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Dokument zum Reformationsjubiläum lässt heiße Eisen aus

Wien/Österreich, 27.06.2013/APD   Als einen „ganz wichtigen Anstoß im bilateralen Gespräch“ hat der evangelisch-lutherische Bischof Dr. Michael Bünker das in Genf präsentierte Dokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft. Gemeinsames Lutherisch/Katholisches Reformationsgedenken im Jahr 2017“ begrüßt. Das erste gemeinsam erarbeitete Dokument zwischen Lutherischem Weltbund LWB und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen zur Reformationsgeschichte zeige die Fortschritte im lutherisch-katholischen Gespräch, sagte der Bischof, der auch Generalsekretär der Gemeinschaft der Evangelischen Kirchen in Europa (GEKE) ist, im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst Österreich (epdÖ). Zugleich werde darin auch deutlich, dass die Reformationsfeiern 2017 „nicht wie bisher konfessionalistisch abgrenzend“ gestaltet würden. Er vermisse in dem Dokument aber „die wirklich heißen Eisen“, die im katholisch-evangelischen Gespräch „zu wenig angepackt worden sind“, wie etwa das Verständnis der Kirche, das Verständnis der Einheit oder des Papstamtes. „Aber das war wohl auch nicht Motivation des Papiers“, räumte Bünker ein.

In diesem Dokument habe man „deutliches Augenmerk“ auf das gemeinsame Gedenken gelegt, analysierte Bünker. „Wir allerdings werden sicherlich die Betonung auf die Freude und das Feiern legen und die Dankbarkeit für die Reformation herausstreichen“, kündigte der Bischof an. Die evangelischen Kirchen in Österreich und in Europa hätten beschlossen, die Reformation in ihrer Dimension als europäisches und weltweites Ereignis zu beleuchten und zu feiern.

Dabei sollte über ein stark auf Luther konzentriertes Gedenken hinausgegangen werden. „Wir wollen die Reformation in einem weiteren Horizont sehen“, meinte Bünker weiter und ortete hier auch einen Kritikpunkt am Dokument des LWB und des Vatikans: Reformation sei mehr als ausschließlich die Geschichte Luthers, die dort angesprochen werde. So kämen etwa andere Reformatoren „gar nicht oder bloß am Rande“ vor.

„Weichgespülte Lesart reformatorischer Theologie“
Scharfe Kritik am Dokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ komme laut epdÖ vom evangelischen Theologen Ulrich H.J. Körtner, Wien. Es vermittle „den Eindruck eines Luthertums, das an sich selbst irre zu werden und die Orientierung hinsichtlich seiner geschichtlichen Sendung zu verlieren droht. Das ist besorgniserregend!“

Körtner, der Vorstand des Instituts für Systematische Theologie und Religionswissenschaft an der Universität Wien ist, äußerte zahlreiche Kritikpunkte an dem Dokument. So bemängelte er etwa eine einseitige Sichtweise auf die Reformation, die geprägt sei von der Klage über die Spaltung und dem Bekenntnis von Sünden gegen die Einheit der Kirche. „Dass die Reformation ein religiöser Aufbruch war, für den man bis heute nur dankbar sein kann, sucht man in dem Bericht vergebens.“ Ebenso sei von der evangelischen Freiheit, dem Evangelium als Botschaft der Freiheit in dem Dokument kaum die Rede.

Kritik übte der Theologe auch an der gemeinsamen Lesart der lutherisch-katholischen Einheitskommission. Diese orientiere sich an Luthers Frage nach einem gnädigen Gott, würde aber der Antwort Luthers keinen Platz einräumen. „Wohl unterstreicht das Dokument in ökumenischer Eintracht den Gedanken, dass der Mensch allein aus Gnade (sola gratia) und allein um Christi willen (solus christus) gerechtfertigt und gerettet wird. Aber dass dies allein durch den Glauben geschieht (sola fide), stellt der Text eben nicht klar heraus.“ Zwar sei das Dokument bemüht, eine gemeinsame Darstellung der Theologie Luthers zu finden, das Ergebnis sei aber unbefriedigend. „Das geschieht um den Preis einer weichgespülten Lesart reformatorischer Theologie und der Abschwächung aller historischen Konflikte zu unglücklichen wechselseitigen Missverständnissen und menschlichen Versäumnissen, sodass man sich am Ende fragt, warum die Reformation überhaupt stattfinden musste.“

Als Schwachpunkt des Dokuments sieht Körtner auch die Engführung der Reformation allein auf die Person Martin Luthers. Das sei genau das Gegenteil von dem, was für das Reformationsjubiläum 2017 geplant sei. Auf die Reformatoren zweiter Generation, etwa Zwingli, Melanchthon, Bucer oder Calvin, und ihre theologische Eigenständigkeit werde nicht eingegangen. Besonders die reformierte Tradition komme in dem Dokument kaum zur Sprache. Dazu komme, dass die innerprotestantische Ökumene – Stichwort: Einheit in versöhnter Verschiedenheit – ignoriert und die Leuenberger Konkordie von 1973 sowie die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa nicht berücksichtigt werde. Dagegen werde der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ von 1999 zu viel Bedeutung beigemessen. „Man mag zu diesem Dokument stehen wie man will, aber dass die Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre auch noch als heilsgeschichtlicher Beweis dafür herhalten muss, dass das lutherische ordinierte Amt im Laufe seiner Geschichte ‚in der Lage war‘, ‚seine Aufgabe zu erfüllen, die Kirche in der Wahrheit zu bewahren“, ist starker Tobak“, ärgerte sich Körtner.

Angesichts des Dokuments „möchte man den anderen protestantischen Kirchen zurufen: Das Reformationsjubiläum 2017 ist zu wichtig, als dass man es dem Lutherischen Weltbund überlassen dürfte!“, fasste Körtner seine Meinung zum Dokument zusammen.

In dem 90-seitigen Dialog-Dokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft. Gemeinsames Lutherisch/Katholisches Reformationsgedenken im Jahr 2017“ präsentiert die lutherisch/römisch-katholische Kommission für die Einheit einen gemeinsamen Blick auf die Reformation und ihre Wirkungsgeschichte bis heute.

Download des Dokuments in Englisch „From Conflict to Communion“: http://www.lutheranworld.org/sites/default/files/From%20Conflict%20to%20Communion.pdf

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"Vom Konflikt zur Gemeinschaft“

Hannover/Bonn, 26.06.2013/APD   Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, hat das in Genf vorgestellte Dokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft – Gemeinsames lutherisch-katholisches Reformationsgedenken im Jahr 2017“ begrüßt, das der Lutherische Weltbund (LWB) und der Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen erarbeitet haben.

Bereits die Überschrift, so der Ratsvorsitzende, benenne die entscheidende Perspektive. „Der Titel ,Vom Konflikt zur Gemeinschaft‘ deutet den langen Weg der Klärungen an, den die lutherischen Kirchen mit der römisch-katholischen Kirche zurückgelegt haben“, so Schneider. „Wenn wir uns an die Geschichte der bisherigen Reformationsjubiläen und ihre oftmals antikatholisch-polemisch ausgerichteten Gestaltungen erinnern, dann wird deutlich, dass heute große Fortschritte in der Ökumene erreicht worden sind.“

Den ökumenischen Diskurs über die Theologie Martin Luthers auf vier zentrale Bereiche zu konzentrieren, so der Ratsvorsitzende, führe in dem Dokument zu einer treffenden Beschreibung der gegenwärtigen ökumenischen Gesprächslage. „Rechtfertigung, Eucharistie, Amts- und Schriftverständnis sind ,kontroverstheologische Klassiker‘. Der jetzt veröffentlichte Text resümiert den gegenwärtigen Stand dieses Dialogs und zeigt den erreichten Fortschritt, aber auch die bleibenden theologischen Differenzen.“

Kritisch sähe Präses Schneider hingegen, dass der lutherisch-katholische Text durchgängig die Frage nach der sichtbaren Einheit der Kirche in den Mittelpunkt rücke. Schneider: „Die von den reformatorischen Kirchen in Europa erarbeitete Einsicht von der ,versöhnten Verschiedenheit‘ kommt im Text nicht vor. Auch die Perspektive, dass die Einheit aller Kirchen in Christus auch in der Vielfalt der geschichtlichen Konkretion von Kirche gelebt werden könne, fehlt. Der Blick auf die ökumenische Bilanz des 20. Jahrhunderts, den der Text selbst eröffnen will, bleibt so unberücksichtigt.“

Der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber (Wolfenbüttel), begrüßte in einer ersten Stellungnahme zu dem Dokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“, dass die Geschichte der lutherischen Reformation erstmalig gemeinsam von Lutheranern und Katholiken beschrieben werde. Die in den letzten Jahrzehnten gewachsenen Beziehungen erlaubten es, das Vergangene nicht ausschließlich von den Abgrenzungen her zu erzählen und zu beurteilen, sondern sich auch der Perspektive des Anderen zu öffnen. Anhand der Themen von Rechtfertigung, Abendmahl, Amt sowie Schrift und Tradition werde dargestellt, was heute bereits gemeinsam zu den zentralen theologischen Anliegen Luthers gesagt werden könne „und welcher differenzierte Konsens auf dem Weg zu mehr Gemeinschaft erreicht werden konnte“.

Der gemeinsame Blick auf die Reformationsgeschichte mache, so Weber, für die Autoren der Studie – erstmals seit der Reformation – auch ein gemeinsames Gedenken möglich. Das Dokument verwende dabei durchweg den Begriff „Gedenken“, um deutlich zu machen, dass sich die römisch-katholische Seite schwer tue, die Reformation, die eben auch zur Spaltung der westlichen Christenheit führte, zu feiern. Zugleich erkenne die katholische Seite aber an, dass lutherische Christinnen und Christen 2017 nicht diese Kirchenspaltung feierten, sondern sich für alles von Herzen dankbar zeigten, was Luther und die anderen Reformatoren ihnen eröffnet hätten und dass sie die Gaben der Reformation auch mit andern teilen wollten.

Im historisch orientierten Teil der Studie werde laut dem Catholica-Beauftragten deutlich gemacht, dass die Reformationszeit immer auch eine Zeit der verpassten Chancen gewesen sei und es nie zu einem wirklichen Dialog über die kontroversen Fragen hätte kommen können. Dankbar nähmen die lutherischen Kirchen zur Kenntnis, dass dies heute fundamental anders sei. Die lutherisch/römisch-katholischen Beziehungen wären vertrauensvoll und intensiv. Echter Dialog und Annäherung seien möglich geworden. Daher habe die Kommission einen sehr treffenden und eindrücklichen Titel für ihr Dokument gewählt: „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“.

Der Vorsitzende der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, sieht in dem Dokument der Internationalen Lutherisch/Römisch-katholischen Kommission für die Einheit Impulse, „die uns auch in Deutschland in der Ökumene weiterbringen können“. Der ökumenische Dialog habe gezeigt: „Uns verbindet mehr, als uns trennt.“ Gleichzeitig stehe die volle Gemeinschaft in der sichtbaren Kirche als Ziel unseres ökumenischen Bemühens noch aus. „Auf dieses Ziel hin wollen wir weiter arbeiten.“

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Evangelikale kritisieren Familienpapier des Rates der EKD

Lüneburg u. Ostfildern, 25.06.2013/APD   Auf Kritik der evangelikalen Bewegung stößt laut Online-Dienst der Zeitschrift „Adventisten heute“ die am 19. Juni in Berlin veröffentlichte Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur Familie. Sie trägt den Titel „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“. Den Verfassern zufolge bestehe Familie nicht mehr nur aus Vater, Mutter und Kindern. Vielmehr heißt es: „Wo Menschen auf Dauer und im Zusammenhang der Generationen Verantwortung füreinander übernehmen, sollten sie Unterstützung in Kirche, Gesellschaft und Staat erfahren.“ Familie seien neben „Eltern (ein Elternteil oder zwei) mit ihren leiblichen, Adoptiv- oder Pflegekindern“ auch „die sogenannten Patchwork-Familien, die durch Scheidung und Wiederverheiratung entstehen, das kinderlose Paar mit der hochaltrigen, pflegebedürftigen Mutter und das gleichgeschlechtliche Paar mit den Kindern aus einer ersten Beziehung“.

Keine „evangelische Orientierung“
Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz und Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Dr. Michael Diener (Kassel), kritisierte in einer Stellungnahme, dass der Orientierungshilfe die „biblische Fundamentierung“ fehle. Deshalb werde sie dem Anspruch nicht gerecht, „evangelische Orientierung“ zu bieten. Vielmehr werde eine „Anpassung an gesellschaftliche Entwicklungen“ deutlich. Das EKD-Papier enthalte eine auffällige Abwertung sogenannter „bürgerlicher Ehe- und Familienverständnisse“ und eine Absage an jedes „normative Verständnis der Ehe als göttliche Stiftung“ oder „natürliche Schöpfungsordnung“. Ehe habe danach keinen Leitbildcharakter mehr. Der Erklärung zufolge seien alle anderen ebenfalls „verbindlich, verantwortlich und verlässlich“ geführten Partnerschaften in gleicher Weise anzuerkennen und – wo gewünscht – auch zu segnen. Diener: „Offensichtlich soll jeder Schein einer Diskriminierung der vielfältigen familiären Lebensformen vermieden werden.“ Dabei folge der Rat der EKD der Argumentationslinie des Bundesverfassungsgerichts, „ohne kritisch zu hinterfragen, ob es hier wirklich um ‚Gleiches‘ geht, welches dann auch gleich behandelt werden soll“.

„Gravierende Mängel“ bei biblisch-theologischer Argumentation
Nach Ansicht Dieners weise die Orientierungshilfe im Blick auf die biblisch-theologischen Grundlagen „gravierende Mängel“ auf „trotz der vollmundigen Behauptung, dass hier eine normative Orientierung am Evangelium geleistet werde“. So würde aus der schöpfungsgemäßen Polarität von Mann und Frau die allgemeine „Angewiesenheit auf ein Gegenüber“. Biblische Stellen, die ohne Textbeleg von „zärtlichen Beziehungen zwischen Männern“ sprächen, dienten „zur Relativierung der biblischen Aussagen über praktizierte Homosexualität als Sünde“. Der Präses frage: „Wieviel hermeneutischer und theologischer Einseitigkeit bedarf es eigentlich, um wegzudeuten, dass in der gesamten biblischen Überlieferung die Polarität der Beziehung von Mann und Frau als schöpfungsgemäß und konstitutiv betrachtet wird?“

Der ökumenische Flurschaden ist „noch größer geworden“
Nach seinen Worten werde die von der Orientierungshilfe angestrebte Verständigung auf diese Weise kaum gelingen. Man müsse ernsthaft fragen, ob die EKD „mit dieser durchgehend spürbaren Abwertung der Ehe“ in den derzeitigen gesellschaftlichen Diskussionen politisch verantwortlich handele. Diener: „Im ökumenischen Kontext ist der schon beträchtliche Schaden noch größer geworden.“ Für viele evangelische Christen würden damit die Zweifel und die Kritik am Kurs der EKD noch stärker werden.

Traditionelle Begriffe von Ehe und Familie „weggeschoben“
Obwohl das Ziel des Textes sein sollte „eine evangelische Verständigung über Ehe, Familie und Partnerschaft anzuregen“ würden sogenannte traditionelle Begriffe von Ehe und Familie weggeschoben, kritisierte auch der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart). So gelte in der Orientierungshilfe der EKD die Ehe nicht mehr als „Stiftung Gottes“. Das Bibelwort „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“ werde aus dem Sinnzusammenhang der Erschaffung von Mann und Frau heraus gerissen. Jetzt solle es gleichermaßen auf alle Arten von Partnerschaft zwischen Menschen angewendet werden. Das Primat der Zweigeschlechtlichkeit des Menschen bleibe auf der Strecke. Wenn Menschen das für ihre Situation wünschten, sollte die Kirche immer segnen; so solle zum Beispiel auch das Scheitern einer Ehe in den „kirchlichen Segen“ eingeschlossen werden. Zudem werde die Herausforderung des Mutterseins mit den besonderen Gaben und Aufgaben nicht annähernd ausreichend gewürdigt.

Bekennende Gemeinschaften: EKD-Papier bibel- und bekenntniswidrig
Scharfe Kritik an der Orientierungshilfe übte auch die Konferenz Bekennender Gemeinschaften innerhalb der evangelischen Kirchen. Das Papier markiere „einen Bruch mit eindeutigen Bibel- und Bekenntnisaussagen“ und stelle sich zu ihnen in Widerspruch. „Der Geist des Bundesverfassungsgerichts, der Geist der unbeschränkten Gleichheit (Genderismus) hatte Vorrang vor dem Geist der Treue zu den Grundlagen der Kirche und des evangelischen Glaubens“, erklärte der Vorsitzende des theologisch konservativen Zusammenschlusses, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg). Bei der Bezugnahme auf biblische Texte würden sie „hermeneutisch antibiblisch uminterpretiert“. Für die Ökumene bedeute „diese unevangelische, schrift- und bekenntniswidrige Orientierungshilfe einen ernstzunehmenden Rückschlag“. Die Konferenz Bekennender Gemeinschaft rufe Christen dazu auf, „weiter unbeirrt am biblischen Bild von Ehe und Familie festzuhalten“.

Die Ehe als „Krönung der Schöpfertätigkeit Gottes“
Auch der Vorsitzende der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Pastor Johannes Naether (Hannover), vertrete die Auffassung, dass die Ehe von Gott gestiftet und von Jesus Christus bestätigt worden sei. Sie sollte als lebenslange Verbindung der liebenden Gemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau monogam und heterosexuell sein. „Als Krönung seiner Schöpfertätigkeit schuf Gott den Menschen als Mann und Frau nach seinem eigenen Bild.“ Er habe die Ehe als Bund einer körperlichen, emotionalen und geistlichen Vereinigung zweier Geschlechter, in der Heiligen Schrift „ein Fleisch“ genannt, gestiftet. Die harmonische Vereinigung von Mann und Frau in der Ehe stelle einen Mikrokosmos der sozialen Einheit dar, der immer als Herzstück einer stabilen Gesellschaft gegolten habe. „Darüber hinaus verstand der Schöpfer die Sexualität in der Ehe nicht nur als Zeichen der Einheit, sondern auch als Mittel zur Vermehrung der menschlichen Familie.“ Einem Mann und einer Frau, deren Liebe sie einander in enger körperlicher Verbindung erkennen lasse, werde ein Kind anvertraut. Ihr Kind sei die Verkörperung ihres Einsseins. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten stehe zum biblischen Eheverständnis und vertrete die Ansicht, dass eine Lockerung dieses hohen Anspruchs eine Herabsetzung des göttlichen Ideals bedeuten würde. In diesem Sinne hätte sich schon 1996 der Verwaltungsausschuss der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) geäußert.

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Gemeinsames lutherisch-katholisches Dokument zum Thema Reformation

Genf/Schweiz, 24.06.2013/APD   Im Rahmen seines Hauptreferats anlässlich der Tagung des Rates des Lutherischen Weltbundes (LWB) hat sich Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, mit der gemeinsamen 90-seitigen lutherisch/römisch-katholischen Publikation „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ befasst, die während der Tagung des LWB-Leitungsgremiums vorgestellt wurde. Koch brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass das Dokument auf lutherischer wie katholischer Seite, global wie lokal rezipiert werde.

Herausgeber der Veröffentlichung mit dem Titel „Vom Konflikt zur Gemeinschaft. Gemeinsames lutherisch-katholisches Reformationsgedenken im Jahr 2017“ ist die Lutherisch/römisch-katholische Kommission für die Einheit. Sie nahm das 500. Reformationsjubiläum und das 50-jährige Bestehen des Dialogs zwischen beiden Konfessionen im Jahr 2017 zum Anlass, sich dem Thema zu widmen. Das Dokument baut insbesondere auf der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ (GE) aus dem Jahr 1999 auf.

In seinem Referat befasste sich Kardinal Koch mit den Chancen, die ein gemeinsames lutherisch-katholisches Gedenken zum 500. Reformationsjubiläum bieten würde, sowie mit der Notwendigkeit, einander mit Blick auf die Bedeutung dieses Gedenkens für beide Seiten zuzuhören. Weiterhin erklärte er, es müsse wiederentdeckt werden, was Lutheraner und Katholiken gemeinsam hätten. Dazu müssten beide Konfessionen im Blick auf das bevorstehende Reformationsgedenken den Mut aufbringen, sich mit den Konflikten der Reformationsgeschichte auseinanderzusetzen. Und schließlich sprach er von der Bedeutung des neuen Dokuments für den weiteren Dialogprozess.

Koch betonte, die Entscheidung der Lutherisch/römisch-katholischen Kommission für die Einheit, ihren Dialog unter dem Arbeitstitel „Taufe und wachsende Kirchengemeinschaft“ mit dem Themenschwerpunkt Taufe fortzuführen, sei sehr zu begrüßen, da sie einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg der ökumenischen Verständigung zwischen Lutheranern und Katholiken darstelle, der schließlich einmünden könnte in die Erarbeitung einer künftigen Gemeinsamen Erklärung über Kirche, Eucharistie und Amt.

In seiner Reaktion auf Kochs Hauptreferat verwies LWB-Präsident Bischof Dr. Munib A. Younan darauf, dass sich die lokalen Beziehungen zur katholischen Kirche in den Regionen und LWB-Mitgliedskirchen jeweils unterschiedlich gestalteten. „Nach meinem Empfinden kann dieses Dokument ein wichtiges Instrument sein, um die Beziehungen, und – noch wichtiger – das gemeinsame Zeugnis in allen Kontexten zu verbessern.“

Der Lutherische Weltbund ist eine weltweite Gemeinschaft lutherischer Kirchen. 1947 in Lund (Schweden) gegründet, zählt er inzwischen 143 Mitgliedskirchen, denen rund 70 Millionen Christen in 79 Ländern angehören. Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf.

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Heilsarmee-Generalin Linda Bond tritt überraschend in den Ruhestand

Köln u. Bern, 20.06.2013/APD   „Nach reiflicher Überlegung und einer Zeit des Gebets“ hat die internationale Leiterin der Heilsarmee, Generalin Linda Bond (66), entschieden, ihr Amt zum 13. Juni niederzulegen, teilte der Stabschef der evangelischen Freikirche, André Cox (London), mit. Er werde nach der Verfassung der Heilsarmee bis zur Wahl eines neuen Generals interimistisch die Funktionen des internationalen Leiters ausüben. Die Entscheidung, in den Ruhestand zu treten, habe Linda Bond nach 44 Jahren im Dienst für die Heilsarmee getroffen.

Über Rücktrittsgründe der Generalin, die das höchste Amt in ihrer Freikirche 2011 antrat, wurde nichts verlautet. Die üblicherweise souverän und positiv auftretende Linda Bond habe bei ihrem Besuch in der Schweiz im Frühjahr 2013 auf ihn sehr müde gewirkt, sagte Martin Künzi (Bern), Leiter der Kommunikationsabteilung der dortigen Heilsarmee. Einen Skandal als Rücktrittsgrund schließe er aus. Der Rücktritt der Generalin habe kaum Auswirkungen auf die Tätigkeit der Heilsarmee in der Schweiz oder in Deutschland, so Künzi, da die einzelnen Länder und Territorien sehr unabhängig arbeiteten.

Stabschef André Cox werde in Kürze den Hohen Rat einberufen, um einen neuen General oder eine neue Generalin zu wählen. Der Hohe Rat sei ein Wahlgremium, das aus allen amtierenden Kommandeuren sowie allen Landesleitern im Rang eines Kommissärs aus allen Heilsarmee-Territorien der Welt bestehe und rund 200 Personen umfasse.

Die Kanadierin Linda Bond war die dritte Frau im obersten Leitungsamt der Heilsarmee und seit Gründung der Freikirche die 19. höchste Führungspersönlichkeit. Sie hat einen Bachelorabschluss in „Religious Education“ und einen Master in Theologie. 1967 trat sie als Kadettin in die Offiziersschule in Kanada ein und wurde zwei Jahre später zur Offizierin geweiht. Korpsarbeit (Gemeindearbeit), eine Lehrtätigkeit an der Offiziersschule in Toronto, administrative und Leitungsaufgaben in verschiedenen englischsprachigen Ländern der Welt haben ihre berufliche Tätigkeit geprägt.

Gründer der Heilsarmee war der methodistische Pastor William Booth (1829-1912). Erschüttert von dem sozialen Elend im Osten Londons gründete er 1865 mit Freiwilligen aus verschiedenen Kirchen die „Christliche Erweckungsgesellschaft“, die sich 1878 in Heilsarmee umbenannte. Booth wurde ihr erster General. Der Kampf gegen Alkoholismus, Obdachlosigkeit und Verarmung wurde straff militärisch strukturiert. Dazu gehörte auch die Einführung von Uniformen und Rängen. Schon bei der Gründung wurde festgelegt, dass Frauen in der Heilsarmee die gleichen Rechte wie Männer haben. Sie durften predigen, und ihnen standen alle Führungspositionen offen.

Weltweit zählen etwa drei Millionen Menschen in 126 Ländern zur Heilsarmee, darunter rund eine Million Heilssoldaten (Mitglieder), 26.300 Offiziere (Geistliche) und 110.360 Angestellte. In Deutschland gibt es rund 4.000 Mitglieder, 6.000 Freunde, 45 Korps (Gemeinden) und 42 soziale Einrichtungen.

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Viele Frauen entscheiden sich für eine halboffene Adoption

Babyklappe als Schild der Hilfe

Berlin, 19.06.2013/APD   Das Büro von Gabriele Stangl, Seelsorgerin des Krankenhauses „Waldfriede“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin-Zehlendorf, sieht aus wie ein Wohnzimmer. Die Pastorin sitzt auf einem roten Sessel. Neben ihr auf dem Sofa nehmen ihre Gäste Platz. Auf dem Tisch stehen frische Blumen, es gibt Tee und Schokolade. Der helle, warme Raum hat nichts Büromäßiges. Über dem Sofa hängt ein Bild, genau das gleiche wie bei ihr zu Hause, verrät die Krankenhausseelsorgerin in einem Beitrag der Zeitschrift „Diakonie für Sie“ des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Die Theologin hat vor knapp 13 Jahren die erste Babyklappe an einem Krankenhaus weltweit eingerichtet. Bis heute befinde sich die grüne Klappe uneinsehbar an einem Seitenflügel des Krankenhauses. Frauen in Notlagen kämen hierher und gäben ihr Kind ab, um das sie sich nicht kümmern könnten. Wenn eine Frau ein Baby in die sogenannte Babywiege lege, werde zeitverzögert der Alarm an der Pforte ausgelöst. Die Frau könne unbemerkt das Gelände verlassen. Ärztinnen und Ärzte versorgten das Baby. Es gebe strenge Standards, die das Krankenhaus selbst entwickelt habe. Das Jugendamt werde informiert, damit das Kind in ein Adoptionsverfahren gegeben werden könne.

Das alles sei aber nur der letzte Schritt. Gabriele Stangls Erfolg liege darin, dass sie die Frauen meist früher erreiche, so „Diakonie für Sie“. „Die Babyklappe ist so etwas wie ein großes Schild, das sagt: Wir helfen dir, ohne dich zu verurteilen“, erklärt die Pastorin. Viele Frauen riefen an, um sich zu erkundigen, ob die Babyklappe wirklich anonym sei und ob die Mütter tatsächlich nicht ermittelt würden. So kämen sie ins Gespräch mit der Seelsorgerin und fassten Vertrauen. Die schwangeren Frauen säßen dann auf dem roten Sofa in dem Wohnzimmer-Büro. „Ich sage oft: Leg doch erst einmal deine Beine hoch und entspann dich. Jetzt wird alles gut“, berichtet die gebürtige Österreicherin von den Begegnungen mit den schwangeren Frauen. Dann schilderten die Frauen ihre Nöten. Einige seien misshandelt worden, andere in materieller Not oder mit einem Kind überfordert.

„Gabi“, wie die Frauen sie nennen, höre erst einmal zu. Behutsam kläre sie die Frauen über ihre Möglichkeiten auf. Viele Frauen entschieden sich nach den Gesprächen für eine halboffene Adoption. Das bedeute, dass sie ihren Namen preisgäben und ihr Kind allerspätestens im Alter von 16 Jahren die Identität der Mutter erfahre. Außerdem könne die leibliche Mutter das Kind regelmäßig sehen. In diesem Verfahren bekomme auch die Mutter regelmäßig Fotos des Kindes. Jedes Mal, wenn sie eine Frau aus der Anonymität geholt habe und ihr echte Perspektiven hätte zeigen können, sei Stangl überglücklich. Aber im Notfall dürften die Frauen das Kind auch anonym zur Welt bringen.

„Das Wichtigste ist doch, dass die Frauen nicht alleine sind“, sagt die Pastorin. Sie habe Frauen kennengelernt, die sich in ihrer Angst schon ein Lager im Keller gebaut hätten, um das Kind alleine zur Welt zu bringen. Einige Frauen würden sogar darüber nachdenken, sich das Leben zu nehmen. Wenn sie bei Gabriele Stangl auf dem Sofa säßen, spürten sie, dass sie Hilfe bekämen. Die Theologin organisiere die Untersuchungen für die Frauen und sei auch bei den Geburten dabei.

Viel Zeit bleibe für ein Privatleben nicht, das gibt Gabriele Stangl zu. „Ich brauche sieben Minuten von zu Hause hierher. Ich komme bei Tag und Nacht“, erzählt sie. Da passiere es schon einmal, dass der Kaiserschmarrn auf dem Herd anbrenne, weil eine Frau Hilfe brauche. Warum sie das alles macht? „Für mich ist das ein Glaubensprojekt, so lebe ich meinen Glauben“, sagt sie. Dann klingelt das Telefon, eine Frau braucht Hilfe, schließt der Artikel in „Diakonie für Sie“. Weitere Informationen im Internet unter www.anonymegeburt-berlin.de.

Das seit 1920 bestehende Akutkrankenhaus „Waldfriede“ verfügt über 170 Betten sowie 30 Betten in der Kurzzeitpflege. Es versorgt mit den Fachabteilungen Allgemeinchirurgie, Anästhesie, Brustzentrum, Gynäkologie und Geburtshilfe, Hand- und Fußchirurgie, Innere Medizin, Interdisziplinäres Beckenbodenzentrum, Intensivmedizin, Radiologie und den Zentren für Darm- und Beckenbodenchirurgie (Koloproktologie) sowie Diabetes und Diabetisches Fuß-Syndrom jährlich 14.200 Patienten stationär und 46.200 ambulant. Im letzten Jahr kamen dort rund 960 Babys zur Welt.

„Waldfriede“ ist akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin und europäisches Ausbildungszentrum für Operationstechniken in der Koloproktologie. Zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit hat das Krankenhaus im März 2008 eine Kooperationsvereinbarung mit der Florida-Hospital-Gruppe in Orlando/Florida (USA) geschlossen. Dadurch sind unter anderem ein regelmäßiger gegenseitiger Ärzteaustausch sowie die zusätzliche Fort- und Weiterbildung von medizinischem Personal möglich. In der „Waldfrieder“ Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege könne in Kooperation mit dem Fachbereich Christliches Sozialwesen der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg der Bachelor (B.A.) in „Gesundheits- und Pflegewissenschaften“ erlangt werden.

Das Krankenhaus ist unter anderem Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, im Verband Evangelischer Krankenhäuser und stationärer Einrichtungen Berlin-Brandenburg, im Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflegerische Dienste (EVAP) sowie Teil des weltweiten „Adventist Health System“ der Siebenten-Tags-Adventisten.

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"Nacht der Kirchen“ in Darmstadt international, vielfältig und bunt

Darmstadt, 18.06.2013/APD   Unter dem Motto „Menschen treffen. Gott begegnen“ findet in Darmstadt am 21. Juni zum fünften Mal die „Nacht der Kirchen“ statt. Mit ganz unterschiedlichen Angeboten und Veranstaltungen zum Mitmachen und Teilnehmen, zum Nachdenken und zur Besinnung laden zahlreiche Kirchen und christliche Gemeinschaften in ihre Gotteshäuser ein. Das Gesamtprogramm für die „Nacht der Kirchen in Darmstadt 2013“ kann im Internet unter www.nacht-der-kirchen-in-darmstadt.de/programm/ heruntergeladen werden.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten bittet am 21. Juni in die sogenannte „Graffitikirche“ der Adventgemeinde „Leben im Zentrum“, Heidelberger Straße 16. Das Programm ist international, vielfältig und bunt. Es beginnt um 18 Uhr mit dem Puppentheater „Das wunderbare Buch“ der Freien Christlichen Gemeinde (FCG). Um 19 Uhr heißt es „Adorando em Português: o idioma dos céus“ mit der Portugiesisch sprechenden adventistischen Gemeinde Igreja Adventista do Sétimo Dia de Lingua Portuguesa (IASD). Um 20 Uhr gibt es einen „Blick ins All – Weltraumbilder und mehr“ der Adventgemeinde Leben im Zentrum. Um 21 Uhr folgt „Take a break – Sabbath Expierience for Everyone“ der englischsprachigen adventistischen Gemeinde Rhein-Main International Seventh-day Adventist Church (ISAC). Das Quizprogramm „Gottes Liebe entdecken“ gestaltet um 22 Uhr die FCG. Um 23 Uhr beschließen alle vier Gemeinden die „Nacht der Kirchen“ mit dem Beitrag „Gelebte bunte Vielfalt“.

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Grün-rote Landesregierung will freikirchlichen SWR-Rundfunkrat abschaffen

In Baden-Württemberg mehr freikirchliche und orthodoxe Christen als erwartet

Stuttgart/Baden-Baden, 17.06.2013/APD   Überraschendes Ergebnis des Zensus 2011: Über 800.000 Menschen in Baden-Württemberg gehören evangelischen Freikirchen oder orthodoxen Kirchen an. Darauf weist Alfred Mignon, Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche, hin.

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat im Mai den Entwurf des neuen SWR-Staatsvertrages beschlossen. Er sieht vor, dass die Freikirchen ihren Sitz im Rundfunkrat des Südwestrundfunks (SWR) verlieren sollen. Stattdessen erhalten Gewerkschaften und Vertreter von Naturschutz-, Islam- und Migrantenverbänden zusätzliche Sitze. Seit Gründung des Süddeutschen Rundfunks (SDR) nach dem 2. Weltkrieg, einer Vorgängeranstalt des heutigen SWR, verfügten die kleineren christlichen Glaubensgemeinschaften in dessen Rundfunkrat über eine eigenständige Vertretung, die 2015 enden solle, berichtete Mignon.

Vertreter zahlreicher Kirchen und Gemeinschaften hätten sich in den letzten Monaten an Ministerpräsident Winfried Kretschmann sowie an sein Staatsministerium gewandt und den Ausschluss der kleineren Kirchen aus der öffentlichen Mitverantwortung heftig kritisiert. Die umfangreichen Petitionen und Argumente hätten bei den Regierenden im Südweststaat jedoch kein Gehör gefunden. Adventisten, Alt-Katholiken, Baptisten und Brüdergemeinden, Freie evangelische Gemeinden, Methodisten, Neuapostolische, Orthodoxe sowie weitere kleine Kirchen beziehungsweise christliche Gemeinschaften seien künftig im SWR-Rundfunkrat ohne Stimme.

Vor Beginn der parlamentarischen Beratungen im Landtag bekämen die kleineren Kirchen laut Mignon jetzt unerwartete Unterstützung vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg. Am 31. Mai 2013 wurden die ersten Ergebnisse des Zensus 2011 veröffentlicht. Nach dieser „Volkszählung“ mit dem Stichtag 9. Mai 2011 lebten in Baden-Württemberg 839.000 Personen (8,1 Prozent der Bevölkerung), die nach den Zensus-Befragungen entweder ausdrücklich einer evangelischen Freikirche oder einer orthodoxen Kirche angehörten. Das sei in der Summe mehr als doppelt so hoch wie bisher angenommen, und auch eine deutlich größere Zahl als die Werte für den Islam (549.000 Personen, 5,3 Prozent).

Der noch bis 2015 amtierende Vertreter der Freikirchen im SWR-Rundfunkrat, Bernd Friedrich, gehört zur Evangelisch-methodistischen Kirche. Er empfehle nun den Leitungsgremien der durch ihn repräsentierten Freikirchen und christlichen Gemeinschaften, beim Statistischen Landesamt Interesse an einer vertiefenden Sonderauswertung anzumelden. „Sie können selbst mit den Sachbearbeitern Frau Schaber und Herrn Athanassiou vom Statistischen Landesamt Kontakt aufnehmen und das Anliegen direkt unterstützen, da über die weitere Auswertung noch nicht abschließend entschieden wurde.“ Sehr wahrscheinlich sei Baden-Württemberg das Bundesland mit den meisten Menschen, die sich in zahlreichen kleineren Kirchen und christlichen Gemeinschaften engagierten.

Vertreter der betroffenen kleineren Kirchen gingen, so Friedrich, jetzt mit der grün-roten Landesregierung offensiv ins Gericht, denn diese hätte die nun bekannt gewordenen Zahlen bei der Neuzusammensetzung des SWR-Rundfunkrats auch kennen und berücksichtigen können. Immerhin sei das Statistische Landesamt Baden-Württemberg eine Landesbehörde im Geschäftsbereich des Finanzministeriums. Tatsächlich werde nach zahlreichen Kontakten zu verschiedenen Abgeordneten befürchtet, dass eine Mischung aus Unkenntnis und nicht genau eingrenzbaren Vorurteilen gegen kleine und möglicherweise auch konservative Kirchen in den grün-roten Regierungsfraktionen bestehe, die eine andere Abwägung bisher nicht möglich gemacht habe.

Durch den Abbau der rund zwölf Doppel- und Mehrfachvertretungen im Rundfunkrat wäre eine weitere Berücksichtigung der Freikirchen sachlich ohne weiteres möglich gewesen, so Bernd Friedrich, der im Hauptberuf als Stellvertretender Landrat im Rems-Murr-Kreis tätig ist.

Die Freikirchen müssten ihre Hoffnung aber noch nicht ganz aufgeben, im Landtag eine Änderung des Regierungsentwurfs zum SWR-Staatsvertrag zu erreichen. Christliche Gemeinden könnten auf ihre örtlichen Landtagsabgeordneten zugehen und sie bitten, dem Vorhaben nicht zuzustimmen. Der Jurist und frühere freikirchliche Radiomacher Bernd Friedrich erläuterte, die Landesregierung setze für über 800.000 Menschen in den orthodoxen und freikirchlichen Gemeinden ein völlig falsches Signal gegen Bürgerbeteiligung, Ehrenamt sowie kleine Kirchen und christliche Gemeinschaften. Es spreche vieles dafür, dies im Gesetzgebungsverfahren zu korrigieren.

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John Lennox, "Gott im Fadenkreuz"

John Lennox, „Gott im Fadenkreuz. Warum der neue Atheismus nicht trifft“, SCM R. Brockhaus, Witten, 2013, 318 Seiten, gebunden, 19,95 Euro, ISBN 978-3-417-26535-4.

Ostfildern, 16.06.2013/APD   Der bekannte Oxforder Mathematiker John Lennox gibt dem neuen Atheismus in seiner Argumentation keine wirkliche Chance, wenn er schreibt: „Der Atheismus hat keine Antwort auf den Tod, keine letzte Hoffnung zu spenden. Er ist eine leere und sterile Weltanschauung, die uns in einem geschlossenen Universum zurücklässt, das irgendwann die letzte Spur unserer Existenz verbrennen wird. Der Atheismus ist im wörtlichen Sinn eine hoffnungslose Philosophie. Seine Geschichte endet im Grab. Doch die Auferstehung Jesu öffnet die Tür zu einer größeren Geschichte. Es liegt an jedem Einzelnen von uns zu entscheiden, ob sie die wahre Geschichte ist oder nicht.“

In neun Kapiteln befasst sich der namhafte Wissenschaftler mit dem neuen Atheismus. Er stellt sich unter anderem Fragen, wie „Sind Gott und Glaube Feinde von Verstand und Wissenschaft“, „Ist Glaube eine Wahnvorstellung?“, „Vergiftet die Religion alles?“, „Ist religiöse Erziehung Kindesmisshandlung?“, „Hat das Christentum etwas Gutes gebracht?“ und findet auf fundamentale Fragestellungen, wie „Vergiftet der Atheismus alles?“, „Können wir ohne Gott gut sein?“, „Ist der Gott der Bibel ein Despot?“, „Ist die Erlösung abstoßend?“, „Sind Wunder reine Fantasie?“ und „Ist Jesus von den Toten auferstanden?“ stets die passende Antwort. Die Lektüre ist leicht verständlich und für jedermann lesbar.

Dr. Wolfgang Tulaszewski
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"Glückskette" und ADRA Schweiz unterstützen Flüchtlinge aus Mali

Zürich/Schweiz, 14.06.2013/APD   Die „Glückskette“ und die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz unterstützen 550 Flüchtlingsfamilien aus Mali, die im Norden Nigers bei einheimischen Familien untergebracht seien, mit Lebensmitteln, wie Reis und Mais, sowie mit Hygiene-Artikeln, teilte das Hilfswerk mit. Gleichzeitig werde Holzkohle für die Nahrungszubereitung verteilt, um die weitere Abholzung der wüstenartigen Zone zu vermeiden. Die Hilfe sei Dank der Finanzierung von anderen Landesbüros aus dem ADRA-Netzwerk um 450 Familien erweitert worden, sodass nun 1.000 Flüchtlingsfamilien aus Mali in Niger unterstützt würden.

Laut ADRA tobten die Kämpfe in Mali zwischen Islamisten und Regierungstruppen im Norden und Osten des Landes weiter. Damit bleibe die humanitäre Lage im Konfliktgebiet weiterhin prekär. Es werde von 430.000 Vertriebenen ausgegangen, wobei 170.000 ins nahe Ausland geflohen seien. Aufgrund der andauernden Unsicherheit im Norden und Osten Malis sei im Moment eine Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Heimat nicht möglich. Die nach Osten geflohenen Malier hätten bei Familien in Niger Unterkunft gefunden. Die anhaltende Dürre in der Sahelzone schwäche aber deren Lebensgrundlage. Zudem würden mit der Aufnahme der Flüchtlinge die kaum vorhandenen Ressourcen noch weiter ausgedünnt, da die gastgebenden Familien in Niger keine Unterstützung erhielten, so das Hilfswerk.
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Neue Version der "Hope Channel“ App

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 13.06.2013/APD   Das Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt bietet eine neue Version der „Hope Channel“ App an, die für iPhones und iPads optimiert wurde. Wie Birgit Kiepe, Mitarbeiterin des Medienzentrums, mitteilte, sei eine wichtige Neuerung die Mediathek, in der Sendungen nun unterwegs und jederzeit für den Nutzer abrufbar seien. Als erster christlicher Fernsehsender in Deutschland stelle der „Hope Channel“ somit fast alle Inhalte mobil zur Verfügung. Wie bisher seien der Live-Stream und eine Übersicht des Fernsehprogramms vorhanden. Neben dem deutschen HOPE Channel wären weitere Kanäle aus der weltweiten Fernsehfamilie des „Hope Channels“ in der App enthalten.

Die Vollversion könne für 0,89 Euro im App-Store unter https://itunes.apple.com/de/app/hope-channel/id373523568 erworben werden. Weiterhin werde auch eine kostenlose Version der App mit reduziertem Funktionsumfang unter https://itunes.apple.com/de/app/hope-channel-free/id638411637 angeboten. Bei der kostenlosen Version könne jeweils nur der neueste Beitrag einer Serie in der Mediathek angeschaut werden. Neben der iOS-Version für das iPhone und iPad gebe es unter https://play.google.com/store/apps/developer?id=Stimme+der+Hoffnung außerdem eine Android-Version.

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"Nacht der Kirchen" in Chemnitz

Chemnitz, 12.06.2013/APD   Zur „Nacht der Kirchen 2013“ öffnen in Chemnitz am 14. Juni ab 20 Uhr 24 Gotteshäuser ihre Pforten für interessierte Besucher. Darunter befindet sich auch das Adventhaus der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Hans-Sachs-Straße 9. Um 20 Uhr wird unter dem Motto „Alte Choräle in neuem Gewand“ Traditionelles von Ralf Schiller & Friends neu zu Gehör gebracht. Um 21 Uhr heißt es „Schabbat Schalom – Besinnliches zum Ende der Woche“. Um 22 Uhr folgen weitere Choräle in neuem Gewand. Das Programmheft mit den Veranstaltungen aller beteiligten Kirchen kann im Internet unter www.nacht-der-kirchen-chemnitz.de heruntergeladen werden.

Die adventistische Gemeinde Chemnitz lädt am 23. Juni von 10 bis 16:30 Uhr auch zu ihrem diesjährigen Kindertag in die Begegnungs- und Freizeitstätte „Waldpark“ der Freikirche in Leubsdorf-Hohenfichte bei Chemnitz ein. Auf dem Programm stehen unter anderem Seilkunde, Spiele und ein Lagerfeuer mit Stockbrot.
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Samstags schulfrei für adventistische Gymnasiasten in Kenia

Nairobi/Kenia, 11.06.2013/APD   Der Oberste Gerichtshof Kenias hat eine einstweilige Verfügung erlassen, wonach adventistische Schüler von Unterricht und Prüfungen an öffentlichen Gymnasien am Samstag befreit seien, wie Adventist News Network (ANN) berichtete. Die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten feiert den Samstag (Sabbat) als biblischen Ruhetag.

Die adventistische Kirchenleitung in Kenia habe den Prozess 2012 nach umfangreichen, erfolglosen bilateralen Verhandlungen mit den Leitern von 26 öffentlichen Schulen und dem Kultusministerium angestrengt, welche den adventistischen Schülern die verfassungsmäßigen Rechte zur freien Religionsausübung nicht gewährt hätten, sagte Samuel Makori, Exekutivsekretär der kenianischen Kirchenleitung.

Das Urteil von Richter Isaac Lenaola sei eine „historische Entscheidung“, da es nicht nur ein Verfassungsrecht betreffe, sondern auch das Menschenrecht der Religionsfreiheit, schreibt „Standard Digital“.

Mehrere adventistische Schüler an öffentlichen Schulen seien von den Klassen suspendiert worden, weil sie am Samstag nicht am Unterricht teilgenommen oder keine Examen geschrieben hätten, erläuterte Samuel Makori gegenüber „Standard Digital“. Die Freikirche habe laut Makori die Prozesskosten der Schüler übernommen, um ihnen Gerechtigkeit zu verschaffen.

„Als kenianische Kirchenleiter sind wir zufrieden mit der Gerichtsverhandlung und dem Urteil. Die Lehrer und Schulleiter werden in Zukunft die Verfassung respektieren und den adventistischen Gymnasiasten an öffentlichen Schulen den Zugang nicht mehr verweigern, sondern so zugänglich machen, wie ihn die Regierung allen Kenianern gewähren will“, sagte Samuel Makori.

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten Kenia hat in Kenia 716.000 erwachsen getaufte Mitglieder, die an 4.523 Orten Gottesdienst feiern. Sie unterhält dort zwei Krankenhäuser, 34 Kliniken, eine Hochschule, sechs Gymnasien, eine Grundschule und einen Verlag.

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Erste Hilfsmaßnahmen von ADRA Österreich nach der Flut

Wien/Österreich, 11.06.2013/APD   Auch in Österreich hat das Hochwasser im Donaugebiet sowie in den Bundesländern Salzburg und Oberösterreich ganze Landstriche überflutet. Als erste Maßnahme organisierte die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich am 9. Juni einen Einsatz in Klosterneuburg im niederösterreichischen Bezirk Wien-Umgebung. 20 freiwillige ADRA-Helfer beteiligten sich an den Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser. Im Bundesland Salzburg unterstützen ADRA-Helfer eine Familie, deren neues Haus immer feuchter werde, da sie noch nicht die Isolierung und den Verputz hätte fertigstellen können. Zwei Wochen lang arbeiteten nun die Helfer an der Fassade des Hauses, um den Wohnraum für die Familie zu sichern. ADRA Österreich bittet um Spenden für die Flutopfer.

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US-Studie stellt fest: Vegetarier leben länger

Silver Spring, Maryland/USA, 10.06.2013/APD   Menschen, die sich vegetarisch ernährten, lebten länger als jene, die auch Fleisch essen, stellte eine Studie fest, für die ursprünglich insgesamt mehr als 96.000 Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika seit 2002 eingeschrieben waren. Davon wurden über 73.000 ausgewertet. Gemäß der am 5. Juni in der Zeitschrift der amerikanischen Ärztevereinigung „JAMA Internal Medicine“ (JAMA Innere Medizin) publizierten Studie habe es bei Vegetariern im sechsjährigen Forschungszeitraum zwölf Prozent weniger Todesfälle gegeben, wie Adventist News Network (ANN) meldete.

In die jetzige Studie, welche vom „National Institute of Health“ der Vereinigten Staaten finanziert und von Forschern der Loma Linda Universität, einer adventistischen Institution in Südkalifornien, durchgeführt worden war, wurden entsprechend den Einschlusskriterien 73.308 Adventisten aufgenommen, die den Empfehlungen ihrer Kirche für eine pflanzliche Ernährung in unterschiedlichem Ausmaß folgten. Von den Studienteilnehmern waren 5.548 Veganer, 21.177 Lacto-Ovo-Vegetarier, sie essen auch Molkereiprodukte und Eier, 7.194 Pesco-Vegetarier, die auch Fisch zu sich nehmen, 4.031 Semi-Vegetarier mit seltenem Fleischkonsum und 35.358 Nichtvegetarier mit regelmäßigem Fleischgenuss.

Im Einzelnen gab es im Vergleich zu Nichtvegetariern bei den Veganern 15 Prozent, bei den Lacto-Ovo-Vegetariern neun Prozent , bei den Pesco-Vegetariern 19 Prozent, und den Semi-Vegetariern acht Prozent weniger Todesfälle. Signifikant vermindert war die Sterblichkeit an kardiovaskulären, an nicht gefäßbedingten und nicht krebsbedingten Ereignissen sowie die Sterblichkeit durch Nierenerkrankungen und endokrine Erkrankungen, wie zum Beispiel der Schilddrüse, der Bauchspeicheldrüse oder der Nebennieren.

Laut „Wall Street Journal“ vom 6. Juni scheine allerdings die pflanzliche Ernährung keinen Einfluss auf die Sterblichkeit durch Krebserkrankungen zu haben, da Vegetarier und Nichtvegetarier in gleichem Maße im Untersuchungszeitraum von Krebserkrankungen betroffen gewesen seien. Schließlich mache eine vegetarische Kost diese nicht automatisch gesund. Nur das Fleisch weg zu lassen, bedeute noch lange nicht, sich gesund zu ernähren. Frittierte Lebensmittel, wie zum Beispiel eine vegetarische Frühlingsrolle, hätten einen hohen Fettanteil und viele Kalorien. Auch seien einige Fleischsorten gesünder als andere.

Außerdem schien die Kalorienzufuhr keinen Einfluss zu haben. Die unterschiedlichen Teilnehmergruppen hätten generell täglich etwa dieselbe Kalorienmenge verbraucht. Daher meinten die Forscher, dass die positiven Studienergebnisse nicht im Zusammenhang mit der Kalorienaufnahme stünden.

Gemäß Dr. Orlich hätten die Forscher herausgefunden, dass die gesundheitlichen Vorteile einer vegetarischen Ernährung für Männer größer seien als für Frauen. Die Ursachen dafür wären aber nicht bekannt. In künftigen Studien würden die geschlechtsspezifischen Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel untersucht.

„Die Leute sollten diese Ergebnisse berücksichtigen, wenn sie Entscheidungen zur Ernährung treffen“, sagte Dr. Michael Orlich, leitender Autor der Studie, laut „Bloomberg News“. Die Resultate bestätigten die gesundheitlichen Vorteile der vegetarischen Ernährung gegenüber der nicht-vegetarischen, da sie eine längere Lebenszeit ermögliche. Das Studienergebnis sei umso wertvoller, da es sich generell um Probanden handele, die durchweg kaum Alkohol oder Tabak konsumiert hätten, so Dr. Orlich, Leiter der präventivmedizinischen Abteilung an der medizinischen Fakultät der Loma Linda Universität.

„Immer mehr Menschen sehen heute, dass unsere 150-jährigen Prinzipien wissenschaftlich bestätigt werden“, sagte Dr. Kathleen Kuntaraf, stellvertretende Direktorin der Gesundheitsabteilung der adventistischen Weltkirche in Silver Spring, Maryland/USA.

Siebenten-Tags-Adventisten empfehlen schon seit langem eine vegetarische Ernährung. Der Gründer der Loma Linda School für Public Health (Gesundheitswissenschaft), Dr. Mervyn G. Hardinge, überwand Widerstände in Fachkreisen während der 1940er Jahre mit einer wegweisenden Studie über die Vorteile der vegetarischen Ernährung. Er entdeckte dabei, dass eine solche Diät ausreichend Protein enthalte und weitere Vorteile böte.
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ADRA führt zwei Freiwilligenwochen in der Schweiz durch

Zürich/Schweiz, 09.06.2013/APD   Die Anzahl der Anmeldungen für die Freiwilligenwoche in der Schweiz sei diesmal so groß gewesen, dass die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz vom 18. bis 23. August zwei Einsätze durchführen könne, teilte das Hilfswerk mit.

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) kläre die Bedürfnisse sowie die wirtschaftliche und finanzielle Situation der Bauernfamilien ab und schlage ADRA Schweiz jeweils ein Projekt für die jährliche Freiwilligenwoche vor, an der sich mehr als 20 Frauen und Männer beteiligten.

Nach Angaben des Hilfswerks werde die erste Freiwilligengruppe einer Bauernfamilie mit zwei kleinen Kindern in Eriz bei Steffisburg/Kanton Bern bei der Sanierung des 200-jährigen Wohnhauses helfen. Die Familie sei wegen der feuchten Wände in einen Wohncontainer umgezogen, der aber bei einem Unwetter stark beschädigt worden wäre. Dank der SAB habe im Wohnhaus eine neue Heizung eingebaut werden können. Die Freiwilligen sollten in der Einsatzwoche ein Schlaf- sowie das Badezimmer und die Wohnstube bewohnbar machen.

Die zweite Freiwilligengruppe solle laut ADRA Schweiz in Hergiswil/Kanton Luzern einer Bauernfamilie mit fünf Töchtern gemäß den neuen Verordnungen beim Bau eines „Mutterkuhstalls“ helfen. Auch dieses Projekt werde in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft
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Hochwasserschäden auch bei Adventisten

Berlin/Hannover/München, 07.06.2013/APD   Das Hochwasser in Ostdeutschland hat auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nicht verschont. Wie Pastor Simon Krautschick (Berlin), Sekretär (Geschäftsführer) der Freikirche in Berlin und Mitteldeutschland, mitteilte, wurde in der sächsischen Stadt Grimma das dortige adventistische Gemeindezentrum in Mitleidenschaft gezogen. Das Wasser habe den Gottesdienstsaal im Erdgeschoss überschwemmt, wäre jedoch kurz vor der ersten Etage zum Stillstand gekommen, sodass die Pastorenwohnung trocken geblieben sei. Der örtliche Seelsorger Armin Richter habe mit seiner Familie zeitweilig Unterschlupf in den Jugendräumen der benachbarten Adventgemeinde Bad Lausick gefunden. Inzwischen hätten freiwillige Helfer aus Grimma und benachbarten Adventgemeinden das Gemeindezentrum gesäubert.

In Crimmitschau im Landkreis Zwickau sei der Keller des dortigen Gemeindezentrums überflutet worden, so Krautschick. Die darüber liegenden Gottesdiensräume wären jedoch trocken geblieben. Das adventistische Freizeit- und Begegnungszentrum „Waldpark“ in Leubsdorf/Landkreis Mittelsachsen sei verschont worden. Ein Schott vor dem Tor im Kellergeschoss und drei leistungsstarke Pumpen hätten verhindert, dass der Keller voll Wasser lief. Allerdings gebe es Schäden auf dem Gelände. Das Adventhaus Leipzig sei nicht betroffen, da ein unmittelbar hinter dem Gebäude liegender Kanal hätte reguliert werden können. Auch die Adventgemeinde Weimar sei verschont worden. Das Wasser hätte zwar an der Hausrückwand der Kapelle gestanden, doch die Feuerwehr habe mehrere Pumpen in einem Schacht im Erdgeschoss installiert, sodass es zu keiner Flutung des Gebäudes gekommen wäre.

Laut dem Vorsitzenden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Pastor Johannes Naether (Hannover), hätten in den süd- und ostdeutschen Hochwassergebieten auch Adventisten an ihren Häusern und Wohnungen Schäden erlitten. Um ihnen zu helfen, habe die Freikirchenleitung alle Adventisten in der Bundesrepublik zu Spenden aufgerufen. Naether erinnerte daran, dass beim „Jahrhundert-Hochwasser“ von 2002 solch ein Aufruf über 500.000 Euro erbracht habe, die nach festen Kriterien an betroffene Mitglieder verteilt worden seien. Gleichzeitig habe auch die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland um Spenden gebeten. ADRA helfe Bedürftigen ohne Berücksichtigung einer bestimmten Konfession.

„Unsere Pastoren in den Flutgebieten änderten daraufhin ihre Arbeitsplanung“, berichtete Simon Krautschick. „Ihre erste Priorität gelten den betroffenen Menschen in ihren Gemeinden. Sie fassten beim Kellerausräumen mit an, organisierten Hilfe untern den Mitgliedern und machten Mut.“ Sie würden jetzt auch Anträge auf Fluthilfe entgegennehmen und für eine sachgerechte Verteilung der Spenden von Adventisten sorgen.

Auch in Bayern hätten Adventisten Schäden durch das Hochwasser erlitten, teilte der Sekretär der Freikirche in Bayern, Pastor Stefan Rebensburg (München), mit. Gemeindezentren, etwa in Rosenheim, Passau und Deggendorf, seien jedoch von der Flut verschont worden.
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Sehbehinderter wird in Jamaika zum Senatspräsidenten gewählt

Kingston/Jamaika, 06.06.2013/APD   Floyd Morris (44) wurde zum Präsidenten des jamaikanischen Senats, dem Oberhaus des Parlaments, vereidigt und ist damit der erste blinde Senatspräsident im Staat. Morris gehört zur Kirche der Siebenten-Tags-Adventist und sei auf der Karibikinsel durch sein Engagement für Menschen mit Behinderungen bekannt, wie Adventist News Network (ANN) mitteilte.

In seiner Ansprache zur Vereidigung, habe Morris aus dem alttestamentlichen Propheten Micha 6,8 zitiert: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten, Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“

Die Richtung, die sein Leben nehmen sollte, sei ihm während Jahren unklar gewesen, sagte Floyd Morris in einem Interview nach der Vereidigungszeremonie. Er erachte deshalb seine Wahl als Ausdruck der Treue und Führung Gottes.

„Ich habe immer Senator Morris‘ starkes Engagement für Ethik, Disziplin und prinzipientreues Verhalten bewundert“ sagte Jamaikas Premierministerin, Portia Simpson-Miller. „Ich denke, dass der Senat enorm von seiner Führung profitieren wird und ich habe keinen Zweifel, dass er auch weiterhin eine Inspiration für viele sein wird, hier in Jamaika aber auch auf der ganzen Welt“, so Simpson-Miller.

Mit 17 sei bei Morris der grüne Star (Glaukom) diagnostiziert worden und mit 23 wäre er völlig erblindet. Mit Hilfe der jamaikanischen Gesellschaft für Blinde hätte er gelernt Brailleschrift zu lesen und zu schreiben, so ANN. Er habe einen Bachelor-Abschluss in Massenkommunikation, einen Master-Abschluss in Politikwissenschaft und bereite sich auf seine Promotion in politischer Kommunikation vor. Morris moderiere das Radioprogramm „Aus einer anderen Perspektive sehen“, jogge jeden Arbeitstag mit Hilfe seines Fahrers und sei 1998 Jamaikas erster blinder Senator geworden, so ANN. Eines der Hauptziele in diesem Amtsjahr sei die Verabschiedung des nationalen Gesetzes für Menschen mit Behinderungen, für das er sich seit 1998 eingesetzt habe.

Die 270.000 Siebenten-Tags-Adventisten in Jamaika, rund zehn Prozent der Bevölkerung, freuten sich über die Wahl von Floyd Morris, berichtete Pastor Everett Brown, Präsident der Kirche im Inselstaat. Adventisten leisteten wichtige Beiträge in Wirtschaft und Regierung des Landes, so sei Sir Patrick Allen, ein weiterer Adventist und Generalgouverneur des Inselstaates.

Knapp zwei Drittel der 2,8 Millionen Einwohner Jamaikas sind Protestanten. Die Adventisten feiern in 624 Gemeinden den Gottesdienst. Die Kirche unterhält 17 Grundschulen, sieben weiterführende Schulen, eine Universität, ein Krankenhaus und drei Kliniken.
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ADRA startet Hilfsmaßnahmen in Überschwemmungsgebieten

Weiterstadt bei Darmstadt, 05.06.2013/APD   Gemeinsam mit ihren Partnern vor Ort leitet die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland erste Hilfsmaßnahmen in den Überschwemmungsgebieten Ostdeutschlands ein. Gegenwärtig würden die 200 Trocknungsanlagen für den Einsatz vorbereitet. Nach Abfluss der Wassermassen könne ADRA die Gebäudetrockner einsetzen. Geplant sei der Einsatz in den Haushalten für jeweils zwei Monate. Begleitet würden die ADRA-Hilfsmaßnahmen durch ihre Regionalkoordinatorin Anja Emrich. Sie besucht die betroffenen Gebiete, um sich ein Bild von der Situation zu machen und Hilfsmaßnahmen einzuleiten. Der Einsatz eines Trocknergerätes koste ADRA zehn Euro pro Tag. Das Hilfswerk bittet um Spenden.
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Hongkongs Regierung finanziert Erdbebenhilfe von ADRA China

Hongkong/Volksrepublik China, 05.06.2013/APD   Die Regierung von Hongkong, Sonderverwaltungszone im Süden der Volksrepublik China, habe der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA China 2,5 Millionen Hongkong-Dollar (250.000 Euro) für die Erdbebenhilfe in der chinesischen Stadt Ya’an, Provinz Sichuan, zur Verfügung gestellt, wie das Hilfswerk mitteilte.

Das Erdbeben vom 20. April mit der Stärke 7 habe nach Angaben von ADRA China mehr als 200 Tote und 12.000 Verletzte gefordert. Laut Nachrichtenagentur Xinhua seien 1,7 Millionen Menschen betroffen worden. Über 2.200 Nachbeben in den Folgetagen hätten die Bevölkerung verängstigt, schwere Schäden verursacht sowie die Rettungsarbeiten stark behindert.

Das Komitee für Katastrophenhilfe der Hongkonger Regierung teilte mit, dass es die Erdbebenhilfe und die Wiederaufbaubemühungen der Provinzregierung von Sichuan mit insgesamt 100 Millionen Hongkong Dollar (10 Millionen Euro) unterstütze.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA China wurde 1996 gegründet. Sie hilft, unabhängig von politischer oder religiöser Ausrichtung, Alter, Geschlecht oder Rasse, und ist in der Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe in der Volksrepublik China tätig. Die Hilfsorganisation pflegt Kontakte zum weltweiten ADRA Netzwerk mit rund 120 Länderbüros. Die Projekte von ADRA China beziehen örtliche Behörden sowie Armutsbetroffene in partnerschaftlicher Weise mit ein, um gerechtere und nachhaltigere Verhältnisse zu schaffen. Von 2007 bis 2010 kam die Arbeit des Hilfswerkes rund 250.000 Bedürftigen zugute.

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Erster europäischer Gesundheitskongress der Adventisten

Bern/Schweiz, 04.06.2013/APD   Am ersten europäischen Gesundheitskongress der Siebenten-Tags-Adventisten in Prag nahmen 600 Personen aus 40 überwiegend europäischen Ländern teil, wie die Organisatoren der drei europäischen Kirchenleitungen mit Sitz in Bern, St. Albans bei London und Moskau mitteilten. Ärzte, Vertreter von Hochschulen, Pflege- sowie medizinisches Fachpersonal, Seelsorger und am Thema Interessierte hätten Vorträge oder Workshops zu 50 Themen besuchen können.

Das Thema der Konferenz „Heilung“ beziehe sich nicht nur auf die körperliche Gesundheit, sagte Dr. Allan Handysides, Leiter der Gesundheitsabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung. „Es gibt einen großen Unterschied zwischen der Heilung einer Krankheit und der Heilung eines Kranken. Letzteres betrifft nicht nur den physischen Aspekt, sondern auch den geistigen, emotionalen und geistlichen Zustand sowie die Tatsache, dass dies miteinander nicht immer im Einklang ist“, so Handysides.

Heilung sei der zentrale Auftrag Jesu an seine Jünger und könne vor allem durch die Wiederherstellung zerbrochener Beziehungen angestrebt werden, heißt es in der Medienmitteilung der Kirche. Die Bildung von Gemeinschaft wäre einer der Wege, um dieses Ziel zu erreichen. Der bedeutendste Ausdruck des Glaubens sei es, menschliche Schwäche zu akzeptieren und einander zu dienen.
„Unsere Kirche und ihre Mitglieder haben durch ihr Verständnis einer gesunden Lebensweise profitiert“, so ein Teilnehmer. „Es ist offensichtlich, dass uns diese Einsichten über Gesundheit nicht gegeben wurden, um uns zu sektiererischen Extremisten zu machen, sondern um uns zu helfen, ein besseres Leben zu führen. Eine Existenz, die wir von Gott geschenkt bekommen haben, um Freude und Leid miteinander zu teilen.“

Pastor Ted Wilson, Präsident der adventistischen Weltkirchenleitung, betonte den Auftrag der adventistischen Kirche, vor allem den Menschen in den großen Städten zu dienen. Er hob hervor, dass die Botschaft einer gesunden Lebensweise der „rechte Arm“ des Evangeliums sei, nicht das Evangelium selbst.

In einem Gottesdienst sagte Daniel Duda, Abteilungsleiter für Bildung der Adventisten in Nord- und Südosteuropa, in seiner Predigt über die Heilung des Blindgeborenen durch Jesus, dass seine Jünger, die Nachbarn des Blinden, dessen Eltern sowie die Pharisäer eine geistliche Heilung nötig gehabt hätten. „Auch wir brauchen eine Heilung unserer geistlichen Wahrnehmung, denn keiner sieht die Menschen so, wie Gott sie sieht“, betonte der Pastor. Der Blinde sei nicht nur geheilt, sondern wieder in die Gemeinschaft integriert worden, und das wäre viel wichtiger, als sich gesund zu ernähren. „Besser einen Schokoriegel mit Freunden essen, als allein vor seinem Brokkoli- Gemüse zu sitzen“, so Duda.

Der zweite europäische Gesundheitskongress der Siebenten-Tags-Adventisten wird voraussichtlich vom 7. bis12. Juli 2014 in Genf stattfinden.

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Schweizer Komiker unterstützen äthiopische Waisenkinder

Zürich/Schweiz, 03.06.2013/APD   Die Schweizer Komiker Peach Weber, Linaz und das Comedey-Duo „Full House“ unterstützen das Waisenkinderprojekt in Wukro im Norden von Äthiopien. Sie treten bei der Benefizveranstaltung am 13. Juni im Bernhard Theater in Zürich ohne Gage auf.

Im Kinderdorf Elshadai in Wukro leben über 160 Kriegs- und HIV/AIDS- Waisenkinder, wie das Hilfswerk ADRA Schweiz mitteilte. Eine schweizerische Freiwilligengruppe habe 2010 im Kinderdorf einen Speisesaal gebaut. Einige der Freiwilligen engagierten sich in der Schweiz weiterhin ehrenamtlich für die Waisenkinder. Sie organisierten Benefiz- und Wohltätigkeitsveranstaltungen, wie den Abend mit Peach Weber, Linaz und das Duo „Full House“. Die Organisatoren erwarteten „einen Comedy-Abend der Extraklasse“.

Die eingehenden Mittel würden laut der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz im Gemüseanbau und in der Landwirtschaft des Waisenhauses eingesetzt. Dadurch solle der Kinderdorfleitung ermöglicht werden zusätzliche Einnahmen zu erwirtschaften, um so einen weiteren Schritt in Richtung finanzielle Unabhängigkeit zu gehen.

Eintrittskarten und Platzreservierung für den Comedy-Abend unter: info@wukrokinder.ch

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Schulsachen für 2.850 Flüchtlingskinder in Jordanien

Wien/Österreich, 02.06.2013/APD   Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich plant, 2.850 syrischen Flüchtlingskindern im Alter von sechs bis 14 Jahren in Amman die wichtigsten Schulsachen zur Verfügung zu stellen. In Jordanien seien mittlerweile über eine halbe Million Bürgerkriegsflüchtlinge registriert. „36 Prozent von ihnen sind Schulkinder“, so ADRA. Sie würden gern täglich ein paar Stunden die Schule besuchen, um zu einem teilweise geregelten Tagesablauf zu finden und dem tristen Flüchtlingsalltag zu entfliehen. In Jordanien könnten registrierte Flüchtlingskinder eine öffentliche Schule besuchen. Doch sie müssten eine Schuluniform tragen sowie eine Schultasche samt Unterrichts- und Schreibmaterialien besitzen. Hätten sie dies nicht, werde ihnen der Schulbesuch untersagt. Für viele Familien sei der Kauf dieser Schulsachen nicht möglich, da sie ihre Ersparnisse für überlebensnotwendige Dinge benötigten.

Ein Paket mit Schuluniform, Schultasche und Unterrichtsmaterialien koste für ein Kind 35 Euro. ADRA Österreich suche für dieses Projekt Spender.
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