Auswahl der Delegierten für die Weltsynode 2015 der Adventisten

Die Siebenten-Tags-Adventisten haben eine demokratisch-repräsentative Form der Kirchenverwaltung. Danach beruht die Autorität der Freikirche auf ihren Mitgliedern, die wiederum repräsentativen Gremien und Verantwortungsträgern die Verwaltung und Leitung der Kirche übertragen. Bei dieser Form der Kirchenverwaltung gilt die Ordination sämtlicher Geistlicher als gleichwertig. Die Adventisten sind eine weltweite Freikirche, wobei die Ortsgemeinden eines bestimmten geographischen Gebietes in einer „Vereinigung“ zusammengefasst sind. Die Vereinigungen unterstehen „Verbänden“, in anderen Ländern auch „Unionen“ genannt. Auf kontinentaler Ebene sind die „Verbände/Unionen“ in „Divisionen“ zusammengefasst, derzeit dreizehn, die als geographische Abteilungen zur Generalkonferenz gehören.

Auswahl der Delegierten
Die 2.566 Abgeordneten setzen sich aus regulären und offiziellen Delegierten zusammen. Unionen oder Verbände wählen die regulären Delegierten aus ihrem Gebiet, die ihnen laut der Geschäftsordnung aufgrund der Mitgliederzahl zustehen. Diese bilden einen Teil der Delegierten einer der dreizehn Divisionen. Mindestens 50 Prozent der regulären Delegierten jeder Division müssen nicht angestellte Gemeindemitglieder, Frauen oder Männer im Pastorendienst oder andere engagierte Kirchenmitarbeitende sein. Davon müssen wieder über 50 Prozent nicht angestellte Kirchenmitglieder sein. Sowohl reguläre als auch offizielle Delegierte haben Rede- und Stimmrecht. Wer der Sitzungssprache Englisch nicht mächtig ist, wird am Saalmikrophon übersetzt.

Neben den weltweit 1.559 regulären Delegierten nehmen auch 1.007 offizielle Delegierte an der Geschäftssitzung teil, was die Summe von 2.566 Delegierten an der 60. Weltsynode ergibt. Die offiziellen Delegierten setzen sich zusammen aus Abgeordneten kirchlicher Verwaltungseinheiten, der Generalkonferenz und der Divisionen sowie deren Institutionen.

Die Delegierten der Generalkonferenz-Vollversammlung wählen die Leitungspersonen der Weltkirche, der dreizehn überregionalen Kirchenleitungen (Divisionen) und stimmen über Änderungsanträge bei der Formulierung einiger der 28 Glaubensüberzeugungen sowie der Gemeindeordnung (Gemeindehandbuch) ab.

Alter und Geschlechterzusammensetzung der Delegierten
Altersaufteilung der 2.566 Delegierten:
• Unter 30: 6 Prozent
• 30-39: 10 Prozent
• 40-49: 26 Prozent
• 50-59: 35 Prozent
• 60-69: 19 Prozent
• Über 70: 3 Prozent

Obwohl die Mehrheit der Kirchenmitglieder aus Frauen besteht, sind sie bei den Delegierten an der Weltsynode nur mit 17 Prozent gegenüber 83 Prozent Männer vertreten. Das habe damit zu tun, so ANN, dass der Großteil der Positionen aus denen die Delegierten gewählt würden, von Männern besetzt wäre.

Die erste Generalkonferenz-Vollversammlung der Kirche hat am 20.5.1863 in Battle Creek, Michigan/USA mit 20 Delegierten stattgefunden. Zur Zeit gliedert sich die weltweite Kirche mit ihren über 18,5 Millionen Mitgliedern aus 215 Ländern und Territorien in eine Generalkonferenz, 13 Divisionen, 124 Unionen/Verbände, 601 Vereinigungen und 74.299 Ortsgemeinden, die von 16.726 ordinierten Pastoren betreut werden.

Die 60. Weltsynode der Adventisten steht unter dem Motto: „Arise! Shine! Jesus Is Coming!“ (Steh auf! Freue dich! Jesus kommt!)

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„Der Einblick“ – Neue Sendereihe im „Hope Channel Radio“

Jede Folge dauert 15 Minuten. Friedhelm Klingeberg beschreibt und analysiert dabei, was hinter den Kulissen von Kirchen und Religionen geschieht. Er ist Pastor, Seelsorger und Studienbegleiter beim „Internationalen BibelStudien-Institut“ im Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt.

Der Radiosender „Hope Channel“ gehört wie der gleichnamige Fernsehsender zum Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ und kann als Livestream über den Satelliten „Astra“ oder im Internet unter www.hope-channel.de empfangen werden.

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Aufruf zur Menschenkette für den Frieden

Die Menschenkette soll die größte Friedensaktion im Rahmen des evangelischen Kirchentages 2015 werden. Sie führt von der Friedenskirche zum Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus quer durch die Stuttgarter Innenstadt. Geplant sei der Aufbau der Menschenkette am Samstag, 6. Juni ab 11 Uhr, geschlossen werden soll sie um fünf vor 12 Uhr und die Auflösung der Kette erfolge um 12.15 Uhr.

In Stuttgart befinden sich zwei der sechs US-Kommandozentralen: Das AFRICOM und das EUCOM, so die Initiatoren. Das AFRICOM in Stuttgart-Möhringen steuere alle militärischen Einsätze der USA in Afrika. Hier würden auch die Todeslisten für den Einsatz von Kampfdrohnen erstellt. Das EUCOM in Stuttgart-Vaihingen befehlige die US-Atomwaffen in Europa. Außerdem habe es beispielsweise die Angriffe gegen den Irak, Serbien und Libyen sowie das Militärmanöver „Rapid Trident“ in der Ukraine koordiniert.

Damit Deutschland seiner Verantwortung für den Frieden gerecht werde, forderten die Initiatoren im Rahmen des evangelischen Kirchentags in Stuttgart ein klares Bekenntnis der Kirchen, der Zivilgesellschaft und der politisch Verantwortlichen in Stadt, Land und Bund für den Frieden. Das beinhalte ein Ende des Einsatzes von Kampfdrohnen, den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland und Europa sowie die Schließung der US-Kommandozentralen AFRICOM und EUCOM.

Zu den Initiatoren der Menschenkette gehören unter anderem die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Kriegsdienstverweigerung und Frieden – EAK-Württemberg, das Friedensnetz Baden-Württemberg, die Interreligiöse Gemeinschaft für Frieden (IGF) Stuttgart, pax christi – Deutsche Sektion, das Pfarramt für Friedensarbeit der Evangelisch Württembergischen Landeskirche, Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges und die Ökumenische Aktion Ohne Rüstung Leben. Weitere Informationen zur Menschenkette unter www.friedenskette2015.de

Andere Veranstaltungen zum Thema Frieden während des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Stuttgart unter www.zentrumfrieden2015.de

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Ex-Bandenführer vermittelt Versöhnung zwischen drei Gangs in Papua-Neuguinea

Während vieler Jahre hätten die drei Straßenbanden bei der Kontrolle ihrer Gebiete die Bewegungsfreiheit der rund 50.000 Bewohner von Popondetta, die Hauptstadt der Provinz Oro im Südosten der Insel, eingeschränkt, schreibt die australische Kirchenzeitschrift „Adventist Record“. Die Feindseligkeiten zwischen den Banden seien von gewalttätigen Auseinandersetzungen und langanhaltendem Hass geprägt gewesen.

Sam Oivo, der ehemalige Anführer einer der Banden, habe bei Evangelisations-veranstaltungen von Jesus gehört, sich ihm zugewandt, sich taufen lassen und vergangenes Unrecht wiedergutmachen wollen, so „Adventist Record“. Deshalb habe er mit Hilfe der Adventgemeinden Popondetta und Bangoho über 50, meist junge Bandenmitglieder in seinem ehemaligen Goruta-Straßenbandenterritorium zu einer Versöhnungsveranstaltung zusammengebracht. An der Zeremonie seien auch Behördenvertreter der Stadt beteiligt gewesen. Die Mitglieder der drei Straßenbanden hätten sich dabei öffentlich für die Schwierigkeiten und Probleme entschuldigt, die sie während Jahren ihren Familien und den Bewohnern der Stadt machten. Sie verpflichteten sich, neue und bessere Beziehungen untereinander zu knüpfen. Zu den Spannungen und Gewaltausbrüchen habe maßgeblich ihr Alkoholkonsum beigetragen, sagten sie.

Für traditionelle Versöhnungszeremonien auf Papua Neuguinea seien gründliche Planung und finanzielle Mittel erforderlich, die weit über das hinausgingen, was die meisten Bandenmitglieder besessen hätten, so „Adventist Record“. Wie bei traditionellen Aussöhnungen üblich, floss auch Geld, als finanzielle Form der Wiedergutmachung. Sam Oivo habe auch den Frauen der Adventgemeinden Popondetta und Bangoho für die Zubereitung des Versöhnungsessens gedankt.

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Adventisten auf dem Evangelischen Kirchentag in Stuttgart

Informationsstände
Der Fernseh- und Radiosender „Hope Channel“ des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt ist in der „Medienmeile“ auf der Mercedesstraße mit einem Ausstellungsstand (M-13) vertreten. Die „Stimme der Hoffnung“ begann als einer der ersten christlichen Radiosender in Deutschland bereits 1948 mit seiner Arbeit. Das Medienzentrum verfügt heute neben einem eigenen Fernseh- und Rundfunksender über das „Internationale Bibelstudieninstitut“ und eine Blindenhörbücherei.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten stellt sich zusammen mit ihrem Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) auf dem „Markt der Möglichkeiten“ in der Zelthalle 2, Stand F-15, vor. Das AWW nahm bereits 1897 seine Arbeit in Deutschland auf.

In der Zelthalle 3, Stand C-06, ist auch die adventistische Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg zu finden. Schwerpunkt des Standes ist der Fachbereich „Christliches Sozialwesen“. Neben einem Bachelor-Studiengang und zwei Master-Studiengängen in Theologie bietet die 1899 gegründete und 1990 staatlich anerkannte Hochschule auch Bachelor-Studiengänge in Soziale Arbeit sowie Gesundheits- und Pflegewissenschaften an. Außerdem gibt es die Master-Studiengänge Counseling/Beratung, International Social Sciences, Sozial- und Gesundheitsmanagement sowie Musiktherapie.

Veranstaltungen im Zentrum der Adventgemeinde Stuttgart-Mitte
Am Freitag, 5. Juni, lädt die Adventgemeinde Stuttgart-Mitte um 19 Uhr in ihr Zentrum in der Firnhaberstraße 7 unter dem Motto „Ankommen – Loslassen – Auftanken“ zur „Abendvesper zum Sabbat“ ein. Neben dem gemeinsamen Singen und Musikbeiträgen gibt es vier Kurzmeditationen zu Psalm 92 „Ein Psalmlied für den Sabbattag“.

Am Samstag, 6. Juni, findet um 9:30 Uhr im Gemeindezentrum ein Bibelgespräch zum Thema „Abendmahl“ statt. Um 10:30 Uhr sind die Besucher zum Abendmahl mit Fußwaschung eingeladen. Siebenten-Tags-Adventisten praktizieren das „offene“ Abendmahl, sodass Christen anderer Konfessionen daran teilnehmen dürfen. Professor Dr. Rolf J. Pöhler, Dozent für systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Friedensau, erläutert die Bedeutung von Abendmahl und Fußwaschung.

Am Samstag-Abend, 19 Uhr, gibt es einen „Generations“-Jugendgottesdienst zum Thema „ebenbildlICH“ mit Pastor Michael Walter in der Firnhaberstraße 7.

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Weltbibelhilfe feiert Jubiläum

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, wies in seinem Grußwort zum Jubiläum auf die gesellschaftliche Relevanz der Arbeit der Weltbibelhilfe hin: „Wer die Bibel bekommt, will lesen lernen, um sie zu verstehen. Und wer lesen kann, der kann sich Wissen und Kenntnisse aneignen. Der Zugang zu Wissen ermöglicht Menschen eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, macht sie zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern und bietet ihnen eine Chance, sich aus Benachteiligung und Bevormundung zu befreien.“

Eine zentrale Veranstaltung im Jubiläumsjahr war die Beteiligung am „Tag der weltweiten Kirche“ am Pfingstmontag, 25. Mai, in und um die Stuttgarter Stiftskirche. „Vor 50 Jahren wurde die Weltbibelhilfe ins Leben gerufen, um die Welt mit Bibeln zu versorgen“, teilte Dr. Christoph Rösel, Generalsekretär der DBG, im Rahmen der Veranstaltung mit. „Diese Herausforderung besteht heute noch genauso.“

„Wir dürfen nicht von der Situation in Deutschland ausgehen, wenn es um das Thema Bibel geht“, sagte der Leiter der Weltbibelhilfe, Horst Scheurenbrand. Für viele ärmere Menschen in anderen Teilen der Welt könne der Wunsch nach einer eigenen Bibel nur mit Unterstützung erfüllt werden. Außerdem gebe es immer noch 1,3 Milliarden Männer, Frauen und Kinder, die die vollständige Bibel in ihrer Muttersprache nicht lesen könnten, weil bisher eine entsprechende Übersetzung fehle.

Die Weltbibelhilfe ist das Spendenwerk der DBG. Partner der Weltbibelhilfe sind die im Weltverband der Bibelgesellschaften (UBS) zusammen-geschlossenen Mitglieder. Der Weltverband zählt 146 Bibelgesellschaften und ist in mehr als 200 Ländern aktiv. In diesem Jahr wollen die Bibelgesellschaften rund eine Million Männer und Frauen mit biblischen Leselernmaterialien erreichen. Weitere Informationen gibt es unter www.weltbibelhilfe.de

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EAK mit Schwerpunkt Kriegsdienstverweigerung beim Stuttgarter Kirchentag

Kirchentagspräsident Professor Dr. Andreas Barner hatte das Treffen in Stuttgart angesichts der Vielzahl der Konflikte und Kriege in der Welt zu einem „Friedenskirchentag“ ausgerufen. „Für uns gehört dabei die Frage nach der Gewissensentscheidung von Soldatinnen und Soldaten und die Verweigerung des Kriegsdienstes in den Mittelpunkt des Eintretens für einen gewaltfreien Weg zum Frieden“, betonte der EAK-Bundesvorsitzende Dr. Christoph Münchow.

„Zentrum Frieden“ in der Friedenskirchengemeinde Stuttgart
Die EAK gehört zu den 38 Friedensorganisationen und Institutionen, die sich am „Zentrum Frieden“ in der Friedenskirchengemeinde in Stuttgart beteiligen, das unter dem Motto “Krieg überwinden − gewaltfrei leben“ steht, und bei dem Beispiele der Gewaltfreiheit sowie der Verständigungs-, Versöhnungs- und Präventionsarbeit präsentiert werden. Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft befassen sich dabei in über 50 Veranstaltungen mit den Themen Gewaltfreiheit, Zivile Konfliktbearbeitung und der Bekämpfung ungerechter Strukturen.

Am Donnerstag, 4. Juni, gibt es um 15 Uhr im Gemeinderaum 5 der Friedenskirchengemeinde einen Vortrag von Jasmin Schwarz, der Referentin für Kriegsdienstverweigerung der EAK, zum Thema „Ich kann nicht mehr − Kriegsdienstverweigerung von Soldaten bei der Bundeswehr“. Ebenfalls um 15 Uhr informiert im Gemeinderaum 4 der Friedenskirchengemeinde Rudi Friedrich vom Verein „Connection“, der sich auf internationaler Ebene für ein umfassendes Recht auf Kriegsdienstverweigerung engagiert, über die Situation in Südkorea „Kein Recht auf Kriegsdienstverweigerung − Kriegsdienstverweigerer berichten“. Rudi Friedrich wird über die Situation in Südkorea auch am Freitag, 5. Juni, um 11 Uhr im Themenzelt 5 auf dem „Markt der Möglichkeiten“ informieren. Mit dabei ist mit Seungho Park auch ein Vertreter der südkoreanischen Gruppe „World Without War“.

Pfarrer Joachim Schilling vom Pfarramt für Friedensarbeit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg wird am Freitagabend von 19 bis 20.30 Uhr zusammen mit der EAK Bonn ein Feierabendmahl in der Friedenskirche durchführen. Das Motto lautet „Den Frieden feiern“.

EAK beim „Markt der Möglichkeiten“
Beim „Markt der Möglichkeiten“ ist die EAK zudem in der Zelthalle 8, Standnummer D16, im Themenbereich „Frieden, Nachhaltigkeit, Wirtschaft“ mit einem Stand gemeinsam mit der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD“ (KfF), der „Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden“ (AGDF) und der „Konferenz evangelischer Freiwilligendienste“ (KeF) vertreten.

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Ab Juni auch in Stendal ein ADRA-Shop

Neben dem Angebot von gebrauchter, gut erhaltener Kleidung gibt es im ADRA-Shop auch Haushaltswaren, Dekorationsartikel, Accessoires und Bücher. Durch den Verkauf gespendeter, bereits gebrauchter Ware, werde die nachhaltige Verwendung von wertvollen Ressourcen gefördert und die Umwelt geschützt, so Martin Haase (Weiterstadt bei Darmstadt), Pressesprecher von ADRA Deutschland. Mit ihrem Einkauf unterstützten die Kunden weltweite Projekte des internationalen Hilfswerks in den Bereichen der Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit.

Die preiswerte Einkaufsmöglichkeit spreche auch Menschen mit niedrigem Einkommen an. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die das ADRA-Shop-Team bildeten, leisteten durch ihr Engagement einen wirksamen Beitrag für nachhaltige Hilfe, informierte Haase.

ADRA-Shops gibt es bisher in Weiterstadt, Bergisch Gladbach und Lüdenscheid. Informationen dazu finden sich im Internet unter www.adra.de/adrashops

ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Nichtregierungsorganisation. ADRA Deutschland wurde 1987 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet. ADRA unterhält mit 140 nationalen Büros ein weltweites Netzwerk.

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Elektronische Stimmabgabe und Agenda bei Weltsynode der Adventisten

Mit der elektronischen Stimmabgabe würden die Endergebnisse mittels eines Balkendiagramms an einem Bildschirm auf dem Podium angezeigt und stünden umgehend zur Verfügung, sagte Myron Iseminger, stellvertretender Leiter des Sekretariats der adventistischen Weltkirchenleitung. Das ermögliche eine größere Genauigkeit und biete mehr Anonymität gegenüber den Stimmkarten von früher. Gleichzeitig lindere es möglicherweise bei einigen Delegierten den Druck, die meinten, auf eine bestimmte Weise abzustimmen zu müssen, so Iseminger.

Bis jetzt hätten nur die Delegierten der Weltsynode die Tagesordnung erhalten, sagte Myron Iseminger. Es sei aber kein Aufwand, diese auf der Website der Weltsynode (http://2015.gcsession.org/) zu publizieren, was für den 20. Mai vorgesehen sei. Damit könne die Öffentlichkeit die Abläufe der Geschäftssitzungen besser verfolgen.

Demnach gehe es um die Wahl der Weltkirchenleitung, Abstimmungen über Anpassungen in den adventistischen Glaubensüberzeugungen (Fundamental Beliefs) sowie in der Gemeindeordnung (Church Manual) und über Änderungen in der Verfassung sowie der Geschäftsordnung der weltweiten Kirche.

Die Sitzungen der zehntägigen Weltsynode beginnen mit Ausnahme des Samstags (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, um acht Uhr mit einer Andacht. Daran schließen sich je zwei Geschäftssitzungen am Morgen und Nachmittag an. Das Abendprogramm wird eingeleitet mit einem kurzen Musikbeitrag worauf Berichte aus den dreizehn Weltregionen der Kirche folgen.

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Deutsche Adventisten spenden 50,8 Millionen Euro

Während der Süddeutsche Verband der Freikirche ein Plus an Gaben von 346.000 Euro (1,56 Prozent) verzeichnete, betrug die Zunahme der Spenden in Nord- und Ostdeutschland gegenüber 2013 rund 365.000 Euro (1,48 Prozent). Pastor Werner Dullinger (Ostfildern bei Stuttgart), Schatzmeister des Süddeutschen Verbandes, wies darauf hin, dass die Wirtschaftskraft in der Bundesrepublik unterschiedlich verteilt sei, wie das Spendenverhalten zeige. „Während ein Adventist in Ostdeutschland durchschnittlich 1.269 Euro und in Norddeutschland 1.303 Euro gab, waren es in Süddeutschland 1.668 Euro pro Mitglied.“

Von den 50,8 Millionen Euro gingen 3,4 Millionen Euro in die Außenmission, 8,4 Millionen Euro verblieben bei den Ortsgemeinden. Die Adventisten erheben keine Kirchensteuer, sondern unterhalten ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Gaben, zu denen auch der biblische Zehnten gehört. Viele Mitglieder würden neben zehn Prozent ihres Einkommens weitere Spenden für besondere Projekte geben, so Dullinger.

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Lutheraner und Adventisten initiieren in Rom einen Martin-Luther-Platz

Sechs Jahre nach der Eingabe an die Behörden im Jahr 2009 durch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien (CELI) und die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Italien (UICCA) habe der Stadtrat seine Zustimmung erteilt, in Rom einen Martin-Luther-Platz zu schaffen, so NEV. Die Kommission für Namensgebung habe bereits am 7.6.2010 eine zustimmende Antwort gegeben, nun sei aber auch die Örtlichkeit festgelegt. Im Monte-Stadtteil, im Stadtzentrum von Rom, soll im Colle Oppio Park, gegenüber vom Kolosseum, der „Martin-Luther-Platz – Deutscher Theologe (1483 – 1546)“ geschaffen werden.

Pastor Heiner Bludau, Dekan der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien, sei erfreut, dass der Beschluss vor dem Jubiläum im Jahr 2017 gefasst worden sei, teilte der Pressedienst NEV mit. Als über Luthers Besuch in Rom nachgedacht wurde, sei die Bedeutung dieses Aufenthalts in Rom für die Reformation und die europäische Geschichte klar gewesen. „Einen Platz in Rom nach dem einflussreichen Reformator zu benennen, hat einen großen symbolischen Wert“, betonte Pastor Bludau.

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Lehrer unter Druck, Medienscouts und Friedenspädagogik in der Schule

Dr. Thomas Bürger, Oberstudienrat am Institut für Sozialpädagogik und Didaktik der Sozialwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen, besprach mit Kollegen und Kolleginnen das Problem „Handeln unter Druck“. Lehrerinnen und Lehrer wollen Kinder fördern und unterstützen. Gleichzeitig müssen sie beurteilen und auswählen. Problematisch werde es, wenn Pädagogen unter Handlungsdruck gerieten und entscheiden müssten, welche Prioritäten sie setzen. Im Workshop waren sich die Teilnehmenden dieser Spannung bewusst und überlegten, wie sie auf der Basis christlicher Normen und Werte pädagogische Entscheidungen herbeiführen können.

Bei Hans-Jürgen Göbel, Förderschulkonrektor der Wichernschule in Mühltal bei Darmstadt, ging es um das Thema „Inklusion als Herausforderung für die Lehrer“. In einem inklusiven Bildungssystem lernen Menschen mit und ohne Behinderungen von Anfang an gemeinsam. Dabei wurden verschiedene Aspekte der Inklusion dargestellt und diskutiert.

Wie „Medienscouts Orientierung im digitalen Dschungel“ bieten können, besprach die Diplom-Sozialpädagogin und Jugendreferentin der Adventjugend Mittelrhein, Dagmar Janssen, Darmstadt. Die zu Medienscouts oder –mentoren ausgebildeten Jugendlichen sollen Mitschülern und Freunden helfen, aufgeklärt und selbstbestimmt mit dem digitalen Netzwerk umgehen zu können.

„Zu welchen Werten und Verhaltensweisen ermutigt das Evangelium Lehrerinnen und Lehrer?“, fragte Dr. Christian Noack, Oberstudienrat mit den Fächern Religion und Geschichte sowie Pädagogischer Leiter am Schulzentrum Marienhöhe Darmstadt. Dabei brachte er die Begriffe Freude, Freiheit und Frieden ins Spiel.

„Friedenspädagogik in der Schule“ lautete das Thema von Dr. Horst Friedrich Rolly, Professor für Vergleichende Erziehungswissenschaften und Dekan für Sozialwesen an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg. Der Bogen spannte sich von der Gewaltbereitschaft in der Schule und Verhaltensregeln für Lehrerschaft und Schüler, über gewaltfreie Methoden der Konfliktbearbeitung, bis hin zur Mitwirkung von Jugendoffizieren der Bundeswehr im Unterricht.

„Wenn wir leben, was wir lehren, können wir andere lehren.“ Mit dieser Weisheit befassten sich Antje Schmidt, Fachleiterin Deutsch, und Frank Remke, Fachleiter Mathematik und Naturwissenschaften, an der adventistischen Immanuelschule in Oranienburg. Was Schüler von christlichen Lehrern an einer christlichen Schule erwarten, wurde anhand einer Umfrage unter Schülern dargestellt und diskutiert.

Auf die „Ungleichheit im Klassenzimmer“ wies Dr. Thomas Spiegler, Dozent für Soziologie und Sozialforschung an der Theologischen Hochschule Friedensau, hin. Der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg sei durch die PISA-Studien bekannt. Dennoch gebe es eine große Gruppe von Schülern, die trotz benachteiligter Ausgangsposition einen sehr erfolgreichen Bildungsweg vorzuweisen haben. Basierend auf den Daten einer umfangreichen Friedensauer Studie zu Bildungsaufsteigern wurde im Workshop der Frage nachgegangen, wie solche Wege zu Stande kommen und welche Rolle dabei Lehrerinnen und Lehrer spielen.

„Wie lernen Kinder Vertrauen, Empathie und Solidarität?“ Mit dieser Frage befasste sich der Workshop von Dr. Thomas Steininger. Der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut mit eigener Praxis, Schulpsychologe am Schulzentrum Marienhöhe sowie Professor für Kinder- und Jugendlichenseelsorge und Psychotherapie an der Theologischen Hochschule Friedensau, bot die Gelegenheit, Konzepte der Achtsamkeit mit Kindern kennenzulernen und auszuprobieren.

Um „Wertevermittlung und Lehrerpersönlichkeit an öffentlichen Schulen“ ging es Kathrin Weigert, Lehrerin für Deutsch und Englisch und Schulaufsicht am Klenze-Gymnasium in München. Dabei ging es um die Fragen: Welche christlichen Werte sind in der Gegenwart relevant für die Persönlichkeitsbildung der Heranwachsenden und für die Entwicklung unserer Gesellschaft im Ganzen? Wie können Lehrkräfte ganzheitlich orientierte christliche Werte vermitteln, ohne dabei subjektive Überzeugungen einseitig in den Vordergrund zu stellen? Welche Aspekte der Lehrerpersönlichkeit würden dabei die Werteentwicklung der Schüler besonders unterstützen?

Mit einem „Oder“ stellte Stefan Wilhelm, Lehrer für Mathematik, Physik und Informatik am Schulzentrum Marienhöhe, die Behauptung infrage: „Lehrerpersönlichkeit in Mathematik und Naturwissenschaften. Bei uns zählen nur Fakten!“ Im naturwissenschaftlichen Unterricht würden einige Themen zwar existenzielle Fragen ins Spiel bringen, doch von der Lehrkraft werde erwartet, dass sie statt einer persönlichen Überzeugung den objektiven Blick behalte. Die Teilnehmer des Workshops tauschten sich darüber aus, ob und wie sich individueller Glaube und Werte mit wissenschaftlichem Anspruch vereinbaren ließen.

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„Auf die Lehrer kommt es an!“

„Je mehr Beschränkungen, desto mehr Beschränkte“
„Wer den Menschen misstraut, dass sie selber die richtigen Entscheidungen treffen können, muss sie mit Warnhinweisen umstellen“, gab Pastor Johannes Naether, Hannover, Vorsitzender der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, zu bedenken. Eine Lehrkraft müsse sich deshalb die Fragen stellen: Sehe ich im Kind oder Jugendlichen einen Menschen, der das Potential zur Mündigkeit und Selbstverantwortung in sich trägt und dem ich die Begleitung zur Entfaltung dieser Möglichkeiten bereitstelle? Oder sehe ich im Schüler eher jemanden, der vor seiner Unvernunft und seinen latent angelegten Schwächen bewahrt und geschützt werden muss? Lehrkräfte sollten sensibel mit Vorschriften und Regeln umgehen. Naether formulierte es drastisch: „Je mehr Beschränkungen, desto mehr Beschränkte.“ Die Grundausrichtung Vertrauen oder Misstrauen sei entscheidend, um helfen zu können, die Persönlichkeit der Schüler und Schülerinnen herauszubilden.

Der Leiter des Schulzentrums Marienhöhe, Gunter Stange, ergänzte: Es gelte die Lehrpläne auf das „wahre Leben“ umzuschreiben, um den Lehrstoff einer künftigen Generation zu vermitteln.

Veränderungen sind möglich, wenn die Realität anerkannt wird
In einem Grundsatzreferat befasste sich Dr. Thomas Steininger, Darmstadt, mit der Frage: „Was macht eine für Schüler förderliche Lehrerpersönlichkeit aus?“ Der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut mit eigener Praxis, Schulpsychologe am Schulzentrum Marienhöhe sowie Professor für Kinder- und Jugendlichenseelsorge und Psychotherapie an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg, ging von der Grundannahme aus: „Jeder Mensch hat im tiefsten Inneren den Wunsch, ganz und gar erkannt und trotzdem ganz und gar geliebt zu werden.“ Dazu gehöre, dass sich ein Kind mit einem reifen Erwachsenen identifizieren möchte, wenn dieser von den Wachstumsmöglichkeiten des Kindes überzeugt ist. Veränderungen seien nur möglich, wenn die Realität anerkannt werde wie sie ist und nicht, wie man sie gerne hätte.

Über Werte ins Gespräch kommen
Dr. Thomas Bürger, Oberstudienrat am Institut für Sozialpädagogik und Didaktik der Sozialwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen, befasste sich mit der Rolle von Werten beim Unterrichten. Er stellte fest, dass ein Wandel von Werten gleichzeitig mit einem Werteverlust verbunden wäre. Werte seien aber auch kulturell bedingt. Die PISA-Studien zeigten für Deutschland, dass hierzulande Schüler bessere Leistungen erbringen würden, wenn die Distanz zum Lehrer geringer ausfalle, die Individualität des Lernenden gestärkt werde und eine klare Struktur im Unterricht vorhanden sei. Doch das gelte vor allem für Schülerinnen und Schüler aus der heimischen Mittelschicht. Bei Lernenden, etwa mit Migrationshintergrund, könne die Freiheit zur Individualität dahin führen, dass die Lernbereitschaft abnehme. Deshalb gelte es über Werte ins Gespräch zu kommen, denn sie hätten ihre Berechtigung in den jeweiligen Kulturen.

Ganzheitliche Bildung
Heinz Schlumpberger, Tübingen, Abteilungsleiter für Bildung des Süddeutschen Verbandes der Siebenten-Tags-Adventisten, stellte das Leitbild für adventistische Schulen in Deutschland vor. Die Grundlage von Bildung und Erziehung sei dabei das christliche Menschenbild. Die Bildungsverantwortung adventistischer Schulen leite sich aus der Würde eines jeden Menschen als einzigartigem Geschöpf Gottes ab. Dazu gehöre die Entwicklung der Fähigkeiten und Begabungen, die Gott als Schöpfer jedem Einzelnen verliehen habe. Diese Begabungen sollten an adventistischen Schulen ganzheitlich, das heißt in kognitiver, körperlicher, seelischer, spiritueller und sozialer Hinsicht entdeckt und herangebildet werden. So würden Kinder und Heranwachsende zu mündigen, werteorientierten und gebildeten Mitgliedern der Gesellschaft erzogen und zum Dienst für die Gesellschaft auf der Grundlage christlicher Werte befähigt.

Schlumpberger wies darauf hin, dass adventistische Schulen von Schülerinnen und Schülern unabhängig von ihrem religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnis besucht werden könnten.

In zehn Workshops hatten die Kongressteilnehmer die Möglichkeit, sich über neue Ideen und Anregungen im Schulalltag auszutauschen.

Adventistische Schulen weltweit
Die Siebenten-Tags-Adventisten unterhalten mit weltweit 7.842 Schulen – von der Grundschule bis zur Universität – das größte protestantische Bildungsangebot einer Kirche.

In Deutschland betreibt die Freikirche die Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg mit den Fachbereichen Theologie und Christliches Sozialwesen, das Schulzentrum „Marienhöhe“ Darmstadt, mit Gymnasium, Kolleg, Real- und Grundschule sowie Internate, die „Freie Adventschule Oberhavel“ Oranienburg-Friedrichsthal (Grundschule), die „Immanuel-Gesamtschule“ Oranienburg-Friedrichsthal, die „Andrews-Advent-Grundschule“ Solingen, die „Daniel-Schule“ Murrhardt/Baden-Württemberg (Grundschule), die „Elisa-Schule“ Herbolzheim-Tutschfelden/Baden-Württemberg (Grund- und Realschule), die „Josia-Schule“ Isny im Allgäu (Grund- und Hauptschule mit Realschulzweig), die „Advent-Schule“ Heilbronn (Grundschule) sowie die „Salomo-Schule“ Rastatt (Grundschule). Hinzu kommen fünf Kindergärten (Hamburg, Berlin, München, Fürth, Penzberg/Bayern) und eine Heilpädagogische Tagesstätte für Vorschulkinder in Neuburg/Donau.

In der Schweiz unterhält die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten die Privatschule „A bis Z“ in Zürich (Primar- und Sekundarschule) sowie die Privatschule Altavilla (Kindergarten und Primarschule) bei Murten im Kanton Freiburg.

In Österreich gibt es an adventistischen Bildungseinrichtungen das Seminar Schloss Bogenhofen, St. Peter am Hart/Oberösterreich, Bezirk Braunau am Inn, mit Theologischem Seminar, Oberstufenrealgymnasium einschließlich Instrumentalmusik und Sprachinstitut („Deutsch als Fremdsprache“). Privatschulen betreiben die Adventisten in St. Peter am Hart (Volks-/Hauptschule), Klagenfurt (Volksschule), Linz (Volks-/Hauptschule), Lustenau/Vorarlberg (Volks- und Neue Mittelschule) sowie in Wien (Volks-/Hauptschule).

Etliche dieser Schulen waren beim Bildungskongress in Darmstadt mit Informationsständen vertreten.

Die Freikirche unterhält außerdem das Religionspädagogische Institut (RPI) zur Erstellung von Materialien für die Bereiche Kindergottesdienst und Religionsunterricht sowie zur Ausbildung von Familiendiakoninnen und -diakonen für deren Dienst in den Ortsgemeinden. Das Institut für Weiterbildung (IFW) ist der Theologischen Hochschule Friedensau angegliedert und richtet sich mit seinen Angeboten an Pastorinnen und Pastoren, an Führungskräfte und Personal in kirchlichen Dienststellen und Institutionen sowie an ehrenamtliche kirchliche Mitarbeiter in leitenden Aufgaben.

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Kirchliche Verkündigung in der säkularen Gesellschaft

Tabita Landová, Dozentin am Lehrstuhl für Praktische Theologie an der Karlsuniversität Prag, zeichnete in ihrem Hauptvortrag zunächst das Bild der modernen Gesellschaften mit einer weltanschaulichen Multioptionskultur. Bildlosigkeit, Sprachlosigkeit und Gemeinschaftslosigkeit kennzeichne die Kirchengemeinden in der säkularen Gesellschaft. Landová unterschied anschließend drei gängige Reaktionsmuster der Kirchen: Erstens das Beharren auf traditionellen liturgischen Formen und kirchlicher Praxis, die vor allem von katholischen, orthodoxen und teilweise auch lutherischen Theologen vertreten werde; zweitens einen evangelikalen Zugang, der die Moderne als gegensätzlich zu den christlichen Werten betrachte, sich zugleich jedoch moderner Kommunikationsformen bediene; und drittens einen „protestantischen Mainstream“, der methodisch und von den Verkündigungsinhalten her „in den humanistischen Tendenzen der Moderne“ aufzugehen drohe. Demgegenüber plädierte Landová dafür, Gottesdienste als „ein außerordentliches Grenzereignis zu begreifen und zu gestalten“.

Zum Abschluss der Tagung am Sonntag feierten die Delegierten gemeinsam Gottesdienst in der deutschsprachigen evangelischen Kirche Sankt Martin in der Mauer unter der Leitung von Pfarrerin Andrea Pfeifer; die Predigt hielt Professor Dr. Martin Friedrich, Studiensekretär der Gemeinschaft Europäischer Kirchen (GEKE) mit Sitz in Wien.

Die zur Tagung angereisten Delegierten kamen in diesem Jahr aus 14 unterschiedlichen protestantischen Kirchen in neun Ländern: Deutschland, Italien, Tschechien, Rumänien, Österreich, Ungarn, Finnland, der Slowakei und Frankreich. Träger des EAKE ist der Evangelische Bund in Deutschland und Österreich. Gastgeber war in die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien. Die 53. Jahrestagung wird vom 21. bis 24.4.2016 bei der Evangelisch-Reformierten Kirche in Beregszász in der Ukraine stattfinden.

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ADRA verteilt Lebensmittel und Zeltbahnen in Nepal

Außerdem verteilte ADRA rund 2.200 Zeltplanen und 90 Zelte in Lalitpur, Dhading und Kavre. Es sei dringend nötig, so Wagner, dass die betroffenen Familien jetzt genügend Material für Unterkünfte bekämen, da bald der Monsun beginne und es dann 3 Monate lang ständig regnet.

Zelte für Gesundheitsposten
Etwa 80 bis100 Prozent der Gesundheitsposten in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten seien zerstört. In Zusammenarbeit mit „GlobalMedic“ würden Großzelte als Notbehelf für die zerstörten Gesundheitsposten zur Verfügung gestellt, damit das dortige Gesundheitspersonal weiterhin die Verletzten und Kranken betreuen könne und Geburten unter medizinischer Obhut stattfänden.

ADRA organisiere gemeinsam mit dem adventistischen Scheer Memorial Hospital in Banepa mobile Gesundheitscamps. Das Gesundheitsteam dieser Camps werde von Dorf zu Dorf reisen und dort besonders schwangere Frauen betreuen und solche, die gerade ein Baby zur Welt gebracht haben. Zudem würden Laboruntersuchungen durchgeführt und Patienten psychosoziale Betreuung angeboten. Patienten, die eine komplexere Behandlung benötigten, würden ans Scheer Memorial Hospital weitergeleitet und dort behandelt.

Yuba Raj Chaudhary, Interim-Landesdirektor von ADRA Nepal teilte mit: „Ja, wir stehen unter Stress und haben selber auch Angst vor weiteren Nachbeben. Aber wir tun alles, um denen zu helfen, die alles verloren haben.“

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Interreligiöse Initiative ruft 191 Staaten zum Verbot von Atomwaffen auf

„Wir erheben unsere Stimmen im Namen unserer gemeinsamen Werte von Menschlichkeit. Wir lehnen die unmoralische Geiselnahme ganzer Bevölkerungen ab“, heißt es in der Erklärung, welche an die Vereinten Nationen von Dr. Emily Welty, Vizevorsitzende der ÖRK-Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten, übermittelt wurde. „Es besteht keine ausgleichende Notwendigkeit, welche die andauernde Existenz [von Atomwaffen] rechtfertigen würde, und noch weniger deren Gebrauch“, sagte Welty.

Die Unterzeichnenden aus Europa, Asien und Nordamerika würden in der Erklärung versprechen, ihre jeweiligen Glaubensgemeinschaften stärker auf die unmenschliche Natur von Kernwaffen aufmerksam zu machen. Sie würden die Regierungen dringend aufrufen, die Stimmen von Atombomben-Überlebenden nicht zu überhören und in einem „Forum, welches allen Staaten offen steht und von keinem blockiert werden kann“ Verhandlungen zu einem Atomwaffenverbot einzuleiten.

Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki
Der 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki spielt bei der diesjährigen Konferenz zur Überprüfung des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV) eine große Rolle, heißt es in der ÖRK-Medienmitteilung. An Plenarsitzungen, Seminaren und bei einer öffentlichen Kundgebung hätten Überlebende des Atombombenangriffs – die meisten bereits über 80 Jahre alt – ihren Ruf zum Atomwaffenverbot wiederholt.

Seit der letzten Überprüfung des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV) im Jahr 2010 hätten neue Nachweise über die katastrophalen humanitären, ökologischen und anderen Auswirkungen von Kernwaffen die Kluft zwischen den wenigen Atommächten und den 186 Staaten, die versprochen haben, nie solche zu besitzen, vertieft. Mit aktiver Unterstützung der Zivilgesellschaft, darunter der Kirchen, wachse die Dynamik zur Verbreitung eines Verbots durch die Mehrheit der Nichtkernwaffenstaaten. ÖRK-Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen aus sechs Kontinenten hätten ihre Regierungen aufgefordert, an der diesjährigen NVV-Konferenz ihre Unterstützung für ein solches Verbot kund zu tun.

Aufruf zu einer NVV-Erklärung „Faith Communities Concerned about the Humanitarian Consequences of Nuclear Weapons“ (englisch):
http://www.reachingcriticalwill.org/images/documents/Disarmament-fora/npt/revcon2015/statements/1May_Faith.Communities%20.pdf

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Methodisten gegen Rassismus und für Menschlichkeit

„Wir haben es hier mit der Macht der Dunkelheit zu tun“, erklärte der Präsident des Bischofsrats, Bischof Warner Brown, angesichts rassistischer Gewalt in den USA und anderswo. „Deshalb dürfen wir nicht länger schweigen.“ In den USA waren in den vergangenen Monaten etliche unbewaffnete junge Afro-Amerikaner durch gewaltsame Polizeieinsätze zu Tode gekommen – meist ohne Folgen für die Polizisten. Zahlreiche UMC-Bischöfe hätten bereits öffentlich zu friedlichen Protesten aufgerufen. Es sei aber wirkungsvoller, wenn der ganze Bischofsrat eine Erklärung abgebe, sagte Bischof Gregory W. Palmer aus Ohio. Dem folgte der Rat in der Überzeugung, dass Schweigen angesichts von Rassismus und Angst alles nur noch schlimmer mache. In der Erklärung gegen Rassismus fordern die Bischöfe alle Menschen in der UMC/EmK weltweit dazu auf, „über die eigenen rassistischen Vorurteile und den Missbrauch von Privilegien Buße zu tun“. Weiter heißt es in der Erklärung: „Als Kirche verpflichten wir uns erneut dazu, uns gegen Rassismus und für Menschlichkeit zu engagieren.“ Menschliches Miteinander könne nicht im Hinwegsehen über kulturelle und ethnische Unterschiede entstehen, „sondern indem wir die Vielfalt achten und allen Menschen mit Wertschätzung begegnen“.

In Europa Angst vor Einwanderern überwinden
„Gewalt und Unruhen sind die Sprache der Ungehörten“, sagte Bischof Julius Calvin Trimble (US-Bundesstaat Iowa). In vielen amerikanischen Städten sei das Verhältnis zwischen der Polizei und schwarzen Jugendlichen schon lange gestört. Die Kirchen vor Ort müssten hier vermittelnd eingreifen und die Menschen miteinander ins Gespräch bringen. Europa stehe dabei vor ähnlichen Herausforderungen wie die USA. „Es gibt immer mehr Einwanderer, und das macht den Menschen Angst.“ Hier müssten die Kirchen den Menschen helfen, Unterschiede zu verstehen, sagte Trimble.

Bischöfin Wenner: Veränderungen positiv mitgestalten
Rosemarie Wenner, Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, zog eine positive Bilanz der ersten Sitzung des UMC-Bischofsrats in der Bundesrepublik. Vieles sei anders gewesen als bei früheren Treffen, „weil die meisten Bischöfe und Bischöfinnen in einem anderen Kontinent und einem fremden Sprachraum waren“. Besonders die Begegnungen mit Berliner Kirchengemeinden und ökumenischen Partnern seien „sehr bereichernd“ gewesen, und die besondere Woche mit der Erinnerung an das Kriegsende vor 70 Jahren „hat uns an die Teilung Deutschlands, aber auch an gelungene Versöhnungsprozesse erinnert“. All das habe dazu beigetragen, Veränderungen positiv mitzugestalten und sich entschieden gegen Rassismus und für Einheit in Vielfalt einzusetzen. „So kann unsere Kirche durch die Gemeinden in aller Welt Menschen in die Nachfolge Christi rufen und zu Veränderungen zum Guten beitragen.“

UMC International
Von den weltweit etwa 80 Millionen Methodisten zählen zur United Methodist Church (UMC/EmK) zwölf Millionen Kirchenmitglieder, davon 7,7 Millionen in den USA, 4,2 Millionen in Afrika, 145.000 auf den Philippinen und 64.000 in Europa und Eurasien. Davon leben in Deutschland rund 32.000 Kirchgenmitglieder, in der Schweiz 8.000 und in Österreich 1.500. Organisiert sind die Regionen weltweit in 66 Bischofssprengeln, davon 46 in den USA und 20 in Afrika, den Philippinen und in Europa. Zum Bischofsrat gehören die 66 aktiven Bischöfe, darunter 15 Frauen, und 89 im Ruhestand befindliche Bischöfe.

In der Regel kommt der Bischofsrat in den USA zusammen. Jährlich findet mindestens eine Sitzung statt. Alle vier Jahre wird eine Tagung außerhalb den USA durchgeführt. Der Präsident des Bischofsrats leitet die Ratssitzungen, hat über die anderen Ratsmitglieder aber keine besondere Autorität oder Weisungsbefugnis. Präsident des Bischofsrats ist Warner H. Brown jun., Bischof der Kalifornien-Nevada-Konferenz. Seine Vorgängerin als Ratspräsidentin war Bischöfin Rosemarie Wenner.

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Neue Freikirchenleitung für die Adventisten in Berlin-Mitteldeutschland

Zum neuen stellvertretenden Präsidenten und Sekretär (Geschäftsführer) wählten die Delegierten Pastor Thilo Foth (46) für die nächsten vier Jahre. Foth war seit 2001 stellvertretender Vorsteher, Sekretär (Geschäftsführer) und Abteilungsleiter der Hansa-Vereinigung (Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Er ist verheiratet mit Ehefrau Sonja und hat drei Kinder. Foth tritt die Nachfolge von Simon Krautschick an, der die Aufgabe seit 2007 wahrgenommen hatte.

Neuer Abteilungsleiter für Gemeindeaufbau wurde Marc Gunnar Dillner (40). Er tritt die Nachfolge von Gunnar Scholz an, der die Abteilung seit 2009 leitete.

Die Delegierten bestätigten in ihren Aufgaben für weitere vier Jahre Schatzmeister Carsten Köhler (57), Pastor Alexander Schulze (39), Abteilungsleiter für Jugend, Pfadfinder und Kinder, Pastor Reinhard Jurke (61), Abteilungsleiter für das Predigtamt und Michael Götz (53), Abteilungsleiter für das Advent-Wohlfahrtswerk in Berlin-Mitteldeutschland.

In Berlin-Mitteldeutschland gibt es 7.072 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 151 Kirchengemeinden, die von 65 Pastoren betreut werden.

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Evangelische Friedensarbeit: „Entrüstet Euch!“

Angesichts der mehr als 60 Millionen Opfer des Zweiten Weltkriegs, die gerade für Deutschland eine besondere Verantwortung bedeuten würden, aber auch einer aktuell zu beobachtenden Aufrüstung und wachsenden Militarisierung sei ein entschiedenes Engagement für gerechten Frieden nötig, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf der evangelischen Friedensarbeit und des EKD-Friedensbeauftragten. Dabei kritisieren die Unterzeichner, neben Renke Brahms auch der AGDF-Vorsitzende Horst Scheffler und der EAK-Bundesvorsitzende Dr. Christoph Münchow, die Rüstungsproduktion wie auch die Rüstungsexporte Deutschlands. Wichtiger sei, in die Friedensbildung und in den Aufbau friedenspolitischer Strukturen im In- und Ausland zu investieren.

Der EKD-Friedensbeauftragte wie auch AGDF und EAK fordern von Bundesregierung und Bundestag eine politische Umkehr. Dazu gehört ihrer Auffassung nach ein entschiedener Einsatz für Abrüstung auch mit der Bereitschaft zu einseitigen Schritten, keine Erhöhung des Bundeswehretats, stattdessen eine deutliche Mittelaufstockung für zivile Konfliktbearbeitung, Friedensbildung, soziale Aufgaben und den Umweltschutz. Weitere Forderungen der evangelischen Friedensarbeit an die deutsche Politik sind effektive Schritte hin zu einer atomaren Abrüstung innerhalb und außerhalb der NATO, keine weiteren Genehmigungen von Rüstungsexporten in sogenannte Drittstaaten oder den Export von Kleinwaffen, außerdem den weiteren Auf- und Ausbau von Versöhnungsprojekten, die deutliche Erhöhung des humanitären Engagements in der Flüchtlingsaufnahme sowie eine aktive Entwicklungspolitik in Krisen- und Kriegsgebieten.

Friedenssicherung bleibe auch 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs der vorrangige politische Auftrag der Staatengemeinschaft, betonen der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms wie auch AGDF und EAK. Mit den Vereinten Nationen, dem Internationalen Gerichtshof, der Menschenrechtskommission und zahlreichen internationalen Verträgen zur Waffenächtung gebe es zahlreiche Friedensinstrumente, die einen Krieg als Mittel zur Lösung von Konflikten überflüssig machen würden. „Als Christinnen und Christen stehen wir für diesen Weg ein“, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf, der von 20 Vertretern aus Landeskirchen, Freikirchen und Friedensorganisationen mit unterzeichnet wurde.

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Erinnerung an die Opfer der NS-Militärjustiz

Nach dem Krieg wären die Opfer der Militärjustiz als Feiglinge, Kriminelle und Verräter beschimpft und bedroht worden. Als Vorbestrafte hätten sie keine Chance auf eine sichere Zukunft gehabt. „Viele sind gedemütigt und entwürdigt verstorben“, beklagt Baumann. Erst im Mai 2002 wurden die Urteile wegen Desertion aufgehoben und erst im September 2009 die Urteile wegen Kriegsverrat. Das sei gegen den Widerstand der Bundeswehr geschehen. Laut Baumann wäre auch heute Kriegsverrat „ein Beitrag für den Frieden und eine gerechtere Welt“.

Aufgrund des „deutschen Angriffskrieges“ von 1939 bis 1945 mit mehr als 50 Millionen Toten ruft der Friedensaktivist zu gewaltfreiem Handeln und Einsatz für Gerechtigkeit, das Leben und den Frieden auf. Seine Erklärung ist im Internet zu finden unter: www.bv-opfer-ns-militaerjustiz.de

Wegen Fahnenflucht zum Tod verurteilt
Als 19-Jähriger wurde Ludwig Baumann zur Kriegsmarine eingezogen. Am 3. Juni 1942 desertierte er zusammen mit einem Kameraden bei Bordeaux in Frankreich, weil er erkannt habe, „dass es ein verbrecherischer, völkermörderischer Krieg war“. Am Tag der Desertion verhafteten ihn deutsche Grenzposten. Am 30. Juni 1942 wurde er wegen „Fahnenflucht im Felde“ zum Tod verurteilt. Davon, dass das Todesurteil in eine zwölfjährige Zuchthausstrafe umgewandelt wurde, erfuhr Bauman erst nachdem er Monate in Todesangst in der Todeszelle eines Wehrmachtsgefängnisses verbracht hatte. Er kam als Häftling ins KZ Esterwegen im Emsland und danach ins Wehrmachtsgefängnis Torgau. Er überlebte den Einsatz in der sogenannten Bewährungstruppe 500 in besonders gefährdeten Abschnitten an der Ostfront.

Deserteure rehabilitiert
Nach der Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft hatte er es schwer in einer Gesellschaft, in der Deserteure noch immer als „Feiglinge“ geächtet wurden. 1990 gründete er mit etwa 40 noch lebenden Wehrmachtdeserteuren sowie einigen engagierten Wissenschaftlern und Historikern die „Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz“. Ziel der Vereinigung war eine Aufhebung der Unrechtsurteile gegen Deserteure, „Wehrkraftzersetzer“, „Kriegsverräter“, Selbstverstümmler und andere Opfer der NS-Militärjustiz durchzusetzen sowie deren vollständige Rehabilitierung. Das wurde mit dem Änderungsgesetz vom 23. Juli 2002 und dem Zweiten Änderungsgesetz vom 24. September 2009 des Gesetzes zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile (NS-AufhG) von 1998 erreicht.

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Die Erleichterung kam mit der Lichtreklame

Nach der ersten Ruhe kam das Nachdenken
„Irgendwann kam der Tag, an dem Soldaten in amerikanischen Jeeps vorfuhren und unser Rathaus besetzten. Wir bauten die Verdunklung ab, die erste Lichtreklame leuchtete am Abend und es wurde in unserer Straße hell. In meiner Erinnerung war das ein großes Glück!“ So schildert Gerhard Rühle aus Leipzig wie er als Jugendlicher das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte. Es gab keine Angst mehr wegen der Luftlagemeldung am Abend, ob die Bomber kommen werden. Es gab kein Bangen mehr, wenn von der Front wochenlang kein Feldpostbrief von unseren Leuten kam. Die zurückkehrende, allabendliche Helligkeit der Straßenbeleuchtung sei wie eine Entwarnung gewesen. Doch nach der ersten Ruhe kam das Nachdenken über all das, was geschehen war.

Auch Gerhard Rühle habe als Zehnjähriger es kaum erwarten können, beim „Jungvolk“ mitzumachen. Nach einem Jahr Bewährung durfte er das Fahrtenmesser tragen. Der Einmarsch in Polen wäre mit Grenzschikanen begründet worden, die man nicht mehr hätte hinnehmen können. Er sah damals Kriegsgefangene bei Ausschachtungsarbeiten. Einem ließ er einen Schuhkarton mit Kartoffeln zukommen, weil ihm der Gefangene so Leid tat. „Am nächsten Tag fand ich dort einen schönen Fingerring aus Aluminium, den er aus Schrott gebastelt haben musste.“

Von den KZs habe er erst gegen Ende des Krieges gehört. Doch damals habe es geheißen: „Wenn das der Führer wüsste, würde er aber aufräumen!“ Viele hätten damals Uniformen getragen. „Sie waren nicht mehr nur sie selbst, sie gehörten dazu.“ Man habe sich mehr oder weniger arrangiert. „Wir saßen im Boot und draußen war der Feind.“ Sein Freund Hartmut, neben dem er im Gottesdienst saß, sei eines Tages eingezogen worden und bald darauf „fürs Vaterland gefallen“. Solche Nachrichten hätten damals zum Alltag gehört, die beklommen machten. Bei der Mitteilung „Vermisst“ sei manchmal noch ein Funken Hoffnung geblieben.

Mit 120.000 anderen Soldaten im Kriegsgefangenenlager
Der Ruhestands-Pastor Rudolf Götz schreibt: „Der 8.5.1945 war für uns Soldaten ein Freudentag, denn uns war bewusst geworden, dass das Töten an der Front und die Bombennächte endlich ein Ende hatten.“ Als 19-Jähriger wurde er in die Wehrmacht eingezogen. Im März 1945 kam er in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Das Gefangenenlager in Bad Kreuznach zählte 120.000 Soldaten. Nur wenige Soldaten kamen in einem Zelt unter. Rudolf Götz und viele andere lagen auf dem freien Feld bei Schnee, Nachtfrösten, Regen und Wind. Der Hunger plagte sie. Täglich starben etwa 135 Soldaten an Hunger, Kälte, Entkräftung und Verzweiflung. Sie wurden in einem Massengrab in der Nähe beigesetzt.

Nach dem 8.5.1945 begann man Soldaten zu entlassen. Zunächst nur welche aus den drei Berufsgruppen Eisenbahner, Bergarbeiter und Landwirte. Am 6. Juni 1945 hörte Götz seinen Namen über den Lagerlautsprecher mit der Aufforderung, zur Entlassungsbaracke zu kommen. „Das war eine Riesenfreude! Niemals werde ich diesen Tag vergessen!“ Da er Landwirt war, wurde er verpflichtet, in einem landwirtschaftlichen Betrieb zu arbeiten. Trotz Verwundung an der Front in den Vogesen und Kriegsgefangenschaft „bin ich Gott dankbar für seinen Schutz und seine Bewahrung“.

Schon vor zehn Jahren: Erklärung der Adventisten zur NS-Zeit
Bereits vor zehn Jahren, im Mai 2005 haben die Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland und Österreich eine gemeinsame „Erklärung zum 60. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs am 8.5.1945“ veröffentlicht. Darin beklagt die Freikirche „zutiefst, dass von unseren Ländern dieser furchtbare Krieg ausgegangen ist, der unermessliches Leid über die Menschheit gebracht hat – und dass auch Siebenten-Tags-Adventisten daran beteiligt waren“. „Dass der Charakter der NS-Diktatur nicht rechtzeitig und deutlich genug wahrgenommen und das widergöttliche Wesen der NS-Ideologie nicht klar erkannt wurde.“ „Dass sich in manchen unserer oder von uns verbreiteten Veröffentlichungen Aussagen finden, die Adolf Hitler huldigten und der rassistischen Ideologie des Antisemitismus in einer Weise Ausdruck gaben, die aus heutiger Sicht unfassbar ist.“ „Dass auch viele Siebenten-Tags-Adventisten an der Not und dem Leid ihrer jüdischen Mitbürger keinen Anteil nahmen.“

Weiter heißt es: „Wir bekennen aufrichtig, dass wir gegenüber dem jüdischen Volk, allen Verfolgten und vom Krieg Betroffenen und darüber hinaus auch gegenüber Adventisten in anderen Ländern durch unser Versagen schuldig geworden sind. Dafür bitten wir Gott und die noch lebenden Betroffenen demütig um Vergebung.“

Adventisten wollen deshalb dafür eintreten, „dass nie wieder ein Krieg gegen andere Völker von Deutschland oder Österreich ausgeht und dass niemand aufgrund von Rasse, Religion, Nationalität oder Geschlecht ausgegrenzt und benachteiligt wird“. „Dass die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät, sondern als bleibendes Mahnmal uns auch heute vor Augen steht.“ „Dass wir dazu fähig sind, die ‚Geister zu unterscheiden‘ und unseren Glauben auch dann mutig zu bekennen und konsequent
zu leben, wenn wir unsererseits in die ‚Stunde der Versuchung‘ geraten.“

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Um Frieden zu bewahren bis an die Grenzen der Diplomatie gehen

Die internationale Staatengemeinschaft und die Bündnissysteme hätten seit 1990 auf die aktuellen Konflikte noch keine befriedigenden Antworten gefunden, so die Zustandsbeschreibung. Um Deutschlands Rolle in der Welt werde gerungen – die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik müsse sich angesichts der aktuellen Krisen und gewaltsam ausgetragener Konflikte in der Ukraine, aber auch im Nahen und Mittleren Osten neuen, strategisch-politischen Fragen stellen. Deutschland werde als Bündnispartner international stärker in die Pflicht genommen und sehe sich mit neuen diplomatischen Aufgaben wie auch mit Forderungen nach zusätzlichem militärischem Engagement konfrontiert. Gefragt sei auch auf europäischer Ebene eine Strategie, die konsequent die zivilen Mittel der Krisenprävention und Konfliktbearbeitung einsetze und die militärische Intervention auf den äußersten Fall beschränke. Um Krieg zum vermeiden und Frieden zu erhalten, müsse Deutschland bis an die Grenzen diplomatischer Möglichkeiten gehen.

Die Erörterungen der Experten sind als Ergebnisse und Empfehlungen in dem Heft „… dem Frieden der Welt zu dienen“ in fünf Punkten zusammengefasst:
1. „Deutschland stellt sich seiner internationalen Verantwortung …“ – Vom Wandel der Diskurse.
2. Friedensethik: Gerechter Frieden im Spannungsfeld von Werten und Interessen.
3. Zivile Krisenprävention und Friedensförderung: Mehr als nur Absichtserklärungen?
4. Instrumente und Strukturen: Kohärenz verbessern, Kapazitäten ausbauen.
5. Friedenslogik in der Außen- und Sicherheitspolitik stärken – Ein vorläufiges Fazit.

Die Ergebnisse und Empfehlungen können abgerufen werden unter: www.evangelische-akademien.de/friedenderwelt

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Kriegsdienstverweigerung auch heute noch aktuell

Am 8.5.1945 war der 2. Weltkrieg in Deutschland zu Ende und damit die nationalsozialistische Schreckensherrschaft. Am 9. Mai 1955 trat die Bundesrepublik Deutschland der North Atlantic Treaty Organization − NATO (Organisation des Nordatlantikvertrags) bei. 1949 räumte die Bundesrepublik als erster Staat in seinem Grundgesetz dem Recht auf Kriegsdienstverweigerung Verfassungsrang ein.

Am 1. Januar 2011 wurden in Deutschland letztmalig Wehrpflichtige einberufen. Die Wehrpflicht ist in der Bundesrepublik Deutschland seither ausgesetzt. Vor gut einem Monat führte EU- und NATO-Mitgliedsland Litauen die 2008 abgeschaffte Wehrpflicht wieder ein. Der Deutsche Bundestag könnte die Aussetzung der Wehrpflicht mit einfacher Mehrheit rückgängig machen. Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes bleibe daher aktuell, gab Burggraf zu bedenken.

Für die EAK und ihre Mitglieder bedeute dies, auch künftig vorbereitet zu sein, Menschen in ihrer Entscheidung, den Kriegsdienst mit der Waffe zu verweigern oder aufgrund ihrer Gewissensbildung als Soldatin oder Soldat Dienst zu tun, zu begleiten. Das Gewissen müsse auch dann die letzte Instanz der Entscheidung bleiben, wenn es darum gehe, als Soldatin oder Soldat Befehle auszuführen oder zu verweigern, so Burggraf. Wenn in diesen Tagen für die Bundeswehr ein neues Weißbuch diskutiert werde, „gilt es das Prinzip der ‚Inneren Führung‘ und damit die ethische Ausbildung in der Armee zu bewahren, ja zu stärken“. Angesichts von Distanzwaffen und Drohnen sei hierbei manches noch radikaler zu denken als bisher.

Die EAK setze sich zusammen mit ihren Partnerorganisationen in der Evangelischen Friedensarbeit ein für die Stärkung ziviler Friedensdienste und diplomatischer Plattformen wie zum Beispiel der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), wo Interessen nicht-militärisch ausgehandelt würden.

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Freikirchenleitung der Adventisten in Niedersachsen und Bremen wiedergewählt

Die anderen Verantwortungsträger der Kirchenverwaltung wurden ebenfalls wiedergewählt. Mit zum Vorstand gehören Pastor Detlef Bendig als Sekretär (Geschäftsführer) und stellvertretender Präsident, sowie Steffen Entrich als Schatzmeister (Finanzvorstand). Pastor Dragutin Lipohar leitet die Abteilung für missionarischen Gemeindeaufbau. Pastor Alexander Vilem ist Abteilungsleiter für Kinder, Pfadfinder, Jugend und Studenten.

In Niedersachsen und Bremen gibt es 3.481 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 59 Kirchengemeinden, die von 24 Pastoren betreut werden. Nach dem Prinzip der repräsentativen Demokratie werden aus diesen Reihen die Delegierten für die Landesversammlung entsendet. Die Freikirchenleitung hat ihren Sitz in Hannover.

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Adventisten überwinden Kirchenspaltung in Ungarn

Die gemeinsame Erklärung wurde am 23. April in Pécel bei Budapest von Pastor Tamás Ócsau, Präsident der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Ungarn, und von Pastor János Cserbik, Präsident der KERAK, unterzeichnet. Darin werde, so der Pressedienst der adventistischen Kirchenleitung in Nord- und Südosteuropa „tedNEWS“, die Aufforderung der Bibel zur Einheit und Vergebung hervorgehoben und für beiderseitiges Fehlverhalten um Entschuldigung gebeten. Beide Seiten verpflichteten sich gemeinsam an der Zukunft zu bauen, um Gottes Auftrag, den er der Gemeinde Jesu anvertraut habe, zu erfüllen.

Laut „tedNEWS“ kam es 1975 während der Regierungszeit der Kommunisten zur Spaltung, als eine Gruppe junger Pastoren und Gemeindemitglieder die adventistische Kirchenleitung in Ungarn der Kollaboration mit der Regierung beschuldigte. Nach Unruhe, welche die Kirche erschütterte, seien die meisten Mitglieder dieser Gruppe ohne stichhaltige biblische Gründe aus der Kirche ausgeschlossen worden. Während des Kommunismus organisierten sich die Ausgeschlossenen als Untergrundkirche. Nach der politischen Wende in Ungarn (1989) wurden die Schismatiker als religiöse Gemeinschaft staatlich anerkannt und behielten in der Hoffnung auf eine Wiedervereinigung mit der Mutterkirche ihre adventistische Identität bei. Vor 25 Jahren entstand daraus die Christliche adventistische Gemeinschaft (KERAK), welche sich in den folgenden Jahren immer stärker von der Mutterkirche distanzierte.

Obwohl nach der kommunistischen Ära der Vorwurf der Kollaboration mit der Regierung nicht mehr erhoben werden konnte, so „tedNEWS“, entfernten sich beide adventistischen Gemeinschaften immer mehr voneinander. Jahrelange Bemühungen der Weltkirchenleitung und der Leitung in Nord- und Südosteuropa (TED) der Adventisten konnten die Spaltung nicht beheben. Zwar hätten sich etliche Ortsgemeinden und auch Pastoren der KERAK der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten wieder angeschlossen, doch die Leitung der KERAK sei selbst nach intensiven Gesprächen um Einigung auf Distanz geblieben. Erst Gespräche mit einer neuen Generation von KERAK-Leitern im Jahr 2011 hätten einen Durchbruch erzielt, sodass jetzt die gemeinsame Erklärung unterzeichnet werden konnte.

Die Christliche adventistische Gemeinschaft (KERAK) in Ungarn besteht aus sechs Verwaltungsregionen mit 79 Gemeinden und 1.620 Mitgliedern.

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten wurde 1912 in Ungarn gegründet. Es versammeln sich 4.684 erwachsen getaufte Mitglieder in 105 Kirchengemeinden zum Gottesdienst. Die dortigen Adventisten unterhalten ein Theologisches Seminar, ein Verlagshaus sowie ein Alten- und Pflegeheim.

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150 Jahre ganzheitliche Gesundheitsförderung - monatliche Tipps

„Ganzheitlichkeit“ kein Modebegriff
Für die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sei der Begriff „Ganzheitlichkeit“ kein Modebegriff, so Rohde. Die Einheit von Körper, Seele, Geist sowie sozialen Aspekten sei stets als Grundlage eines umfassenden Gesundheitsbegriffes betrachtet worden.

„Zu einer Zeit, als Tabak noch zur Heilung von Atemwegserkrankungen und Portwein zur Stärkung einer schwächlichen Gesundheit ärztlich verordnet wurden, entschieden sich Adventisten zur Abstinenz“, schreibt Rohde auf der LLG-Webseite. Und bevor Bakterien und Viren entdeckt worden seien, hätten sie sinnvolle hygienische Standards entwickelt.

John Harvey Kellogg
Laut Rohde war der adventistische Arzt John Harvey Kellogg, Erfinder der Erdnussbutter und Cornflakes, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts massgeblich an der Entwicklung des Battle Creek Sanitariums, Michigan/USA, beteiligt gewesen. Diese Einrichtung habe damals das Vertrauen sowohl der einfachen Bevölkerung als auch der obersten Zehntausend genossen, so der LLG-Vorstandsvorsitzende.

Videoclips
Mit monatlichen Videoclips will die Gesundheitsabteilung der Kirche Inputs für ein langes, gesundes und glückliches Leben geben, denn dies habe viel mehr mit den Lebensstilentscheidungen zu tun, die jeden Tag getroffen würden, als mit großen Entscheidungen. Die Videoclips sind ebenfalls unter www.secretsofwellness.org abrufbar.

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