Irak: Adventisten bauen in Erbil eine Kirche

Erbil/Irak | 3. Dezember 2014 | APD |

ADRA als Hilfswerk registriert

Erbil/Irak, 03.12.2014/APD Im Irak leben nach Angaben von Pastor Homer Trecartin, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten im Mittleren Osten und Nordafrika (MENA), noch rund 50 Kirchenmitglieder. Einige von ihnen seien aus den Unruhegebieten nach Erbil ins kurdische Gebiet im Nordirak geflohen. In Erbil befindet sich der Sitz der Regierung der Autonomen Region Kurdistan im Irak. Die adventistischen Christen versammelten sich dort jeweils am Samstag, dem biblischen Ruhetag, in einem gemieteten Raum, um den Gottesdienst zu feiern. Daran nähmen laut der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift „Adventist Review“ auch Freunde, Nachbarn und gelegentlich andere Flüchtlinge teil.

Die kurdischen Behörden hätten der adventistischen Kirche geholfen, sich in Erbil registrieren zu lassen und ihnen auch die Bewilligung zum Bau einer Kirche erteilt. „Der Bau schreitet gut voran“, sagte Trecartin. „Das Gebäude wird einen Gottesdienstraum, Büros und zwei Wohnungen enthalten.“ Er habe Ende November während seiner viertätigen Pastoralreise im Irak eine kleine, aber sehr lebendige Gemeinde angetroffen. Auch in Bagdad würden die Kirchenmitglieder ihre Nachbarn zum Gottesdienst mitbringen.

Unter der Leitung von George Shamoun, Präsident der Adventisten im Irak, würden die Kirchenmitglieder mit eigenen finanziellen Mitteln sowie Spendengeldern jenen helfen, denen es noch schlechter gehe, erläuterte Pastor Trecartin. In mehreren Flüchtlingszentren für Binnenvertriebene hätten sie Toiletten gebaut, sowie Lebensmittelpakete, Decken und Winterkleidung verteilt.

ADRA Irak registriert
Nach viel Aufwand habe die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Irak bei den Behörden registriert werden können und sei dabei, qualifiziertes Personal ins Land zu bringen, Projekte vorzubereiten, damit noch mehr geholfen werden könne, sagte Homer Trecartin.

ADRA war seit 1995 im Irak tätig. Nach der offiziellen Erklärung von US-Präsident George W. Bush, dass der im März begonnene Irakkrieg im Mai 2003 beendet sei, eröffnete ADRA in Bagdad im Juli 2003 erneut ein Büro. Nach einer Anschlagserie in der Hauptstadt verließen 2004 die ausländischen ADRA Mitarbeiter den Irak.

Adventisten im Irak
2004 gab es im Irak 220 Adventisten, die sich in Mosul, Bagdad und in einer Kirchengemeinde im Nordirak versammelten. Die meisten Adventisten lebten damals in der Hauptstadt Bagdad. Die Freikirche ist seit 1923 im Irak vertreten und wurde 1959 staatlich anerkannt.

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