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Adventistische Pastoren in Guatemala und auf den Philippinen getötet

Silver Spring, Maryland/USA, 31.10.2014/APD   Der adventistische Pastor Noe Gonzalez (54) wurde am 23. Oktober nach einer öffentlichen evangelistischen Veranstaltung im Dorf Hierbabuena in Guatemala auf dem Weg mit seinem Motorrad nach Hause bei einem Überfall mit vier Schüssen getötet. Das teilte die Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Mittelamerika mit. Seine Frau Oralia sei auf den Kopf geschlagen und von den Tätern offensichtlich auch als tot betrachtet worden. Sie wäre anschließend in einem Krankenhaus behandelt worden und habe dieses nach Stunden wieder verlassen können.

Pastor Gonzalez sei in 33 Jahren der vierte adventistische Geistliche gewesen, der in Guatemala getötet wurde, so die Kirchenleitung. Er hinterlasse seine Frau und vier erwachsene Kinder, teilte die nordamerikanische Gemeindezeitschrift „Adventist Review“ (AR) mit.

„Lasst euch nicht von der Bosheit, Ungerechtigkeit und Verdorbenheit entmutigen, der ihr ausgesetzt seid, wenn ihr die frohe Botschaft von Jesus Christus verkündet“, empfahl Pastor Guenther Garcia. Der Präsident der Adventisten in Guatemala wandte sich nach dem Anschlag in einer Stellungnahme an die 117 adventistischen Pastoren in seinem Land, so AR.

Anschlag auf Mindanao/Philippinen
Am 22. Oktober eröffneten maskierte Bewaffnete das Feuer auf sechs Personen, die in einem Dorf in der philippinischen Provinz Zamboanga del Norte auf der Insel Mindanao in ein Fahrzeug steigen wollten. Dabei töteten sie den adventistischen Pastor Ramil Ansong (29) und seinen 50-jährigen Vater Jose, wie die Zeitung „Sun Star“ berichtete. Die anderen vier Personen, darunter auch die Mutter des Geistlichen, seien unverletzt entkommen.

In beiden Fällen suche die Polizei nach Motiven für die gewaltsamen Angriffe, habe aber bisher laut AR keinerlei Hinweise gefunden.

Tödliche Angriffe auf adventistische Pastoren seien zwar selten, aber nicht gänzlich unbekannt, sagte Derek Morris, stellvertretender Exekutivsekretär der Pastorenvereinigung der Weltkirchenleitung, die Geistliche ausbildet und unterstützt. „Die gewaltsamen Angriffe auf adventistische Pastoren erschüttern uns“, so Morris. „Wir werden weiterhin für Pastoren und Gemeindeleiter, besonders aber für ihre Familien, die betroffen sind und gelitten haben, beten.“
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Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband positioniert sich gegen Rechtsextremismus

Berlin, 30.10.2014/APD   Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband hat sich in einer Grundsatzerklärung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus gestellt. Die versuchte Einflussnahme rechtsextremer Personen und Gruppierungen auf unsere Gesellschaft sei ein Problem, mit dem sich auch der Paritätische auseinandersetzen müsse, teilten Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider und Fachreferent Christian Woltering mit.

Rechtsextremisten drängten seit langem ganz bewusst in die soziale Arbeit und damit auch in Handlungsfelder der Freien Wohlfahrtspflege. Sie seien nicht mehr ohne weiteres gleich an Äußerlichkeiten erkennbar und versuchten, sich als Teil gesellschaftlicher Normalität zu inszenieren, so Schneider und Woltering. Aus diesem Grund sähe es der Paritätische als dringliche Aufgabe an, sich gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen deutlich gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu positionieren.

„Der Paritätische mit seinen Mitgliedsorganisationen versteht sich als Verband der Vielfalt, Toleranz und Offenheit für alle Menschen, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, sozialer oder ethnischer Herkunft, Alter, Religion oder Weltanschauung, sexueller Identität, materieller Situation, Behinderung, Beeinträchtigung oder Krankheit“, heißt es in der am 26. September 2014 vom Verbandsrat verabschiedeten „Charta gegen Rassismus und Rechtsextremismus“.

Aufgabe des Paritätischen sei es, eine demokratische, engagierte und solidarische Gesellschaft mitzugestalten und zu verteidigen. Dazu würde eine Verbandskultur gepflegt, die von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung jedes Einzelnen geprägt sei. Rechtsextremismus, Rassismus und alle anderen Formen von Ungleichwertigkeit in der Gesellschaft, in Mitgliedsorganisationen oder bei Mitarbeitenden würden nicht geduldet.

Der Paritätische schätze die Vielfalt der Gesellschaft innerhalb und außerhalb des Verbandes und werde den Prozess der interkulturellen Öffnung fortführen. In den nächsten Monaten solle die Charta durch Dialog, gezielte Öffentlichkeitsarbeit, Handreichungen und Arbeitshilfen flankiert werden. Die „Charta gegen Rechts“ kann im Internet bei www.der-paritaetische.de heruntergeladen werden.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband ist einer der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in der Bundesrepublik. Er wurde 1924 gegründet und ist Dachverband von über 10.000 eigenständigen Organisationen, Einrichtungen und Gruppierungen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Das Advent-Wohlfahrtswerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehört zu den Gründungsmitgliedern des Paritätischen.
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Deutscher Predigtpreis für "Ein Mann will nach unten"

Bonn, 29.10.2014/APD   Für eine Predigt über Gott, der Mensch wird, erhält der evangelische Pfarrer Andreas Brummer aus Hannover den ökumenischen Deutschen Predigtpreis 2014. Brummers Bibelauslegung unter dem Thema „Ein Mann will nach unten“ sei „ein Musterbeispiel für eine kunstvolle, poetische Predigt, die einen Hymnus des Neuen Testaments anrührend und ermutigend und ebenso anspruchsvoll wie verständlich in die Gegenwart überträgt“, heißt es in der Begründung der Predigtpreis-Jury. Die Predigt bringe eindrücklich die Hoffnung zur Sprache, die darin liege, dass Gott sich in Jesus mitten unter die Menschen begebe.

Brummer ist Vater von drei Kindern. Er wurde 1964 im württembergischen Schorndorf geboren. Nach Theologiestudium und Vikariat in Hameln war er Pastor in Hildesheim und Hannover sowie Referent für Gemeindepädagogik, Katechismusarbeit und Seelsorge der lutherischen Kirchen in Deutschland. Zeitweise teilte er seine Pfarrstelle mit seiner Frau. Seit dem vergangenen Jahr betreut er in Hannover ein Projekt für den Einsatz von Ruhestandspfarrern.

Der Predigtpreis wird am Buß- und Bettag (19. November) in der Bonner Schlosskirche verliehen. Zusammen mit Brummer erhält der niederländische Kirchenlieddichter Huub Oosterhuis den Preis für das Lebenswerk. Die Auszeichnung ist undotiert. Die Preisträger bekommen eine Bronzeplastik.

Mit dem erstmals im Jahr 2000 gestifteten Predigtpreis will der Verlag für die Deutsche Wirtschaft in Bonn die Redekunst in den Kirchen fördern. Der Verlagsgründer und Aufsichtsratsvorsitzende Norman Rentrop gehört zu den Synoden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie der Evangelischen Kirche im Rheinland.
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Plakatausstellung "Krieg und Gewalt" in der Hochschulbibliothek Friedensau

Friedensau bei Magdeburg, 28.10.2014/APD   Die Hochschulbibliothek der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg bereitet eine Plakatausstellung mit Motiven zum Thema „Krieg und Gewalt“ vor. Die Eröffnung der Ausstellung findet am 11. November 2014, 17 Uhr, im Foyer der Bibliothek statt. Die Plakate erinnern an den Jahrestag der Waffenstillstands-Unterzeichnung von Compiègne (1918) und an die Verbrechen des Ersten Weltkrieges. Sie zeigen zeitgenössische Gestaltungsmittel und Kommunikationsmethoden.

Die beiden Veranstalter – der Bund mitteldeutscher Grafikdesigner und der Verein zur Förderung visueller Kultur plakat-sozial e. V. – riefen auf, Plakate zum Andenken dieses weltweiten Schreckens zu entwerfen. Über 60 Künstler aus 14 Ländern beteiligten sich an der Aktion, darunter international bekannte Vertreter der Plakatkunstszene (www.plakat-sozial.de). Nach der erstmaligen Ausstellung in Leipzig werden die Plakate bis zum 28. November in der Hochschulbibliothek der Theologischen Hochschule Friedensau zu sehen sein.
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UN-Experte fordert Schutz der Religionsfreiheit auch am Arbeitsplatz

New York/USA und Genf/Schweiz, 27.10.2014/APD   Heiner Bielefeldt, Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit des UN-Menschenrechtsrats, forderte am 24. Oktober vor der UN-Vollversammlung, dass die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung ohne Diskriminierung auch am Arbeitsplatz zu leben, geschützt werden müsse. Laut UN-Medienmitteilung ermutigte er die Regierungen, geeignete Maßnahmen zur Vermeidung und Beseitigung aller Formen von Intoleranz und Diskriminierung aufgrund von Religion oder Weltanschauung zu ergreifen. Es seien wirksame Antidiskriminierungsvorschriften und deren Überwachungsmechanismen für Beschäftigte in öffentlichen und privaten Institutionen zu schaffen.

„Sofern dies notwendig erscheint, müssen alle Einschränkungen des Rechts, seine Religion oder Weltanschauung am Arbeitsplatz zu manifestieren, konkret und eng definiert, werden, damit sie mit den internationalen Menschenrechtsstandards übereinstimmen“, sagte der Sonderberichterstatter bei der Präsentation seines jüngsten Berichts vor der UN-Vollversammlung. „Sowohl mit Behörden als auch mit privaten Arbeitgebern geschlossene Arbeitsverträge können bestimmte arbeitsbedingte Verpflichtungen vorsehen, die einige Erscheinungsformen der Religion oder der Weltanschauung eines Mitarbeiters einschränken können“, so Bielefeldt. „Allerdings“, betonte er, „dürfen sie nie zu einer totalen Aufhebung dieses Menschenrechts am Arbeitsplatz hinauslaufen.“

Vorurteile oder „Corporate Identity“ können Religionsfreiheit einschränken
Der Expertenbericht habe die Gründe der religiösen Intoleranz und Diskriminierung am Arbeitsplatz erforscht, heißt es in der UN-Medienmitteilung. Diese könnten aus Vorurteilen der Arbeitgeber, Mitarbeiter oder Kunden bestehen oder aufgrund restriktiver Interpretationen der „Corporate Identity“ beziehungsweise wegen einer allgemeinen Angst vor religiöser Vielfalt.

Er habe die Arbeitgeber auch aufgefordert, „eine Atmosphäre der vertrauensvollen und respektvollen Kommunikation zu fördern, um es Mitarbeitenden, einschließlich der Mitglieder von religiösen oder weltanschaulichen Minderheiten zu ermöglichen, ihre Probleme zu benennen sowie ihre Bedürfnisse offen anzusprechen und damit beizutragen, dass versteckten Formen der Intoleranz und indirekte Diskriminierungsmuster entdeckt werden können“.

Konzept der „angemessenen Vorkehrungen“
Laut UN biete der Bericht von Bielefeldt eine Reihe praktischer Empfehlungen und schlage das Konzept der „angemessenen Vorkehrungen“ (reasonable accommodation) vor. Das sei ein Mittel, um den Grundsatz der Nichtdiskriminierung in geeigneter Weise zu verwirklichen und um individuelle Lösungen für religiöse Minderheiten am Arbeitsplatz zu finden. „Vorausgesetzt, es gibt Goodwill auf allen Seiten, können in den meisten Fällen praktische Lösungen gefunden werden“, so der Bericht.

Bevorzugung religiöser Minderheiten?
Obwohl mit dem Konzept der „angemessenen Vorkehrungen“, im Sinne eines Entgegenkommens für religiöse oder weltanschauliche Minderheiten, viele positive Erfahrungen gemacht worden seien, werde ihm weiterhin mit Skepsis und Widerstand begegnet, heißt es im Dokument. Es werde befürchtet, dass solche Maßnahmen Minderheiten auf Kosten der Gleichberechtigung unter Kollegen bevorzugen, die „Neutralität“ gewisser Institutionen beeinträchtigen oder die Tore für Sonderwünsche anderer Angestellter öffnen könnten.

Diesen Bedenken gegenüber hält Bielefeldt im Bericht fest, dass es sich bei solchen Entgegenkommen nicht um eine Bevorzugung von religiösen Minderheiten handle. Vielmehr gehe es um eine „substanzielle Gleichberechtigung“. Im Rahmen der Menschenrechte bedeute Gleichberechtigung nicht Gleichheit oder Uniformität, sondern immer eine für Vielfalt offene, „komplexe Gleichberechtigung“, die zu einer facettenreichen Gesellschaft und zum Wohl aller beitrage.

Juden und Adventisten Opfer von indirekter Diskriminierung
Neben offener religiösen Intoleranz und direkter Diskriminierung gebe es auch versteckte Formen, die nicht leicht zu entdecken seien. Sie lägen hinter „neutralen“ Vorschriften verborgen, die vordergründig auf alle gleichermaßen zutreffen würden, auf einige Angestellte aber überproportional negative Auswirkungen hätten. So hätten Arbeitnehmende, die aus religiöser Überzeugung an einem Tag der Woche nicht arbeiten würden, zusätzliche Probleme. Das treffe unter anderem auf Juden und Siebenten-Tags-Adventisten zu, welche ihre Arbeitsstelle verloren hätten, weil sie am Samstag (Sabbat) nicht gearbeitet hätten, heißt es im Bericht.

Heiner Bielefeldt trat sein Mandat am 1. August 2010 als Sonderberichterstatter der Religions- und Weltanschauungsfreiheit an. Er ist regierungsunabhängig und agiert in eigener Kompetenz. Bielefeldt ist Professor für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik an der Universität Erlangen-Nürnberg. Von 2003 bis 2009 war er Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Die Forschungsinteressen des Sonderberichterstatters umfassen verschiedene interdisziplinäre Facetten der Menschenrechte in Theorie und Praxis, mit einem Fokus auf der Religions- und Weltanschauungsfreiheit.

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Advent-Wohlfahrtswerk ermutigt zur Willkommenskultur für Flüchtlinge

Berlin, 26.10.2014/APD   Zur Mitgestaltung an einer Willkommenskultur für Flüchtlinge haben Pastor Michael Götz, Leiter des Advent-Wohlfahrtswerks (AWW) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin-Mitteldeutschland, und Pastor Johannes Scheel, Präsident der dortigen Freikirchenleitung, die adventistischen Kirchengemeinden und AWW-Helferkreise in ihrem Verwaltungsgebiet aufgerufen. Es handelt sich dabei um die Adventisten in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

In ihrem Schreiben vom 23. Oktober betonten Götze und Scheel, dass es Aufgabe von Christen sei, sich schutz- und hilfebedürftiger Menschen in Fürbitte und Fürsorge anzunehmen. Die beiden Leiter bekundeten darin ihre Solidarität mit den Zuflucht suchenden Menschen, aber auch mit den Behörden, die sich der Herausforderung einer wachsenden Anzahl von Flüchtlingen gegenübersähen.

Kirchengemeinden und AWW-Helferkreise sollten sich fragen: Was brauchen die Menschen? Gezielte Informationen bei Behörden und in Unterkünften einzuholen, sei wichtig. In vielen Orten gäbe es Flüchtlingsräte, die Ehrenamtliche suchten und wertvolle Hinweise zu rechtlichen Fragen geben könnten. Nicht zuletzt bestünde auch die Möglichkeit, Menschen in Angebote der Kirchengemeinden und Helferkreise einzubeziehen.

Mit ihrem Schreiben wollten Götz und Scheel ermutigen, selbst auf Menschen zuzugehen und sie dort aufzusuchen, wo sie lebten. Es bestehe das Angebot eines Erfahrungs- und Ideenaustausches zu Fragen der Flüchtlingshilfe mit der Leitung des AWW und der Freikirche. Dieses Jahr hätten bereits die Ortsgemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten in Hanau und Nürnberg-Mitte durch Gewährung von Kirchenasyl Flüchtlingshilfe geleistet.

Das 1897 gegründete Advent-Wohlfahrtswerk ist das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Als eingetragener Verein mit Sitz in Darmstadt ist das AWW Gründungsmitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Die soziale und karitative Tätigkeit des AWW gelte dem hilfsbedürftigen Menschen ohne Ansehen der Person und ohne Unterschied von Nation, Rasse, Konfession oder Weltanschauung. Weitere Informationen: www.aww.info
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Kritik an Werbung der Bundeswehr bei Kindern und Jugendlichen

EAK und AGDF: Friedenspolitische Bildung in den Schulen stärken

Bonn, 24.10.2014/APD   Die evangelischen Friedensverbände „Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden“ (AGDF) und „Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden“ (EAK) haben die Werbung der Bundeswehr bei Kindern und Jugendlichen erneut scharf kritisiert und stattdessen eine Stärkung der friedenspolitischen Bildung in den Schulen gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung wiesen die beiden Verbände darauf hin, dass Frieden Bestandteil des Schulunterrichts sein müsse.

Die aktuellen kriegerischen Konflikte überall in der Welt würden auch Schülerinnen und Schüler stark beschäftigen. Darum forderten die Vorstände von AGDF und EAK, dass in der Auseinandersetzung mit den Krisen in Schulen wie auch in der außerschulischen Jugendarbeit vor allem Möglichkeiten der gewaltfreien Konfliktbearbeitung aufgezeigt werden sollten.

Die Anwendung von Gewalt sei vielfach die Normalität bei Konflikten in der Welt und in der Gesellschaft. Möglichkeiten gewaltfreien Handelns wären dagegen weniger gut bekannt oder würden ignoriert, kritisierten AGDF und EAK. Dagegen könnten Jugendoffiziere in Uniform in den Schulen „eine Normalität von militärischen Interventionen“ vermitteln. Doch Friedensbildung müsse in der Verantwortung von Pädagogen bleiben, betonten die Vorstände der beiden Verbände. Dazu gehöre auch, die Tragweite und die Konsequenzen der Entscheidung für den Soldatenberuf wie auch den Einsatz von Waffen anzusprechen.

Auf Kritik stoße bei den beiden evangelischen Friedensverbänden der Werbeetat der Bundeswehr von rund 30 Millionen Euro jährlich, mit dem versucht werde, mittels Camps, Sportwettbewerben, Artikeln in Jugendzeitschriften oder Gruppeneinladungen in Kasernen bei jungen Menschen Abenteuerlust und Technikbegeisterung zu wecken. Auch würden sogenannte Karrieretrucks im direkten Umfeld von Schulen mit attraktiven Ausbildungsmöglichkeiten und sicheren Arbeitsplätzen werben, betonten AGDF und EAK. Die Vorstände beider Friedensverbände forderten stattdessen von der Bundesregierung, auf die Rekrutierung von Minderjährigen zu verzichten.
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Michael Kißkalt neuer Rektor des Theologischen Seminars Elstal

Wustermark-Elstal bei Berlin, 22.10.2014/APD   Das Präsidium des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) hat Professor Dr. Michael Kißkalt als Rektor des Theologischen Seminars Elstal berufen. Der 50-jährige Theologe und Pastor übernahm zum 15. Oktober die Leitung der Fachhochschule, nachdem er im Juni seine Promotion abgeschlossen hatte und im Oktober zum Professor für Missionswissenschaft und Interkulturelle Theologie ernannt wurde. Kißkalt folgt als Rektor auf Professor Dr. Volker Spangenberg, der sich nach acht Jahren in diesem Amt wieder ganz auf seine Professur für Praktische Theologie konzentrieren möchte.

BEFG-Präsident Hartmut Riemenschneider würdigte, dass es dem neuen Rektor wichtig sei, den akademischen Bereich und die Gemeindewirklichkeit miteinander zu verbinden. Er dankte dem scheidenden Rektor und hob die erfolgreiche Akkreditierung des Theologischen Seminars durch den Wissenschaftsrat hervor, die Voraussetzung für die Anerkennung als Fachhochschule. Die spätere Reakkreditierung sei ein Zeichen dafür gewesen, dass das Seminar sein hohes Niveau unter der Leitung Spangenbergs nicht nur gehalten, sondern sogar noch ausgebaut habe, so Riemenschneider.

Michael Kißkalt wurde an der Humboldt-Universität Berlin mit einer Arbeit zum Thema „Das Tagebuch des Richard E. Mbene und sein missionshistorischer Kontext“ zum Doktor der Theologie promoviert. Bisher arbeitete Kißkalt neben seiner halben Stelle am Theologischen Seminar, die zum 1. Oktober auf eine ganze Stelle ausgeweitet wurde, für den Dienstbereich Mission des BEFG. Dort war er seit 2003 als Referent für Mission und Evangelisation tätig und leitete die Internationale Mission in Deutschland, unter deren Dach Gruppen und Gemeinden von Migranten im BEFG zusammengeschlossen sind.

Seit 1880 bildeten die deutschen Baptisten ihre hauptamtlichen Mitarbeiter in einer eigenen Ausbildungsstätte in Hamburg aus. Von 1959 bis 1991 führte die politische Entwicklung dazu, in der damaligen DDR ein eigenes Theologisches Seminar in Buckow (Märkische Schweiz) einzurichten, das im Herbst 1991 wieder mit dem Seminar in Hamburg vereinigt wurde. 1997 kam es durch die Gründung des „Bildungszentrums Elstal“ bei Berlin zu einer Ortsveränderung. Das Theologische Seminar wurde Teil des Bildungszentrums des Bundes Evangelische-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Seit Oktober 2003 ist das Seminar eine staatlich anerkannte Fachhochschule. Sie bietet die drei akkreditierten Studiengänge Bachelor und Master Evangelische Theologie sowie Master Freikirchliche Diakonie für die insgesamt 60 bis 70 Studentinnen und Studenten an. Die Fachhochschule verfügt über die wissenschaftlichen Institute für Diakonie und Sozialtheologie sowie für Baptismusstudien. Die Bibliothek umfasst etwa 80.000 Bände aus der Theologie und angrenzenden Wissenschaften. 110 Fachzeitschriften werden im Abonnement bezogen. Weitere Informationen unter www.theologisches-seminar-elstal.de
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"Hope Channel“-Sendereihen nominiert beim 6. CFF Filmpreis DAVID

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 20.10.2014/APD   Am 8. November findet zum sechsten Mal der CFF (Forum für Christen in Film und Fernsehen) Filmpreis DAVID statt, ein überkonfessioneller Filmpreis, der seit 2002 vergeben wird.

Seit dem 14. Oktober stehen die Finalisten fest. Darunter auch der „Hope Channel“ mit gleich zwei Sendereihen: „ARNION“ in der Rubrik „Szenischer Film & Serie“ und „Fribos Dachboden“ in der Rubrik „Kinder- und Jugendfilm“. Der Fernsehsender „Hope Channel Deutsch“ gehört zum Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ mit Sitz in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt. Träger ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Der CFF Filmpreis DAVID prämiert Film- und Fernsehproduktionen, die auf überzeugende und lebendige Weise christliche Werte transportieren. Er zeichnet Beiträge aus, die ihr Anliegen kreativ und den eingesetzten Medien entsprechend anspruchsvoll umsetzen. Deshalb fließen bei der Bewertung auch die Regie- und Kameraleistungen und die dramaturgische Qualität der Geschichte ein. Dieses Jahr wurden insgesamt 60 Produktionen in sechs verschiedenen Kategorien eingereicht.

Der „Hope Channel“ hat mehrere Beiträge von den Produzenten Adrian Dure und Wolfgang Schick (ARNION: „Der Richter“) und Naila Warning (Fribos Dachboden: „Martin Luther“) eingereicht.

„ARNION“ ist eine zehnteilige Fernsehserie zum Thema Offenbarung, die Menschen einen praktischen Einstieg in das letzte Buch der Bibel vermitteln will. Neu ist, dass der Zugang zur Offenbarung nicht über eine detaillierte Auslegung der Texte erfolgt, sondern sich auf die großen Themen des Buches konzentriert. Dabei bleibt der Mensch mit seinen Fragen an die Zukunft immer im Blick und Perspektiven zu persönlichen Fragen nach Gerechtigkeit, Sinn, Zukunft werden entwickelt. Die Serie soll Hoffnung auf Jesus Christus und eine positive Zukunft vermitteln (Homepage: www.arnion.tv).

„Fribos Dachboden“ ist die beliebte Kindersendung auf dem „Hope Channel“. Die Handpuppe Fribo wohnt auf einem Dachboden. Gemeinsam mit den Kindern entdeckt Fribo die Bibel und die Welt. Im Dialog mit dem Moderator Julian lernt er Gott als ein liebevolles und fürsorgliches Wesen kennen, zu dem er in jeder Lebenslage kommen kann und der immer für ihn da ist. Durch verschiedene Einspieler, in denen gebastelt, gekocht, gebacken und experimentiert wird, werden Kinder ermutigt, sich auszuprobieren und sich selbst kennen zu lernen (Homepage: www.fribos-dachboden.de).

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Adventisten spenden 2,39 Milliarden US-Dollar für allgemeine Aufgaben ihrer Kirche

Silver Spring, Maryland/USA, 19.10.2014/APD   Die weltweit 18,1 Millionen Mitglieder der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten hätten im vergangenen Jahr 2,39 Milliarden US-Dollar (1,88 Milliarden Euro) an „Zehntengeldern“ gespendet, welche für allgemeine Aufgaben der Kirche verwendet würden. Das sagte Robert E. Lemon, Finanzchef der Weltkirche, in seinem Rechenschaftsbericht den rund 330 Delegierten aus aller Welt, die vom 9. bis 15. Oktober an der Jahressitzung des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung in Silver Spring, Maryland/USA, teilnahmen. Diese Summe entspreche einer Steigerung der Gelder für allgemeine Aufgaben der Kirche um 3,5 Prozent gegenüber 2012, so Lemon. Der Weltkirchenleitung seien davon 118 Millionen Euro für ihre Tätigkeit zugeteilt worden, wie Adventist News Network (ANN) berichtete. Die zweckgebundenen Spenden der Kirchenmitglieder wären in diesen Zahlen nicht enthalten. Viele Mitglieder würden neben zehn Prozent ihres Einkommens, den „biblischen Zehnten“, weitere Spenden für besondere Projekte geben.

Die Weltkirchenleitung der Adventisten habe ihren Personalbestand von 1995 bis 2013 um nur fünf Personen von 282 auf 287 erweitert, so Lemon. Und das, obwohl die Mitgliederzahl in diesen 18 Jahren von 8,8 Millionen auf 18,1 Millionen zugenommen habe, sowie die Zahl der meist kontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) von elf auf 13 und jene der vorwiegend nationalen Kirchenleitungen (Unionen) von 94 auf 125 gewachsen sei. Der Finanzchef ermutigte laut ANN die Kirchenleiter aus allen Regionen der Welt, nicht primär administratives Personal anzustellen, sondern mehr Pastoren und Personen, die in vorderster Reihe stünden, um das Evangelium direkt weiterzugeben.
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16 Adventisten unter den 4.000 Ebola Todesfällen in Westafrika

Silver Spring, Maryland/USA, 18.10.2014/APD   Mehr als 4.000 Menschen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an der vor allem in den westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone grassierenden Viruserkrankung Ebola gestorben. Darunter seien auch 16 Mitglieder der 33.000 in diesen Ländern lebenden Siebenten-Tags-Adventisten, sagte Pastor James Golay, Präsident der regionalen Kirchenleitung der Adventisten in Westafrika mit Sitz in Monrovia/Liberia. Golay berichtete dies per Videoübertragung den 330 Delegierten der Jahressitzung des Exekutivausschusses der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA.

Golay hätte auch an der Jahressitzung teilnehmen sollen, habe aber auf die Teilnahme verzichtet, nachdem weltweit tätige Gesundheitsorganisationen sowie die adventistische Weltkirchenleitung wegen Bedenken bezüglich der sich rasch ausbreitenden Krankheit von Reisen von und nach Westafrika abgeraten hätten, berichtete Adventist News Network (ANN). Am Samstag, 11. Oktober, wurde weltweit in den Gottesdiensten der Siebenten-Tags-Adventisten für die von Ebola Betroffenen und deren Familien gebetet.

Adventisten in den betreffenden Ländern „hätten es ungemein schwer“, sagte der Präsident der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleitung), Pastor Ted Wilson. Es litten nicht nur jene, die von Ebola betroffen seien, so Pastor James Golay in der Videoübertragung, denn Ebola wirke sich auch auf den gewohnten Umgang und die Bräuche aus. So gebe man sich nicht mehr die Hand bei der Begrüßung oder umarme sich nicht mehr.

Laut ANN wurde Ebola 1976 das erste Mal in Zentralafrika entdeckt. Der jetzige Ebola-Ausbruch in Westafrika sei „der umfassendste, komplexeste und schwerste, den wir je erlebt haben“, sagte Dr. med. Margaret Chan, Generaldirektorin der WHO. „Die Krankheit breitet sich schneller aus als wir mit unseren Eindämmungsbemühungen darauf reagieren können“, so die Chinesin. „Die jetzige Ebola-Epidemie, welche in Teilen Westafrikas wütet, ist die schwerste akute gesundheitliche Notlage, die wir in der Neuzeit erlebt haben.“

Ebola – Übertragung, Ansteckung, Symptome
Laut dem Ebola-Informationsblatt der Weltgesundheitsorganisation erfolgt die Übertragung des Ebola-Virus durch direkten Kontakt mit Blut, Ausscheidungen, Körperflüssigkeiten oder Kleidung und Bettzeug von Personen, die an Ebola erkrankt oder gestorben sind. Ein anderer Übertragungsweg ist der Kontakt mit Blut oder durch das Essen von Fleisch infizierter Tiere.

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit dem Ebola-Virus bis zum Auftauchen erster Symptome, liegt laut WHO zwischen zwei und 21 Tagen. Erst wenn Symptome zu Tage treten, sind Menschen ansteckend.

Krankheitszeichen sind das plötzliche Auftreten von Fieber, Müdigkeit, Muskelscherzen, Kopfweh und Halsschmerzen. Darauf folgt gemäß WHO Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag, beeinträchtigte Nieren- und Leberfunktion sowie in gewissen Fällen äußerliche und innere Blutungen.

Die Sterblichkeitsrate von mit Ebola infizierten Personen liegt im Durchschnitt bei 50 Prozent. Diese kann aber von 25 bis 90 Prozent variieren.

ADRA bietet medizinische Nothilfe
Die adventistische Kirche habe bereits auf die Ebola-Krise reagiert, so Ted Wilson. „Es gibt viele Hilfsaktivitäten in Westafrika durch die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA, aber auch seitens unserer Kirche, um den Menschen beizustehen.“

Liberia
In Zusammenarbeit mit „Loma Linda University“, „Adventist Health International“ und „Globalmedic“, habe ADRA dem „Cooper Adventist Hospital“ in Monrovia/Liberia und dem liberianischen Gesundheitsministerium mit medizinischer Ausrüstung im Wert von 73.000 Euro geholfen. Die Hilfe umfasse unter anderem Isolationszelte, 60.000 Vinylhandschuhe, 38.000 Gesichtsmasken, 3.200 Schutzkleidungen und 600 Einweg-Overalls sowie 14.000 Müllsäcke.

Das adventistische Cooper Hospital, in dem drei Menschen an Ebola gestorben seien, wäre laut ANN vorübergehend für eine dreiwöchige Quarantänezeit geschlossen. Anschließend solle der Krankenhausbetrieb wieder aufgenommen werden. Das Spital habe keine Ebola-Patienten betreut, sondern Patienten mit anderen Krankheiten, die wegen der Schließung der meisten Krankenhäuser nicht mehr gepflegt oder operiert worden seien.

Sierra Leone
Eine weitere medizinische Einrichtung in Westafrika, das „Waterloo Adventist Hospital“ in Sierra Leone, sei ebenfalls geschlossen, nachdem mehrere Mitarbeiter mit dem Virus an ihren Wohnorten infiziert wurden. Nach der Wiedereröffnung des Krankenhauses in Waterloo solle es laut ANN als Ebola-Klinik der Regierung geführt werden.

ADRA Sierra Leone berate Ebola-Opfer, biete Schulungen für Mitarbeiter und Freiwillige an und führe öffentliche Aufklärungskampagnen zur Ebola-Prävention durch. Dabei würden Informationen über Ebola mittels Flugblätter, Plakate und Fernsehprogramme verbreitet.
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Adventistischer Pastor in der Ukraine 20 Tage nach Entführung freigelassen

Silver Spring, Maryland/USA, 17.10.2014/APD   Wie Adventist News Network (ANN) berichtet, ist der am 27. September in der Ostukraine entführte adventistische Pastor Sergei Litovchenko freigelassen worden und konnte zu seiner Familie zurückkehren. Er befand sich während 20 Tagen in Entführungshaft, nachdem er am Samstag, 27. September, während eines Abendmahlsgottesdienstes in der Adventkirche in Horlivka von bewaffneten pro-russischen Separatisten in Tarnanzügen verschleppt wurde. Nach Angaben der adventistischen Kirchenleitung in Kiew hätten die Entführer die Gottesdienstbesucher aufgefordert, das Gebäude zu verlassen, den Pastor in ein Auto gedrängt und seien mit ihm weggefahren.

Die adventistische Kirchenleitung und die Familie des Pastors dankten den vielen Christen, welche sich mit ihren Gebeten für eine rasche Freilassung eingesetzt hätten.

„Wir sind sehr glücklich, dass Pastor Litovchenko bei guter Gesundheit ist“, sagte Garrett Caldwell, Sprecher der protestantischen Weltkirchenleitung mit Sitz in Silver Spring, Maryland/USA. „Wir müssen weiterhin für den Schutz und die Sicherheit unserer Seelsorger und unsere Kirchenmitglieder beten, die in verschiedenen Konfliktgebieten in vielen Teilen der Welt Gefahren ausgesetzt sind“, so Caldwell.

Adventisten in der Ukraine
In der Ukraine mit 45,5 Millionen Einwohnern, feiern 51.900 erwachsen getaufte Adventisten in 899 Kirchen jeden Samstag, dem biblischen Ruhetag, ihren Gottesdienst. Sie unterhalten eine Höhere Fachschule, eine Klinik, ein Sanatorium, ein Medienzentrum, ein TV-Studio sowie einen Verlag.
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Adventisten stimmen bei der Weltsynode 2015 über Frauenordination ab

Silver Spring, Maryland/USA, 17.10.2014 / APD   Die Delegierten der Jahressitzung des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung in Silver Spring, Maryland/USA, haben am 14. Oktober mit 243 gegen 44 Stimmen bei drei Enthaltungen beschlossen, dass während der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) im Sommer 2015 in San Antonio/Texas über die Ordination von Frauen zum Pastorendienst entschieden wird. Das berichtete Adventist News Network (ANN).

Der den Delegierten der Jahressitzung vorgelegte Textvorschlag sei gemeinsam von den Verantwortlichen der Weltkirchenleitung sowie der dreizehn Kirchenregionen (General Conference and Division Officers GCDO) erarbeitet worden. Dieses Vorgehen wäre laut ANN eine „kreative Art“ der Weltkirchenleitung mit einem heiklen Problem umzugehen und dabei neutral zu bleiben.

Die Fragestellung, über welche die rund 2.600 Delegierten der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) im Juli 2015 in San Antonio/Texas entscheiden sollten, lautet:

„Das Exekutivkomitee der Generalkonferenz fordert die Delegierten in ihrer heiligen Verantwortung vor Gott auf, während der Generalkonferenz-Sitzung 2015 [Weltsynode] die folgende Frage zu beantworten: Nachdem du unter Gebet die Ordinationsfrage anhand der Bibel, des Schrifttums von Ellen G. White sowie der Berichte der Studienkommissionen erforscht hast, und nachdem du reiflich überlegt hast, was das Beste für die Kirche und die Erfüllung ihrer Mission ist: Ist es für die Exekutivkomitees der Divisionen [kontinentale Kirchenleitungen] zulässig, sofern sie dies für ihr Gebiet als angemessen erachten, Bestimmungen für die Ordination von Frauen zum Pastorendienst zu erlassen?“

Wenn die Frage der Frauenordination bei der Weltsynode 2015 positiv beantwortet würde, hätten die 13 meist kontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) die Möglichkeit, den nationalen Kirchenleitungen (Unionen) zu erlauben, Frauen zum Pastorendienst zu ordinieren oder auch nicht.

Mehr als 20 Delegierte der Jahressitzung hätten sich in der Aussprachezeit zu Wort gemeldet. Es sei beanstandet worden, dass die Kirchenleitung keine Empfehlung für oder gegen die Ordination von Frauen zum Pastorendienst abgegeben habe. Die Befürworter befürchteten, so ANN, dass deswegen der Ordinationsfrage bei der Weltsynode 2015 weniger Gewicht zukomme.

„Ich bin der Meinung, dass dieses Gremium der Weltkirche die Richtung vorgeben sollte“, sagte Pastor David Weigley, Präsident der Columbia Union in Nordamerika. „Wir verpassen eine goldene Möglichkeit, die Richtung vorzugeben. Führungskräfte führen, sie sind Wegweiser.“

Er schätze den Beitrag, den Pastorinnen leisteten, sagte Pastor Alberto C. Gulfan Jr., Präsident der adventistischen Kirchenleitung im südlichen Asien-Pazifikraum, aber die Kirchenmitglieder in seiner Region seien dafür nicht offen. „Wir unterstützen, dass diese Empfehlung der Weltsynode vorgelegt wird und damit das Thema ein für alle Mal entscheidet.“

Pastor Ted N. C. Wilson, adventistischer Weltkirchenleiter, habe während der Jahressitzung seine Position in der Frauenordinationsfrage nicht offengelegt. Wenn die Weltsynode eine Entscheidung treffe, so verspreche er, sei er bereit, diese Entscheidung umzusetzen. „Ich bitte euch alle, es mir gleich zu tun.“

Nach Angaben von ANN ist der Ausgang der Abstimmung während der Weltsynode offen. Die knapp 2.600 stimmberechtigten Delegierten könnten dem vorgeschlagenen Text zustimmen, ihn ablehnen oder ändern.

Laut ANN habe die Diskussion über die Frauenordination in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten vor mehr als 130 Jahren begonnen und sich seit den 1970er Jahren intensiviert. Das besonders in jenen Ländern, in denen sich Kirchenmitglieder für Veränderungen einsetzten, so in den USA, Europa, Neuseeland und Australien.
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Weltweit 18,1 Millionen Adventisten

Silver Spring, Maryland/USA, 16.10.2014/APD   „Es ist einfach, Menschen zu taufen, aber viel schwieriger, sie in der Kirche zu behalten“, sagte Pastor G. T. Ng, Generalsekretär der Weltkirchenleitung, als er die neusten Mitgliederzahlen den rund 330 Delegierten der Jahressitzung des Exekutivausschusses der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten in Silver Spring, Maryland/USA, präsentierte. Weltweit gehörten 18,1 Millionen erwachsen Getaufte zur Kirche.

Das zehnte Jahr in Folge seien mehr als eine Million Menschen Mitglieder der Kirche geworden. Dieser 1,5-prozentigen Zunahme im Berichtsjahr stehe aber ein rekordhoher Verlust von 828.968 Adventisten gegenüber, der durch Entzug der Mitgliedschaft, Austritt, Tod oder Unauffindbarkeit entstanden sei. Er würde lieber über die „ernsthaften Verlustzahlen“ sprechen, so der Singapurer, als über die großen Taufzahlen.

David Trim, Archivar der adventistischen Weltkirchenleitung, erläuterte, dass die fortlaufende Überprüfung und Anpassung der Mitgliederzahlen an die wirklich vorhandenen Adventisten in den Ortsgemeinden ein Grund für die hohen Verlustzahlen sein könne.

In den letzten vierzig Jahren wären weltweit 31,8 Millionen Personen getauft worden, so Ng, währenddessen gleichzeitig 11,4 Millionen aus der Kirche ausgetreten oder nicht mehr auffindbar seien. Die Verlustzahl beinhalte keine Verstorbenen. Jene Mitglieder, welche die Kirche verlassen hätten, wären nicht genügend betreut worden, so Ng.

Ein Beispiel dafür seien die Berichte in den Medien über eine angeblich erzwungene Rückbekehrung von 33 Adventisten im nordindischen Dorf Asroi. Eine Untersuchungskommission der adventistischen Kirchenleitung in Indien habe hingegen gezeigt, dass die 2005 getauften adventistischen Kirchenmitglieder in Asroi wenig Unterstützung und Begleitung seitens ihrer Kirche erhalten hätten, gleichzeitig aber von hinduistischen Aktivisten umworben worden wären. Nach deren freiwilligem Rückübertritt zum Hinduismus seien nur sechs Personen weiterhin Mitglieder der Siebenten-Tags-Adventisten geblieben.

Ng habe laut Adventist News Network (ANN) auch die schwierige Situation der drei adventistischen Kirchenregionen in Europa mit Sitz in Bern/Schweiz, St. Albans/Großbritannien und Moskau/Russland angesprochen. In Großbritannien wachse die Kirche vorwiegend durch Immigranten. Einheimische würden kaum erreicht.

Man könne nicht davon ausgehen, dass die adventistische Kirche ihrem Auftrag das Evangelium zu verbreiten, nachgekommen wäre, wenn sie in einem Land vertreten sei. Die 800.000 Adventisten in Kenia stammten fast ausnahmslos aus zwei Sprachgruppen, so Pastor Ng. In den 40 anderen Sprachgruppen des Landes gebe es hingegen kaum Adventisten. Das Gleiche treffe für Thailand zu. Die große Mehrheit der dortigen Adventisten stamme aus Minderheitsbevölkerungsgruppen.
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"Bleibt weiterhin neugierig, forscht und sammelt Erfahrung“

Hochschule Friedensau verleiht 47 Absolventen akademische Grade

Friedensau bei Magdeburg, 15.10.2014/APD   „Je älter ich werde, umso mehr Fragen habe ich“, sagte Professorin Dr. Sigrid James, in ihrer Festansprache zur Verleihung der akademischen Grade an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg. Deshalb wolle sie keine Weisheiten vermitteln, sondern Wünsche, Meinungen und Fakten, betonte die Dozentin am Fachbereich Sozialarbeit und Sozialökonomie der Loma Linda Universität, Kalifornien/USA, und Gastprofessorin am Institut für Sozialwesen der Universität Kassel.

Jeder dritte Deutsche leide an psychischen Erkrankungen, sei es durch Burn-out, das Erleben von häuslicher Gewalt oder durch Belastungen, die Alleinerziehende verspürten, stellte James fest. Die Friedensauer Absolventen hätten sich ein schwieriges Arbeitsfeld gewählt. Sie würden künftig mit deprimierenden Sachverhalten konfrontiert. Die Erwartungen seien hoch. Es würden Antworten und Lösungsmöglichkeiten gefordert. Käme die gewünschte Hilfe nicht, könnten Menschen in noch tiefere Krisen stürzen. Ein zusätzliches Problem und Herausforderung zugleich: Das menschliche Verhalten werde von vielen Faktoren bestimmt und sei nicht, wie etwa in der Naturwissenschaft, berechenbar. Zudem mangele es an gesellschaftlicher Anerkennung für die Arbeit im sozialen Bereich, und die Bezahlung sei gering. Deshalb sollten die Absolventen ein Selbstbewusstsein für die wichtige Aufgabe, die sie leisteten, entwickeln. Menschen, die an einem Tiefpunkt ihres Lebens angelangt seien, bräuchten Hilfe. Es gelte, hohe Maßstäbe an die künftige Arbeit setzen, um etwas bewirken zu können. Engagement und ständige Weiterbildung wären unerlässlich. Andererseits könne die Arbeit auch große Befriedigung verschaffen, wenn katastrophale Verhältnisse sich zum Positiven veränderten.

Professorin James ermutigte die Absolventen: „Menschen vertrauen sich euch an und schon in der Bibel heißt es im Buch der Sprüche: ‚Wer auf Gutes bedacht ist, wird Gutes erfahren‘. Sie wünschte ihnen „ein System, das euch unterstützt, Vorgesetzte, die Strukturen schaffen, in denen ihr gut arbeiten könnt, Gemeinden und Kirchen, die sich nicht in Lehrstreitigkeiten verlieren, sondern für euch da sind. Und wenn ihr einmal Vorgesetzte sein werdet, schafft selbst gute Voraussetzungen zum Arbeiten.“

Der Rektor der Theologischen Hochschule, Professor Dr. Friedbert Ninow, empfahl den Graduierten, Friedensau nicht mit dem Gefühl zu verlassen, dass sie schon alles wüssten. „Bleibt weiterhin neugierig, forscht und sammelt Erfahrung“, gab er den Absolventen als Rat mit auf ihren beruflichen Weg.

Insgesamt wurden 47 Studierende aus zwölf Ländern in den Bereichen Theologie und Sozialwesen mit einem B.A. oder M.A. graduiert. Dr. Johannes Hartlapp, Dekan des Fachbereichs Theologie, übergab Urkunden an zwei Bachelor und vier Master of Arts in Theologie sowie an drei Master of Theological Studies (M.T.S.). Letzere stammen aus Myanmar, Kamerun und Ghana. Professor Dr. Horst Rolly, Dekan des Fachbereichs Christliches Sozialwesen, übergab Diplome an 17 Bachelor of Arts in Soziale Arbeit und drei Bachelor of Arts in Gesundheits- und Pflegewissenschaften. Der akademische Grad der drei Absolventen wurde erstmals in Friedensau verliehen. Master of Arts erhielten fünf Graduierte in Counseling (Beratung), zwei in Musiktherapie, drei in Sozial- und Gesundheitsmanagement sowie acht in International Social Sciences. Von den letztgenannten Absolventen stammt nur eine aus Deutschland, die anderen kommen aus Brasilien, Russland, Indien, Ruanda, Uganda und Myanmar.

Der mit 1.000 Euro dotierte Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen ging in diesem Jahr an Chigemezi Nnagozie Wogu aus Nigeria. Marco Knorr erhielt den Förderpreis der Sparkasse Jerichower Land für besondere Leistungen im Fachbereich Christliches Sozialwesen und Benjamin Bleil den Herbert Blomstedt-Preis für Theologie. Beide Preise sind mit je 500 Euro dotiert.

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Reintegration von ehemaligen Soldatinnen in Liberia

Masterthese mit wichtigem wissenschaftlichem und praktisch entwicklungspolitischen Beitrag

Friedensau bei Magdeburg, 15.10.2014/APD   Im Jahr 2003 stand das westafrikanische Land Liberia nach 14 Jahren Bürgerkrieg vor großen Herausforderungen. Die Infrastruktur des Landes existierte nicht mehr, viele Menschen waren durch den Krieg traumatisiert, und eine große Gruppe von Flüchtlingen musste wieder in die liberianische Gesellschaft integriert werden. Darüber hinaus hatten viele Menschen über Jahre in einer der Bürgerkriegsarmeen gekämpft, darunter auch Frauen und Kinder. Während Kindersoldaten große mediale Aufmerksamkeit erhielten, gerieten die im Krieg kämpfenden Frauen oft in Vergessenheit und wurden auch von den offiziellen Reintegrationsprogrammen meist nicht erfasst.

Dieser Gruppe widmet sich Annette Witherspoon, die selbst aus Liberia stammt, in ihrer Masterthese mit dem Titel „Post Conflict ‚Reintegration‘: The New Lives of Female Excombatants“, so Professorin Dr. Ulrike Schultz, Dozentin für Entwicklungssoziologie und – ökonomie an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg. Witherspoon habe sich der Frage gestellt, wie es den Frauen gelinge, sich außerhalb von offiziellen Programmen ein neues Leben aufzubauen. Die Arbeit basiere auf einer Feldforschung in einem der Armenviertel in Monrovia. Annette Witherspoon sei es während ihrer Studien gelungen, das Vertrauen einiger ehemaliger Kämpferinnen zu gewinnen. Neben Interviews, in denen die Frauen ihre Lebensgeschichte erzählten, habe die Autorin auch am Leben der Frauen teilgenommen.

Witherspoon mache deutlich, dass anders als in Reintegrationsprogrammen angenommen, viele Frauen nicht integriert werden müssten, da sie auch während des Bürgerkrieges Kontakt zu ihren Familien gepflegt hätten und anderen sozialen Netzwerken angehörten. Demgegenüber würden die Frauen mit geschlechtsspezifischen Klischees – zum Beispiel dass ehemalige Kämpferinnen sich prostituierten – mit einem negativen Image konfrontiert, sodass sie versuchten, ihre Vergangenheit in Vergessenheit geraten zu lassen.

In ihrer Masterthese mache Annette Witherspoon deutlich, dass die Frauen darum kämpften, sich zu verändern und sich von dem negativen Image, das Soldatinnen in Liberia hätten, abzugrenzen. Sie bemühten sich um Anerkennung und darum, ihre Vergangenheit „unsichtbar“ zu machen, indem sie sich zum Beispiel religiösen Gemeinschaften anschließen und zu „born agains“ (Wiedergeborenen) würden. Die Frauen setzten sich zum Teil jedoch auch aktiv mit ihrer Vergangenheit auseinander, indem sie sich jenseits von offiziellen Förderprogrammen in Selbsthilfegruppen organisierten. In drei ausgewählten Lebensgeschichten mache Witherspoon zudem deutlich, dass sich hinter dem Bild der Kämpferin ganz unterschiedliche Biografien verbergen würden. Hierin zeige sich auch die Stärke qualitativer und ethnografischer Ansätze, auf die in der Entwicklungszusammenarbeit nur selten zurückgegriffen werde, betonte Professorin Schultz.

Abschließend entwickle Annette Witherspoon einige Empfehlungen für Demobilisierungs- und Reintegrationsprogramme. Sie fordere darin, dass die Programme sich an den besonderen Bedürfnissen von Soldatinnen orientierten und dem Spannungsfeld zwischen dem Wunsch, sich zu verändern, und den Erfordernissen des Überlebens, in dem die Frauen handelten, gerecht werden müssten. Mit ihrer Masterthese leiste Witherspoon einen wichtigen wissenschaftlichen und auch einen praktisch entwicklungspolitischen Beitrag zu Überlebensstrategien in einer Postkonfliktgesellschaft, hob Professorin Dr. Ulrike Schultz hervor.

Annette Witherspoon begann ihren akademischen Werdegang in Uganda mit dem Bachelor-Studium „Social Work and Social Administration“ an der Bugema-Universität in Kampala. Von 2010 bis 2013 studierte sie an der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg im Masterstudiengang „International Social Sciences“. Bereits während ihrer Studienzeit war sie in verschiedenen Ländern für die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA in Entwicklungshilfeprojekten tätig sowie an mehreren Forschungsstudien beteiligt. Die gebürtige Liberianerin arbeitete nach ihrem Masterabschluss für ADRA Deutschland zunächst als Programmassistentin. Seit November 2013 ist sie Projektberaterin in der Region Sahel, Westafrika. Hier ist sie im Monitoring und in der Evaluation deutscher ADRA-Projekte in Mali, Burkina Faso und Tschad tätig. Neben ihrer Arbeit bereitet sie sich auf ihre Promotion vor.

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"Wer in Glaubensfragen Gewalt anwendet, kann niemals im Recht sein"

Herbsttagung des Vereins für Freikirchenforschung in Kaub am Rhein

Kaub am Rhein, 14.10.2014/APD   Vom 11. bis 12. Oktober fand die diesjährige Herbsttagung des Vereins für Freikirchenforschung (VFF) in Kaub am Rhein statt. Sie widmete sich dem Thema „Die Freikirchen zwischen politischer Duldung und religiöser Freiheit“. Elf Fachreferenten beleuchteten schlaglichtartig Aspekte der Freikirchengeschichte im Spannungsfeld von Intoleranz, Toleranz und Religionsfreiheit.

In der Geschichtsschreibung der evangelischen Freikirchen spielten die Themen Toleranz und Religionsfreiheit eine bedeutende Rolle, teilte Dr. Thomas Hahn-Bruckart, 2. Vorsitzende des VFF, mit. Vor allem die Erfahrungen staatlicher und kirchlicher Repressionen seien für religiöse Minderheiten in Europa bis ins 20. Jahrhundert hinein prägend gewesen.

Professor Dr. Erich Geldbach (Marburg) ging in seinem Eröffnungsreferat dem Thema „(In)Toleranz und Religionsfreiheit in der Geschichte der Freikirchen“ nach. Anhand verschiedener Beispiele zeichnete er eine Entwicklung nach, in der auch die Toleranzbemühungen von Oliver Cromwell, John Locke und William Penn gewürdigt wurden. Einprägsam auch die Aussage: „Wer in Glaubensfragen Gewalt anwendet, kann niemals im Recht sein.“

Das Referat von Dr. Thomas Hahn-Bruckart (Mainz) beschäftigte sich mit der „(In)Toleranz bei Martin Luther“. Dabei beleuchtete er Luthers Auseinandersetzung mit anderen reformatorischen Strömungen, die nicht seiner Auffassung entsprachen. Von Luther gebrauchte Kampfnamen, wie zum Beispiel „Schwärmer“, hätten sich immer weiter ausgeweitet und dadurch unterschiedliche Personen und Gruppen diffamiert. Der Begriff des „Schwärmers“ sei im Luthertum in den folgenden Jahrhunderten auf verschiedene religiöse Phänomene angewendet worden. Dadurch hätten sich Schlagworte und Diffamierungen durchsetzen können.

Dr. Astrid von Schlachta (Regensburg) sprach über „(In)Toleranz und Gewissensfreiheit als Themen und Erfahrungswelten des frühneuzeitlichen Täufertums“. Täufer hätten sehr wohl einen Einfluss auf die Toleranzdiskussion gehabt, und bei ihnen fänden sich auch frühe Ausdrucksformen von Religionsfreiheit. Gleichwohl lasse sich aber auch beobachten, dass sie Gleichgesinnten das wahre Täufertum abgesprochen hätten.

Dr. Hedwig Richter (Greifswald) befasste sich mit der Herrnhuter Brüderunität im 19. und 20. Jahrhundert. Ihre These: „Die Theologie der Brüderunität passte sich den jeweiligen Gegebenheiten an.“ Jede Anpassung hätte mit Traditionen legitimiert werden können. Der Brüdergemeine sei es vorrangig um das Überleben gegangen. Disziplinarische Maßnahmen (Kirchen-/Gemeindezucht) oder dogmatische Lehrsätze seien zweitrangig gewesen. Die verstärkte Flexibilität der Herrnhuter hätte sich auch in Anpassungen während der NS-Zeit und der DDR-Geschichte gezeigt.

Dass es bis in die jüngere Vergangenheit hinein Auseinandersetzungen um freikirchliche Bestattungen auf landeskirchlichen Friedhöfen gab, zeigte Pastor Karl Heinz Voigt (Bremen) anhand ausgewählter Beispiele auf. Verstorbenen, die Freikirchen angehörten, sei von den Staatskirchen oft eine reguläre Bestattungszeremonie verweigert worden. „Friedhofsstreitigkeiten“ hätten teilweise Formen angenommen, deren man sich heute nur schämen könne.

Kritische Beobachtungen und Erwägungen zum Themenjahr der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur Reformationsdekade stellte Dr. Walter Fleischmann-Bisten (Bensheim) an. Es fehle die Mitgestaltungsmöglichkeit von Freikirchen. Das Reformationsverständnis der EKD müsse um die täuferische Tradition, dem sogenannten „linken Flügel der Reformation“, erweitert werden.

Professorin Dr. Andrea Strübind (Oldenburg) beleuchtete die „Freiheit“ der Freikirchen in der DDR im Spannungsfeld zwischen Loyalität, Instrumentalisierung und Resistenz. Dabei zeigte sie auf, dass die Kirchen aus der Sicht des SED-Staates ein Fremdkörper waren, der aus der Gesellschaft verdrängt werden sollte. Die Politik gegenüber den Freikirchen sei ebenfalls von der Kirchenpolitik gegenüber den beiden großen Kirchen abgeleitet gewesen. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR habe Religionsfreiheit lediglich für sich selbst in Anspruch genommen, nicht aber als ein für andere zu erringendes Gut gesehen. In dieser Entwicklung stelle die Erklärung des Freikirchenrats der Vereinigung evangelischer Freikirchen in der DDR vom 18. Oktober 1989 eine Zäsur, einen Meilenstein, dar. Die Erklärung schlösse nämlich eine aktive Mitgestaltung der Gesellschaft durch die Freikirchen ein und beklage die Versuchung zur Anpassung.

Pastor Peter Muttersbach (Schöningen) befasste sich in seinem Referat mit der Rechtslage und Rechtspraxis zum Kirchenaustritt und Taufzwang im Herzogtum Braunschweig. Generell richtete sich sein Fokus auf das 19. Jahrhundert, speziell kamen die 1850er Jahre in den Blick. Nach den von Muttersbach untersuchten Vorfällen wären die damals von der Landeskirche durchgeführten Zwangstaufen von Kindern freikirchlicher Mitglieder nicht nur aus heutiger Sicht rechtswidrig gewesen, sondern hätten bereits in ihrer Zeit gegen geltende Freiheitsrechte verstoßen.

Einblick in Kirchenstrukturen gaben die Referate von Dr. Lothar Weiß (Frechen), Professor Dr. Wolfgang Heinrichs (Wuppertal) und Pastor Hartmut Weyel (Brühl). Es ging um Lebensordnung und Kirchenzucht in der altpreußischen evangelischen Landeskirche, beziehungsweise um Theorie und Praxis der Gemeindezucht in der Geschichte der Freien evangelischen Gemeinden. „Man sah den Ausschluss als Heilmittel, nicht als Abschneiden des Heils an“, so Heinrichs. Ziel sei die Rückgewinnung der unter Gemeindezucht Gestellen gewesen.

Der VFF wurde im Jahr 1990 von Theologen und Historiker aus verschiedenen Freikirchen gegründet. Theologische und kirchengeschichtliche Fragen sollen wissenschaftlich aus freikirchlichen Blickwinkeln beleuchtet werden. Darüber hinaus möchte der Verein Freikirchen bei der sachgerechten Archivierung von Quellenmaterial und beim Auf- und Ausbau von Archiven unterstützen. Die in Kaub gehaltenen Referate werden im VFF-Jahrbuch dokumentiert, das 2015 erscheinen soll.
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50 Jahre Blindenhörbücherei der "Stimme der Hoffnung“

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 13.10.2014/APD   Auf 50 Jahre Tätigkeit blicken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Blindenhörbücherei des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zurück. Seit 1964 können bei ihr kostenlos Hörbücher ausgeliehen werden. Heute verschicken die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt ansässigen Blindenhörbücherei jährlich 24.000 CDs und 6.000 Kassetten an 2.430 Hörerinnen und Hörer in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie nach Übersee.

Von Anfang an war Literatur mit christlichem Hintergrund der Schwerpunkt des Programms. „Das wird von unseren Hörerinnen und Hörern sehr geschätzt, auch von denen, die keiner Kirche angehören“, betonte der Leiter der Blindenhörbücherei, Pastor Andre Thäder. Als Tonträger dienten überwiegend CDs im für Blinde entwickelten DAISY-Format, Audio-CDs sowie Tonbandkassetten, die meist von älteren oder mehrfach behinderten Menschen genutzt würden. Die Blindenhörbücherei arbeite überkonfessionell, denn ihre Hörer kämen aus allen Kirchen und Glaubensgemeinschaften.

Für den persönlichen Kontakt zu Betroffenen und um mit deren Anliegen vertraut zu bleiben, führe die Blindenhörbücherei jährliche Veranstaltungen durch. Dazu zählten laut Thäder regionale Begegnungstage und die Durchführung einer Blindenfreizeit im Auftrage des Advent-Wohlfahrtswerkes. Auch die Mitgliedschaft in der „Mediengesellschaft für blinde und sehbehinderte Menschen e.V.“ (Medibus) und die regionale Zusammenarbeit mit dem „Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen“ (Landesstelle und Bezirksgruppe Darmstadt-Südhessen), der „Blindenseelsorge der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau“ sowie der Seniorenbetreuung der Stadt Darmstadt fördere das Verständnis für die Bedürfnisse der Betroffenen bei der Blindenhörbücherei.

Es begann mit einem Tonband
Schon 1953 hatte Pastor Tristan Böttcher damit begonnen, Literatur des Adventverlages für ein blindes Mitglied seiner Ortsgemeinde auf Tonband zu lesen. Bald kamen andere dazu. Auch als er 1962 frühzeitig in Rente ging, machte er an seinem neuen Wohnort weiter. Weil die Arbeit immer mehr anwuchs, musste er diesen Dienst abgeben. Etwa 1966 übernahm zunächst die Mitteleuropäische Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Darmstadt die Aufgabe, 1970 dann das damals noch kleine Radiostudio der „Stimme der Hoffnung“.

Offizieller Beginn 1964 in der DDR
Parallel dazu wurde in der DDR ein ähnlicher Dienst begonnen. Pastoren erstellten Tonbandaufnahmen von Zeitschriften und Büchern für ihre Gemeindemitglieder. Pastor Manfred Böttcher, der Sohn von Tristan, war damals Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der DDR. Er unterstützte die Idee, im Ort Friedensau bei Magdeburg einen zentralen Blindenhördienst einzurichten. Er sollte die Möglichkeiten der dort schon existierenden Bildstelle nutzen. Am 12. Oktober 1964 wurde der offizielle Beschluss dafür durch die Kirchenleitung gefasst, sodass die Blindenhörbücherei seitdem 50 Jahre besteht. Pastor Hermann Kobs übernahm die Leitung des Dienstes.

Bereits 1963 wurde der von Adventisten getragene „Verein Blindendienst“, damals in Basel, heute in Zug/Schweiz, gegründet, der christliche Literatur in Punktschrift anbietet und damit einen anderen Interessentenkreis anspricht. Bis heute bestehe eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Diensten in Deutschland und der Schweiz, so Andre Thäder.

In Darmstadt wurde 1987 mit der Berufung von Pastor Helmut Kraus eine offizielle Abteilung innerhalb des Medienzentrums der „Stimme der Hoffnung“ geschaffen. Davor organisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses die Aufnahmen, das Kopieren und den umfangreichen Versand. Vor allem Schüler des nahegelegenen adventistischen Schulzentrums Marienhöhe lasen Bücher und Zeitschriften.

Sowohl von Friedensau als auch von Darmstadt aus wurden Tonbänder an einen wachsenden Hörerkreis geschickt. In Friedensau boten Helfer ab 1981 auch 2-wöchige Rüstzeiten für Blinde und Sehbehinderte an. Eine Idee, die dann 1988 auch für die Hörer in der Bundesrepublik umgesetzt wurde. Die Wende im Jahr 1989 sowie die spätere Zusammenlegung der Hörbüchereien im Jahr 1992 führten Menschen aus beiden Teilen Deutschlands sowie aus Österreich und der Schweiz zusammen.

Mit kleinem Team eine große Arbeit
Von 1976 bis 2011 waren in Darmstadt und später am neuen Standort in Alsbach-Hähnlein insgesamt 125 Zivildienstleistende im Einsatz und ein wichtiger Teil des Teams, betonte Pastor Andre J. Thäder, der seit 2006 die Blindenhörbücherei leitet. Inzwischen habe sich die Technik verändert, vom Tonband ging es über die Kassette zur CD. Mittlerweile nutzten viele Hörer die aktuellen DAISY-CDs. Diese Technik erleichtere besonders das Hören von Büchern mit langen Laufzeiten oder von Abonnements mit vielen Artikeln.

Zurzeit bestehe das Team aus einem vollzeitlich angestellten Abteilungsleiter, einer Sachbearbeiterin, die auch Aufgaben in anderen Bereichen des Medienzentrums wahrnehme, einem Tontechniker mit einer halben Stelle, zwei Leserinnen mit je zehn Stunden pro Woche, die auch beim Versand mit anpackten. Drei Damen seien ehrenamtlich an je einem Vormittag in der Woche mit den Aufnahmen beschäftigt. Das kleine Team verleihe zurzeit mehr als 500 Buchtitel und verschicke regelmäßig elf Zeitschriften-Abonnements an 2.430 Hörerinnen und Hörer.

Zusätzliche Dienstleistungen
Zusätzlich zu den eigenen Produktionen und Angeboten der Blindenhörbücherei in Darmstadt würden auch Dienstleistungen für andere Einrichtungen erbracht, so Thäder. Das habe im September 1988 mit Kopier- und Versandarbeiten für die Stadt Darmstadt begonnen. Die Info-Kassette „Darmstadt aktuell“ werde von den Darmstädter Tonband- und Stereofreunden e.V. wöchentlich erstellt sowie von der Blindenhörbücherei kopiert und verschickt. Seit Juli 2001 gebe es einen ähnlichen Dienst mit dem vierteljährlichen „Gemeinsam“ der Bezirksgruppe Darmstadt/Südhessen des Blindenbundes. Von Dezember 2002 bis Juli 2013 sei die zweimonatliche Ausgabe des „Hessenecho“ der Landesstelle des Blinden- und Sehbehindertenbundes Hessen e.V. dazugekommen. Für die Sehbehinderten- und Blindenseelsorge der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau würden seit 2005 jährlich drei bis vier gesprochene Rundbriefe kopiert. Weitere Informationen unter www.blindenhoer-buecherei.de

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Auftakt der Paket-Aktion "Kinder helfen Kindern" 2014

15 Jahre ADRA-Aktion für Kinder in Osteuropa

Weiterstadt bei Darmstadt, 12.10.2014/APD   Mittlerweile sei es eine Tradition: Zum Weltkindertag am 20. September startet auch die „Aktion Kinder helfen Kindern!“ in eine neue Runde. Nach 14 Jahren des Pakete Packens freue sich die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland in diesem Jahr das 15-jährige Jubiläum der Initiative feiern zu können. Nicht nur beim Packen der Weihnachtspakete zähle ADRA auf die Unterstützung zahlreicher Kinder, auch die aktiven Kinderprojekte in der Ukraine, der Republik Moldau und in Albanien seien wichtig, um als nachhaltiges Ziel der Aktion den Kindern in Ost-Europa eine bessere Zukunft zu ermöglichen, berichtet die ADRA-Mitarbeiterin Mirjam Greilich.

Es begann in einem Wohnzimmer
Alles habe 1998 im Wohnzimmer des damaligen Direktors von ADRA Deutschland, Erich Lischek, begonnen, so Greilich. Er wäre von einer Projektreise zurückgekommen und habe seiner Frau und den beiden Kindern Bilder vom Auslandseinsatz gezeigt. Auf den Aufnahmen seien auch Kinder zu sehen gewesen, die nicht in einem gemütlichen Wohnzimmer oder am gedeckten Tisch saßen, sondern in sehr schlechten Verhältnissen lebten. Die Bilder hätten die Tochter von Lischek sehr bewegt. „Sie suchte in ihrem Zimmer nach einer Puppe, mit der sie früher gespielt hatte und gab sie dem Vater mit der Bitte, das Geschenk das nächste Mal mitzunehmen, wenn er die Kinder in Osteuropa besuchen würde und einem Mädchen dort eine Freude zu bereiten.“ Aus diesem Ereignis habe sich die „Aktion Kinder helfen Kindern!“ entwickelt.

Die Aktion starte traditionell mit dem Packen eines Weihnachtspaketes. Kinder in ganz Deutschland seien eingeladen, von dem, was sie im Überfluss besäßen, etwas an Kinder in Osteuropa abzugeben, die nur selten ein Geschenk bekämen. Die Aktion setze damit ein Zeichen und animiere Kinder in Deutschland zu teilen und sich mit der Situation anderer Kinder auseinanderzusetzen.

Mehr als nur ein Paket
Aber die „Aktion Kinder helfen Kindern!“ sei mehr als nur ein Paket, betont Mirjam Greilich. Mit zahlreichen Kinderprojekten habe ADRA dadurch in den vergangenen Jahren das Leben der Kinder im Osten Europas nachhaltig verbessern können. „Jedes Jahr schauen sich unsere Kollegen, welche die Weihnachtspakete in den Zielländern verteilen, die Situation der dortigen Kinder ganz genau an und planen gezielt Kinderprojekte.“

In diesem Jahr arbeite ADRA im albanischen Fushë Kruja. Dort lebten über 200 Roma-Familien, die es schwer hätten, sich in das Leben in Albanien zu integrieren. Die Kinder könnten oft nicht einmal die Schule besuchen, weil die Eltern auf der Suche nach Arbeit häufig umziehen müssten und den Schulunterricht auch nicht als besonders wichtig empfänden. Zudem würden viele der Kinder kein Albanisch sprechen und sich daher im normalen Schulbetrieb nur schwer zurechtfinden. ADRA baue deshalb eine Schule für Roma-Kinder auf, in der ihnen wichtige Grundlagen fürs Leben beigebracht würden. Zusätzlich schule ADRA Lehrer, wie sie die Roma-Kinder richtig unterrichten könnten. Dadurch steige die Qualität der Unterrichtsstunden. Aufklärungsarbeit solle den Roma-Familien außerdem zeigen, wie wichtig es für ihre Kinder sei, die Schule zu besuchen.

Es kann gepackt werden
Kinder jeder Altersklasse könnten bis zum 23. November Pakete packen und sie auch bemalen. Es werde dazu wieder einen Kreativwettbewerb geben, informiert Greilich. Die Geschenkpakete gingen in diesem Jahr nach Albanien, Bosnien und Herzegowina, in das Kosovo, Litauen, Mazedonien, Montenegro, die Republik Moldau, Serbien und in die Ukraine. Gerade in der Ukraine freuten sich die Kinder nach den monatelangen Auseinandersetzungen besonders auf ein Geschenk zu Weihnachten. Viele hätten Hals über Kopf mit der Familie das Zuhause verlassen müssen und seien jetzt in Notunterkünften, wie dem Familienzentrum von ADRA in Kiew, untergekommen. Andere wären nach Russland geflohen. Auch dort würden wieder Pakete gepackt und an Kinder verteilt.

Weitere Informationen zur Initiative gibt es unter www.kinder-helfen-kindern.org
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Sponsorenlauf für Waisenkinder in Kambodscha

Darmstadt, 10.10.2014/APD   Am 7. Oktober verwandelte sich der parkähnliche Campus des Schulzentrums Marienhöhe der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Darmstadt in eine Laufstrecke für den jährlich im Herbst stattfindenden „Sponsorenlauf“. Vor allem Schüler der Marienhöhe machten beim Lauf mit, aber auch einige Eltern, Lehrer und Angestellte des Schulzentrums. Sie suchten sich einen oder mehrere Sponsoren, die sich bereit erklärten, jede Geländerunde von etwa 800 Metern Länge mit einem bestimmten Geldbetrag zu honorieren. Diesmal erbrachten 572 Läuferinnen und Läufer insgesamt 20.800 Euro. Das in diesem Jahr erlaufene Geld kommt je zur Hälfte einem Entwicklungshilfeprojekt in Kambodscha und der Neugestaltung der naturwissenschaftlichen Räume der Schule zugute.

Vierwöchiger Arbeitseinsatz in Kambodscha unter einfachsten Bedingungen
Sponsorenlauf und Entwicklungshilfeprojekt sind laut Schulleiter Gunter Stange in das Schulprogramm eingebunden. Schon Wochen vorher wurden für den Sponsorenlauf im Sportunterricht und auch außerhalb trainiert. Im Dezember starte eine Freiwilligengruppe von Schülern mit dem Leiter des Jungeninternats, Karl Strassner, zu einem vierwöchigen Arbeitseinsatz unter einfachsten Bedingungen auf dem Gelände eines Waisenhauses in Kambodscha, bei dem der Lauferlös persönlich überbracht werde. Seit vielen Jahren schon unterstütze das Schulzentrum Marienhöhe das Kambodscha-Projekt mit tätiger Hilfe und finanziellen Mitteln. „Die Schüler profitieren dabei von unvergesslichen Erfahrungen im Engagement für andere“, so Stange.

Seit einigen Jahren arbeite das Schulzentrum mit einem Missionar im Norden von Kambodscha zusammen, berichtete Karl Strassner. Der Australier Tim Maddocks habe im Glauben und nur durch Spenden angefangen, eine Krankenstation für die Armen zu bauen, später ein Waisenhaus, dann mehr und mehr Schulräume, damit die Kinder auch eine Schulbildung erhielten. „Für unsere Schüler ist es beeindruckend zu sehen, wie er und seine Frau dort leben und arbeiten, wie mit großem Glauben und großem persönlichen Einsatz aber wenig Geldmitteln armen Kindern dauerhaft geholfen wird“, so Strassner. Ohne das Waisenhaus würden die meisten wohl auf der Straße landen oder als Arbeitssklaven oder Prostituierte ihr Leben fristen. Inzwischen lebten auf dem Gelände über 170 Waisenkinder, und die Schule habe elf Klassenstufen.

Die Schülerinnen und Schüler hätten in den letzten Jahren schon Wasserspeicher, Kanäle, Sanitäranlagen und Brunnen gebaut, sowie bei der Errichtung einer Station der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA mitgearbeitet, in der Schulungen zum Thema Gesundheit und Hygiene durchgeführt würden. Ein großes Projekt sei der Bau von Waisenhäusern. Es gebe viele Waisenkinder in Kambodscha, die ihre Eltern durch Aids verloren hätten.

Viel Mühe, großer Lohn
Vor jeder Reise werde laut Strassner in mehreren Treffen besprochen, was mitzunehmen ist, was eine „eiserne Ration“ bedeutet, welche Impfungen nötig sind, welche Bedingungen man vorfinden wird, wie das Klima sein wird, welches die Bräuche und Tabus der Einheimischen sind und wie man mit ihnen umgehen kann. Jeder Teilnehmer müsse sich die Fragen stellen: Kann ich mich mit einfachster Unterkunft und Nahrung zufrieden geben? Was heißt es, sich für sechs Wochen auf ein engstes Leben mit der Gruppe einzulassen? Bin ich bereit, einen möglichen Gruppenkonflikt durchzuhalten und bei der Klärung mitzuhelfen?

Die Kosten für Baumaterial würden durch den jährlich am Schulzentrum Marienhöhe stattfindenden Sponsorenlauf aufgebracht. In den Weihnachtsferien und kurz danach seien die Teilnehmer vor Ort in Kambodscha. Das Geld für den Flug, die Dinge des persönlichen Bedarfs und einen großen Teil der eigenen Ausrüstung müsse jeder an der Expedition Beteiligte selbst aufbringen. Der Lohn der Mühe sei groß. Eine solche Reise bleibe unvergessen und präge sogar manche Berufsentscheidung, sagte Strassner. Selbst Schüler, die nicht mitfahren, könnten von dem Projekt lernen. In unterschiedlicher Weise würden von Lehrern im Unterricht Verknüpfungen zu entwicklungspolitischen Fragestellungen besprochen. Dabei kämen auch Projektteilnehmer in die Klassen zu Wort.

Zum 1924 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründeten Schulzentrum gehören ein Gymnasium, das Kolleg, eine Real- und eine Grundschule sowie Internate mit insgesamt 682 Schülerinnen und Schüler. Weitere Informationen unter www.marienhoehe.de
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"Kein Widerspruch, gläubiger Muslim und stolzer Österreicher zu sein"

Österreich schickt neues Islamgesetz zur Begutachtung

Wien/Österreich, 22.10.2014/APD   Der österreichische Kultusminister Josef Ostermayer (SPÖ) und der Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) haben laut Kathpress am 2. Oktober den neuen Gesetzesentwurf präsentiert, der bis zum 7. November in Begutachtung gehe. Mit dem Gesetz würden aktuelle Rechte und Pflichten der Islamischen Religionsgesellschaften in Österreich neu geregelt und deren Verhältnis zum Staat auf moderne Beine gestellt. Die Novelle umfasse eine vollständige inhaltliche Neugestaltung, zumal das bisher geltende Islamgesetz aus dem Jahr 1912 stamme und damit längst überholt sei.

Das neue Islamgesetz sei laut Minister Kurz eine klare Botschaft, „dass es kein Widerspruch ist, zugleich ein gläubiger Muslim und ein stolzer Österreicher zu sein“. Klar sei auch, so Ostermayer und Kurz unisono: Das staatliche Recht habe Vorrang vor dem religiösen Recht. Nachsatz von Kurz: „Für die Scharia ist kein Platz in Österreich.“

Betroffen vom neuen Gesetz als gesetzlich anerkannte Religionsgesellschaften sind die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) sowie die Islamische Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich (ALEVI). Die Islamisch-schiitische Glaubensgemeinschaft (SCHIA) hat den Status einer staatlich eingetragenen Bekenntnisgemeinschaft, so Kathpress.

Nachvollziehbare interne Wahlen
Das neue Gesetz sehe unter anderem vor, dass die internen Wahlen der Religionsgesellschaften transparent und nachvollziehbar sein müssten. Die Religionsgesellschaft seien verpflichtet das Kultusamt über derartige Vorgänge zu informieren. Bei strafrechtlicher Verurteilung von mehr als einem Jahr oder bei Gefährdung der öffentlichen Sicherheit müssten Funktionsträger von der Religionsgemeinschaft abberufen werden. Seelsorger in staatlichen Einrichtungen, wie Krankenhäusern, Militär oder Justizanstalten, hätten eine akademische Ausbildung vorzuweisen und müssten von einer islamischen Religionsgemeinschaft die Erlaubnis haben.

Ausbildung von Imamen in Österreich
Das neue Gesetz sieht laut Kathpress eine in Österreich verortete Ausbildung in islamischer Theologie für dort tätige Imame vor. Islamische Friedhöfe seien auf Dauer einzurichten und islamische Feiertage religionsrechtlich zu schützen, aber nicht arbeitsrechtlich.

Inländische Finanzierung
Der laufende Betrieb einer Religionsgesellschaft müsse künftig aus dem Inland finanziert werden. Eine einmalige Zuwendung aus dem Ausland, wie etwa eine Erbschaft, sei grundsätzlich nicht ausgeschlossen, erläuterte Kurz, die Verwaltung dieses Vermögens müsse dann aber im Inland erfolgen. Auch „lebende Subventionen“ seien von der Regelung umfasst, also auch Imame. Derzeit gebe es rund 300 Imame in Österreich, etwa 65 davon seien Angestellte des türkischen Religionsamtes, so Kurz auf Nachfrage. Diese könnten laut Gesetz in Zukunft in dieser Form nicht mehr in Österreich tätig sein. Mit der Regelung solle „Einflussnahme aus dem Ausland“ bestmöglich verhindert werden.

Nahrungsmittel nach islamischen Glaubensregeln: Schächten ist erlaubt
Laut Kathpress dürften die Religionsgesellschaften die Nahrungsmittel nach ihren Glaubensregeln erzeugen lassen. Bei der Verpflegung von Muslimen beim Bundesheer, in Haftanstalten oder öffentlichen Krankenhäusern sei auf diese Speiseregelungen Rücksicht zu nehmen. Schächten sei demnach erlaubt, die näheren Bestimmungen dazu fänden sich im Tierschutzgesetz.

Transparenz in der Glaubenslehre
Das neue Gesetz verpflichte die Religionsgesellschaften auch dazu, ihre Glaubenslehre darzulegen. Zudem seien islamische Vereine, deren Zweck in der Verbreitung der Religionslehre bestehe, wie dies die IGGiÖ und die ALEVI rechtmäßig praktizierten, binnen sechs Monaten aufzulösen oder sie konzentrierten sich auf andere Vereinszwecke, etwa soziale Aufgaben.

Der Entwurf für die Novelle des Islamgesetzes ist bis 7. November in Begutachtung. Laut Ostermayer soll das neue Gesetz mit Jahresbeginn 2015 in Kraft treten, wobei teilweise Übergangsbestimmungen vorgesehen seien.
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Warum es Kriege gibt

Lüneburg, 08.10.2014/APD   Syrien, Irak und die Ukraine beherrschen die Nachrichtensendungen. Daneben gibt es zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen, über die nur selten berichtet wird. Nach dem Ende des „kalten Krieges“ ist kein Reich des Friedens angebrochen, wie es viele Politiker und ihre Vordenker erwartet hatten. Stattdessen gibt es viele kleine „heiße“ Kriege – einige davon angefacht durch religiösen Extremismus. Gleichwohl sehnen sich die Menschen nach äußerem und innerem Frieden.

In den Hauptbeiträgen der Ausgabe IV/2014 von „Zeichen der Zeit“ sind die Autoren nach den Ursachen für Kriege auf der Spur und zeigen gleichzeitig die Alternative auf: die Art des Friedens, die Gott schafft und die viel mehr ist, als die Abwesenheit von Krieg. Weitere Themen sind der Umgang mit Ärger und die Frage, ob Treue in oder out sei.

„Zeichen der Zeit“ erscheint vierteljährlich mit einer Auflage von etwa 90.000 Exemplaren, wird von Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland finanziert und kostenlos verteilt. Das Heft kann auch im Internet bei www.advent-verlag.de unter „Periodika“ heruntergeladen werden.

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Irakischer Bischof kritisiert Zentralregierung in Bagdad

„Bagdad hilft nur vertriebenen Muslimen, aber nicht Christen“

München, 07.10.2014/APD   Der chaldäisch-katholische Erzbischof der nordirakischen Stadt Erbil, Bashar Warda, wirft der irakischen Regierung vor, den Christen auf der Flucht vor den Milizen des „Islamischen Staats“ nicht geholfen zu haben. „Die Regierung in Bagdad hat absolut nichts getan, um den 120.000 Christen zu helfen, die vor den Terroristen geflohen sind“, sagte Warda der Geschäftsführerin des römisch-katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“, Karin Maria Fenbert, die sich mit einer internationalen Delegation des Hilfswerks über mögliche Flüchtlingsprojekte in Erbil, dem Regierungssitz der kurdischen Autonomieregierung, informiert hatte.

Warda berichtete, die vertriebenen Christen seien heute noch mehr um ihre Zukunft besorgt als bei ihrer Ankunft in Erbil vor zwei Monaten. Die meisten hätten in seiner Diözese und der Region rund um die Stadt Dohuk Zuflucht gefunden, nachdem sie im August aus ihren Häusern in Mossul und den Dörfern der Ninive-Ebene vertrieben worden waren. Als die Milizen des „Islamischen Staats“ vorrückten, hätten sie all ihren Besitz zurücklassen müssen. „Unsere muslimischen Führer haben es versäumt, die Gewalt, die im Namen des Islam verübt worden ist, uneingeschränkt zu verurteilen“, kritisierte der Erzbischof. „Das hat dazu geführt, dass alle Christen aus ihrer uralten biblischen Heimat vertrieben wurden.“ Nachdem es wiederholt dazu gekommen sei, dass langjährige muslimische Nachbarn die Häuser von Christen sofort nach deren Flucht geplündert hätten, fühlten sich die Christen nun von ihren Landsleuten „verraten“.

Es sei daher immer wahrscheinlicher, dass die vertriebenen Christen den Irak für immer verlassen wollten. „Die traurige Wahrheit ist, dass die Christen keinerlei Unterstützung von der irakischen Zentralregierung erhalten haben“, betonte Warda. Bagdad helfe nur vertriebenen Muslimen, aber nicht Christen. Die Zentralregierung erfülle somit nicht ihre Verpflichtungen gegenüber dem Volk.
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Bundesweiter Jugendkongress in Kassel

Kassel, 06.10.2014/APD   Im Palais Kongresszentrum in Kassel trafen sich vom 2. bis 5. Oktober etwa 1.400 junge Menschen zum bundesdeutschen Kongress der Adventjungend der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Ziel der Veranstaltung war, den Jugendlichen Gott näher zu bringen, ihnen Gemeinschaft zu ermöglichen, ihre Persönlichkeit zu fördern und anderen zu dienen, so Jugendabteilungsleiter Pastor Ruben Grieco (Ostfildern bei Stuttgart). Dazu bot der Kongress ein abwechslungsreiches Programm mit mehr als 30 Workshops zu Themen, wie „Obdachlosigkeit“, „Selbständigkeit – Chance oder Risiko?“ oder „Archäologie und Bibel“. Vortragssprecher aus dem In- und Ausland befassten sich mit „Eine christliche Gemeinde“, „Eine Berufung“, „Ein Gott und eine Taufe“, „Ein Glaube“ und „Ein Team“. Zahlreiche adventistische Einrichtungen waren mit Ausstellungsständen präsent, etwa die Theologische Hochschule Friedensau, das Schulzentrum Marienhöhe, das Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“, der Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG) oder der Advent-Verlag.

Dass Einheit einen Schlüsselwert der gesamten Veranstaltung ausmachte, zeigte sich auch im Motto „E1NS“. Die Redner brachten mehrfach ihren Wunsch zum Ausdruck, dass die Teilnehmenden Einheit in aller Vielfalt erlebten. „Gott geht nicht dorthin, wo es keine Einheit gibt“, mahnte Pastor Miodrag Jovanovic in seiner Eröffnungsansprache. Der Blick auf die eigenen Fehler mache offen für die Einheit. „Uns ist wichtig, dass ihr hier dem Einen begegnet“, rief Pastor Bert Seefeldt (Hannover) von der Bundeleitung der Adventjugend den Teilnehmern zu.

In unterschiedlichen Workshops und Angeboten gab es auch Gelegenheit, sich selbst aktiv ins Programm einzubringen und sozial zu engagieren. So machten sich etwa 40 Jugendliche am Freitag-Nachmittag auf den Weg in den an Kassel angrenzenden Wald. Unter der Anleitung der zuständigen Forstwirte säuberten sie ein Moorgebiet von bedrohendem Wildwuchs, halfen bei der Renaturierung eines ehemaligen Truppenübungsgeländes durch Baumpflanzungen und kontrollierten auf Lichtungen gesetzte Jungpflanzen.

Gleich am ersten Abend erhielten alle Teilnehmenden des Kongresses eine Ausgabe des Lukas-Evangeliums. Durch ein ansprechendes Magazin-Format und ein modernes Layout solle die Hinführung an den biblischen Text erleichtert werden, so Pastor Ruben Grieco, einer der Organisatoren von „E1NS“. Außerdem wurde die Adventjugend-App vorgestellt. Eine eigens entwickelte Anwendungs-Software, die einen schnellen Zugriff auf Neuigkeiten und Veranstaltungen der bundesweiten Adventjugend mithilfe von Smartphone und Tablet-Computer erlaubt.

Die Adventjugend Deutschland ist ein eigenständiger Jugendverband der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Sie übt ihre Tätigkeit im Rahmen einer eigenen Jugendordnung aus und ist für die Bereiche Kinder, Pfadfinder, Jugend und Studenten verantwortlich. Eine Auswahl von Fotos, Videos und Audio-Aufnahmen rund um den Kongress in Kassel ist unter folgender Web-Adresse zu finden: http://jugendkongress.adventjugend.de/media/
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Gebet und Erste Hilfe für Ebola-Kranke

Silver Spring, Maryland/USA u. Darmstadt, 06.10.2014/APD   Der Präsident der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Ted N. C. Wilson, rief die 18 Millionen Mitglieder der weltweiten Kirche auf, für die Opfer der Ebola-Epidemie zu beten. In seinem Aufruf erwähnte er namentlich die Länder Guinea, Sierra Leone, Liberia, Senegal und Nigeria und sagte: „Ich bitte dringend alle Siebenten-Tags-Adventisten rund um den Globus, den Sabbat-Gottesdienst am Samstag, 11. Oktober, zu einem besonderen Tag des Gebets für unsere Glaubensgeschwister in Westafrika und für die gesamte Bevölkerung in dieser Region zu machen, die mit einer beispiellosen Tragödie konfrontiert sind. Lasst uns beten, dass Gott die Ausbreitung des ansteckenden Virus stoppt.“ Wilson hatte selbst von 1981 bis 1990 mit seiner Familie in Westafrika gelebt.

Über 3.000 Menschen wären bereits dem Ebola-Virus zum Opfer gefallen, berichtete die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland. Um die rasante Ausbreitung des Virus einzudämmen, sei eine gute medizinische Versorgung in den betroffenen Gebieten notwendig. ADRA schicke medizinische Ausrüstung, Isolationszelte, Schutzkleidung sowie Hygieneprodukte in das Krisengebiet und führe Aufklärungskampagnen in ländlichen Gebieten durch.

Das adventistische „Cooper Memorial Hospital“ im Zentrum der liberianischen Hauptstadt Monrovia leiste Erste Hilfe für erkrankte Personen. Über 300 Ebola-Patienten seien dort behandelt worden. Das eher kleine Krankenhaus habe inzwischen von ADRA 60.000 Handschuhe, 14.000 Müllsäcke, 38.000 Schutzmasken, 3.200 Einwegkittel, fünf Isolationszelte und Desinfektionsmittel erhalten. Außerdem führe ADRA Liberia eine groß angelegte Aufklärungskampagne durch, verteile Flugblätter und habe über 150 Handwasch-Einrichtungen mit Desinfektionslösung in verschiedenen Dörfern aufgestellt.

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Mit Gewalt gegen Gewalt?

Liestal bei Basel/Schweiz, 05.10.2014/APD   Mit Luftangriffen und Waffenlieferungen reagieren westliche Staaten derzeit auf den Terror der IS-Milizen im Irak und in Syrien. Eine Reaktion, die angesichts der geschilderten Gräueltaten vielerorts Zustimmung finde. Zunehmend auch in den Kirchen. Protestierten diese 2003 noch weitgehend einmütig gegen die amerikanische Invasion im Irak, mehrten sich jene Stimmen, die in den militärischen Interventionen eine dem christlichen Glauben angemessene Form von Verantwortungsübernahme sehen, stellt das Theologische Seminar Bienenberg in Liestal bei Basel in seiner Stellungnahme „Mit Gewalt gegen Gewalt“ aus friedenskirchlicher Optik fest.

Die Dozenten des Seminars stehen nach eigenen Angaben in einer friedenskirchlichen Tradition, die ihr pazifistisches Engagement aus dem Leben, Sterben und der Auferstehung Jesu Christi ableitet. Auch sie seien tief erschüttert, wenn wir hören, wie Christen und andere Minderheiten verfolgt und hingerichtet werden. Auch sie verspürten Ohnmacht, Wut und den Wunsch, dass diesem brutalen Vorgehen schnell ein Ende bereitet wird. „Trotzdem glauben wir, dass pazifistische Überzeugungen in dieser Situation nicht hinfällig geworden sind. Gerade als Christen sehen wir uns jetzt herausgefordert, vom Evangelium her einen gewaltfreien Umgang mit den Feinden zu suchen.“

Pazifismus naiv?
Wenn auch jetzt wieder der christliche Pazifismus als naiv bezeichnet werde, sei das kein neuer, sondern ein bekannter und stets wiederkehrender Vorwurf. Dabei gelte zu bedenken: Als die letzten US-Truppen im Dezember 2011 abgezogen wurden, hinterließen sie eine politisch instabile Region mit einem Machtvakuum, das seither immer mehr von radikalen Gruppierungen gefüllt werde. Der militärische Einsatz im Irak habe zwar einen Diktator beseitigt, aber auch neue Gewaltexzesse erst ermöglicht. Was würde wohl geschehen, wenn in spannungsvollen Situationen mindestens so viele Gelder in Prävention oder Wiederaufbau, einschließlich Traumaverarbeitung, gesteckt würden, wie in das Waffenarsenal, das angeblich den Frieden sichern oder wiederherstellen soll?, fragen die Theologen vom Bienenberg.

Pazifismus keine teilnahmslose Passivität
Eine friedenstheologische Position sei nicht gleichbedeutend mit teilnahmsloser Passivität. Das Böse müsse konfrontiert werden. Aber militärische Gewalt erscheine dazu ungeeignet. Ein Blick in die Geschichte zeige: So mancher „gerechte Krieg“ sei entgegen der ursprünglichen oder offiziellen Absicht mit zweifelhaften Motiven geführt worden. Stattdessen sei das Gebet eine alternative Möglichkeit. Viele Christen würden Gott im Gebet um erstaunliche Dinge bitten. Wer etwa trotz schlechten Wetterprognosen um schönes Wetter bitte, erwarte nicht weniger, als dass Gott die meteorologischen Gesetzmäßigkeiten außer Kraft setze. „Warum schwindet dieses Vertrauen in Gottes Möglichkeiten aber oft so rasch, wenn es um Krieg und Frieden geht?“

Oft unbeachtet von der öffentlichen Berichterstattung wagten Menschen in verschiedenen Konfliktregionen dieser Erde, sich ohne Waffen zwischen die Fronten zu stellen. Sie verschlössen die Augen nicht vor dem Bösen, sondern konfrontierten es mutig mit ihrer unbewaffneten Präsenz. In ihrer Verletzlichkeit durchbrächen sie das klassische Freund-Feind-Schema, was unerwartete Handlungsspielräume ermöglichen könne. Die täuferische Geschichte erinnere auch an viele Menschen, die auf Repression und Verfolgung mit Flucht reagierten. Viele hätten dabei enorme Solidarität und Gastfreundschaft erlebt. Mit einer ähnlichen Großzügigkeit könnten Christen in diesen Tagen ebenfalls Verantwortung übernehmen.

Unter dem Stichwort „just policing“ würden kirchliche Kreise über den Einsatz internationaler Polizeitruppen nachdenken. Ausgebildet in gewaltfreier Konfliktlösung und gebunden an internationales Recht und Menschenrechte, könnten sie eingesetzt werden, um Menschen zu schützen. Ob das gänzlich ohne Waffen möglich wäre, sei umstritten. Würden diese jedoch nur sehr zurückhaltend – beispielsweise zur Sicherung eines Flüchtlingskorridors – eingesetzt, wäre das dennoch eine gänzlich andere Strategie, als mit einem großangelegten Militäreinsatz die Vernichtung des Feindes anzustreben.

Böses mit Gutem überwinden?
Es gebe durchaus einige „irritierende Texte“ in der Bibel, in denen Gewalt als von Gott gewollt oder zumindest als legitimiert beschrieben werde. Davon eine pauschale Aussage abzuleiten, dass Gewalt manchmal nötig sei, scheine unangemessen. Denn die großen Linien der gesamtbiblischen Botschaft zeigten, was Gott am Herzen liege: Schalom – gerechter Friede. Am deutlichsten komme dieser umfassende Friedenswille in Jesus zum Ausdruck. Kompromisslos habe er gegen jede Pseudoreligion, Ungerechtigkeit und Selbstgerechtigkeit gekämpft und dennoch seine Feinde geliebt, anstatt sie zu töten. „Als Christen sehen wir uns daher gerufen, den Spuren Jesu zu folgen und das Böse durch das Gute zu überwinden“, betonen die Dozenten des Theologischen Seminars Bienenberg. Dabei seien sie sich bewusst, dass es keine Garantie dafür gebe, dass dieser Weg immer den gewünschten und leidensfreien Erfolg bringe. Quer durch die Jahrhunderte hätten schalomstiftende Menschen mitunter einen sehr hohen Preis bezahlt. „Es ist aber die Auferstehungsbotschaft, die in uns den Glauben weckt, dass Feindschaft und Tod nicht das letzte Wort haben, sondern Gottes zurechtbringende Liebe. So beten wir, dass unsere Angst jener Liebe weicht, die auch dem Feind gilt.“

Die Stellungnahme „Mit Gewalt gegen Gewalt?“ kann im Internet unter http://www.bienenberg-blog.ch/wp-content/uploads/2014/09/Zu-den-Waffen-greifen_StellungnahmeTSBKollegium_fin.pdf heruntergeladen werden.

Das Ausbildungs- und Tagungszentrum Bienenberg wird von acht Gemeindeverbänden aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich getragen, die der täuferischen Tradition angehören.
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ACK verurteilt Terror und Gewalt im Namen der Religion

Magdeburg, 03.10.2014/APD   „Gewalt und Terror im Namen der Religion ist durch nichts zu rechtfertigen“, heißt es in einer Erklärung, die von der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland in Magdeburg verabschiedet wurde. Die Delegierten der ACK riefen zudem ihre Mitgliedskirchen dazu auf, sich für eine menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen einzusetzen. Außerdem bittet die ACK mit einer Erklärung, das 100-jährige Gedenken des Völkermordes an den Armeniern im Jahr 2015 mit Gottesdiensten und Gebeten zu begehen.

Bessere Vernetzung und Lobbyarbeit für Menschenrecht der Religionsfreiheit
In allen Regionen der Welt werde die Religionsfreiheit verletzt, informierte Professor Heiner Bielefeldt (Erlangen/Genf), Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, die Mitgliederversammlung. Ursachen dafür seien staatliche Kontrolle, eine durch den Staat vertretene Ideologie oder Religion und das zunehmende Versagen von Staaten, die durch Krisen und Kriege zerfallen, zeigte Bielefeldt an Beispielen wie dem Irak und Syrien, aber auch Vietnam, Eritrea und dem Iran. Neben der schrecklichen Gewalt und den erkennbaren strafrechtlichen Repressionen seien es in vielen Staaten vor allem administrative Schikanen, mit denen die Ausübung und das Bekenntnis zu Religionen behindert würden. „Und diese sind sehr schwer durch Menschrechtsorganisationen zu sanktionieren“, sagte Bielefeldt. „Religionsfreiheit ist Bestandteil der internationalen Wertegemeinschaft“, so der Professor. Es sei ein Menschenrecht, das allen Menschen garantiert werden müsse. Dazu sollten sich die verschiedenen Organisationen besser vernetzen und die politische Lobbyarbeit optimieren. Mit klaren sowie differenzierten Stellungnahmen sei auf Verletzungen der Religionsfreiheit hinzuweisen.

Erklärung gegen Terror und Gewalt im Namen der Religion
Die ACK-Delegierten betonten den hohen Stellenwert der Religionsfreiheit und unterstrichen den notwendigen Einsatz für verfolgte und bedrängte Christen sowie religiöse Minderheiten, bei dem sich die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland weiter engagieren wolle. Sie verabschiedete eine „Erklärung gegen Terror und Gewalt im Namen der Religion“. Darin zeigt sich die ACK entsetzt über die Zahl von Menschen, die aus religiösen Gründen getötet, bedrängt oder aus ihrer Heimat vertrieben werden. „Gemeinsam mit Menschen anderer Religionen setzen wir uns mit Projekten und Einzelinitiativen für eine friedliche Gesellschaft ein, in der das Menschenrecht auf Religionsfreiheit garantiert ist“, heißt es in der Erklärung. Die ACK dankt darin allen, die sich mit „großem Einsatz dafür engagieren, Flüchtlinge in unserem Land willkommen zu heißen und ihnen Perspektiven für ein Leben in Ruhe und Sicherheit zu geben“. Sie bittet ihre Mitgliedskirchen, weiterhin Zeichen der Solidarität und des Friedens zu setzen und die Aufnahme und menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen nach ihren Kräften und Möglichkeiten zu unterstützen.

100 Jahre Völkermord an den Armeniern
Im Jahr 2015 wird der 100. Jahrestag des Völkermordes an den Armeniern durch das Osmanische Reich begangen. Aus diesem Grund verabschiedete die Mitgliederversammlung eine Erklärung: „Selbst nach nahezu einem Jahrhundert hat dieses Geschehen nicht nur erhebliche Auswirkungen auf das armenische Volk, sondern auch auf die internationale Gemeinschaft“, heißt es. Auch wenn es kaum noch Überlebende gebe, bleibe die Frage der Anerkennung von Leid und Unrecht weiterhin aktuell. Die ACK ermutige ihre Mitgliedskirchen und Gemeinden dazu, dieses Gedenken mit Gebeten und Gottesdiensten zu begehen. Als Termin empfiehlt sie den 24. April 2015, an dem in den einzelnen Kirchen zum Gebet eingeladen werden sollte.

Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Sechs Kirchen sind Gastmitglieder, vier Organisationen haben Beobachterstatus. Die Mitgliederversammlung ist das oberste, beschlussfassende Leitungsorgan der ACK Deutschland. Sie besteht aus den 47 Delegierten der Mitglieder, Gastmitglieder sowie ständigen Beobachter, die von den Kirchen für die Dauer von fünf Jahren benannt werden. Die ACK-Mitgliederversammlung tagt in der Regel zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst. Die beiden Erklärungen der ACK sind auf der Website der ACK www.oekumene-ack.de abrufbar.
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In Hanau und Nürnberg Kirchenasyl erfolgreich beendet

Hanau u. Nürnberg, 02.10.2014/APD   Ein 24-jähriger Flüchtling aus Eritrea kann nun nach etwa zwei Monaten Kirchenasyl sein Asylverfahren in Deutschland durchführen, dank einer Kooperation der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Hanau, der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der Initiative „Lampedusa in Hanau“ und der diakonischen Flüchtlingshilfe. Der Mann sei in seinem Heimatland willkürlich inhaftiert und verfolgt worden, sodass er über den Sudan, Libyen und das Mittelmeer floh. Er wäre als sogenannter „Lampedusa Flüchtling“ in einem Boot auf der italienischen Insel in Europa angekommen.

Da Italien mit der Aufnahme der vielen Flüchtlinge überfordert sei, habe sich der 24-Jährige nach Deutschland durchgeschlagen. Nach der in Europa gültigen sogenannten „Dublin-III-Verordnung“ hätte ihm im Sommer eine Rückführung nach Italien gedroht, um dort Asyl zu beantragen. Das wäre aber aufgrund der dort gemachten Erfahrungen und seines Gesundheitszustands nicht zumutbar gewesen. Deshalb hätten der Vorstand der Stadtkirchengemeinde und die örtliche Gemeindeleitung der Siebenten-Tags-Adventisten beschlossen, den Flüchtling vor der Abschiebung zu bewahren und in kirchlichen Räumen unterzubringen.

Die praktische Durchführung des Kirchenasyls sei von mehreren Gruppen gewährleistet worden: Die Siebenten-Tags-Adventisten waren mit den Fragen der Unterbringung befasst. Eine Arbeitsgruppe aus der evangelischen Stadtkirchengemeinde organisierte die offiziellen Kontakte zu Behörden, Sprachunterricht und Finanzen. Die Initiative „Lampedusa in Hanau“ und die diakonische Flüchtlingshilfe sorgten für die tägliche Betreuung. Eine Gruppe von befreundeten eritreischen Flüchtlingen kaufte ein und leistete Gesellschaft.

Dank an Behörden
Da sich der Flüchtling durch das Kirchenasyl nun länger als sechs Monate nach seiner Ausweisungsanordnung in Deutschland aufhält, stehe ihm das Recht zu, sein Asylverfahren hier durchzuführen. Der evangelische Kirchenvorstand und die Gemeindeleitung der Adventisten dankten den zuständigen Behörden, dass sie das Kirchenasyl respektiert haben. „Wir sind sehr glücklich, dass wir dem Mann helfen konnten“, betonten Pfarrer Stefan Weiß und Gemeindeleiterin Judith Christanz. „Wir wünschen ihm einen erfolgreichen Verlauf seines Asylverfahrens und Gottes Segen für seinen weiteren Weg. Wir sind auch dankbar für die gute Zusammenarbeit der unterschiedlichen Unterstützergruppen in Hanau. Wir wollen uns weiter für Flüchtlinge einsetzen und anderen Hanauerinnen und Hanauern Mut machen, dies ebenfalls zu tun.“

Kirchenasyl für Äthiopierin in Nürnberg
In Nürnberg fand ein Flüchtling aus Äthiopien fast zeitgleich mit Hanau etwa zwei Monate Kirchenasyl in der Adventgemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten Nürnberg-Mitte. Wie Gemeindepastor Reiner Groß mitteilte, habe die 33-Jährige in ihrer Heimat als Sekretärin für die Oppositionspartei gearbeitet und sei nach der letzten Wahl mit anderen Oppositionellen ins Gefängnis geworfen und dort auch gefoltert worden. Sie wäre über die Niederlande nach Deutschland eingereist und sollte nach Holland abgeschoben werden. Laut Groß würden die niederländischen Behörden jedoch etwa 98 Prozent der aus Äthiopien kommenden Flüchtlinge ohne besondere Prüfung der Beweggründe in ihre Heimat zurückschicken. Deshalb habe sich die adventistische Gemeinde entschlossen, Kirchenasyl zu gewähren. Das sei mit Duldung der Stadt Nürnberg und mit Unterstützung von evangelischen kirchlichen Gruppen geschehen, die bereits Erfahrung mit Kirchenasyl hätten. Nachdem die Frau sich nun ebenfalls sechs Monate nach ihrem Ausweisungsbescheid in Deutschland aufhalte, habe auch sie das Recht, in der Bundesrepublik Asyl zu beantragen.

Polizei beendete 1996 Kirchenasyl in Wunsiedel
Am 20. März 1996 hatte schon einmal eine adventistische Gemeinde Kirchenasyl gewährt. Die kleine oberfränkische Adventgemeinde Wunsiedel mit nur 26 Mitgliedern nahm mehr als fünf Monate lang einen Flüchtling aus dem westafrikanischen Land Togo auf. Unterstützt wurden die Adventisten von der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde. Am 3. September 1996 verhaftete die Polizei den damals 28-Jährigen in den Räumen der Adventgemeinde. Er wurde zwei Tage später in seine Heimat abgeschoben. Der Fall erregte bundesweit Aufsehen, da zum ersten Mal in Deutschland ein Kirchenasyl durch die Polizei beendet worden war. Parteien, Kirchen und Flüchtlingsorganisationen übten Kritik an der Asylpolitik des damaligen bayerischen Innenministers Günther Beckstein (CSU). Das Innenministerium hatte dagegen Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Asylbewerbers geäußert. Im Oktober 1997 floh der Mann erneut aus Togo und reiste illegal über Frankreich nach Deutschland ein. Da er aus einem „sicheren Drittland“ in die Bundesrepublik kam, wurde er nach Frankreich abgeschoben, um dort einen Asylantrag zu stellen.
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Boko Haram brennt in Nigeria adventistische Kirche nieder

Silver Spring, Maryland/USA, 01.10.2014/APD   Am 23. August wurde in Nigeria die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Dorf Magar im nordöstlichen Bundesstaat Borno von Aufständischen der Terrorgruppe Boko Haram niedergebrannt worden, teilte der Präsident der nordnigerianischen Kirchenleitung mit Sitz in der Hauptstadt Abuja, Pastor Stephen H. Bindas, mit.

Der Vorfall habe sich ereignet, nachdem die 67 Kirchenmitglieder das Gebiet verlassen hätten, um den Bedrohungen durch Boko Haram zu entkommen, so Bindas. Es handle sich dabei um eine von sieben Kirchen in nigerianischen Landgemeinden, die 2009 mit Mitteln der weltweiten Kirche gebaut worden seien.

Der Verbleib vieler Mitglieder wäre laut Bindas unbekannt. Einige seien 600 Kilometer bis nach Jos, in der Mitte Nigerias, geflohen und hätten dort im Gebäude der lokalen Kirchenleitung Nordost-Nigerias Unterkunft gesucht.

„Die Aufständischen haben die Häuser, Lebensmittel und Bettwäsche der Geflohenen übernommen“, sagte Bindas. Obwohl keine Adventgemeinde der Region zuvor bedroht worden sei, teilten viele andere christliche Gruppen das gleiche Schicksal. „Wir bitten die Mitglieder der Weltkirche an Nordnigeria im Gebet zu gedenken und alles zu unternehmen, damit die geflohenen Kirchenmitglieder und deren Familienangehörige wieder Hoffnung schöpfen können.“
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