Vielerlei Hilfe für Bedürftige in Mali

Weiterstadt bei Darmstadt, 30.06.2014/APD   Die Unruhen in Mali hätten über 300.000 Menschen aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen. Sie seien zwar im Land geblieben, lebten aber seitdem in einer anderen Region, in der sie ihr Leben neu ordnen müssten, berichtete die Adventistische Entwickungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland. In den Dörfern von Banamba im Südwesten Malis hätten nur sechs Prozent der Haushalte eine gesicherte Nahrungsmittelversorgung. Um den Menschen zu helfen, verteile ADRA Agrarkörbe für die Bauern mit Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmitteln. Geräte-Ausstattung mit Schubkarren, Hacken, Rechen und Macheten ermöglichten ihnen, die Felder zu bestellen.

In sogenannten „Food for Work“-Programmen biete ADRA Nahrungsmittel gegen regelmäßige Mitarbeit bei Aufbauprojekten an. Die arbeitsfähigen Männer unterstützten ADRA beispielsweise bei der Reparatur von vier Trinkwasserbrunnen. Wer nicht auf dem Feld arbeiten könne, gehe dennoch nicht leer aus. 402 Haushalte, besonders Witwen mit Kindern und ältere Menschen, versorge ADRA mit Nahrungsmittelpaketen, die Hirse, Bohnen, Öl, Reis und Salz enthielten. Zusätzlich schule das Hilfswerk Mütter, wie sie die erhaltenen Lebensmittel richtig verarbeiten und lange nutzen könnten.

Besonders Frauen hätten es in Afrika durch ihre traditionelle Rolle als Hausfrau und vielfache Mutter schwer, ein eigenes Einkommen zu erlangen. Sie versorgten die Kinder, arbeiteten auf dem Feld und müssten häufig lange Fußmärsche in Kauf nehmen, um an Trinkwasser für die Familie zu gelangen. Um ihnen eine einfache Nahrungs- und Einkommensquelle zu erschließen, habe ADRA 150 Frauen Hühner geschenkt. Diese könnten sie in der Nähe ihres Hauses halten und gut in ihren Tagesablauf integrieren.

In Timbuktu und Gao im Norden Malis unterstütze ADRA mit finanzieller Hilfe des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland Familien, die aufgrund der politischen Lage vorübergehend ihre Heimat verlassen hätten und nun wieder zurückkehrten. Besonders Schwangere, stillende Mütter, Blinde und Menschen mit Behinderungen erhielten Unterstützung bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Zum Beispiel verteile ADRA Material zum Färben von Leder und Stoffen oder Nähmaschinen, damit sich die Rückkehrer in ihrer Heimat bald ein eigenes Einkommen erwirtschaften könnten.

Viele Lehmhütten seien nach der langen Zeit ohne Pflege von der Witterung zerstört. ADRA unterstütze die Menschen beim Wiederaufbau ihrer Unterkünfte. Auch erhielten die Familien eine Grundausstattung mit Hygieneartikeln, Kochtöpfen, Wasserbehältern und Decken. Zusätzlich übernehme das Hilfswerk die Schulkosten für 200 Kinder, damit sie nach ihrer Ausbildung später ihr Dorf bei der Weiterentwicklung unterstützen könnten.
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Prüfungen am Samstag ein Problem für adventistische Schüler in Russland

Moskau/Russland, 29.06.2014/APD   Weil sie am Ende der neunten Klasse die landesweite Abschlussprüfung in Mathematik aus religiösen Gründen am 31. Mai, einem Samstag, nicht schrieben, wurden neun Schüler, deren Eltern Mitglieder der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sind, nicht in die zehnte Klasse versetzt. Adventistische Christen feiern den Samstag (Sabbat), den biblischen Ruhetag, und überlassen es ihren Jugendlichen, ob und wann sie sich durch die Erwachsenentaufe der Kirche anschließen wollen. Die Verantwortlichen der öffentlichen Schule in Belgorod/Russland, 660 Kilometer südlich von Moskau, nahe der Grenze zur Ukraine, hätten Anfragen der neun Schüler wegen Ausweichdaten schlichtweg abgelehnt, berichtete Andrew McChesney, Russland-Korrespondent von „Adventist News Network“ (ANN).

Die Schulbehörden der russischen Föderation hätten zwar das Prüfungsdatum landesweit auf Samstag, 31. Mai festgelegt, aber vorhergesehen, dass Schüler aus religiösen Gründen am Samstag die Prüfung nicht zu schreiben bräuchten. Dafür habe es zwei alternative Prüfungsdaten am 16. oder 19. Juni gegeben.

Adventistische Kirchenleiter in Russland hätten nach der Verweigerung des alternativen Prüfungsdatums in Belgorod schriftlich bei den Bundesbehörden der Russischen Föderation interveniert. „Für uns ist dies eine unhaltbare Situation“, schrieben sie. „Wir appellieren an die Führung der Russischen Föderation sowie auch an weitere staatliche Instanzen und religiöse Vereinigungen, alle gesetzlichen Maßnahmen zu ergreifen, um diese Verletzung des Rechts in der Region Belgorod zu beseitigen.“

Laut ANN stehe im Brief, dass die lokale Schulleitung und die zuständigen Beamten für Bildung „in grober und beleidigender Weise“ Druck auf die adventistischen Eltern ausgeübt hätten, die Kinder aufzufordern, ihrer religiösen Überzeugung abzusagen und das Examen am vorgegebenen Datum zu schreiben. Diese Vorgehensweise sei eine „Beleidigung der Gefühle der Gläubigen“, heiße es in dem Brief.

Das Strafgesetz Russlands verbiete es „die Gefühle von Gläubigen zu verletzen“, so ANN. Wegen dieser Anklage seien zwei Punk-Rockerinnen der „Pussy Riots Band“ verurteilt und inhaftiert worden. Laut Wikipedia hätten sie 2012 ein „Punk-Gebet“ gegen die Allianz von Kirche und Staat vor dem Altar der größten russisch-orthodoxen Kirche, der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau, vorgetragen. Der filmische Mitschnitt sei bei der Veröffentlichung im Internet mit einer neuen Tonspur unterlegt worden, bei der auch Präsident Putin erwähnt werde.

„Für uns ist das, was in der Region Belgorod geschehen ist, ein eklatanter Verstoß gegen den Grundsatz der Gewissensfreiheit und des verfassungsmäßigen Rechts auf Bildung“, heißt es im Schreiben an die Russische Föderation. „Selbst in der Zeit, als die Sowjetunion noch bestand und alle religiösen Organisationen verfolgt wurden, haben die Beamten Kinder religiöser Familien nicht der Möglichkeit beraubt, die Sekundarschulbildung abzuschließen.“

Nach Angaben eines Briefunterzeichners hätten sich die Behörden von Belgorod am 24. Juni telefonisch gemeldet und angeboten, dass die neun Schüler das Examen im August, kurz vor Beginn des neuen Schuljahres, nachholen könnten.

Ausbildung kontra Sabbat in Russland
Seit der Auflösung der Sowjetunion 1991 hätten Adventisten in Russland ihren Glauben relativ ungehindert ausleben können, so ANN. Die Einhaltung des Sabbats als biblischer Ruhetag sei aber für adventistische Schüler und Studenten immer ein Problem gewesen. Es existiere in Russland nur eine adventistische Ausbildungsstätte, die Zaoksky Adventist University, bei Tula, 180 Kilometer südlich von Moskau, auf deren Campus es auch eine Sekundarschule sowie ein Gymnasium gebe.

Sabbatproblematik in der Schweiz
Die gleiche Problematik bestehe auch für sabbathaltende Adventisten in der Schweiz. Es sei für adventistische Studenten und Arbeitnehmer schwierig, bei Lehrkräften, Schulleitungen, Universitäten und Arbeitgebern Verständnis für ihr Gewissensanliegen zu finden, betonte Pastor Herbert Bodenmann, zuständig für Außenbeziehungen und Religionsfreiheit der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz.

„Es wird versucht, auf die adventistischen Jugendlichen Einfluss zu nehmen, indem man ihnen sagt, dass ein alternativer Prüfungstermin mit immensem Aufwand verbunden sei und sie doch einmal eine Ausnahme machen könnten“, so Bodenmann. Manchmal werde auch vorgeschlagen, dass ein adventistischer Pastor einen Dispens schreiben soll. „Das funktioniert bei evangelischen Christen aber nicht, denn sie haben nicht ein Problem mit ihrer Kirche, sondern mit ihrem Gewissen“, betonte der Pastor, „dieses Problem ist nicht delegierbar“. Adventistische Arbeitnehmende würden oft von ihren Vorgesetzten mit dem Argument unter Druck gesetzt, dass sie sich unkollegial verhielten, wenn sie bei einer ausnahmsweise angesetzten Samstagarbeit nicht erschienen.

Vor allem in den 1950er Jahren hätten adventistische Eltern in der Schweiz um die Befreiung von der Schulpflicht am Samstag für ihre Kinder gekämpft. Diese Auseinandersetzungen seien im „Memorandum zum Schutze der religiösen Minderheiten in der Schweiz“ festgehalten, so Bodenmann. Es habe kantonal sehr unterschiedliche behördliche Maßnahmen gegeben. „Die Eltern sind für das Versäumen der Schulpflicht am Samstag pro Kind im Kanton Waadt mit ‚milden‘ zwei Franken bestraft worden, in anderen Kantonen hat es aber empfindliche Bußen gegeben.“ Die Einführung der Fünftagewoche habe das Problem wesentlich entschärft, aber nicht beseitigt.

Sabbatproblematik in Deutschland
„Die Möglichkeit, aus religiösen Gründen am Samstag von Unterrichts- und Prüfungsveranstaltungen an öffentlichen Schulen und Hochschulen befreit zu werden, ist für Schüler und Studierende, die sich dem biblischen Gebot der Sabbatfeier verpflichtet fühlen, ein wichtiges Element der Religionsausübungsfreiheit“, betonte der Leiter des Instituts für Religionsfreiheit an der adventistischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, der Jurist Dr. Harald Mueller. Es sei etwas ruhiger um diese Thematik geworden, seit in vielen Bundesländern an Samstagen kein regulärer Unterricht mehr stattfinde. Trotzdem komme es hin und wieder zu Schwierigkeiten, die in den meisten Fällen auf unterer Ebene im direkten Kontakt mit den betreffenden Lehrkräften lösbar wären. Gleichwohl solle laut Mueller nicht aus dem Blick geraten, dass eine Unterrichtsbefreiung an Samstagen kein irgendwie gearteter Gnadenakt der Unterrichtenden sei, sondern Ausfluss der in Artikel 4 Absatz 1 des Grundgesetzes geschützten Religionsfreiheit. In einer Anzahl von Bundesländern sei eine religiös motivierte Unterrichtsbefreiung an Samstagen per Erlass, Rechtsverordnung oder sogar im Schulgesetz selbst geregelt.

„Anders als bei allgemeinbildenden Schulen ist im Hochschulbereich eine Befreiung von verpflichtenden Lehrveranstaltungen und Prüfungen an Samstagen mitunter problematisch“, teilte Dr. Mueller mit. Eine Befreiungsregelung wie im schulischen Bereich gebe es für die Hochschulen nicht. Grundsätzlich sei aber davon auszugehen, dass bei rechtzeitig vorgetragenen Einzelfällen eine Klärung unter Beachtung des Grundrechts auf freie Religionsausübung herbeigeführt werden könne. In einen Beschluss vom 7. August 1984 (Az. 5 B 1257/84) habe das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen zwei adventistischen Studentinnen Recht gegeben, die sich mehrfach um die Verlegung von Prüfungsterminen an Samstagen bemüht hätten. Auf die Problematik von Hochschulprüfungen an Samstagen hätte auch der Zentralrat der Juden in Deutschland 2005 die Kultusministerkonferenz aufmerksam gemacht, so Mueller. Daraufhin habe die Hochschulrektorenkonferenz in einem Schreiben vom 19. Mai 2005 die Rektoren und Präsidenten der Hochschulen in Deutschland gebeten, Studierenden jüdischen Glaubens entgegenzukommen, etwa indem das Nichterscheinen zu Prüfungen am Sabbat nicht als Fehlversuch gewertet werde oder alternative Prüfungstermine angeboten würden.
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Kein Bibelmangel, aber Mangel an Bibelkenntnis

Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft in Wuppertal

Wuppertal, 27.06.2014/APD   Die Gründungsimpulse und die Zukunft der Bibelgesellschaften standen im Mittelpunkt der Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG) in Wuppertal. Sie fand mit 60 Delegierten aus regionalen Bibelgesellschaften, evangelischen Landeskirchen und Freikirchen aus Anlass der Gründung der damaligen Bergischen Bibelgesellschaft vor 200 Jahren im Rheinland statt.

„Wir können die Herausforderungen zuversichtlich angehen“, betonte DBG-Generalsekretär Dr. Christoph Rösel angesichts der Veränderungen in der Medienwelt und im Buchhandel. Überall spüre er etwas von der Wertschätzung, die der Bibelgesellschaft entgegengebracht werde, so der Theologe in einer Zwischenbilanz nach knapp hundert Tagen im neuen Amt. Die Umsätze 2013 bezeichnet er im klassischen Bereich der Bibelverkäufe trotz eines leichten Minus von 1,3 Prozent auf 5,77 Millionen Euro als „akzeptabel“.

Im Zentrum der strategischen Überlegungen für 2020 stehe der Kernsatz: „Die Deutsche Bibelgesellschaft ist das Bibel-Kompetenzzentrum“. Dazu gehöre, gemeinsam mit Partnern Bibeln für Menschen in jeder Lebenslage zu übersetzen, zu entwickeln und zu verbreiten. In der verlegerischen Arbeit stünden die Herausgabe einer durchgesehenen Lutherbibel zum Reformationsjubiläum 2017 sowie die komplette Übersetzung der Bibel mit dem Alten Testament für die „Basis-Bibel“ und die „Neue Genfer Übersetzung“ im Mittelpunkt. In der internationalen Arbeit hob Rösel den weiter wachsenden Bedarf an Bibeln hervor. Die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft unterstütze die Übersetzung und Verbreitung der Heiligen Schrift unter anderem in China, der Ukraine, Zentralasien und dem Baltikum.

„Mehr von Luther“ versprach der DBG-Vorsitzende und ehemalige bayerische Landesbischof Dr. Johannes Friedrich durch die für 2017 vorgesehene neue Ausgabe der klassischen deutschen Luther-Bibelübersetzung. Bei der Durchsicht gehe es darum, moderne bibelwissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen. In Sprache und Theologie sei man jedoch nahe an der ursprünglichen Übersetzung des Reformators.

„Zugang zur Bibel zu haben, ist für die Menschen in unserem Land nicht das Problem, wohl aber zunehmend wirklich Zugang zur Bibel zu finden“, betonte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, beim Landeskirchlichen Abend im Internationalen Evangelischen Tagungszentrum Wuppertal. Es gehe heute weniger darum, einem Bibelmangel abzuhelfen, als darum, Bibelkenntnis zu vermitteln. Als Beispiel nannte er, dass in Deutschland immerhin 39 Prozent der Sechs- bis Zwölfjährigen nicht wüssten, warum Weihnachten gefeiert werde.

In verschiedenen Szenen wurde beim Jubiläumsabend „Mr. Pinkertons Reise“ von 1814 dargestellt. Pinkerton war Mitarbeiter der „Britischen und Ausländischen Bibelgesellschaft“ und gab damals in Amsterdam, Rotterdam, Elberfeld, Hannover, Berlin, Finsterwalde, Dresden und Breslau den Impuls zur Gründung von Bibelgesellschaften. Ebenfalls auf Initiative der Briten entstanden vor 200 Jahren Gesellschaften in Hamburg und Lübeck. Die damals gegründete Bergische Bibelgesellschaft ist heute als Evangelisches Bibelwerk im Rheinland in der rheinischen Kirche tätig.

Bei der Deutschen Bibelgesellschaft erscheinen die Lutherbibel im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland und die „Gute Nachricht Bibel“. Mit der „Basis-Bibel“ bietet die DBG die erste Bibelübersetzung an, die den gewandelten Lesebedürfnissen des 21. Jahrhunderts durch zeitgemäßes Deutsch mit klaren, prägnanten Sätzen, rhythmischer Sprache, zahlreichen Sacherklärungen und Hintergrundinformationen im Internet gerecht werden möchte. Zu den über 500 Titeln des Verlages zählen außerdem wissenschaftliche Ausgaben, Hörbibeln, elektronische Medien, fremdsprachige Ausgaben und Kinderbibeln.
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Vertreter der Weltweiten Evangelischen Allianz bei Papst Franziskus

Bonn, 27.06.2014/APD   Der Papst hat drei charismatische und drei evangelikale Leiter zu einem privaten Gespräch eingeladen, darunter die Vertreter der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) Geoff Tunnicliffe (Generalsekretär), Brian Stiller (Globaler Botschafter) sowie Thomas Schirrmacher, Vorsitzender der Theologischen Kommission, heißt es in einer Presseinformation der „Bonner Querschnitte“ (BQ).

Über das Gespräch sei zunächst weitgehend Stillschweigen vereinbart worden. Zusammenfassend wurde mitgeteilt, dass der Papst über die in Kürze anstehende Kurienreform und weitreichende Pläne berichtet habe, die das ökumenische Verhältnis zu anderen Kirchen betreffen würden. Am Rande des Gespräches habe der Papst mit Schirrmacher eine stärkere Zusammenarbeit in Fragen der Christenverfolgung und des Einsatzes für Religionsfreiheit vereinbart, eine „Ökumene des Blutes“, wie Franziskus es genannt habe. Dabei hätten sie auch über kritische Situationen gesprochen, in denen römisch-katholische und evangelikale Kirchen angesichts von Diskriminierung und Verfolgung mehr gegen- als miteinander arbeiteten. Laut BQ wollten dies beide Seiten ändern.

In einem kurzen Interview gegenüber dem Christlichen Medienmagazin „pro“ schilderte Thomas Schirrmacher seine Eindrücke von der Begegnung.

pro: Herr Schirrmacher, welchen Eindruck hatten Sie vom Papst?
Thomas Schirrmacher: Wenn man bedenkt, dass er gerade die Mafia exkommuniziert hat und die große Kurienreform kurz bevorsteht, die noch tiefer als die bisherigen Änderungen in die Struktur des Vatikan und der Katholischen Kirche eingreifen und auf viel Widerstand stoßen wird, wirkte der Papst sehr aufgeräumt und entspannt. Er nahm sich deutlich mehr Zeit als angesetzt, um uns seine Pläne zu erläutern und sich unsere Fragen anzuhören.

Privat beim Papst, geht das? War denn kein Arbeitszweig des Vatikans involviert?
Ich hatte vorher mit Kurt Kardinal Koch, dem Vorsitzenden des Päpstlichen Rates für die Einheit der Kirchen, ein Informationsgespräch. Danach hat einer der Teilnehmer den Kardinal informiert. Aber wir waren bewusst als Freunde eingeladen, denen der Papst vertraute, das meiste für sich zu behalten und umgekehrt ihm reinen Wein in Bezug auf einige ökumenische Probleme einzuschenken. Deswegen war keine Institution des Vatikans involviert. Der Termin wurde direkt telefonisch mit dem Papst vereinbart. Da es mein dritter Besuch bei ihm war, war die Situation entspannt.

Was war für Sie das entscheidende Ergebnis?
Wie gesagt, das meiste ist vertraulich. Die etwas merkwürdige Teilnehmerliste wird sicher in den nächsten Tagen öffentlich, ob es zu einer Presseinformation kommen wird, ist noch offen. Auch wenn wir nicht in offizieller Mission da waren, haben der Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, Geoff Tunnicliffe, der Globale Botschafter der WEA, Brian Stiller, und ich vor allem die Christenverfolgung thematisiert. Dies ist ein Thema, das den Papst tief aufwühlt, und zwar nicht nur, wenn es Katholiken betrifft. Er hat uns für die Zukunft eine viel engere Zusammenarbeit zugesagt. Einige der diskutierten oder schon geplanten gemeinsamen Aktionen werden sicher in Kürze bekanntgegeben werden.

Privater Plausch vor Theologie, der neue Weg der Ökumene?
Der Papst hat uns sehr viel über seine theologische Sichtweise anvertraut, ganz auf einer Linie mit dem ausgezeichneten Apostolischen Schreiben vom November 2013 „Evangelii Gaudium“, das bis auf das Schlusskapitel über Maria eine schon fast evangelikal zu nennende Bibelarbeit über Evangelium und Evangelisation enthält. Wir waren ebenso theologisch gut vorbereitet und hatten mit Thomas K. Johnson und Titus Vogt zwei Experten der Theologischen Kommission der WEA in Rom mit dabei. Die Zeiten, in denen Dialog und Ökumene nur funktionieren, indem man nicht offen mit theologischen Wahrheitsfragen umgeht, sind meines Erachtens ebenso vorbei wie ein notwendiger Dialog mit anderen Religionen, der meint, vorab den eigenen Glauben in Frage stellen zu müssen.
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Rotary Club unterstützt weiterhin Tansania-Projekt der Hochschule Friedensau

Friedensau bei Magdeburg, 26.06.2014/APD   Die Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg und der Rotary Club Burg-Genthin haben ihre Vereinbarung für das Schulprojekt „Lehrer für Massaikinder in Tansania“ um weitere drei Jahre verlängert.

Für László Szabó, Dozent für Weltmission und Gemeindeaufbau der Hochschule, der das Tansania-Projekt betreut, sei wichtig, der Bevölkerung in einem der ärmsten Länder der Welt Bildung zu ermöglichen. Die meisten Massai könnten weder lesen noch schreiben, und wären damit nicht in der Lage, ihre Interessen zu vertreten oder eine Lebensperspektive zu finden. Szabó betreue das Projekt seit 2009. Seither hätten sieben Schulen gebaut werden können, in denen 400 Schüler und Schülerinnen unterrichtet würden. Der Rotary Club finanziere bereits seit drei Jahren einen Lehrer, der in zwei Dörfern unterrichte, in denen es kein Wasser und keinen Strom gebe. Ziel der Unterstützung sei, so Szabó, die Hilfe zur Selbsthilfe. Schon jetzt wäre die Bevölkerung vor Ort aktiv an allen Prozessen beteiligt, „damit das Aufgebaute auch später gut bewahrt wird“.

Der Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau, Professor Dr. Friedbert Ninow, bedankte sich bei den amtierenden Präsidenten des Rotary Clubs Rainer Aumann und Peter Ewert für die Unterstützung eines Projektes, an das der Club zwar nicht direkt angebunden sei, es aber mit großem Engagement verfolge. Aumann betonte, dass der seit 20 Jahren bestehende Rotary Club immer sozial tätig gewesen sei, wie zum Beispiel in Projekten für Musikschulen, Kindergärten, bei der Hochwasserhilfe oder in Schulprojekten im Ausland. Für die Unterstützung des Projektes in Tansania, das bereits seit drei Jahren gefördert werde, wären alle Voraussetzungen „vorbildlich“ erfüllt: „das Projekt ist Kultur unterstützend, die Bevölkerung steht dahinter, vor Ort sind Ansprechpartner vorhanden, die Betreuung und der Informationsfluss sind gewährleistet und das Projekt ist langfristig angelegt“.

Die staatlich anerkannte Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet. Sie hat die Fachrichtungen Christliches Sozialwesen und Theologie. An ihr sind rund 190 Studierende aus 32 Ländern eingeschrieben.
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Methodisten entscheiden in der Schweiz gegen Präimplantationsdiagnostik

Frauenfeld/Schweiz, 25.06.2014/APD   Die vom 19. bis 22. Juni in Frauenfeld im Kanton Thurgau tagende Jährliche Konferenz Schweiz-Frankreich-Nordafrika der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) hat eine Stellungnahme gegen die Präimplantationsdiagnostik (PID) verabschiedet. Aktueller Anlass zur Beratung über die Frage ist die Abstimmung der Schweizer Bürger im Jahr 2015 über die Einführung der PID. Sie ist ein medizinisches Verfahren, mit dem im Rahmen einer künstlichen Befruchtung Embryonen genetisch untersucht werden, bevor eine Übertragung zur Herbeiführung einer Schwangerschaft in die Gebärmutter erfolgt. Damit soll verhindert werden, dass auf künstlichem Weg gezeugte Kinder geboren werden, die an bestimmten genetisch bedingten Krankheiten leiden. Bisher ist dieses Verfahren in der Schweiz verboten.

Lebhaft und kontrovers sei laut EMK die Stellungnahme zur Präimplantationsdiagnostik des EMK-Ausschusses für „Kirche und Gesellschaft“ diskutiert worden. Die PID werfe grundlegende Fragen auf und führe zu Folgeproblemen, heißt es darin. So müsse darüber entschieden werden, „was lebenswertes und was lebensunwertes Leben ist“. Auch wenn dies in einem sehr frühen Stadium menschlichen Lebens geschehe, definierten solche Entscheidungen auch den Wert des Lebens von Erwachsenen, die an den Krankheiten litten, welche durch die PID erfasst werden könnten. Aus Sicht der EMK stelle die Präimplantationsdiagnostik den unantastbaren Wert des von Gott geschaffenen menschlichen Lebens in Frage. In diesem Zusammenhang seien in der Resolution die sozialen Grundsätze zitiert worden, die für die EMK weltweit Gültigkeit hätten: „Wir lehnen gentechnologische Maßnahmen mit eugenischer Ausrichtung ab, und solche, die zur Produktion überzähliger Embryonen führen.“ Die Delegierten der Jährlichen Konferenz nahmen die PID-Stellungnahme mit 80 zu 74 Stimmen an.

Der Text der „Resolution: Keine Urteile über lebensunwertes menschliches Leben zulassen“ kann als PDF-Datei im Internet heruntergeladen werden unter http://www.emk-schweiz.ch/uploads/media/Stellungnahme_zur_Praeimplatationsdiagnostik.pdf
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Gebetsgeschichten auf "Hope Channel" TV

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 24.06.2014/APD   In der neuen Sendereihe „In seiner Hand“ beim adventistischen Fernsehsender „Hope Channel“ erzählen Menschen von ihren Gebetserlebnissen mit Gott. Manche hätten erfahren, dass er schnell auf ihr Gebet geantwortet habe, so Birgit Kiepe, Mitarbeiterin des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, welches die Beiträge produziert. Manche warteten immer noch auf eine Antwort von Gott. Trotz der unterschiedlichen Erfahrungen hätten alle erlebt, dass Gott für sie da sei und wüssten, dass er sie höre. Sie seien der Überzeugung, Gott halte alles in seiner Hand.

Mit der neuen Sendereihe „In seiner Hand“ möchte der „Hope Channel“ laut Birgit Kiepe nicht nur Zuschauer zum persönlichen Gebet ermutigen, sondern auch die Möglichkeit geben, dass Menschen ihre persönlichen Erfahrungen mit Gott erzählen könnten.

„In seiner Hand“ ist ab Montag, dem 7. Juli um 20.45 Uhr auf dem „Hope Channel“ zu sehen.

Der Fernsehsender „Hope Channel Deutsch“ gehört zum Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ mit Sitz in Alsbach-Hähnlein. Träger ist die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.
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Ein Abiturient der "Marienhöhe" mit Traumnote 1,0

Darmstadt, 23.06.2014/APD   Die Abiturprüfungen absolvierten 94 Gymnasiasten und Kollegiaten (2. Bildungsweg) am Schulzentrum „Marienhöhe“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Darmstadt. Ein Abiturient erhielt die Traumnote 1,0. Einer bestand die Prüfungen nicht. Der Gesamtnoten-Durchschnitt aller Abiturienten lag bei 2,33.

Die adventistische Bildungsstätte besuchten im abgelaufenen Schuljahr 697 Schülerinnen und Schüler. Nur 14 Prozent stammen aus einem adventistischen Elternhaus. Von den 64 Lehrkräften sind 34 Siebenten-Tags-Adventisten. Das 1924 gegründete Schulzentrum hat seit 1950 ein staatlich anerkanntes Gymnasium. 1994 folgten die Real- und 2010 die Grundschule.

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Reorganisation im adventistischen Verlagswesen in den USA

Silver Spring, Maryland/USA, 22.06.2014/APD   Die Mitgliederversammlungen der nordamerikanischen, adventistischen Verlage „Review and Herald Publishing Association“ und „Pacific Press Publishing Association“ haben am 17. Juni nacheinander mit Zweidrittelmehrheit für eine Reorganisation gestimmt, die von der Gemeindezeitschrift „Adventist Review“ (AR) als „historisch“ bezeichnet wurde. Mit der Reorganisation hofften die Kirchenleiter die digitale Präsenz und die langfristige Rentabilität der Verlagsarbeit zu sichern. „Pacific Press“ sei mit diesen Beschlüssen zu einer Institution der Nordamerikanischen Kirchenleitung (NAD) geworden und habe weiterhin eine eigene Druckerei. „Review and Herald“ wäre eine Institution der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) und gebe die Druckerei auf.

Die „Review and Herald Publishing Association“ wurde 1849 in Rocky Hill, Conneticut/USA, von James White (1821-1881), dem Mitbegründer der Siebenten-Tags-Adventisten, geschaffen. Das finanziell angeschlagene Verlagshaus werde laut AR die Druckerei in Hagerstown, Maryland, schließen und im Verwaltungsgebäude der Weltkirchenleitung in Silver Spring, Maryland, Büros beziehen. Dort werde „Review and Herald“ weiterhin Bücher, Zeitschriften und Studienanleitungen zur Bibel herstellen, aber ohne diese selbst zu drucken, sagte Pastor Delbert Baker, einer der neun Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung. Grundstück, Gebäude und Arbeitsmittel von „Review and Herald“ sollten verkauft werden. Der Erlös komme der „Pacific Press“ zugute, um deren Druckerei kostengünstig betreiben zu können sowie einen Mehrschichtbetrieb und die Entwicklung von e-books, Apps sowie andere Formen digitaler Medien zu ermöglichen. „Wir glauben, dass es eine große Zukunft für Medienprodukte gibt, aber nicht unbedingt für Druckerzeugnisse“, sagte Robert Lemon, Finanzchef der adventistischen Weltkirchenleitung.

Etliche Mitarbeiter von „Review and Herald“ könnten möglicherweise von „Pacific Press“ übernommen werden, ebenso der Druck einiger Produkte, wie Zeitschriften sowie von 30 bis 40 Buchtiteln pro Jahr, die „Review and Herald“ bisher in der eigenen Druckerei produziert habe.

Verändertes Leseverhalten
Das Leseverhalten habe sich in den letzten Jahren auch innerhalb der Kirche massiv verändert, weg von Druckerzeugnissen hin zu Websites, Blogs, Facebook und Twitter. Ein durchschnittliches adventistisches Buch werde in den USA in einer Auflage von 4.000 bis 5.000 Exemplaren verkauft, so Lemon.

Zahlen sprechen klare Sprache
Laut „Adventist Review“ hätten die adventistischen Leiter der Welt- als auch der Nordamerikanischen Kirchenleitung befürchtet, dass beide Verlagshäuser ohne diese Reorganisierung in Konkurs gegangen wären. Die Einnahmen bei „Review and Herald“ seien von 45,8 Millionen US-Dollar im Jahr 1985 auf 21,8 Millionen Dollar im Jahr 2013 gesunken. In der gleichen Zeit hätten die Vollzeitstellen von 315 auf 112 reduziert werden müssen. Bei „Pacific Press“ seien die Einnahmen in dieser Periode von 46,7 Millionen auf 17 Millionen US-Dollar gesunken und die Zahl der Vollzeitstellen von 210 auf 99 zurückgegangen.

Hinzu käme, dass bei „Review and Herald“ seit 2000 fast jedes Jahr Verluste zu verzeichnen gewesen seien. „Pacific Press“ habe hingegen im gleichen Zeitraum fast jedes Jahr Gewinne gemacht und gegenwärtig ein Kapital sowie Vermögenswerte von 25 Millionen US-Dollar erreicht.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhielt 2011 weltweit 62 Verlagshäuser, die 502 regelmäßig erscheinende Zeitschriften sowie Literatur in 370 Sprachen und Dialekten herausgaben. In Nordamerika leben über 1,2 Millionen erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten.
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Edgar Voltmer zum Professor in Friedensau ernannt

Friedensau bei Magdeburg, 20.06.2014/APD   In der Senatssitzung am 18. Juni hat der Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, Professor Dr. Friedbert Ninow, Privatdozent Dr. med. Edgar Voltmer die Ernennungsurkunde zum Professor für Gesundheitswissenschaften überreicht. Die Berufung von Voltmer durch die Hochschule erfolgte im November 2013. Das Wissenschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt hatte die Professur im März 2014 bestätigt. Voltmer hat sich an der Universität Freiburg habilitiert.

Für die Hochschule seien derartige akademische Qualifikationen für die Weiterentwicklung und die Sicherung der Qualität in Lehre und Forschung notwendig, betonte der Rektor. „Wir danken Professor Voltmer für seinen beharrlichen Einsatz, die Habilitation zu erlangen.“

Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit den beiden Fachbereiche Christliches Sozialwesen und Theologie. Sie bietet folgende akademischen Abschlüsse an: Bachelor of Arts Theologie (B.A.), Master of Arts Theologie (M.A.) und Master of Theological Studies (M.T.S.) sowie Bachelor Soziale Arbeit (B.A.), Bachelor of Arts Gesundheits- und Pflegewissenschaften (B.A.), Master of Arts International Social Sciences (M.A.), Master of Arts in Counseling/Beratung (M.A.), Master of Arts Sozial- und Gesundheitsmanagement (M.A.) und Master of Arts Musiktherapie (M.A.).
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ADRA Schweiz: 2,2 Millionen Franken für Projekte im Jahr 2013

Zürich/Schweiz, 16.06.2014/APD   Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Schweiz mit Sitz in Zürich hat im Jahr 2013 für 33 Projekte 2,2 Millionen Franken (1,8 Millionen Euro) aufgewendet. Wie aus dem Geschäftsbericht 2013 weiter hervorgeht, setzten sich die Spender vor allem aus privaten (64 Prozent) und institutionellen Geldgebern (34 Prozent) zusammen. Zur Gesamtspendensumme trugen die Stiftung „Glückskette“ 17 Prozent, andere ADRA-Landesbüros sechs Prozent und die Freikirche der Siebtenten-Tags-Adventisten in der Schweiz acht Prozent bei.

ZEWO erteilt ADRA die Rezertifizierung bis 2017
84 Prozent der 2013 verwendeten Gelder seien direkte Projektaufwendungen, vierzehn Prozent administrative Kosten, und knapp zwei Prozent würden für das Marketing sowie die Ausgaben des Hilfswerks für die Jahressammlung eingesetzt, heißt es im Bericht. Die schweizerische „Zertifizierungsstelle für einen wirtschaftlichen und zweckbestimmten Umgang mit Spendengeldern“ (ZEWO) habe ADRA Schweiz 2013 rezertifiziert und das Gütesiegel bis 2017 erteilt. Das Hilfswerk sei seit 2002 Träger des ZEWO-Gütesiegels. ADRA Schweiz wäre zudem seit 2005 Partner-Hilfswerk der „Glückskette“ und in diesem Status bis 2017 akkreditiert.

Menschenwürde ist zentral
Wie Günther Maurer, Präsident von ADRA Schweiz, im Vorwort des Geschäftsberichtes 2013 schreibt, helfe ADRA allen Menschen, „unabhängig von deren politischen und religiösen Anschauungen, ihrer ethnischen Herkunft oder ihrem Geschlecht“. Die Menschenwürde gehöre zu den unverzichtbaren christlichen Werten, welche das Handeln von ADRA bestimmen würden.

Freiwilligenwoche in der Schweiz
Laut Geschäftsbericht führte das Hilfswerk 2013 im 20. Jahr eine ADRA-Freiwilligenwoche in der Schweiz durch. Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB schlage ADRA jährlich eine Bauernfamilie im Bergland vor, deren wirtschaftliche oder Wohnsituation mittels baulicher Maßnahmen während der Freiwilligenwoche erheblich verbessert werden könne.

Katastrophen- und Entwicklungshilfe im Ausland
Schwerpunkte des Einsatzes im Berichtsjahr 2013 bildeten fünf Projekte in Haiti, unter anderem wirtschaftliche Hilfe für 670 Fischer, Berufsausbildung für 300 Näherinnen und ein Schulprojekt, von dem 2.200 Kinder profitierten, sowie fünf Projekte in Afrika, meist im Bereich der Nothilfe und Ernährungssicherheit mit rund 25.500 Begünstigten. In Asien seien 15 Projekte durchgeführt worden oder dauerten noch an, darunter Hilfe für syrische Flüchtlinge in Jordanien, Projekte zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Mongolei oder erneuerbare Energie in Afghanistan und China, sowie Not- und Wiederaufbauhilfe auf den Philippinen. In Asien profitierten 245.000 Personen von den ADRA-Projekten.

ADRA
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit. ADRA unterhält ein Netzwerk mit rund 120 regionalen und nationalen Landesbüros. Die Hilfe wird unabhängig von politischer und religiöser Anschauung oder ethnischer Herkunft geleistet. ADRA Schweiz besteht seit 1987.
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Methodisten für eine friedliche Konfliktlösung in der Ukraine

Offener Brief von Bischöfin Rosemarie Wenner an die Bundesregierung

Frankfurt am Main, 15.06.2014/APD   In einem Offenen Brief an die Bundesregierung zum Konflikt in der Ukraine unterstützt das Kirchenparlament der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Süddeutschland die politischen Bemühungen der Bundesregierung für eine friedensbildende Konfliktlösung in der Ukraine.

„Wir erwarten, dass die Regierung sich nicht von der Logik militärischen Denkens vereinnahmen lässt und sich für eine wirksame Deeskalation einsetzt“, schreibt Rosemarie Wenner, die Bischöfin der EmK in Deutschland, aufgrund des Beschlusses der Ende Mai in Stuttgart tagenden Süddeutschen Jährlichen Konferenz (SJK, Kirchenparlament) der Kirche in einem Offenen Brief an die Bundesregierung. In dem Schreiben würden die bisherigen „Schritte von Mitgliedern der Bundesregierung, die auf eine Verhandlungslösung setzen“, anerkennend registriert. Gleichzeitig werde die Überzeugung geäußert, „dass nur deeskalierende Maßnahmen eine friedliche Lösung befördern“. Deshalb forderten die Mitglieder der SJK die Bundesregierung auf, „mit ihren diplomatischen Möglichkeiten dazu beizutragen, dass alle Kampfhandlungen eingestellt, die besetzten öffentlichen Gebäude wieder geräumt und alle Konfliktparteien in die Verhandlungen einbezogen werden sowie alle Akteure sich aktiv und kooperativ an einem Gesprächsprozess über die künftige Ordnung und Struktur der Ukraine unter der Führung der OSZE beteiligen.“

Die Mitglieder der SJK sicherten im Schreiben an die Bundesregierung zu, „dass wir in unserer Kirche eine solche deeskalierende und friedensbildende Politik durch unser Gebet und durch unser Eintreten für Gewaltfreiheit und Versöhnung mittragen werden“.

Als weltweit verfasste Kirche bekenne die Evangelisch-methodistische Kirche in ihren „Sozialen Grundsätzen“, „dass Krieg mit der Lehre und dem Beispiel Christi unvereinbar ist“. Deshalb werde „Krieg als Mittel nationaler Außenpolitik“ verworfen und „auf die friedliche Beilegung aller Meinungsverschiedenheiten zwischen Nationen“ gedrängt. In der Ukraine-Krise bewähre sich die internationale Struktur der EmK auch dadurch, dass der für Eurasien zuständige Bischof Eduard Khegay (Moskau) in der Krisenregion aktiv sei. Khegay versuche, zwischen den Kirchen in der Ukraine und in Russland zu vermitteln, damit Christen trotz unterschiedlicher politischer Positionen zur Versöhnung und zu einer friedlichen Konfliktlösung beitragen könnten.
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Tagung zum 250-jährigen Jubiläum des Unitätsarchivs in Herrnhut

Herrnhut, Landkreis Görlitz, 13.06.2014/APD   Anlässlich der Gründung des Archivs der Brüder-Unität (Unitätsarchiv) vor 250 Jahren findet vom 26. bis 29. Juni in Herrnhut (Oberlausitz) eine international besetzte Tagung unter dem Titel „… so müssen wir denn ein Archiv der Wahrheit haben“ statt. 25 Referenten aus zehn Nationen wollen anhand von Quellen aus dem Unitätsarchiv Einblick in ihre neuesten Forschungen und Projekte geben.

Die Einrichtung eines Archivs war nach dem Tod des Gründers der Herrnhuter Brüdergemeine, Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760), auf einer Generalsynode in der Wetterau (Hessen) 1764 beschlossen worden. Zwei Kommissionen wurden mit dem Aufbau beauftragt.

Im Unitätsarchiv werden seither Aufzeichnungen, Bücher und Sammlungen einer der ältesten freikirchlichen Gruppen in Deutschland aufbewahrt. Sie sind Ausdruck der konzeptionell neuen und alle Lebensbereiche umfassenden Gesellschaftsordnung, die von Herrnhut aus bis nach Übersee vermittelt wurde. Dabei entstanden insbesondere auch spezifisch herrnhutische Quellen. Die Verfasser, Sammler und Betroffenen waren und sind unterschiedlichster sozialer und territorialer Herkunft, was zu einem differenzierten und vielschichtigen Gesamtbild beiträgt.

Ein ebenfalls zum Jubiläum erschienenes, bebildertes Buch „Das Unitätsarchiv“ präsentiert die Geschichte von Archiv, Bibliothek und Beständen (160 Seiten; ISBN: 978-3-9814838-5-7).

Seit der Begründung des Unitätsarchivs wachse ein Bestand, der nicht nur hinsichtlich seines Inhalts, sondern auch den äußeren Formen nach einzigartig sei, so Pressereferent Erdmann Carstens. Er wäre für Wissenschaftler beinahe aller Fachdisziplinen von Interesse.

Die Europäisch-Festländische Provinz der Brüder-Unität umfasst 30 Gemeinden und Sozietäten in Deutschland, Dänemark, Estland, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz mit insgesamt 22.000 Mitgliedern. Die weltweite Brüder-Unität besteht aus 19 selbstständigen Kirchen (sogenannten Provinzen) mit 800.000 Mitgliedern, davon 80 Prozent in Afrika, Mittel- und Südamerika sowie der Karibik.

Informationen zur Tagung sind im Internet unter www.archiv.ebu.de/termine/veranstaltungen/ zu finden.
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Symposium zum Holocaust in Ungarn

Budapest/Ungarn, 13.06.2014/APD   Am 6. Juni fand im Gemeindezentrum der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Budapest ein Symposium unter dem Motto „Vom ungarischen Holocaust zum Dialog“ („A Magyar Holokauszttól a Párbeszédig“) statt. Der Versammlungsort sei für die Tagung in der adventistischen Kirche gut gewählt worden, so Dr. Daniel Heinz, Leiter des Historischen Archivs der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa, das der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg angeschlossen ist. Das Symposium habe auf „historischem Boden“ stattgefunden, denn es sei der Pastor und Leiter der Freikirche in Ungarn, László Michnay, gewesen, der 1944/45 über 50 Juden in dem Tagungshaus versteckte und sie so vor dem sicheren Tod bewahrt habe. Eine Gedenktafel im Foyer des Kirchengebäudes erinnere heute an den mutigen Einsatz dieses außergewöhnlichen adventistischen Geistlichen.

Das Symposium wurde von verschiedenen Pfingstkirchen und der Theologischen Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Pecel bei Budapest in Zusammenarbeit mit dem ungarischen Kultusministerium, das dafür finanzielle Mittel bereitstellte, und Yad Vashem durchgeführt. Yad Vashem, die zentrale Gedenk- und Forschungsstätte für die Opfer der Shoa in Jerusalem, war durch Dr. Susanna Kokkonen vertreten, welche die Organisation „Christliche Freunde Yad Vashems“ leitet und sich weltweit gegen Antisemitismus und für den christlich-jüdischen Dialog engagiert.

Kokkonen, aus Finnland stammend und selbst aktiv in der Pfingstkirche tätig, sprach in ihrem Eingangsreferat über die christlichen Wurzeln des Antisemitismus mit seinen verheerenden Folgen im Holocaust, der zwischen 1933 bis 1945 zur Ausrottung von sechs Millionen Juden im nationalsozialistischen Machtbereich führte. In Ungarn selbst erreichte die Verfolgung der Juden unter dem faschistischen Regime der „Pfeilkreuzler“ Ende 1944 ihren Höhepunkt. Antisemitistische Äußerungen seien bis heute in Ungarn Teil der tagespolitischen Szenerie. Auch vor diesem aktuellen Hintergrund sei das Symposium in Budapest wichtig gewesen.

Weitere Referate, etwa von Arto Hämäläinen, Illyés Szabolcs, József Szécsi, István Tatai, befassten sich mit vielfältigen theologischen und sozialen Aspekten im Umgang mit Juden, die vom Dialog bis hin zur Missionierung reichten.

Abgerundet wurden die Beiträge von Dr. Daniel Heinz, der über die Haltung der Freikirchen gegenüber den Juden im Dritten Reich referierte. Heinz zeigte auf, dass auch die Freikirchen, vor allem in Deutschland, am Holocaust mitschuldig gewesen seien. Falsch verstandener Gehorsam, irregeleitete nationale Begeisterung, Repressionsfurcht und Resignation hätten die Freikirchen gehindert, sich mit dem rassisch verfolgten Nachbarn, ja sogar mit dem judenchristlichen Bruder in der Kirchengemeinde zu solidarisieren. Wenn sich Widerstand gegen Judenfeindschaft gezeigt habe, sei er meist „von unten“, von einzelnen Christen, die sich allein von ihrer Gewissensüberzeugung leiten ließen, gekommen.

Abschließend erinnerte Dr. Imre Tokics von der Theologischen Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Ungarn an den Judenretter Michnay und lud, seinem moralischen Beispiel folgend, ein, die komplizierte Beziehung zwischen Christen und Juden in der Gegenwart durch Vertrauen, Wertschätzung und Dialog auszubauen und zu vertiefen. Antisemitisches Gedankengut, so Tokics, dürfe weder in Ungarn noch anderswo Anhänger finden. Mit Mahnmalen allein sei es nicht getan. Vorbilder, Friedensstifter und Versöhner wären auch heute gefragt.

Laut Daniel Heinz habe die adventistische Freikirche im Jahr 2005 die „Erklärung der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland und Österreich zum 60. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945“ herausgegeben. Darin heiße es zum Holocaust: „Wir beklagen zutiefst, … dass sich in manchen unserer oder von uns verbreiteten Veröffentlichungen Aussagen finden, die Adolf Hitler huldigten und der rassistischen Ideologie des Antisemitismus in einer Weise Ausdruck gaben, die aus heutiger Sicht unfassbar ist … und dass auch viele Siebenten-Tags-Adventisten an der Not und dem Leid ihrer jüdischen Mitbürger keinen Anteil nahmen“, sowie „dass Mitbürger jüdischer Herkunft von uns ausgegrenzt und ausgeschlossen, sich selbst überlassen und so der Gefangenschaft, Vertreibung oder dem Tod ausgeliefert wurden.“ Es folge das Eingeständnis: „Wir bekennen aufrichtig, dass wir gegenüber dem jüdischen Volk … durch unser Versagen schuldig geworden sind. Dafür bitten wir Gott und die noch lebenden Betroffenen demütig um Vergebung.“ Das Bekenntnis enthalte das Vorhaben: „Wir wollen nachdrücklich dafür eintreten, … dass niemand aufgrund von Rasse, Religion, Nationalität oder Geschlecht ausgegrenzt und benachteiligt wird“, und „dass die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät, sondern als bleibendes Mahnmal uns auch heute vor Augen steht.“
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Adventistische Studienkommission zur Frauenordinationsfrage uneins

Silver Spring, Maryland/USA, 12.06.2014/APD   Vom 2. bis 4. Juni traf sich die 106-köpfige Studienkommission zur Theologie der Ordination (Theology of Ordination Study Committee – TOSC) der adventistischen Weltkirche in Silver Spring, Maryland/USA zu ihrer vierten und letzten mehrtägigen Sitzung. Der Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten hatte 2012 die TOSC-Studienkommission eingesetzt. Ihr gehörten Wissenschaftler, Kirchenleiter, Pastoren und Kirchenmitglieder ohne Amt aus allen Kontinenten an. Sie hatten sich mit der Theologie der Ordination zu befassen. Die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen sollten die adventistische Gemeindepraxis unter besonderer Berücksichtigung einer bisher noch nicht in der Kirche möglichen Ordination von Frauen zum Pastorendienst einbeziehen.

Laut Adventist News Network (ANN) wurde während der letzten Sitzung Anfang Juni eine unverbindliche Schlussabstimmung bezüglich der zukünftigen Handhabung der Ordinationsfrage durchgeführt, die als „Meinungsumfrage“ bezeichnet wurde. Sie sei in keinerlei Weise bindend, sondern drücke ausschließlich die persönliche Meinung der TOSC-Mitglieder zu dieser Frage aus. Von den ausgeteilten 96 Stimmzetteln seien 95 gültige und eine Enthaltung abgegeben worden.

Pastor Artur Stele, Vorsitzender der TOSC-Studienkommission und einer der neun Vizepräsidenten der adventistischen Weltkirchenleitung, gab das Ergebnis der Befragung bekannt. 40 TOSC-Mitglieder hätten unter dem Vorbehalt, dass die neue Regelung keiner Weltkirchenregion aufgezwungen werden dürfe, die Ordination von Frauen zum Pastorendienst bejaht. Die Formulierung, welcher die 40 Mitglieder zustimmten, lautete: „Jede Kirchenleitung, die befugt ist, Pastoren zu berufen, wird autorisiert, nur Männer als ordinierte Pastoren zu berufen, oder sowohl Männer als auch Frauen zum Pastorendienst zu ordinieren.“

32 Komitee-Mitglieder hätten der Formulierung zugestimmt, wonach „in der Weltkirche ausschließlich qualifizierte Männer für das Pastorenamt ordiniert werden sollen“. Damit habe sich diese Gruppe grundsätzlich gegen die Frauenordination ausgesprochen.

22 Kommissionsmitglieder hätten eine weitere Möglichkeit angekreuzt. Sie erachteten demnach die Frauenordination in der Kirche als möglich, obwohl sie davon überzeugt seien, dass Gottes „Modell“ das der männlichen Leiterschaft sei. Sie stimmten der Formulierung zu: „Christus ist das einzige Haupt der Kirche“. Es „gibt ein biblisches Modell männlicher Leiterschaft unter der Führung Christi im Amt des ordinierten Pastors… Wir empfehlen, dass die dafür autorisierte Kirchenleitung unter Berücksichtigung biblischer Prinzipien zur Entscheidung berechtigt ist, ob eine solche Anpassung [Erlaubnis sowohl Männer als auch Frauen zu ordinieren], für ihren Bereich oder ihre Region angemessen ist.“

Diese Abschlussbefragung der TOSC-Mitglieder habe in zwei wesentlichen Punkten ganz klare Mehrheiten ergeben, schrieb Nicholas Miller, außerordentlicher Professor für Kirchengeschichte an der adventistischen Andrews Universität, Michigan/USA, in einem Online-Kommentar im „Adventist Review“, der adventistischen Kirchenzeitschrift in Nordamerika. Über 65 Prozent der Befragten stimmten darin überein, so Miller, dass in gewissen Kirchenregionen ein Entgegenkommen und Varianten erlaubt sein müssten, damit Frauen als ordinierte Pastorinnen dienen könnten. Zweitens hätten beinahe 60 Prozent der Befragten angegeben, dass das göttliche Modell männlich ordinierter Leiterschaft weiterhin als Norm anerkannt werden solle. Miller hatte gemeinsam mit Dr. David Trim, Direktor für Archive und Statistik der Weltkirchenleitung, den TOSC-Kommissionsmitgliedern diese Variante vorgetragen, welche von 22 Mitgliedern bevorzugt worden war.

Nach der Befragung hielt Pastor Geoffrey Mbwana, stellvertretender TOSC-Vorsitzender und einer der neun Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung fest, dass niemand vorschnell sagen solle: „Das ist eine klare Sache“. „Im Moment ist nur eines ganz klar“, so Mbwana: „das sind die großen Differenzen, die wir in der Frage der Ordination von Frauen zum Pastorendienst haben.“

Vom 16. bis 19. Juni werde der TOSC-Abschlussbericht in verschiedenen administrativen Gremien der Weltkirchenleitung diskutiert, sagte der Präsident der adventistischen Generalkonferenz, Pastor Ted Wilson. Anschließend setze er das Thema auf die Tagesordnung der Jahressitzung des Exekutivausschusses der Weltkirchenleitung, die vom 9. bis 14. Oktober in Silver Spring, Maryland/USA, stattfinde. Den mehr als 300 Mitgliedern des Exekutivausschusses würden das ganze TOSC-Studienmaterial sowie zusätzliche Unterlagen zur Verfügung gestellt, so Wilson. Der Exekutivausschuss entscheide, welche Empfehlung er in der Frage der Frauenordination der im Juli 2015 stattfindenden Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio, Texas/USA, zur Beschlussfassung vorlegen werde.
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Website mit 1,5 Millionen Seiten adventistischer Dokumente

Silver Spring, Maryland/USA, 11.06.2014/APD   Die Abteilung für Archiv, Statistik und Forschung der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten ist beauftragt, alle von der Weltkirchenleitung und ihren Abteilungen erstellten Materialien aufzubewahren. Im Archiv gibt es nach eigenen Angaben über 6.700 laufende Meter Datenbände, die den gesamten Zeitraum der Geschichte der Siebenten-Tags-Adventisten seit der Kirchengründung im Jahr 1863 umfassen.

Demnach könne die Entwicklung der Kirche aufgrund dieser Akten, welche Dokumente, Protokolle, Empfehlungen, Berichte, Korrespondenzen, Publikationen, Aufnahmen, Filme, Video- sowie Audio-Kassetten und Fotos enthielten, verfolgt werden.

Die Website, welche das Online-Archiv enthalte, wolle nach Angaben der Weltkirchenleitung einige der am meisten gesuchten Archivale in einem flexiblen und erweiterbaren Online-System erfassen und zur Verfügung stellen: http://documents.adventistarchives.org/default.aspx

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Neuer Kanzler für Theologische Hochschule Friedensau

Friedensau bei Magdeburg, 10.06.2014/APD   Das Kuratorium der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg hat Tobias Koch als neuen Kanzler für die Hochschule gewählt. Der Jurist war bisher als Dozent für Rechtswissenschaften im Fachbereich Christliches Sozialwesen tätig. Zuvor war er Geschäftsführer des Süddeutschen Bauvereins der Freikirche in Ostfildern bei Stuttgart. Der bisherige Kanzler Roland Nickel wird nach mehr als 22 Jahren die Hochschule verlassen. Er nimmt ein Angebot der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland in Weiterstadt bei Darmstadt an und soll dort die Abteilung Controlling aufbauen. Die Übergabe des Kanzleramtes werde im September 2014 erfolgen.

Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet, ist staatlich anerkannt und besitzt die Fachbereiche Christliches Sozialwesen und Theologie. An ihr sind etwa 190 Studentinnen und Studenten eingeschrieben.

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Hochschule Friedensau verabschiedet langjährigen Gärtner

Friedensau bei Magdeburg, 10.06.2014/APD   Die Theologische Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg verabschiedet Wilfried Dahlke nach 38 Jahren Dienst in den Ruhestand. Der Gärtner hatte seit 1976 in Friedensau im Rahmen der Abteilung Betriebstechnik gearbeitet. In der Umbruchszeit der Wende war er kurzzeitig als ABM-Kraft beschäftigt, wurde dann aber von der Hochschule wieder übernommen.

In Friedensau befinden sich neben der Theologischen Hochschule auch ein Seniorenheim und Wohnungen. Das Gelände besteht aus Parkanlagen, Wald und Wiesen. Bis zur Wende gab es auch eine große Gärtnerei. Weiterhin gibt es in Friedensau einen Friedhof. Hier war Wilfried Dahlke für die Pflege zahlreicher Gräber, Wege und Flächen hauptverantwortlich tätig. Die Parkanlagen sind ein Aushängeschild für den Campus in Friedensau. Dahlke habe entscheidend daran mitgewirkt, dass diese gepflegt, ansprechend und freundlich wirken, so der Kanzler der Hochschule Roland Nickel. Er dankte dem Gärtner für seinen langjährigen Einsatz.

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Internationaler Kirchentag der Neuapostolischen Kirche in München

München, 09.06.2014/APD   Unter dem Motto „Siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch“ fand vom 6. bis 8. Juni im Olympiapark München der erste internationale Kirchentag in der 150-jährigen Geschichte der Neuapostolischen Kirche (NAK) statt. Im Abschlussgottesdienst am Pfingstsonntag im Olympiastadion der bayerischen Landeshauptstadt rief das Kirchenoberhaupt, Stammapostel Jean-Luc Schneider (Zürich), die anwesenden 50.000 Gläubigen auf, noch stärker in der Liebe zu Gott und zum Nächsten zu wirken. Unter Berufung auf das Wort Jesu „Geben ist seliger als nehmen“ (Apostelgeschichte 20,35) betonte er, die Liebe sei unerlässlich, um sich auf die Wiederkunft Jesu, das Glaubensziel der neuapostolischen Christen vorzubereiten. Wo die Liebe Gottes tätig werde, sei man getrieben, zu geben, ohne die Erwartung einer Rückerstattung. „Konsumverhalten hat in der Kirche keinen Platz.“ Es sei falsch, bei jedem Ereignis auf das Ergebnis zu schauen und zu erwarten, dass etwas zurückkomme.

Nach der Wortverkündigung des Stammapostels folgte die Feier des Abendmahls, an dem auch getaufte Christen anderer Konfessionen teilnehmen durften. Nach neuapostolischem Verständnis handelt es sich beim Heiligen Abendmahl um ein Bekenntnis zum gestorbenen, auferstandenen und wiederkommenden Gottessohn Jesus Christus. Der Gottesdienst wurde per Satellit in über 100 Länder übertragen und simultan in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

Fragen an das Kirchenoberhaupt
Am Tag zuvor beantwortete Stammapostel Schneider in einem Podiumsgespräch vor etwa 12.500 Zuhörern in der Olympiahalle aktuelle Fragen. Zum Thema, ob ein Christ Soldat sein dürfe, antwortete das Kirchenoberhaupt, es gebe Situationen, da sei es sogar Pflicht, das Leben zu schützen. Auch wenn Töten Sünde bleibe, gebe es unterschiedliche Grade der Schuld. Das hänge von den jeweiligen Beweggründen ab, die nur Gott allein beurteilen könne. Zur Frage, ob die Kirche nicht gesellschaftlich stärker Position beziehen müsse, meinte Schneider: „Nicht zu jedem Thema haben wir die Kompetenz, etwas Gescheites zu sagen.“ Außerdem sollten die Gläubigen bestimmte Dinge für sich selbst entscheiden. Nach der Bewertung von Homosexualität gefragt, verwies der Stammapostel auf das Gebot, den Nächsten zu lieben, und zwar, „so wie er ist“. Alle neuapostolischen Christen sollten sich in ihrer Kirche wohlfühlen können. Die Frage nach der Ordination von Frauen bezeichnete Schneider als zu früh gestellt. Zunächst müsse das Amtsverständnis klar definiert werden. Erst wenn darüber Einigung erzielt worden sei, könne man darüber reden, wer ein Amt ausüben dürfe. Dabei ginge es nicht nur um theologische Fragen, sondern auch um gesellschaftliche: „Was akzeptiert die Ortsgemeinde? Was geht regional?“

Über 250 Veranstaltungen
Auf dem Gelände des Olympiaparks informierten die neuapostolischen Gebietskirchen aus Europa, Australien, Südafrika, Nord- und Lateinamerika sowie Südostasien über ihre Arbeit. Hilfswerke, wie „NAK-karitativ“ und „NAK-Humanitas“, stellten Sozialprojekte vor. Es gab den Treffpunkt Kinderprojekte und den Ausstellungstand über Möglichkeiten mit Psychologie und Musiktherapie in familiären Konfliktsituationen. Bei der Ausstellung in der „Event-Arena“ ging es um den Jenseitsglauben der fünf Weltreligionen. Es fehlte auch die Single-Kontaktbörse „Don‘t Walk Alone – Meet Friends“ und die private Interessengemeinschaft homo- bi- und transsexueller Christen „Regenbogen-NAK“ nicht. Im Freigelände war auch ein Nachbau der „Stiftshütte“, das alttestamentliche Heiligtum des Volkes Israel, zu finden. Im Ausstellungszelt vor der „Werner-von Linde-Halle“ ging es um den Schutz ungeborenen Lebens, künstliche Befruchtung und Schwangerschaftsabbruch, Prävention vor sexuellen Übergriffen sowie Trauerbegleitung. Für die Motorradfahrer der NAK gab es einen Bikerpoint.

Das Programm bot über 250 verschiedene Veranstaltungen. Bei Vorträgen ging es unter anderem um Welt- und Gottesbild im Wandel, Biotechnologie oder Leben im Regenwald Kameruns. Workshops befassten sich mit „Sexuelle Übergriffe an Kindern und Jugendlichen – auch bei uns?“, „Ungewollt schwanger – was nun?“, „Konflikte auf Augenhöhe durch Mediation lösen“ und Verantwortung für die Schöpfung. Podiumsgespräche gab es beispielsweise zu den Themen „Psychotherapie und Glaube, ein Spannungsfeld?“, „Trauerbegleitung im Rahmen unserer Kirche“ oder „Leben mit Behinderung – na und?“. Das reichhaltige Musikprogramm umfasste Chor-, Orchester- und Orgelkonzerte, Big-Band-Musik, Gospelgesang sowie die indonesische Angklung-Gruppe mit Bambusstäben, Klangschalen und Glocken.

Neuer Katechismus und andere Konfessionen
Zu Beginn des Kirchentages überbrachte die Geschäftsführerin der Ökumenischen Centrale, Dr. Elisabeth Dieckmann (Frankfurt am Main), in ihrem Grußwort „die guten Wünsche“ der Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland. Bei einem Podiumsgespräch mit Vertretern anderer Konfessionen ging es am Samstag in der Olympiahalle um das Thema „Ein Jahr NAK-Katechismus – wie hat sich sein Erscheinen auf die ökumenischen Gespräche ausgewirkt?“ Dabei betonte Apostel Volker Kühnle von der Arbeitsgruppe „Kontakte zu Konfessionen und Religionen“ der NAK, dass Ziel des Katechismus nicht sei, die Ausgangslage für eine Annäherung an die anderen Kirchen zu verbessern. Vielmehr gehe es darum, die Grundlagen des neuapostolischen Glaubens zu dokumentieren, bündeln und festigen. „Wer glaubt, durch ökumenische Gespräche würde unsere Kirche ihre Identität verlieren, der hat den Katechismus nicht gelesen.“

Der emeritierte Professor Dr. Helmut Obst (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) räumte ein, dass er heute nicht mehr die Neuapostolische Kirche als „exklusive Endzeitkirche“ bezeichnen würde. Sein Wunsch sei, dass die NAK auch die anderen Christen als „Gotteskinder“ ansehe, denn sonst könne man nicht gemeinsam das „Vaterunser“ beten. Der 2012 herausgegebene Katechismus habe anderen Konfessionen neue Impulse bei der Beschäftigung mit der NAK gegeben, erläuterte Dr. Reinhard Hempelmann, Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin. Teilweise könne das Lehrwerk auch anderen Kirchen Impulse für deren Glaubensauffassung vermitteln, etwa im Blick auf die neuapostolische Eschatologie, der Lehre von den Letzten Dingen, ergänzte Pfarrerin Dr. Maria Stettner, München, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Bayern. Es herrsche noch eine gewisse Zurückhaltung, waren sich die evangelischen und der römisch-katholische Vertreter einig. Man warte ab, wie sehr die theologischen Gedanken des Katechismus auch in den Ortsgemeinden gelebt würden, erläuterte Dr. Burkhard Neumann, Direktor des katholischen Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik, Paderborn. Es brauche Zeit, um sich von lange gültigen Bewertungen zu lösen.

Die Neuapostolische Kirche wurde am 9. April 2014 als Gastmitglied in die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (AGCK) der Schweiz aufgenommen. In Österreich hat sie seit 2012 einen Gaststatus im Ökumenischen Jugendrat. Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) gab im April 2014 eine Orientierungshilfe für örtliche Kirchengemeinden über die NAK heraus. Sie geht auf einen Text zurück, den die ACK Baden-Württemberg bereits 2008 veröffentlichte. Obwohl es schon seit einiger Zeit Gespräche zwischen Vertretern der NAK und der ACK gibt, kam es bisher in Deutschland noch nicht zu einer Gastmitgliedschaft in der ACK auf Bundesebene oder in ACKs auf Bundesländerebene. Anders sieht es dagegen auf Ortsebene aus. Seit 2014 ist die NAK Vollmitglied in der ACK Hannover. Seit wenigen Jahren gibt es auch Gastmitgliedschaften in den ACKs Memmingen (2006), Aschaffenburg (2007), Hameln (2008), Göttingen (2009), Halle/Saale (2009), Ludwigsburg (2010), Leonberg (2012), Bruchsal (2012), Mönchengladbach (2014), Pforzheim-Brötzingen (2014) und Leinfelden-Echterdingen (2014). Einen Beobachterstatus gibt es in Marburg (2008), Freiberg/Sachsen (2009), Friedberg/Wetterau (2009) und Nagold (2011).

Eine weltweite Glaubensgemeinschaft
Zur Neuapostolischen Kirche gehören weltweit rund zehn Millionen Mitglieder in mehr als 61.300 Gemeinden. Davon leben 7,9 Millionen Gläubige in Afrika, 1,1 Millionen in Asien, 458.000 in Europa, 361.000 in Nord- und Lateinamerika sowie 115.000 in Australien/Ozeanien. In Deutschland gibt es 350.000 neuapostolische Christen in 18.679 Kirchengemeinden, in der Schweiz sind es 33.800 (168 Gemeinden) und in Österreich rund 5.000 (52 Gemeinden). In Österreich ist die NAK eine gesetzlich anerkannte Religionsgemeinschaft und in Deutschland eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. In der Schweiz hat die NAK, wie fast alle anderen Konfessionen und Religionen, keinen besonderen rechtlichen Status.
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Chinesisches Religionsbüro setzt Rechtsvorschriften für religiöse Angelegenheiten um

„Verrechtlichung“ der Religionsarbeit als Hauptaufgabe für 2014

Beijing/China, 05.06.2014/APD Das dem Staatsrat unterstellte staatliche Amt für religiöse Angelegenheiten in der Volksrepublik China (SARA) will laut CBS KULTUR INFO auch 2014 den Handlungsraum in religiösen Angelegenheiten durch die Umsetzung von Gesetzen, Verordnungen und Erlassen bestimmen beziehungsweise einschränken. SARA ist zuständig für die Durchführung der chinesischen Religionspolitik.

Nach Angaben des China-Zentrums in Sankt Augustin (Deutschland) nennt das Religionsbüro als Arbeitsschwerpunkt für 2014 eine weitere „Verrechtlichung“ der Religionsarbeit. So sollen die am 1. März 2005 erlassenen „Vorschriften für religiöse Angelegenheiten“ – die grundlegende staatliche Rechtsvorschrift für diesen Bereich – ausgewertet und Verbesserungsvorschläge vorbereitet werden. Ferner sollen die bestehenden Rechtsbestimmungen zu Teilbereichen des organisierten religiösen Lebens in China weiter umgesetzt werden. Auch die Ausarbeitung weiterer Vorschriften sei möglich.

Die Verwaltungsrechtsbestimmungen des Staatsrates von 2005 für die Gesamtverwaltung jeglicher religiöser Angelegenheiten haben gemäß Artikel 1 das Ziel, den Schutz der Glaubensfreiheit, die Harmonie und Stabilität zwischen den Religionen sowie der Gesellschaft und die Verwaltung der religiösen Angelegenheiten in der Volksrepublik China zu gewährleisten. In China gibt es fünf staatlich anerkannte Religionen: Buddhismus, Daoismus, Islam, Katholizismus und Protestantismus.

Zwar seien die Schwerpunkte der Arbeit für die einzelnen Religionen im Wesentlichen gleich geblieben, betonte die Sinologin Katharina Wenzel-Tauber vom China-Zentrum. Laut SARA-Arbeitsbericht sei die Akteneintragung der religiösen Amtsträger bei den Behörden inzwischen zu 98 Prozent abgeschlossen. In Abklärung stünden zudem Fragen der Anerkennung von Dozenten und Abschlüssen an religiösen Ausbildungsstätten. Zwei Pilotprojekte würden derzeit am protestantischen Jinling-Seminar und an der Chinesischen buddhistischen Akademie durchgeführt. Einer weiteren Regelung sollen die Auslandsbeziehungen der Religionen unterstellt werden. Die nationalen Organisationen der Religionen sollen mit Unterstützung des Religionsbüros Bestimmungen für Reisen ins Ausland festlegen.

Auch im Hinblick auf die Regulierung der privaten protestantischen Treffpunkte, den sogenannten „Hauskirchen“, sollen die an einigen Orten gemachten Erfahrungen gesammelt und wirksame Methoden der Steuerung erforscht werden. Die katholischen Leitungsgremien der „Patriotische Vereinigung der katholischen Kirche Chinas“ und des „Katholischen Bischofskollegium Chinas“ (Bischofskonferenz) sollen bei der Selbstwahl und -weihe von Bischöfen „unterstützt“ und die „katholischen religiösen Organisationen“ bei der Normierung ihrer Arbeit und dem Aufbau eines Systems vom Religionsamt „gefördert“ werden.

Fortgesetzt werden soll die seit einigen Jahren laufende Arbeit des Religionsbüros zum Auf- und Ausbau einer Datenbank mit Informationen zu religiösen Organisationen, Kultstätten, Ausbildungsstätten und Amtsträgern.

Weitere wichtige Punkte umfassen das Vorgehen gegen „Chaos“ in der Verwaltung buddhistischer und daoistischer Tempel, die Normierung der Ordinationsriten im Quanzhen- und Zhengyi-Daoismus, die Regulierung der Mekkawallfahrten und die Lage in der nordwestchinesischen Unruheregion Xinjang. Dort setzen sich die Bewohner laut Regierungsangaben aus etwa zehnt Millionen Uiguren (vorwiegend sunnitische Muslime) und 8,4 Millionen Han-Chinesen zusammen. Seit Jahren kommt es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen diesen beiden Volksgruppen.

Statistische Daten zu Religionen und Kirchen in der Volksrepublik China
Das China-Zentrum veröffentlichte in ihrer Zeitschrift „China heute“ (1/2014) eine Zusammenfassung statistischer Daten aus 2013 zu Religionen und Kirchen in der Volksrepublik China. Die Zahlenangaben stützen sich weitgehend auf Berichte in religiösen und säkularen Medien sowie wissenschaftlichen Publikationen in- und außerhalb Chinas, die 2013 neu veröffentlicht oder aktualisiert wurden.

Zum Islam bekennen sich nach Angaben der offiziellen Chinesischen islamischen Vereinigung (CIV) in Festlandchina 23 Millionen Muslime. Rund 185 Millionen Einwohner verstehen sich als Buddhisten. Als Daoisten bezeichnen sich zwölf Millionen Anhänger. 173 Millionen Chinesen üben daoistische Praktiken aus, wobei es schwer sei, diese Spiritualität vom chinesischen Volksglauben zu unterscheiden.

Bei der Zahl der protestantischen Christen schwanken die Erhebungen zwischen 20 und 58 Millionen. Es sei äußerst schwierig, die Zahl von Christen zu erfassen, die ihren Glauben außerhalb der offiziell registrierten Gemeinden ausüben.

Auf der offiziellen Webseite des Chinesischen Christenrates und der protestantischen Drei-Selbst-Bewegung werden 20 Millionen Protestanten in 53.000 Kirchen und Versammlungsstätten angegeben. Das amerikanische Forschungszentrum „Pew Research“ nennt in ihrer Studie von 2011 eine Zahl von 58,04 Millionen protestantischer Christen. Die evangelikale Missionsorganisation „Asia Harvest“ beziffert die Zahl der Protestanten für Festlandchina gar auf 84 Millionen, unter Einbezug der nicht registrierten Gläubigen.

Nach Schätzung des „Holy Spirit Study Centre“ (HSSC) mit Sitz in Hongkong beträgt die Zahl der Katholiken im offiziellen Teil der Kirche und im Untergrund insgesamt zwölf Millionen. Demgegenüber geben die offiziellen katholischen Leitungsgremien (Patriotische Vereinigung und Bischofskollegium) sechs Millionen Katholiken an.
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"Lust auf lecker“

Vegane Kochserie beim „Hope Channel“ TV

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 04.06.2014/APD   Veganes Essen liegt im Trend. In Zeiten von Massentierhaltung, Fleischskandalen und zunehmenden Lebensmittelallergien ernähren sich immer mehr Menschen bewusst gesund. Deshalb habe der Fernsehsender „Hope Channel“ die vegane Kochsendung „Lust auf lecker“ produziert, teilte Birgit Kiepe, Mitarbeiterin des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, mit. Die Sendungen seien für alle, die gerne lecker essen und kochen. Kochexpertin Birgit Kuderer und Moderator Jörg Varnholt bereiteten in jeder Sendung mehrere gesunde Gerichte frisch zu und stellten die Zutaten vor. „In dieser Sendereihe verbinden wir eine gesunde vegane Küche mit Spaß am Kochen“, so Varnholt.

Birgit Kuderer leite seit vielen Jahren Kochkurse und habe in jeder Sendung Ernährungstipps. Sie experimentiere gerne mit den unterschiedlichsten, teils exotischen Gewürzen und gebe ihr Wissen bei „Lust auf lecker“ weiter. Die Sendungen sollten laut Kiepe motivieren, die Rezepte selbst auszuprobieren und auf eine gesunde Ernährung mit frischen Zutaten umzusteigen.

Die neuen Kochsendungen werden ab Donnerstag, 5. Juni, 11 Uhr, auf dem „Hope Channel“ ausgestrahlt. Informationen zur Sendereihe und die Rezepte gibt es auf www.lustauflecker.de.

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ADRA hilft Betroffenen der Überschwemmungen auf dem Balkan

St. Albans/England, 03.06.2014/APD   Die schweren Überschwemmungen in Serbien, Bosnien und im Osten von Kroatien haben mindestens 59 Tote gefordert. In Serbien wurden laut ReliefWeb 31.000 Personen evakuiert, in Bosnien und Herzegowina 950.000. Zehntausende seien im Überschwemmungsgebiet durch die Zerstörung ihrer Häuser obdachlos geworden. Laut den Behörden bestehe wegen den vielen verwesenden Tierkadavern und den steigenden Temperaturen Seuchengefahr, zudem seien viele Minen, die im Balkankrieg vergraben wurden, weggeschwemmt worden.

Die drei Landesbüros der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Bosnien, Kroatien und Serbien wären unter den ersten Hilfsorganisationen gewesen, welche die Betroffenen mit Trinkwasser, Nahrung, Kleidung und Hygieneartikeln versorgt hätten, teilte „tedNews“, die Kommunikationsabteilung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nord und Südosteuropa in St. Albans/England, mit. Zudem hätten die drei ADRA-Organisationen mit Freiwilligen den Bewohnern ihrer Länder geholfen, Häuser und Dörfer zu reinigen.

Die Normalisierung des Lebens der Menschen, die alles verloren haben, werde ein mühsamer und lange andauernder Prozess, betonte Ileana Radojevic, Direktorin von ADRA Kroatien. 30 Tonnen Trinkwasser, Essen und Kleidung seien in Serbien, 37 Tonnen in Bosnien und 40 Tonnen im Osten Kroatiens verteilt worden, so tedNews.

Serbien
ADRA Serbien habe in den ersten sieben Tagen nach der Erklärung des nationalen Notstands, in Abstimmung mit dem Serbischen Roten Kreuz, in einer Soforthilfeaktion 640 von Freiwilligen zusammengestellte Lebensmittelpakete an 2.400 Bedürftige in Obrenovac, Paracin, Šabac und Ub verteilt.

In der nächsten Hilfsphase werde ADRA Serbien, in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz, den Behörden und örtlichen Nothilfekoordinatoren bei der Schmutzbeseitigung, der Reinigung von Straßen und Häusern sowie dem Desinfizieren und Trockenen der Häuser helfen sowie Haushaltsartikel verteilen. Da viele landwirtschaftliche Flächen und Gewerbebetriebe im überschwemmten Gebiet zerstört seien, würden den Betroffenen Darlehen zum Aufbau einer neuen Existenz zur Verfügung gestellt.

„Im Moment wollen sich alle gegenseitig helfen. Das wird jedoch nachlassen und dann werden sich die wirklichen Bedürfnisse der Betroffenen zeigen, wie psychologische Hilfe, Unterstützung beim Wiederaufbau von Häusern und Lebensgrundlagen sowie vor allem Abkehr von Resignation durch hoffen auf eine bessere Zukunft“, sagte Igor Mitrovic, Direktor von ADRA Serbien. „Wir werden unser Bestes tun, um für die Betroffenen während dieser Zeit da zu sein.“

Bosnien und Herzegowina
In Bosnien wurden laut ReliefWeb 39 Prozent der Bevölkerung vom Hochwasser betroffen. ADRA Bosnien habe mit 40 Freiwilligen 4.000 Nothilfepakete zusammengestellt und verteilt, so das Hilfswerk.

„Unser Fokus liegt auf der Stadt Doboj. Wir haben 250 Haustrocknungsmaschinen erhalten, mit denen wir die Häuser von armen Familien sowie einige wichtige öffentliche Gebäude trocknen“, teilte Bozidar Mihajlovic, ADRA-Direktor von Bosnien und Herzegowina, mit. Bei der Desinfektion der Stadt Doboj und der umliegenden Felder mit hochwirksamen Mikroorganismen würden dem Hilfswerk rund 100 Freiwillige aus Sarajevo und Banja Luka helfen. „Was wir erlebt haben, war eine Katastrophe“, meinte Mihajlovic, „aber es ist auch eine Chance für eine bessere Zukunft.“
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Arbeitsstelle in kirchlichen Einrichtungen einer anderen Konfession

Möglichkeiten und Grenzen der „ACK-Klausel“

Regensburg, 02.06.2014/APD   Mit den arbeitsrechtlichen Öffnungen und Begrenzungen durch die sogenannte „ACK-Klausel“ befasste sich eine „Werkstatt“ beim Regensburger Katholikentag, in der die Zuhörer mit den Referenten ins Gespräch kommen konnten.

Was bedeutet ACK-Klausel?
Die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Bayern, Pfarrerin Dr. Maria Stettner (München), erläuterte, dass die ACK ihren Mitgliedskirchen empfohlen habe, „die Anstellung von Angehörigen anderer ACK-Mitgliedskirchen in ihren kirchlichen Einrichtungen zuzulassen, wo immer dies möglich ist“. Viele kirchliche Anstellungsträger im Bereich der Mitgliedskirchen der ACK einschließlich Diakonie und Caritas legten deshalb in Anstellungsfragen beim Einstellungskriterium der Kirchenzugehörigkeit die sogenannte ACK-Klausel zu Grunde. Das heißt, bei diesen kirchlichen Anstellungsträgern könne in bestimmten Positionen angestellt werden, wer der eigenen Kirche oder, meist als Ausnahmeregelung oder Ermessensentscheidung verstanden, einer Kirche angehöre, die der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen angeschlossen sei. Anwendung fände die ACK-Klausel auch im Mitarbeitervertretungsrecht. Das bedeute, in Mitarbeitervertretungen kirchlicher Anstellungsträger sei nur wählbar, wer Mitglied einer Kirche der ACK sei. Dabei wäre allerdings zu beachten, dass die Entscheidung über eine Anstellung allein der Anstellungsträger fälle, nicht die ACK. Sie gebe nur Empfehlungen an ihre Mitgliedskirchen und Auskunft über sie.

Gesprächspartner waren Heinrich Götz, Rektor der Evangelischen Diakonissenanstalt in Augsburg, und Prälat Dr. Lorenz Wolf, Leiter des Katholischen Büros Bayern. In dieser Funktion vertritt Wolf die Freisinger Bischofskonferenz sowie die sieben bayerischen Diözesen beim Bayerischen Landtag und bei der Bayerischen Staatsregierung. Zur 1855 gegründeten Diakonissenanstalt gehören laut Götz zurzeit 70 Diakonissen. Die aktuellen Arbeitsbereiche umfassen die „stadtklinik“, ein Belegkrankenhaus, das neue Ärztehaus sowie das Senioren- und Pflegeheim „Pauline-Fischer-Haus“. Dazu gehören die Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe und für Krankenpflege ebenso wie das Schwesternerholungsheim in Alterschrofen. Die Fachakademie für Sozialpädagogik bildet Erzieher und Erzieherinnen aus. Außerdem gibt es ein Tagungszentrum mit Hotel und Restaurant. Insgesamt seien in der „diako“ 500 Mitarbeitende beschäftigt.

Beide Referenten betonten, dass früher keine ACK-Klausel notwendig gewesen sei. Damals wäre es selbstverständliche gewesen, dass Evangelische nur in evangelischen, und Katholiken nur in katholischen Einrichtungen gearbeitet hätten. Doch durch Veränderungen in der Gesellschaft sei es inzwischen schwierig geworden, geeignetes Personal nur noch unter den Mitgliedern der eigenen Kirche zu finden.

Kirchen mit eigenem Arbeitsrecht
Bei der ACK-Klausel sollte bedacht werden, dass Kirchen als Körperschaft des öffentlichen Rechts ein eigenständiges Arbeitsvertragsrecht, den sogenannten „Dritten Weg“, erlassen könnten. Das habe seine Grundlage im Selbstordnungs- und Selbstverwaltungsrecht gemäß Artikel 137 Abs. 3 Weimarer Reichsverfassung, der nach Artikel 140 Grundgesetz vollwirksames Verfassungsrecht ist, betonte Prälat Wolf. Für eine Mitarbeit in kirchlichen Einrichtungen werde von den Beschäftigten eine Übereinstimmung mit den kirchlichen Glaubens- und Moralvorstellungen erwartet. Ein Verstoß gegen diese Loyalitätspflichten ziehe arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Kündigung nach sich. Allerdings unterliege dieses eigene Arbeitsrecht der staatlichen Überprüfung, sodass beispielsweise Arbeitsgerichte angerufen werden könnten.

Gestufte Loyalitätspflicht
Auch wenn in den Grundordnungen der römisch-katholischen Kirche für ihre Einrichtungen nicht immer eine „ACK-Klausel“ enthalten sei, werde dennoch berücksichtigt, ob ein Bewerber einer ACK-Kirche angehöre. Es gebe bei Anstellungen eine gestufte Loyalitätspflicht. Wer eine Lehrberechtigung benötige (Missio canonica), etwa als Pfarrer oder Hochschullehrer, der müsse römisch-katholisch sein, ebenso in der Regel bei Leitungspositionen in kirchlichen Einrichtungen. Je weniger eine Arbeitsstelle etwas mit Lehr- oder Leitungsfragen zu tun habe, umso eher könnten auch Nichtkatholiken, aber auch Nichtchristen, etwa Muslime, angestellt werden, informierte Wolf. Dennoch sei es auch hier unabdingbar, dass sich die Mitarbeitenden mit dem Leitbild der Einrichtung, für die sie arbeiten, identifizieren sollten. Ein bloßer Übertritt von einer Kirche in eine andere, um dort eine Arbeitsstelle zu erhalten, lehnten beide Referenten entschieden ab. Dass solche Praktiken auch heute noch vorkämen, schilderten Zuhörer an verschiedenen Beispielen.

Mit der kirchlichen Einrichtung identifizieren
Rektor Götz ergänzte, dass in kirchlichen Einrichtungen neben beruflichen auch menschliche Qualifikationen notwendig seien. „Menschen, die sich uns in der ‚diako‘ anvertrauen und die uns anvertraut werden, sollen sich geborgen fühlen in der Gewissheit, sorgfältig betreut und begleitet zu sein. Für uns stehen die Bedürfnisse, Erwartungen, Ängste und Hoffnungen der Menschen im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Arbeit.“ Deshalb laute das Leitbild: „Wir begegnen allen Menschen freundlich, offen, aufgeschlossen, hilfsbereit und respektvoll. Wir unterstützen sie, fördern ihre Fähigkeiten, achten ihre Würde, beraten und begleiten sie und ihre Angehörigen. Menschen zu pflegen, sie auszubilden und sie zu begleiten sehen wir als Aufgabe und Motivation für unsere Arbeit.“ Hiermit müssten sich die Mitarbeitenden identifizieren können. Deshalb würden sie durch Seminare darauf vorbereitet, was es bedeute, in einer diakonischen Einrichtung zu arbeiten. „Denn wo Diakonie draufsteht, muss auch Diakonie drin sein“, betonte Rektor Götz.

Laut Wolf habe jede kirchliche Einrichtung durch ihre Ausrichtung ihren besonderen „Stallgeruch“, der durch entsprechende Leitung gewährleistet sein müsse. Das würden nicht nur die Gläubigen der eigenen Kirche erwarten, sondern auch die dort arbeitenden Ordensschwestern oder Diakonissen und sogar die Öffentlichkeit.

ACK-Klausel wird unterschiedlich gehandhabt
Pfarrerin Stettner teilte mit, dass die ACK-Klausel von den einzelnen evangelischen Landeskirchen unterschiedlich gehandhabt werde. Unter ACK-Mitgliedschaft werde in den meisten kirchlichen Ordnungen nicht nur die Vollmitgliedschaft verstanden. Manche kirchlichen Rechtstexte nähmen explizit auf die verschiedenen Varianten der ACK-Mitarbeit Bezug. Beratende Mitwirkung, Gast-Mitgliedschaft oder Gast-Status seien durch Formulierungen, wie „der ACK angeschlossen“, „angehörend“ oder „in der ACK mitarbeitend“, abgedeckt. Die ACK habe ein Interesse an einer weiten Auslegung der Klausel.

Zugrunde zu legen sei die Liste der ACK-Kirchen auf Bundesebene, bei manchen Landeskirchen auch nur die Liste der ACK-Kirchen auf regionaler, also auf Bundesländerebene. Eine Mitgliedschaft nur auf Ortsebene in einer örtlichen Stadt-ACK könne allenfalls für Anstellungsfragen an diesem Ort von Bedeutung sein. Laut Stettner sei für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern die Vollmitgliedschaft in der ACK Bayern entscheidend. Bewerbe sich jemand um eine Stelle, dessen Kirche lediglich ACK-Gastmitglied ist, liege die Anstellung im Ermessen des Trägers der Einrichtung. Das gelte auch, wenn zwar eine Vollmitgliedschaft vorliege, jedoch lediglich auf Ortsebene.

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Für weltweite Achtung der Religionsfreiheit einsetzen

Erzbischof Schick: „Das Christentum ist die am stärksten verfolgte Religion“

Regensburg, 01.06.2014/APD   Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat Christen dazu aufgerufen, sich für die weltweite Achtung der Religionsfreiheit einzusetzen. „Zum Evangelisierungsauftrag gehört die Verkündigung des Menschenrechts Religionsfreiheit“, sagte Schick bei einer Podiumsdiskussion zur Lage religiöser Minderheiten und dem interreligiösen Dialog beim Katholikentag in Regensburg. Das Christentum sei die am stärksten verfolgte Religion.

Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, wies darauf hin, dass Christenverfolgung nicht nur von Regierungen und Machthabern ausgehe, sondern oft auch durch die Angehörigen dominierender Religionen der jeweiligen Länder. Mangel an Bildung und Vorurteile seien ein wichtiger Grund für Diskriminierung. Die deutsche katholische Kirche unterstütze die Arbeit interreligiös orientierter Gruppen vor Ort und setze sich exemplarisch, aber niemals exklusiv nur für Christen ein.

„Die Religionsfreiheit ist ein unverzichtbares Menschenrecht“, stellte der Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit des UN-Menschenrechtsrats, Heiner Bielefeldt, klar. Länder wie Pakistan oder Ägypten seien komplex, weshalb der Professor vor Etikettierungen wie „Länder des Christenhasses“ warnte. „Die Aufmerksamkeit für die Situation von Christen hat im Zuge des arabischen Frühlings zugenommen.“ Bielefeldt sprach sich für eine differenzierte Sichtweise der Diskriminierung von Minderheiten aus, die von gesellschaftlichem Mobbing bis zu Verfolgung reiche: „Es gibt die systematische, vom Staat organisierte Attacke auf Christen, doch die meisten Phänomene, die ich erlebe, haben eher etwas zu tun mit administrativer Schikane“, erklärte Bielefeldt.

Auch ständige Finanzprüfungen oder familienrechtliche Einschränkungen sorgten für ein Klima der Einschüchterung. In Deutschland drohe hingegen die Gefahr, dass der Respekt vor Religion in einer pluralistischen, freiheitlichen Gesellschaft verloren gehe. Das habe sich an dem aus Bielefeldts Sicht „unerträglichen, verächtlichen Grundton“ der Beschneidungsdebatte gezeigt. Eine Gesellschaft brauche Respekt vor den identitätsstiftenden Grundüberzeugungen von Menschen.

Der Präsident des Hilfswerks „missio“ in Aachen, Klaus Krämer, hob hervor, die Lage für bedrängte Christen sei schwierig. Es wären „wichtige Bewährungszeiten für die Kirche“. „Wir Christen müssen unsere Stimme auch dort erheben, wo die Rechte anderer Religionen verletzt werden“, forderte Krämer. Zudem müssten die Christen in Krisenregionen gestärkt werden, ohne sie in die Situation zu bringen, von ihren Gesellschaften als „Agenten des Westens“ wahrgenommen zu werden. „Da dürfen wir durch unsere Solidarität und Eifer nichts kaputt machen“, warnte Krämer.

Der Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestags, Michael Brand (CDU), warnte davor, zu schnell bei Konflikten einzugreifen oder in diesem Fall sofort Entwicklungshilfe zu streichen. Jedoch müsse Deutschland bereit zu einer Intervention sein, wenn es zu Völkermorden komme. Der Einsatz für Menschenrechte erfolge im Bundestag meist still und diplomatisch, doch manchmal helfe nur das Herstellen von Öffentlichkeit weiter. „Menschenrechtsarbeit ist sehr konkret und darf sich nicht nur auf Sonntagsreden begrenzen“, so Brand. Deutschland müsse intensiv den Dialog mit gemäßigten Vertretern des Islam suchen.
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