zuständig ist, Regionalbüros in Bracknell/England (Europa/Afrika) sowie in Batam/Indonesien und Agat/Guam für den asiatischen Raum.
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"Adventisten auf einen Blick"

Ostfildern bei Stuttgart, 08.03.2012/APD   Die für das Jahr 2012 erschienene Kurzinformation „Siebenten-Tags-Adventisten – Auf einen Blick“ enthält neben Angaben über Glaube, Herkunft und Lebensstil ihrer Mitglieder die wichtigsten statistischen Zahlen zu den Aktivitäten der weltweiten evangelischen Freikirche.

In der Rubrik „Fakten“ sind mit internationalem Stand vom 1. Januar 2011 insgesamt 16.923.239 erwachsen getaufte Adventisten in 209 Ländern bei einer Zuwachsrate von 3,8 Prozent beziehungsweise 615.359 neuen Mitgliedern innerhalb von zwölf Monaten verzeichnet. Die Adventisten unterhalten weltweit 7.806 Schulen und Hochschulen, 389 Krankenhäuser und Kliniken sowie 168 Alten-, Kinder- und Waisenheime. Die „Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe“ (ADRA) arbeitet derzeit in 131 Ländern. Ihre Projekte kamen 2010 über 40,7 Millionen Menschen zugute. Das Faltblatt kann von Medienvertretern kostenlos bei der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Presse- und Informationsstelle, Postfach 42 60, 73745 Ostfildern, Telefon (0711) 4 48 19 38, Telefax (0711) 4 48 19 60, E-Mail info@adventisten.de, bezogen werden.

Die im Faltblatt „Siebenten-Tags-Adventisten – Auf einen Blick 2012“ in der Rubrik „Fakten“ genannten statistischen Angaben sind dem „148th Annual Statistical Report – 2010“ (148. statistischer Jahresbericht 2010) des Büros für Archiv, Statistik und Recherche der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) entnommen. Danach schlossen sich 2010 1,05 Millionen Gläubige durch Taufe oder Aufnahme der Freikirche an. Nach Abzug der Todesfälle, Austritte und Ausschlüsse ergab sich ein Nettowachstum von 3,8 Prozent oder 615.359 Mitgliedern weltweit. Die Zunahme war mit 4,7 Prozent am stärksten in Afrika, gefolgt von Asien (4 Prozent), Lateinamerika (3,4 Prozent), Nordamerika sowie Australien/Ozeanien (je 1,7 Prozent) und Europa (0,5 Prozent). Von den 16,923 Millionen Mitgliedern weltweit leben 6,2 Millionen (36,7 Prozent) in Afrika, 5,5 Millionen (33,3 Prozent) in Lateinamerika, 3,3 Millionen (19,4 Prozent) in Asien, 1,1 Millionen (6,7 Prozent) in Nordamerika, 432.000 (2,6 Prozent) in Australien/Ozeanien und 389.000 (2,3 Prozent) in Europa.

Das soziale Engagement der Siebenten-Tags-Adventisten werde laut dem Vorsitzenden der Freikirche in Deutschland, Pastor Günther Machel (Ostfildern), an den 290.857 kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit deutlich. Von ihnen arbeiteten unter anderem 121.692 im Bildungsbereich und 104.799 im Gesundheitswesen der Adventisten. Ordinierte Pastoren gebe es weltweit 15.972.

In Deutschland zählt die Freikirche 35.100, in der Schweiz 4.300 und in Österreich 3.900 erwachsen getaufte Mitglieder.

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Zwei Frauenhäuser für zwei Millionen Einwohner in Bukarest

Silver Spring, Maryland/USA, 07.03.2012/APD   Für die rund zwei Millionen Einwohner in Rumäniens Hauptstadt Bukarest stehen nur das 2009 von der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Rumänien gegründete Frauenhaus und eine weitere Institution als Zufluchtsort für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Kinder zur Verfügung, teilte ADRA International mit.

Das ADRA Frauenhaus arbeite in einer Art von Untergrundnetzwerk mit Kirchen, staatlichen Sozialdiensten und der ADRA-Aufklärungskampagne gegen Gewalt an Frauen zusammen. Diese Institutionen verfügten über die Notfalltelefonnummer des Frauenhauses, so das Hilfswerk. Die betroffenen Frauen und ihre Kinder seien an Leib und Leben durch die gewalttätigen Männer und Väter bedroht, weshalb die Adresse des Hauses geheim gehalten werde. Gewaltopfer würden sofort und kostenlos aufgenommen. Sie könnten während zwei Monaten bleiben, bevor sie an weniger sichere Institutionen im Land wechselten, so ADRA International. Allen stehe ein Zimmer mit eigenem Bad zur Verfügung. Sie hätten Zugang zu einer Gemeinschaftsküche, einem großen Wohnraum und den Kindern stehe ein Spielzimmer zur Verfügung.

Nach Angaben von ADRA werden den Gewaltopfern im Frauenhaus verschiedene Hilfestellungen sowie medizinische und juristische Betreuung angeboten. Eine Psychologin, die im Haus wohne, begleite die Frauen und Kinder in Einzel- sowie Gruppengesprächen und biete auch eine Maltherapie an.

ADRA führe zudem in rumänischen Städten und Schulen Aufklärungsprogramme zur Gewaltverhinderung und -bekämpfung durch.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit. ADRA Rumänien gehört zum globalen ADRA-Netzwerk von rund 110 regionalen und nationalen Landesbüros und gewährt Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft.

ADRA Rumänien konzentriert seine Tätigkeit auf folgende Hauptbereiche: Nothilfe, Gesundheit, Bildung und wirtschaftliche Entwicklung. Das Hilfswerk ist Mitglied des rumänischen Bundesverbandes der Nichtregierungsorganisationen für Entwicklung (FOND), des Bundesverbandes der Nichtregierungsorganisationen für Kinderschutz (FONPC) und ist akkreditierter Sozialdienstleister der Informations- und Beratungsstelle für Menschen in Not sowie des Beratungs- und Hilfszentrums für Opfer von Naturkatastrophen.

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Ungarns Adventisten mit weiteren 17 Kirchen und Religionen anerkannt

Budapest/Ungarn, 06.03.2012/APD   Das ungarische Parlament hat am 27. Februar den „Kirchenstatus“ für Adventisten, Anglikaner, Methodisten, Kopten, Pfingstchristen, Mormonen, fünf buddhistische Gemeinschaften, Hindus, Muslime sowie Zeugen Jehovas beschlossen. Damit seien insgesamt 32 Kirchen und Religionsgemeinschaften staatlich anerkannt und in die Liste der sogenannten „privilegierten“ Bekenntnisse aufgenommen worden, statt nur der bisher 14, wie Kathpress meldete.

Das vom ungarischen Parlament am 11. Juli 2011 verabschiedete Kirchen- und Religionsgesetz wurde vom Verfassungsgericht am 19. Dezember 2011 aus formalen Gründen als nicht anwendbar erklärt. Am 30. Dezember 2011 verabschiedete das Parlament eine leicht überarbeitete Fassung des Kirchengesetzes. Diese sprach 14 Kirchen und Religionen die staatliche Anerkennung zu und entzog sie 344 anderen. Die Adventisten befanden sich gemeinsam mit weiteren 81 Kirchen und Religionsgemeinschaften, die nach der Einführung des neuen Kirchengesetzes um staatliche Anerkennung nachgesucht hatten, auf einer „Warteliste“ mit einer vorläufigen Anerkennung. 18 der über 80 Kirchen, die um staatliche Anerkennung nachgesucht hatten, haben sie Ende Februar zugesprochen erhalten, sodass nun insgesamt 32 Kirchen und Religionsgemeinschaften anerkannt sind.

„Die letzten sechs Monate waren für die Kirchenleitung und auch für unsere Mitglieder eine schwierige Zeit“, sagte Pastor Tamas Ocsai, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Ungarn, unmittelbar nach Bekanntwerden des Parlamentsbeschlusses. „Wir haben während dieser Zeit die große Unterstützung unserer weltweiten Kirchenfamilie erfahren.“

66 Glaubensgemeinschaften müssen ein Jahr auf Anerkennung warten
Laut Kathpress sei am 27. Februar in einer zweiten Abstimmung der Antrag zur Anerkennung von weiteren 66 Glaubensgemeinschaften abgelehnt worden. Diese Kirchen und Religionsgemeinschaften könnten erst in einem Jahr wieder einen Antrag auf parlamentarische Anerkennung stellen.

Keine gesetzlichen Unterschiede zwischen Religionen
„Ich hoffe, dass die ungarische Regierung ihr Handeln auswertet und ihren Umgang mit religiösen Minderheiten überdenkt“, kommentierte John Graz, zuständig für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung die Entwicklung in Ungarn. „Die Religionsfreiheit wird am besten gewährleistet, wenn eine Regierung keine gesetzlichen Unterschiede zwischen einzelnen Religionen macht und sowohl Schutz als auch Privilegien allen in gleicher Weise zukommen lässt“, so Graz.

Privilegien anerkannter Glaubensgemeinschaften
„Staatlich anerkannte Kirchen erhalten finanzielle Zuwendungen für ihre sozialen Dienste, wie Alten- und Pflegeheime, oder Zahlungen pro Schüler, die private höhere Schulen besuchen, sofern diese den staatlichen Vorgaben entsprechen“, teilte Pastor Ócsai mit.
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3. Christlicher Gesundheitskongress zum Thema "Heilen und Begleiten"

Kassel, 05.03.2012/APD   Vom 22. bis 24. März findet in Kassel der 3. Christliche Gesundheitskongress statt. 2008 und 2010 behandelte er das Thema Heilung. Dieses Mal steht „Heilen und Begleiten“ im Mittelpunkt. „Uns ist es ein besonderes Anliegen, auch den chronisch erkrankten Menschen und den Behinderten im Blick zu haben“, erklärte der Geschäftsführer des Kongresses, Günther Gundlach.

Unter den Referenten des Kongresses sind selbst Behinderte, wie der Hamburger Entertainer und Fernsehmoderator Bernd R. Hock. Es spricht auch der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Hubert Hüppe über „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Professor Klaus Dörner hält das Referat „Sehnsucht nach dem perfekten Menschen“. Neben den Plenumsveranstaltungen und Seminaren gibt es auch eine Fachausstellung mit über 120 Ständen.

Der Christliche Gesundheitskongress wird von einem breiten Trägerkreis aus Basisgruppen, Caritas und Diakonie sowie aus den christlichen Kirchen getragen. Er will das Miteinander von Gesundheitswesen und Kirche, Glaube und Medizin sowie Pflege und Seelsorge fördern. Im Rahmen des Kongresses wird zum 2. Mal der Christliche Gesundheitspreis verliehen. 2010 nahmen 1.400 Besucher an den Veranstaltungen des Kongresses teil. Weitere Informationen sind im Internet unter www.christlicher-gesundheitskongress.de zu finden.

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Bildung und Rechte für Frauen in Nepal

Wien/Österreich, 04.03.2012/APD   „Die Bildungsrate von Frauen liegt in Nepal nur bei 30 Prozent“, teilte der Direktor der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich, Marcel Wagner, mit. Das führe zu Problemen, wie sozialem Rückstand, Armut, Mangel an Wissen über ihre Rechte und Abhängigkeit von anderen. So sähen zum Beispiel viele Frauen in Nepal die häusliche Gewalt nur als ein Problem innerhalb der Familie. Durch ihre finanzielle Abhängigkeit von ihren Partnern seien sie nicht fähig, etwas dagegen zu unternehmen.

In den Bezirken Banke, Bardya und Kailali im Westen Nepals habe ADRA Österreich ein neues Projekt mit dem Ziel begonnen, Frauen auszubilden und damit auch ihre Rechte innerhalb der Gesellschaft zu stärken, so Wagner. Die besondere Zielgruppe des Projektes seien Frauen der Gruppe Tharu (ehemalige leibeigene Arbeiter), die traditionellerweise wenig oder keinen Zugang zu Bildung, Gesundheitsfürsorge und Arbeitsmöglichkeiten hätten und unter den verschiedensten Formen von Diskriminierung litten.

Durch Alphabetisierungskurse und dem Erlernen von Fertigkeiten würden rund 900 Frauen befähigt, ihre Rechte und die ihrer Kinder wahrzunehmen und auch von staatlichen Stellen, etwa die Gesundheitsversorgung, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie würden ermutigt, sich in Frauengruppen auch gegen häusliche Gewalt zu organisieren und gegenseitig zu stärken.

Laut Marcel Wagner sollten gleichzeitig etwa 30 Personen im Abhalten von Alphabetisierungskursen ausgebildet werden, die ferner Kenntnisse über Menschenrechte, Kinderrechte und Prävention von Gewalt in der Familie erhielten. Auch über die öffentlichen Medien, wie Radio oder Straßentheateraufführungen, werde das Bewusstsein von Menschenrechten gefördert. Das Projekt wird durch die Stadt Wien finanziell unterstützt.
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Joseph Ratzinger, Benedikt XVI., "Jesus von Nazareth", zweiter Teil

Joseph Ratzinger, Benedikt XVI., „Jesus von Nazareth“, zweiter Teil: Vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung, Herder Verlag, Freiburg, Basel, Wien, 2011, gebunden, 366 Seiten, 22,00 Euro, ISBN 978 -3-451-32999-9.

Ostfildern, 03.03.2012/APD   In neun Kapiteln seines persönlichen Jesus-Buches geht Papst Benedikt XVI. auf Kernfragen des christlichen Glaubens ein: Warum ist Jesus am Kreuz gestorben?, Ist die Botschaft glaubwürdig, Jesus sei von den Toten auferstanden? Was heißt Auferstehung? Das Oberhaupt der katholischen Kirche stellt gleich zu Eingangs fest: „Nur wenn Jesus auferstanden ist, ist wirklich Neues geschehen, das die Welt und die Situation des Menschen verändert.“

Zur Thematik des umfangreichen Werkes gehören Einzug in Jerusalem und Tempelreinigung, die eschatologische Rede Jesu, die Fußwaschung, das hohepriesterliche Gebet Jesu, das letzte Abendmahl, Gethsemane, der Prozess Jesu, Kreuzigung und Grablegung Jesu, die Auferstehung Jesu aus dem Tod und der Ausblick des Autors „Aufgefahren in den Himmel – er sitzt zur Rechten Gottes des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit“. Dazu kommen ausführliche Literaturhinweise und ein vierzigseitiger Anhang des Verlages mit Abkürzungen, Registern der Bibelstellen und thematischen Registern.

Das Werk wurde katholischerseits mit Romano Guardinis Meisterarbeit „Der Herr“ als Christologie von oben eingestuft, obwohl Ratzinger als Autor nie eine Christologie nach eigenen Angaben versucht habe. Seine Absicht war eher ein Vergleich mit dem theologischen Traktat von Thomas von Aquins „Summe der Theologie“, der dem Geheimnis des Lebens Jesu nachspürte. Der päpstliche Schreiber hofft trotzdem, dass ihm eine Annäherung an die Gestalt Jesu geschenkt worden sei, die allen Lesern hilfreich sein könne, „die Jesus begegnen und ihm glauben wollen“. Sein Ziel sei es, den historischen Jesus als den Jesus der Evangelien sichtbar zu machen.

In seinem Buch räumt er vor allem mit der klassischen antijudaistischen Behauptung auf, den Juden käme eine kollektive Schuld am Tode Jesu zu. Die „echte Gruppe der Ankläger“ seien „zeitgenössische Tempelkreise“ gewesen. Nach Johannes seien es einfach „die Juden“, was sich jedoch nicht auf das Volk Israels als solches beziehe, „denn die ganze Urgemeinde bestand aus Juden“.

Mit ausdrücklicher Ablehnung begegnet Benedikt XVI. dabei der Deutung Jesu als „Zelos“, als Revolutionär und Aufrührer in Zusammenhang mit der sogenannten „Tempelreinigung“. Diese Einstellung wurde insbesondere in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts vertreten. Jesu Eifer habe ihn nicht in die Gewalt, sondern „in die Passion, ans Kreuz“ geführt. An diesem Eifer müsse sich der Christ orientieren. Für den Papst sind Jesu Tod und dessen Auferstehung der Dreh- und Angelpunkt sowie Fundament des christlichen Glaubens, für Gegner des Christentums das leere Grab und die Auferstehung Jesu seit jeher beliebte Angriffspunkte.

Schließlich versucht der Autor gegen Ende seines Buches das Wesen der Auferstehung Jesu und ihre geschichtliche Bedeutung zu erschließen. Nach seiner Ansicht ist die Auferstehung Jesu „ein Ereignis in der Geschichte, das doch den Raum der Geschichte sprengt und über sie hinausreicht. In Jesu Auferstehung ist eine neue Möglichkeit des Menschseins erreicht, die alle angeht, und eine neue Art von Zukunft für die Menschen eröffnet.“ Jesu Tod gelte Juden und Heiden, der Menschheit im Ganzen. Ratzinger erinnert zuletzt an die Bitte um die Wiederkunft Jesu, die weiterhin erfolgen müsse, unter anderem „in Augenblicken persönlicher Bedrängnis“. Wörtlich schreibt er über das zweite Kommen Jesu: „Wir bitten ihn, dass er in seiner Kirche wirksam gegenwärtig werde. Warum sollten wir ihn nicht bitten, dass er uns auch heute wieder neue Zeugen seiner Gegenwart schenke, in denen er selber kommt? Und diese Bitte, die nicht unmittelbar auf das Weltende zielt, aber doch wahre Bitte um sein Kommen ist, trägt in sich die ganze Weite der Bitte, die er selbst uns gelehrt hat: Dein Reich komme! Komm Herr Jesus.“

Dr. Wolfgang Tulaszewski
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Keine Sonderjustiz für Soldatinnen und Soldaten

Bonn, 02.03.2012/APD   Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) wendet sich gegen Pläne der Bundesregierung, eine gesonderte „Zuständigkeit der Justiz für die Verfolgung von Straftaten von Soldaten“ im Ausland zu schaffen. „Die Bestrebungen des Bundesministeriums der Justiz zur Einführung einer Sonderjustiz für Soldatinnen und Soldaten erfüllen uns mit Sorge“, betonte der EAK-Bundesvorsitzende Walter Herrenbrück.

Ein Herauslösen der Soldatinnen und Soldaten aus der zivilen Gerichtsbarkeit und damit auch aus ihrer Verantwortung während ihres Einsatzes im Ausland sei genauso wenig hinnehmbar wie die Einführung einer Sondergerichtsbarkeit im Inland. „Mit gutem Grund wurde nach den Erfahrungen mit der Militärjustiz im 2. Weltkrieg auf eine Sondergerichtsbarkeit für Militärangehörige in der Bundesrepublik verzichtet“, so Herrenbrück. Diese Entscheidung dürfe nicht revidiert werden. Herausforderungen, vor denen die deutsche Justiz durch Auslandseinsätze von Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr stünden, sollten gründlich und ausführlich im Deutschen Bundestag beraten werden. Es sei nicht ersichtlich, warum Soldatinnen und Soldaten in ihrem Auslandseinsatz mit einer anderen Gerichtsbarkeit beurteilt, und somit an andere Rechte, als bei ihrem Dienst im Inland, gebunden sein sollten.

Im Koalitionsvertrag vom 26. Oktober 2009 vereinbarten CDU/CSU und FDP, eine einheitliche Zuständigkeit für die Verfolgung der Straftaten von Soldaten im Auslandseinsatz zu schaffen. Dort heißt es: „Wir schaffen eine zentrale Zuständigkeit der Justiz für die Verfolgung von Straftaten von Soldaten, die diesen in Ausübung ihres Dienstes im Ausland vorgeworfen werden.“ Seit dem 28. April 2010 liegt ein Referentenentwurf zu der Frage vor, der bisher nicht öffentlich diskutiert wurde. Am 25. Januar 2011 wurde eine überarbeitete Version des Referentenentwurfs vorgelegt.
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Evangelische Kirche ruft zum Gebet für verfolgte Christen auf

Hannover, 01.03.2012/APD   Wie in den vergangenen Jahren ruft die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auch 2012 alle evangelischen Kirchengemeinden auf, am 4. März, dem zweiten Sonntag der Passionszeit (Reminiszere), für bedrängte und verfolgte Christen in der Welt zu beten. Ein Materialheft stellt den Gemeinden Informationen über die Lage von christlichen Minderheiten und liturgische Bausteine zur Verfügung. Ein Schwerpunkt der Fürbitte liegt in diesem Jahr auf den Ländern des Maghreb – Tunesien, Marokko und Algerien.

In Tunesien, Marokko und Algerien ist der Islam trotz des arabischen Frühlings weiterhin Staatsreligion. Deshalb wird die Bekehrung von Muslimen zum Christentum unter Strafe gestellt. Trotz ihrer offiziellen Anerkennung als historische christliche Kirchen im Maghreb blieben sie als Minderheiten vom Wohlwollen der staatlichen Autoritäten abhängig. Die Materialhilfe zur Gestaltung der Fürbitte mit Hintergrundinformationen zur Situation in den Maghreb-Ländern ist in deutscher und englischer Sprache erschienen und kann kostenlos unter http://www.ekd.de/fuerbitte heruntergeladen werden.

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