Große Mehrheit der Adventisten für Frauenordination im Osten der USA

Silver Spring, Maryland/USA, 31.07.2012/APD   Mit einer Mehrheit von 80 Prozent haben am 29. Juli in Silver Spring, Maryland/USA, die Abgeordneten der adventistischen „Columbia Union Conference“ (CUC) während einer außerordentlichen Delegiertenversammlung dem Antrag des CUC-Exekutivausschusses zugestimmt, „die Ordination zum Pastorendienst unabhängig vom Geschlecht“ zu bewilligen. Die Abstimmung ergab 209 zu 51 Stimmen, neun Enthaltungen und zwei ungültige Stimmzettel, teilte die CUC-Kommunikationsabteilung mit.

Zur überregionalen Kirchenleitung der „Columbia Union Conference“ (CUC) gehören acht regionale Kirchenleitungen, „Vereinigungen“ genannt. Das Gebiet umfasst die US-Bundesstaaten Delaware, Maryland, New Jersey, Ohio, Pennsylvania, Virginia, West Virginia und den Distrikt of Columbia mit der Hauptstadt Washington.

Das bedeute, so die adventistische Kirchenleitung in Nordamerika, dass die „Columbia Union Conference“ in Zukunft Anträge von regionalen Kirchenleitungen zur Ordination von Frauen zum Pastorenamt nicht mehr ablehnen werde, sodass ihre Vereinigungen die Ordination vornehmen könnten.

Mit diesem Votum schließt sich die „Columbia Union Conference“ dem Norddeutschen Verband der adventistischen Freikirchenleitung in Nord- und Ostdeutschland an, deren Delegierte am 23. April 2012 mit knapp 80 Prozent Mehrheit beschlossen, die Ordination von Frauen zum Pastorenamt im Bereich ihres Verwaltungsgebiets zuzulassen.

Wenige Wochen vor der CUC-Delegiertenversammlung hatte die Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in einem ungewöhnlichen Aufruf gegenüber den überregionalen adventistischen Kirchenleitungen, auch „Verbände“ oder „Unionen“ genannt, ein „ordnungsgemäßes Vorgehen“ in der Ordinationsfrage angemahnt.

Stellungnahmen
Pastor Ted Wilson, Weltkirchenpräsident der Siebenten-Tags-Adventisten, der auch Kirchenmitglied einer Ortsgemeinde in der CUC-Kirchenregion ist, wandte sich laut „Adventist Today“ an die Delegierten und habe sich gegen den Antrag ausgesprochen. Fatale Folgen für die Einheit der adventistischen Weltkirche sagte er für den Fall der Annahme des Antrages voraus. Gleichzeitig habe er die Delegierten um Geduld gebeten, bis 2014 die Ergebnisse einer Studiengruppe zur Ordinationsfrage vorliegen würden. Eine positive Entscheidung zur Ordination von Frauen als Pastorinnen werde in der adventistischen Weltkirche „zur Zersplitterung, zum Kongregationalismus (Autonomie der einzelnen Kirchengemeinden) und zum Zusammenbruch des internationalen Zusammenhalts führen“, so Wilson. „Ich will euch in keiner Weise Angst machen. Ich präsentiere nur Fakten.“

Nach Angaben von „Adventist Today“ habe Pastor Lowell Cooper, einer der Vize-Präsidenten der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), als nächster Redner den Appell von Wilson wiederholt: „Unterlasst autonomes Handeln.“ Zudem habe Cooper einer Publikation widersprochen, in der im Vorfeld der Delegiertenversammlung die Aufgabenbereiche der kirchlichen Verwaltungsebenen dargestellt worden seien, wobei die Ordinationsfrage zum Kompetenzbereich der Verbände/Unionen gehöre. Die der Generalkonferenz untergeordneten Unionen hätten auch in Fragen, die zu ihrem Kompetenzbereich gehörten, nie unabhängig von der Weltkirchenleitung agiert, so Cooper, sondern immer in Absprache mit dieser, vor allem dann, wenn es sich um etwas noch nie Dagewesenes gehandelt habe.

Pastor William Miller, Präsident der „Potomac Vereinigung“ und Pastor Raj Attiken, Präsident der „Ohio Vereinigung“, beides regionale Kirchenverwaltungen, vertraten den Antrag des Exekutivausschusses ihrer überregionalen CUC-Kirchenleitung (Union) zur Einführung der Ordination für das Pastorenamt unabhängig vom Geschlecht. Sie hätten ausgeführt, so „Adventist Today“, dass in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten die Ordinationsfrage schon seit einem halben Jahrhundert studiert werde und bereits mehr als 30 größere Studien vorlägen. Schon 1881, so Miller, habe die adventistische Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) für die Ordination von Frauen als Pastorinnen gestimmt, und Ellen White, eine prägende Persönlichkeit in der Gründungszeit der Adventisten, habe nie etwas Negatives dazu gesagt noch geschrieben. Es gebe auch in den Archiven der Weltkirchenleitung keinerlei Aufzeichnungen, welche dieser ersten Entscheidung zur Frauenordination widersprächen, so Miller.

1972 habe die Kirchenleitung der „Columbia Union Conference“ der Ordination von Frauen als ehrenamtliche Gemeindeälteste zugestimmt, erläuterte Miller, obwohl dies damals unüblich gewesen sei und die Weltkirchenleitung vom Aufbrechen der Einheit in der Kirche gewarnt und von fatalen Folgen gesprochen habe. Heute gehöre die Ordination von Frauen als Gemeindeälteste zur adventistischen „Gemeindeordnung“ und zu den „Arbeitsrichtlinien“ (Working Policy) der Generalkonferenz. 1984 habe die „Columbia Union Conference“ Frauen erlaubt, als angestellte, nicht ordinierte Pastorinnen zu arbeiten, sodass sie unter anderem Taufen und Hochzeiten durchführen durften, betonte Miller. Die gleichen Gegenargumente wie 1972 seien auch 1984 angeführt worden, und es sei vor einem „Erdbeben“ in der Kirche gewarnt worden, das bis heute nicht eingetroffen wäre.

Der Präsident der Adventisten in Ohio, Pastor Raj Attiken, habe ebenfalls den Antrag verteidigt, heisst es bei „Spectrum“. Die Einheit der Kirche liege primär in gemeinsamen Werten und Idealen und nicht in gleichen Kirchenstrukturen, hob Attiken hervor. „Vielfalt gehört untrennbar zu einer echten Einheit.“

Diskussion
Nach Angaben von „Adventist Today“ hätten sich anschließend während eineinhalb Stunden 38 Delegierte zu Wort gemeldet, mit jeweils zwei Minuten Redezeit. Die meisten hätten für den Antrag Stellung genommen. Argumente seien die ungerechte Behandlung der Frauen durch die Kirche gewesen, die damit verbundene Verletzung der Gefühle von Frauen in Europa und Nordamerika sowie die Zukunftsoffenheit der Kirche für die nächste Generation. Ein Gegner des Antrags habe angeführt, dass der Mann das Haupt der Frau sei, andere fürchteten, dass mit einem zustimmenden Beschluss die Weltkirche ihre Einheit verlieren und sich die Unterschiede zwischen den südlichen und nördlichen Weltkirchenregionen verschärfen könnten.

„Die Diskussionen sind offen und in einem guten Geist geführt worden“, stellte Pastor Dave Weigley, Präsident der „Columbia Union Conference“ und Moderator der Versammlung, in seinem Schlusswort fest. „Wir sind weiterhin ein Teil der weltweiten Kirche und bleiben dem globalen Auftrag der Siebenten-Tags-Adventisten verpflichtet“, so Weigley nach der Abstimmung.

Ausblick
Es sei unklar, welches die nächsten Schritte der regionalen Kirchenleitungen in der „Columbia Union Conference“ sein werden, so „Adventist Today“. Es habe den Anschein, dass die „Mountain View Vereinigung“, eine regionale Kirchenleitung im CUC-Gebiet, gegen den getroffenen Beschluss sei. Drei andere regionale Kirchenverwaltungen in der CUC-Kirchenregion hätten hingegen Pastorinnen angestellt, die demnächst ordiniert werden könnten.

Die adventistische „Pacific Union-Conference“ (PUC), zu der die westlichen US-Bundesstaaten Arizona, Hawaii, Kalifornien, Nevada und Utah gehören, sei die zweite überregionale Kirchenleitung innerhalb des Gebiets der Nordamerikanischen Kirchenleitung (NAD), die am 19. August während einer außerordentlichen Delegiertenversammlung über einen ähnlichen Antrag wie die „Columbia Union Conference“ abstimmen werde, teilte „Spectrum“ mit. Da es sich bei jener Abstimmung aber um einen Änderungsantrag der Verfassung sowie der Geschäftsordnung handle, sei eine Zweidrittelmehrheit notwendig.

Die vierstündige CUC-Delegiertenversammlung wurde live über Internet ausgestrahlt, sodass Interessierte aus der ganzen Welt den Ablauf verfolgen konnten. Die Aufzeichnung der ganzen Versammlung ist ab dem 1. August über folgende Internet-Adresse zugänglich: www.columbiaunion.org/2012specialconstituency

Die „Columbia Union Conference“ (CUC) mit ihren acht regionalen Kirchenleitungen (Vereinigungen), betreut insgesamt 135.000 erwachsen getaufte Adventisten, die sich in mehr als 700 Kirchengemeinden versammeln. Sie unterhalten 90 Grund- und weiterführenden Schulen, eine Universität, eine medizinische Hochschule, zwei Netzwerke im Gesundheitswesen sowie zahlreiche lokale Sozialdienste.
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Volle Hörsäle bei Kinder-Uni an der Theologischen Hochschule Friedensau

Friedensau bei Magdeburg, 30.07.2012/APD   Zum vierten Mal fand am 25. Juli die Kinder-Uni an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg statt. Mit 64 teilnehmenden Kindern, überwiegend aus der Region Jerichower Land, wo Schülerinnen und Schüler Ferien hatten, war die Kinder-Uni bereits im Vorfeld komplett ausgebucht.

Das Programm begann morgens um 8 Uhr mit der Einschreibung und der Gestaltung eines Plakats. Im Laufe des Vormittags besuchten die Teilnehmer die drei angebotenen Vorlesungen „Wie man im Mittelalter nach Rom reiste“ mit dem Dekan und Kirchenhistoriker Dr. Johannes Hartlapp, „Von A wie Apfel bis  wie Zucchini – Nahrung geht durch den Magen“ mit Studierenden des dualen Studiengangs Gesundheits- und Pflegewissenschaften und „Ferne Länder erforschen: England. Olympische Spiele, englische Literatur, London als Stadt und vieles mehr“ mit Ute Lüdke und Hannelore Oestreich von der Hochschulbibliothek.

Während die Kinder lernten und forschten, wie man früher reiste, wie Nahrung verdaut wird und wie man in Büchern und Lexika recherchiert, wurde für die begleitenden Eltern eine Ortsführung durch Möckern-Friedensau angeboten. Zum Abschluss am Mittag gab es mit Pressevertretern ein Gruppenfoto mit allen Teilnehmern der Friedensauer Kinder-Uni 2012 und mit dem gemeinsam gestalteten Plakat bei der Einschreibung.

Die Kinder-Uni Friedensau ist eine Veranstaltung der Theologischen Hochschule Friedensau für Kinder im Alter von acht bis elf Jahren. Sie findet jeden Sommer während der Schulferien des Landes Sachsen-Anhalt statt.

Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Sie hat die Fachbereiche Christliches Sozialwesen und Theologie.
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Ausbau des adventistischen Fernsehnetzwerks in Afrika geplant

Silver Spring, Maryland/USA, 29.07.2012/APD   Für Afrika sei nächstes Jahr die Inbetriebnahme des dritten Satelliten-TV-Kanals durch den adventistischen „Hope Channel“, das weltweite Fernsehnetzwerks der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, geplant, wie der Sender mitteilte. Der neue Kanal werde Programme in den einheimischen Sprachen Afrikaans, Bemba, Swahili, Xhosa, Zulu sowie in anderen Sprachen West-, Zentralafrikas und des südlichen Afrikas und in Französisch ausstrahlen. Damit könnten Millionen neuer Zuschauer, die nur die Eingeborenensprachen beherrschten, das Evangelium in einer kulturrelevanten und modernen Weise vermittelt werden. Die Inbetriebnahme des dritten Fernsehkanals ergänze die beiden bestehenden Satelliten-Fernsehkanäle, die vor allem englische sowie für Angola, Mozambique, Sao Tomé und Principe portugiesische Sendungen ausstrahlten, so der Bericht.

Demnach werde das Signal vom Satelliten Intelsat-10 ausgestrahlt. Entsprechende Verträge seien am 10. Juli unterzeichnet worden. Die adventistische Kirchenleitung für Ost-Zentralafrika, mit Sitz in Nairobi/Kenia, wolle bereits vorab im September auf dem neuen Kanal aus Uganda eine Satellitenevangelisation ausstrahlen. Der reguläre Betrieb des dritten afrikanischen TV-Kanals der Adventisten sei aber erst für 2013 vorgesehen.

Alle drei beteiligten adventistischen Kirchenleitungen in Afrika, wo es über sechs Millionen erwachsen getaufte Kirchenmitglieder gibt, würden ihre finanziellen Mittel zur Produktion von Sendungen aufstocken, so „Hope Channel“.

Die Kirchenleitung der Adventisten für das südliche Afrika und Gebiete im Indischen Ozean (SID), betreibt mit zehn Mitarbeitern auf dem Gelände des Helderberg College, bei Kapstadt/Südafrika, ein Medienzentrum.

Die Kirchenleitung für die Länder Ost-Zentralafrikas (ECD) produziert im Studio am Kirchenverwaltungssitz in Nairobi/Kenia, Fernsehsendungen und unterhält verschiedene TV-Stationen in ihrem Territorium.

Laut dem Bericht plane die Kirchenleitung für die Länder in West-Zentralafrika (WAD), mit Sitz in Abidjan/Elfenbeinküste, die Erstellung eines Medienzentrums, entweder an der adventistischen Valley View Universität in Ghana oder an der Babcock Universität in Nigeria.

Nach Angaben von „Hope Channel“ hätte die Freikirche bereits 1950 in den USA mit dem Programm „Faith for Today“ (Glauben für heute) das Fernsehen genutzt. 2003 habe der Aufbau des eigenen adventistischen weltweiten Fernsehnetzes „Hope Channel“ begonnen. Gegenwärtig gebe es neben „Hope Channel International“ (Silver Spring, Maryland/USA) als Fernsehstationen auch „Al Waad Channel“ (Beirut/Libanon – Arabisch), „Hope Channel China“ (Yu Chih/Taiwan), „Hope Channel Indien“ (Chennai, Tamil Nadu/Indien), „Hope Channel Deutsch“ (Alsbach-Hähnlein/Deutschland), „Hope Channel Europa“ (Kiew/Ukraine – Russisch), „Speranta TV“ (Voluntari/Rumänien) und in Jacarei/Brasilien „Novo Tempo“ (Portugiesisch für Südamerika, Angola, Mosambik sowie Sao Tomé und Principe), „Novo Tempo“ (Portugiesisch/Spanisch für Lateinamerika sowie Portugal und Spanien) sowie „Nuevo Tiempo“ (Spanisch für Lateinamerika).
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Neue VEF-Arbeitsgruppe "Seniorenarbeit"

Wustermark-Elstal bei Berlin, 27.07.2012/APD   Um ihre Angebote für ältere Menschen stärker miteinander zu vernetzen und einen institutionellen Rahmen für den fachlichen Austausch über das Themengebiet zu schaffen, haben die Mitglieds- und Gastkirchen der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) die neue Arbeitsgruppe „Seniorenarbeit“ gegründet. Die Leiterin des Gremiums, Irmgard Neese vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), betonte, bei der überregionalen Planung von Aktivitäten für Senioren sei es hilfreich, von den Erfahrungen anderer Fachleute zu profitieren: „Man muss nicht in mühsamer Kleinarbeit das Rad immer neu erfinden, wenn man andere fragen kann, die sich mit einem Thema schon einmal befasst haben.“ Das sei umso wichtiger, da „viele Freikirchen mit wenig Personal ein breites Spektrum an Veranstaltungen anbieten“.

Zu den gemeinsamen Zielen der Arbeitsgruppe gehöre es, die Bedeutung der Arbeit mit alten Menschen, deren Zahl kontinuierlich zunehme, zu stärken, so Neese. „Wichtig ist uns hierbei auch, auf die unterschiedlichen Zielgruppen passgenau einzugehen. Viele Menschen leben im Alter sehr mobil und eigenständig, und gleichzeitig gibt es viele Senioren, die pflegebedürftig und im Alltag ständig auf Unterstützung angewiesen sind.“

Gleichzeitig betonte Neese, dass nicht jede Kirche alles leisten müsse. So seien in der Arbeitsgruppe unter anderem Kooperationen bei Seniorenreisen im Gespräch: „Es gibt schon attraktive Angebote von Bibelfreizeiten in Deutschland bis hin zu Kreuzfahrten auf der Donau. Doch oft kennen Senioren nur die Angebote ihrer eigenen Kirche. Das wollen wir ändern.“

Am Gründungstreffen der Arbeitsgruppe nahmen neben Irmgard Neese die Verantwortlichen für die überregionale Seniorenarbeit aus dem Bund Freier evangelischer Gemeinden, der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden, dem Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden sowie dem Freikirchlichen Bund der Gemeinde Gottes teil. Vertreter anderer VEF-Mitgliedskirchen seien ebenfalls zur Mitarbeit in der Arbeitsgruppe, die zweimal im Jahr tage, eingeladen. Die Siebenten-Tags-Adventisten würden ebenfalls einen Fachmann in die Arbeitsgruppe entsenden, teilte deren Freikirchenleitung mit.
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Mehr als Goldmedaillen

Lüneburg, 26.07.2012/APD   Die olympischen Sommerspiele vom 27. Juli bis 12. August stehen vor der Tür. Millionen Menschen aus aller Welt werden vor den Fernsehschirmen sitzen und mitfiebern, ob „ihre“ Athleten aufs Siegertreppchen steigen dürfen. Doch für manche Sportler ist nicht die Goldmedaille das Wichtigste, sondern ihr christlicher Glaube. Einige berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von „Zeichen der Zeit“. Weitere Themen im Heft sind: „Der Glaube – Kampf oder Krampf?“ (Was Christen von Olympiasportlern lernen können), „Wie viel und welchen Sport brauchen wir?“ und „Wahre Schönheit ist ganzheitlich“.

„Zeichen der Zeit“ wird vierteljährlich von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland mit einer Auflage von etwa 90.000 Exemplaren herausgegeben und kostenlos verbreitet. Das Heft kann auch im Internet bei www.advent-verlag.de unter „Periodika“ heruntergeladen werden.

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Adventistische Musiker konzertieren für Sanierung evangelischer Citykirche

Görlitz, 25.07.2012/APD   Mit einem Benefizkonzert innerhalb des Themenjahrs „Reformation und Musik“ der Luther-Dekade hat der Chor der adventistischen Kirchengemeinde (Adventgemeinde) Görlitz die Sanierung der evangelischen Frauenkirche in der niederschlesischen Stadt unterstützt.

In dem Konzert in der 1473 geweihten, dreischiffigen Hallenkirche erklangen unter Leitung von Matthias Hämisch die Kantate „Erschallet ihr Lieder“ (BWV 172) und das Sanctus in C-Dur (BWV 237) von Johann Sebastian Bach sowie weitere Stücke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Kurt Thomas. Ein Kammerorchester, hervorgegangen aus einem gewachsenen Freundeskreis engagierter Laien- und Berufsmusiker unterschiedlicher Konfessionen, musizierte das Air aus Bachs Orchestersuite 3. An der Orgel erklangen Präludium und Fuge e-moll von Nicolaus Bruhns und Voluntary VI in F-Dur von John Bennett.

Solistisch musizierten Professor Wolfgang Kabus, langjähriger Leiter des Instituts für Kirchenmusik der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, Wilfried Scheel, Landeskirchenmusiker der Siebenten-Tags-Adventisten, und Thomas Seyda, katholischer Diözesankirchenmusikdirektor des Bistums Görlitz. Das Benefizkonzert wurde aus Mitteln der Musikförderung der Berlin-Mitteldeutschen Freikirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten und von regionalen Unternehmen unterstützt.

Die Erlöse des Konzerts sollen der Instandsetzung von Gestühl und Emporen des spätgotischen Gotteshauses zugutekommen, mit der die annähernd zwei Jahrzehnte andauernde, umfassende Sanierung abgeschlossen werden soll. Die Frauenkirche ist eine von vier Kirchen der Evangelischen Innenstadtgemeinde Görlitz. Sie wird aufgrund ihrer zentralen Lage im Stadtzentrum als Citykirche genutzt. Täglich wird im Trubel des Geschäftslebens zur Einkehr und zur Besinnung in die Kirche eingeladen.

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Pastor radelt durch USA, damit verarmte Familien Windeln erhalten

Washington D.C./USA, 24.07.2012/APD   „Zwischen dem Kauf von Nahrungsmitteln oder Windeln wählen zu müssen, sei eine Entscheidung, vor der Eltern nie stehen sollten“, betonte Eric Shadle, Pastor der Adventistenkirche in Richland im Bundesstaat Washington an der Westküste der USA. Nach Angaben der „The Christian Post“ in Washington D.C. sei Shadle am 8. Juli zu einer Fahrradtour quer durch die Vereinigten Staaten gestartet und wolle nach rund 5.500 Kilometern am 5. September an der Ostküste in Silver Spring/Maryland am Sitz der adventistischen Kirchenleitung für Nordamerika ankommen. Dort sei ein Treffen mit Alison Weir, Direktor der nationalen Windel-Bank, vorgesehen.

Weil verarmte Familien in den USA weder über die vom Staat abgegebenen Nahrungsmittelmarken noch im staatlichen WIC-Ernährungsprogramm für Frauen, Säuglinge und Kleinkinder Anrecht auf Einwegwindeln hätten, habe er sich zu diesem Schritt während seines Sabbaticals entschieden, sagte Eric Shadle. Er wolle durch seine Fahrt für das „Drei-Städte“-Windel-Bank-Projekt seiner Kirche 250.000 US-Dollar sammeln, die zum Kauf einer Million Einwegwindeln reichten. Das nationale Windel-Bank Netzwerk werde alle Spenden, die für das Projekt von Eric Shadle eingingen, verdoppeln, heißt es im Bericht der „Christian Post“.

Mit Vorträgen in Kirchen und Wohlfahrtszentren wolle der Pastor das Windel-Bank-Projekt seiner Kirche im ganzen Land bekannt machen und damit für die schwierige Situation von Müttern in den staatlichen Hilfsprogrammen und deren Kleinkinder sensibilisieren. Eltern dürften ihre Kinder nicht ohne Einwegwindeln in Kinderbetreuungseinrichtungen abgeben. Wer sich keine Windeln leisten könne, habe deshalb auch keine Möglichkeit, zu arbeiten sowie einer Schul- oder Berufsausbildung nachzugehen.

Von der Sozialhilfe abhängige Eltern stünden auch zu Hause oft vor der Wahl, ihren Kleinkindern während langer Zeit verschmutzte Einwegwindeln zuzumuten oder diese irgendwie zu reinigen und wieder zu verwenden, heiße es in einer Mitteilung der Windel-Bank des adventistischen Sozialdienstes (ACS) im Staat Washington. Seit Dezember 2011 habe die Einrichtung 60.000 Einwegwindeln an bedürftige Eltern ausgehändigt und arbeite mit dem Netzwerk der nationalen Windel-Bank zusammen. Die adventistische „Tri-Cities“-Windel-Bank verstehe ihre Tätigkeit im Sinne des Jesus-Wortes: „Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet.“

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Amerikanische Adventisten bestürzt über Bluttat in Aurora

Denver, Colorado/USA, 23.07.2012/APD   „Unser Mitgefühl gilt allen, die vom Amoklauf in dem Kino betroffen wurden“, sagte der adventistische Pastor Gary Thurber, Präsident der Rocky Mountain Kirchenleitung in Denver im US-Bundesstaat Colorado. „Wir versichern den Opfern und ihren Familien, dass wir an sie denken und für sie beten werden.“ Zwei Leichtverletzte seien im Parker Adventist Hospital, 25 Kilometer südlich von Aurora, behandelt und inzwischen entlassen worden, wie Verantwortliche des Krankenhauses mitteilten.

„Wir beten zu Gott um das Überleben jener, die mit dem Tod kämpfen“, so Pastor Dan Jackson, Präsident der Nordamerikanischen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten.

Am 20. Juli hat ein 24-Jähriger während der mitternächtlichen Premiere des neuen Batman-Films „The Dark Knight Rises“ im „Century 16 Movie Theatre“ in Aurora/Colorado zwölf Zuschauer erschossen und 58 weitere teilweise schwer verletzt. Er wurde nach der Tat verhaftet. Die Schießerei hat in den USA die Diskussion um das Waffenrecht neu entfacht.

Die Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten hat wiederholt eine Verschärfung nationaler Waffengesetze, besonders in den USA, gefordert. Bereits 1990 trat sie für die Ächtung des Verkaufs von Handfeuerwaffen an Zivilisten ein.

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Olympische Spiele – Präsenz der Religionen

Watford/England, 22.07.2012/APD   London ist zum dritten Mal Austragungsort der Olympischen Spiele, die vom 27. Juli bis 12. August stattfinden. Anschließend werden vom 29. August bis 9. September die Paralympics durchgeführt. Zu den olympischen Wettkämpfen werden mehr als 10.500 Athleten aus 200 Ländern erwartet, die um Medaillen in 26 Sportarten kämpfen. Athleten, Funktionäre und Zuschauer werden neben dem sportlichen mit einem breiten Angebot von religiösen Begleit- und Missionsbemühungen konfrontiert.

Interreligiöses Seelsorgezentrum
Im „Interfaith Centre“, dem interreligiösen Seelsorgezentrum im Olympischen Dorf, stehen laut Kathpress Gottesdiensträume für die fünf großen Religionen Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus und Buddhismus zur Verfügung.

Knapp 200 Seelsorger verschiedenster Religionsgemeinschaften kümmern sich um Sportler und Verbandsfunktionäre. Dazu gehöre laut „BUC News“ auch Richard Daly, Pastor der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Croydon, einem Stadtbezirk Londons. „Für mich als ehemaliger Leistungssportler, der auf nationaler Ebene Wettkämpfe bestritten hat, ist es ein Privileg, meine Sportbegeisterung und meine Berufung als Pastor zu verbinden“, sagte Daly. Er sei froh, dass die Freikirche der Sieben¬ten-Tags-Adventisten gemeinsam mit anderen Kirchen des Vereinigten Königreichs diesen Seelsorgedienst für Sportler leiste.

Die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) entsende zwei deutschsprachige Seelsorger, die römisch-katholische Deutsche Bischofskonferenz einen, so die beiden Kirchen. Während mehrtägiger sportlicher Großveranstaltungen bestehe häufig Gesprächsbedarf, heißt es in der EKD-Pressemitteilung.

Als Erkennungszeichen würden die Seelsorger im Olympiadorf Ausweiskarten und Anstecker tragen, auf denen das Wort „Faith“ (Glaube) mit einem Globus und den Logos der Olympischen und Paralympischen Spiele zu sehen seien, so Kathpress.

Olympia und Ramadan
Eine besondere Herausforderung stellten die Spiele in London für viele muslimische Olympiateilnehmer dar, da die Wettkämpfe in der Zeit des islamischen Fastenmonats Ramadan stattfänden. Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ist bekanntlich Muslimen unter anderem das Essen und Trinken untersagt.

Nach Angaben von Kathpress seien spezielle Essenspakete erhältlich, welche die Athleten vor Sonnenaufgang an sich nehmen könnten. Bei muslimischen Organisationsmitarbeitern werde darauf geachtet, dass diese nicht wegen ihrer Tätigkeit extra Flüssigkeit zu sich nehmen müssten. Die Personalleiter seien angewiesen worden, Mitarbeiter, die den Fastenmonat einhalten wollten, nicht während eines ganzen Tages auf einem Parkplatz ohne Schatten einzusetzen.

„Sportler, die das Fasten einhalten, werden sehr früh am Morgen aufstehen müssen, um etwas zu essen“, sagte Mohammed Abdul Bari, der als Leiter der größten Moschee Londons auch Mitglied im Religionsbeirat der Olympia-Organisatoren ist. Er sehe die größte Herausforderung für die Athleten denn auch nicht bei der Nahrungsaufnahme, sondern beim unregelmäßigen Schlaf: „Wie sie das beeinflusst, hängt von ihrer individuellen Belastbarkeit und Praxis, aber auch von ihrer Entschlossenheit ab.“

Christliche Missionsprojekte
„The Christian Race“, heißt die Broschüre, die der adventistische Olympia-Seelsorger Richard Daly im Hinblick auf die Spiele herausgegeben hat. Sie sei während des Fackellaufs der olympischen Flamme durchs Vereinigte Königreich an die am Straßenrand wartenden Zuschauer abgegeben worden, schreibt „BUC News“.

Laut EKD und Bischofskonferenz hätten die beiden Kirchen den deutschen Olympiateilnehmern sowie Trainern und Funktionären gemeinsam die Broschüre „Mittendrin“ zukommen lassen. Darin fänden sie Gebete und Meditationen, durch die sie eine Auszeit erleben sowie neue Kraft schöpfen könnten.

Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten würden sich laut „BUC News“ gemeinsam mit tausenden Christen anderer Konfessionen an der Verteilung des Faltblattes „More than Gold“ (Mehr als Gold) beteiligen. Man wolle damit die Besucher der Spiele auf den christlichen Glauben ansprechen. Diese interkonfessionelle Initiative gebe Einzelpersonen und Kirchengemeinden im Zusammenhang mit dem Fackellauf und während der Olympischen Spielen Hinweise, wie sie unter anderem Liveübertragungen, Jugendcafés, Kinderveranstaltungen organisieren und durchführen könnten.
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Freie Adventschule Oberhavel jetzt staatlich anerkannt

Hannover, 20.07.2012/APD   Die „Freie Adventschule Oberhavel“ der Siebenten-Tags-Adventisten in Oranienburg nördlich von Berlin ist jetzt vom Brandenburgischen Bildungsministerium als „Ersatzschule“ staatlich anerkannt worden, teilte Lothar Scheel (Hannover), Bundesgeschäftsführer des Advent-Wohlfahrtswerkes (AWW), mit. Die Anerkennung setze voraus, dass die betreffende Schule die Rahmenlehrpläne des Landes Brandenburg erfolgreich umsetze und ihren Bildungsauftrag an den veränderten gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen ausrichte.

Verändert hätten sich laut Scheel neben der Zusammensetzung der Familien die Komplexität des Wissens, die wachsende Bedeutung sozialer Kompetenz und die bildungspolitischen Vorgaben für die Schulen. Als eines der jüngsten Beispiele nannte Scheel das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Handicaps. Landesweit würden die Ausweitung des Unterrichts auf ein Bildungsangebot für den ganzen Tag sowie die Ausrichtung auf länderübergreifende Lehrpläne und Prüfungen angestrebt.

Besondere Schwerpunkte setze die Freie Adventschule Oberhavel auf die Gestaltung des Nachmittagsangebotes. Es gebe die Möglichkeit, zu reiten und zu voltigieren, Spanisch und die Liedbegleitung auf der Gitarre zu lernen, Pfadfinderwissen zu erwerben oder an der Modellbau-AG teilzunehmen. Im Schulalltag erprobten die Kinder ab der 5. Klasse sich einmal wöchentlich im Lernbereich Verantwortung zum Beispiel darin, Ziegen, Hühner, Kaninchen oder Meerschweinchen zu pflegen sowie mit der Besuchs-AG die Bewohner der Friedrichsthaler Seniorenheime zu besuchen.

Das Konzept der Freien Adventschule ist im Internet unter www.freie-adventschule-oberhavel.de zu finden. Es orientiere sich an der reformpädagogischen Tradition auf der Grundlage einer christlichen Werteorientierung. Trotz ihrer konfessionellen Bindung sei die Schule offen für alle, auch für konfessionell nicht gebundene Schülerinnen und Schüler, hob Scheel hervor.

Die Freie Adventschule Oberhavel in Oranienburg wurde 2006 mit zwölf Schülern eröffnet. 2009 kam die Oberschule, die „Immanuel Schule“, hinzu. Träger der Bildungseinrichtung ist das Advent-Wohlfahrtswerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.
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Deutscher Missionar und Hochschullehrer Konrad F. Mueller verstorben

Ostfildern, 19.07.2012/APD   Am 26. Juni verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit Dr. Konrad F. Mueller im Alter von 93 Jahren in Loma Linda, Kalifornien/USA. Bis zu seinem Tod war er Pastor der Adventgemeinde Los Angeles, die letzte deutsche adventistische Kirchengemeinde in den Vereinigten Staaten. Bekannt wurde der in Deutschland geborene Missionar und Hochschullehrer durch seine in vier Auflagen erschienene Dissertation „Die Frühgeschichte der Siebenten-Tags-Adventisten bis zur Gemeindegründung 1863 und ihre Bedeutung für die moderne Irenik“. Sie ist auch in englischer Übersetzung vorhanden und gilt als Standardwerk zur Geschichte der Adventisten.

Zu den Stationen des Lebens von Mueller gehörten nach Ausbildung am Theologischen Seminar Friedensau bei Magdeburg, Kriegserfahrungen in Russland mit anschließender Gefangenschaft, Studium in den USA, Missionseinsatz in Nigeria und Liberia, Promotion an der Johann Wolfgang von Goethe-Universität Frankfurt/Main, Lehrtätigkeit am Theologischen Seminar Marienhöhe Darmstadt und am Newbold College (England), wo er bis zu seiner Pensionierung das Ellen G. White-Studienzentrum leitete. Danach kehrte er mit seiner Frau in die USA zurück, von wo aus er noch bis ins hohe Alter „Missionsreisen“ unter anderem nach Russland und Afrika unternahm. Regelmäßig predigte er in der deutschen Adventgemeinde Los Angeles.

Während seiner Zeit als Missionar in Nigeria erlebte er den Biafrakrieg (1967-1969). Mueller zählte zu den wenigen Ausländern, welche die Grenze zwischen den Bürgerkriegsparteien passieren durften, so groß war der Respekt für ihn auf beiden Seiten. Nach seiner Pensionierung erfüllte er sich den Lebenstraum, das Evangelium in Astrachan, der russischen Stadt an der Wolga, zu verkündigen, wo er fünf Jahre lang die Kriegsgefangenschaft erlitt und knapp überlebte. Eine Besucherin seiner Bibelvorträge erkannte den ehemaligen Häftling nach über 50 Jahren wieder. Zeichen der Versöhnung setzte Mueller auch durch ein Kriegerdenkmal.

Nach dem Tod seiner Frau mit der er über 60 Jahre verheiratet war, ging er erneut die Ehe ein. Er hinterlässt seine zweite Frau Emma sowie die Töchter Riki und Helga samt Enkelkindern.

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Kinder-Uni an der Theologischen Hochschule Friedensau

Friedensau bei Magdeburg, 18.07.2012/APD   Am Mittwoch, dem 25. Juli, öffnet die Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg für Kinder von acht bis elf Jahren zum vierten Mal in der Ferienzeit ihre Hörsäle für die Kinder-Uni Friedensau. Das Programm der Kinder-Uni beginnt nach der Einschreibung um 8:45 Uhr und endet um 12 Uhr. Auf die Teilnehmer warten drei verschiedene Vorlesungen mit den Themen „Reisen im Mittelalter“, „Nahrung geht durch den Magen“ und „Ferne Länder erforschen am Beispiel von England, Austragungsort der Olympischen Spiele 2012“. Jede besuchte Vorlesung wird in das Studienhandbuch des Teilnehmers eingetragen. Die Vorlesungen werden von Dozenten und Studierenden an der Theologischen Hochschule Friedensau und vom Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf sowie von den Mitarbeitern der Hochschulbibliothek gestaltet.

Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Sie hat die beiden Fachbereiche Christliches Sozialwesen und Theologie.
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50 Millionen Kinderbibeln in 140 Ländern und 172 Sprachen verbreitet

München, 17.07.2012/APD   Die Kinderbibel des internationalen katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ habe eine Auflage von 50 Millionen Exemplaren erreicht. „Diese hohe Zahl zeigt uns, wie groß der Hunger nach Gott heute ist“, betonte Karin Maria Fenbert, Geschäftsführerin von „Kirche in Not“ in Deutschland. Die Kinderbibel werde von Priestern, Missionaren, Katecheten und Religionslehrern in 140 Ländern und 172 Sprachen eingesetzt, heißt es in der Mitteilung des Hilfswerks. Das Jubiläumsexemplar erscheine in Angola.

Die Kinderbibel geht auf Pater Werenfried van Straaten (1913-2003) zurück, den Gründer von „Kirche in Not“. Als die Vereinten Nationen 1979 zum „Jahr des Kindes“ ausgerufen hatten, wollte auch Pater Werenfried ein Zeichen gegen die Nöte von Kindern setzen. „Kinder brauchen eine Kinderbibel, damit das Bild Jesu in ihren Herzen lebendig wird“, war er überzeugt. Die ersten Exemplare der Kinderbibel stellte er Anfang 1979 während der Generalkonferenz der lateinamerikanischen Bischöfe im mexikanischen Puebla vor. Die Bischöfe waren von dieser Unterstützung für ihre Pastoralarbeit begeistert und bestellten spontan 1,2 Millionen Exemplare.

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Bischöfin Wenner für aufgeschlossenere Haltung zur Homosexualität

Bonn, 16.07.2012/APD   Die Bischöfin der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (United Methodist Church), Rosemarie Wenner (Frankfurt/Main), plädiert für eine aufgeschlossenere Haltung ihrer Kirche zur Homosexualität. Wie sie dem Newsletter des ökumenischen Predigtpreises in Bonn sagte, verhindere die breite Abneigung afrikanischer und amerikanischer Methodisten bisher eine neue Bewertung. In Europa werde Homosexualität oft positiver beurteilt. In den „Sozialen Grundsätzen“ der Kirche heiße es, sie „duldet keine praktizierte Homosexualität und betrachtet diese Handlungsweise als unvereinbar mit der christlichen Lehre“. Wenner plädiert dafür, stattdessen zu formulieren: „Wir sind uns uneins in der Beurteilung, ob Homosexualität mit der biblischen Lehre vereinbar ist oder nicht.“ Eine Änderung sei aber derzeit nicht durchsetzbar. Hinter dem Nein in der Führung der Kirche stehe auch die Angst amerikanischer Methodisten, dass damit Homosexuellen der Weg ins Pastorenamt erleichtert werde.

Rosemarie Wenner ist seit 26. April Präsidentin des internationalen Bischofsrates der Evangelisch-methodistischen Kirche, die elf Millionen Mitglieder auf vier Kontinenten verzeichne. Fast acht Millionen davon lebten in den USA. In Deutschland seien die Methodisten mit 55.000 Mitgliedern und Angehörigen nach den Baptisten die zweitgrößte Freikirche. Weltweit gibt es über 70 Millionen Methodisten in 74 Kirchen. Sie entsprächen damit den Lutheranern, zu deren 145 Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes etwa 70 Millionen Christen in 79 Ländern gehörten.

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Beschneidungsurteil: Güterabwägung laut UN-Experte unangemessen

Salzburg/Österreich, 15.07.2012/APD   Als „Fehlurteil“ hat der UN-Sonderbericht-erstatter für Religionsfreiheit, Heiner Bielefeldt, das Gerichtsurteil in Deutschland zur religiösen Beschneidung von Buben kritisiert, meldete Kathpress. Bei einer Tagung zum Thema „Religionsfreiheit“ in Salzburg, zum 25-jährigen Bestehen des Österreichischen Instituts für Menschenrechte, habe am 7. Juni der deutsche Philosoph, Theologe und Historiker kritisiert, dass die Kölner Richter ihrer Sorgfaltspflicht bei der Abwägung zwischen dem Menschenrecht auf Religionsfreiheit und dem gebotenen Schutz eines Kindes, nicht gerecht geworden seien. „Die Religionsfreiheit kommt in diesem Urteil nicht angemessen vor“, sagte Bielefeldt, „und dort, wo sie vorkommt, wird sie verdreht“.

Auch die medizinische Beurteilung der Auswirkungen einer Beschneidung sei vom Kölner Landgericht trotz vieler unterschiedlicher Ansichten von Experten in dieser Frage, „sehr rasch“ mit Köperverletzung beantwortet worden. Nach Angaben von Kathpress habe Bielefeldt explizit auf die Unterschiede zu anderen Fällen hingewiesen: Eltern, die möglicherweise eine lebensrettende Bluttransfusion bei ihren Kindern verweigerten oder auf die Genitalverstümmelung bei Frauen. Beim Thema „Bluttransfusion“ stehe das „Recht auf Leben“ deutlich über der Religionsfreiheit. Auch könne Religionsfreiheit niemals ein Rechtfertigungsgrund für Genitalverstümmelung sein, so Bielefeldt.

Der UN-Experte erinnerte daran, dass Religionsfreiheit eindeutig das Recht von Eltern auf die religiöse Sozialisation ihrer Kinder beinhalte. Für viele Eltern sei die Beschneidung ein so wichtiges Anliegen, dass sie auch bei einer Strafandrohung nicht auf deren Durchführung verzichten würden.

Laut Kathpress wertete der Menschenrechtsexperte das Argument der Kölner Richter als „bizarr“, wonach durch die Beschneidung die Religionsfreiheit des Kindes verletzt werde, weil es dadurch später nicht mehr selbst entscheiden könne, welcher Religion es angehören wolle. Bielefeldt: „Wenn das stimmen würde, hätte das Christentum nie existieren können, denn die ersten Christen waren auch alle beschnitten.“

Unterstützung habe der UN-Sonderberichterstatter vom Alt-Präsidenten des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, Luzius Wildhaber erhalten, wie Kathpress schreibt. Das Urteil beruhe nicht auf einer „sinnvollen Abwägung von öffentlichen und privaten Interessen“, sagte Wildhaber. „Es ist nicht so, dass eine Tat jedes Mal absolut verboten ist, wenn Blut fliesst. Sonst wären ärztliche Kontrollen, Impfungen, Bluttests, relativ schwierig.“ Wie in anderen Fällen müssten Richter bei der Beschneidung verschiedene Interessen „vernünftig“ abwägen. Das sei im Gesamten in Köln nicht geschehen.

Religionsfreiheit nur zweitrangiges Menschenrecht?
Für UN-Sonderberichterstatter Bielefeldt verdeutliche der Fall das aktuell größte Problem in der Debatte um die Religionsfreiheit als Menschenrecht. Es gebe dabei eine Tendenz, Religionsfreiheit zugunsten anderer Menschenrechte zu marginalisieren. „Das könnte dazu führen, dass die Religionsfreiheit immer mehr als das ‚andere‘ Menschenrecht gilt, das bestimmten menschenrechtlichen Anliegen, die vielen heute wichtiger sind, sozusagen im Weg steht“, warnte Bielefeldt. So habe er Sichtweisen zurückgewiesen, wonach „die Religionsfreiheit im Kampf für die Gleichberechtigung von Frauen und den Schutz von Kinderrechten nur im Weg steht, also das andere, scheinbar weniger liberale, weniger menschenrechtliche Menschenrecht ist“.

Rechtslage für Urologen
Laut der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) habe das rechtskräftige Urteil des Landgerichts Köln die Rechtslage in keiner Weise abschließend geklärt. Eine letztgültige Rechtssicherheit könne nur ein höchstrichterliches Urteil oder der Gesetzgeber herbeiführen. Die DGU könne ihren Mitgliedern derzeit keine Garantie geben, dass rituelle Beschneidungen strafrechtlich unproblematisch seien. Bis zur weiteren Klärung der Rechtslage könnten Urologen nur jene Beschneidungen rechtssicher durchführen, für die eine medizinische Indikation vorliege.
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Adventisten treffen neuen Präsidenten Ägyptens

Watford/England, 13.07.2012/APD   Der neue ägyptische Präsident, Dr. Mohammed Mursi, hat die adventistische Kirchenleitung in Ägypten, vertreten durch deren Präsidenten, Pastor Llew Edwards, und Exekutivsekretär, Pastor Anwar Eskander, zusammen mit vierzehn Vertretern der römisch-katholischen, der anglikanischen und weiterer evangelischer Kirchen am 27. Juni in den Präsidentenpalast zu einer Aussprache eingeladen. Am Vortag hätten die Kirchenvertreter der orthodoxen Kirchen Ägyptens mit dem Präsidenten gesprochen, berichtete tedNEWS.

Demnach habe Präsident Mursi alle Eingeladenen einzeln begrüßt und den Kirchenleitern versichert, dass es seiner Absicht entspreche, alle Ägypter zu einen sowie deren Zusammenleben zu ermöglichen. Er habe auch auf die Pflicht von Muslimen und Christen hingewiesen, einander in Liebe zu begegnen.

Laut tedNEWS überreichten die Pastoren Edwards und Eskander Dr. Mursi ein Schreiben der adventistischen Kirche Ägyptens, indem sie ihren Dank bezüglich seiner Absicht zum Ausdruck gebracht hätten, der Präsident aller Ägypter sein zu wollen, das Land zu einen und sowohl Anliegen von Frauen als auch von Christen zu unterstützen. Sie versicherten ihn ihrer Gebete, damit Gott ihm Gesundheit und Weisheit für seine neue Leitungsaufgabe gebe.

Ägypten ist nach der Verfassung ein islamischer Staat mit dem Islam als Staatsreligion. Etwa 90 Prozent der Einwohner des Landes bekennen sich zum sunnitischen, weniger als ein Prozent zum schiitischen Islam.

Die Christen, geschätzte acht bis zwölf Prozent der Bewohner Ägyptens oder sechs bis zehn Millionen Einwohner, haben in Oberägypten, Kairo und Alexandria eine prozentual höhere Vertretung. Mehrheitlich gehören sie zur Koptisch-Orthodoxen Kirche.

Weitere christliche Kirchen in Ägypten sind die römisch-katholische Kirche, die Syrisch-Orthodoxe Kirche, die Armenisch-Orthodoxe Kirche, die Griechisch-Orthodoxe Kirche von Alexandria, die Koptisch-Katholische Kirche von Alexandria sowie das Griechische Melkitisch-Katholische Patriarchat von Antiochien, Alexandria und Jerusalem.

Die Protestanten mit rund 100.000 Mitgliedern etablierten sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit 16 Denominationen, darunter Presbyterianer, Anglikaner, Baptisten und die Siebenten-Tags-Adventisten, die seit 1960 einen rechtlichen Status haben.

Die rund 700 erwachsen getaufte Adventisten in Ägypten versammeln sich in 16 Kirchengemeinden. Sie unterhalten die Nile Union Academy (Mittelschule), ein Internat mit 130 Bewohnern und die Zeitoun Adventist School, eine Grundschule mit 800 Schülerinnen und Schülern.

In Ägypten gibt es auch die Zeugen Jehovas, Baha’i und wenige Mormonen. Die jüdische Gemeinde in Ägypten umfasst rund 200 ältere Personen.
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Presbyterianer in Russland wollen Dachverband gründen

Moskau/Russland, 12.07.2012/APD   Nach Angaben von Dr. Wladimir Li, Pastor der „Moscow Presbyterian Church“, werde im Oktober in Russland der erste presbyterianische Dachverband (Generalversammlung) gegründet. Eine im Jahr 2010 gebildete Arbeitsgruppe sei beauftragt worden die in viele Einzelgruppen, Abspaltungen und fünf Dachverbände aufgeteilten Presbyterianer in Russland unter einem einzigen organisatorischen Dach zusammenzuführen, wie der Pressedienst der Russischen Evangelischen Allianz (REA) mitteilte. Einige presbyterianische Gemeinden hätten sich 1997, als die staatliche Registrierung Vorschrift wurde, bei der „Vereinigten Russischen Union der Christen evangelisch-pfingstlerischen Glaubens“ registriert; andere hätten sich mit baptistischen oder interkonfessionellen Dachverbänden verbunden. Es sei aufgrund der großen Aufsplitterung bereits jetzt klar, dass sich nicht alle presbyterianischen Gruppierungen dem neuen Dachverband anschließen würden, heißt es weiter im Bericht.

Die überwältigende Mehrheit der russischen Presbyterianer bestehe aus Koreanern oder Russen koreanischer Herkunft. Aufgrund der brutalen Verbannung ethnischer Koreaner nach Kasachstan und in die benachbarten Republiken im Jahre 1937, fänden sich koreanische Christen weit westlich von Wladiwostok und Chabarowsk. Mitunter werde die presbyterianische Bewegung von russischen Nationalisten auch als eine „koreanische Sekte“ bezeichnet, heißt es in der Medienmitteilung.

Gründe für den Erfolg der Presbyterianer
Der Grund für den Erfolg koreanischer Gemeinden liege in der großen Anzahl von Missionaren, die Südkorea ins Ausland entsende. 1980 seien es 93 Auslandsmissionare gewesen, inzwischen mehr als 20.000. Koreanische Missionare wirkten in Russland und in den ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens als Studenten oder Geschäftsleute. Ihre Bereitschaft, auch völlig inoffiziell zu arbeiten, mache sie für die Mission im muslimisch-dominierten „10/40-Fenster“ besonders geeignet.

Gebetsversammlungen lange vor der Morgendämmerung sowie Hingabe, Disziplin und Direktheit seien ein Charakteristikum der koreanischen Evangelikalen, heißt es im Bericht. Ihre evangelistischen Erfolge seien auf das hohe Engagement ihrer Kirchenmitglieder zurückzuführen.

Ein weiterer Grund für das zahlenmäßige Wachstum bestehe darin, dass die in Russland lebenden Koreaner und Russen koreanischer Abstammung auf die Millionen illegal und halblegal in Russland lebenden Chinesen zugingen.

Stichwort: Presbyterianer
Beim Presbyterianismus und dem Reformiertentum handle es sich um ein und dieselbe kirchliche Richtung, schreibt das „Lexikon der reformierten Kirche des Kantons Zürich“. Ihre Glaubenslehren und Kirchenverfassungen gehörten zum selben Zweig des Protestantismus.

Die Kirchen auf dem europäischen Festland bezeichneten sich als „reformiert“, weil ihre Wurzeln auf die Reformation Zwinglis und Calvins zurückgehe. Im angelsächsischen Raum würden diese Kirchen meistens als „presbyterianisch“ bezeichnet. Laut dem Lexikon werde der „Presbyterianismus“ eher mit einer bestimmten kirchlichen Verfassung assoziiert. „Reformiert“ bezeichne hingegen mehr eine Glaubensanschauung.

Die Position der Einzelgemeinde sei bei den Presbyterianern stark, aber nicht absolut wie beim Kongregationalismus (Autonomie der Ortskirche). Die übergeordnete Instanz der reformierten und presbyterianischen Kirchen bilde die Synode, die Versammlung der Gemeindeabgeordneten.

Die meisten reformierten und presbyterianischen Kirchen haben sich zur „Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen“ (WRK) zusammengeschlossen. Zu ihr gehören zurzeit 230 evangelisch-reformierte Kirchen mit über 80 Millionen Mitgliedern.

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Eine Schülerin der „Marienhöhe“ mit der Traumnote 1,0

Darmstadt, 11.07.2012/APD   Das Abitur legten 85 Gymnasiasten und Kollegiaten (2. Bildungsweg) am Schulzentrum „Marienhöhe“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Darmstadt erfolgreich ab. Eine erhielt die Traumnote 1,0. Der Gesamtnoten-Durchschnitt aller Abiturienten lag bei 2,21. Außerdem erreichten 52 Absolventen den Realschulabschluss, von denen 24 in die gymnasiale Oberstufe überwechseln.

Die adventistische Bildungsstätte besuchten im abgelaufenen Schuljahr 674 Schülerinnen und Schüler, die von 71 Lehrkräften unterrichtet wurden. Das 1924 gegründete Schulzentrum der Siebenten-Tags-Adventisten hat seit 1950 ein staatlich anerkanntes Gymnasium. 1994 kam die Real- und 2010 die Grundschule hinzu. Zum neuen Schuljahr haben sich bereits 427 Schülerinnen und Schüler für das Gymnasium, 166 für die Realschule und 32 für die Grundschule angemeldet.

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Dirigent Herbert Blomstedt wird 85

Lüneburg, 09.07.2012/APD   Viel Zeit zum Feiern hat er nicht, wenn er 85 Jahre alt wird: Herbert Blomstedt, einer der bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit und Siebenten-Tags-Adventist. An seinem Geburtstag am 11. Juli wird er das tun, was er am liebsten macht: dirigieren – und zwar in Athen, nachdem er tags zuvor mit den Wiener Philharmonikern in der Türkei in den antiken Theaterruinen von Ephesus ein Konzert gegeben haben wird.

Der Sohn eines adventistischen Pastors und einer Pianistin, in Springfield/USA geboren und in Schweden aufgewachsen, sieht sich als Vermittler, der durch die Sprache der Musik verkündigt. Er begleitet nicht nur gern im Gottesdienst an der Orgel den Gemeindegesang und hält Predigten, wenn es seine Zeit erlaubt; er möchte im Konzertsaal auch mit Menschen, die keiner Kirche nahestehen, „eine Weile in Gottes Nähe sein dürfen“, wie er es laut dem Onlinedienst der Zeitschrift „Adventisten heute“ in einem Gespräch einmal ausdrückte. Dass dies immer wieder gelingt, zeigen Zeitungskritiken und bewegende Briefe von dankbaren Zuhörern. Oder wie ein jugendlicher Blogger nach einem Brucknerkonzert schrieb: „Es war, als würde der Himmel offen stehen.“

Blomstedt erhielt seine erste musikalische Ausbildung am Königlichen Konservatorium in Stockholm und an der Universität Uppsala. 1954 debütierte er als Dirigent mit dem Philharmonischen Orchester Stockholm und war dann als Chefdirigent bedeutender skandinavischer Orchester tätig. Von 1977 bis 1983 leitete er das Sinfonieorchester des Schwedischen Rundfunks. Von 1975 bis 1985 war er zugleich Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden und von 1985 bis 1995 Music Director des San Francisco Symphony Orchestra. 1998 bis 2005 leitete er als Nachfolger von Kurt Masur das Gewandhausorchester Leipzig.

Herbert Blomstedt arbeitet mit sämtlichen bedeutenden Orchestern als Gastdirigent. Das Gewandhausorchester, das japanische NHK-Sinfonieorchester, das San Francisco Symphony Orchestra, die Bamberger Symphoniker sowie das Dänische und Schwedische Radio-Symphonieorchester ernannten ihn zu ihrem Ehrendirigenten.

Der Musiker hat im Laufe seines Lebens zahlreiche Auszeichnungen erhalten. 2003 verlieh ihm beispielsweise der damalige deutsche Bundespräsident Johannes Rau das Große Bundesverdienstkreuz. Anfang diesen Jahres nahm er den Charles-Elliot-Weniger-Preis an der La-Sierra-Universität in Kalifornien entgegen. Der Preis wird an adventistische Lehrer, Wissenschaftler und Künstler verliehen, die durch hervorragende Leistungen und einen vorbildlichen christlichen Charakter aufgefallen sind. Am 15. Juni wollte ihm der schwedische König die Seraphinen-Medaille überreichen, aber da Blomstedt auf Konzertreisen ist, wird die Übergabe Anfang September nachgeholt. Durch die Seraphinen-Medaille (nicht zu verwechseln mit dem Königlichen Seraphinen-Orden) werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die Außerordentliches im humanitären Bereich und für die Gesellschaft geleistet haben. König Carl XVI. Gustaf hat die Medaille seit 1973 bisher nur an zwölf Personen verliehen.

Herbert Blomstedt, dessen Ehefrau Traute im Februar 2003 verstarb, hat vier Töchter und lebt seit 1984 in Luzern.

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Freikirchen gegen Kriminalisierung der rituellen Beschneidung von Jungen

Witten, 08.07.2012/APD   In einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel haben der Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF), Präses Ansgar Hörsting vom Bund Freier Evangelischer Gemeinden, und seine Stellvertreterin, Bischöfin Rosemarie Wenner von der Evangelisch-methodistischen Kirche, ihre Besorgnis über ein Urteil des Landgerichts Köln zum Ausdruck gebracht. Das Gericht hatte die rituelle Beschneidung eines vierjährigen Jungen durch einen Arzt auf Veranlassung seiner muslimischen Eltern als rechtwidrige Körperverletzung gewertet.

In ihrem Schreiben begrüßen die beiden Freikirchenleiter, die durch das Urteil angestoßene Debatte über das Kindeswohl, da der Schutz von Kindern eine „unaufgebbare individuelle und gesellschaftliche Pflicht“ sei. Gleichwohl sei die VEF „schockiert“ über die Entscheidung, „die Beschneidung von Jungen als Gefährdung des Kindeswohls, also als eine erhebliche seelische oder körperliche Verletzung, aufzufassen und dagegen vorzugehen“. Aus medizinischer Sicht schädige der Eingriff das Kindeswohl nicht, sondern könne diesem sogar förderlich sein.

Religionsfreiheit bedeute für die Vereinigung Evangelischer Freikirchen „nicht die Freiheit der Gesellschaft von Religion, sondern die Freiheit zur religiösen Praxis – im Rahmen der durch das Grundgesetz gegebenen Richtlinien“, heißt es in dem offenen Brief an die Bundeskanzlerin.

Durch das Verbot seien der jüdische und muslimische Glaube substanziell betroffen, betonten Ansgar Hörsting und Rosemarie Wenner. So würden „das Judentum und der Islam, diskreditiert“ und Menschen, die dem Beschneidungsritus in Deutschland folgten, diskriminiert: „Ein geringfügiger körperlicher Eingriff wird hier mit maximaler Wirkung zur Ausgrenzung von Menschen besonderer Religionszugehörigkeit kriminalisiert.“ In einem abschließenden Appell fordern der Präses und die Bischöfin den Gesetzgeber auf, „hier für Rechtsklarheit und Schutz der Menschen in unserem Land zu sorgen, die eine Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen in ihrer elterlichen Sorge als eine dem Wohl des Kindes zuträgliche Entscheidung verantworten“.

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wurde 1926 gegründet. Derzeit gehören ihr zehn Kirchen und Gemeindebünde als Mitglieder und vier als Gastmitglieder an. Die VEF sieht ihr Ziel darin, gemeinsame Aufgaben zu fördern, zwischenkirchliche Beziehungen zu vertiefen und gemeinsam freikirchliche Belange nach außen zu vertreten. Sie vertritt etwa 260.000 evangelische Christen in Deutschland.
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Ordination von Pastorinnen: Adventistische Weltkirchenleitung mahnt ordnungsgemäßes Vorgehen an

Silver Spring, Maryland/USA, 06.07.2012/APD   Die Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten hat am 29. Juni einen ungewöhnlichen „Aufruf zur Einheit“ an jene regionalen Kirchenleitungen (Unionen/Verbände) erlassen, die eigenständige Beschlüsse bezüglich der Ordination von Frauen zum Pastorenamt bereits gefasst haben oder solche erwägen. Darunter befinden sich auch zwei regionale Kirchenleitungen in Nordamerika sowie der Norddeutsche Verband in der Bundesrepublik.

Der Aufruf der Weltkirchenleitung sei einstimmig und im Konsens von 40 Verantwortungsträgern beschlossen worden, meldet Adventist News Network (ANN). Zu ihnen gehörten auch dreizehn überregionale Kirchenleiter, die gleichzeitig Vize-Präsidenten der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) seien.

Die angesprochenen regionalen Kirchenleitungen hätten entweder die Bereitschaft bekundet, Frauen zum Pastorenamt zu ordinieren oder eigenständig Beschlüsse gefasst, die ihnen solche Ordinationen in ihrem Verwaltungsgebiet erlauben würden. Derzeit werden Frauen in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nicht zum Pastorendienst ordiniert. Das entspreche den Beschlüssen der Weltkirchensynoden (Generalkonferenz-Vollversammlungen), die 1990 und 1995 zu dieser Frage gefasst worden seien. Damals sei laut ANN die Ordinationsfrage das Schwerpunktthema der internationalen Beratungen gewesen.

Die 40 Verantwortungsträger der Weltkirchenleitung listen zu Beginn ihres Aufrufes die jüngsten Beschlüsse und Vorschläge zur Thematik auf. Anschließend erinnern sie die regionalen Kirchenleitungen aber auch die Kirchenmitglieder, dass zur Ordinationsfrage innerhalb der weltweiten Kirche eine Studie durchgeführt werde, deren Ergebnisse im Jahr 2014 vorliegen sollten. Danach, so heißt es im Aufruf weiter, werde der Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung entscheiden, ob es weitere Empfehlungen in dieser Frage für die Delegierten der 60. Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio, Texas/USA, im Juli 2015 gebe. Der Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung ist die höchste Instanz der Kirche zwischen den alle fünf Jahre stattfindenden Weltsynoden. Bis 2015 sei ein Schritt „die Ordinationspraxis zu ändern oder zu modifizieren eine globale Angelegenheit und erfordert deshalb auch eine Entscheidung der Weltkirche“, heißt es im Dokument.

„Die Einführung einer anderen Ordinationspraxis für Geistliche durch regionale Kirchenleitungen wird vom Rest der Kirche als Bereitschaft gewertet, eine bestehende Entscheidung der Weltkirche zu übergehen und sich in eine andere Richtung zu bewegen“, schreiben die adventistischen Kirchenleiter. „Beschlüsse, die während der laufenden Studie der Weltkirche und den entsprechenden Erörterung zum Thema getroffen werden, greifen diesem Prozess und jeder daraus resultierenden Entscheidung vor.“

Die Kirchenleiter wiesen auf den gemeinschaftlichen Ansatz hin, mit dem die adventistische Glaubensgemeinschaft wichtige Entscheidungen seit der Kirchengründung im Jahr 1863 getroffen habe. „Der Wesenskern der Einheit in der Funktionsweise der adventistischen Organisation besteht in der gegenseitigen Verpflichtung aller Organisationen zur kollektiven Entscheidungsfindung in Angelegenheiten, welche die ganze Kirchenfamilie betreffen und das Anerkennen dieser Entscheidungen als Autorität der Kirche. Jeder Beschluss einer regionalen Kirchenverwaltung, eine andere Vorgehensweise zu verfolgen, stellt eine Absage an diesen zentralen Wert im Leben der Glaubensgemeinschaft dar.“

Im Aufruf heißt es weiter: „Die Verantwortlichen der Weltkirchenleitung laden die regionalen Kirchenleitungen ein, sich an der weltweiten Studie zur Ordinationsfrage zu beteiligen. Diese Studie wird die umfassendste und gründlichste sein, welche die Kirche zu diesem Thema bisher unternommen hat. Frühere Studien wurden von Kommissionen durchgeführt. Dies ist das erste Mal, dass eine Studie zur Ordination von Pastoren die ganze Kirche mit allen dreizehn überregionalen Kirchenleitungen umfasst.“

Die 40 Kirchenleiter stellten fest, dass die Frage der Frauenordination ein Thema sei, das bei vielen innerhalb der adventistischen Kirche große Besorgnis ausgelöst habe. „Es ist uns bewusst, dass in unserer weltweiten Familie stark abweichende Auffassungen hinsichtlich Ordination von Frauen als Pastorinnen bestehen“, heißt es im Aufruf. „Es ist uns weiter bewusst, dass das Verstreichen von Zeit, ohne befriedigende Lösungen für die Spannungen in dieser Frage zu finden, Frustrationen fördern und das Vertrauen zerstören können, dass aber dennoch eine für beide Seiten zeitgemäße und zufriedenstellende Lösung möglich ist.“

Die adventistischen Weltkirchenleiter richteten abschließend einen „ernsthaft Aufruf“ an die betroffenen regionalen Kirchenleitungen:

1. Im Einklang mit den Entscheidungen der weltweiten Kirche zu handeln.
2. Jedes eigenständige Handeln zu vermeiden, das im Widerspruch zu den Entscheidungen der Weltkirche stehe, die im Jahre 1990 und 1995 getroffen worden seien.
3. Ihren Mitgliedern mitzuteilen, welche Auswirkungen eigenständige Handlungen für das Gesamtwohl der Konfession hätten.
4. Sich aktiv in die laufende weltweite Diskussion über die Ordinationspraxis einzubringen, deren Berichte 2014 und 2015 vorliegen sollten.

Die englischsprachige Stellungnahme „An Appeal For Unity In Respect To Ministerial Ordination Practices“ der adventistischen Kirchenleiter kann auf der Homepage von APD Schweiz www.stanet.ch/APD heruntergeladen werden.
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Die vollständige Bibel in 475 Sprachen verfügbar

Stuttgart, 05.07.2012/APD   Laut Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) in Reading/England gebe es die gesamte Heilige Schrift in 475 Sprachen. Ganz oder in Teilen sei die Bibel in 2.538 Sprachen vorhanden. Weltweit wären aber über 6.500 Sprachen bekannt.

Grundlage für die Zahlen ist der „Scripture Language Report“ für das Jahr 2011. Die Statistik erfasst alle Sprachen, in denen mindestens ein Buch der Bibel veröffentlicht worden ist. Danach sind im Vergleich zum Vorjahr sechs Vollbibeln und neun Neue Testamente dazugekommen. Für die einzelnen Weltregionen ergeben sich folgende Zahlen (Stand: 01. 01.2012): Afrika 182 vollständige Bibelübersetzungen, Asien und Pazifik 186, Europa und Naher Osten 62, Nord- und Südamerika 44 sowie eine Übersetzung in der Kunstsprache Esperanto.

Zur Zeit werde weltweit an etwa 460 Übersetzungsprojekten gearbeitet. 2014 sollten davon 200 Projekte abgeschlossen sein. In über 120 weiteren Sprachen werde es dann eine Vollbibel geben. Spenden an die Weltbibelhilfe gewährleisteten, dass dieses ehrgeizige Ziel erreicht werden könne.

Die Deutsche Bibelgesellschaft gehöre als Mitglied des Weltverbands der Bibelgesellschaften (UBS) zur größten Übersetzungsagentur der Welt. Bibelgesellschaften gebe es in über 145 Ländern. Die in der UBS verbundenen Bibelgesellschaften hätten in ihrer über 200-jährigen Geschichte insgesamt 326 Vollbibeln (Altes und Neues Testament) herausgebracht. Dabei gelten folgende Regeln: Es wird immer aus dem Urtext übersetzt. Ausgebildete Muttersprachler sorgen für die bestmögliche Übersetzung. Es wird immer nur auf Wunsch und Initiative der Empfänger übersetzt.

In deutscher Sprache gibt es die vollständige Bibel in über 35 Übersetzungsvarianten, von urtextnahen Versionen bis hin zu umgangssprachlichen Übertragungen. Das sei Luxus, betonte Tobias Keil von der „Aktion Weltbibelhilfe“ der Deutschen Bibelgesellschaft in Stuttgart. Nur in ganz wenigen anderen Sprachen gebe es mehr als nur eine Übersetzung. Der überwiegende Teil der Menschen weltweit sei froh, wenn wenigstens ein Buch der Bibel in ihre Muttersprache übersetzt ist.

Die Übersetzung eines Buches der Bibel dauere ein paar Monate, die ganze Bibel rund zwölf Jahre, informierte Keil. Daneben seien die Bibelgesellschaften weltweit bemüht, Übersetzungen in moderner Sprache anzubieten. „Eine Sprache ist lebendig und ständigen Veränderungen unterworfen.“ Das mache Revisionen oder erneute Übersetzungsprojekte in Sprachen erforderlich, die eigentlich bereits eine Bibel hätten. Moderne Übersetzungen erleichterten laut Keil besonders Jugendlichen den Zugang zur biblischen Botschaft.

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"Schutzbengel-Award" für Medienscoutprojekt in Winnenden

Schwarzenbruck bei Nürnberg, 03.07.2012/APD   Der Verein Medienscout e. V. in Burgstetten (Rems-Murr-Kreis/Baden-Württemberg) hat den „Schutzbengel-Award“ 2012 der Rummelsberger Dienste für Menschen (Schwarzenbruck bei Nürnberg) aufgrund seines „außergewöhnlichen Engagement für Kinder und Jugendliche“ erhalten. Der zweite Preisträger ist das Projekt „Youth Pool“ des Caritasverbandes der Stadt und des Dekanats Halle. Die beiden Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Die Verleihung soll im November erfolgen.

Das Präventionsprojekt Medienscout wurde nach dem Amoklauf am 11. März 2009 in Winnenden (nordöstlich von Stuttgart) am dortigen Georg-Büchner-Gymnasium initiiert. Ziel ist, die Beeinflussungsstrategien der Medien, wie Computerspiele, Filme und Werbung, aufzuzeigen und diese anhand der Menschenrechte und ethischer Fragestellungen zu überprüfen. Beeinflussungsmethoden können Schönheitsideale, Gewaltverherrlichung oder Konsumdruck sein. Um Kinder und Jugendliche über positive und bedenkliche Beeinflussungsmethoden der Medienindustrie zu informieren, werden Schülerinnen und Schüler zu Medienscouts ausgebildet, um in ihren Altersgruppen mediale Aufklärungsarbeit leisten zu können.

Federführend ist dabei für die Begleitung im Bereich der medialen Beeinflussungsmethoden und der Menschenrechte Dr. Bojan Godina, Leiter des „Instituts für kulturrelevante Kommunikation und Wertebildung“ der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg (Internet: www.iku-institut.de). Der Filmemacher Harald Grübele von „Vimotion“ leitet die praktisch angewandte Medientechnik und die medientechnische Forschung im Medienscoutprojekt. Der Leiter der Präventionsstelle der Kriminalpolizei Waiblingen/Winnenden, Leo Keidel, bringt in das Projekt die Gewaltprävention ein. Weitere Informationen sind im Internet unter www.school-meets-media.de zu finden.

Die „Aktion Schutzbengel“ der diakonischen Rummelsberger Dienste für Menschen vergibt in diesem Jahr ihren Award zum Themenschwerpunkt „Social Media Jugend“. Dabei geht es unter anderem um Projekte und Initiativen welche die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken sowie Medienscouts in Schulen oder Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen ausbilden (www.aktion-schutzbengel.de).

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Urteil: Rituelle Beschneidung von Knaben ist Körperverletzung

Kommentar von Harald Mueller*

Friedensau bei Magdeburg, 02.07.2012/APD   Die Entscheidung des Landgerichts Köln vom 07. Mai in der die Beschneidung eines vierjährigen Knaben auf Veranlassung seiner muslimischen Eltern durch einen Arzt als rechtswidrige Körperverletzung gewertet wurde, hat ein starkes Echo nicht nur in muslimischen und jüdischen Kreisen hervorgerufen.

Das Gericht hatte den Arzt schließlich mit der Begründung freigesprochen, er habe ohne Schuld gehandelt, weil er wegen der dazu bestehenden unterschiedlichen Auffassungen nicht habe wissen können, dass sein Tun rechtswidrig gewesen sei. Die Eltern eines nicht einwilligungsfähigen Jungen seien nicht berechtigt, aus religiösen Motiven in eine Beschneidung einzuwilligen.

Die Wirkung dieser Entscheidung geht über den Einzelfall hinaus. Ärzte haben bereits angekündigt, keine Beschneidungen aus religiösen Gründen mehr durchzuführen. Werden Muslime und Juden in Deutschland nun in Zukunft ihre jahrhundertealte Beschneidungspraxis ändern müssen? Das Landgericht Köln hat in seiner Entscheidung das grundgesetzlich geschützte Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und auf religiöse Selbstbestimmung überwiegen lassen über die Religionsfreiheit der Eltern und deren Sorge- und Erziehungsrecht. Schon vorher hatte es in der juristischen Literatur Stimmen gegeben, die in eine gleiche Richtung gegangen waren. Von daher überrascht das Urteil aus Köln nicht und die Frage stellt sich, ob religiöse Traditionen, die jahrhundertelang weitgehend unbeanstandet praktiziert wurden, nun auf einmal nicht mehr kompatibel mit den heutigen Menschenrechtsstandards sind. Hier wird es sicher noch Diskussionsbedarf geben.

Festzustehen scheint, dass heutzutage in der Abwägung der betroffenen Rechtsgüter das Individualrecht der einzelnen Person in der Regel einen höheren Stellenwerte erhält, als die Ansprüche und Erwartungen des sozialen Umfeldes, etwa der Eltern oder der Religionsgemeinschaft. Das ist im Prinzip begrüßenswert.

Wenn man die jüdische oder muslimische Beschneidung als einen Aufnahmeritus in die Gemeinschaft der Gläubigen begreift, lohnt sich ein Blick in die christliche Vergangenheit unseres Landes. Noch im 19. Jahrhundert ist es in Deutschland vorgekommen, dass staatliche Behörden eingegriffen haben, wenn christliche Eltern aufgrund ihrer Glaubensüberzeugung die Durchführung einer Kindertaufe abgelehnt haben. Es sind mitunter Zwangstaufen angeordnet worden, um die religiöse und öffentlichen Ordnung wieder herzustellen. Glücklicherweise sind diese Zeiten, in denen die individuelle Entscheidung Einzelner nicht respektiert wurde, Vergangenheit. Jetzt zeigt der Kölner Fall in Richtung des anderen Extrems. Religiöse Aufnahmeriten werden vom Staat strafrechtlich unterbunden, um die Freiheit des Individuums vor den Anforderungen des sozialen und religiösen Umfelds zu schützen.

Das Landgericht Köln hat damit argumentiert, dass irreparable Veränderungen am Körper des einwilligungsunfähigen Kindes vermieden werden sollen, bis der Knabe in der Lage ist, selbst über seine Religionszugehörigkeit zu entscheiden. Den Eltern sei es zuzumuten, diesen Zeitpunkt abzuwarten.

Diese Begründung hört sich modern und aufgeklärt an. Gleichwohl bleibt ein ungutes Gefühl. Ist nicht vielleicht doch der Umstand zu wenig berücksichtigt worden, dass die Aufnahme in eine Religionsgemeinschaft anders erfolgt als der Eintritt in einen Verein? Was sollen Eltern machen, die es als religiöse Verpflichtung begreifen, ihren Jungen – wie etwa im jüdischen Glauben – wenige Tage nach der Geburt beschneiden zu lassen? Kann man ihnen einfach entgegenhalten, sie mögen abwarten bis zur Entscheidungsfähigkeit des Kindes? Es steht zu befürchten, dass das Kölner Urteil zu erheblichen Akzeptanzproblemen führen wird und die betroffenen Eltern die Beschneidungsriten ins Ausland oder in fachunkundige Hände verlegen werden. Damit wäre weder der religiösen Integration noch dem Wohl der betroffenen Kinder gedient.

Dr. Harald Mueller

* Der Jurist Dr. Harald Mueller leitet das Institut für Religionsfreiheit an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg.

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