Weltweit über 18 Millionen Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA, 30.12.2013/APD   Nach Angaben der Abteilung „Archiv, Statistik und Forschung“ der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten hätten am 30. September 18.028.796 Personen zur Kirche gehört. Es werde geschätzt, dass an den wöchentlichen Gottesdiensten am Samstag, (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, weltweit 25 bis 30 Millionen Frauen, Männer und Kinder teilnehmen würden. Die Kirche taufe keine Säuglinge und zähle Kinder oder ungetaufte Gottesdienstbesucher nicht als Mitglieder, was die Differenz der Zahlen erkläre.

Im Durchschnitt würden sich pro Tag 3.052 Personen der Kirche anschließen, erläuterte G. T. Ng, Generalsekretär der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, das Mitgliederwachstum.

„In einer Zeit, wo weltweit viele Religionsgemeinschaften stagnieren, freut uns dieses Wachstum“, kommentierte David Trim, Direktor der Abteilung Archiv, Statistik, und Forschung die Zahlen. „Wir danken Gott, dass trotz politischer Unterdrückung, religiöser Verfolgung, zunehmender Säkularisierung und wachsendem Materialismus unsere Kirche, die Hoffnung und Ganzheitlichkeit betont, weiterhin wächst und diesen statistischen Meilenstein erreicht hat.“

Adventisten weltweit
Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten wurde 1863 in den USA gegründet. Sie unterhält gegenwärtig weltweit 112 Hochschulen und Universitäten, rund 1.900 höhere und 6.000 Grundschulen mit mehr als 1,75 Millionen Schülern oder Studenten. Die medizinischen Einrichtungen der Kirche umfassen 172 Krankenhäuser sowie 238 Kliniken und Sanitätsstationen, in denen jährlich 16 Millionen Menschen behandelt werden. Zum humanitären Engagement der Kirche gehört auch die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA mit Büros in 120 Ländern. Deren Projekte mit einer Gesamtsumme von 204 Millionen Euro kamen 2011 mehr als 20 Millionen Menschen zugute. ADRA gewähre Hilfe unabhängig von politischer sowie religiöser Anschauung oder ethnischer Herkunft.
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Integration syrischer Flüchtlingskinder in jordanische Schulen

Zürich/Schweiz, 29.01.2014/APD   Mitte Dezember lebten laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) 567.000 Flüchtlinge aus Syrien in Jordanien. Davon seien 302.000 Kinder unter 18 Jahren, die oft wegen des Bürgerkriegs zwei Schuljahre verpasst hätten. Von den syrischen Flüchtlingskindern im Libanon und in Jordanien würden 70.000 Kinder in Familien ohne Vater aufwachsen, 3.700 seien ganz auf sich allein gestellt, und viele hätten keinen Zugang zur Bildung. Schlecht ausgebildete Kinder würden schon früh zu Hauptverdienern ihrer Familien, was Langzeitfolgen für ihr weiteres Leben als Unausgebildete habe.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz hat in Jordanien mit Partnerorganisationen ein Projekt im Rahmen von 105.000 Franken (86.000 Euro) gestartet, bei dem 3.615 syrische sowie jordanische Kinder die notwendige Ausrüstung, wie Schultaschen und Schreibmaterial, erhalten, teilte das Hilfswerk mit. Damit solle den Kindern die Möglichkeit geboten werden, sich ins jordanische Bildungssystem einzugliedern. Um jordanische Kinder nicht zu benachteiligen, würden sie zu 40 Prozent auch ins Projekt einbezogen. Die jordanische Infrastruktur sei durch die Flüchtlinge bis an die Grenzen belastet, was der einheimischen Bevölkerung zu schaffen mache, so das Hilfswerk.

Die Projektpartner von ADRA Schweiz sind das jordanische Ministerium für Bildung, die Jordanische Haschemitische Wohlfahrtsorganisation (Jordanian Hashemite Charity Organization – JHCO) sowie ADRA Jordanien und ADRA Österreich.

2,3 Millionen syrische Flüchtlinge in der Region
Der Wintereinbruch im Nahen Osten verschärfe die humanitäre Krise, schreiben 36 Mitglieder von SIRF (Syria INGO Regional Forum), einer Koalition internationaler Nichtregierungsorganisationen anlässlich eines erneuten UN-Finanzierungsaufrufes an Geberländer für Syrien.

Die syrischen Flüchtlinge bildeten laut einer Mitteilung des Hilfswerks mittlerweile die zweitgrößte Flüchtlingspopulation der Welt. Mehr als 2,3 Millionen Syrer seien in den Libanon, nach Jordanien, die Türkei, den Irak, Ägypten und weitere Länder geflohen und kämpften dort ums Überleben. „Ohne die Gastfreundschaft der Nachbarländer wäre das Ausmaß der humanitären Krise noch verheerender“, betonte Steffen Horstmeier, Leiter der Syrien-Nothilfe von World Vision in Jordanien.

Spendenzusagen von Geldgebern sind noch keine Zahlungen
Die internationale Gemeinschaft müsse ihre Unterstützung für die Nothilfe in Syrien und in den umliegenden Ländern deutlich aufstocken, schreibt das Hilfswerk Oxfam in einer Medienmitteilung. Die im Juni geforderte Hilfe von 4,3 Milliarden Dollar sei lediglich zu 62 Prozent finanziert worden. „Das Geld wird dringend benötigt – ganz besonders angesichts des gerade hereinbrechenden, strengen Winters. Die Vereinten Nationen fragen nicht leichtfertig danach. Es ist an der Zeit, dass aus Zusagen von Geldgebern endlich Zahlungen werden“, forderte Robert Lindner von Oxfam Deutschland.

ADRA Schweiz
ADRA Schweiz (www.adra.ch) ist ein im Handelsregister eingetragener Verein und genießt Steuerfreiheit. Das Hilfswerk wurde von der schweizerischen Fachstelle für Spenden sammelnde, gemeinnützige Institutionen (ZEWO) zertifiziert. Das ZEWO-Gütesiegel steht für den zweckbestimmten und transparenten Umgang mit Spenden. ADRA Schweiz zählt zu den Partner-Hilfswerken der Schweizer Glückskette: http://www.glueckskette.ch
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Bert B. Beach, "Brückenbauer"

Bert B. Beach, „Brückenbauer. Memoiren eines einzigartigen Botschafters der Adventisten“, Advent-Verlag, Lüneburg, 2013, 256 Seiten, Paperback, 16,80 Euro, ISBN 978-3-8150-1936-8.

Ostfildern, 28.12.2013/APD   Die weltweit verbreitete amerikanische Zeitschrift „Adventist Review“ bezeichnete ihn als „Adventistischen Staatsmann“ (Ausgabe vom 8.11.2001) und schrieb: „Manchmal erkennt eine Gruppe nicht, was für einen Schatz sie in ihren Reihen hat.“ Damit ist der in der Schweiz geborene US-amerika-nische Theologe, Hochschullehrer und Kämpfer für Religionsfreiheit Bert Beverly Beach (85) gemeint.

Seine im vergangenen Jahr verlegte Biographie „Ambassador for Liberty“ (Review and Herald) ist gerade unter dem Titel „Brückenbauer“ im Advent-Verlag Lüneburg erschienen – eine wahrlich spannende Lektüre!

Sein bewegtes Leben führte ihn als Sohn US-amerikanischer Missionare von Gland in der Schweiz nach Paris, Bern, USA, Italien und England. Später bereiste er als Generalsekretär der „Internationalen Vereinigung für Religionsfreiheit“ (IRLA, bis 1995) und als Generalsekretär der „Weltweiten Christlichen emeinschaften“ (bis 2003) die ganze Welt.

Über sein spannendes persönliches und familiäres Leben berichtet Beach in den ersten 12 Kapiteln seiner Biographie. Im zweiten Teil des Buches (20 Kapitel) beschreibt er seine Arbeit: die Aufgaben, die er für die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten wahrnahm, seine Erlebnisse in Afrika, seine Reisen in die Sowjetunion, seinen Einsatz bei den Vereinten Nationen, die Audienzen bei verschiedenen Päpsten und auch seine Besuche in der DDR, ein Kapitel, das er extra für die deutschsprachige Ausgabe schrieb. Die letzten sieben Kapitel im dritten Teil sind so etwas wie ein geistliches Vermächtnis im Blick auf seinen Gott, seine Kirche und seine Lebensphilosophie. Weil die Kapitel recht kurz sind, sein Leben so spannend war und seine Schreibe sehr locker und humorvoll ist, ist diese Biographie eine kurzweilige Lektüre – zugleich voll tiefer Einsichten und Lebensweisheit.

Für seine Verdienste wurden Dr. Beach, er promovierte in Geschichte an der Sorbonne, Paris, zwei Ehrendoktorwürden und zahlreiche Orden und Ehrungen verliehen. In der Biographie schildert er seine Erlebnisse und sein Wirken sehr bescheiden. Man muss zwischen den Zeilen seiner Memoiren lesen, um die wahre Bedeutung und Tragweite seines Wirkens zu erkennen.

Elí Diez-Prida
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Rassismus, Diskriminierung, Intoleranz und Extremismus

Lehren aus Griechenland und Ungarn

Wien/Österreich, 27.12.2013/APD   Rassismus, Diskriminierung, Extremismus und Intoleranz stellten die Europäische Union gegenwärtig vor große Herausforderungen, heißt es in einem Bericht der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA), der am 20. Dezember publiziert wurde. Der Report präsentiere Ergebnisse der in Griechenland und Ungarn getroffenen Gegenmaßnahmen und zeige auf, welche Maßnahmen zielgerichtet und wirksam zur Bekämpfung des Extremismus in der gesamten EU eingeleitet werden müssten.

Starke Präsenz politischer Parteien mit extremistischer Ideologie
Die Veröffentlichung sei ein thematischer Lagebericht, in dem die starke parlamentarische Präsenz politischer Parteien mit einer extremistischen Ideologie beleuchtet werde, ein zurzeit in Griechenland und Ungarn anzutreffendes Phänomen, heißt es in der FRA-Medienmitteilung. Diese Ideologien richteten sich in Griechenland insbesondere gegen Migranten in einer irregulären Situation und in Ungarn gegen Roma und Juden. Diese Parteien bildeten selbst paramilitärische Organisationen, die rassistisch motivierte Gewalttaten verübten, oder Verbindungen zu solchen Organisationen unterhielten, so die Agentur.

In der EU und in ihren Mitgliedstaaten seien bereits strenge Rechtsvorschriften zur Bekämpfung von Rassismus, Intoleranz und Extremismus in Kraft. Es müssten aber weitere Anstrengungen unternommen werden, um deren wirksame Umsetzung sicherzustellen. Zudem seien auf lokaler Ebene zusätzliche Maßnahmen zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und des Vertrauens in die Polizei und in sonstige Strafverfolgungsbehörden erforderlich.

Das vorrangige Ziel des Berichts bestehe laut FRA darin, jene Hindernisse aufzuzeigen, welche der Bekämpfung von Rassismus und Intoleranz sowie der Wahrung der Grundrechte in der gesamten EU im Wege stünden. Das Schlusskapitel enthalte Vorschläge für die Mitgliedstaaten bei der Erarbeitung eigener Strategien zur Bekämpfung rassistisch motivierter Diskriminierung und Gewalt sowie des Aufkommens extremistischen Gedankenguts in der Politik.

Empfehlungen an EU-Mitgliedstaaten
EU-Mitgliedstaaten empfehle der Bericht, ihre Rechtsvorschriften zu überprüfen, damit Vereinigungen oder politische Parteien nicht gegründet würden, um Hass und rassistisch motivierte Gewalt zu fördern. Sie sollten auch nationale Strategien zur Bekämpfung von durch Rassenhass motivierten Straftaten verabschieden. Dabei solle es schwerpunktmäßig um Verhinderung und Verfolgung von Hassverbrechen, deren bessere Registrierung sowie um eine wirksame Opferhilfe gehen.

Vertrauen in Strafverfolgungsbehörden stärken
Eines der wichtigsten Hemmnisse, das Opfer und Zeugen davon abhalte, durch Rassenhass motivierte Vorfälle zu melden, sei das Misstrauen dieses Personenkreises gegenüber der Polizei, so die Medienmitteilung. Es müsse deshalb nach Mitteln und Wegen gesucht werden, wie bei Angehörigen von Minderheitengruppen das Vertrauen in Strafverfolgungsbehörden gestärkt werden und wie gegen ethnische Diskriminierung oder rassistische Beschimpfungen seitens der Polizei und sonstiger Amtsträger vorgegangen werden könne.

Ausstiegsstrategien entwickeln
Die EU-Mitgliedstaaten sollten auch die Entwicklung von Ausstiegsstrategien und -programmen für Personen in Betracht ziehen, die in extremistischen Gruppierungen und Organisationen mitwirkten. Voraussetzung dazu sei eine enge Zusammenarbeit von Strafverfolgungsbehörden, Strafrechtssystemen und zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA)
Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) hat den Auftrag, Entscheidungsträger auf EU- und nationaler Ebene auf der Grundlage von Fakten zu beraten und so zu fundierten und zielgerichteten Debatten und politischen Strategien im Zusammenhang mit den Grundrechten beizutragen.

Die FRA sammelt objektive, verlässliche und vergleichbare Informationen und Daten aus allen oder einigen Mitgliedstaaten, je nach der Relevanz des jeweiligen Themas einzelner Länder.

Der Report, „Racism, discrimination, intolerance and extremism: learning from experiences in Greece and Hungary“, kann kostenlos heruntergeladen werden:
http://fra.europa.eu/en/publication/2013/thematic-situation-report-3
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Terror gegen Christen auch zu Weihnachten

Herzogenbuchsee/Schweiz, 23.12.2013/APD   An manchen Orten seien Christen zu Weihnachten in zusätzlicher Gefahr. In den letzten Jahren hätten sie an Weihnachten in den unterschiedlichsten Kulturkreisen Diskriminierung, Gewalt und teils Terror erlebt, teilte das Hilfswerk „Open Doors“ mit.

„Die Tage um Weihnachten machten in den letzten Jahren deutlich: wo Christen in der Minderheit sind, werden sie in verschiedenen Erdteilen an ihrem zweithöchsten Fest, nämlich Weihnachten, schikaniert und terrorisiert“, betonte Patrick Schäfer, Regionalleiter von „Open Doors“ Deutschschweiz. Hätten beispielsweise früher Christen im Norden Nigerias ihre Häuser geschmückt und ihre muslimischen Nachbarn eingeladen, würden sie inzwischen den für sie wichtigen Feiertag diskret und unauffällig begehen. Zu frisch seien die Erinnerungen an die Angriffe der Islamistengruppe „Boko Haram“ bei denen in den letzten Jahren über Weihnachten mehr als 80 Menschen umgebracht worden wären. „Vor einem Jahr attackierten Unbekannte in der Nacht nach Heiligabend nahe der Stadt Potiskum eine protestantische Kirche, die ‚Evangelical Church of West Africa‘, und töteten sechs Menschen, darunter den Pfarrer“, so Schäfer.

Verschiedentlich habe es über Weihnachten und Neujahr auch in Ägypten Angriffe auf Christen gegeben. So seien unter anderem 21 koptische Gottesdienstbesucher in Alexandria durch einen Bombenanschlag in der Neujahrsnacht gestorben, und ein Jahr davor sechs Menschen beim Verlassen der Heiligabend-Messe in Nag Hammadi erschossen worden. Die Christen wüssten um die latente Gefahr, denn auch in diesem Jahr hätten in Ägypten seit Juli immer wieder Kirchen gebrannt.

Ebenfalls schwierig sei laut Patrick Schäfer die Lage im Irak, Syrien und in der Zentralafrikanischen Republik. „Alle drei Staaten kennen eine lange, christliche Tradition. Insbesondere im Irak und Syrien geht das Christentum auf die ersten Jahrhunderte zurück. Beide Länder zählen zu den Wiegen der Christenheit.“ Heute feierten dort die Christen die Erinnerung an die Geburt ihres Erlösers in einer höchst unsicheren Lage.
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Weltweit dreizehn Länder mit Todesstrafe für atheistische Äußerungen

London/England, 23.12.2013/APD   Am 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte, hat die „International Humanist and Ethical Union“ (IHEU), der Weltverband der Humanistenorganisationen, den „Bericht zur Gedankenfreiheit 2013“ (Freedom of Thought Report 2013) auf der IHEU-Webseite zum Download bereit gestellt. Es handle sich dabei um den ersten Bericht, der sich speziell mit den Rechten und der Diskriminierung von Humanisten, Atheisten sowie Nicht-Religiösen in allen Ländern der Welt befasse, heißt es auf der Website der Humanisten.

Zwölf Staaten in Afrika, neun in Asien und zehn im Mittleren Osten seien in der Kategorie „gravierende Verstöße“ eingestuft worden, so der IHEU-Report. In einigen dieser Staaten schürten die Regierungen offen Hass gegenüber Atheisten oder würden systematisch Gewaltverbrechen, die an Atheisten begangen würden, nicht verfolgen. In zwölf dieser Staaten der Kategorie „gravierende Verstöße“ könnten religiöse Instanzen Atheisten wegen Abfall vom Glauben zum Tod verurteilen. Es handle sich dabei ausnahmslos um die islamische Religion.

Blasphemie-Gesetze
Laut dem „Bericht zur Gedankenfreiheit 2013“ könne man für atheistische Äußerungen in dreizehn Ländern zum Tod verurteilt werden; in 39 Staaten stehe Gefängnisstrafe auf blasphemische Aussagen. Laut Wikipedia wird unter „Blasphemie“ das Verhöhnen oder Verfluchen bestimmter Glaubensinhalte einer Religion verstanden. Im Weiteren würden Nicht-Religiöse in den meisten Ländern der Welt offen benachteiligt oder verfolgt. Dies reiche von erzwungenen Schulgebeten bis zur Todesstrafe für das Übertreten von Blasphemie-Gesetzen.

Blasphemie-Gesetze gebe es in 55 Staaten, oder es existierten Gesetze, so auch in Deutschland, welche die Beleidigung oder Verunglimpfung einer Religion mit Gefängnis bestrafen würden. Laut IHEU-Report könnten in Pakistan, Saudi-Arabien und Iran „Gotteslästerer“ hingerichtet werden.

Blasphemie-Gesetze auch in westlichen Staaten
Der Bericht teilt die Staaten der Welt in fünf Kategorien ein: „frei und gleich“ (1), „meist befriedigend“ (2), „systematische Diskriminierung“ (3), „schwere Diskriminierung“ (4) und „gravierende Verstöße“ (5). Westliche Staaten, wie Island, Dänemark, Neuseeland, Polen, Deutschland und Griechenland, werden in Stufe 4 „schwere Diskriminierung“, aufgeführt, weil sie Menschen verurteilen könnten, welche Blasphemie-Gesetze übertreten würden.

Österreich und die Schweiz werden im IHEU-Report in Kategorie 3, „systematische Diskriminierung“, geführt. Kriterien dafür seien unter anderem die Existenz von Landes- oder Staatskirchen sowie von Staatsreligionen; die systematische Bevorzugung von Religionsgemeinschaften, religiösen Führern und Traditionen; die staatliche Finanzierung von religiösen Institutionen sowie der Löhne des Personals; die Bevorzugung bei der Steuerbefreiung religiöser Institutionen; der Einzug der Kirchensteuer durch den Staat.

Religions- und Weltanschauungsfreiheit als zentrales Menschenrecht
Die einleitenden Worte zum „Freedom of Thought Report 2013“ wurden von Alber Saber und Kacem El Ghazzali verfasst, denen Abfall vom Glauben (Apostasie) und Blasphemie vorgeworfen wurde. Ghazzali habe laut IHEU-Report 2013 in der Schweiz Asyl erhalten. „Die Gedanken- und Weltanschauungsfreiheit darf nicht beeinträchtigt werden“, schreiben Saber und Ghazzali. „Wenn Regierungen Menschen wegen ihrer Ideen und Überzeugungen mit Gewalt angreifen, sind alle Menschenrechte betroffen.“

Die IHEU hoffe, dass der Bericht dazu beitragen werde, Aufschluss zu geben, wie eine geringe, aber systematische Diskriminierung in den meisten Ländern Religionsgemeinschaften privilegiere, und dass er Änderungen bei den schlimmsten Gesetzesübertretungen anstoße. Das entspreche auch dem Anliegen des Sonderberichterstatters für Religions- und Weltanschauungsfreiheit des UN-Menschenrechtsrats, Dr. Heiner Bielefeldt, weltweit die Blasphemie-Gesetze abzuschaffen, um das Recht aller zu schützen, konvertieren zu dürfen.

Der „Freedom of Thought Report 2013“ (englisch) kann kostenlos heruntergeladen werden: http://freethoughtreport.com/download-the-report/
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Alternative Nahrungs- und Einkommensquellen in der Mongolei

Weiterstadt bei Darmstadt, 22.12.2013/APD   Obwohl die Mongolei der am dünnsten besiedelte unabhängige Staat der Welt sei, könne das Land aufgrund des Klimas und der Bodenbeschaffenheit kaum zum Ackerbau genutzt werden, so die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland. Stattdessen hielten die Mongolen größtenteils Vieh zur Nahrungsmittel- und Einkommenssicherung. Mit winterlichen Tagestemperaturen von bis zu -45 Grad sterbe jedoch Winter für Winter ein Großteil des Viehbestands, und somit breche immer wieder eine wichtige Nahrungs- und Einkommensquelle der Dorfbewohner ein.

Etwa ein Drittel der Bevölkerung lebe von weniger als einem Euro am Tag. Viele junge Männer und Frauen entschieden sich, in die Hauptstadt abzuwandern und dort ihr Glück zu versuchen. Doch ohne abgeschlossene Ausbildung hätten sie auch dort einen schweren Stand. Besonders in den Provinzen Zavkhan und Selenge – weit entfernt von der Hauptstadt Ulanbaatar – sei die Armut groß.

Mit Unterstützung der Europäischen Union führt ADRA ein vierjähriges Hilfsprojekt in 30 Dorfgemeinschaften der mongolischen Provinzen Zavkhan und Selenge durch. Das Hilfswerk unterstütze die Menschen dabei, wieder Hoffnung zu schöpfen, vor allem, alternative Nahrungsquellen aufzubauen und ein geregeltes Einkommen zu erwirtschaften. Das Projekt diene als Modell für die umliegenden Kommunen. 70 Prozent der Begünstigten seien Frauen zwischen 35 und 45 Jahren. Insgesamt könnten 33.375 Familien, auch indirekt, durch die Arbeit von ADRA profitieren.

In Kooperativen bauten die Dorfbewohner unter Anleitung von ADRA Gemüse in Gewächshäusern an, erlernten, wie das Essen richtig zubereitet werde und wie sie es beispielsweise durch Einkochen für die harten Wintermonate haltbar machen könnten. Zusätzlich würden sie lernen, Jurten, Kleider und Schuhe herzustellen oder Felle zu verarbeiten. Durch dieses Projekt erweitere sich nicht nur das Wissensspektrum der Bevölkerung, auch das wirtschaftliche Wachstum steige. So erlangten die in der Vergangenheit vor allem von der Viehwirtschaft abhängigen Menschen eine neue Zukunftsperspektive und eine zunehmende Unabhängigkeit.
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"Rassenhass treibt Wurzeln zuweilen bis tief in den Staatsapparat"

Bern/Schweiz, 22.12.2013/APD   „Der Rassenhass treibt seine Wurzeln zuweilen bis tief in den Staatsapparat. Es gilt daher, immer aufmerksam zu bleiben, denn Nachsicht hat in einer Gesellschaft keinen Platz, die den Respekt aller Menschen garantieren will“, schreibt Martine Brunschwig Graf, Präsidentin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) im Editorial des EKR-Bulletins TANGRAM. Die Ausgabe 32 ist dem Extremismus gewidmet. Die Rassismus-Kommission fordere Aufmerksamkeit gegenüber extremistischen Bewegungen jeder Couleur und verlange, dass die demokratischen Institutionen und politischen Behörden klare Grenzen des Erlaubten aufzeigen müssten, so die EKR-Medienmitteilung.

Politischer und religiöser Extremismus
Politischer oder religiöser Extremismus, der sich zur Gewaltanwendung bekenne, habe viele Facetten. TANGRAM 32 beleuchte theoretische und praktische Ansätze, von der politischen Ideengeschichte über gesellschaftliche Veränderungen, die durch kommunikative Abläufe hervorgerufen würden, bis zu soziologischen Aspekten.

Hassreden und rassistische Propaganda in sozialen Medien
Hassreden und rassistische Propaganda würden in den neuen Medien Facebook und Twitter banalisiert. Bei den betroffenen Minderheiten erzeugten sie aber ein Gefühl der Unsicherheit oder gar der Verfolgung, so die EKR. Die Schweiz habe wie die meisten anderen Länder Mühe, eine Strategie gegen verbale Entgleisungen in den Sozialen Medien zu entwickeln. Deshalb sei das vom Zürcher Obergericht gefällte Urteil von Bedeutung, wonach verbale Attacken und Beleidigungen auf Facebook auch „unter Freunden“ öffentlich seien.

Mitglieder etablierter Parteien mit fremdenfeindlichen Ansichten
Rechtsextreme Gruppierungen wären in der Schweiz weniger aktiv als noch vor zehn Jahren. Dennoch verbreiteten auch Mitglieder gut etablierter Parteien ihre rassistischen und fremdenfeindlichen Ansichten, ohne sich der Wirkung auf die Bevölkerung und des Gewaltpotenzials ausreichend bewusst zu sein.

TANGRAM, das EKR-Bulletin 32, kann kostenlos als Download heruntergeladen werden: http://www.ekr.admin.ch/aktuell/index.html?lang=de
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"Gute Nachricht Bibel" jetzt auch als E-Book

Stuttgart, 21.12.2013/APD   Die „Gute Nachricht Bibel“ ist jetzt bei der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG) auch als E-Book erschienen. Die Übersetzung in modernem Deutsch ist für die ePub- und Kindle-Formate verfügbar und ist nach der Lutherbibel die zweite Bibelübersetzung der DBG für E-Book-Reader und E-Book-Apps. Auf www.dbg.de/ebooks finden Interessierte eine Liste der Portale, auf denen die „Gute Nachricht Bibel“ und die Lutherbibel in den Formaten angeboten werden.

„Die lebendige Sprache der Gute Nachricht Bibel überzeugt viele Leserinnen und Leser und lässt sie einen persönlichen Zugang zur biblischen Botschaft finden“, sagte DBG-Geschäftsführer Reinhard Adler. „Unsere Bibelübersetzungen müssen Menschen aber unabhängig vom bevorzugten Medium erreichen.“ Deshalb gebe es bei der Bibelgesellschaft Bibeln gedruckt, zum Hören und in verschiedenen digitalen Formaten.

Sprachwissenschaftler sprechen bei der „Gute Nachricht Bibel“ von einer kommunikativen Übersetzung. Sie gebe den Sinn eines Textes für heutige Leser möglichst treffend wieder, auch wenn dabei von der Form des sprachlichen Originals abgewichen werden müsse. Die Grundlagen dafür entstanden im Weltverband der Bibelgesellschaften für Menschen ohne kirchlich-religiöse Vorbildung, denen die klassische Kirchen- und Bibelsprache fremd ist. 1982 erschien die „Gute Nachricht“ als erste komplette Bibel dieses Übersetzungstyps in Deutsch.

Die Übersetzung liegt jetzt in der bearbeiteten Fassung von 2000 vor. Sie berücksichtigte als erste Übersetzung Fragen der frauengerechten Sprache. Erarbeitet wurde die „Gute Nachricht“ von einem Team aus evangelisch-landeskirchlichen, -freikirchlichen und katholischen Übersetzern. Bis heute ist sie die einzige, komplett interkonfessionell erarbeitete Bibel in deutscher Sprache.

Die E-Book-Ausgabe der „Gute Nachricht Bibel“ enthält den vollständigen Bibeltext und die Spätschriften (Apokryphen) des Alten Testaments mit den Anmerkungen zum Text. Das Inhaltsverzeichnis und ein Schnellzugriff auf die einzelnen Kapitel erleichtern den Zugriff auf den Bibeltext.
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Festtage: Kreative, alkoholfreie Cocktails − auch für Kinde

Lausanne/Schweiz, 20.12.2013/APD   Da für viele zum feinen Essen an den Festtagen Alkohol dazu gehöre, rät „Sucht Schweiz“ bei der Zubereitung des Festtagsmenus von Rezepten mit vollprozentigen Zutaten abzusehen, denn Speisen mit Alkohol seien für Kinder ungeeignet.

Außerdem sei zu beachten, wenn alkoholische Getränke offen zugänglich seien, Kinder eher auf die Idee kämen, diesen ausprobieren zu wollen. „Wir raten, halb volle Gläser oder Flaschen wegzuräumen. Kinder könnten zu viel davon probieren und möglicherweise gar eine Alkoholvergiftung erleiden“, sagte Silvia Steiner, Präventionsfachfrau der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme.

Die Leber von Kindern könne Alkohol weniger gut abbauen. Medizinische Hilfe sei angezeigt, wenn Kinder scheinbar grundlos erbrechen würden, verwirrt seien, Krämpfe oder Zuckungen aufwiesen oder stark frieren würden. Diese Symptome könnten anzeigen, dass ein Kind möglicherweise unbeabsichtigt zu viel Alkohol getrunken habe.

Ein Festmahl für alle
Auch beim Kochen solle man an den Nachwuchs denken, rät Sucht Schweiz. Rotweinsaucen seien für gesunde Erwachsene unbedenklich. Beim Kochen löse sich der Alkohol aber nicht vollständig in Luft auf, weil ein Restgehalt an Alkohol immer erhalten bleibe.

Auch der Geschmack sei ein wichtiger Faktor, denn eine Kirschtorte oder eine Praline mit Likör schmecke nach der entsprechenden alkoholischen Zutat. Kinder sollten sich nicht an diesen Geschmack gewöhnen, und bei Alkoholkranken sollte die Lust nach Alkohol nicht geweckt werden. Besser sei es, alkoholfreie, schmackhafte Alternativen beim Essen und Trinken zu wählen, von denen es viele gebe.

Rezepte für alkoholfreie Cocktails
Postkarten mit Rezepten für alkoholfreie Cocktails mit Namen, wie „Bitter Elephant“, „Dracula“ oder „Blue Lagoon“, können kostenlos heruntergeladen werden:
http://www.suchtschweiz.ch/fileadmin/user_upload/DocUpload/d_postkarten_rezepte_downloadversion.pdf
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Durch Internet zum Weihnachtsgottesdienst

Bonn u. Hannover, 20.12.2013/APD  Auch in diesem Jahr bietet www.weihnachtsgottesdienste.de, der Online-Suchdienst der evangelischen und der römisch-katholischen Kirche in Deutschland, Auskunft über Zeiten und Orte von Gottesdiensten, Christmetten und Krippenspielen – von Heiligabend und Weihnachten über Neujahr bis zum Dreikönigstag.

In den vergangenen Wochen haben katholische Pfarrgemeinden und evangelische Kirchengemeinden sowie Freikirchen und andere christliche Kirchen aus dem gesamten Bundesgebiet ihre Gottesdienste und Veranstaltungen in eine Datenbank eingetragen. Nun können diese Gottesdienste bundesweit recherchiert werden – nach Konfession, Postleitzahl oder Ort und Termin.

Ganz gleich, ob man zu Hause feiert, zu Besuch bei Verwandten oder in Urlaub gefahren ist: Über www.weihnachtsgottesdienste.de findet man leicht ein passendes Angebot für den Kirchgang. Wer nicht nur an den Feiertagen viel unterwegs ist, kann unter www.wegweiser-gottesdienst.de das ganze Jahr über nach evangelischen, katholischen, freikirchlichen und anderen christlichen Gottesdiensten in seiner Nähe suchen.
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Friedenskirche in Nordnigeria von "Boko Haram" attackiert

Deutsche und Schweizer Partner rufen zum Gebet auf

Basel u. Stuttgart, 19.12.2013/APD   Anfang November sind kirchliche Einrichtungen und Mitglieder der nigerianischen „Kirche der Geschwister“ in den Orten Ngoshe und Gavva im Norden Nigerias zu Zielscheiben brutaler Angriffe geworden. Die Nachricht habe erst jetzt durch Augenzeugen vor Ort bestätigt werden können, teilten „mission 21“, Basel, und „Evangelische Mission in Solidarität“ (EMS), Stuttgart, mit. Sie arbeiteten beide mit der nigerianischen „Kirche der Geschwister“ zusammen. Beide Partnerorganisationen drücken in einer Medienmitteilung ihre Bestürzung über die Lage vor Ort aus und rufen zum Gebet auf.

In Ngoshe seien am 4. November eine Kirche und zahlreiche Wohnhäuser geplündert und anschließend in Brand gesetzt worden. „Die so angegriffenen Christen leisteten Widerstand“, teilt Markus Gamache, Verwaltungsleiter der nigerianischen „Kirche der Geschwister“ (Church of the Brethren, EYN) den Partnerorganisationen in Deutschland und der Schweiz mit. Dabei seien auch Wohnhäuser von muslimischen Familien sowie der Palast des traditionellen muslimischen Oberhauptes der Region in Flammen aufgegangen, so Gamache: „Infolgedessen gab es insgesamt mindestens neun Tote. Zwei davon waren Mitglied unserer Kirche. Am 14. November erfolgte ein weiterer Angriff auf den Ort Gavva, bei dem eine zweite Kirche und weitere Wohnhäuser geplündert und niedergebrannt wurden. Die Angriffe sind von der islamistischen Terrorgruppe ‚Boko Haram‘ ausgegangen.“

„Wir stellen mit Bestürzung fest, wie die Terrorgruppe Dörfer von staatlicher Obrigkeit ‚befreit‘ und ihre Flagge über Orte hisst“, sagte Jochen Kirsch, Programmverantwortlicher für Nigeria bei „mission 21“ in Basel. Die Gemeinden in Nordnigeria feierten ihre Gottesdienste in ständiger Angst vor Anschlägen und oft nur unter dem Schutz von Polizei und Militär. Auch die kirchliche Programmarbeit sei vielerorts einer ständigen Bedrohung ausgesetzt, so Kirsch.

Die Angriffe seien auch deshalb besonders schmerzlich, weil in den Ortschaften Ngoshe und Gavva die Basler Mission 1959 ihre Arbeit in Nigeria aufgenommen habe, informierte Riley Edwards-Raudonat, Afrikaverbindungsreferent der EMS. „Es ist schwer zu glauben, dass eine Arbeit, die so hoffnungsvoll begonnen hat und an der so viele Menschen Anteil genommen haben, nun in Flammen aufgeht“, so der Referent. Außerdem sei die „Kirche der Geschwister“ von ihrer Tradition her eine Friedenskirche, die in Anlehnung an die Bergpredigt Jesu jegliche militärische Gewalt strikt ablehne. „Die Angriffe auf die EYN machen uns fassungslos“, betonte Edwards-Raudonat.

Hauptgegner von „Boko Haram“ seien nicht Christen, erläuterte Jochen Kirsch, sondern der Staat mit seinen Verwaltungs-, Sicherheits- und Bildungseinrichtungen. Damit würden nach wie vor mehr Muslime als Christen Opfer der alltäglichen Gewalt durch „Boko Haram“, etwa Sicherheitskräfte, Beamte oder einfach Kinder, die morgens in die Schule gingen.

Die nigerianische Regierung bekämpfe die Gruppe mit einem massiven Einsatz von Polizei und Militär. „Auch die Sicherheitskräfte verstoßen dabei immer wieder gegen Menschenrechte und haben dadurch ‚Boko Haram‘ bisher eher gestärkt als geschwächt“, so Jochen Kirsch.

Die „Fürbitte Nigeria“ kann heruntergeladen werden unter: http://www.mission-21.org/fileadmin/user_upload/mission21/news/20131218_Fuerbitte_Nigeria.pdf
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Medizinische Versorgung für 9.000 Kinder im Jemen

Weiterstadt bei Darmstadt, 19.12.2013/APD   Aufgrund des Bürgerkriegs zwischen der jemenitischen Regierung und den separatistischen Al-Houthi-Rebellen in den Jahren 2004 bis 2009, mussten innerhalb Jemens über 300.000 Menschen in benachbarte Regionen flüchten. Anhaltende Unruhen und wirtschaftliche Instabilität führten dazu, dass bis heute nur ein kleiner Teil der Binnenflüchtlinge in ihre Heimatorte zurückkehren konnte. Nach wie vor leben zahlreiche Familien in den für kurzfristige Nothilfe gedachten Unterkünften, meist Zelten, in zum Teil menschenunwürdigen Verhältnissen.

Seit 2011 helfe die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen den Flüchtlingen im Jemen und ermögliche ihnen eine medizinische Grundversorgung, so ADRA Deutschland. Im März 2013 habe das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland zudem ein weiteres Projekt in einer ambulanten Klinik bewilligt.

Neben der generellen Versorgung von 12.000 Flüchtlingen durch medizinisches Fachpersonal stünden spezielle Programme für unterernährte Kinder und schwangere Frauen im Mittelpunkt der Hilfeleistung. Bis Ende Februar 2014 würden so über 7.000 Frauen und 9.000 Kinder speziell medizinisch betreut.
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Edgar Voltmer als neuer Professor für Friedensau empfohlen

Friedensau bei Magdeburg, 18.12.2013/APD   Dozent Dr. med. Edgar Voltmer, der seit Januar 2002 an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg Gesundheitswissenschaften lehrt, wurde von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau am 24. Oktober 2013 aufgrund der Habilitationsschrift „Psychosoziale Belastungen von Medizinstudierenden, Ärztinnen und Ärzten zur berufsspezifischen Prävention und Gesundheitsförderung im Medizinstudium“ habilitiert. Die Venia Legendi (Lehrbefugnis) wurde für das Fach „Experimentelle Medizin“ erteilt.

Am 15. November tagte die Berufungskommission der Hochschule in Friedensau und sprach dem Kultusministerium in Sachsen-Anhalt einstimmig die Empfehlung aus, Dr. Edgar Voltmer als ordentlichen Professor für den Lehrstuhl in Gesundheitswissenschaften an die Theologische Hochschule zu berufen. Mit seiner Forschung zur psychosozialen Gesundheit von angehenden und praktizierenden Medizinern habe sich Voltmer einen Namen in seiner Fachdisziplin erarbeitet. Darüber hinaus hätte er mit zahlreichen Veröffentlichungen belegt, dass seine von ihm entwickelte empirische Untersuchungsmethode zur Feststellung, Prävention und Therapie von Stresserfahrungen auch in anderen Berufsfeldern anwendbar sei.

Professor Dr. Horst F. Rolly, Dekan des Fachbereichs Christliches Sozialwesen, wünschte dem künftigen Professor Dr. Edgar Voltmer eine erfolgreiche Tätigkeit in Forschung und Lehre an der Theologischen Hochschule Friedensau. Der Fachbereich unterstütze besonders seine Forschungen zum Thema „Durch Stress belastete und gefährdete Berufsgruppen“, die für die psychosoziale Gesundheit in einer leistungsorientierten Gesellschaft einen wesentlichen Beitrag erbringen könnten.

An der 1899 gegründeten Friedensauer Bildungsstätte, die seit 1990 eine staatlich anerkannte Hochschule ist, sind 188 Studierende eingeschrieben, davon 55 in Theologie und 133 in Sozialwissenschaften.
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Für Bedürftige immer tätig

Hannoversch Münden, 17.12.2013/APD   Die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland hat das adventistische Ehepaar Sara und Friedrich Schneider erhalten. 1980 siedelten beide vom rumänischen Siebenbürgen nach Deutschland über und wurden in Hannoversch Münden ansässig. Von Anfang an blieb die Verbundenheit mit der Heimat lebendig. Die große Armut dort ließ ihnen keine Ruhe. Sie sammelten Kleiderspenden und Hilfsmittel und brachten sie anfangs mit ihrem PKW nach Rumänien.

Die Anzahl der Spenden nahm zu. Neben Kleidungsstücken und Wäsche waren darunter auch Rollstühle, Krankenhausbetten, Matratzen, Werkzeuge, Möbel, Hausrat und sogar ein Traktor sowie ein Zahnarztstuhl mitsamt medizinischer Ausstattung. Der unermüdliche Einsatz über viele Jahre sprach sich in der Stadt herum. Bald reichte der PKW für die Transporte nicht mehr aus. So mussten die Spenden in der Scheune ihres Sohnes gelagert und zunehmend große Lastwagen eingesetzt werden, die von freiwilligen Helfern beladen wurden. Häufig begleiteten Sara und Friedrich Schneider die Transporte bis nach Rumänien und übergaben die Spenden persönlich an Kinder-, Alten- und Behindertenheime sowie an notleidende Menschen.

Irgendwann wurde die Finanzierung der Hilfslieferungen schwieriger. Das eigene Einkommen reichte dafür nicht mehr aus, auch nicht die Geldspenden. So wurde im Jahr 1994 der Verein „Humanitäre Hilfe für Osteuropa“ gegründet. Er hat derzeit 15 ehrenamtliche Mitglieder.

Bernhard Reuter (SPD), Landrat des Landkreises Göttingen, der die Auszeichnung im Gemeindezentrum der Siebenten-Tags-Adventisten in Hannoversch Münden überreichte, betonte, dass die Verdienstmedaille etwas ganz Besonderes sei, da nur sehr selten ein Ehepaar damit geehrt werde. „Sie beide sind ein Vorbild für andere geworden. Sie trugen durch Ihren Einsatz für notleidende Menschen in Rumänien dazu bei, das Elend dort ein Stück weit zu lindern“, so Reuter.
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Deutsche Adventisten wollen Strukturreform voranbringen

Freudenstadt u. Lüneburg, 16.12.2013/APD   Der am 3. Dezember in Freudenstadt/Schwarzwald tagende Ausschuss der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat mit 39 Ja- und vier Neinstimmen bei drei Enthaltungen beschlossen, die Einrichtungen einer einzigen Freikirchenleitung in Deutschland, „Verband“ genannt, zu befürworten. Ob es dazu kommen wird, entscheiden die im Jahr 2017 stattfindenden Delegiertentagungen der beiden deutschen Verbände. Bisher gibt es in der Bundesrepublik mit dem Norddeutschen Verband in Hannover und dem Süddeutschen Verband in Ostfildern bei Stuttgart zwei derartige Kirchenleitungen. Der Ausschuss der Freikirche in Deutschland setzt sich aus den beiden Verbandsausschüssen zusammen, wobei sich im Vorsitz die Präsidenten der beiden Verbände abwechseln.

Bereits in den 1980er Jahren gab es Überlegungen, den damaligen Westdeutschen mit dem Süddeutschen Verband zusammenzulegen. Dazu kam es jedoch nicht. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands vereinigten sich 1992 der Westdeutsche mit dem Ostdeutschen Verband (Berlin) zum Norddeutschen Verband mit Sitz in Hannover. Seither kam es immer wieder zu Diskussionen um eine Strukturreform mit einer einzigen Freikirchenleitung in Deutschland.

Nord- und Süddeutscher Verband der Adventisten
In der Bundesrepublik gibt es 34.982 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 563 Kirchengemeinden. Der Norddeutsche Verband umfasst 19.582 Adventisten mit 343 Gemeinden, der Süddeutsche Verband 15.400 Adventisten und 220 Gemeinden. Zum Norddeutschen Verband gehören die untergeordneten regionalen Kirchenleitungen, „Vereinigungen“ genannt: Hansa (Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern) in Hamburg, Berlin-Mitteldeutschland (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) in Berlin, Niedersachsen-Bremen in Hannover sowie Nordrhein-Westfalen in Wuppertal. Zum Süddeutschen Verband gehören die Vereinigungen Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) in Darmstadt, Baden-Württemberg in Stuttgart sowie Bayern in München.

Theologische Differenzen als Hinderungsgrund für einheitliche Struktur?
Laut Pastor Elí Diez (Lüneburg), Chefredakteur der Freikirchenzeitschrift „Adventisten heute“, seien in den letzten Jahren immer häufiger theologische Differenzen als Hinderungsgrund für eine Einheit in der Struktur genannt worden. Die zunehmende Offenheit während der letzten Monate mache es nun aber möglich, diese Bedenken offen auszusprechen. Eine Erhebung unter den Verantwortungsträgern der Freikirche, wie Vereinigungs- und Verbandsdienststellen, Kirchengemeinden und Institutionen, hätte jetzt Ergebnisse zutage gebracht, die eine quantitative wie auch qualitative Auswertung ermöglichten.

Sehr eindeutig gehe aus der Erhebung hervor, dass die Mehrheit der Befragten (rund 86 Prozent) die vorhandenen Spannungen auf theologische Unterschiede zurückführten. Weniger eindeutig sei die Einschätzung, ob es sich bei den Unterschieden um Rand- oder Kernfragen des Glaubens handele. Mehrheitlich würden die theologisch unterschiedlichen Sichtweisen dem Lebensstil zugeordnet.

Inhaltlich ließen sich die theologischen Unterschiede, so Diez, in sechs Schwerpunktthemen zusammenfassen, und zwar in dieser Reihenfolge: Hermeneutik (die Auslegung der Heiligen Schrift), adventistische Identität, biblische Prophetie, die Rolle der Mitbegründerin der Freikirche Ellen G. White, das Verständnis der Rechtfertigung des Menschen durch den Glauben an Jesus und als weiterer Schwerpunkt der Lebensstil. Hinzu kämen Themen, wie Musik im Gottesdienst, der Schöpfungsbericht der Bibel und die Ökumene.

Im Laufe der Beratungen in Freudenstadt sei laut Diez mehrfach die Bereitschaft bekräftigt worden, offen, auf verschiedenen Ebenen und in einem Klima der gegenseitigen Achtung und Wertschätzung die Gespräche über diese Themen fortzuführen. Dabei gelte es zu untersuchen, ob eine Einheit in der Struktur erst nach einer Einigung in der Theologie möglich sein werde, oder ob nicht eine Strukturreform den Prozess zu einer besseren Verständigung in theologischen Fragen begünstigen und fördern könne. Auch gelte zu prüfen, ob das Veranstalten von Symposien und Bibelstudientagen, Gemeindeakademien und Bibelkonferenzen, wie in der Vergangenheit geschehen, „uns wirklich näher bringen“. Eine andere Möglichkeit wäre, ob man sich darauf einigen könnte, die für die Freikirche weltweit geltenden 28 Artikel der „Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten“ als ausreichende Basis für einen fruchtbaren und zielführenden innerkirchlichen Dialog zu betrachten.

Voraussetzungen für Strukturreform schaffen
„Die Mitglieder des in Freudenstadt tagenden Ausschusses der Freikirche haben mit einer hohen Sozialkompetenz und Respekt vor der Meinung des Anderen diese Diskussion geführt“, stellten die Präsidenten des Nord- und Süddeutschen Verbandes, die Pastoren Johannes Naether (Hannover) und Günther Machel (Ostfildern), fest. Um den zuständigen Gremien eine angemessene Entscheidungsgrundlage für die während der Delegiertentagungen im Jahr 2017 zu fassenden Beschlüsse zur Verfügung stellen zu können, sollten bis dahin entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden.

Dabei gehe es, so die Präsidenten, um die Anpassung der Verwaltungs- und Arbeitsstruktur der Freikirche in Deutschland an die internationale Ebene der adventistischen Weltkirchenleitung. Schaffung eines bundesweiten zentralen Sekretariats und einer gemeinsamen Finanzverwaltung samt einheitlicher Verwaltungssoftware. Bundesweite Zusammenarbeit aller Abteilungen und Verwaltungsebenen der beiden Verbände. Auseinandersetzung der Mitglieder des Ausschusses der Freikirche in Deutschland mit der Frage des Zusammenhangs zwischen „Struktur“ und „Theologie“ mit der Möglichkeit der Diskussion theologischer Fragestellungen. Schaffung von Möglichkeiten der Informationsvermittlung und Einbeziehung der örtlichen Kirchengemeinden zu Fragen der Struktur. Erarbeitung einer Kommunikationsstrategie zur Bewusstmachung des Zieles einer „Einheit“. Benennung eines Koordinators für den gesamten Prozess der strukturellen Fragen und von Verantwortlichen für ein zentrales Sekretariat sowie eine gemeinsame Finanzverwaltung.

Pastor Bruno Vertallier (Bern), Präsident der übergeordneten Intereuropäischen Kirchenleitung der Adventisten in West- und Südeuropa, betonte: „Wir sind offen, dies gemeinsam mit den beiden deutschen Verbänden zu erarbeiten. Wir müssen zuhören, was die Minderheiten sagen. Wir machen mit.“

Der in Freudenstadt tagende Ausschuss beschloss zudem, dass die Leiterin der Abteilung Frauen des Süddeutschen Verbandes, Angelika Pfaller, ihre Aufgabe auch für den Norddeutschen Verband übernimmt. Sie ist damit die erste gesamtdeutsche Abteilungsleiterin der Adventisten.

Auf Deutschlandebene arbeiten seit 1992 auch die Presse- und Informationsstelle, die Zentralstelle für Apologetik sowie die Referate für zwischenkirchliche Beziehungen und Kriegsdienstverweigerung der Freikirche. Auch die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA), das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW), der Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG) und die Deutsche Vereinigung für Religionsfreiheit (DVR) wirken für beide Verbände.
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Syrisch-orthodoxer Erzbischof: "Lasst die Nonnen frei"

Kelkheim am Taunus u. München, 15.12.2013/APD   „Wir erleben derzeit die schlimmsten Verbrechen an Christen, die man sich vorstellen kann“, betonte der Metropolit von Homs und Hama der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien, Erzbischof Silvanus Petros Al-nehmeh, bei einem Besuch der Deutschland-Zentrale des internationalen, überkonfessionellen Hilfswerkes „Open Doors“ in Kelkheim. Christliche Städte seien zu Geisterstädten verkommen, ganze christliche Dörfer würden ausgelöscht. Angesichts der gezielten Angriffe von Islamisten, die zunehmend von Dschihadisten aus dem Ausland verstärkt würden, frage sich der Erzbischof: „Wo sind unsere Glaubensgeschwister, wo sind die Politiker in aller Welt, die ihre Stimme erheben und sich für uns einsetzen?“ Metropolit Silvanus zeigte sich noch sichtlich betroffen von den Eindrücken nach dem Massaker an Christen in seiner Heimatstadt Sadad Anfang November. Dabei seien 46 Christen von Islamisten der Freien Syrischen Armee ermordet worden.

Im Gespräch mit dem weltweiten römisch-katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ in München forderte der syrisch-orthodoxe Geistliche zudem die sofortige Freilassung der aus Maalula entführten Nonnen. Die zwölf griechisch-orthodoxen Schwestern seien Anfang Dezember nördlich von Damaskus von mutmaßlich islamistischen Kämpfern nach Eroberung der von Christen bewohnten Ortschaft Maalula durch Oppositionstruppen verschleppt worden. Al-nemeh betonte, dass die Nonnen in keiner Weise politisch aktiv gewesen seien und sich politisch neutral verhalten hätten: „Sie waren weder für das Regime noch für die Opposition. In ihr Kloster nahmen sie Kriegsflüchtlinge ohne Ansehen der Religion auf, Christen wie Muslime“, hob der Erzbischof hervor.

Um den Christen in Syrien beizustehen hat „Open Doors“ eine internationale Petition initiiert. „309.195 mal wurde die Petition bisher unterzeichnet, davon kommen allein 82.142 Unterschriften aus Deutschland“, informierte der Leiter von „Open Doors“ Deutschland, Markus Rode. Die bisher gesammelten Unterschriften seien inzwischen an die fünf ständigen Vertreter des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen in New York und dem Europäischen Parlament in Straßburg übergeben worden. Die Petition könne aber weiterhin unter www.opendoors.de/petition eingesehen und unterzeichnet werden. Am 22. Januar 2014 sollten die bis dahin gesammelten Unterschriften und die Petition auf der von der UNO unterstützten Syrien-Friedenskonferenz „Geneva 2“ in Genf erneut präsentiert werden.
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2.880 Kinder lächeln an Weihnachten in Moldawien

Zürich/Schweiz, 14.12.2013/APD   „2.880 Pakete der Weihnachtsaktion ‚Kinder helfen Kindern‘ sind seit Anfang Dezember per Eisenbahn unterwegs nach Chisinau, der Hauptstadt Moldawiens“, sagte Sibylle Schuppli, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing bei der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz. „Dieses Jahr sind 380 Kartons mehr als im Vorjahr gepackt worden“, so Schuppli.

„Die Menschen sind diesmal spendenfreudiger als im letzten Jahr“, bestätigte Evelyne Studer, Leiterin von ADRA Berner Oberland. „Man kann einem Kind damit sagen, dass es wertvoll ist, obwohl man es nicht kennt“, erläuterte sie ihre Motivation an der Aktion mitzumachen. „Hinzu kommt, dass man ein Kind mit einem solchen Paket positiv für sein Leben prägen kann.“

Seit September hätten viele Kinder und Erwachsene in der Schweiz Geschenke für benachteiligte Kinder in Moldawien gepackt. Sie würden keinen Überfluss kennen, so ADRA Schweiz. Entsprechend groß werde die Freude sein, wenn sie an Weihnachten ihr Paket auspacken dürften: Spielsachen, Kleidung, Plüschtiere, Hygieneartikel sowie feine Leckereien. Weihnachten wird in Moldawien nicht am 24. und 25. Dezember gefeiert. Das orthodoxe Fest findet aufgrund des julianischen Kalenders jeweils am 7. und 8. Januar statt.

Paketverteilung mit lokalen Hilfswerken
Das Schweizer Hilfswerk arbeite bei der Verteilung nicht nur mit dem Partnerhilfswerk ADRA Moldawien zusammen, sondern auch mit den lokalen Behörden und dem dortigen UNICEF-Komitee, dem Kinderhilfswerk der UNO. Die Verteilung der Pakete erfolge an gesunde sowie behinderte Kinder von vorher ausgewählten Waisenheimen und verarmten Familien.

Die 3,1 Millionen Einwohner zählende ehemalige Sowjetrepublik Moldawien gilt mit einem Bruttoinlandprodukt (BIP) von 1.300 Euro pro Kopf und Jahr als „Armenhaus Europas“. Ein Viertel der Bevölkerung sei laut Wikipedia ins Ausland emigriert und überweise soviel Geld nach Moldawien, das in der Summe mehr ausmache als das Bruttoinlandprodukt. Moldawien liegt als schmaler Landstrich zwischen Rumänien und der Ukraine.
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Weihnachtspakete nach Albanien, Lettland und Ungarn

Wien/Österreich, 14.12.2013/APD   Zwei 40 Tonner Sattelschlepper mit insgesamt 7.272 Weihnachtspaketen hat die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich nach Albanien und Lettland geschickt. Die Pakete sollten im Rahmen der ADRA-Aktion „Kinder helfen Kindern“ an Kinder vorwiegend in Heimen verteilt werden.

Das Schwesterhilfswerk ADRA Ungarn betreue während des ganzen Jahres Kinder aus bedürftigen Familien. Daher werde ADRA Österreich zusätzlich rund 200 Pakete auch in Ungarn verteilen, teilte ADRA-Direktor Marcel Wagner (Wien) mit.
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Da schlagen Kinderherzen höher

Weiterstadt bei Darmstadt, 13.12.2013/APD   Rund 39.700 Pakete, eintausend mehr als im Jahr zuvor, sind bereits von Deutschland aus in Albanien, Bosnien und Herzegowina, im Kosovo, in Litauen, Montenegro, Mazedonien, in der Republik Moldau, in Serbien und in der Ukraine eingetroffen oder dahin unterwegs, um bedürftigen Kindern zu Weihnachten eine Freude zu machen. Die Aktion „Kinder helfen Kindern“ wird von der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland durchgeführt. Laut ADRA-Mitarbeiterin Anja Emrich (Weiterstadt) seien auch über 4.500 große Kartons mit Hilfsgütern mitgesandt worden. Zusätzlich wären drei Nähmaschinen in Mazedonien angekommen, damit vor Ort viele Kleidungsstücke für Kinder genäht werden könnten.

Ein Paket bringe zwar für eine kleine Weile Freude, verändere aber nicht die grundsätzliche schlechte Lage der Kinder und Jugendlichen, gab Emrich zu bedenken. Daher fördere ADRA Projekte für die Kinder, um ihnen auch noch lange zu helfen. Ihre Heime würden eingerichtet und mit Geräten ausgerüstet, in Suppenküchen könnten Straßenkinder ein gutes Essen bekommen, und in der Ukraine entstehe ein Rehabilitations-Zentrum für Kinder und ihre Familien. In Albanien lebten viele Roma-Familien, die es bei der sozialen Eingliederung schwer hätten. Oft könnten die Kinder nicht einmal die Schule besuchen. ADRA gründe deshalb eine Schule für Roma-Kinder, in der ihnen wichtige Grundlagen fürs Leben beigebracht würden. Durch Aufklärungsarbeit werde den Roma-Familien außerdem die Wichtigkeit der Schulbildung für ihre Kinder nahegelegt.
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Horst Köhler neuer Schirmherr der "Aktion Deutschland Hilft"

Bonn, 12.12.2013/APD   Bundespräsident a.D. Professor Dr. Horst Köhler (2004-2010) übernimmt die Schirmherrschaft über die „Aktion Deutschland Hilft“. Damit tritt er die Nachfolge von Alt-Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker (1984-1994) an, der seit 2003 als Schirmherr das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen vertreten hat.

„Wir Deutschen haben eine humanitäre Pflicht, Menschen weltweit zu helfen, die unverschuldet unter den Folgen von Naturkatastrophen oder Konflikten leiden. Diese Hilfe gelingt am besten gemeinsam“, so Köhler zu seinem zukünftigen Engagement für „Aktion Deutschland Hilft“. Die Schirmherrschaft wurde am 10. Dezember offiziell durch Frank-Walter Steinmeier, den Vorsitzenden des Kuratoriums von „Aktion Deutschland Hilft“, an Professor Dr. Köhler übergeben.

Die „Aktion Deutschland Hilft“ (ADH) wurde 2001 von zehn deutschen Hilfsorganisationen gegründet, um im Falle großer Katastrophen gemeinsam schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Zu den ADH-Mitgliedern zählen action medeor, Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, Arbeiter-Samariter-Bund, Arbeiterwohlfahrt, CARE, Paritätischer Wohlfahrtsverband, HELP, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst und World Vision Deutschland.
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Weihnachtsmarke 2013 mit Stern von Bethlehem

Bonn, 11.12.2013/APD   Seit November gibt es das Sonderpostwertzeichen „Weihnachten 2013“. Mit dem Motiv „Stern von Bethlehem“ erinnert die Briefmarke der Deutschen Post an das zentrale Geschehen der Heiligen Nacht: die Geburt Christi. Das Matthäusevangelium berichtet über die Verehrung des Neugeborenen durch Magier oder auch Weise aus dem Osten. Aus den Weisen wurden im Verlauf der Tradition drei Könige mit den Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Der Stern weist den Königen den Weg in die kleine Stadt Bethlehem, zur Geburtsstätte des neugeborenen Kindes. Dort wollen sie dem Kind ihre Ehre erweisen und beschenken es mit Gold, Weihrauch und Myrrhe. Der 6. Januar wird als „Dreikönigstag“ oder auch „Erscheinungsfest“ (lat. Epiphanie) begangen.

Die Sonderbriefmarke gibt es im Wert von 58 Cent und einem Zuschlag von 27 Cent. Aus den Zuschlagserlösen werden alle Bereiche gefördert, in denen die Wohlfahrtsverbände tätig sind. Schwerpunkte sind die Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe, die Gesundheits- und Familienhilfe sowie soziale Maßnahmen für Arbeitslose, Flüchtlinge und Suchtkranke. Die Sonderbriefmarke ist bei allen Postfilialen, Vertriebsstellen der Freien Wohlfahrtspflege und beim Advent-Wohlfahrtswerk e.V., Hildesheimer Straße 426, 30519 Hannover, Telefon (0511) 971 77-300, Telefax (0511) 971 77-399, E-Mail: mail@aww.info, erhältlich.
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Tag der Menschenrechte – Adventisten mit Clip zur Religionsfreiheit

Zürich/Schweiz,10.12.2013/APD   Zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, hat die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz einen Film Clip zur Religionsfreiheit in sechs Sprachen publiziert. Er thematisiert die Unteilbarkeit der Menschenrechte am Beispiel der Religionsfreiheit und wurde von jungen Adventisten produziert, die haupt- oder nebenberuflich im Filmbusiness tätig sind.

Religionsfreiheit schützt auch Atheisten
„Die Religionsfreiheit ist für uns Adventisten ein wichtiges Anliegen“, betonte Pastor Herbert Bodenmann, Leiter der Abteilung Außenbeziehungen und Religionsfreiheit. Das zeige sich darin, dass bereits 1893 in Nordamerika von adventistischer Seite die „International Religious Liberty Association“ (IRLA), eine Nichtregierungsorganisation, gegründet worden sei, die bis heute existiere und sich weltweit für Religionsfreiheit einsetze. 1901 habe auch die Kirche selbst eine Abteilung für „Außenbeziehungen und Religionsfreiheit“ eingerichtet, welche die Kontakte außerhalb der Freikirche pflegen und die Religionsfreiheit verteidigen und fördern solle. „Wir fordern die Religionsfreiheit nicht nur für uns, sondern für alle Menschen, wie dies in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte steht, denn Menschenrechte sind unteilbar“, sagte Bodenmann. Im Clip seien ausschließlich Vertreter von drei Weltreligionen dargestellt. Artikel 18 schütze aber auch Menschen, die nicht religiös seien und andere Weltanschauungen hätten, so auch Atheisten.

Jährlicher Tag der Religionsfreiheit bei Adventisten
Der weltweite, kircheninterne Tag der Religionsfreiheit wird bei den Adventisten jährlich auf einen Samstag im Januar festgelegt. Sie feiern den biblischen Ruhetag, den Sabbat (Samstag). Am 25. Januar 2014 sei geplant, den Film Clip zur Religionsfreiheit im Rahmen des Gottesdienstes in den rund 50 adventistischen Kirchengemeinden der Schweiz zu zeigen, so Bodenmann. Damit wolle man die Mitglieder für die Thematik sensibilisieren und Diskussionen über das Verständnis des Menschenrechts Religionsfreiheit anstoßen. Neben Deutsch, Französisch und Italienisch, den drei Landessprachen, in denen in der Schweiz hauptsächlich adventistische Gottesdienste gefeiert würden, habe man sich wegen der Internationalität der Kirche entschieden, den Clip zusätzlich auch in Englisch, Portugiesisch und Spanisch zu produzieren. Damit profitierten nicht nur die entsprechenden kirchlichen Sprachgruppen in der Schweiz vom Clip, sondern auch jene der Weltkirche.

Die Clips in sechs Sprachen können auf YouTube angeschaut werden:
Deutsch: www.youtube.com/watch?v=7gWJiPd4vxA
Englisch: www.youtube.com/watch?v=mVTRRSC_yxo
Französisch: www.youtube.com/watch?v=4Mxgc5FqmDI
Italienisch: www.youtube.com/watch?v=PendazsJOG4
Portugiesisch: www.youtube.com/watch?v=3aRfPRvzgVg
Spanisch: www.youtube.com/watch?v=s3C8QwkOEMI
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Nelson Mandela von Adventisten gewürdigt

Silver Spring, Maryland/USA, 09.12.2013/APD   Zum Tod von Nelson Mandela hat der Weltkirchenleiter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Ted Wilson (Silver Spring, Maryland/USA), eine Stellungnahme veröffentlicht, in der er Nelson Mandelas Familie, dem südafrikanischen Volk und den weltweit um den Verstorbenen trauernden Menschen die Verbundenheit und das Beileid seiner Kirche ausdrückt. „Nelson Mandeals Leben der Vergebung und Versöhnung diente als Licht in einer Welt, die zu oft im Schatten von Vergeltung, Wut und Bosheit lebt“, sagte Pastor Wilson. Er wünsche, dass das gemeinsame Nachdenken über Mandelas Errungenschaften die Menschen in Frieden vereinen werde, da alle an diesem Prozess als durch die Gnade Jesu Christi mit Gott und Menschen Versöhnte teilhaben könnten.

Zur evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehören weltweit knapp 18 Millionen Mitglieder in 208 Ländern. Mehr als ein Drittel der Adventisten lebt in Afrika, ein weiteres Drittel in Mittel- und Südamerika. Die Kirche betreibt weltweit das größte protestantische Netz von Krankenhäusern und Schulen. Adventisten ermutigten Menschen zu einem erfüllten und frohen Leben, indem sie sich einsetzten, das Denken durch Bildung, den Körper durch eine gesundheitsbewusste Lebensweise und die spirituelle Beziehung zu Gott durch persönliches Bibelstudium und Gebet zu fördern. Mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA versuche die Kirche durch gemeinnützige Dienste und weltweite Projekte, bedürftigen Menschen, unabhängig von Religion, Rasse, Geschlecht oder politischer Überzeugung, zu helfen.
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Titus Müller, "Nachtauge"

Titus Müller, „Nachtauge“, Roman, Karl Blessing Verlag, München, 2013, 478 Seiten, kartoniert, gebunden, 19,99 Euro, ISBN 978-3-89667-458-6.

Ostfildern, 08.12.2013/APD   Der begabte Nachwuchsautor und Träger mehrerer Buchpreise hat sich diesmal an ein Kriegsthema herangewagt, in dem auch der Nationalsozialismus in seiner ganzen Rücksichtslosigkeit und Härte gestreift wird. Im Mittelpunkt steht eine deutsche Agentin, die in England ihr Unwesen treibt und schließlich ihrem Patriotismus zum Opfer fällt. Unter anderem war der britische Geheimdienst jahrelang hinter ihr her. Eine weitere Hauptperson des spannenden Romans ist der deutsche Lagerleiter osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen, der sich in eine Ukrainerin verliebt und mit ihr flüchtet. Bei dem militärischen Aspekt geht es um den erfolgreichen Bombenangriff englischer Kampfflugzeuge bei größter Geheimhaltung auf eine deutsche Talsperre, bei der auch die deutsche Spionin „Nachtauge“ auf der Strecke bleibt, auf deutscher Seite Tausende ertrinken und die deutsche Rüstungsindustrie einen herben Rückschlag erleidet.

Müllers Handlung beruht auf historischen Zeugnissen und eignet sich vor allem als Jugendliteratur.

Dr. Wolfgang Tulaszewski
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Tilman Jens, "Der Sündenfall des Rechtsstaats"

Tilman Jens, „Der Sündenfall des Rechtsstaats. Eine Streitschrift zum neuen Religionskampf. Aus gegebenem Anlass“, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, 2013, 128 Seiten, gebunden, 14,99 Euro, ISBN 978-3-579-06632-5.

Ostfildern, 07.12.2013/APD   In seinem Werk nimmt der Frankfurter Journalist und Buchautor die „Koalition der Frommen“ auf die Schippe, behandelt vor allem die derzeitigen Probleme der drei Weltreligionen und macht sich ernsthafte Gedanken über mögliche Lösungen. Natürlich geht es insbesondere um die Beschneidung von neugeborenen Juden und Muslimen, den vorzeitigen Rücktritt Papst Benedikt XVI. und den Missbrauch von Kindern durch Geistliche sowie die längst versprochene Entschädigung der Opfer. Auch die gesellschaftliche Anerkennung der Homosexuellen und Lesben sowie ihre finanzielle, sprich steuerliche Gleichstellung in zahlreichen Ländern, bereitet dem Schreiber einiges Kopfzerbrechen.

Die Abdankung Ratzingers hält Jens für „unstrittig, eine ungewohnt moderne Entscheidung. Mit einem Schlag schien die heilige Vaterschaft endlich, das Amt von Gottes Stellvertreter auf Erden heilsam entzaubert.“ Benedikts Wirken sei zwar von Menschenfreundlichkeit gekennzeichnet, außer zu Frauen, Homosexuellen, Nichtkatholiken und Opfern sexueller Gewalt!

Weiterhin sei die Beschneidung nach altem Brauch laut dem Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, unverhandelbar und absolut elementar. Sie gehört konstitutiv zum Glauben dazu. Ohne den Schnitt am Mannesgenital keine jüdische Identität. Der jüdische Historiker Michael Wolffsohn dagegen meint, jüdische Identität bestehe dann, wenn die Mutter eines Neugeborenen Jüdin sei.

Der Autor erinnert außerdem an die drei „Punkladies aus Russland“, die ihre Abneigung gegenüber Putin in einer russischen Kathedrale singend zum Ausdruck brachten und nun in einem Arbeitslager büßen müssen. Auch die kritischen Gedanken über Blasphemie und Antisemitismus von Tilman Jens lohnen zum längeren Verweilen der vorliegenden Lektüre.

Dr. Wolfgang Tulaszewski
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Emmy Award für Film eines adventistischen Drehbuchautors

New York City/USA, 06.12.2013/APD   In der Nacht des 2. Dezember fand in New York City die Vergabe der 41. „International Emmy Awards“ statt. Dabei wurde der ORF/ZDF-Koproduktion „Das Wunder von Kärnten“ in der Kategorie „TV-Movie/Mini-Series“ ein Emmy Award verliehen. Der Fernsehfilm basiert auf einer wahren Begebenheit. Das Skript dazu wurde vom adventistischen Drehbuchautor Christoph Silber gemeinsam mit Thorsten Wettcke verfasst, wie die Kirchenzeitschrift „Record“ der Siebenten-Tags-Adventisten berichtete. Die Premiere des Films habe nach Angaben des ORF im Januar 2012 ein Millionenpublikum erreicht.

Laut „Record“ handelten fast 75 Prozent des Films in einem Operationssaal. Er zeige detailliert die heroischen Anstrengungen eines Arztes, wie er unter extremem Stress alle Register ziehe, um in einem kleinen Zeitfenster für Wiederbelebungsbemühungen ein Kind zu reanimieren.

Diese Geschichte habe ihn fasziniert, sagte Christoph Silber, weil „sie die schwierige moralische Frage thematisiert, wie weit wir ins Leben eingreifen dürfen“. Zudem gehe es auch um das Thema, ob es Wunder gebe oder ob man durch ausharrendes Hoffen etwas Wundersames bewirken könne. Die Antwort werde dem Zuschauer überlassen.

Silber, der an der adventistischen La Sierra University, Riverside, Kalifornien/USA, als Gastdozent das Schreiben von Drehbüchern unterrichtet sowie Schreibkurse gibt, ist zweisprachig in Berlin und London aufgewachsen. Er hat alleine oder als Mitautor Drehbücher für 25 Filme geschrieben oder diese koproduziert sowie für Dutzende Fernsehfolgen in Deutschland, Österreich, England und den Vereinigten Staaten, seiner Wahlheimat.

Er sei besonders für Epochenfilme, wie den internationalen Hit „Good Bye Lenin“ (2003) bekannt und das von der Kritik gefeierte Bergsteigerdrama „Nordwand“ (2008), welches auf wahren Begebenheiten um den Erstbesteigungsversuch der Eiger-Nordwand in der Schweiz im Jahr 1936 basiere, so „Record“.

Derzeit arbeite Silber mit einer Produktionsfirma in London an einer TV-Kurzserie mit dem Titel „Nürnberg“. Das Projekt basiere auf den Prozessen gegen Nazi-Kriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof, die von 1945 bis 1949 in Nürnberg stattfanden.
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Weltweite Weihnachtskartenaktion für inhaftierte Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA, 05.12.2013/APD   Menschenrechtsaktivisten der Siebenten-Tags-Adventisten haben die weltweit knapp 18 Millionen Kirchenmitglieder aufgerufen, mit der Zustellung von Weihnachtskarten drei inhaftierte Adventisten zu ermutigen, die laut Angaben von Kirchenvertretern aufgrund falscher Anschuldigungen in Haft seien, wie Adventist News Network (ANN) berichtete.

„Alle können etwas für die inhaftierten Kirchenmitglieder tun. Wir wollen ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind und dass sie Brüder und Schwestern haben, die für sie beten“, sagte Dr. John Graz, Direktor der Abteilung Außenbeziehungen und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung. Laut ANN hätten die Kirchenvertreter Rechtsmittel und diplomatische Kanäle bemüht, um die Freilassung der drei Männer zu erwirken.

Togo
Pastor Antonio Monteiro und Gemeindeleiter Bruno Amah sind seit März 2012 in Lome, Hauptstadt des westafrikanischen Kleinstaats Togo, ohne Gerichtsverfahren inhaftiert. Ein geständiger Serienmörder habe Monteiro und Amah bezichtigt, an einem Bluthändlerring beteiligt gewesen zu sein. Obwohl bei Durchsuchungen ihrer Häuser und des Verwaltungssitzes der Kirche keinerlei belastendes Material gefunden worden sei und der Belastungszeuge angab, er habe die Beschuldigungen unter Gewaltanwendung der Polizei gemacht, sind der Pastor und der Gemeindeleiter seit mehr als 600 Tagen ohne Gerichtsverfahren inhaftiert.

In Französisch oder Englisch abgefasste Karten, aber keine Briefe, für Antonio Monteiro und Bruno Amah können laut ANN an die adventistische Kirchenleitung in Togo gesandt werden: Antonio Monteiro / Bruno Amah, Union du Sahel, B.P. 2157, Lomé, Togo.

Pakistan
Weihnachtskarten in Englisch sollen auch an Sajjad Masih, einen inhaftierten Adventisten in Pakistan, gesandt werden, dem Gotteslästerung (Blasphemie) per SMS vorgeworfen wurde. Obwohl der Beschuldiger die Anklage zurückgezogen habe und es dem Staatsanwalt nicht gelungen sei, Beweise für Sajjad Masihs Vergehen vorzulegen, wurde er nicht freigelassen.

Karten für Sajjad Masih können an die adventistische Kirchenleitung in Pakistan gesandt werden: Sajjad Masih, Pakistan Union, Post Box 32, Lahore, Pakistan.
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Flüchtlingshilfe in Mali

Wien/Österreich, 04.12.2013/APD   Im Januar 2012 brach ein bewaffneter Konflikt in Nordmali im Westen Afrikas aus, der durch den Putsch vom März 2012 und späteren Kämpfen zwischen Islamisten und den Tuareg noch komplizierter wurde. Dadurch seien über 300.000 Menschen innerhalb des Landes geflüchtet.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Österreich unterstütze gegenwärtig gemeinsam mit der Schwesterorganisation ADRA Deutschland Flüchtlingsfamilien in der Region Koulikouro mit Lebensmitteln für den Übergang. Rund 6.200 Familien mit Zugang zum Ackerland hätten zudem Saatgut und Werkzeuge erhalten, so der Direktor von ADRA Österreich, Marcel Wagner. 150 Frauen bekämen außerdem Geflügel für die Zucht. Es würden auch einige traditionelle Brunnen wieder aufgebaut. Ein ADRA Team unterweise die Familien, wie sie sich gesund ernähren können.
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Katholiken mit neuem "Gotteslob"

Bonn, 03.12.2013/APD   Die römisch-katholische Kirche hat am 1. Adventsonntag ihr neues Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“ mit einem Gottesdienst in Freiburg offiziell eingeführt. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, würdigte das nach fast 40 Jahren an den kirchlichen und gesellschaftlichen Veränderungen neu ausgerichtete Liederbuch. Ziel der Revision sei es gewesen, der Religiosität und Glaubenssuche der Menschen am Anfang des dritten Jahrtausends durch die Auswahl von Liedern, Texten und Gebeten gerecht zu werden. Das neue „Gotteslob“ solle nach und nach in allen römisch-katholischen Gemeinden Deutschlands, Österreichs und der Diözese Bozen-Brixen ausgeliefert und benutzt werden.

Erzbischof Zollitsch würdigte auch die Arbeit der Unterkommission „Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch“, die 2002 ihre Arbeit aufgenommen hätte. Das Ergebnis zeige, wie richtig es gewesen sei, für die Erneuerung Zeit aufzuwenden. „Eine ganze Reihe vertrauter Lieder bleibt uns erhalten. Sie sorgen für Kontinuität. Zudem sind in größerer Zahl Gebete aufgenommen worden, die in Hauskreisen und der Familie zur gemeinschaftlichen Feier einladen. Denn Glaube will gemeinsam gestaltet und gelebt werden. Und er braucht Ausdrucksformen, Lieder und Gebete, die in unsere Zeit sprechen, die die Situation der Menschen treffen“, so Zollitsch. Beidem werde das neue „Gotteslob“ gerecht.

Der Vorsitzende der Unterkommission für das neue Liederbuch, Bischof Dr. Friedhelm Hofmann (Würzburg), betonte: „Die Welt wandelt sich, die Kirche wandelt sich und wir Menschen wandeln uns auch. Wenn ein Gebet- und Gesangbuch Menschen, Kirche und Liturgie begleiten soll, muss es diese Veränderungen mitgehen und sich in Sprache und Inhalt den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft stellen.“ Rund 100 Frauen und Männer hätten mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen einen neuen Stammteil des „Gotteslob“ erarbeitet, der als gemeinsamer Inhalt in allen Diözesanausgaben des deutschsprachigen In- und Auslands enthalten sein werde.

Das neue Gesangbuch wird von der Deutschen Bischofskonferenz, der Österreichischen Bischofskonferenz und dem Bischof von Bozen-Brixen der römisch-katholischen Kirche herausgegeben. An dem Gemeinschaftswerk „Gotteslob“ haben sich 37 Diözesen beteiligt. Die bereits begonnene Auslieferung werde sich bis in den Frühsommer 2014 erstrecken. Die erste Auflage des liturgischen Werks betrage 2,14 Millionen Exemplare.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten will ebenfalls ein neues Liederbuch herausgeben. Es soll Ende 2014 unter dem Titel „glauben • hoffen • singen“ für die Adventisten in der Bundesrepublik und der deutschsprachigen Schweiz erscheinen. Es soll das bereits 30 Jahre alte Gesangbuch „Wir loben Gott“ und das vor neun Jahren erschienene Ergänzungsliederbuch „Leben aus der Quelle“, das vor allem jüngeres Liedgut enthält, ablösen.
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Jugendliche nutzen drei Stunden täglich das Internet

JIM-Studie 2013 veröffentlicht

Stuttgart, 02.12.2013/APD   Das Internet spielt im Alltag von Jugendlichen eine wichtige Rolle. Im Durchschnitt seien Zwölf- bis 19-Jährige in Deutschland von Montag bis Freitag 179 Minuten täglich online. Der Großteil dieser Zeit werde nach Angaben der Jugendlichen für den Bereich Kommunikation verwendet. Vor allem die Nutzung von Online-Communities spiele dabei für viele eine zentrale Rolle (75 Prozent mindestens mehrmals pro Woche). Weitere Internet-Angebote, die häufig von Jugendlichen genutzt würden, seien Suchmaschinen, wie beispielsweise Google (80 Prozent) und Videoportale, etwa YouTube (74 Prozent). Das sind einige Ergebnisse der JIM-Studie 2013 (Jugend, Information, Multi-Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest.

Auch für die Schule seien Computer und Internet für Jugendliche von großer Bedeutung. Nach eigenen Angaben nutzten Schüler zwischen zwölf und 19 Jahren Computer und Internet von Montag bis Freitag durchschnittlich 48 Minuten pro Tag, um zu Hause etwas für den Unterricht zu machen. Mit zunehmendem Alter steige die Zeit am Computer für Schularbeiten oder Lernen deutlich an, sodass 18- bis 19-jährige Schüler den PC mehr als eine Stunde pro Tag (68 Minuten) für die Schule nutzten. Entsprechend der Nutzung werde auch der Einfluss von Computer und Internet auf den Schulerfolg bewertet: 81 Prozent der Schüler fänden es sehr wichtig beziehungsweise wichtig, zu Hause Computer und Internet für die Schule zu haben.

Der Zugang zum Internet finde bei Jugendlichen insgesamt immer öfter auch über Smartphone oder Handy statt. 73 Prozent der Internetnutzer hätten in den 14 Tagen vor der Befragung das Internet über ihr Smartphone genutzt. Im Vergleich zur Erhebung im Vorjahr zeige sich dabei eine deutliche Steigerung (2012: 49 Prozent). Somit sei die Internetnutzung über Handy ähnlich relevant wie der Zugang über Computer oder Laptop (87 Prozent).

Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Multi-Media) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk jährlich durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für die Befragung wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren im Frühsommer 2013 telefonisch befragt. Neben Fakten zum Thema Internetnutzung enthält die Studienreihe Basisdaten zum Freizeitverhalten der Jugendlichen sowie Mediennutzungsdaten zu Fernsehen, Radio, Internet, Handy, Büchern und Computerspielen.
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Internationales Symposium: "Wie eliminiert man eine Krankheit?"

Basel/Schweiz, 01.12.2013/APD   Beim Symposium vom 29. November zu überwindbaren Krankheiten am Novartis-Hauptsitz in Basel bekräftigte der Geschäftsführer des Pharmaunternehmens, Joseph Jimenez, das Ziel, Lepra für immer zu bannen, wie die Evangelische Lepra-Mission Schweiz mitteilte. „Noch immer ist Lepra ein tiefer Einschnitt ins Leben. Doch es ist eine heilbare Krankheit. Unser Ziel ist es, dass Lepra nicht mehr existiert“, so Jimenez. Laut Hilfswerk gebe Novartis die Lepra-Medikamente kostenlos ab.

Lepra wäre heilbar, und die Anzahl Neuerkrankter sei weltweit jährlich auf 250.000 Fälle gesunken. Doch die letzte Meile zur Ausrottung der Krankheit gestalte sich am schwierigsten, teilte Ann Aerts, Leiterin der „Novartis Foundation“, mit. Das Problem bestehe darin, so Cairns Smith, Professor an der schottischen Universität Aberdeen und Präsident der Lepra-Mission, dass die Krankheit eine Inkubationszeit von bis zu zehn Jahren habe. In dieser Zeit könnten andere Menschen angesteckt werden. Deshalb würden in Asien, Afrika und Südamerika Profilaxe-Pilotversuche mit Angehörigen und Nachbarn laufen.

Wichtig sei zudem die Aufklärung besonders in Gegenden, in denen Menschen arm seien, so Professor Smith. „Noch immer verstecken mancherorts die Betroffenen ihr Leiden, weil es in diesen Gegenden weiterhin als Fluch der Götter dargestellt wird und der Ausschluss aus der Gesellschaft droht.“

Die drei entscheidenden Punkte zur Eliminierung der Krankheit seien laut Smith: Die Früherkennung sowie deren umgehende Behandlung, die Profilaxe, die nun getestet werde, und die Entwickelung von Impfstoffen.

Die Medikamente aus Basel würden an die Weltgesundheitsorganisation WHO geliefert und gelangten von dort an die Landesregierungen. Diese würden sie an die Fachleute abgeben, welche die Krankheit bekämpften. In Ländern, wie Indien oder Bangladesch, geschehe das in weiten Landesteilen durch die Lepra-Mission, heißt es in deren Medienmitteilung. „Wir übernehmen die Feinverteilung. Dass die Medikamente kostenlos sind, ist sehr wertvoll“, sagte Markus Freudiger, stellvertretender Geschäftsführer der Lepra-Mission Schweiz. Aufwändig sei auch die Arbeit vor Ort. Es müssten in ländlichen Gegenden „akribisch nach Betroffenen gesucht sowie ihre Wunden und Geschwüre teils über Monate gepflegt werden“.

Das Bakterium, welches Lepra verursache, könne mit einer rund sechs bis zwölfmonatigen Antibiotika-Behandlung vollständig aus dem Körper entfernt werden. Lepra sei heilbar, der Folgeschaden aber nicht. Bereits vorhandene Behinderungen blieben. Bei einem geschädigten Nervensystem komme etwa das verlorene Gefühl in den Händen oder Füssen nicht mehr zurück. In Zentren der Lepra-Mission entwürfen die Betroffenen ihr Leben neu und lernten beispielsweise, einen Topf immer mit einem Schutz anzufassen, da sie mit ihren gefühllosen Fingern nicht bemerken würden, dass sie sich am heißen Metall verbrennten.

Die Lepra-Mission engagiert sich als christliche Entwicklungsorganisation im Kampf gegen die Ursachen und Folgen von Lepra. Sie unterstützt seit mehr als 100 Jahren Krankenhäuser, Ausbildungszentren, Präventions-, Selbsthilfe- und Rehabilitationsprojekte. Die Lepra-Mission ist in rund 30 Ländern tätig, vorwiegend in Indien, Südostasien und Afrika. Ihre Hilfe erreicht mehrere Millionen Menschen in Armut, bringt ihnen Hoffnung und verändert ihr Leben. Die Schweizer Lepra-Mission mit Sitz in Herzogenbuchsee, Kanton Bern, setzt ihren Schwerpunkt auf die Arbeit in Indien, Bangladesch, Nepal, DR Kongo und Niger. Das Schweizer Hilfswerk gab für diese Projektarbeit im letzten Jahr 1,053 Millionen Schweizer Franken (854.000 Euro) aus.
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