Silver Spring, Maryland/USA, 18.10.2014/APD   Mehr als 4.000 Menschen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an der vor allem in den westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone grassierenden Viruserkrankung Ebola gestorben. Darunter seien auch 16 Mitglieder der 33.000 in diesen Ländern lebenden Siebenten-Tags-Adventisten, sagte Pastor James Golay, Präsident der regionalen Kirchenleitung der Adventisten in Westafrika mit Sitz in Monrovia/Liberia. Golay berichtete dies per Videoübertragung den 330 Delegierten der Jahressitzung des Exekutivausschusses der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA.

Golay hätte auch an der Jahressitzung teilnehmen sollen, habe aber auf die Teilnahme verzichtet, nachdem weltweit tätige Gesundheitsorganisationen sowie die adventistische Weltkirchenleitung wegen Bedenken bezüglich der sich rasch ausbreitenden Krankheit von Reisen von und nach Westafrika abgeraten hätten, berichtete Adventist News Network (ANN). Am Samstag, 11. Oktober, wurde weltweit in den Gottesdiensten der Siebenten-Tags-Adventisten für die von Ebola Betroffenen und deren Familien gebetet.

Adventisten in den betreffenden Ländern „hätten es ungemein schwer“, sagte der Präsident der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleitung), Pastor Ted Wilson. Es litten nicht nur jene, die von Ebola betroffen seien, so Pastor James Golay in der Videoübertragung, denn Ebola wirke sich auch auf den gewohnten Umgang und die Bräuche aus. So gebe man sich nicht mehr die Hand bei der Begrüßung oder umarme sich nicht mehr.

Laut ANN wurde Ebola 1976 das erste Mal in Zentralafrika entdeckt. Der jetzige Ebola-Ausbruch in Westafrika sei „der umfassendste, komplexeste und schwerste, den wir je erlebt haben“, sagte Dr. med. Margaret Chan, Generaldirektorin der WHO. „Die Krankheit breitet sich schneller aus als wir mit unseren Eindämmungsbemühungen darauf reagieren können“, so die Chinesin. „Die jetzige Ebola-Epidemie, welche in Teilen Westafrikas wütet, ist die schwerste akute gesundheitliche Notlage, die wir in der Neuzeit erlebt haben.“

Ebola – Übertragung, Ansteckung, Symptome
Laut dem Ebola-Informationsblatt der Weltgesundheitsorganisation erfolgt die Übertragung des Ebola-Virus durch direkten Kontakt mit Blut, Ausscheidungen, Körperflüssigkeiten oder Kleidung und Bettzeug von Personen, die an Ebola erkrankt oder gestorben sind. Ein anderer Übertragungsweg ist der Kontakt mit Blut oder durch das Essen von Fleisch infizierter Tiere.

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit dem Ebola-Virus bis zum Auftauchen erster Symptome, liegt laut WHO zwischen zwei und 21 Tagen. Erst wenn Symptome zu Tage treten, sind Menschen ansteckend.

Krankheitszeichen sind das plötzliche Auftreten von Fieber, Müdigkeit, Muskelscherzen, Kopfweh und Halsschmerzen. Darauf folgt gemäß WHO Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag, beeinträchtigte Nieren- und Leberfunktion sowie in gewissen Fällen äußerliche und innere Blutungen.

Die Sterblichkeitsrate von mit Ebola infizierten Personen liegt im Durchschnitt bei 50 Prozent. Diese kann aber von 25 bis 90 Prozent variieren.

ADRA bietet medizinische Nothilfe
Die adventistische Kirche habe bereits auf die Ebola-Krise reagiert, so Ted Wilson. „Es gibt viele Hilfsaktivitäten in Westafrika durch die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA, aber auch seitens unserer Kirche, um den Menschen beizustehen.“

Liberia
In Zusammenarbeit mit „Loma Linda University“, „Adventist Health International“ und „Globalmedic“, habe ADRA dem „Cooper Adventist Hospital“ in Monrovia/Liberia und dem liberianischen Gesundheitsministerium mit medizinischer Ausrüstung im Wert von 73.000 Euro geholfen. Die Hilfe umfasse unter anderem Isolationszelte, 60.000 Vinylhandschuhe, 38.000 Gesichtsmasken, 3.200 Schutzkleidungen und 600 Einweg-Overalls sowie 14.000 Müllsäcke.

Das adventistische Cooper Hospital, in dem drei Menschen an Ebola gestorben seien, wäre laut ANN vorübergehend für eine dreiwöchige Quarantänezeit geschlossen. Anschließend solle der Krankenhausbetrieb wieder aufgenommen werden. Das Spital habe keine Ebola-Patienten betreut, sondern Patienten mit anderen Krankheiten, die wegen der Schließung der meisten Krankenhäuser nicht mehr gepflegt oder operiert worden seien.

Sierra Leone
Eine weitere medizinische Einrichtung in Westafrika, das „Waterloo Adventist Hospital“ in Sierra Leone, sei ebenfalls geschlossen, nachdem mehrere Mitarbeiter mit dem Virus an ihren Wohnorten infiziert wurden. Nach der Wiedereröffnung des Krankenhauses in Waterloo solle es laut ANN als Ebola-Klinik der Regierung geführt werden.

ADRA Sierra Leone berate Ebola-Opfer, biete Schulungen für Mitarbeiter und Freiwillige an und führe öffentliche Aufklärungskampagnen zur Ebola-Prävention durch. Dabei würden Informationen über Ebola mittels Flugblätter, Plakate und Fernsehprogramme verbreitet.
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