Siegfried Wittwer, „Das Lächeln der Gerberstochter“, Roman, SCM Hänssler, Holzgerlingen, 2012, kartoniert, 356 Seiten, 15,95 Euro, ISBN 978-3-7751-5308-9.

Ostfildern, 09.06.2012/APD   Es geht um die reiche evangelische Hansestadt Magdeburg, die während des 30-jährigen Krieges 1631 von den kaiserlichen Truppen unter den Heerführern Tilly und Pappenheim belagert und schließlich besetzt wird. Dabei werden insbesondere mehrere Außenbastionen nach hartem Kampf im Sturm genommen. Im Mittelpunkt des dramatischen Geschehens stehen die bildhübsche Gerberstochter Rosa Münkoff, die eine verstümmelte Leiche aus der Elbe birgt, und der junge Advokat Benno Greve, die sich beide um die Aufklärung des rätselhaften Verbrechens bemühen. Auch die nicht minder attraktive Ratsherren- und Druckerstochter Anneliese Stetter scheint an dem Fall interessiert, da sie ihr Herz ebenfalls für den gut aussehenden Juristen entdeckt hat und sich dazu in den zahlreichen unterirdischen Gängen und Verliesen Magdeburgs mit auf die Suche nach den Spuren der Untat macht.

Der Autor hat sich bei den Vorbereitungen zu dem historischen Roman unter anderem an Augenzeugenberichte und zeitgenössische Literatur gehalten. Obwohl die Grausamkeit des kriegerischen Geschehens den Leser immer wieder erschüttert, werden Ritterlichkeit und Menschlichkeit bei manchen Hauptpersonen hervorgehoben. So werden Rosa und der Rechtsanwalt Benno schließlich dennoch ein glückliches Paar, und der kaiserliche Kapitän Georg Ackermann findet in der charmanten Ratsherrentochter Anneliese Stetter eine Partnerin fürs Leben. Kompliziert machte der begabte Schreiber, Pastor Siegfried Wittwer, den Kriminalfall durch die Existenz eines Doppelgängers des toten Magdeburger Kaufherrn Klaus Emmerich, der während der langen Untersuchungen plötzlich auftauchte und zur Klärung endgültig beitrug.

Dr. Wolfgang Tulaszewski
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