Blühende Bäume – Wohlfahrtsmarken 2013

Köln, 31.01.2013/APD   Um „blühende Bäume“ geht es bei der Wohlfahrtsmarkenserie 2013, die am 7. Februar erscheint. Es handelt sich dabei um die Linde (58 + 27 Cent), die Vogelkirsche (90 + 40 Cent) und um die weiße Rosskastanie (145 + 55 Cent). Die Preiserhöhung der Deutschen Post AG ab Januar für den Standardbrief auf 58 Cent ist bereits berücksichtigt.

Alle drei sind markante Bäume, die auch in der Volksmedizin eine große Rolle spielen. Linden mit ihrer Höhe zwischen 15 und 35 Metern werden häufig als Straßen- oder Parkbäume gepflanzt. Sie können über eintausend Jahre alt werden. Die bis zu 20 Meter hohe Vogelkirsche setzt zur Blütezeit im Frühling an Waldrändern, im Gebüsch oder als Einzelbaum erste schneeweiße Lichtpunkte. Die bis zu 25 Meter hoch werdende Rosskastanie stammt ursprünglich aus den Schluchtwäldern des Balkans und wurde erst Ende des 16. Jahrhunderts nach Mitteleuropa eingeführt. Sie wird wegen der schönen Blütenkerzen auch als Zier-, Park- und Straßenbaum angepflanzt.

Aus den Zuschlagserlösen werden alle Bereiche gefördert, in denen die Wohlfahrtsverbände tätig sind. Schwerpunkte sind die Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe, die Gesundheits- und Familienhilfe sowie soziale Maßnahmen für Arbeitslose, Flüchtlinge und Suchtkranke. Die Sonderbriefmarken sind bei allen Postfilialen, Vertriebsstellen der Freien Wohlfahrtspflege und beim Advent-Wohlfahrtswerk e.V., Hildesheimer Straße 426, 30519 Hannover, Telefon (0511) 971 77-300, Telefax (0511) 971 77-399, E-Mail: mail@aww.info, erhältlich.

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Adventisten organisieren Blutspendeaktion nach Brandinferno in Brasilien

Santa Maria/Brasilien, 30.01.2013/APD   Am 27. Januar kamen früh morgens beim Brandinferno im Nachtklub „Kiss“ in der Kleinstadt Santa Maria, im Bundesstaat Rio Grande do Sul, mehr als 230 Jugendliche im giftigen Rauch ums Leben und rund 200 seien verletzt worden, wie Agência Adventista Sul-Americana de Notícias (ASN) berichtete. Nach ersten Erkenntnissen habe die pyrotechnische Show einer Musikband die Deckendämmung des Nachtklubs in Brand und dabei hochgiftige Dämpfe frei gesetzt.

Die örtlichen Krankenhäuser seien von den eingelieferten überlebenden Opfern überschwemmt worden, worauf das medizinische Personal laut ASN dringend an die von Adventisten in Südamerika unterhaltene Blutspendeorganisation „Vida por Vidas“ (Leben für Leben) appelliert habe, Blut bereit zu stellen. Die Organisation sei für große Blutspendeaktionen bekannt und stelle laut Gesundheitsbeamten allein in Brasilien jährlich 3,5 Millionen Blutbeutel zur Verfügung.

Blutspenderinnen und Blutspender hätten sich am frühen Sonntagmorgen in der Zentrumskirche der Adventisten in Santa Maria eingefunden und seien sofort in die städtische Blutspendezentrale geleitet worden, sagte der Koordinator von „Vida por Vidas“, Adriano Luz.

Adventistisches medizinisches Fachpersonal habe sich laut ASN den örtlichen Krankenhäusern zur Verfügung gestellt, unter ihnen auch Dr. Jocemara Fernandes, die am frühen Sonntagmorgen einen Notruf erhalten habe, um bei der Betreuung der verletzten Opfer mitzuhelfen.

„Die Szenen des Entsetzens und der Verzweiflung die ich sah, sind in meiner langjährigen Erfahrung als Ärztin beispiellos“, sagte Fernandes, die in einer örtlichen Notfallstation mehr als zehn Jahre gearbeitet hat. Die 15 von ihr betreuten Opfer hätten Atemprobleme gehabt und ein Jugendlicher Verbrennungen zweiten Grades. „Was wir jetzt tun können, ist für die Verletzten und Hinterbliebenen zu beten, dass Gott ihnen helfen wird“, sagte die Ärztin.

Nach Angaben von ASN habe Cezar Schirmer, Bürgermeister der südbrasilianischen Stadt, eine 30-tägige Trauerzeit erklärt und auf nationaler Ebene ist von der brasilianischen Präsidentin, Dilma Rousseff, eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen worden.

In Brasilien feiern 1,28 Millionen erwachsen getaufte Adventisten in 6.861 Kirchen den Gottesdienst. Sie unterhalten sieben Krankenhäuser, 27 Kindertageszentren und Kinderheime, eine Universität, fünf Hochschulen, sieben Mittelschulen, 314 Grundschulen, eine Gesundkostfabrik, ein Medienzentrum und einen Verlag. Die 2006 gegründete Blutspendeorganisation „Vida por Vidas“ wird von jungen brasilianischen Adventisten betreut.

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Ob bei Krankheit, Streit oder Not – man kann dafür beten lassen

Internetaktion „Dein Wunsch an Gott. Wir erzählen ihm davon“ intensiv genutzt

Kassel, 29.01.2013/APD   Täglich rund 250 Gebetsanliegen gehen derzeit bei der Internetaktion „Dein Wunsch an Gott. Wir erzählen ihm davon“ ein. Über 1.800 Christen beten noch bis zum 10. März für Wünsche, die Internetnutzer auf www.zweifeln-und-staunen.de eingeben. Die geäußerten Anliegen betreffen viele Lebensbereiche, etwa die Bitte um Genesung, Hilfe bei Auseinandersetzungen, Unterstützung in materieller Not oder den Beistand wegen seelischen Kummers. „Wir freuen uns, wie intensiv unser Angebot genutzt wird und wie offen die Menschen uns ihre Sorgen vortragen. Zugleich zeigen viele Reaktionen von Wünschenden, wie dankbar sie dafür sind, dass jemand stellvertretend für sie betet“, teilte Michael Klitzke, Geschäftsführer des Vereins „ProChrist aus Kassel“, mit, der die Aktion durchführt.

Bei „Dein Wunsch an Gott“ gehe es darum, Menschen, die kaum Kontakt mit einer Kirche hätten, in ihrem Alltag zu erreichen, so Klitzke. Das sei in den letzten Wochen gelungen. Immer wieder reagierten Wünschende erstaunt darüber, dass tatsächlich persönliche Antworten auf die übermittelten Anliegen kämen. Viele Teilnehmer an der Internetaktion seien dankbar für die Zeit und das Mitgefühl betender Christen, die sich ausschließlich ehrenamtlich engagierten. Der „Wunsch an Gott“ sollte ein erster Denkanstoß sein, um Kontakt mit einer christlichen Gemeinde in der Nachbarschaft aufzunehmen.

Eine Gelegenheit dazu sei laut Michael Klitzke die „ProChrist“-Woche vom 3. bis 10. März 2013. Dann finde an über 800 Orten in Deutschland und 16 anderen europäischen Ländern eine überkonfessionelle Gottesdienstreihe statt. „ProChrist“ rechne damit, dass etwa eine Million Menschen die Veranstaltungen in den Gemeinden per Satellit, auf dem Fernsehkanal ERF Eins oder im Internet-Livestream verfolgten. Auf diese Impulsgottesdienste würden die Wünschenden bei der Internetaktion ebenfalls aufmerksam gemacht. Informationen über die „ProChrist-Woche“ gebe es unter www.prochrist.org.

Mit der Eingabe des Wunsches seien keine Verpflichtungen verbunden. Selbst den eigenen Namen gebe der Wünschende freiwillig ein. Zunächst suche er sich auf dem Portal „Zweifeln-und-Staunen“ einen Beter aus. Diesem trage er seinen Wunsch vor. Der Beter erhalte daraufhin eine E-Mail mit der Bitte und beantworte sie persönlich auf einer verschlüsselten Internetseite. Der Bittende könne die Antwort dort mit einem nur ihm bekannten Zugangscode abrufen. „Es müssen keine personenbezogenen Daten eingegeben werden“, versicherte der „ProChrist“-Geschäftsführer.

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Mädchenprojekt in Kenia gewürdigt

Berlin, 28.01.2013/APD   Die gebürtige Kenianerin Evelyn Brenda (Weiterstadt bei Darmstadt) war für ihren Einsatz für das Gemeinwohl für den „Deutschen Engagementpreis 2012“ in der Kategorie „Einzelpersonen“ nominiert worden. Preisträger wurde zwar der 70-jährige Jürgen Ludwig aus Thüringen für sein langjähriges erfolgreiches Engagement in der Interessengemeinschaft Stadtökologie Arnstadt, doch auch Evelyn Brenda erhielt eine Würdigung.

Zu dem von ihr durchgeführten Projekt hieß es, dass in Kenia viele junge Frauen unter den Folgen von Beschneidung und Zwangsheirat litten. Evelyn Brenda sei vor einem solchen Schicksal bewahrt worden und lebe seit zwölf Jahren in Deutschland. Mehrmals im Jahr besuche sie ihr Herkunftsland und setze sich für Mädchen ein, „die vor einer Beschneidung fliehen oder durch diese körperlich und seelisch beeinträchtigt sind“.

Gemeinsam mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland engagiere sich Evelyn Brenda für das „Kajiado Rescue Centre“, das jungen Mädchen eine Zuflucht biete. Sie fänden dort nicht nur ein neues Zuhause und würden mit Nahrung und Kleidung versorgt, sondern könnten auch eine Grundschulausbildung abschließen. Inzwischen hätten fast zweihundert Mädchen in Kajiado einen geschützten Raum gefunden. Längerfristiges Ziel des Projektes sei, die Rechte der Mädchen zu stärken und eine Veränderung der kulturellen Beschneidungspraxis und Zwangsheirat herbeizuführen. „Mithilfe der Bevölkerung wurde in dem Mädchenheim ein alternativer Ritus eingeführt, mit dem die Bedeutung des Übergangs in das Erwachsenenalter erhalten bleibt.“ Neben diesem Projekt unterstütze Evelyn Brenda mit Spendengeldern vier weitere Kinderheime in Kenia.

Seit 2012 engagiere sie sich zudem für die Unterstützung von Frauen, die infolge der Beschneidung sowie fehlender medizinischer Versorgung inkontinent geworden seien und oft in völliger Isolation lebten. „Bereits zwanzig Frauen konnte mit Spenden von ADRA Deutschland eine Operation ermöglicht werden.“ Gleichzeitig sorge das Projekt dafür, dass in den Dörfern Aufklärung betrieben werde und Möglichkeiten für Nachsorge und Betreuung eingerichtet würden. Das Engagement von Evelyn Brenda gebe den betroffenen Frauen neue Hoffnung und leiste einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Situation von Mädchen und Frauen in Kenia.

Der „Deutsche Engagementpreis“ zeichnet jährlich freiwillig engagierte Menschen und Organisationen aus. Er wird vom Bündnis für Gemeinnützigkeit verliehen. Förderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Generali Zukunftsfonds. Preisträger gibt es in den sechs Kategorien „Engagement vor Ort“, „Einzelpersonen“, „Politik & Verwaltung“, „Wirtschaft“, „Dritter Sektor“ und „Publikumspreis“.
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Udo Worschech, "Vom Steinaltar zum Gemeindehaus"

Udo Worschech, „Vom Steinaltar zum Gemeindehaus. Der Wandel der Gottesverehrung und des Gottesdienstes von Abraham bis zur Entstehung der Siebenten-Tags-Adventisten“, Saatkorn-Verlag, Lüneburg, 2012, 367 Seiten, kartoniert, 29,80 Euro, ISBN 978-3-8150-1404-¬2.

Ostfildern bei Stuttgart, 27.01.2013/APD   In 15 Kapiteln geht der langjährige Rektor der adventistischen theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, der Archäologe und Alttestamentler, Udo Worschech, dem Wandel der Gottesverehrung von Abraham bis zur Entstehung der Siebenten-Tags-Adventisten nach. Die sorgfältige Behandlung des Themas wird durch zwei kurze Resümees abgeschlossen, bei denen einmal die rechte Art der Gottesverehrung als „gegenwärtige Wahrheit“ zur Sprache kommt und zum andern sich Herausforderungen für die heutigen Siebenten-Tags-Adventisten bezüglich der Gottesverehrung und des Gottesdienstes ergeben. So sei eine geistliche Erweckung und Reformation, ähnlich, wie sie der Pietismus hervorbrachte, dringend erforderlich.

Professor Worschech beginnt seine Ausführungen mit der Gottesverehrung der Patriarchen, setzte sie mit der Verehrung Jahwehs durch sein Bundesvolk fort und beschäftigte sich mit den Kultstätten Israels nach der Landnahme. Zu den weiteren Themen gehören die entstellte Gottesverehrung während der Richterzeit, der Tempel in Jerusalem, die Kritik der Propheten am Gottesdienst und die Gründe für den Götzendienst der Israeliten. Der Autor lässt auch den Gottesdienst sowie die Gesetzesauslegung und die religiösen Parteien zur Zeit des zweiten Tempels nicht außer acht und hebt zum andern die Gottesverehrung, die Jesus vorlebte und lehrte, hervor.

Ein weiteres Anliegen des Autors ist der Gottesdienst und die Mission der ersten judenchristlichen Gemeinde in Jerusalem, die Entstehung, Struktur und Gottesdienstpraxis der heidenchristlichen Gemeinde sowie die Gemeindepraxis, Gottesdienstgestaltung und die Abkehr vom Sabbat in nachapostolischer Zeit. Hier führt der Autor zahlreiche Aussagen damaliger Kirchenväter zur Einführung des Sonntags anstelle des Sabbats an.

Worschech erläutert auch die Herausbildung der Sakramente, die Entstehung der Ämterhierarchie und die volkstümliche Gottesverehrung. Bei der Reformation geht er vor allem auf die Lutheraner, Reformierten und Täufer näher ein und widmete sich besonders den Reformbewegungen der Presbyterianer, Puritaner, Baptisten, Methodisten und Pietisten. Ein weiteres Kapitel befasst sich mit dem Gottesdienst und der Gottesverehrung der frühen Siebenten-Tags-Adventisten. Die leicht verständliche Lektüre eignet sich nicht nur für Theologen, sondern für jeden an dieser Thematik Interessierten.

Dr. Wolfgang Tulaszewski
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Hongkongs Regierung finanziert Nothilfe von ADRA China auf den Philippinen

Goyang City/Südkorea, 25.01.2013/APD   Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA China hat von der Regierung Hongkongs, der Sonderverwaltungszone an der Südküste der Volksrepublik China, 97.000 Euro zur Finanzierung der Nothilfe für die überlebenden Opfer der schweren Monsunregen und der beiden Taifune „Saola“ und „Haikui“ erhalten, wie die Kommunikationsabteilung der Nordasiatischen Pazifikregion der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mitteilte.

Demnach seien mehr als vier Millionen Menschen von den Überschwemmungen in 17 Provinzen der nordphilippinischen Insel Luzon betroffen worden. ADRA China hätte um Mitfinanzierung der Nothilfe speziell in den Provinzen Pampanga und Laguna auf Luzon gebeten. Vor Ort habe ADRA China mit der Partnerorganisation ADRA Philippinen, dem staatlichen Entwicklungsbüro der philippinischen Regierung und den „Adventist Community Services“ Nothilfepakete an 5.145 Haushalte verteilt.

ADRA arbeitet seit 1996 in China und führt derzeit in den chinesischen Provinzen Sichuan und Qinghai im Südwesten beziehungsweise Nordosten des tibetischen Hochlandes Entwicklungsprojekte durch. Die Hauptaufgabenbereiche von ADRA China umfassen medizinische Grundversorgung, Umweltschutz sowie Katastrophenhilfe und -vorsorge. Neben dem Hauptsitz in Peking unterhält ADRA China je ein Büro in Hongkong und Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit. ADRA unterhält ein Netzwerk mit etwa 120 regionalen und nationalen Landesbüros und gewährt Hilfe ohne Rücksicht auf politische und religiöse Anschauung oder ethnische Herkunft.
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450 Jahre Heidelberger Katechismus

Hannover, 24.01.2013/APD   Am 19. Januar 1563 unterschrieb Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz sein Vorwort zum „Heidelberger Katechismus“. Verbindliches Lehrbuch wurde der Katechismus mit der im Herbst 1563 verabschiedeten neuen Kirchenordnung für die Pfalz. Als Bekenntnisbuch und Lehrschrift für reformierte Kirchen akzeptierte die reformierte Generalsynode in Dordrecht/Niederlande (1618/19) den Heidelberger Katechismus. Durch Handelsbeziehungen und Auswanderung gelangte der Heidelberger Katechismus nach Übersee und ist auch dort bis heute Lehrbuch reformierter Kirchen. Mehr als 40 Übersetzungen sind bekannt.

Verfasser des aus 129 Fragen und Antworten bestehenden Textes war vor allem der aus Breslau stammende und an die Universität Heidelberg berufene Professor für Dogmatik, Zacharias Ursinus. Er war Schüler Philipp Melanchthons in Wittenberg, hatte aber auch die Zürcher und Genfer Richtung der Reformation kennengelernt. So flossen in seinen Katechismus sowohl lutherische und melanchthonische als auch zwinglische und calvinische Gedanken ein.

Am 11. Mai findet in Heidelberg ein gemeinsamer Festakt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), des Reformierten Bundes, der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK), der Evangelischen Landeskirche in Baden und dem Land Baden-Württemberg zum Katechismusjubiläum statt. Am 28. September folgt ein Festakt und Festgottesdienst der Evangelischen Kirche der Pfalz in Neustadt an der Weinstraße.
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Christliche Internetangebote für "WebFish" 2013 gesucht

Hannover, 23.01.2013/APD   Christliche Internetseiten gibt es viele. Aber welche sind wirklich gut gemacht? Das soll der Internet-Award „WebFish“ klären, den die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) ausschreiben. Prämiert werden die besten Angebote, die sich aktuell und kreativ mit dem christlichen Glauben beschäftigen.

Bis zum 15. Februar 2013 können Anbieter ihre Seiten zum „WebFish“ auf www.webfish.de anmelden. Eine Fachjury trifft eine Vorauswahl und nominiert zehn Kandidaten. Per Onlineabstimmung können Internetnutzer ihre Favoriten wählen und mit abstimmen, wer den „WebFish“ gewinnt. Der augenzwinkernde Fisch hat nicht nur symbolischen Wert: der goldene Fisch ist mit 1.500 Euro dotiert, der silberne ist 1.000 Euro wert, und der bronzene bringt seinen Gewinnern 500 Euro.

Den „WebFish“ gibt es seit 1996. Mit der Auszeichnung wollen EKD und GEP vorbildlich gemachte Webangebote fördern und das christliche Engagement im Internet unterstützen.

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Die ersten Weihnachtsgeschenke im Leben

Zürich/Schweiz, 22.01.2013/APD  2.525 Weihnachtspakete der Aktion „Kinder helfen Kindern“ sind per Bahn aus der Schweiz nach Chisinau, die Hauptstadt der Republik Moldau, geliefert und an bedürftige Kinder im Alter von vier bis 17 Jahren verteilt worden, wie die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz mitteilte.

Für eine Familie mit fünf Kindern, die in einem Dorf in der Nähe der Hauptstadt lebe und seit Kurzem Hilfe vom Sozialamt erhalte, seien diese Pakete die ersten Weihnachtsgeschenke in ihrem Leben gewesen, sagte Rachel Donald. Sie habe als Projektverantwortliche von ADRA Schweiz die Verteilung durch die Partnerorganisation ADRA Moldau vor Ort begleitet. Im ärmsten Land Europas hätten auch Zahnpasta oder Shampoo in den Weihnachtspaketen große Freude und lachende Kinderaugen hervorgerufen. „Der Aufwand hat sich gelohnt“, betonte Rachel Donald. Sie danke allen Kindern und Erwachsenen in der Schweiz, die sich an der Aktion beteiligt hätten.

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Neuapostolische Kirche stellt ihren Katechismus vor

„Ziel ist ein Gaststatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“

Zürich, Frankfurt/Main, 21.01.2013/APD   Nach Veröffentlichung des 528 Seiten umfassenden Katechismus der Neuapostolischen Kirche Anfang Dezember 2012 wurde er am 10. Januar in Zürich am Sitz der Neuapostolischen Kirche International und am 14. Januar in Frankfurt/Main im kircheneigenen Bischoff Verlag Vertretern von Kirchen und Medien vorgestellt. Die Vorstellung erfolgte durch Bezirksapostel Bernd Koberstein, dem zuständigen Referenten der Koordinationsgruppe der Neuapostolischen Kirche International für den Katechismus, Apostel Volker Kühnle, Leiter der Arbeitsgruppe „Kontakte zu anderen Konfessionen und Religionen“, und Apostel Heinz Lang, Leiter der neuapostolischen Delegation der ökumenischen Gespräche mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK). In Frankfurt/Main waren auch die Apostel Gert Opdenplatz und Rolf Wosnitzka mit dabei.

In einem einleitenden Vortrag erläuterte Bezirksapostel Koberstein mit fünf Punkten, welche Forderungen die Neuapostolische Kirche an ihren Katechismus gestellt habe. Primär müsse er den eigenen Glauben verbindlich zur Sprache bringen. Gleichzeitig solle das Werk, so der zweite Punkt, die Einbettung der Neuapostolischen Kirche in das Christentum deutlich machen. Drittens gehe es im Katechismus auch darum, das neuapostolische Profil hervortreten zu lassen. „Diese klare Positionierung ist nicht zuletzt unerlässlich für den ökumenischen Dialog“, betonte der Bezirksapostel. Nur wenn die Standpunkte eindeutig seien, lasse sich über sie diskutieren. Die Neuapostolische Kirche habe als Bereicherung in den ökumenischen Dialog wesentliche Aspekte einzubringen. Dabei nannte Koberstein die Stichworte „Apostolizität“, „Petrusdienst im Amt des Stammapostels“, „Erwartung der Wiederkunft Christi zur Heimholung der Brautgemeinde“ und „die Lehre vom Entschlafenenwesen“.

Der Katechismus müsse aber auch der Wahrheit verpflichtet sein, so die vierte Forderung an das Grundlagenwerk über den neuapostolischen Glauben. Ein Katechismus sei kein „Kompromisspapier“, unterstrich der Bezirksapostel: „Er bringt Glaubenssätze eindeutig zur Sprache. Insofern müssen viele Aussagen im Katechismus quasi dogmatischen Charakter haben.“ Als fünften und letzten Punkt führte Koberstein an, dass der Katechismus dem Grundsatz verpflichtet bleibe, andere Denominationen nicht anzugreifen oder herabzuwürdigen. „Ein Katechismus muss immer zueinander führen.“ Dabei bedeute eine Abgrenzung nicht gleich eine Herabwürdigung.

„Die Neuapostolische Kirche hat in den letzten Jahren einen beachtlichen Lernprozess durchlaufen.“ Für den Katechismus sei es wichtig gewesen, in der Christenheit allgemein bekannte Begriffe auch mit gleichen Inhalten zu füllen. Hier habe es teilweise auch eine Änderung der eigenen Denkstrukturen gegeben. Der Katechismus sei aber nicht in Beton gegossen, sondern auf Papier geschrieben. Er wäre weder inhaltlich unantastbar noch thematisch vollständig, hob der Bezirksapostel hervor. Es fehlten beispielsweise Ausführungen zur Schöpfungstheologie und zur Frauenordination.

Apostel Volker Kühnle formulierte in seiner Ansprache bei der Vorstellung in Frankfurt/Main das Ziel der Neuapostolischen Kirche nach Erscheinen des Katechismus: „Wir streben einen Gaststatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) an.“ Damit wolle die Kirche die apostolische Stimme stärken. Angesichts der Vielfalt der christlichen Freikirchen in der ACK müsste dort auch Platz für die Neuapostolische Kirche sein. In einigen lokalen ACKs in Deutschland und in der Schweiz hätten neuapostolische Gemeinden bereits solch eine Gastmitgliedschaft.

„Mit diesem Katechismus unterstreichen wir auch unseren wiederholten Wunsch, aktiv im Kreis der Kirchen und christlichen Gemeinden mitzuwirken“, betonte auch der internationale Kirchensprecher, Bischof Peter Johanning. In der Bewertung der neuapostolischen Lehre sollten dieselben Maßstäbe angelegt werden, wie dies auch für andere, bereits in der ACK mitwirkenden Kirchen üblich seien.

Bereits im Dezember hat Pfarrer Dr. Walter Fleischmann-Bisten, Leiter und Freikirchlicher Referent des Konfessionskundlichen Instituts des Evangelischen Bundes in Bensheim/Deutschland, hinsichtlich des Katechismus darauf hingewiesen, dass die von der Neuapostolischen Kirche offensichtlich gewollten ökumenischen Gespräche durch eine Reihe neuapostolischer Sonderlehren belastet würden. Denn durch den Katechismus „werden eine Art exklusives Heilsverständnis und mit der Heiligen Schrift unvereinbare Lehren jetzt bestätigt“.

Sonderlehren würden allerdings alle christlichen Konfessionen und Kirchen kennen, die zu einem erheblichen Teil auch deren Selbstverständnis ausmachten. Sie könnten eine ökumenische Bereicherung im gegenseitigen Verstehens- und Lernprozess sein und gemeinsam nach der biblischen Begründung und dem Fundament der christlichen Wahrheit suchen lassen, schlussfolgerte Pfarrer Fleischmann-Bisten. Die entscheidenden Fragen seien aber: „Werden Sonderlehren vertreten, die der eigenen Gemeinschaft oder einzelnen ihrer Mitglieder eine ausschließliche Stellung im Heilsgeschehen einräumen, und gibt es Sonderlehren, die keinerlei Wurzeln in der biblischen Botschaft haben?“

So sehr der Wunsch und der Wille der Neuapostolischen Kirche zu einem ökumenischen Dialog durch den neuen Katechismus bestärkt worden sei, so klar müsse die Schwierigkeit eines solchen Prozesses gesehen werden. „Für alle daran Interessierten und Beteiligten wird es ein hartes Ringen um die Auslegung der biblischen Botschaft sein müssen“, hob der Leiter des Konfessionskundlichen Instituts hervor.

Weltweit bekennen sich über zehn Millionen Menschen zum neuapostolischen Glauben. In Deutschland sind es etwa 350.000.

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Wirtschaftliches Handeln braucht christliche Werte

Leipzig, 20.01.2013/APD   Zum 8. Kongress christlicher Führungskräfte unter dem Motto „Mit Werten in Führung gehen“ kamen vom 17. bis 19. Januar über 3.200 Besucher aus 14 Ländern nach Leipzig. In einem Festgottesdienst im Vorfeld der Eröffnung des Kongresses betonte Jochen Bohl (Dresden), Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Sachsens, dass Führungskräfte stets das Ganze im Blick haben sollten. Reichtum sei kein Selbstzweck. Das Leitungsethos eines Christenmenschen bestehe darin, von sich selbst abzusehen und der Gemeinschaft zu dienen.

Die europäischen Staaten seien Sklaven ihrer Schulden geworden. Die Politiker müssten tun, was die Märkte von ihnen verlangten. Diese Ansicht vertrat der Hochschullehrer und Chefvolkswirt der tschechischen Handelsbank AG, Tomas Sedlacek (Prag), in seinem Referat. Die Staatsverschuldung sei eine verführerische Macht. Sie vergrößere zunächst das Ausmaß an Freiheit. Indem der Staat Schulden aufnehme, könne er in Infrastruktur und Bildung investieren, und die Wirtschaft wachse schneller. Zunehmend würden die Staaten jedoch Sklaven ihrer Schulden und verlören ihre Freiheit.

Professor Dr. Klaus Henning vom Beratungsunternehmen OSTO (Aachen) meinte, dass es in Deutschland keinen Grund zur Resignation gebe. „Gemeinsinn und Wirtschaftsstärke sind die zwei festen Standbeine unserer Gesellschaft.“ Doch werde das im eigenen Land nicht angemessen wahrgenommen. Dabei sei Deutschland in den Augen anderer Staaten ein faszinierendes Land und ein Vorbild für Viele. Deshalb gelte es auf allen Ebenen, neu zu lernen, alle Potenziale zu entfalten, „sonst holen uns die Länder ein, denen wir helfen, sich weiter zu entwickeln“.

Nach Ansicht des Bezirksbürgermeisters von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), müsse Deutschland neue Wege bei der Einwanderungspolitik gehen. Zwar gebe es in Deutschland millionenfach gelungene Integration. Trotzdem müsse man mit der Lebenslüge aufräumen, dass Einwanderung automatisch eine Bereicherung für ein Land sei. Gebraucht würden hierzulande mehr hochqualifizierte Einwanderer und solche, welche die Gesellschaft stärkten und ihr neue Impulse gäben. Gegenwärtig wanderten aber vor allem sozial schwache Menschen zu. Buschkowsky erwarte von Zuwanderern den Willen, sich zu integrieren, die deutsche Sprache zu lernen sowie die Grundrechenarten zu beherrschen. Auch deshalb sollte die Gesellschaft mehr Geld in Schulen und Lehrer investieren. Das erspare spätere Kosten, etwa für Plätze in Haftanstalten, so der Politiker.

Christen sollten sich aktiv zu den Wertmaßstäben bekennen, die Jesus Christus in der Bibel gegeben habe, anstatt passiv und zurückhaltend zu sein. Denn sie seien ein großer Gewinn für das Gemeinwesen und „der Sauerteig der Gesellschaft“, sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) beim Kongress. Er sprach zum Thema „Ohne Werte ist kein Staat zu machen“. Der Staat sei auf Bürger angewiesen, die sich an Werten orientierten, um sich selbst zu erhalten. Denn gesicherte Wertvorstellungen böten Orientierung, stärkten die Handlungsfähigkeit und hülfen, sachgerechte Entscheidungen zu treffen. Wem hingegen klare Wertmaßstäbe fehlten, der sei angewiesen auf Stimmungslagen und werde ein leichtes Opfer von Bevormundung und Manipulation. Daher sei es ein gutes Zeichen für Deutschland, dass die „Nachfrage nach christlichen Werten und Tugenden“ derzeit wachse, so der Minister.

Zum Abschluss des Kongresses erhielten die Teilnehmer des dreitägigen Treffens eine Kongresserklärung. Basis für ein erfolgreiches und soziales Handeln seien die Maßstäbe Gottes für die Menschen, wie sie beispielhaft in den Zehn Geboten zum Ausdruck kämen, heiße es in der Präambel. Wer sich an diesen Maßstäben orientiere, bemühe sich um Integrität, Ehrlichkeit, Fleiß, Verlässlichkeit, Barmherzigkeit und Fairness in allen Lebensbereichen. Er lehne Korruption, Betrug, unfaire Löhne, überzogene Gehälter und Abfindungen ebenso wie Habsucht, Neid, Geiz und üble Nachrede ab. Er engagiere sich für das öffentliche Wohl und fördere Ehen, Familien und Kinder als Basis der Gesellschaft.

Neben den Vorträgen gab es während des Kongresses mehr als 60 Seminare. Dabei ging es unter anderem um die Themen Wirtschaft und Ethik, Glaube am Arbeitsplatz, christliche Führungsprinzipien oder die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Bei der kongressbegleitenden Ausstellung präsentierten sich rund 250 Organisationen, wie Wirtschaftsverbände, Medien, Bildungs-, Freizeit- und Therapieeinrichtungen, Werbeagenturen, Missions- und Hilfswerke, Jugendverbände, Reisebüros und Einzelhändler. Darunter befand sich auch das Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt mit seinem „Hope Channel“ Radio- und Fernsehprogramm.

Der Kongress christlicher Führungskräfte in Leipzig fand nach Fellbach (1999), Kassel (2001), Hannover (2003), Nürnberg (2005), Leipzig (2007), Düsseldorf (2009) und Nürnberg (2011) bereits zum achten Mal statt. Er wird von einer Allianz aus Unternehmerverbänden, landes- und freikirchlichen sowie anderen christlichen Organisationen getragen. Veranstalter ist die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) in Zusammenarbeit mit der Firma „tempus Akademie & Consulting“ (Giengen bei Ulm). Der neunte Kongress soll vom 26. bis 28. Februar 2015 in Hamburg stattfinden.
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"Den Glauben freudig leben"

Satellitengottesdienst der Adventisten in Deutschland

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 19.01.2013/APD   „Im Mai 2013 feiert die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ihren 150. Geburtstag“, hob der Präsident der Adventisten in Nord- und Ostdeutschland, Pastor Johannes Naether (Hannover), am 19. Januar beim diesjährigen Satellitengottesdienst hervor. Er sprach zusammen mit dem Präsidenten des Süddeutschen Verbandes der Adventisten, Pastor Günther Machel (Ostfildern bei Stuttgart), über das Jahresmotto 2013 der Freikirche, das dem Titusbrief des Apostel Paulus Kapitel 2, Vers 11 aus der Bibel entnommen ist: „In Christus ist Gottes Gnade sichtbar geworden“ (Neue Genfer Übersetzung). Der Gottesdienst wurde aus dem großen TV-Studio des adventistischen Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt in etwa 300 Adventgemeinden Deutschlands übertragen. Er war zudem live im Fernsehprogramm des „Hope Channel“ über den Satelliten ASTRA zu sehen und wurde auch von über 350 Nutzern im Internet per Livestream abgerufen. In das Fernsehbild war die Übersetzung in die Gebärdensprache für Hörgeschädigte eingeblendet.

Pastor Naether erinnerte daran, dass sich 1860 eine Gruppe von Christen in Nordamerika den Namen „Siebenten-Tags-Adventisten“ gab. Der Name hebe hervor, dass es sich um Christen handelte, die den biblischen Ruhetag (Sabbat) am siebten Tag der Woche, dem Samstag, feierten und darauf warteten, dass Jesu bald wiederkomme. Drei Jahre später, am 21. Mai 1863, gründeten 20 Delegierte der damals 3.500 Adventisten Nordamerikas in Battle Creek, Michigan/USA, eine „Generalkonferenz“ und gaben damit der jungen Kirche auch eine organisatorische Struktur.

„Doch wie leben wir Adventisten, welche die Botschaft vom bald wiederkommenden Herrn verkündigen, mit einem 150-jährigen Jubiläum?“, fragte Naether. „Unsere Uhren und Kalender erweisen sich als unbrauchbar beim Messen und Bewerten des göttlichen Handelns, trotz aller Deutungen prophetischer Bibeltexte“, stellte der Freikirchenleiter fest. Schon der Apostel Petrus rede im Neuen Testament von der Geduld, Barmherzigkeit und Gnade Gottes, der Ausschau nach Menschen halte, die Rettung finden sollten.

Gottes Gnade sei kein exklusives Vorrecht für Wenige, sondern gelte allen Menschen. „Gnade und Barmherzigkeit müssen aber von uns gelebt und weitergegeben werden, damit sich Menschen auf Gott einlassen“, betonte Naether. Wie dies aussehen könne, erläuterte er an Beispielen aus adventistischen Kirchengemeinden (Adventgemeinden) in Deutschland mit ihren Angeboten für Kinder, Jugendlichen und Obdachlosen. Dazu gehörten aber auch die bestehenden und neuen Sozialprojekte der Freikirche in der Bundesrepublik. In Uelzen solle beispielsweise Anfang 2014 das Hospiz „Am Stadtwald“ fertiggestellt sein, und in Neuburg/Donau sei im September letzten Jahres eine Heilpädagogische Tagesstätte für Vorschulkinder eröffnet worden.

Pastor Günther Machel ergänzte: „Weil Gottes Gnade, Liebe und Menschenfreundlichkeit in Jesus Christus erschienen ist, nehmen wir ihn als Vorbild, wollen ihm folgen und nach Gottes Wort leben.“ Annahme der Gnade Gottes und eine freudige, dankbare Nachfolge gehörten zusammen. Deshalb sollten Adventisten ihren Glauben freudig leben, „damit Menschen um uns herum die Barmherzigkeit und Gnade Gottes in Jesus Christus erkennen und die Fülle des ganzen Evangeliums als frohe Botschaft erfassen.“ Adventisten hätten auch nach 150 Jahren den Menschen etwas zu sagen.
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"Hope Channel" beim Kongress christlicher Führungskräfte

Leipzig, 18.01.2013/APD  Unter den rund 250 Ausstellern beim Leipziger Kongress christlicher Führungskräfte befindet sich auch das Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt. Vorgestellt werden die Radio- und Fernsehsendungen des „Hope Channel“.

Seit 2009 sendet „Hope Channel Deutsch“ ein täglich 24-stündiges TV-Programm. Es biete ein breites Spektrum von Beiträgen über persönlichen Glauben, Gesundheit, Bibelwissen und Lebenshilfe. „Der Hope Channel ist am Leben interessiert und damit an Menschen mit ihren Geschichten. Unser Fernsehprogramm ist persönlich, praktisch und möchte den Glauben an Gott im Alltag stärken“, so Jörg Varnholt. Er und sein Team sind verantwortlich für die TV-Sendungen.

Als erster christlicher Rundfunkanbieter in deutscher Sprache nahm das „Hope Channel“ Radio unter dem Namen „Stimme der Hoffnung“ bereits 1948 seine Arbeit auf. Seitdem informiere und ermutige es durch seine Sendungen und gebe geistliche Impulse für den Alltag. „Bei Hope Channel Radio sprechen wir am liebsten über die sinnvollen Dinge zwischen Himmel und Erde. Im Mittelpunkt stehen Glaube, Liebe und Hoffnung“, betonte Christian Vogel. Er und sein Team gestalten das Rundfunkprogramm.

„Hope Channel“ Radio und TV sind über den Satelliten ASTRA sowie im Internet als Livestream und Podcast zu empfangen. Das laufende Rundfunkprogramm gibt es auch über Telefon sowie Fernsehsendungen in einigen regionalen Kabelnetzen. Weitere Informationen sind im Internet unter www.hope-channel.de zu finden.

Am 8. Kongress christlicher Führungskräfte vom 17. bis 19. Januar in Leipzig nehmen etwa 3.000 Besucher aus 14 Ländern teil. In Vorträgen und mehr als 60 Seminaren geht es unter anderem um die Themen Wirtschaft und Ethik, Glaube am Arbeitsplatz, christliche Führungsprinzipien sowie die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Der Kongress steht unter dem Motto „Mit Werten in Führung gehen“ und will Christen in Führungspositionen dazu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen und Werte zu leben. Ein Fernsehteam des „Hope Channel“ begleitet den Kongress.
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Heilsarmee unterstützt trotz Krieg in Mali Frauen mit Behinderungen

Köln, 17.01.2013/APD   Während sich die kriegerischen Auseinandersetzungen in Mali zuspitzen, startet die Heilsarmee in Deutschland mit ihrer diesjährigen „Aktion Nächstenliebe“ ein Projekt zur Unterstützung von Frauen mit Behinderung in Ouenzidougou, unweit von Malis Hauptstadt Bamako. „Die Menschen in Mali brauchen im Moment unsere ganz besondere Unterstützung“, so Oberstin Anne-Dore Naud, Territoriale Präsidentin „Frauen, Familie und Senioren“ der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen. Die international tätige christliche Kirche und Wohltätigkeitsorganisation ist seit 2007 auch in Mali unter dem Namen „Armée du Salut“ aktiv. Sie kümmere sich dort um Arme, Kranke und Benachteiligte. Trotz der unsicheren und schwierigen aktuellen Lage in dem westafrikanischen Land setze sie ihr Engagement fort.

Bei dem Projekt in Ouenzidougou sollen 60 Frauen mit körperlicher Behinderung durch Lese- und Schreibunterricht sowie Handarbeitsstunden unterstützt werden, so Oberstin Naud. Darüber hinaus wolle die Heilsarmee den Frauen dabei helfen, ihre Produkte auf den lokalen Märkten zu verkaufen. Dabei handele es sich um Strickwaren, Näharbeiten, Seifen, Parfüm, afrikanische Tuchwaren oder auch Dienstleistungen wie das Haareflechten. Durch den Verkauf könnten die Frauen trotz ihrer Behinderung ihren Lebensunterhalt teilweise selbst finanzieren oder auch etwas zum Familien-Einkommen beisteuern.

Als evangelische Freikirche arbeitet die Heilsarmee in 126 Ländern und zählt etwa drei Millionen Mitglieder. Weltweit leistet sie eine umfangreiche geistliche und soziale Arbeit in ihren Gemeinden und Sozialzentren. In Deutschland gibt es 46 Gemeinden und 42 soziale Einrichtungen.
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Ägypten: 15 Jahre Gefängnis wegen Übertritt zum Christentum

Beni Suef/Ägypten, Frankfurt am Main, 16.01.2013/APD   In der oberägyptischen Stadt Biba, Gouvernement Beni Suef, sei am 13. Januar eine achtköpfige Familie zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil sie vom Islam zum Christentum konvertierte, wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mitteilte.

Die Menschenrechtsorganisation kritisierte das Urteil als „eklatanten Bruch völkerrechtlich bindender Menschenrechtsverträge“ und forderte die deutsche Bundesregierung auf, nachdrücklich vom ägyptischen Präsident Mursi die Freilassung der Familie zu fordern. „Verträge müssen eingehalten werden“, betonte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin, „auch dann, wenn sie mit archaischen Auslegungen des islamischen Rechts kollidieren.“

Nadia Mohamed Ali, Mutter von sieben Kindern, war nach Information der IGFM ursprünglich Christin und sei vor 23 Jahren zum Islam konvertiert. Als sie sich nach dem Tod ihres 1991 verstorbenen Ehemannes entschlossen habe, wieder zum Christentum zurückzukehren, hätten ihr von 2004 bis 2006 sieben Beamte geholfen, die neuen christlichen Namen der Familienmitglieder in deren Geburtsurkunden sowie die Religionszugehörigkeit zu ändern und neue Personalausweise zu erstellen. Die Beamten seien nach Angaben des arabischen Nachrichtenportals „moheet“ für ihre Mithilfe zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

„De facto kein Recht auf Religionsfreiheit“
Nach Angaben der IGFM wären in Ägypten de facto alle Religionen außer Islam, Christentum und Judentum verboten, ebenso die Religionslosigkeit. Durch die Anfeindungen von Islamisten sei die früher große und bedeutende jüdische Gemeinschaft in Ägypten praktisch erloschen. Die alteingesessene Minderheit der Bahai sei offiziell verboten und insbesondere Konvertiten vom Islam zum Christentum müssten Verhaftungen, Misshandlungen und sogar mit ihrer Ermordung rechnen, so die IGFM.

IGFM
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte IGFM wurde 1972 in Frankfurt am Main gegründet und hat dort ihren Sitz. Die IGFM Schweiz wurde 1983 als nationaler Zweig gegründet. Es gibt weltweit 26 Sektionen und vier nationale Gruppen.

Die IGFM ist eine von politischen Parteien, Regierungen und religiösen Gruppen unabhängige Non-Profit- und Nichtregierungsorganisation. Sie unterstützt Personen, die Opfer von politischer, rassistischer oder religiöser Verfolgung geworden sind, die sich gewaltlos für die Verwirklichung der Menschenrechte in ihren Ländern einsetzen oder verfolgt werden, weil sie ihre Rechte einfordern. Ihr Ziel, die Anerkennung der Menschenrechte und die Verbesserung der gesellschaftlichen und sozialen Verhältnisse, will die IGFM gewaltfrei erreichen. Sie hat Beobachterstatus beim Europarat sowie ECOSOC-(Roster) Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. Die Grundlage ihrer Arbeit bildet die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948.
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Auch Christen sind in gewisser Weise Juden

„Antisemitische Aussagen dürfen nicht im Raum stehen bleiben“

Berlin, 15.01.2013/APD   „Dass die Juden unser Unheil seien, ist eine alte antisemitische Lüge“, betonte Dietmar Päschel (Dresden), Diplomtheologe und Doktorand der Systematischen Theologie, in seinem Artikel „Judenfeindschaft – Ein Thema für uns heute?“ in „miteiander“ (1/2013), dem Informationsheft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin, Land Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Und er erklärte: „Als Christ bin ich in gewisser Weise auch Jude.“

Päschel bezog sich dabei auf den Apostel Paulus, für den der neue christliche Glaube ganz auf dem Boden des Judentums gestanden habe, „auch wenn er für alle Völker offen ist“. Paulus habe in Römer Kapitel 11 Juden und Christen mit einem Ölbaum verglichen. „Die Christen sind als Zweige eines wilden Ölbaums in den edlen Ölbaum eingepfropft. Von ihm erhalten sie nun ihren Saft, ihr Leben. Ihm verdanken sie ihre Existenz.“ Wären Christen judenfeindlich, würden sie sich damit von ihrem eigenen Wurzelstock abhacken. Die Christenheit habe diese biblische Überzeugung aber bald vergessen. „Man beschuldigte die Juden, dass sie als ganzes Volk Jesus gekreuzigt hätten.“ Zwar sei Jesus einer Intrige innerhalb des jüdischen Hohen Rates zum Opfer gefallen. Doch es seien nicht Juden gewesen, sondern römische Soldaten, die Jesus gegeißelt, geschlagen und getötet hätten. „Trotzdem galten die Juden als ‚Gottesmörder‘.“

Als die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im 19. Jahrhundert entstand, sei der Antijudaismus schon 1.700 Jahre im christlichen Denken vorhanden gewesen. Diese Grundhaltung hätte auch für Adventisten Folgen gehabt. „Mit großer Scham müssen wir eingestehen, dass unsere Freikirche im ‚Dritten Reich‘ keine Gewissensnot angesichts der Judenverfolgung empfand. Selbst dann nicht, als Adventisten jüdischer Herkunft verfolgt wurden. Gemeindeglieder, die nach den Rassegesetzen als ‚jüdisch versippt‘ galten, wurden ausgeschlossen“, stellte Dietmar Päschel fest.

Als Beispiel nannte er Max Munk, einst orthodoxer Jude, dann adventistischer Gemeindeleiter in Minden. „1938 wurde er mitsamt Familie aus seiner Gemeinde ausgeschlossen. Der Zutritt zu den Gemeinderäumen wurde ihnen untersagt. Öffentlich forderte der Mindener Prediger, jeglichen Kontakt zu ihnen abzubrechen. Munk überlebte das KZ Theresienstadt. Nach Kriegsende bat er um Wiederaufnahme in seine Gemeinde, ohne dass es von der Gemeindeleitung ein Schuldeingeständnis gegeben hatte.“ An der Eingangstür der Adventgemeinde Brünn sei im Jahr 1940 das Schild „Juden verboten!“ angebracht worden.

60 Jahre nach Kriegsende, am 8. Mai 2005, habe die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland und Österreich erstmals ihre Schuld gegenüber den Juden in der NS-Zeit eingestanden: „Wir bekennen aufrichtig, dass wir gegenüber dem jüdischen Volk … durch unser Versagen schuldig geworden sind.“

Der moderne Antisemitismus sei unauffälliger, so Päschel. Er beginne im Alltag mit grundlosem Argwohn, mit beleidigenden Witzen, durch Ausgrenzung oder durch ein Gerücht, das sich als Gewissheit ausgebe. „Er erfindet sich seine eigenen Beweise und wehrt sich gegen eine sachliche Aufklärung.“ Antisemitismus könne sich als Kritik an Israel tarnen, wenn zum Beispiel von der Politik des Staates Israel allgemein auf „die Juden“ geschlossen werde.

Antisemitisch sei auch die Chasaren-Legende. Sie behaupte, dass die heutigen Juden nicht von den Juden der Antike abstammen würden, sondern Nachfahren eines asiatischen Turkvolkes wären. Laut Dietmar Päschel hat das Bundesverfassungsgericht im Fall eines Rechtsanwalts, der die Chasaren-These vertreten habe, festgestellt, dass man ihn zu Recht als rechtsradikal bezeichnen könne. Das Gericht sah das nicht als Diffamierung der Person oder als unwahre Tatsachenbehauptung an. Sondern es sei sachbezogen und als Meinungsäußerung geschützt. (Beschluss des BVerfG vom 17. September 2012, Az. 1 BvR 2979/10.)

Nicht immer wäre es leicht, Antisemitismus zu erkennen. Päschel unterscheidet in seinem Artikel „offenen“ Antisemitismus, etwa, „Juden haben zu viel Einfluss an der Wall Street“, „verdeckten“ Antisemitismus, wie „die Juden nutzen den Holocaust, um Deutschland zu schröpfen“, und „theologischen“ Antisemitismus, beispielsweise „die Judenverfolgungen sind Gottes Strafe dafür, dass die Juden Jesus gekreuzigt haben“.

Antisemitische Aussagen könnten plötzlich bei einer Familienfeier oder sogar bei der Veranstaltung einer christlichen Ortsgemeinde auftreten. Es gelte, darauf sofort zu reagieren. „Antisemitische Aussagen dürfen nicht im Raum stehen bleiben.“ Der Verursacher sollte deutlich, „aber in Ruhe“ direkt angesprochen werden. Die anderen müssten verstehen können, worum es gehe.

Durch Christus sei der ewige Bund Gottes mit dem jüdischen Volk für alle Völker geöffnet worden. So hätten Christen Anteil an diesem bestehenden Bund erlangt. „Er ist die Wurzel, die uns trägt. Wir würden das Evangelium verdunkeln und uns selbst die Grundlage unserer Existenz entziehen, wenn wir Antisemitismus zuließen“, betonte Päschel.
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Blindenhörbücherei betreut 3.218 Sehbehinderte

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 14.01.2013/APD   Rund 6.850 Tonbandkassetten und 24.700 CDs hat die Blindenhörbücherei der „Stimme der Hoffnung“, Alsbach-Hähnlein, eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, an 3.218 Sehbehinderte im vergangenen Jahr versandt. Laut Hörbüchereileiter Pastor Andre Thäder sank die Zahl der mit Tonträgern belieferten Interessenten gegenüber 2011 um 72. Das liege einerseits an Krankheits- und Todesfällen, aber auch daran, dass weitere Mitglieder des Blinden- und Sehbehinderten-Bundes das „Hessen-Echo“ nun per Download beziehen würden.

Regelmäßig würden zehn Zeitschriften und 487 Buchtitel auf Kassette und CD ausgeliehen, davon wären im Vorjahr 23 Titel neu. Ungeachtet der Zugehörigkeit zu einer Kirche oder einem Blindenverein könne jeder Sehbehinderte oder Blinde die gewünschte Literatur kostenlos beziehen.

Die seit über 40 Jahren bestehende Blindenhörbücherei arbeite mit einer Voll- und einer Teilzeitkraft. Bis März beziehungsweise Juli 2011 hätten sich zwei Zivildienstleistende um das Kopieren und den Versand der Kassetten und Cds gekümmert. Durch den Wegfall des Zivildienstes habe es „einschneidende Veränderungen“ gegeben, so Thäder. Jetzt würden vier ehrenamtliche Helfer die Arbeit der Zivildienstleistenden teilweise übernehmen. „Dafür sind wir sehr dankbar.“ Da es im adventistischen Medienzentrum in Alsbach-Hähnlein, zu dem die Blindenhörbücherei gehöre, mehrere hauptamtliche Tontechniker gebe, sei ein Teil der bisherigen Aufgaben abteilungsübergreifend an diese Mitarbeiter übergegangen. Die vier Ehrenamtlichen würden die Tontechniker derart entlasten, dass sie sich überwiegend um die Nachbearbeitung der Audioaufnahmen kümmern könnten.

„Außerdem lesen zwei Aushilfskräfte Zeitschriften und Bücher. Bücher werden auf CDs im MP3- und DAISY-Format umgestellt, sodass keine neuen Bücher mehr auf Kassette hergestellt wurden“, teilte Pastor Thäder mit. Bei den Zeitschriften geschehe der Umstieg von Kassette auf DAISY-CD schrittweise. DAISY bedeutet „Digital Accessible Information System“ (Digitales System für den Zugang zu Informationen) und ist ein vorwiegend für Blinde und Sehbehinderte entwickeltes Hilfsmittel. Es erleichtert den Hörern beispielsweise das Finden von Kapiteln und ermöglicht das Blättern in einem Buch oder einer Zeitschrift.

Die Hörbücherei kopiere und versende auch das alle zwei Monate erscheinende „Hessen-Echo“ des Blinden- und Sehbehinderten-Bundes Hessen e. V. sowie die Zeitschrift „Gemeinsam“ des Blindenbundes Darmstadt als DAISY-CD. Die Zusammenarbeit mit beiden Vereinen, der Blindenseelsorge der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie der Seniorenbetreuung der Stadt Darmstadt würde laut Thäder weiter gepflegt und helfe, auf die Bedürfnisse der Betroffenen einzugehen. Die Blindenhörbücherei sei Mitglied der Mediengesellschaft für blinde und sehbehinderte Menschen e.V. (Medibus).

Zudem teilte Pastor Thäder mit, dass die Zusammenarbeit im adventistischen Medienzentrum in Alsbach-Hähnlein „sehr konstruktiv“ sei. Die Blindenhörbücherei übernehme Radiosendungen des „Hope Channel“ für ein monatliches Abonnement, das den Sehbehinderten kostenlos angeboten werde. Andererseits würden die in der Blindenhörbücherei gelesenen täglichen Andachten auch über „Hope Channel“-Radio ausgestrahlt. Zusätzlich seien die Andachten am Telefon und per Podcast zu hören. Dass im letzten Jahr 195.549 Zugriffe auf den Podcast erfolgten, zeige den Bedarf an solch einem Angebot. Das seien immerhin 535 Nutzer pro Tag.

Im Juni 2012 gab es in Zusammenarbeit mit dem Advent-Wohlfahrtswerk eine Blindenfreizeit in Hintersee in Ramsau im Berchtesgadener Land. Daran nahmen 24 Personen teil. Auch in diesem Jahr findet wieder eine Freizeit für Sehbehinderte, Blinde und deren Angehörige statt; und zwar vom 15. bis 29. Juli im Hotel „Oybiner Hof“ im Kurort Oybin im Zittauer Gebirge in Sachsen.

Ein Katalog mit allen Angeboten kann bei der Blindenhörbücherei der „Stimme der Hoffnung“, Sandwiesenstraße 35, 64665 Alsbach-Hähnlein, Telefon (06257) 506 53-35, Telefax (06257) 506 53-84, E-Mail: andre.thaeder@stimme-der-hoffnung.de, angefordert werden. Anfragen sind außerdem in Braille-Schrift möglich.
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Gefährliche Frömmigkeit

Lüneburg, 13.01.2013/APD   Alles begann mit Salman Rushdie. Der Schriftsteller muslimischer Herkunft wird seit 1989 mit dem Tod bedroht, weil er in einem seiner Bücher den islamischen Glauben beleidigt haben soll. Dann kam der 11. September 2001, als religiöse Fanatiker zwei Passagierflugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York steuerten. Und auch christliche Fanatiker schreckten zuweilen vor Gewalt nicht zurück. Seitdem tobe der Streit, wie gefährlich Religion sei. Die Ausgabe I/2013 des adventistischen Magazins „Zeichen der Zeit“ mache deutlich, dass dabei die Gottesvorstellung eine entscheidende Rolle spiele, so Chefredakteur Elí Diez-Prida.

Ein weiteres Thema des Magazins sei die Frage, ob uns das Internet dement mache. Was beunruhigt Manfred Spitzer derart, dass er sich in seinem neuen Buch der Gefahr der „Digitalen Demenz“ widmet? Spitzer verteufele die modernen Medien nicht, zeige aber die damit verbundenen Gefahren auf.

„Zeichen der Zeit“ wird vierteljährlich von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland mit einer Auflage von etwa 90.000 Exemplaren herausgegeben und kostenlos verbreitet. Das Heft kann auch im Internet bei www.advent-verlag.de unter „Periodika“ heruntergeladen werden.
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ADRA finanziert Unterkünfte für 250 syrische Flüchtlingsfamilien in Jordanien

Zürich/Schweiz, 11.01.2013/APD   „Ich leide lieber Hunger, als nach Syrien in die Bürgerkriegsgebiete zurückzukehren, wo sich die Situation weiter verschlechtert“, sagte die Syrerin Amara. Sie sei mit ihren fünf Kindern und der Stiefmutter nach Jordanien geflüchtet, wie die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz mitteilte. Um ihre Familie unterzubringen, habe Amara ein Zimmer in einer 3-Zimmerwohnung im Untergeschoss eines Wohnhauses gemietet. Es biete wenig Platz für sieben Personen, sagte sie, und zudem sei die Wohnung dunkel sowie ungeheizt. Mehr könnten sie sich aber nicht leisten.

Die Zimmermiete für 250 syrische Flüchtlingsfamilien in Jordanien werde mit der Unterstützung von ADRA Schweiz, anderen ADRA-Länderbüros sowie der „Glückskette“ finanziert. Dadurch könnten sie während sechs Monaten anständig untergebracht werden, so das Hilfswerk. Die kleinen noch vorhandenen Ersparnisse ermöglichten es den Flüchtlingsfamilien, andere Grundbedürfnisse zu decken und Medikamente zu kaufen. Die tägliche Nahrung zu beschaffen, stelle für sie eine große Herausforderung dar.

Seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien wurden laut UNO mehr als 60.000 Tote gezählt. Die andauernden Auseinandersetzungen in Syrien führten dazu, dass gefährdete Bevölkerungsgruppen die Flucht ergreifen würden.
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"Glückskette" und ADRA Schweiz helfen Taifun-Opfern auf den Philippinen

Zürich/Schweiz, 10.01.2013/APD   Durch den Taifun „Bopha“ und die anschließenden heftigen Regenfälle seien Anfang Dezember 2012 auf den Philippinen, besonders auf der südlichen Insel Mindanao, mehr als 1.000 Menschen getötet worden, wie die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz mitteilte. Unter den Folgen des schwersten Wirbelsturms seit 100 Jahren in der Region litten mehr als sechs Millionen Menschen. Es gebe 150.000 beschädigte oder zerstörte Häuser, dazu kämen unpassierbare Straßen und Brücken, verwüstete Felder und Ernten sowie Stromausfälle. Die UNO gehe davon aus, dass 480.000 Menschen in den am schwersten betroffenen Gebieten mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Notunterkünften versorgt werden müssten.

Die Hilfsorganisation ADRA habe im Dezember 2.100 Nahrungsmittelpakete und Trinkwasser an betroffene Familien, vor allem an Frauen und Kinder, verteilt. Gemeinsam mit der „Glückskette“ unterstütze ADRA Schweiz im Laufe des Januar weitere 3.200 Familien mit Lebensmitteln in der Provinz Davao Oriental, so das Hilfswerk.
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"Die Verfolgung von Christen hat sich im letzten Jahr verstärkt"

„Open Doors“ legt „Weltverfolgungsindex 2013“ vor

Herzogenbuchsee/Schweiz, Kelkheim/Deutschland, 09.01.2013/APD   Der islamische Extremismus bleibe der Hauptgrund für die Unterdrückung von Christen. Während Nordkorea nach wie vor Verfolgerstaat Nummer 1 sei, wären auch positive Trends festzustellen. Das geht aus dem „Weltverfolgungsindex 2013“ hervor, den das Hilfswerk für verfolgte Christen „Open Doors“ veröffentlicht hat.

Auch unter dem neuen Machthaber Kim Jong-Un würden in Nordkorea Christen hingerichtet oder mit ihren Familien in Zwangsarbeitslager gebracht. Nach Schätzungen von „Open Doors§ lebten 50.000 bis 70.000 Christen in derartigen Lagern. Abgesehen von Nordkorea seien acht der zehn Hauptverfolgerstaaten islamisch, von 2 bis 9: Saudi-Arabien, Afghanistan, Irak, Somalia, die Malediven, Mali, Iran und Jemen; während Eritrea auf 10 marxistisch-totalitär geführt werde. „Insgesamt war im Berichtszeitraum vom 1. November 2011 bis 31. Oktober 2012 eine Zunahme der Unterdrückung zu verzeichnen“, so „Open Doors“.

Bedrohung in Afrika gestiegen
Die afrikanischen Länder Mali, Tansania, Kenia, Uganda und Niger seien im „Weltverfolgungsindex 2013“ erstmals vertreten. In Mali (Platz 7) eroberten militante, der Al Kaida nahestehende Islamisten, den nördlichen Landesteil. Zwar sei die Situation der Christen im Norden auch zuvor angespannt gewesen, doch sie hätten ihren Glauben frei ausleben können. Das habe sich in wenigen Wochen vollständig geändert. 99 Prozent der Christen im Norden hätten fliehen müssen oder wären vertrieben worden. Eine verstärkte Unterwanderung der Gesellschaft durch islamistische Gruppierungen und gleichzeitig gewaltsame Übergriffe auf Christen würden auch aus Tansania (Platz 24), Kenia (40), Uganda (47), Niger (50) Nigeria (13) sowie den Ländern des „Arabischen Frühlings“ gemeldet. Extremistische muslimische Organisationen stünden bereit, um in Ägypten, Tunesien und Libyen die Macht zu ergreifen. Aber auch in Ländern ohne mehrheitlich muslimische Bevölkerung erlitten Christen zunehmende Unterdrückung und Gewalt, etwa in Kenia, Uganda und Tansania. Dort setzten gewaltbereite Islamisten aus den Nachbarländern Christen unter Druck.

Syrien, Saudi-Arabien und Afghanistan
Neben Mali habe Syrien den größten Sprung auf dem Index gemacht. Das Land stehe nun auf Rang 11 (Vorjahr 36). Während Jahren hätten die Christen der dortigen traditionellen Kirchen ihren Glauben frei leben können. Im anhaltenden Bürgerkrieg seien sie jedoch ins Visier zumeist ausländischer Islamisten geraten, die sich der Syrischen Befreiungsarmee angeschlossen hätten.

Die Bürger Saudi Arabiens (Platz 2) müssten laut Gesetz und Verfassung dem Islam nachfolgen. Das Land sehe sich als Hüter der heiligen Stätten des Islam. Eine eigene Religionspolizei achte akribisch auf die Einhaltung der Scharia und gehe hart gegen Abweichler vor. Trotz einer feindseligen Haltung gegenüber Christen, wachse die Zahl der Christen muslimischer Herkunft in dem Königreich beständig. Sie müssten ihren Glauben geheim halten, denn Konvertiten drohe die Todesstrafe.

Trotz internationaler Abkommen zum Schutz religiöser Minderheiten in Afghanistan (Platz 3) bleibe die Situation für Christen sehr angespannt. Es gebe keine einzige offizielle Kirche im Land. Afghanische Christen, alles ehemalige Muslime, könnten sich nur heimlich in kleinen Gruppen treffen. Die Regierung trete als Bewahrerin des Islam auf und verfolge Christen muslimischen Hintergrunds als Abgefallene vom Islam mit aller Härte. Immer wieder würden auch ausländische Christen ermordet oder mittels Entführungen und Erpressungen durch extremistische Gruppen wie die Taliban zum Verlassen des Landes gezwungen.

Verbesserungen in Asien
Außer in Nordkorea sei soziale Stabilität das Schlagwort für die rasch globalisierenden Staaten, wie China, Vietnam und Laos. Alle hätten kleine bis deutliche Fortschritte in ihrem Umgang mit Christen gemacht. China sei das Land, das auf dem „Weltverfolgungsindex“ die größte Verbesserung vollzogen habe (von Platz 21 auf 37). Auch wenn christliche Minderheiten in den muslimischen Landesteilen sowie im Tibet nach wie vor Verfolgung leiden würden, sei zu erkennen, dass die Regierung de facto Millionen von Han Chinesen toleriere, die sich in Hausgemeinden und somit außerhalb der staatlich anerkannten Kirche träfen. Das auch deshalb, weil die Regierung versuche, eine kapitalistische Gesellschaft aufzubauen und bemerkt habe, dass die Kirche lehre, hart zu arbeiten, aufrichtig zu sein und die Autoritäten zu respektieren – alles Richtwerte, die eine soziale Stabilität sichere.

Über 100 Millionen Christen leiden unter Verfolgung
„Die Verfolgung hat sich im letzten Jahr allgemein verstärkt“, analysierte Eric Lecomte, Leiter von „Open Doors“ Schweiz und Österreich. Über 100 Millionen Menschen würden weltweit aufgrund ihres christlichen Glaubens verfolgt. Mit dem jährlich erscheinenden „Weltverfolgungsindex“ beleuchte „Open Doors“ die Situation verfolgter Christen und erstelle eine Liste von 50 Ländern mit der größten Verfolgung. Dazu würden erhebliche Datenmengen ausgewertet, Befragungen vor Ort durchgeführt, die politische Lage und die Verfassung geprüft. Insgesamt sechs Themenbereiche ergäben die endgültige Rangliste: Privatleben, Familienleben, Soziales Leben, Zivilleben, Kirchliches Leben und Gewalttaten.

Der „Weltverfolgungsindex 2013“ von „Open Doors“ ist im Internet unter www.weltverfolgungsindex.de verfügbar.
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Eine antike Stadt in Jordanien kartografiert

Friedensau bei Magdeburg, 08.01.2013/APD   Seit mehreren Jahren führt die Theologische Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg archäologische Feldforschungen auf dem zentralmoabitischen Plateau in Jordanien durch. Das „Balua Regional Archaeological Project“ beschäftigt sich mit der antiken Ruinenstätte „al-Balua“, die östlich des Toten Meeres gelegen, das nördliche Moab beherrschte. Die große Anlage stellt eine der bedeutendsten eisenzeitlichen (1200-587 v. Chr.) Städte im gesamten Ostjordanland dar.

In den vergangenen Jahren habe der frühere Rektor der Hochschule, Professor Udo Worschech, sein Augenmerk vor allem auf die eisenzeitlichen Schichten gelenkt, teilte sein jetziger Friedensauer Nachfolger Friedbert Ninow, Professor für Altes Testament und Biblische Archäologie, mit. Aus Worschechs Forschungsarbeiten hätten wesentliche Aspekte der Siedlungsgeschichte der Stadtanlage während der alttestamentlichen Epochen herausgearbeitet werden können.

Die Bezeichnung „al-Balua“ komme aus dem Arabischen und bedeute „Schlund“, so Ninow. Das sei eine passende Bezeichnung im Blick auf das tief einschneidende Wadi, das die Stadtanlage an der nördlichen und westlichen Seite umgebe. Die Ruinenstätte könne mit der biblischen Stadt Ar beziehungsweise Ar-Moab identifiziert werden. Im Alten Testament werde in Numeri/4. Mose 21,14c und 15 über die geografische Lage von Ar Folgendes gesagt: „… die Bachtäler des Arnon, die Hochebene, die sich zur Stadt Ar hin senkt und sich an das Bergland von Moab anlehnt“. Diese Angaben passten genau auf die Lage von al-Balua am Nordrand des zentral-moabitischen Plateaus am Wadi Mujeb, dem biblischen Arnon. Die moabitische Stadt werde zudem in Numeri 22,36 und Jesaja 15,1 erwähnt.

Ein wichtiger Schritt zur Erforschung dieser bedeutenden Stadtanlage sei die Erstellung einer Karte, betonte der Friedensauer Archäologe. Die Größe der Anlage lasse einen zusammenfassenden Eindruck vor Ort nicht zu, sodass erst durch eine Karte mit allen sichtbaren Mauerresten die Struktur und der Aufbau von al-Balua deutlich würden. Aus diesem Grund habe Ninow mit seinem Team im Jahr 2010 begonnen, die Anlage mit einer GPS-Einheit digital zu vermessen. Die Arbeit sei im Sommer 2012 fortgesetzt und beendet worden. Das Ergebnis der Vermessung unterstreiche die Bedeutung der Stadt – vor allem in der eisenzeitlichen Phase. Sie sei dicht besiedelt gewesen, habe starke Befestigungen gehabt und lasse deutliche Spuren einer Organisation und Stadtplanung erkennen. Al-Balua müsse während der moabitischen Monarchie (1. Jahrtausend v. Chr.) zu einer der Hauptstädte gezählt haben. Neben Dibon (vgl. Numeri 21,30; 32,34) und Kir-Heres/Kir Moab (vgl. 2. Könige 3,25; Jesaja 15) könnte Ar für die Könige von Moab von Bedeutung gewesen sein. „Allein die Fläche der eisenzeitlichen Besiedlung erstreckt sich“, laut Rektor Ninow, „auf circa 15 Hektar. Zudem habe Professor Worschech 1986 eine fragmentarisch erhaltene Inschrift von vier Buchstaben entdeckt, deren letzte drei das Wort für ‚König‘ bilden.“

Neben der Vermessung der Anlage hätten Ninow und sein Team verschiedene kleinere Probe-Grabungen im Bereich der Stadtanlage vorgenommen, um mehr Klarheit über die verschiedenen Siedlungsschichten zu erhalten. „Als besonders ergiebig erwies sich ein Areal westlich der großen Palastburg. Dort konnten wir eine hellenistische Schicht (3. bis 1. Jahrhundert v. Chr.) ergraben.“ Hellenistische Schichten seien sehr selten in Jordanien und insbesondere auf dem zentral-moabitischen Plateau. Daher komme al-Balua auch in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. 2014 solle dieser Bereich durch größere Grabungen intensiv ausgewertet werden.

Die Forschungskampagne 2012 in Jordanien sei von Kollegen der University of California in San Diego, der Universität Straßburg, der Mutah-Universität in Jordanien und der Theologischen Hochschule Friedensau getragen worden. Ein besonderer Dank gelte, so Ninow, den internationalen Studenten aus den USA, Serbien, Argentinien und Mexiko.
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1.500 Jugendliche demonstrierten in Australien gegen Hunger in der Welt

Brisbane, Queensland/Australien, 07.01.2013/APD   1.500 adventistische Jugendliche haben mit einem Protestmarsch mehr Engagement zur Bekämpfung des Hungers in der Welt gefordert, wie „Record“ berichtete. Die Teilnehmer eines sechstägigen Jugendkongresses aus vierzehn Ländern des Pazifikraums sind, von einer Polizeieskorte begleitet, am 3. Januar in der Innenstadt von Brisbane im australischen Bundesstaat Queensland mit dieser Forderung an die Öffentlichkeit getreten.

„Wir müssen uns in dieser Frage als Mitbeteiligte und Helfer anderer verstehen lernen und uns nicht bloß als Konsumenten sehen“, betonte Dr. Nick Kross, Jugendabteilungsleiter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Südpazifischen Raum.

Mit einem „Armuts-Lunch“ hätten die Jugendlichen während des Kongresses auf eine der üblichen Mahlzeiten verzichtet, um sich mit den Hungernden zu solidarisieren. Außerdem hätten sie laut „Record“ 8.000 Euro für ein Projekt zur Bekämpfung des Hungers der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Australien gesammelt. Das Hilfswerk habe zur Sensibilisierung der Hungerproblematik die Kampagne „Genug ist genug“ (Enough is enough) gestartet, bei der sich die Interessenten verpflichtet hätten, keine Eiscreme mehr zu essen. Australier gäben jährlich 397 Millionen Euro für Eiscreme aus, womit man den Hunger in der Welt massiv verringern könnte, so das Hilfswerk.

„Die Adventisten haben ihre Stimme in der Öffentlichkeit verloren“, bemängelte Dr. Kross. „Wir müssen von neuem bereit sein, uns in der Öffentlichkeit zu jenen Themen zu äußern, die uns wichtig sind.“ Sich an Gottes Wort und ans Recht zu halten sowie anderen mit Güte zu begegnen, gehöre nach dem alttestamentlichen Propheten Micha (Kapitel 6, Vers 8), zu dem, was Gott von Gläubigen erwarte, so Kross. Die Demonstration sei „eine der Möglichkeiten, um diesen Bibeltext in die Tat umzusetzen.“
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Neues Familienmagazin beim "Hope Channel"

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 06.01.2013/APD   In Kooperation mit dem Bundes-Verlag, „BibelTV“ und „ERF“ strahlt der christliche Fernsehsender „Hope Channel“ im Januar ein neues Magazin mit dem Schwerpunkt „Familie“ aus.

Das TV-Magazin ist ein Ableger der christlichen Zeitschrift „family“. Es gehe dabei um Familie und Ehe mit ihren schönen Seiten, Chancen aber auch Herausforderungen. Die Sendereihe stelle Familien in den Mittelpunkt, die interessante Wege beschritten, mitten im Leben stünden und Spaß am Alltagschaos hätten. Dabei gehe es in jeder Sendung auch um die Frage, wie Partnerschaft und Ehe auf Dauer gelingen könnten.

Die erste Sendung „Kinderglück“ wird am Montag, 7. Januar, 20:15 Uhr, ausgestrahlt. Alle weiteren Sendetermine sind im Internet unter http://www.hopechannel.de/tv/ zu finden.

Der Fernsehsender „Hope Channel Deutsch“ gehört zum Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit Sitz an der hessischen Bergstraße in Alsbach-Hähnlein. Als erster christlicher Rundfunksender in Deutschland begann die „Stimme der Hoffnung“ bereits im Jahr 1948 mit ihrer Arbeit.
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Volker Kauder (Hrsg.), "Verfolgte Christen"

Volker Kauder (Hrsg.), „Verfolgte Christen – Einsatz für die Religionsfreiheit“, SCM Hänssler, Holzgerlingen, 2012, 256 Seiten, gebunden, 14,95 Euro, ISBN 978-3-7751-5418-5.

Ostfildern, 05.01.2013/APD   Endlich hat ein Spitzenpolitiker einer führenden deutschen Partei das leidige Thema „verfolgte Christen“ aufgenommen und in Buchform einer breiteren Öffentlichkeit in aller Deutlichkeit vorgestellt. Einleitend stellt der Herausgeber, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU fest, dass Christen die Religionsgruppe sind, deren Angehörige weltweit am häufigsten verfolgt werden. Umso mehr freue er sich nun, dass zum ersten Mal in der Geschichte des Parlamentes der Einsatz für Religionsfreiheit als wichtiger Bestandteil der deutschen Außenpolitik durch einen entsprechenden Beschluss Erwähnung fand. Mit ihm bekennt sich der Deutsche Bundestag zum Recht auf freie Ausübung der Religion.

Worte zum Generalthema schrieben der Erzbischof von Bamberg, Dr. Ludwig Schick, und der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland, Martin Schindehütte, die sich über Verfolgung und Martyrium aus christlicher Sicht sowie christliche Verantwortung für die Verfolgten äußerten.

Volker Kauder selbst geht recht ausführlich auf die mitunter verzweifelte Situation der Christen in Indien, im Irak, in Ägypten, der Türkei, in Nigeria, Indonesien und China ein. Schon aus den ersten Seiten geht hervor, dass in keinem Zeitraum seit Christi Geburt soviel Märtyrerblut wie im aufgeklärten, von Fortschritt und Humanität geprägten 20. Jahrhundert geflossen ist. Menschenrechte werden in über einhundert Staaten mit Füßen getreten. Der Bischof der Chaldäisch-Katholischen Kirche aus Bagdad, Shlemon Warduni, verglich den Irak mit der Hölle. Seine sarkastische Einladung in den Irak für nur eine Woche sollte diesen Vergleich bestätigen.

Die Probleme der Kopten in Ägypten sind trotz Mubaraks Sturz fast die gleichen geblieben. Der religiöse Fanatismus, der schon immer eine ziemliche Rolle in Nigerias Politik gespielt hatte, zeigte sich auch bei den letzten Parlamentswahlen im April 2011, in deren Zusammenhang es zu vielen Toten und zur vielfältigen Zerstörung privaten Eigentums kam. Laut Volker Kauder wuchs das Christentum in Indonesien in den 1950er und 1960er Jahren und nahm dazu großen Einfluss. In den 1970er Jahren schien sich das Klima zwischen dem Islam und dem Christentum (über 33 Millionen) wesentlich zu verschlechtern. „Politisch gewinnen fundamentalistische islamische Parteien durch geschicktes Taktieren immer mehr an Einfluss.“ Die häufigste christenfeindliche Aktivität in Indonesien ist die Zerstörung von Kirchen oder deren Schließung. Beides zusammen betraf 2011 43 Gotteshäuser. Für eine interessante Berichterstattung zu China sorgte der Asienreferent des Missionswissenschaftlichen Instituts Missio (MWI), Aachen, Dr. Georg Evers, mit seinem Beitrag „Christen in China – verfolgt oder Nutznießer staatlich gewährter Religionsfreiheit?“

Dr. Wolfgang Tulaszewski
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Die Bibel Punkt für Punkt ertasten

Stuttgart, 04.01.2013/APD   In mehr als 50 Ländern verbreitet der Weltverband der Bibelgesellschaften mit Partnern biblische Texte in Blindenschrift. Daran erinnerten die Bibelgesellschaften aus Anlass des Welt-Braille-Tages am 4. Januar. Für viele blinde Menschen in den Entwicklungsländern bedeute die Kenntnis der Blindenschrift mehr Unabhängigkeit, den Zugang zu praktischen Hilfen im Alltag und größere Anerkennung in der Gesellschaft. Oft sei das Braille-Alphabet in der jeweiligen Sprache erstmals für die Bibel entwickelt worden, und ermögliche dadurch den Weg in ein selbstbestimmtes Leben mit diesem Lesestoff.

Der Welt-Braille-Tag wird am Geburtstag von Louis Braille (1809 bis 1852) gefeiert. Der Franzose erfand 1825 sein System der Blindenschrift. Es handelt sich um eine Kombination von jeweils sechs Punkten für einen Buchstaben, mit denen das ganze Alphabet dargestellt werden kann. Die Punkte werden mit den Fingern ertastet.

Biblische Texte in der Braille-Schrift seien in rund 200 Sprachen verfügbar. Die komplette Bibel liege heute in 40 Sprachen vor. Dazu zählten Sprachen mit großer Verbreitung, wie Englisch, Spanisch, Französisch, Arabisch und Chinesisch, aber auch eine Reihe indischer und philippinischer Sprachen, wie Hindi, Tamil und Tagalog. In Deutsch erschien die Bibel im Braille-System 1909 erstmals komplett. An der vollständigen Publikation in weiteren Sprachen werde in verschiedenen Projekten der Bibelgesellschaften gearbeitet.

In Deutschland sammle die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft Spenden für entsprechende Projekte in ärmeren Ländern. So seien mit deutscher Hilfe zum Beispiel Projekte für Menschen mit Sehbehinderungen in Westafrika verwirklicht worden. Kinderbibeln, neutestamentliche Geschichten und Arbeitshefte für blinde Schülerinnen und Schüler wären 2012 in Ghana im Mittelpunkt gestanden. In Burkina Faso habe die Bibelgesellschaft ein Braille-Alphabet für die weit verbreitete Sprache Mòoré entwickelt. Als erste Publikation in der Blindenschrift sei 2009 das Neue Testament in Mòoré erschienen.

Die ganze Bibel in Blindenschrift umfasst rund 40 Bände und wiegt etwa 40 Kilogramm. „Eine Bibel in Braille-Schrift kostet in der Herstellung mindestens 450 Euro“, erklärte Ingrid Felber-Bischof, die in Stuttgart für den Weltverband der Bibelgesellschaften die Programme für Menschen mit Sehbehinderung koordiniert.

Der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) zählt 146 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern aktiv. Zentrale Aufgaben der Bibelgesellschaften sind die Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Heiligen Schrift. Seit 2012 ist der Weltverband außerdem anerkannter Partner der UNESCO für Alphabetisierungsprogramme.
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Anteilnahme der Adventisten nach Schießerei in der Schweiz

Zürich/Schweiz, 03.01.2013/APD,   „Ich bin tief betroffen! Unsere Gedanken sind bei den Verletzten und Hinterbliebenen“, sagte Pastor David Jennah, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz, nachdem er von der Schießerei in Daillon im Alpenkanton Wallis vernommen hatte.

Laut Medienberichten habe der 33-jährige Täter am 2. Januar im kleinen Bergdorf drei Frauen getötet und zwei Männer teils schwer verletzt. „Ein weiterer sinnloser Gewaltausbruch“, so Jennah, „diesmal bei uns in der Schweiz.“ Er kondoliere den Hinterbliebenen und hoffe, dass sie die Kraft fänden, den Verlust ihrer Lieben zu tragen. „Wir beten für die Familien der Betroffenen und wünschen den Verletzten baldige Besserung.“
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Studenten schreiben innerhalb einer Stunde die gesamte Bibel ab

Lüneburg u. Ostfildern, 03.01.2013/APD   Etwas mehr als 2.150 Studenten und Dozenten haben die gesamte Bibel in 59 Minuten und 52 Sekunden abgeschrieben. Die Bibelabschreibaktion fand in der adventistischen Universität von Montemorelos in Nuevo León/Mexiko anlässlich ihres 70. Jubiläums statt.

Laut dem Onlinedienst der Zeitschrift „Adventisten heute“ sei die Idee von einem Studenten eingebracht worden. Ein Team von 20 Personen habe drei Monate lang die Aktion vorbereitet. Unter der Aufsicht von 85 Helfern und einem Notar hätte jeder Teilnehmer 20 bis 25 Verse der Bibel abgeschrieben. Anschließend wurden die Papierbögen geordnet und zu einem Band in der Universitätsbibliothek gebunden. Das Buch, das den Titel „Bibel des 70-jährigen Jubiläums“ trägt, soll im Ellen G. White-Forschungszentrum der Universität ausgestellt werden.

„Nicht das Abschreiben an sich war das Besondere, sondern die wertvolle Zeit der Gemeinschaft miteinander, mit Gott und seinem Wort“, sagte Professor Ismael Castillo Osuna, Rektor der Universität von Montemorelos. „Unser größter Wunsch ist es, dass Gottes Wort unser Leben als Grundlage der täglichen Andacht bereichert“, fügte Castillo hinzu.

Zur 1942 von der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründeten Montemorelos-Universität mit den Fakultäten Betriebswirtschaft, Chemie, Ingenieurswissenschaften und Technologie, Medizin, Zahnmedizin, Krankenpflege, Ernährungswissenschaften, Pädagogik, Bildende Kunst, Musik sowie Theologie gehört auch eine Universitätsklinik. An der Hochschule sind rund 3.000 Studierende eingeschrieben, und an ihr lehren 255 Dozenten. In Mexiko leben etwa 690.000 erwachsen getaufte Adventisten, die sich in 2.970 Gemeinden zum Gottesdienst versammeln.

Die Idee, die gesamte Bibel Vers für Vers von Hand abzuschreiben, sei nicht neu, betonte Pastor Günther Machel (Ostfildern bei Stuttgart), Präsident des Süddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Er habe bereits vom 16. bis 19. Juni 1988 ein Campmeeting in Waldenbuch bei Stuttgart geleitet, bei dem rund 1.100 junge Leute der Advent-Jugend in 57 Minuten die Bibel nach der Übersetzung von Martin Luther abgeschrieben hätten. Das sei damals ein Weltrekord gewesen, der allerdings keinen Eingang in das „Guinness-Buch der Rekorde“ gefunden habe, da derartige Rekordversuche dort nicht aufgenommen würden. Die dreibändige „Weltrekord-Bibel“ sei nach dem Jugend Campmeeting der Deutschen Bibelgesellschaft übergeben worden, so Machel. Sie wäre heute Teil der „Qumran- & Bibelausstellung Sylt“, die als Wanderausstellung „Von der Keilschrift zur Computerbibel“ auch ausgeliehen werden könne. Inzwischen hätte solch eine Bibelabschreibaktion viele Nachahmer gefunden.
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Zu viele Freunde im Facebook rauben der Community die Privatheit

Stuttgart, 02.01.2013/APD   Für Jugendliche bleiben Soziale Netzwerke ein zentraler Aspekt der Internetnutzung. Online-Communities zählten neben Suchmaschinen und Videoportalen zu den drei am häufigsten ausgeübten Anwendungen im Internet und würden von insgesamt 78 Prozent der 12- bis 19-Jährigen zumindest mehrmals pro Woche genutzt. 57 Prozent besuchten die eigenen oder fremden Profile im Netzwerk sogar täglich. Dies belegten die Ergebnisse der JIM-Studie 2012 (Jugend, Information, Multi-Media).

Die Nutzung Sozialer Netzwerke betreffe fast ausschließlich die Nutzung von Facebook. Hier seien 81 Prozent der Jugendlichen aktiv. Die erste Anmeldung der Jugendlichen bei einem solchen Netzwerk erfolge mit durchschnittlich 12,7 Jahren. Die am häufigsten genutzten Funktionen innerhalb einer Community seien das Verschicken von Nachrichten und das Chatten mit anderen Mitgliedern des Netzwerks. Erfreulich wäre, dass inzwischen 87 Prozent der Nutzer von Communities ihre Profildaten mit der Privacy-Option vor einem öffentlichen Zugriff schützten; im Vergleich zum Vorjahr ein erneuter Anstieg um acht Prozentpunkte. Allerdings sei gleichzeitig die durchschnittliche Anzahl der Freunde in der Community auf nunmehr 272 angestiegen (2011: 206 Freunde), so dass die Privatheit hier relativ gewertet werden müsse. Was die Sicherheit und den Schutz der in der Community hinterlegten persönlichen Daten angehe, so fühle sich hier nur ein Zehntel der Jugendlichen sehr sicher. Im Vergleich zum Vorjahr habe das Vertrauen in die Communities bei den Jugendlichen abgenommen. 2011 hätten noch zwei Drittel ein sehr gutes beziehungsweise gutes Gefühl, 2012 seien es nur noch 54 Prozent, die sich mit ihren Daten im Netzwerk gut aufgehoben fühlten.

Das Handy als Alltagsbegleiter der Jugendlichen eröffne die Option, Soziale Netzwerke auch unterwegs zu nutzen. Der Service, sich per Handy über Neuigkeiten in der Community informieren zu lassen, habe sich stark entwickelt: Machten im Vorjahr 16 Prozent der täglichen Nutzer von Communities von dieser Möglichkeit Gebrauch, sei dieser Anteil jetzt auf 41 Prozent angestiegen. Durch die zunehmende Verbreitung von Smartphones (47 Prozent) und entsprechenden Internetflatrates (34 Prozent) bei Jugendlichen habe auch die mobile Internetnutzung an Attraktivität gewonnen. Inzwischen nutzten 40 Prozent das Handy regelmäßig, um ins Internet zu gehen. Der Zugang zu Sozialen Netzwerken zähle dabei zu den wichtigsten Apps, die Jugendliche auf ihrem Smartphone installiert hätten.

Die Studienreihe JIM wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für die Erhebung wurden rund 1.200 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren im Frühsommer 2012 telefonisch befragt. Neben Fakten zum Thema Medienkompetenz enthält die Studienreihe Basisdaten zum Freizeitverhalten der Jugendlichen sowie Mediennutzungsdaten zu Fernsehen, Radio, Internet, Handy, Büchern und Computerspielen.
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