Zu den freigiebigsten Adventisten zählen Schweizer, Österreicher und Deutsche

Silver Spring, Maryland/USA | 18. April 2012 | APD |

Silver Spring, Maryland/USA, 18.04.2012/APD   Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten erhebt keine Kirchensteuer, sondern unterhält ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Gaben, zu denen auch der biblische Zehnte gehört. Am 28. März veröffentlichte Claude Richli, Marketingdirektor der globalen Kirchenzeitschrift "Adventist World" eine weltweite Zehntenstatistik für 2010 zum Zehntenaufkommen der Adventisten im jeweiligen Land. Sie berücksichtige gleichzeitig das entsprechende Bruttoinlandsprodukt (BIP) und damit die Kaufkraftparität. Demnach stünden innerhalb der weltweiten Freikirche die Adventisten Eritreas auf dem ersten, die Schweizer auf dem zweiten, die Österreicher auf dem dritten, die Dänen auf dem vierten und die Deutschen auf dem fünften Rang bezüglich des pro Kopf Zehntenaufkommens. Viele Mitglieder gäben neben zehn Prozent ihres Einkommens noch weitere Spenden für besondere Projekte.

Wie Richli mitteilte, basiere der Index auf den von der Weltkirche jährlich veröffentlichten Zahlen und Berichten sowie den Angaben der Länderübersicht "CIA Factbooks". Seine Statistik sei ein Managementinstrument, das einen objektiven Vergleich der Länder im Zehntenaufkommen und auch in der Zehntenentwicklung ermögliche. Sie bilde die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes, die Inflation und die Wechselkursentwicklung ab und mache damit die Länder untereinander vergleichbar, erklärte der Marketingdirektor. Das pro Kopf Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes, zum Beispiel 20.000 Schweizer Franken (CHF), werde mit dem pro Kopf Zehntenaufkommen aller Adventisten in diesem Land verglichen. Idealerweise würden in diesem Beispiel 2.000 Franken an Zehnten gezahlt, was einem Zehntenindex von 100 Prozent entspräche. Ginge aber nur durchschnittlich 500 Franken an Zehnten ein, ergebe sich ein Index von 25 Prozent, so Richli.

Neu sei in der diesjährigen Ausgabe des Indexes, dass eine zusätzliche Spalte mit dem potentiell möglichen Zehntenbetrag eines Landes eingefügt worden sei, erläuterte Richli.

Am Beispiel von Togo lasse sich zeigen, dass eine korrekt geführte Mitgliederstatistik prägnante Auswirkungen auf den Zehntenindex habe. Die Kirchenleitung in Togo hätte den Mut gehabt, von 2009 auf 2010 die Zahl von 11.028 auf die tatsächlich 5.343 vorhandenen Mitglieder anzupassen, eine Reduktion um 52 Prozent. Togo habe damit vom 38. Rang in der Weltzehntenstatistik auf den siebten Rang gewechselt, erläuterte Richli. Der Schluss liege nahe, dass Länder mit einem ähnlichen Index wie zuvor Togo auch eklatant überhöhte Mitgliederzahlen hätten.

Ein unterschiedliches Bild zeige sich in Europa aufgrund der Wirtschaftskrise, heißt es weiter im Bericht. Norwegen und Großbritannien hätten dem Anschein nach die Krise gemeistert, Spanien hingegen stecke noch mitten in der Rezession, was gravierende Auswirkungen auf das Spendenverhalten der Mitglieder habe.

Zehntenstatistik 2010
In der globalen pro Kopf Zehntenstatistik, welche die durchschnittliche Zehntenzahlung der Adventisten des jeweiligen Landes darstellt, sind acht europäische und zwei afrikanische Länder unter den ersten zehn aufgeführt.

1. Eritrea – 526 Mitglieder:
BIP (Bruttoinlandsprodukt) pro Kopf: 458 Euro
Zehnten total: 14.155 Euro
Zehnten pro Kopf: 26 Euro
Zehntenindexrate: 58,6 Prozent.

2. Schweiz – 4.330 Mitglieder
BIP pro Kopf: 32.509 Euro
Zehnten total: 7.842.083 Euro
Zehnten pro Kopf: 1.810 Euro
Zehntenindexrate: 55,7 Prozent.

3. Österreich – 3.892 Mitglieder
BIP pro Kopf: 30.900 Euro
Zehnten total: 5.690.133 Euro
Zehnten pro Kopf: 1.461 Euro
Zehntenindexrate: 47,3 Prozent.

4. Dänemark – 2.495 Mitglieder
BIP pro Kopf: 27.994 Euro
Zehnten total: 2.766.568 Euro
Zehnten pro Kopf: 1.108 Euro
Zehntenindexrate: 39,6 Prozent.

5. Deutschland – 35.195 Mitglieder
BIP pro Kopf: 27.306 Euro
Zehnten total: 35.478.250 Euro
Zehnten pro Kopf: 1.007 Euro
Zehntenindexrate: 36,9 Prozent.

In der pro Kopf Zehntenstatistik folgt Kanada auf Platz 18, Australien auf Rang 22 und die USA an 46. Stelle.

Die größten Beitragszahler
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist in 206 Ländern und Territorien vertreten und kennt ein solidarisches Finanzierungssystem, bei dem unter anderem mittels Zehntengeldern reiche Nationen die Tätigkeit der Kirche in armen Ländern mitfinanzierten. Gemäß Statistik haben die Adventisten in folgenden Staaten im Jahr 2010 die größten Zehntensummen gezahlt:

1. USA – 1.060.386 Mitglieder
Die USA weisen eine Zehntensumme von rund 628 Millionen Euro aus, was 59,6 Prozent des weltweiten Zehntenaufkommens der Freikirche ausmacht.

2. Brasilien – 1.267.738 Mitglieder
Die gesamten Zehnteneinnahmen in Brasilien belaufen sich auf 260 Millionen Euro. Das entspricht 24,7 Prozent der internationalen Zehntensumme.

3. Kanada – 62.559 Mitglieder
In Kanada sind von Adventisten insgesamt 46 Millionen Euro an Zehnten gespendet worden, was 4,4 Prozent des globalen Zehntenbetrages gleichkommt.

4. Australien – 56.110 Mitglieder
Die Australier haben laut Statistik 4,1 Prozent der internationalen Zehntensumme gespendet. Das entspricht 43 Millionen Euro.

5. Südkorea – 221.868 Mitglieder
In Korea wurden von Adventisten insgesamt 39 Millionen Euro an Zehnten gegeben, was 3,7 Prozent des globalen Zehntenbetrages gleichkommt.

Der globale adventistische Zehntenindex wird von Claude Richli, einem schweizerisch-kanadischen Doppelbürger, seit 2004 jährlich erstellt. Dozenten für Ökonomie am "Adventist International Institute for Advanced Studies" (AIIAS) auf den Philippinen beraten den Herausgeber des Weltzehntenindexes. Die 57-seitige Spendenstatistik des Jahres 2010 und der letzten sechs Jahre kann in englischer Sprache heruntergeladen werden unter: http://www.aiias.edu/gti/files/gti_2010.pdf.

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Der Text kann kostenlos genutzt werden. Veröffentlichung nur mit eindeutiger Quellenangabe "APD" gestattet!


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