ADRA hilft ukrainischen Flüchtlingen in Russland

Moskau/Russland, 31.12.2014/APD   Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA helfe nicht nur in der Ukraine, berichtete Andrew McChesney, Moskau-Korrespondent der amerikanischen Kirchenzeitschrift „Adventist Review“ (AR). ADRA Russland arbeite eng mit den lokalen Behörden in der Region Rostow und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Russland zusammen, um ukrainischen Flüchtlingen, die nach den Unruhen nach Russland geflohen seien, mit Unterkunft, Nahrungsmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln zu unterstützen.

Nach Angaben der UNO und Russlands sind seit Ausbruch der Kämpfe im April 2014 rund 810.000 Menschen aus der Ostukraine über die Grenze in den Verwaltungsbezirk Rostow nach Südrussland geflohen. Zeltlager für Flüchtlinge seien von der russischen Regierung errichtet worden und die örtliche Bevölkerung habe zudem Flüchtlinge bei sich zu Hause aufgenommen, so McChesney.

„Der militärische Konflikt hat die Leute oft gezwungen, nur mit dem zu fliehen, was sie bei sich trugen. Sie hatten nichts und waren total von Hilfe abhängig“, sagte Dmitriy Plugatariov, Koordinator von ADRA Russland für die Region Rostow. „Viele Adventisten haben ihre Heime den Flüchtlingen geöffnet und ADRA Russland verschafft immer noch Flüchtlingen in verschiedenen Städten der Region Rostow Unterkunft bei Privatpersonen“, erläuterte Dmitriy Plugatariov. Siebenten-Tags-Adventisten in ganz Russland hätten bei Sammlungen Zehntausende von Euros zur Unterstützung der Flüchtlinge gespendet.

Bei den Flüchtlingsprojekten arbeite ADRA mit lokalen Behörden, anderen Hilfsorganisationen sowie örtlichen adventistischen Kirchgemeinden zusammen. Laut der russischen Nachrichtenagentur „Itar-Tass“ lebten heute über 38.000 Flüchtlinge, darunter 11.500 Kinder, in der Region von Rostow in Notunterkünften.

Donezk
In der Grenzstadt Donezk mit 50.000 Bewohnern, − nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Stadt in der Ostukraine −, seien rund 20 Personen monatelang im Gemeindezentrum der Adventisten untergebracht und von Kirchenmitgliedern mit warmen Mahlzeiten versorgt worden, berichtete der ADRA-Koordinator. Die Adventisten hätten im Gebäude auch eine Dusche installiert. Die eintausend Flüchtlinge im nahegelegenen Zeltlager wären von den Kirchenmitgliedern mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln versorgt worden.

Gukowo
In der Grenzstadt Gukowo mit 2.000 Einwohnern habe ADRA Russland mit den Behörden sowie der adventistischen Kirche zusammengearbeitet und anfänglich einhundert Lebensmittelpakete an Flüchtlinge verteilt. Später seien 300 Personen dauerhaft mit Nahrungsmitteln versorgt worden, die vorübergehend in einer Unterkunft lebten, informierte Dmitriy Plugatariov. Darüber hinaus hätten adventistische Kirchenmitglieder Nahrungsmittelkörbe zusammengestellt und diese wöchentlich an Flüchtlinge abgegeben, die in Privathaushalten lebten. So würden jeden Monat 400 Familien unterstützt, sagte der ADRA-Koordinator.

Schachty
In Schachty mit 200.000 Einwohnern seien anfänglich 2.000 Flüchtlinge untergebracht gewesen, welche von den Behörden, anderen Hilfsorganisationen und den Adventisten der Stadt mit Nahrungsmitteln sowie Medikamenten versorgt worden seien, so Plugatariov. Mit steigenden Flüchtlingszahlen habe sich die Kirche verpflichtet 350 Familien dauerhaft mit Nahrungsmittelkörben zu unterstützen.

Flüchtlingslager Dmitriadovskiy und Primorka
Im Flüchtlingslager Dmitriadovskiy an der Küste des Asowschen Meeres lebten 600 Personen, die meisten davon seien Kinder. ADRA Russland habe gemeinsam mit der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten dorthin zuerst Lebensmittel, Babynahrung, Handtücher, eine Waschmaschine, einen Kühlschrank und andere Geräte geliefert. Später seien auch Medikamente sowie Hygieneartikel und neuerdings zusätzlich an 145 Familien Schulmaterial übergeben worden.

In der Primorka-Siedlung lebten 500 Personen in Privathäusern und 200 in Zelten. Im Zeltlager habe die Kirche gemeinsam mit ADRA Toiletten installiert.

„Wir danken den Dutzenden Mitarbeitern und Freiwilligen von ADRA, die bereit sind Tausenden Flüchtlingen in Russland wie auch in der Ukraine, Hilfe, Medikamente, Nahrung und Kleidung zu bringen“, sagte Pastor Guillermo Biaggi, Kirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten in den GUS-Staaten, wozu auch Russland und die Ukraine gehören.
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Mit Impulsen zum Nachdenken durch den Tag

Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, 30.12.2014/APD   „Es ist uns wichtig, unsere Hörerinnen und Hörer persönlicher durch den Tag zu begleiten“, so Christian Vogel, Chefredakteur von „Hope Channel Radio“. Deshalb werden jetzt auch die Moderatoren montags bis freitags in der Zeit von 8:00 bis 12:00 Uhr sowie zwischen 13:00 und 17:00 Uhr mit Impulsen zum Nachdenken, ermutigenden Zitaten und interessanten Themen im Programm zu hören sein.

Das 24-Stunden-Programm von „Hope Channel Radio“ kann über den Satelliten ASTRA digital, als Livestream unter www.hope-channel.de sowie bestimmte Beiträge als Podcast empfangen werden. Als zusätzliche Dienstleistung können das laufende Programm (Telefon: 06257 5065360) und eine tägliche Andacht (Telefon 0931 663991973) jederzeit per Telefon abgerufen werden.

„Hope Channel Radio“ gehört zum Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ mit Sitz in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt. Träger des Medienzentrums ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.
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„Bioherba“ trennt sich von „EDEN“ und „granoVita“

Lüneburg, 29.12.2014/APD   Seit dem Verkauf des „DE-VAU-GE“ Gesundkostwerkes in Lüneburg und Tangermünde bei Stendal im Jahr 2007 wird der damals nicht mitverkaufte Bereich Reformhaus und Naturkost als Teil der „Bioherba“-Gruppe unter der Regie der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Heimertingen bei Memmingen (Bayern) weitergeführt. Nun hat sich die Bioherba-Gruppe vom Hauptteil ihres Geschäftsbereiches natürliche und gesunde Lebensmittel getrennt und zum 31. Dezember 2014 an den Schweizer Nahrungsmittelhersteller „Hügli“ verkauft, meldet der Onlinedienst der Zeitschrift „Adventisten heute“. Den Hauptbestandteil des verkauften Bereiches bilden die beiden Nahrungsmittelmarken „EDEN“ und „granoVita“. Somit verbleibt bei der „Bioherba“-Gruppe das Geschäft mit Pharma-Artikeln und Naturkosmetik. Zwei weitere Standorte des Unternehmens befinden sich in Großbritannien und Kanada.

Abgewickelt wird der Kauf durch „Hüglis“ Tochterfirma „Heirler Cenovis“ in Radolfzell am Bodensee.

Unter dem Label „granoVita“ werden Müslis, Soja-Jogurts, Bio-Snacks, vegetarische Feinkostprodukte, wie Pasteten, Würstchen und Schnitzel, sowie Sojadrinks und Nussmuse verkauft. „EDEN“ ist auf vegetarische und vegane Produkte spezialisiert sowie auf Gemüse- und Fruchtsäfte.

Im Rahmen der weitläufigen Reformbewegung wurde 1899 in Friedensau bei Magdeburg von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten der „Deutsche Verein für Gesundheitspflege“, später „DE-VAU-GE GESUNDKOSTWERK GmbH“ zur Herstellung von vollwertigen Lebensmitteln, gegründet. Als erstes Werk in Deutschland produzierte es bereits damals die traditionsreichen Getreide-Knusperflocken, hergestellt aus dem vollen Weizen-, Gersten- oder Reiskorn. 1912 zog das Unternehmen nach Hamburg und 1976 nach Lüneburg. 1998 wurde ein weiteres Werk in Tangermünde bei Stendal errichtet mit Produktionsanlagen für Frühstücks-Cerealien und Müsli-Riegeln.

Nach dem Verkauf des „DE-VAU-GE“ Gesundkostwerkes in Lüneburg und Tangermünde zog die verbliebene „Bioherba“-Gruppe 2007 nach Heimertingen. Das Unternehmen lieferte ab 1965 „granoVita“-Produkte und ab 1999 nach der Übernahme von „EDEN“ dessen Erzeugnisse vor allem an den deutschen „neuform“-Reformhausmarkt.
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„Religionsfreiheit − ungeliebtes Stiefkind der Menschenrechte“

Bonn, 28.12.2014/APD Laut   „Bonner Querschnitte“ (BQ) hat Thomas Schirrmacher, Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit, im Rahmen der Tübinger Vorlesungsreihe „Clash of Civilization“, eine Gastvorlesung zum Thema „Bedrohtes Menschenrecht Religionsfreiheit in weltweiter Perspektive“, gehalten.

Dabei kritisierte er, dass sich auch in Deutschland nicht alle ohne Wenn und Aber für Religionsfreiheit einsetzten. Die Kritik schließe auch Politiker mit ein. Gerade unter ihnen sei der Einsatz für dieses Menschenrecht noch viel zu sehr mit eigenen guten oder schlechten Erfahrungen mit Religion und der jeweiligen Religionszugehörigkeit beziehungsweise mit Religiosität sowie Nichtreligiosität verbunden. Doch wie das Folterverbot unabhängig davon gelte, was der Einzelne erlebt habe, wo er politisch oder weltanschaulich stehe, sei auch die Religionsfreiheit ein unteilbares Menschenrecht und sollte instinktiv von jedem Politiker aktiv unterstützt werden, so Schirrmacher.

Überhaupt sei in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 Artikel 18 zur Religionsfreiheit das ungeliebte Stiefkind aller Artikel. Vielen Atheisten wäre nicht bewusst, dass die Freiheit von Religion und Weltanschauung samt dem Recht auf Religionswechsel gerade auch Atheisten schütze, sei doch der Austritt aus einer Religionsgemeinschaft eine klassische Form des „Religionswechsels“, hob Schirrmacher hervor. Früher habe auch in Deutschland der Kirchenaustritt negative gesellschaftliche Folgen für die Betreffenden gehabt.

Die Vorlesungsreihe „Clash of Civilizations: Feindbilder in interreligiösen Beziehungen und internationaler Geopolitik“ thematisiert die aktuellen Spannungen zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen oder vielmehr wie diese eingesetzt würden, um Machtinteressen zu bedienen, so BQ. Professor Rainer Rothfuss und Yakubu Joseph vom Geographischen Institut der Universität Tübingen haben dazu Wissenschaftler aus dem In- und Ausland eingeladen, unter anderem die Menschenrechtlerin Rania Yusuf, die in Deutschland akkreditierten Botschafter von Russland und Ecuador sowie Ehrensenator Dr. Prinz Asfa-Wossen Asserate.

Nach Angaben von „Bonner Querschnitte“ werde die Vorlesungsreihe von der „Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte“ (IGFM) unterstützt.

Die Vorlesung von Thomas Schirrmacher wurde ins Internet übertragen:
https://www.youtube.com/watch?v=_ViYhSvdoUU
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„Unser Platz ist an der Seite der Flüchtlinge!“

Frankfurt am Main, 28.12.2014   Seite an Seite stünden Kirchen und Kirchengemeinden in der Hilfe für Flüchtlinge. Zahlreiche Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen (ACK) auf regionaler und lokaler Ebene hätten Hilfsbündnisse organisiert. Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), Vorsitzender der ACK Deutschland, dankt für das Engagement und ruft dazu auf, für Flüchtlinge alle kirchlichen Kräfte zu bündeln und gemeinsam zu helfen.

„Wo wir können, sollten wir uns zusammenschließen, um Flüchtlingen zu helfen“, sagte Bischof Karl-Heinz Wiesemann. Die ACK biete dazu auf allen Ebenen vielfältige Möglichkeiten, weil man Hilfe über Kirchengrenzen hinweg absprechen und organisieren könne. Zudem sei es möglich, mit den sogenannten Migrationskirchen aus Ägypten, Syrien und anderen Ländern zusammen in den ACKs Hilfe zu koordinieren und sie in ihrer Arbeit unterstützen. „Unsere Mitgliedskirchen aus den Ländern des Nahen Ostens haben mit dem Zustrom der Flüchtlinge derzeit schwere Aufgaben zu bewältigen, bei denen wir ihnen nach unseren Kräften helfen sollten“, betonte der Bischof. Die Zusammenarbeit in der ACK ermögliche neben der konkreten Hilfe für die Bedürftigen auch Begegnung und Austausch. Flüchtlinge seien keine Bedrohung, sondern „bereichern uns und wir tragen für sie Verantwortung, egal welche Religion oder welche Konfession sie haben“, so der Vorsitzende der ACK.

Bischof Wiesemann dankte allen, die sich mit großem Einsatz dafür engagierten, Flüchtlinge in unserem Land willkommen zu heißen und ihnen Perspektiven für ein Leben in Ruhe und Sicherheit zu geben. „Wir bitten unsere Mitgliedskirchen, weiterhin Zeichen der Solidarität und des Friedens zu setzen und die Aufnahme und menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen nach ihren Kräften und Möglichkeiten zu unterstützen. Unser Platz ist an der Seite der Flüchtlinge!“
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Psychosoziale Betreuung für Flüchtlinge im Nordirak

Wien/Österreich, 27.12.2014/APD   Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA hat ein neues Projekt in Erbil für in den Nordirak geflohenen Flüchtlinge begonnen. Die meisten lebten in den von Kurden kontrollierten Bezirken Dohuk, Erbil und Suleimaniya, so Corinna Wagner von ADRA Österreich. Flüchtlinge in der Region Erbil wohnten in gemieteten Räumen, bei Gastfamilien oder in Sammelunterkünften, wie Schulen, Kirchenhöfen, Parks oder nicht fertiggestellten Rohbauten.

Im bevorstehenden Winter würden in einigen Regionen ein bis drei Meter Schnee erwartet. Die meisten Familien hätten keine Einkommensmöglichkeit und seien von Hilfe abhängig. Sie würden größtenteils von der Bevölkerung, die sie aufgenommen habe, oder von Hilfsorganisationen versorgt. Aber es gebe viele Lücken, die bisher nicht so leicht gedeckt werden könnten. Eine dieser Lücken sei die psychosoziale Betreuung der Flüchtlinge, teilte Corinna Wagner mit. Viele hätten traumatisches erlebt, während sie aus ihrer Heimat fliehen mussten. Die überfüllten Unterkünfte sowie die Abhängigkeit, keine Möglichkeit, selbst ein Einkommen zu verdienen, fügten weiteren Stress hinzu. Sie würden die lokale Sprache nicht verstehen und ihre Kinder verpassten den Schulunterricht. Das belaste die Familien.

ADRA möchte laut Wagner die Flüchtlinge in ihre Gastregion integrieren, ihnen Zugang zu Einkommen und eine Schulausbildung für die Kinder ermöglichen. Im ADRA-Zentrum in Erbil werde soziale und psychologische Betreuung angeboten. Auch gebe es Kurse zum Erlernen der kurdischen Sprache und Förderunterricht für Kinder, damit sie den Sprung in die Schule schafften. Ausgewählte Flüchtlingsfamilien erhielten einen Kleinkredit, um ein Familienunternehmen zu gründen, andere würden als Projektmitarbeiter angestellt, um die vielen Kinder tagsüber zu betreuen. Auch die gastgebende Bevölkerung werde in die Projektaktivitäten mit einbezogen, um Neid gegenüber den Flüchtlingen vorzubeugen und die Integration zu erleichtern, betonte Corinna Wagner.
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Paul Metzger, „Brennpunkt Ökumene: Möglichkeiten am Ort“

Paul Metzger, „Brennpunkt Ökumene: Möglichkeiten am Ort“, Verlagshaus Speyer, Speyer, 2014, 96 Seiten, Paperback, 9,90 Euro, ISBN 978-3-939512-65-3

Ostfildern bei Stuttgart, 26.12.2014/APD   Mit diesem Buch will Paul Metzger, Referent für die Bearbeitung von Grundsatzfragen katholischer Theologie am Konfessionskundlichen Institut Bensheim, ökumenische Fragen, welche die beiden großen Konfessionen betreffen, in allgemein verständlicher Sprache darstellen. Anlass des Bändchens ist der für Pfingsten 2015 geplante „Ökumenische Kirchentag“, den das römisch-katholische Bistum Speyer gemeinsam mit der Evangelischen Kirche der Pfalz gestalten möchte. Die folgenden Ausführungen beschränken sich daher auf die evangelische und die römisch-katholische Kirche, orthodoxe Kirchen und Freikirchen bleiben außer Acht. Es ist ein Buch für Laien, die sich für ökumenische Fragen interessieren, und sich fragen, ob die Trennung noch nötig ist. Für Metzger „sind genug Brücken gebaut, um die Gräben zwischen den Konfessionen zu überwinden und in der Praxis gemeinsam zu handeln und zu feiern.“ Nicht das gemeinsame Handeln, sondern das konfessionelle Eigenleben sei begründungspflichtig, so der Autor. Auf den knapp 100 Seiten schlägt Metzger auch konkrete Möglichkeiten vor, wie das Miteinander von katholischen und evangelischen Christen verbessert werden könnte.

Bereits in der Anlage des Buches kommt dieses Anliegen zum Tragen: Das von einem Pfarrer der evangelischen Landeskirche geschriebene Bändchen wird vom katholischen Blickwinkel „eingerahmt“: Johanna Rahner, Theologie-Professorin in Tübingen, geht in ihrem Vorwort auf das theologische Gewicht von kirchlichem Handeln vor Ort ein. Abt Marianus Bieber stellt in seinem Nachwort vier Modelle geistlicher Ökumene vor. Die ersten beiden Kapitel können als Einleitung gelesen werden. Metzger gibt darin einen Überblick über das Thema sowie eine präzise und kompakte Analyse unserer heutigen Lebenswelt. Daneben besteht das Buch aus zwei größeren Teilen.
Im ersten Teil werden grundsätzliche Fragen aus drei Perspektiven behandelt. Aus einer ersten, historischen Perspektive erklärt der Autor die Gründe für die Trennung der Kirchen. Aus einer zweiten, der Gegenwartsperspektive, nähert sich Metzger der Frage, warum die Kirchen heute noch getrennt sind. Hier werden das Kirchenverständnis, das Amtsverständnis und die Bibelhermeneutik der beiden großen Kirchen gegenüberstellt. Die dritte, auch in die Zukunft gerichtete Perspektive untersucht, ob diese Trennung weiterhin bestehen muss. Fazit des Autors: Es gibt eine hohe Übereinstimmung in Glaubensdingen. An den bestehenden Gräben sollte die Gemeinschaft der Kirchen nicht scheitern, da „es bereits seit längerer Zeit selbst über diese Gräben Brücken gibt, über die man gehen kann“ (Seite 58).

Der zweite Teil nimmt mit der Überschrift „Brennpunkte der Ökumene“ den Gesamttitel wieder auf. Hier kommt die zwischenkirchliche Problematik in den Bereichen „ökumenische Gottesdienste“, „Taufe“, „Abendmahl“ und „Ehe“ in den Blick. Zunächst wird der gegenwärtige Stand des Problems dargestellt. Danach sollen theologische Überlegungen zu grundsätzlichen Lösungen überleiten. Diese Lösungsvorschläge sind bewusst pragmatisch gehalten und wenden sich vor allem an die Ebene von Bistum und Landeskirche. Metzger geht es bei seinen Ausführungen nicht um eine Einheitskirche, oder „darum, dass eine Kirche die andere so lange überredet, bis diese einsieht, dass die andere ‚besser‘ ist und zu ihr zurückkehrt“ (Seite 46). Die Vielfalt der Konfessionen sei selbst im Neuen Testament angelegt (Seite 45). „Es geht darum, dass beide Kirchen sich weiterentwickeln, dass sie voneinander lernen und dabei auch von Gott immer mehr erfahren. Je mehr sie sich auf Christus zu entwickeln, desto näher kommen sie auch einander“ (Seite 46).

Metzger schreibt zwar mit einem pragmatischen Optimismus, bescheidet sich aber auch selbst, wenn er angibt, dass es nicht um „die“ Lösung „der“ ökumenischen Probleme des katholisch-evangelischen Dialogs überhaupt gehe (Seite 11). Auch wolle er nicht den Eindruck erwecken, alle ökumenischen Probleme seien in der evangelischen Kirche gelöst und lediglich „die Katholiken“ verweigerten sich (Seite 10). Dennoch fällt beim Lesen auf, dass gerade bei den „Brennpunkten der Ökumene“ doch immer noch manche Gräben existieren, die dem Rezensenten relativ breit vorkommen, beispielsweise bei der Frage der konfessionsverschiedenen Ehe und der Eucharistie.

Das Buch gibt einen aktuellen, erstaunlich kompakten Einblick in eine komplexe und historisch weit umfassende Thematik auf knappem Raum. Es ist darüber hinaus engagiert geschrieben und leicht zu lesen. Auch wenn nur die Positionen der beiden großen Konfessionen behandelt werden, ist das Bändchen doch jedem zu empfehlen, der sich in kurzer Zeit mit den zwischenkirchlichen Chancen und Herausforderungen bekannt machen möchte.

Jens-Oliver Mohr
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Daniel Heinz/Werner Lange (Hrsg.), „Adventhoffnung für Deutschland"

Daniel Heinz/Werner Lange (Hrsg.), „Adventhoffnung für Deutschland: Die Mission der Siebenten-Tags-Adventisten von Conradi bis heute“, Advent-Verlag, Lüneburg, 2014, Paperback, 304 Seiten, 23,80 Euro, ISBN 978-3-8150-1941-2.

Ostfildern bei Stuttgart, 25.12.2014/APD   Vor 125 Jahren gründete Ludwig Richard Conradi die erste Adventgemeinde in Hamburg. Obwohl schon 1875 die beiden ersten Gemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten in Solingen und Vohwinkel entstanden, begann die offizielle missionarische Arbeit der Freikirche in Deutschland, die bis heute andauert, erst mit der Gründung der Hamburger Adventgemeinde im Jahr 1889. Dieses Jubiläum gab Anlass für das im Advent-Verlag erschienene Buch „Adventhoffnung für Deutschland: Die Mission der Siebenten-Tags-Adventisten von Conradi bis heute“. Es ist das erste Werk, das sich mit der Geschichte der Adventisten in Deutschland und speziell ihrer Mission bis heute befasst. Herausgegeben wurde der Sammelband von Daniel Heinz, Dozent für Kirchengeschichte an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg und zugleich Leiter des Historischen Archivs der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa, sowie von Werner Lange, Pastor und Lektor des Advent-Verlages. Als Autoren konnten 13 Historiker, Theologen, (ehemalige) Kirchenleiter und Zeitzeugen gewonnen werden.

Die Geschichte der adventistischen Mission in Deutschland wird in 17 Kapiteln entfaltet und durch fünf Anhänge ergänzt, darunter eine Chronik und eine Fotogalerie. Im Vorwort führt Mitherausgeber Daniel Heinz in die Thematik ein und gibt einen kurzen Abriss über den Inhalt des Buchs. Er weist auch darauf hin, dass die einzelnen Kapitel die Meinung des jeweiligen Autors wiedergeben und weder kirchliche Deutungshoheit noch historische Vollständigkeit beanspruchen.

Der Inhalt des Bandes lässt sich grob in fünf Teile gliedern, die jeweils eine zeitlich eingrenzbare Epoche abbilden beziehungsweise ein Thema unter einem speziellen Aspekt behandeln.

Der erste Teil, Kapitel 1 bis 3 (Seite 11-66), beschäftigt sich mit der Zeit von der Gründung der Freikirche in Deutschland bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Problematisiert werden in diesem Zusammenhang auch die großen Herausforderung des Militärdienstes und deren Folgen für die Gemeinschaft bis zur Entstehung der adventistischen Reformationsbewegung, welche sich von der Freikirche trennte. Die im Erscheinungsjahr 2014 abgegebene Erklärung der deutschen Freikirchenleitung zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, die auch ein Schuldbekenntnis gegenüber der Reformationsbewegung beinhaltet, wird zwar in der Chronik im Anhang erwähnt, fand aber aus zeitlichen Gründen keine Bearbeitung mehr in den einzelnen Kapiteln.

Der zweite Teil mit den Kapiteln 4 bis 6 (Seite 67-126) behandelt die Zeit von der Gründung der Weimarer Republik bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Auch das ambivalente Verhalten der Gemeinschaftsleitung in der NS-Zeit wird thematisiert. Der Kirchenhistoriker Johannes Hartlapp zieht dazu ein selbstkritisches Resümee: „Als eine Kirche, die den Anspruch erhob, ihren Zeitgenossen aufgrund prophetischer Einsichten klare Antworten auf die brennenden Fragen der Gegenwart geben zu können, verlor sie wegen ihrer Willfährigkeit und Anpassung ab 1933 ihre moralische Autorität. Das christliche Gewissen kapitulierte vor dem Geist der Zeit“ (Seite 111).

Im dritten Teil (Kapitel 8 bis 12, Seite 137-210) geht es um die Nachkriegszeit und die Entwicklung der Gemeinschaft in der DDR inklusive der Zusammenführung des Ost- und Westdeutschen Verbandes zum Norddeutschen Verband der Freikirche und dessen Entwicklung. Die Herausforderung bestand in dieser Epoche unter anderem in der (mangelnden) Aufarbeitung der NS-Zeit und dem Verhältnis zur adventistischen Weltkirchenleitung.

Kapitel 13 bis 15 (Seite 211-262) bieten quasi einen Sonderteil (Teil 4), bei dem spezielle Brennpunkte den Inhalt bestimmen. Hierher gehört eigentlich auch Kapitel 7, das die Entwicklung der rechtlichen Stellung der Freikirche in Deutschland bis zur Gegenwart beleuchtet. Teil 4 enthält wichtige Beiträge, unter anderem auch zu den Beziehungen der Siebenten-Tags-Adventisten zu anderen Kirchen und christlichen Organisationen, verfasst vom langjährigen Referenten der Freikirche für zwischenkirchliche Beziehungen, Holger Teubert. Der Autor legt dar, wo Grenzen im Umgang mit anderen Konfessionen bestehen, aber auch welche außergewöhnlichen Chancen mit solchen Beziehungen verbunden sind. Sein Fazit: „Eine andere Konfession erschließt sich nicht ausschließlich aus dem Studium von Büchern oder durch Internetrecherche, sondern in der persönlichen Begegnung mit Vertretern dieser Konfession“ (Seite 248).

Der fünfte Teil (Kapitel 16 und 17, Seite 263-288) rundet das Buch mit einem Blick auf gegenwärtige Herausforderungen der Freikirche und einem Ausblick ab. Johannes Naether, Vorsitzender der Freikirche in Deutschland, stellt nüchtern fest: „Die Dynamik der Pionierzeit ist in Deutschland und den Ländern Europas verflogen und die Frage nach den gegenwärtigen Herausforderungen ist mehr als eine rein technokratische Führungsfrage“ (Seite 271). Inzwischen ist ein digitales Zusatzkapitel erschienen, das über die Homepage des Advent-Verlags als Pdf-Datei heruntergeladen werden kann.

Der Rezensent konnte sich über eine gut recherchierte, erstaunlich kompakte und dennoch fundierte historische Darstellung der Entwicklung der deutschen Adventisten freuen. Zumindest zum Nachdenken anregend, wenn nicht gar ein wenig provokativ wirkt die Aussage des Mitherausgebers Daniel Heinz, „dass die Kirche immer dann an Glaubenssubstanz und Kraft einbüßte, wenn sie sich dem Geist der Zeit (Monarchismus, Nationalismus, Säkularisierung und Postmoderne) anpasste“. „Die Anpassung an den jeweiligen ‚Geist der Epoche‘ […] geschieht heute häufig freiwillig und unmerklich durch Trägheit, pluralistische Vorliebe, und eine generelle Umdeutung bzw. Vernachlässigung biblischer Wertmaßstäbe, die dem Zeitgeist zuwider laufen.“ (Seite 10).

Die Verschiedenartigkeit der Autoren macht das Werk abwechslungsreich, wenn auch ein wenig unstrukturiert. Der zeitliche Verlauf vermag dem Inhalt zwar eine grobe Gliederung zu geben, das Inhaltsverzeichnis lässt diese Gliederung allerdings vermissen, da jegliche Zwischenüberschriften fehlen. Zusätzlich gibt es inhaltlich immer wieder Sprünge zwischen reiner Darstellung und persönlicher Bewertung der Autoren, was nicht zur Einheitlichkeit des Bandes beiträgt (die letzten Seiten des Bandes erscheinen beispielsweise eher als leidenschaftliches Plädoyer für eine Verwaltungseinheit in Deutschland, denn als sachliche Darstellung einer möglichen Struktur-Reform). Eine dialektische Herangehensweise zeigt sich vor allem in den letzten Kapiteln, welche die Spannung zwischen dogmatischer Bewahrung und zukunftsfähiger Entwicklung aufzeigen.

Auch wenn der Satz „Conradi war der erste Adventist, dem es aus missionarischer und soziologischer Sicht gelungen ist, den Adventismus in Europa, genauer in Deutschland, nachhaltig zu beheimaten“ an sich korrekt sein mag, lässt sich damit aus Sicht des Rezensenten noch lange kein „evangelistisches Erfolgsrezept“ für „das Wachstum der Adventisten in Deutschland“ in heutiger Zeit ableiten, wie das Kapitel 2 (Seite 37) nahe legt. Aber selbst wenn sich der Rezensent nicht in jedem Fall den Deutungen der Autoren anschließen kann, so findet nach der anregenden Lektüre doch die Feststellung im Vorwort seine volle Zustimmung, welche die 125-jährige Motivation zur Mission folgendermaßen auf den Punkt bringt: „Bis heute stellt die Naherwartung der Wiederkunft Christi […] die missionarische Triebfeder der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten dar.“

Das Buch kann jedem, der sich über die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten informieren möchte, nur wärmstens empfohlen werden.

Jens-Oliver Mohr
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Hilfswerk ADRA eröffnet in Erbil sein Landesbüro

Erbil/Irak, 24.12.2014/APD   Am 2. Dezember konnte in Erbil, der Hauptstadt des kurdischen Gebiets im Nordirak, das Büro der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Irak bezogen werden, wie Nagi Kahlil, ADRA-Regionaldirektor im Mittleren Osten und Nordafrika (MENA) mit Sitz in Beirut/Libanon, berichtete. Nach Eingang der amtlichen Beglaubigung der Statuten und anderer offizieller Dokumente beginne der offizielle Registrierungsprozess als Hilfswerk im Irak.

Anfang Dezember ist auch der indonesische Geschäftsführer Leyn Gantari eingetroffen, der das ADRA-Zentrum in Erbil leitet. Er war fünf Jahre lang Direktor von ADRA Pakistan und arbeitete vorher für das Hilfswerk in Liberia, Jemen und Indonesien.

Das ADRA-Zentrum in Erbil wird durch Spenden des ADRA-Netzwerks finanziert und hilft irakischen Binnenflüchtlingen. Laut Angaben von ADRA Österreich werde dort soziale und psychologische Betreuung angeboten. Auch gebe es Kurse zum Erlernen der kurdischen Sprache und Förderunterricht für Kinder, damit sie besser in der Schule zurechtkämen.

In Begleitung eines lokalen Beraters seien im ersten Monat drei irakische Mitarbeiter eingestellt worden, so Khalil, weitere zehn sollen noch angestellt werden.

Ein Projektantrag für Winterhilfe sei ADRA Kanada unterbreitet worden. Gegenwärtig würden Projektanträge an das Europäische Amt für humanitäre Hilfe (ECHO), die Entwicklungshilfeorganisation der Tschechischen Regierung (CzDA) sowie der Norwegischen Regierung (NORAD) erarbeitet.

ADRA war seit 1995 mit Unterbrechungen im Irak tätig, ohne registriert zu sein. Nach der offiziellen Erklärung von US-Präsident George W. Bush, dass der im März begonnene Irakkrieg im Mai 2003 beendet sei, eröffnete ADRA in Bagdad im Juli 2003 erneut ein Büro. Nach einer Anschlagserie in der Hauptstadt verließen 2004 die ausländischen ADRA Mitarbeiter den Irak wieder.
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EKD-Friedensbeauftragter warnt vor Ausländerfeindlichkeit

„Pegida-Organisatoren schüren gefährliche Ressentiments“

Bonn, 23.12.2014/APD   Kritisch hat sich der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, Renke Brahms, zu den sogenannten „Pegida“-Demonstrationen in Deutschland geäußert und vor einem Anwachsen von Ausländerfeindlichkeit und Rassismus sowie gefährlichen Ressentiments gegen den Islam gewarnt. „Es ist schon erschreckend, dass solche Parolen, die zunehmend auf diesen Demonstrationen zu hören sind, einen solchen Zulauf erhalten“, mahnte Brahms, der auch der Leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche ist. Hier seien Christen gefordert, klar Position zu beziehen und ihre Stimme zu erheben, wenn Menschen wegen ihres Glaubens oder ihrer Herkunft diskriminiert würden, machte er deutlich.

Renke Brahms lehne pauschale Urteile über die Demonstrationsteilnehmer ab. „Hier allen Menschen, die da mitmarschieren, Rassismus und Faschismus vorzuwerfen, hilft nicht weiter. Aber alle, die zu diesen Veranstaltungen kommen, müssen sich auch bewusst sein, welche Positionen hier vertreten werden und was sie damit unterstützen“, betonte der EKD-Friedensbeauftragte. Es dürfe nicht sein, dass Muslime pauschal verurteilt oder Flüchtlinge generell abgewiesen würden. Brahms: „Eins ist auf jeden Fall klar: Den Organisatoren geht es hier nicht um eine Rettung des Abendlandes, sondern um das Schüren von gefährlichen Ressentiments.“

Der EKD-Friedensbeauftragte sprach sich stattdessen dafür aus, dass Kirchen das Gespräch zwischen Flüchtlingen und Einheimischen ermöglichen sollten, um den Menschen die Ängste zu nehmen. „Überall in Deutschland engagieren sich Kirchengemeinden, um Menschen in Not, die aus Kriegs- und Krisengebieten zu uns kommen, zu helfen und ihnen Schutz zu bieten. Das sind die besten Beispiele dafür, um aufzuklären und das ist auch ein Beitrag zum inneren Frieden“, betonte Renke Brahms. Auch müsse immer wieder darauf hingewiesen werden, dass Millionen Muslime friedlich in Deutschland leben würden und hier integriert seien.
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Missionswissenschaftler Børge Schantz gestorben

Lüneburg, 22.12.2014/APD   Der adventistische Missionswissenschaftler Dr. Børge Schantz ist am 12. Dezember 2014 im Alter von 83 Jahren gestorben. Am 3. August 1931 in Dänemark geboren, studierte er in Großbritannien (Newbold College) und den USA (Andrews University). 1983 promovierte er am Fuller Theological Seminary (Pasadena, Kalifornien, USA).

Laut dem Onlinedienst der Zeitschrift „Adventisten heute“ diente Børge Schantz 47 Jahre lang der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Pastor, Evangelist, Dozent und Abteilungsleiter in mehreren Ländern Europas, Afrikas, im Libanon und in den USA. Von 1987 bis 1996 leitete er das adventistische Zentrum für Islamstudien der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten, dessen Mitbegründer er war.

Er verfasste zahlreiche Artikel und einige Bücher. Er war 2009 Mitherausgeber der Festschrift „Exploring the Frontiers of Faith“ (Die Grenzen des Glaubens erforschen) zum 75. Geburtstag von Dr. Jan Paulsen, dem früheren Präsidenten der Generalkonferenz, die vom Advent-Verlag Lüneburg herausgegeben und weltweit verbreitet wurde. In deutscher Sprache erschienen Beiträge von Børge Schantz in den Kirchenzeitschriften „AdventEcho“, „Adventisten heute“, „Zeichen der Zeit“ und „Glauben heute“.

In der Ausgabe 2012 von „Glauben heute“ gab er einen historischen Überblick über die Rolle der Immigration im europäischen Adventismus. In der Mai-Ausgabe 2011 von „Adventisten heute“ verdeutlichte er anhand von Statistiken über das Wachstum der Weltbevölkerung und anderer Religionen die Größe und Herausforderung des Missionsauftrags, „in alle Welt“ zu gehen („Wie erreichen wir zwei Drittel der Weltbevölkerung? Die Statistik der Weltreligionen und die Wiederkunft Jesu“). Er verfasste auch die Studienhilfen für das Bibelgespräch im adventistischen Gottesdienst für das 3. Vierteljahr 2015 zum Thema „Missionare“.

Noch zwei Monate vor seinem Tod führte Børge Schantz eine Taufe durch. Um ihn trauern seine aus Deutschland stammende Frau Iris, zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Die Trauerfeier fand am 19. Dezember in der Adventgemeinde Nærum (Dänemark) statt.
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Online-Suchdienst für Weihnachtsgottesdienste

Hannover, 21.12.2014/APD   Wer an den Weihnachtstagen nach Christmetten, Krippenspielen, Andachten und Eucharistiefeiern sucht, findet auch in diesem Jahr wieder alle notwendigen Informationen unter www.weihnachtsgottesdienste.de; im Zeitraum von Heiligabend und Weihnachten über Neujahr bis zum Dreikönigstag. Zahlreiche katholische Pfarrgemeinden und evangelische Kirchengemeinden sowie andere christliche Kirchen aus dem gesamten Bundesgebiet haben ihre Gottesdienste und Angebote an Heiligabend, den Weihnachtstagen, an Neujahr und Epiphanias in eine umfangreiche Datenbank eingetragen. Viele Gemeinden haben neben Ort, Termin und Pfarrer oder Pastorin außerdem angegeben, ob die Kirche behindertengerecht ausgestattet ist oder Gottesdienste in Fremdsprachen angeboten werden. Die Gottesdienste können bei dem Online-Suchdienst der evangelischen und der katholischen Kirche in Deutschland bundesweit recherchiert werden; und zwar nach Konfession, Postleitzahl oder Ort und Termin.

Ganz gleich, ob man zu Hause feiert, zu Besuch bei Verwandten oder in den Urlaub gefahren ist: Auf www.weihnachtsgottesdienste.de findet jeder leicht das passende Angebot für den festlichen Kirchgang. Wer nicht nur an den Feiertagen viel unterwegs ist, kann unter www.wegweiser-gottesdienst.de das ganze Jahr hindurch nach evangelischen, katholischen und anderen christlichen Gottesdiensten in seiner Nähe suchen.
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„Endgültig Schluss mit amerikanischem Foltern“

Mediensprecher der Adventisten im Südpazifischen Raum nimmt Stellung zu Folter

Wahroonga, New South Wales/Australien, 20.12.2014/APD   Die 500-seitige Zusammenfassung des 6.700 Seiten umfassenden Folterberichts der US-Senatorin Dianne Feinstein über die brutalen Verhörmethoden der CIA nach den Terroranschlägen 2001 in New York, löse bei einigen Christen in den USA ein Schulterzucken aus. Schließlich seien die Gefolterten furchtbarer Verbrechen verdächtigt worden, werde argumentiert. Andere Christen fühlten sich unwohl beim Gedanken an Folter, fragten sich aber, ob es nicht besser sei, dass einige gefoltert würden, anstatt dass Tausende bei einem weiteren Terroranschlag sterben müssten. Das schreibt der Jurist James Standish, zuständig für Kommunikation und Außenbeziehungen der adventistischen Kirchenleitung im Südpazifik, in einem Begleitemail an den APD zu einem Blog, den er 2010 unter dem Titel verfasst hatte: „Endgültig Schluss mit amerikanischem Foltern“ („A permanent end to American torture“).

Der Folterbericht des US-Senats schließe mit der Erkenntnis, dass Folter wirkungslos sei, wenn es darum gehe, in Verhören neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die Gefolterten würden fast alles zugeben, wenn sie quälenden Schmerzen unterschiedlichster Art ausgesetzt seien, so Standish. Was aber, wenn Folter wirksam wäre?

Sein damaliger Blog werde im Licht des Feinstein-Berichts über Folter heute besser verstanden, als zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im Jahr 2010, schreibt der Jurist. Damals lebte James Standish noch in den USA.

„Endgültig Schluss mit amerikanischem Foltern“
Führende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens hätten nach den Terroranschlägen in New York unverblümt das gefordert, was gemeinhin und beschönigend als „verschärfte Verhörmethoden“ („enhanced interrogation methods“) bezeichnet werde. „Solche Forderungen sollten nicht höflich übergangen werden, sondern mit aller Klarheit, in aller Öffentlichkeit und in aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden“, schrieb Standish im Blog 2010.

Es gebe Personen, welche die Folter ablehnten, weil sie wirkungslos sei. Das wäre aber nicht der eigentliche Punkt. Es gäbe barbarische Handlungsweisen, die sehr wohl zielführend sein könnten, wenn zum Beispiel Kinder eines mutmaßlichen Terroristen gekidnappt und in beklagenswerten Umständen gehalten würden, um diesen gesprächiger zu machen. „Sollten wir dieses Vorgehen deshalb anwenden?“, fragt Standish, um gleich die Antwort zu geben: „Auf keinen Fall!“ Die USA seien eine Nation, welche auf der Basis von Freiheit und Grundrechten aufgebaut sei, die nicht auf dem Marktplatz der Zweckdienlichkeit verkauft werden könnten, so der Jurist. Die Menschenrechte seien nicht von äußeren Umständen abhängig, sondern ankerten im grundlegenden Faktum, dass der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen sei.

„Wenn ein Individuum gefoltert wird, verletzen wir nicht nur die Rechte der betreffenden Person, sondern wir entstellen das Bild Gottes in beiden: In dem der gefoltert wird, als auch in dem, der foltert. Beide werden in diesem Vorgehen entmenschlicht, ebenso wie alle, die dieser menschenverachtenden Behandlung zustimmen“, heißt es im Blog. Amerikanische Werte forderten, dass die unteilbaren Rechte, die Gott jedem geschenkt habe, zu respektieren seien, auch dann, wenn es etwas koste.

Durch die entsetzliche Behandlung von Verdächtigen, die zu Recht als Folter bezeichnet werde, habe die USA auf der ganzen Welt Generationen mit tiefem Groll gegen sich aufgebracht, so Standish. Es werde Jahrzehnte dauern, das rückgängig zu machen, was in einigen wenigen Jahren verübt worden sei. Es wäre auf diesem Weg wichtig, zuerst sicher zu stellen, dass es keinen Rückfall ins Foltern gebe. Zudem müsse jenen, die weiterhin amerikanische Folterkammern forderten, öffentlich und mit allem Nachdruck widersprochen werden. „Möge der Gott, der die Menschheit mit grundlegender Würde und den Rechten, die mit dieser Würde einhergehen, ausgestattet hat, uns den Mut und die Kraft geben, dies auch zu tun“, bloggte Standish 2010.

James Standish: „A Permanent End to American Torture“ (nur in Englisch)
http://www.faithstreet.com/onfaith/2010/03/09/a-permanent-end-to-american-torture/3110
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Adventistische Entwicklungshilfe kooperiert mit Islamic Relief

Stuttgart, 19.12.2014/APD   Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) und die muslimische Hilfsorganisation Islamic Relief (IR) können auf eine jahrelange, erfolgreiche Zusammenarbeit zurückblicken. Das teilten Christian Molke, Geschäftsführer von ADRA Deutschland, und Tarek Abdelalem, Geschäftsführer von Islamic Relief Deutschland, im Rahmen einer Dialog-Veranstaltung in Stuttgart mit.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Gemeinsam besser helfen. Christlich-islamische Kooperation bei der Hilfe in Notsituationen“ und wurde von der Gesellschaft für Christlich-Islamische Begegnung und Zusammenarbeit Stuttgart (CIBZ) organisiert. Auch der Lutherische Weltbund und Islamic Relief hätten im Sommer dieses Jahres auf internationaler Ebene eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Zudem gebe es zwischen der Caritas und den islamischen Verbänden ähnliche Bestrebungen, informierte der christliche Vorsitzende der CIBZ, Pfarrer i.R. Frieder Kobler.

ADRA sei in 130 Ländern registriert und gehöre zu den zehn größten privaten Hilfsorganisationen weltweit, betonte Molke. Weil die Länderbüros nicht hierarchisch organisiert seien, sondern relativ eigenständig und partnerschaftlich arbeiteten, könne ADRA auch mit anderen Hilfswerken offen und partnerschaftlich kooperieren. Abdelalem ließ wissen, dass IR ebenfalls zu den größten islamischen Hilfsorganisationen zähle. Es bestehe zwar keine religiöse Struktur im Hintergrund, dennoch sei der Islam der größte Motivator für die Mitarbeiter, anderen zu helfen.

Treffen könne man sich auf einer gemeinsamen Wertebasis: dem „humanitären Imperativ“, der in den Menschenrechten verankert sei, so Molke. Deshalb fühle man sich mit allen Menschen verbunden. Die Volkszugehörigkeit, das Geschlecht oder der sonstige Hintergrund spiele dabei keine Rolle. Als Bespiele für erfolgte Zusammenarbeit von ADRA und IR nannten die beiden Geschäftsführer die Arbeit in Somalia und die Bemühungen um Eindämmung der Ebola-Epidemie. In Somalia sei ADRA mit kooperierenden Partnern dabei, ein flächendeckendes Grundschulsystem einzurichten, teilte Molke mit. Für weitere Informationen verwiesen beide Geschäftsführer auf die jeweilige Homepage der Hilfsorganisationen: www.adra.de beziehungsweise www.islamicrelief.de
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Vergiftung der Gesellschaft durch fremdenfeindliche Ressentiments

Stellungnahme zur islamkritischen Protestbewegung PEGIDA in Deutschland

Friedensau bei Magdeburg, 18.12.2014/APD   Mit einem neuen Phänomen, nämlich die offensiv und unübersehbar zutage tretende Reaktion auf den als zunehmend bedrohlich wahrgenommenen Einfluss des Islam in Deutschland, befasst sich in einer Stellungnahme der Leiter des Instituts für Religionsfreiheit an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg, Dr. jur. Harald Mueller. Die Protestbewegung PEGIDA („Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung des Abendlandes“) habe mittlerweile bis zu 15.000 Menschen zu Kundgebungen vereint, deren Stoßrichtung in ihrer Tragweite noch nicht klar zu beurteilen sei. Doch wer verberge sich hinter diesen Aktionen? Strafrechtlich in Erscheinung getretene Provokateure, rechtslastige Politiker oder besorgte Bürger, die um die Identität der Gesellschaft fürchten und ihrer Unzufriedenheit mit den Antworten der Regierenden Ausdruck verleihen wollen?, fragt Mueller.

Das von PEGIDA am 10. Dezember veröffentlichte Positionspapier enthalte in seinen 19 Punkten überwiegend „Allerweltsfloskeln“, deren konkrete Umsetzung bislang nebulös bleibe, so der Jurist. So verständlich das Anliegen sei, sich gegen das Auftreten von extrem-islamischen Tendenzen zu wehren, müsse das, was in Dresden und anderswo derzeit geschehe, doch Anlass zu großer Sorge sein. Es bestehe die Gefahr, dass fremden- und islamfeindliche Ressentiments zu einer Vergiftung der Gesellschaft beitrügen, die an Intensität weit über das hinausgehe, was durch extrem-religiöse Tendenzen tatsächlich bedroht sei.

Religionsfreiheit infrage gestellt
„Mittlerweile wird von den Ideologen des anti-islamischen Protests auch die Religionsfreiheit, wie sie von der Rechtsprechung deutscher Gerichte in ihrer Anwendungsbreite herausgearbeitet wurde, infrage gestellt“, betont Mueller. Religionsfreiheit werde diskreditiert als „Allzweckmodul“ der islamischen Verbände oder als „Hebel, um die Dominanz der deutschen Leitkultur zu brechen“ (Zitate von Hans-Thomas Tillschneider, „Patriotische Plattform“). Diese Sichtweise mache deutlich, dass der Umgang mit den Anliegen religiöser Minderheiten etwas sei, womit ein Teil unserer Gesellschaft Schwierigkeiten habe.

„Toleranz und Religionsfreiheit sind dann leicht zu bejahen, wenn es nur um Lippenbekenntnisse geht“, stellt Harald Mueller fest. Das genüge aber für das gesellschaftliche Zusammenleben nicht. Es sei vielmehr notwendig, im Respekt vor dem Fremden gegebenenfalls bereit zu sein, eigene Handlungsweisen und Gewohnheiten zu überdenken und vielleicht auch hier und dort abzuändern. „Das gilt sowohl für diejenigen, die schon hier sind als auch für jene, die zu uns kommen.“
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Adventisten in Australien trauern um Opfer des Geiseldramas in Sydney

Epping, New South Wales/Australien, 17.12.2014/APD   Nachdem 17 Personen während 16 Stunden im Lindt Chocolat Café im Zentrum von Sydney in den Händen eines Geiselnehmers iranischer Abstammung waren, hat sich die Polizei am 15. Dezember zur Erstürmung des Cafés entschieden. Dabei kam es zum tragischen Tod der Geiseln Tori Johnson (34), Manager des Cafés, und der Anwältin Katarina Dawson (38). Der Geiselnehmer wurde erschossen.

„Was für ein herzzerreißender Abschluss der Geiselnahme. Er ist verheerend für die Familien der Verstorbenen, für die überlebenden Geiseln, die Polizei und die Familienangehörigen, die durch diese Ereignisse traumatisiert worden sind“, sagte Pastor Michael Worker, Präsident der Greater Sydney Conference der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten. „Wir beten für alle Betroffenen.“

Laut der Website der australischen Kirchenzeitschrift „Adventist Record“ haben sich die adventistischen Kirchenleiter der Trauer vieler Australier angeschlossen. „Die Adventisten in Australien fühlen mit jenen, die als Geiseln Stunden der Angst und Unsicherheit zu ertragen haben. Wir trauern mit den Angehörigen der unschuldigen Opfer, die getötet wurden“, sagte Pastor Ken Vogel, Generalsekretär der Adventisten in Australien.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Australien sei vorbereitet gewesen, um Mitbetroffenen der Geiselnahme gegebenenfalls Notunterkünfte zur Verfügung zu stellen. Eine Person habe davon Gebrauch gemacht, die von der Sperrung des Martins Place, der größten Fußgängerzone in der Innenstadt von Sydney, betroffen gewesen sei. „Die australische Regierung bittet ADRA jeweils um Unterstützung bei Notfällen“, teilte der Mediensprecher des Hilfswerkes, Braden Blyde, mit.

Keine Vorurteile und islamfeindliche Reaktionen gegenüber Muslimen
Tausende unterstützende Mitteilungen zu Gunsten australischer Muslime hätten laut „Record“ die Sozialen Medien überschwemmt, nachdem Bedenken über islamfeindliche Gegenreaktionen nach der Geiselnahme aufgekommen seien. Der Hashtag #illridewithyou („Ich fahre mit ihnen“) habe sich in den sozialen Netzwerken schnell verbreitet, um Muslimen anzuzeigen, dass Mitbürger bereit seien, sie in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu begleiten und ihnen nötigenfalls Unterstützung und Schutz zu bieten.

„Adventisten sind in Australien selbst Opfer von Vorurteilen, vor allem während der ungerechten Inhaftierung der adventistischen Pastorenfrau Lindy Chamberlain gewesen“, erläuterte James Standish, Mediensprecher der Adventisten im südpazifischen Raum. Azaria, das Baby der Familie Chamberlain, verschwand 1980 spurlos während eines Campingaufenthalts im australischen Outback aus dem Zelt. Die adventistischen Eltern wurden verdächtigt, das Baby in einem religiösen Ritual geopfert zu haben. 2012 wurde die Mutter, die wegen Mordes verurteilt worden war, begnadigt. Man gehe davon aus, dass ein wilder Hund, ein Dingo, das Baby verschleppt habe, so die Richterin. „Für uns ist es wichtig, Vorurteilen anderen gegenüber entgegenzutreten“, betonte der adventistische Mediensprecher.

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Kulturlounge in Frankfurt-Bornheim eröffnet

Frankfurt am Main, 16.12.2014/APD   Am 14. Dezember eröffnete die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten die „PRESENCE kulturlounge“ in Frankfurt-Bornheim. Dadurch soll Raum für zwischenmenschliche Begegnung, Kulturangebote und Austausch über Lebensthemen geschaffen werden.

„Wir möchten Brücken bauen zwischen Kultur- und Lebensthemen und zum ganzheitlichen Leben anregen“, teilten Pastor Norbert Dorotik, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland, sowie Pastor Simret Mahary, Projektleiter von „PRESENCE“, mit. „Besonders am Herzen liegt uns dabei die Förderung des friedlichen und solidarischen Zusammenlebens von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Weltanschauungen.“ Die Kulturlounge biete die Möglichkeit, Menschen aus verschiedenen kulturellen und weltanschaulichen Hintergründen persönlich zu hören, zu erleben und auf vielfältige Weise von ihnen zu lernen.

Kultur sei etwas, das unser Leben begleite und es auch wesentlich bestimme, betonte Dorotik in seiner Eröffnungsrede. „Kultur hat auch etwas mit Sinnfindung zu tun.“ Natürlich könne man darüber auch viel lesen, vor allem im Internet. „Es ist aber etwas ganz anderes, wenn Kultur gelebt wird.“ Das Besondere an der Kulturlounge sei, dass hier die Kulturvielfalt in der Praxis erlebt werden könne. „PRESENCE will solche Momente möglich machen: Momente der Achtsamkeit und der Begegnung“, so Projektleiter Mahary.

Nach zweijähriger Vorbereitungsphase dankte Mahary am Eröffnungsabend, der ganz unter dem Zeichen musikalischer Beiträge und Lesungen stand, besonders allen Unterstützern und Förderern. Der Projektleiter ist selbst in Äthiopien aufgewachsen, hat in mehreren Ländern studiert und könne aus eigener Erfahrung berichten, was es bedeute, in unterschiedlichen kulturellen Kontexten zu leben. Neben wöchentlichen Angeboten der Ruhe und Begegnung sind ab Januar bei der „PRESENCE kulturlounge“ besondere Veranstaltungen geplant: beispielsweise ein musikalischer Abend und ein besonderes kulinarisches Erlebnis. Für weitere Informationen: www.presence-kulturlounge.de

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Nürnberger Adventisten gewähren zwei äthiopischen Muslimen Kirchenasyl

Nürnberg, 15.12.2014/APD   Die beiden muslimischen Männer aus Äthiopien, 18 und 26 Jahre alt, welche etwa einen Monat lang in den Räumlichkeiten der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nürnberg-Mitte Kirchenasyl gefunden hatten, konnten dieses am 11. Dezember wieder verlassen. Eine Mitarbeiterin der Ausländerbehörde Nürnberg holte sie ab. Beide befinden sich nun in einer Unterkunft in der Nähe von Cham in der Oberpfalz in Ostbayern, teilte der Pastor der Adventgemeinde Nürnberg-Mitte, Reiner Groß, mit. Da somit die sechsmonatige Frist abgelaufen sei, innerhalb der die Muslime in ein anderes EU-Land hätten zurückgesandt werden können, wäre nun die Durchführung eines Asylverfahrens in Deutschland möglich.

Laut Groß hätten die beiden Flüchtlinge nach langer Irrfahrt in Afrika endlich das Mittelmeer erreicht, wo sie mit einem „Schiff“ die Reise nach Europa antraten. Sie seien von der italienischen Küstenwache aus Seenot gerettet worden und über Italien nach Deutschland eingereist. Da sie in Italien kein Asyl beantragt hätten, wären sie im Falle einer Rückführung in das EU-Land von dort aus wieder nach Äthiopien abgeschoben worden, informierte Pastor Groß.

„Es war ein harmonisches Miteinander, auch wenn die Sprachverständigung nicht einfach war“, teilte der Geistliche mit. Die Deutschkenntnisse der beiden Männer wären sehr gering und auch die Verständigung in Englisch kaum möglich gewesen. Deshalb habe man aus Äthiopien stammende Adventisten gebeten, zu übersetzen. Aber auch das sei nicht ganz einfach gewesen, denn in Äthiopien gebe es über einhundert verschiedene Sprachen. Die Amtssprache Amharisch hätten die beiden Flüchtlinge nicht fließend sprechen können, aber zumindest besser verstanden als Deutsch oder Englisch. Oromo, die Mundart der beiden Muslime, wäre dagegen für die adventistischen Äthiopier unbekannt gewesen.

Die Adventgemeinde Nürnberg-Mitte hatte bereits im Herbst einer 33-jährigen Christin aus Äthiopien etwa zwei Monate lang in ihren Räumlichkeiten Kirchenasyl gewährt. Sie habe in ihrer Heimat als Sekretärin für die Oppositionspartei gearbeitet und sei nach der letzten Wahl mit anderen Oppositionellen ins Gefängnis geworfen und dort auch gefoltert worden. Sie wäre über die Niederlande nach Deutschland eingereist und sollte nach Holland abgeschoben werden. Das Kirchenasyl sei ebenfalls mit ausdrücklicher Duldung der Stadt Nürnberg erfolgt, sodass die Frau danach einen Asylantrag in Deutschland hätte stellen können, berichtete Pastor Groß.
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Bundeswehrkonzerte haben in Kirchen nichts zu suchen

Bonn, 14.12.2014/APD   Deutliche Kritik an Militärmusik in Kirchen, gerade auch in der Adventszeit, haben die beiden evangelischen Friedensverbände „Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden“ (AGDF) und „Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerer und Frieden“ (EAK) geäußert. „Bundeswehrkonzerte haben in Kirchen nichts zu suchen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Verbände, die an den evangelischen Militärbischof Dr. Sigurd Rink gesandt wurde.

Nach Ansicht von AGDF und EAK werbe die Bundeswehr mit ihren Konzerten in Kirchen nicht nur für Freiwillige angesichts ihrer zunehmend problematischen Personalsituation, sondern zugleich auch für ihr militärgestütztes Sicherheitskonzept und nutze dabei die besondere Ausstrahlung und Prägung des Kirchenraumes für ihre Öffentlichkeitsarbeit. „Sie bedient sich des positiven Ansehens der Kirche in weiten Kreisen der Bevölkerung“, kritisieren die beiden evangelischen Friedensverbände. Die Vorstände von AGDF und EAK fordern daher Kirchengemeinden auf, für Konzerte nicht auf Musikformationen der Bundeswehr zurückzugreifen und ihre Räume nicht für deren Konzerte zur Verfügung zu stellen.

AGDF und EAK regen darüber hinaus an, in Fällen, wo Militärkonzerte bereits stattgefunden haben, in den Kirchengemeinden über die Rolle des Militärs in der deutschen Politik und das Verhältnis von Kirche und Militär ins Gespräch zu kommen. Nach Ansicht der beiden Friedensverbände sei eine kritische Auseinandersetzung über dieses Thema angesichts unterschiedlicher Sicherheitskonzepte notwendig. AGDF und EAK verweisen dabei auf die EKD-Friedensdenkschrift von 2007, in der sich die Evangelische Kirche in Deutschland für den Vorrang einer gewaltfreien Konfliktbearbeitung ausgesprochen hatte, um kriegerische Auseinandersetzungen zu vermeiden.

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Diskussionen über Militärkonzerte in Kirchen Er kürzlich hatte der „Dietrich-Bonhoeffer-Verein zur Förderung christlicher Verantwortung in Kirche und Gesellschaft“ in einem offenen Brief an die Synode und den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland gefordert, sich grundsätzlich gegen Militärkonzerte in Kirchen auszusprechen.
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Hilfe im Kampf gegen Ebola in Liberia

Wien/Österreich, 12.12.2014/APD   Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA hat ein sechsmonatiges Projekt begonnen, um vor allem den Ebola-Virus in Liberia einzudämmen. Dadurch möchte das Hilfswerk ein erstes, bereits abgeschlossenes Nothilfeprojekt in den nahe Sierra Leone liegenden Regionen Bomi, Grand Cape Mount und Gbarpolu ausweiten.

Untersuchungen, die ADRA gemeinsam mit dem liberianischen Sozialen Wohlfahrts- und Gesundheitsministerium durchgeführt habe, hätten ergeben, dass es an vielen Orten unzureichende Schutzausrüstungen und zu wenig vorbeugende Maßnahmen gebe. Auch die Koordination und Logistik wären problematisch. Erschreckend sei die hohe Zahl der infizierten Mitarbeiter in Gesundheitszentren in Liberia. Viele von ihnen würden aus Furcht die Arbeitsplätze verlassen. Da so noch mehr Patienten gestorben seien, hätten die Angehörigen Angst, ihre Kranken in die Hospitäler zu bringen.

Das in das liberianische Aktionsprogramm der Regierung eingebettete ADRA-Projekt beinhalte psychosoziale Unterstützung für die betroffene Bevölkerung und trage zur Kontrolle der Infektion bei. Dabei gehe es um eine breit angelegte Aufklärungskampagne zum Schutz vor Ebola und die Verbesserung der Gesundheitsdienstleistungen auf Dorfebene, teilte ADRA-Österreich mit.

Dafür seien Bewusstseinskampagnen zu Schutzmaßnahmen vor Ebola für eine Zielgruppe von 87.000 Menschen vorgesehen. Sechs Ebola-Überlebende aus den Dorfgemeinschaften würden als lebendige Zeugen in ihrer Region Sensibilisierungsmaßnahmen unterstützen, um die Angst der Bevölkerung vor den Gesundheitseinrichtungen abzubauen. Gesundheitskomitees in den Dörfern bekämen Unterstützung in ihrer Sanitär- und Hygieneausbildung. 190 Handwascheinrichtungen sollen an stark frequentierten Orten, wie Schulen, Märkten oder Gesundheitszentren, aufgestellt werden. Da der gesamte Hausrat von betroffenen Familien verbrannt werde, um Keime abzutöten, stelle ADRA 200 Ebola-Solidaritäts-Sets mit Nahrungsmitteln und persönlichen Gegenständen für überlebende Familienmitglieder zur Verfügung. Diese würden zudem psychosozial betreut. Außerdem erhielten acht Gesundheitseinrichtungen Ausrüstungsmaterial für den persönlichen Schutz der Mitarbeiter.
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Polizeigewalt: US-Adventisten fordern Gleichbehandlung aller

Silver Spring, Maryland/USA, 11.12.2014/APD   „Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika ist vom tragischen Tod von Eric Garner sehr bewegt und beklagt den Kummer, der über seine Familie gekommen ist und die Öffentlichkeit betroffen gemacht hat“, sagte am 8. Dezember Kirchenpräsident Pastor Daniel R. Jackson. „Wir sprechen der Familie unser tief empfundenes Beileid aus und werden weiterhin für sie beten.“

Der adventistische Kirchenleiter in Nordamerika nahm Stellung zur wachsenden Zahl von Demonstrationen im Anschluss an die Grand Jury Entscheidungen bezüglich der erlebten Polizeigewalt und des anschließenden Todes von Michael Brown in Ferguson, Missouri, und Eric Garner in New York. In einigen Bundesstaaten der USA kann der Staatsanwalt eine Grand Jury einsetzen, die aus einer unparteiischen Gruppe von Laien besteht. Sie entscheiden darüber, ob ausreichend Beweise vorhanden sind, dass eine Straftat begangen wurde.

„Die jüngsten Entscheidungen der Grand Jurys in Ferguson, Missouri, nach dem Tod von Michael Brown in Missouri und von Eric Garner in New York, haben bei vielen Amerikanern großes Entsetzen hervorgerufen“, sagte Pastor Jackson. Die Gleichbehandlung aller sei infrage gestellt. Viele Bürgerinnen und Bürger, einschließlich adventistischer Pastoren, Lehrer und Schüler, hätten an gewaltfreien Demonstrationen teilgenommen und friedlich Gerechtigkeit sowie einen Wandel gefordert. „Wir werden weiterhin vom Recht Gebrauch machen, um in friedlicher Weise unsere Forderungen nach Veränderungen zu stellen“, teilte Jackson mit.

„Es ist Zeit, mit einem offenen, ehrlichen, respektvollen und zielgerichteten Gespräch über Rechte und Gleichberechtigung aller Mitglieder unserer Gesellschaft zu beginnen“, forderte der nordamerikanische Kirchenleiter. „Wir hoffen, dass die Tragödie dieser beiden Todesfälle den dringend nötigten Wandel herbeiführen und auch das Leiden vieler ethnischen Gruppen in diesem Land bewusst machen wird. Wir beten dafür, dass dieses Bewusstsein zu wechselseitigen Gesprächen sowie zur Heilung führen wird und dass beiden Seiten in Frieden, Liebe und Entgegenkommen miteinander sprechen werden“, so Pastor Jackson.
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Gesünder leben durch „Massai Ofen- und Solar-Projekt“ in Tansania

Weiterstadt bei Darmstadt, 10.12.2014/APD   Wenn Massai-Frauen in Ostafrika das Essen zubereiten, dann tun sie dies in ihren Hütten auf offenen Kochstellen, berichtet Mirjam Greilich, Mitarbeiterin der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland. Dabei müssten sie mit verrußten Wänden und Decken sowie in der Regel mit schweren Atemwegserkrankungen rechnen. Schuld daran sei das giftige Gas Kohlenmonoxid, welches sich bei der Holzverbrennung entwickele und in der Hütte sammele. Außerdem benötigten die offenen Kochstellen viel Brennholz, was die Frauen in mühevoller, zeitraubender Arbeit auflesen müssten.

Mit dem „Massai Ofen- und Solar-Projekt“ möchte ADRA Frauen und ihren Kindern in Tansania zu einer besseren Gesundheit verhelfen. Die Frauen würden geschult, wie sie sich in ihren Hütten Kochstellen mit Abzug bauen können, die den Rauch nach außen abführen. Außerdem sollen kleine Solaranlagen auf den Dächern installiert werden. So hätten die Familien abends Licht in ihren Hütten oder könnten mobile Geräte aufladen. Unter Anleitung anderer Massai-Frauen lernten die Frauen den Aufbau eines geschlossenen Ofensystems. Dazu würden sie von ADRA die benötigten Materialien erhalten, wie geschweißte Abzugsrohre und Metallplatten, um in ihrer Hütte einen solchen Ofen einzubauen. Mindestens 300 Haushalte sollen laut Greilich so ausgestattet werden. Neben der gesundheitlichen Verbesserung für die Bewohner habe der neue Ofen noch weitere Vorteile: er verbrauche 60 Prozent weniger Brennholz und schone dadurch die Umwelt.

Was dies für die Massai-Frauen bedeutet schildert Mama Mbarakwo Moikan aus dem tansanischen Dorf Enguiki, die bereits solch einen neuen Ofen hat: „Keine schwarzen Wände und Decken mehr, keinen Ruß mehr, der stinkt und krank macht. Bevor ich den Ofen hatte, haben meine Augen gebrannt, jede Woche musste ich mit einem meiner Kinder ins Krankenhaus, weil sie starken Husten hatten. Seit ich den Ofen habe, muss ich nur noch zwei-, statt viermal die Woche in den Busch zum Holz sammeln. In der gewonnen Zeit kann ich auf dem Feld und im Ziegenstall arbeiten. Jetzt in der Regenzeit nutze ich die Zeit, um Gemüse und Nahrungsmittel anzupflanzen. Mein Heim bleibt viel länger warm mit dem Ofen, als mit dem offenen Feuer.“
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Evangelische Allianz nimmt Stellung zur Sterbehilfe

Bad Blankenburg, 09.12.2014/APD   Mit der Erklärung „Bedingungsloses JA für jedes menschliche Leben“ hat die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) eine Stellungnahme zur Diskussion um Fragen der „Beihilfe zur Selbsttötung“ veröffentlicht. Darin heißt es, dass jedes menschliche Leben von seinem frühesten Beginn bis zu seinem natürlichen Ende voller Würde sei. Deshalb widerspreche die DEA der Auffassung, dass es zu irgendeinem Zeitpunkt ein unwürdiges menschliches Leben geben könnte, in dem die Selbsttötung oder die Beihilfe zum Tod eine Option der Menschenwürde wäre.

Beihilfe zur Selbsttötung eine Grenzüberschreitung
Der Geschäftsführende Vorstand der Allianz äußert sich „tief davon überzeugt“, dass jeder Mensch, vom Zeitpunkt der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle an bis zu seinem natürlichen Lebensende, als Gottes Geschöpf der menschlichen Willkür entzogen sei. Aber genauso wenig wie ein Mensch selbst bestimmen könne, ob und wann er zum Leben kommen wolle, habe er auch kein Recht, seinem Leben selbst ein Ende zu setzen und über seinen eigenen Todeszeitpunkt zu bestimmen. Gott gebe das Leben und er beende. Darum sei auch die Beihilfe zur Selbsttötung eine Grenzüberschreitung vermeintlicher Selbstbestimmung. Ärztliches Handeln müsse in erster Linie auf Heilung, bei nicht oder noch nicht möglich erscheinender Heilung auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes von Kranken, ausgerichtet sein. Soweit dies nicht möglich sei, könne es nur darum gehen, Schmerzen und Leiden zu mindern.

Der Allianz-Vorstand bitte deshalb den Deutschen Bundestag, in der anstehenden Gesetzesdebatte in den nächsten Monaten sich für ein bedingungsloses „Ja“ zum menschlichen Leben und seiner Würde auszusprechen. Dazu gehöre die noch großzügigere Förderung und den weiteren Ausbau der Schmerztherapie. Auch sollte es ein flächendeckendes Angebot von Hospizen geben, um Menschen in der letzten Phase Leiden und Schmerz erträglicher zu machen und sie würdevoll im Abschiednehmen vom menschlichen Leben zu begleiten und im Sterbeprozess beizustehen.

Beihilfe – Nachhelfen – Töten auf Verlangen
Ein Gesetz zur Sterbehilfe, das selbst unter strengen Auflagen die Beihilfe zur Selbsttötung erlaube, würde nach Einschätzung der DEA „das (Un-)Rechtsbewusstsein noch weiter kippen“. Die „Beihilfe“ könnte dann zum „Nachhelfen“ und schließlich zum „Töten auf Verlangen“ führen. Auch wäre die Unterscheidung zwischen dem, was noch rechtens und dem was nicht mehr rechtens ist immer schwieriger. Es könnte sich zudem der „unmenschliche und unwürdige“ Druck auf Alte, Kranke, Behinderte erhöhen, „freiwillig“ aus dem Leben zu scheiden.

Adventisten – keine aktive Sterbehilfe
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten würde einen ethischen Unterschied machen zwischen dem Verzicht auf lebensverlängernde medizinische Maßnahmen, die nur das Leiden verlängern und den Tod hinauszögern, und dem Eingreifen mit dem Ziel, das Leben des Patienten aktiv zu beenden, betonte der Vorsitzende der Freikirche in Deutschland, Pastor Johannes Naether (Hannover). So sei es nicht notwendig, alle nur möglichen medizinischen Behandlungen vorzunehmen oder anzubieten, die lediglich den Vorgang des Sterbens verlängerten. Naether verwies dabei auf die „Konsenserklärung über die Betreuung Sterbender“ der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) vom 9. Oktober 1992. Dort heißt es unter anderem: „Obwohl die christliche Liebe dazu führen kann, medizinische Maßnahmen, die Leiden vergrößern oder das Sterben verlängern, zurückzuhalten oder zu beenden, praktizieren Siebenten-Tags-Adventisten jedoch keinen „Gnadentod“ oder Hilfe zur Selbsttötung.“ Ergänzend wird hervorgehoben: „Die christliche Barmherzigkeit schließt Hilfe für Leidende ein. Beim Dienst an Sterbenden gehört es zur christlichen Verantwortung, Schmerzen und Leiden so weit wie möglich zu lindern. Das schließt jedoch nicht die aktive Sterbehilfe ein.“

Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) versteht sich als ein Bund von Christusgläubigen, die verschiedenen christlichen Kirchen, Gemeinden und Gruppen angehören. Als Netzwerk hält sie zu 342 überregionalen Werken und Verbänden Kontakt. An 1.105 Orten in Deutschland gibt es aktive Allianzgruppen. Die DEA-Erklärung „Bedingungsloses JA für jedes menschliche Leben“ ist im Internet zu finden unter http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/-aa61e0789b.html

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist eine weltweite evangelische Freikirche mit 18,1 Millionen erwachsen getauften Mitgliedern in 215 Ländern. In Deutschland gibt es rund 35.000 Adventisten in 560 Kirchengemeinden.
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Weihnachtsmarke 2014 mit Stern von Bethlehem

Bonn, 08.11.2014/APD Die Sonderbriefmarke „Weihnachten 2014″ der Deutschen Post erinnert mit dem Stern von Bethlehem an das Fest der Geburt Christi. Das christliche Altertum verstand darunter einen Stern mit Schweif, also einen Kometen. Der Stern weist auf Jesus Christus hin, von dem es im Johannesevangelium 1,9 heißt: „Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.“ Der Stern von Bethlehem signalisiert aber nicht nur Hirten den neuen König, den Messias, sondern führt auch heidnische Magier zur Krippe, wo sie vor Gottes Sohn anbetend niederknien und ihn durch Geschenke (Gold, Weihrauch, Myrrhe) verehren.

Das Sonderpostwertzeichen mit dem Portowert 60 + 30 Cent für den Standardbrief gibt es auch selbstklebend im 10er Marken-Set. Aus den Zuschlagserlösen werden alle Bereiche gefördert, in denen die Wohlfahrtsverbände tätig sind. Schwerpunkte sind die Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe, die Gesundheits- und Familienhilfe sowie soziale Maßnahmen für Arbeitslose, Flüchtlinge und Suchtkranke. Die Weihnachtsmarke 2014 ist bei allen Postfilialen, Vertriebsstellen der Freien Wohlfahrtspflege und beim Advent-Wohlfahrtswerk e.V., Hildesheimer Straße 426, 30519 Hannover, Telefon (0511) 971 77-300, Telefax (0511) 971 77-399, E-Mail: mail@aww.info, erhältlich.

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Die ersten Weihnachtspakete werden verteilt

Weiterstadt bei Darmstadt, 07.12.2014/APD   Am 23. November war es wieder soweit: Die letzten Pakete der „Aktion Kinder helfen Kindern!“ 2014 wurden bei den Aktionsgruppen abgegeben. Laut der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland hätten in diesem Jahr wieder über 30.000 Kinder bei der Aktion mitgemacht. Unter dem Motto „Teilen macht glücklich“ hätten sie etwas von ihren Dingen abgegeben, um es bedürftigen Kindern im Osten Europas zu schenken und ihnen so ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren.

Der erste LKW ging am 26. November auf die Reise ins Kosovo. Dort sei er mittlerweile gut angekommen und die ersten Pakete würden in den kommenden Tagen an die Kinder verteilt. Auch Kinder in Russland bekämen wieder Geschenke. Dort würden die Pakete vor Ort gepackt und an Kinder aus Flüchtlingsfamilien aus der Ukraine verteilt.

Die Geschenkpakete gehen in diesem Jahr nach Albanien, Bosnien und Herzegowina, in das Kosovo, Litauen, Mazedonien, Montenegro, die Republik Moldau, Serbien, Russland und in die Ukraine. Welche Pakete wo verteilt werden, kann im Internet unter www.kinder-helfen-kindern.org verfolgt werden.
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Österreichs Adventisten lehnen geplante Reform des Fortpflanzungsmedizingesetzes ab

Wien/Österreich, 16.12.2014/APD   In einer am 1. Dezember veröffentlichten Stellungnahme zur geplanten Reform des österreichischen Fortpflanzungsmedizingesetzes lehnt die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich den vorgelegten Gesetzesentwurf ab, da der Schutz des Lebens nicht gewährleistet sei. Sie kritisiert dabei auf formaler Ebene das „Eilzugtempo“ in dem das Gesetz „duchgepeitscht“ werden soll und „die kurze Begutachtungsfrist, die praktisch kaum Raum zu einer seriösen Diskussion lässt“, als ausgesprochen fahrlässig. Auch sei es für die Kirche der Adventisten in Österreich kein Kriterium, dass „in anderen Ländern bereits wesentlich weitergehende gesetzliche Lösungen gelten“ würden.

Schutz des Lebens und Bewahrung der menschlichen Würde ein Grundwert
Grundsätzlich hält die Kirche fest, dass für Siebenten-Tags-Adventisten der Schutz des Lebens und die Bewahrung der menschlichen Würde einen Grundwert darstelle, „ebenso wie die Pflege und Erhaltung der körperlichen und seelischen Gesundheit. Wir stehen daher den Ergebnissen medizinischer Forschung zur Förderung und Wiederherstellung derselben grundsätzlich positiv gegenüber.“ Die kircheneigenen medizinischen Universitäten, insbesondere in den USA (Loma Linda University), leisteten diesbezüglich hervorragende Beiträge.

Anspruch auf Kinder?
Inhaltlich bemängelt die adventistische Kirche, dass das geplante Gesetz zwei Frauen, die in einer Lebensgemeinschaft oder eingetragenen Partnerschaft lebten, eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung erlaube. Das sei dem Kindeswohl nicht zuträglich, da ihm der Vater vorenthalten werde und das Kindeswohl „dem angeblichen Recht Erwachsener auf Kinder geopfert“ werde. Damit würde „therapeutische zu wunscherfüllender Medizin“.

Eizellenspende
Da die Eizellenspende mit hohem Aufwand und Risiken verbunden sei, könnten die dafür in Aussicht gestellten „Aufwandentschädigungen“ einen finanziellen Anreiz darstellen, der Frauen in wirtschaftlichen Notsituationen einen solchen Schritt eher erwägen lasse. „Die Eizelle wird zur Ware, die spendende Mutter zur Rohstofflieferantin.“

Präimplantationsdiagnostik (PID)
Der Begriff „Diagnostik“ wirke irreführend, heißt es in der Stellungnahme der Adventisten. Eine Diagnose in der Medizin sei ein komplexer Vorgang, welcher im Krankheitsfall üblicherweise eine Therapie folge. Bei einer vermuteten oder festgestellten krankhaften Disposition einer befruchteten Eizelle bedeute dies aber die Vernichtung des frühen Embryos, „weil in diesem Stadium eine Therapie gegenwärtig gar nicht möglich“ sei. Richtiger wäre es „von einer Präimplantationsselektion zu sprechen“, die aber auch niemals garantieren könne, dass ein gesundes Kind geboren werde. Damit bestimmten Menschen darüber, welches Leben lebenswert oder unwert sei, beziehungsweise welche Menschen anderen Menschen zumutbar seien.

Adventisten in Österreich
Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich hat seit Juli 1998 den Status einer staatlich eingetragenen religiösen Bekenntnisgemeinschaft. Es gehören ihr 4.125 Mitglieder an, die sich durch die Glaubenstaufe angeschlossen haben. Adventisten zählen einige Hundert Kinder und Jugendliche nicht als Mitglieder, da sie die Kindertaufe nicht kennen, sondern es den Jugendlichen selbst überlassen ob und wann sie sich durch die Erwachsenentaufe der Kirche anschließen wollen.

Weitere Angaben zur Kirche, ihrer Herkunft und Geschichte finden sich auf der Website: www.adventisten.at
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25 Jahre Familienzentrum „Arche Noah“ in Penzberg

Penzberg/Oberbayern, 05.12.2014/APD   Das Familienzentrum „Arche Noah“ in Penzberg kann dieses Jahr auf sein 25-jähriges Bestehen zurückblicken. Die Einrichtung gilt mit seinem Betreuungs- und Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern als vorbildhaft. Getragen wird das Familienzentrum vom Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

1989 aus kleinen Anfängen hervorgegangen, nehmen heute, nach Schätzung der Einrichtungsleiterin Annelies Plep, etwa 300 bis 500 Familien pro Jahr die verschiedenen Angebote der „Arche Noah“ wahr. Die Angebote reichten vom Kindergarten über Lern- und Berufsfindungsprojekte für Schüler bis hin zu Beratungs- und Therapieangeboten für Eltern. Diese ganzheitliche Betreuung und Hilfe werde laut bayerischem Erziehungs- und Bildungsplan seit 2005 empfohlen.

Von Anfang an, so Gründerin Plep, die neben ihrem Medizin- und Theologiestudium auch eine therapeutische Ausbildung hat, sei es um die ganze Familie gegangen und darum, dass Kinder körperlich, geistig und seelisch gesund aufwachsen und die Eltern gestärkt werden. Das Konzept werde ständig weiterentwickelt. Ziel sei es, vorhandene Berührungsängste abzubauen und weiter für den ganzheitlichen Ansatz zu werben. In seiner Arbeit wird das aus 15 Mitarbeitenden bestehende Team von mehreren ehrenamtlichen Helfern unterstützt.

Mit der Katholischen Stiftungsfachhochschule München/Benediktbeuren unterhält das Familienzentrum eine jahrelange Zusammenarbeit. Franz Ebbers, Professor der Hochschule, hatte das Familienzentrum bereits vor einiger Zeit als Zukunftsmodell bezeichnet. Studenten der Hochschule arbeiten dort als Praktikanten und fertigten mehrere akademische Abschlussarbeiten über die Einrichtung an.

Die soziale und karitative Tätigkeit des AWW gilt nach eigenen Angaben dem hilfsbedürftigen Menschen ohne Ansehen der Person und ohne Unterschied von Nation, Rasse, Konfession oder Weltanschauung. Diesem Grundsatz gemäß sei das Familienzentrum auch eine überkonfessionelle Einrichtung, so Plep. Betreut würden katholische, evangelische und muslimische Kinder genauso wie solche, die keiner Religion angehörten. Weitere Informationen: www.familienzentrum-arche-noah.de
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VEF nimmt zwei Gastkirchen als Vollmitglieder auf

Stuttgart, 04.12.2014/APD   Die Mitgliederversammlung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat am 26. November mit Foursquare Deutschland und der Anskar-Kirche zwei neue Vollmitglieder aufgenommen. In einem Gottesdienst in Stuttgart betonte VEF-Präsident Präses Ansgar Hörsting, er freue sich über die „Vielfalt von Prägungen und Traditionen“, die in der VEF durch eine gemeinsame Basis ermöglicht werde: „Die Überzeugung, dass Kirche die Gemeinschaft der Glaubenden ist, verbindet uns. Die Grundlage ist und bleibt die Einheit, die Jesus Christus gibt.“

Die Bedeutung des Zusammenseins von Christen hob auch der Leiter von Foursquare Deutschland, Jan von Wille, in seiner Ansprache hervor. „Das Zusammenbleiben – auch mit den ganz eigenen Unterschieden – muss aktiv bewahrt werden.“ Hierfür sei die VEF ein guter Ort.

Vizepräsidentin Rosemarie Wenner ermutigte die Delegierten aus den Mitgliedskirchen zu einem „regen Austausch“. Die VEF lebe davon, dass „sich die Bünde mit ihren jeweiligen Gaben einbringen und dass sie sich von den anderen Mitgliedskirchen ergänzen lassen“, so die Bischöfin. Dieses Miteinander habe spürbare Folgen: „Gemeinsam können sich die Mitgliedskirchen in die Gesellschaft einbringen und etwas zum Positiven verändern.“

In diesem Sinne begrüße er „die Repräsentanz der VEF am Sitz der Bundesregierung und das damit zu Tage tretende politische Engagement“, betonte Dr. Tillmann Krüger, Leiter der Anskar-Kirche Deutschland, in seinem Grußwort an die Delegierten. Es sei wichtig, in öffentlichen Debatten auch die Stimme der Freikirchen zu hören: „Dabei geht es nicht um eine moralisierende Proteststimme, sondern um einen Beitrag aus der Mitte der bürgerlichen Gesellschaft, der in jeder Demokratie wesentlich sein sollte.“

Die beiden neuen Vollmitglieder der VEF, die bisher Gastmitglieder waren, gehören der charismatischen Gemeindebewegung an. Weltweit zählen zur Foursquare Kirche 51.814 Gemeinden mit 5,7 Millionen Mitgliedern und 48.000 hauptamtlichen Mitarbeitern in 147 Ländern. Foursquare Deutschland umfasst 33 Ortsgemeinden mit rund 1.100 Mitgliedern und zusätzlich etwa ebenso viele weitere regelmäßige Besucher. Foursquare lege besonderen Wert auf Evangelisation und Gemeindegründung (www.foursquare-deutschland.de). Zur etwa 700 Mitglieder zählenden Anskar-Kirche gehören sechs Gemeinden im Großraum Hamburg, in Hessen und Franken. Die kleine Freikirche möchte „Gemeinden für das 21. Jahrhundert bauen“ und dabei ihre Wurzeln in der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung im Blick behalten (www.anskar.de).

Die 1926 in Deutschland gegründete Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat als Ziel die Förderung gemeinsamer Aufgaben, die Vertiefung zwischenkirchlicher Beziehungen sowie die Vertretung freikirchlicher Belange in der Öffentlichkeit. Zur VEF gehören zwölf Mitglieder sowie als Gastmitglieder die Evangelische Brüder-Unität (Herrnhuter Brüdergemeine) und die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Die VEF-Kirchen zählen insgesamt über 250.000 Mitglieder. Weitere Informationen: www.vef.de
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Irak: Adventisten bauen in Erbil eine Kirche

ADRA als Hilfswerk registriert

Erbil/Irak, 03.12.2014/APD Im Irak leben nach Angaben von Pastor Homer Trecartin, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten im Mittleren Osten und Nordafrika (MENA), noch rund 50 Kirchenmitglieder. Einige von ihnen seien aus den Unruhegebieten nach Erbil ins kurdische Gebiet im Nordirak geflohen. In Erbil befindet sich der Sitz der Regierung der Autonomen Region Kurdistan im Irak. Die adventistischen Christen versammelten sich dort jeweils am Samstag, dem biblischen Ruhetag, in einem gemieteten Raum, um den Gottesdienst zu feiern. Daran nähmen laut der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift „Adventist Review“ auch Freunde, Nachbarn und gelegentlich andere Flüchtlinge teil.

Die kurdischen Behörden hätten der adventistischen Kirche geholfen, sich in Erbil registrieren zu lassen und ihnen auch die Bewilligung zum Bau einer Kirche erteilt. „Der Bau schreitet gut voran“, sagte Trecartin. „Das Gebäude wird einen Gottesdienstraum, Büros und zwei Wohnungen enthalten.“ Er habe Ende November während seiner viertätigen Pastoralreise im Irak eine kleine, aber sehr lebendige Gemeinde angetroffen. Auch in Bagdad würden die Kirchenmitglieder ihre Nachbarn zum Gottesdienst mitbringen.

Unter der Leitung von George Shamoun, Präsident der Adventisten im Irak, würden die Kirchenmitglieder mit eigenen finanziellen Mitteln sowie Spendengeldern jenen helfen, denen es noch schlechter gehe, erläuterte Pastor Trecartin. In mehreren Flüchtlingszentren für Binnenvertriebene hätten sie Toiletten gebaut, sowie Lebensmittelpakete, Decken und Winterkleidung verteilt.

ADRA Irak registriert
Nach viel Aufwand habe die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Irak bei den Behörden registriert werden können und sei dabei, qualifiziertes Personal ins Land zu bringen, Projekte vorzubereiten, damit noch mehr geholfen werden könne, sagte Homer Trecartin.

ADRA war seit 1995 im Irak tätig. Nach der offiziellen Erklärung von US-Präsident George W. Bush, dass der im März begonnene Irakkrieg im Mai 2003 beendet sei, eröffnete ADRA in Bagdad im Juli 2003 erneut ein Büro. Nach einer Anschlagserie in der Hauptstadt verließen 2004 die ausländischen ADRA Mitarbeiter den Irak.

Adventisten im Irak
2004 gab es im Irak 220 Adventisten, die sich in Mosul, Bagdad und in einer Kirchengemeinde im Nordirak versammelten. Die meisten Adventisten lebten damals in der Hauptstadt Bagdad. Die Freikirche ist seit 1923 im Irak vertreten und wurde 1959 staatlich anerkannt.

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Nachrichtenagentur APD Schweiz feiert 40-jähriges Jubiläum

Basel/Schweiz, 02.12.2014/APD   Ende November feierte die Schweizer freikirchliche Nachrichtenagentur APD (Adventistischer Pressedienst) ihr 40-jähriges Bestehen. Die Gründung der Agentur erfolgte 1974 auf Initiative des Basler Journalisten Christian B. Schäffler. APD wendet sich mit seinen Diensten vor allem an die säkularen Medien (Printmedien, Onlinemedien, Radio, Fernsehen), an die kirchliche Presse und andere Einrichtungen der öffentlichen Information. Seit dem Ausbau und der Neupositionierung des deutschsprachigen kirchlichen Pressedienstes zu einer Nachrichtenagentur im Jahre 2004 ist APD ein fester Bestandteil der Medienwelt im deutschen Sprachraum geworden. Sitz der Agentur ist Basel.

APD informiert mit Nachrichten, Berichten, Kommentaren und Dokumentationen aus der christlichen Welt. Neben den innerkirchlichen Entwicklungen sind Themen der Entwicklungshilfe, Menschenrechte/Religionsfreiheit, Kirche & Staat sowie Ökumene Schwerpunkte der Berichterstattung. Die Agentur arbeitet nach journalistischen Richtlinien. Dazu zählt die Verpflichtung zu wahrer, objektiver und umfassender Berichterstattung. Obwohl APD ein integrierter Bestandteil der adventistischen Kommunikationsstruktur in der Schweiz ist, arbeitet die Agentur unabhängig von der Kirchenleitung. Kennzeichnend sind eine unabhängige Berichterstattung, Verbundenheit mit der Kirche und parteipolitische Unabhängigkeit.

Die APD-Agenturmeldungen werden elektronisch verbreitet. Sie können auch auf der im Internet publizierten Webseite http://www.stanet.ch/apd/ online gelesen werden. Seit über 30 Jahren erscheinen die Texte außerdem als monatliche Zusammenfassung in den „APD-INFORMATIONEN“ (ISSN 1423-9590). Empfänger dieser Printausgabe sind neben den Medien vor allem Archive, Bibliotheken, Forschungsstellen und Privatpersonen.

APD Schweiz steht im Austausch mit dem 1984 gegründeten Adventistischen Pressedienst in Deutschland (APD Deutschland) mit Sitz in Ostfildern bei Stuttgart (www.apd.info), der dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert, sowie mit weiteren kirchlichen Medienagenturen, vorwiegend in den USA und Australien. Chefredakteur von APD Schweiz ist seit 2010 Herbert Bodenmann.

Der Gründer von APD Schweiz, Christian B. Schäffler, leitete von 1974 bis 2003 ehrenamtlich die Abteilung für Kommunikation und zwischenkirchliche Beziehungen der Freikirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in der deutschen Schweiz. In dieser Eigenschaft gründete er 1974 den „Adventistischen Pressedienst“ (APD). Er blieb dessen Leiter und Chefredakteur bis 2010. Schäffler war 1982 ferner an der Gründung des französischen adventistischen Pressedienstes (BIA) und 1984 an der Entstehung des APD Deutschland maßgeblich beteiligt. Seit 1992 arbeiten die APD-Redaktionen in der Schweiz und in Deutschland redaktionell eng zusammen.
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Evangelisch-Freikirchliche Akademie Elstal eingeweiht

Wustermark-Elstal bei Berlin, 01.12.2014/APD   Der Präsident und der Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), Hartmut Riemenschneider und Christoph Stiba, haben die neu gegründete Evangelisch-Freikirchliche Akademie Elstal (EFA) in Wustermark-Elstal bei Berlin eingeweiht. Stiba wünschte der Akademie „Mut und Freude dabei, sich mit zentralen Lebensfragen zu beschäftigen und in einen offenen Diskurs einzutreten“. Riemenschneider versicherte, man sehe als Leitung des BEFG die Akademie als Freiraum, um sich auch mit unbequemen Fragen auseinanderzusetzen.

Gegründet worden sei die Akademie, weil man die Bildungsangebote der verschiedenen Bereiche des BEFG bündeln und miteinander vernetzen wolle, erklärte EFA-Leiter Dr. Oliver Pilnei. Die Akademie biete neben Seminaren für Ehrenamtliche auch Fort- und Weiterbildungskurse für hauptamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Gemeinden an und organisiere Tagungen zu aktuellen Themen. „Bei unseren Angeboten bedienen wir ein breites Themenfeld unter den Überschriften ‚Gottesdienst und Gemeindepraxis‘, ‚Leitung und Entwicklung‘, ‚Generationen und Gesellschaft‘, ‚Seelsorge und Psychologie‘ sowie ‚Theologie und Spiritualität‘“, erläuterte Pilnei.

Das Bildungsprogramm 2015 der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie Elstal kann im Internet heruntergeladen werden unter http://www.baptisten.de/fileadmin/user_upload/akademie/pdf/BP2015HP.pdf

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