Friedensverbände fordern: Keine Konzerte der Bundeswehr in Kirchen

Wenn die Bundeswehr Konzerte in Kirchen durchführe, werbe sie damit zugleich auch für ihr militärgestütztes Sicherheitskonzept, befürchten die beiden Friedensverbände. „Sie nutzt dabei die besondere Ausstrahlung und Prägung des Kirchenraumes für ihre Öffentlichkeitsarbeit und bedient sich des positiven Ansehens der Kirche in weiten Teilen der Bevölkerung“, kritisiert Münchow. Auch vermuten AGDF und EAK durch solche Konzerte eine Möglichkeit der Nachwuchsgewinnung für die Bundeswehr angesichts der zunehmend problematischen Personalsituation bei den Streitkräften.

AGDF und EAK regen darüber hinaus an, in den Kirchengemeinden, wo bereits solche Militärkonzerte stattgefunden haben, einen Diskussionsprozess über die Rolle des Militärs in der deutschen Politik und über das Verhältnis von Kirche und Militär zu führen. Es gehe auch darum, in welcher Weise zivile statt militärische Konfliktlösungen in Kirchgemeinde und Öffentlichkeit bekanntgemacht und diskutiert werden können. „Wir brauchen eine kritische Auseinandersetzung aufgrund unterschiedlicher Sicherheitskonzepte“, betont Horst Scheffler. In der Friedensdenkschrift habe sich die Evangelische Kirche in Deutschland vorrangig für gewaltfreie Konfliktbearbeitung ausgesprochen, um kriegerische Auseinandersetzungen zu vermeiden, fügt der AGDF-Vorsitzende hinzu.

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Baden-Württemberg nimmt traumatisierte Frauen aus dem Nordirak auf

Nach IGFM-Angaben soll den Frauen ein Sonderbleiberecht Chancen eröffnen, ein selbstbestimmtes neues Leben zu beginnen. Die überwiegende Zahl der bisher aufgenommenen 248 Frauen seien Jesidinnen, aber es gebe auch vereinzelt Christinnen und Schiitinnen, die von Kämpfern des „Islamischen Staats“ missbraucht und ausgebeutet worden seien. Laut einer Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg ist das jüngste Vergewaltigungsopfer acht Jahre alt.

70 weitere Frauen seien bereits identifiziert worden und sollen im September aufgenommen werden. Die Auswahl finde nach klar festgelegten Kriterien statt und soll gewährleisten, dass die Frauen unabhängig von Ethnie oder Religion ausgewählt würden, sagte Staatssekretär Klaus-Peter Murawski in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

Die Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte IGFM unterstützt nach eigenen Angaben diese Initiative in Deutschland und im Irak. http://www.igfm.de/

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Neuer freikirchlicher Senderbeauftragter beim MDR

Michael Schubach, 1967 in Zwickau geboren, studierte in Hamburg und in Elstal bei Berlin Theologie. Er wirkte in den Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden Leichlingen-Kuhle in der Nähe von Köln und in Freiberg in Sachsen als Pastor. Vier Jahre lang leitete er den Landesverband Sachsen im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Seit 2013 ist er als Regionalreferent des BEFG für missionarische Projekte und Gemeindeaufbau im Osten Deutschlands unterwegs. Er unterstützt dort Gemeinden des BEFG in deren missionarisch-diakonischen Aufgaben. Dazu gehöre mit den Gemeinden individuelle Konzepte zu entwickelt, die auf die Situation vor Ort zugeschnitten sind. Es sei ihm ein besonderes Anliegen, „mit Verantwortlichen vor Ort nach einladenden Ausdrucksformen des Evangeliums in Wort und Tat zu suchen und kreative Missionsprojekte zu initiieren“.

Das Evangelium neu in Worte zu fassen, wäre für Pastor Schubach seit langem auch sein Anliegen als Andachtssprecher im MDR. Dieser Aufgabe werde er sich nun mit einer Teilzeitanstellung als Senderbeauftragter noch intensiver widmen.

Michael Schubach tritt die Nachfolge von Christoph Maas an, der 13 Jahre lang freikirchlicher Senderbeauftragter beim MDR war. Maas übernahm Mitte 2014 die Pastorenstelle in der Freien evangelischen Gemeinde Niederdieten, ein Ortsteil der Gemeinde Breidenbach im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen. Die Vakanz überbrückte unter anderem Professor Johann Gerhardt, früherer Rektor der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg.

Im Rundfunk und Fernsehen des MDR werden auch freikirchliche Beiträge in unterschiedlichen Programmen und von verschiedenen Funkhäusern ausgestrahlt. Dazu gehören Gottesdienste und Andachten („Wort zum Tag“). An diesen Sendungen des Mitteldeutschen Rundfunks sind die folgenden Kirchen und Freikirchen beteiligt: Alt-katholische Kirche, Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Bund Freier evangelischer Gemeinden, Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden, Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine, Evangelisch-Lutherische Freikirche, Evangelisch-methodistische Kirche, Evangelisch-reformierte Kirche, Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche.

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Hope Channel-Fernsehen ab September in hochauflösender Qualität

Mit dem Wechsel ins HD-Fernsehen sendet das Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“, Träger des Hope Channel, ab September deutlich schärfere Bilder in die Haushalte. „Das Senden in HD-Qualität ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft“, so Klaus Popa, Geschäftsführer „Stimme der Hoffnung e.V.“. „Neben der höheren Bildqualität werden Zuschauer auch davon profitieren, dass der Hope Channel leichter in den Senderlisten zu finden sein wird.“

HOPE Channel TV HD ist über die ORS-Plattform am ASTRA-Satelliten auf 19,2° Ost über den Transponder (Frequenz: 11.244 GHz, horizontal) zu empfangen. Bis 31.10.2015 kann über den bisherigen SD-Kanal das HOPE Channel Programm weiter empfangen werden.

Hope Channel ist ein Radio- und TV-Sender der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der vom Medienzentrum „Stimme der Hoffnung e. V.“ (Sitz in Alsbach-Hähnlein b. Darmstadt) betrieben wird. Der Sender gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile über 30 nationalen Sendern besteht.

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Ganzheitliche Gesundheitsförderung - monatliche Tipps

„Ganzheitlichkeit“ kein Modebegriff
Für die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sei der Begriff „Ganzheitlichkeit“ kein Modebegriff, so Rohde. Die Einheit von Körper, Seele, Geist sowie sozialen Aspekten sei stets als Grundlage eines umfassenden Gesundheitsbegriffes betrachtet worden.

Die einminütigen Videoclips von Mai bis August beschäftigen sich mit Übergewicht bei Kindern, den Vorteilen vegetarischer Ernährung, dem bereichernden Einfluss positiven Denkens auf das Lebensgefühl und der Wichtigkeit von Pausen, Ruhe und Erholung.

„Gesunde Kinder = Glückliche Kinder“ (Videoclip Mai)
„Fettleibigkeit in der Kindheit ist weltweit zu einem häufigen Problem geworden“, heißt es im Trailertext zum Mai-Videoclip. Die Folgen der Fettleibigkeit bei Kindern seien Gelenkbeschwerden, Tagesschläfrigkeit, Leistungsabfall in der Schule, ein niedrigeres Selbstwertgefühl und geringeres Selbstvertrauen.

Demnach sei ungesunde Ernährung bei Kindern weit verbreitet. In Europa ließen 9 Prozent der Kinder das Frühstück aus, 21 Prozent würden nicht regelmäßig Obst oder Gemüse essen und 43 Prozent konsumierten häufig zuckerhaltige Getränke. Zudem leiste der Fernsehkonsum nicht nur dem Bewegungsmangel Vorschub, sondern setze die Kinder auch der Werbung für Junk-Food und ungesunde Getränke aus. Deshalb sie regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf von Bedeutung für ein gutes Gewichtsmanagement bei Kindern.
Videoclip Mai: https://www.youtube.com/watch?t=16&v=AoU4vGY0B_E

„Optimiere deine Ernährung!“ (Videoclip Juni)
Zu den Geheimnissen eines langen Lebens gehörten unter anderem regelmäßige Bewegung und eine pflanzenbasierte Ernährung, heißt es im Juni-Clip. Eine Gesundheitsstudie habe gezeigt, dass eine vegetarische Ernährung das Risiko für Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Fettleibigkeit, Diabetes und Krebs vermindere.

In einer ausgewogenen vegetarischen Ernährung stünden regelmäßig Hülsenfrüchte, Vollgetreide, Obst, Gemüse, Nüsse und Samen auf dem Speiseplan. Es komme aber nicht nur darauf an, was man esse, sondern auch, dass man zwischen den zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag nichts esse, und schon gar nicht spät am Abend. Videoclip Juni: https://www.youtube.com/watch?v=-dcZ0GUs4K8

„Was wir denken, ist nicht egal!“ (Videoclip Juli)
Positives Denken sei mehr, als einfach nur zufrieden zu sein. Dies belegten Studien, heißt es im Text des Trailers zum Juli-Clip. Zudem wirke sich unsere Einstellung langfristig auf Arbeit, Gesundheit und das ganze Leben aus. Negative Gedanken hingegen würden den Verstand einengen und verhindern, dass wir Problemlösungen sähen. „Positive Gedanken dagegen weiten unseren Sinn für vorhandene Möglichkeiten und helfen uns, Alternativen zu erwägen“, so der Text. Ein Vorteil positiven Denkens bestehe in der gesteigerten Fähigkeit, Talente zu entfalten und Ressourcen zu entwickeln.
Videoclip Juli: https://www.youtube.com/watch?t=62&v=k8a1Hy05Y6k

„Ruhe für unsere Ruhelosigkeit!“ (Videoclip August)
Um einem Burnout vorzubeugen, heißt es im August-Clip, sei es wichtig, ein Bewusstsein für Ruhe und Erholung zu entwickeln. Pausen, Bewegung und Wasser zu trinken, würden die Müdigkeit mindern und die Leistungsfähigkeit erhöhen.

Glühbirne und Bildschirm würden uns um die Nachtruhe bringen. Sieben bis acht Stunden Schlaf erhöhten demnach die Lebensqualität und würden Krankheiten vorbeugen. Wichtig sei auch der Wochenrhythmus mit dem wöchentlichen Ruhetag, dem Sabbat (Samstag). Dieser Tag biete Ruhe für Körper, Seele und Geist sowie Zeit für Begegnung und Liebe. Abschalten sei der Schlüssel zur Erholung und bedeute, sich mental und emotional von Belastungen zu distanzieren.
Videoclip August: https://www.youtube.com/watch?t=37&v=7DxTo4bEVuU

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Waldenser: Reaktion auf Vergebungsbitte des Papstes

Franziskus hatte bei seinem Besuch in Turin am 22. Juni als erster Papst eine Kirche der Waldenser aufgesucht, zu einem Neuanfang in den ökumenischen Beziehungen aufgerufen und um Vergebung gebeten. Wörtlich sagte er damals: „Seitens der katholische Kirche bitte ich euch um Vergebung. Ich bitte um Vergebung für Handlungen und Haltungen, die unchristlich, ja unmenschlich waren, die wir im Laufe der Geschichte euch gegenüber verübt haben. Im Namen Jesu Christi, vergebt uns!“

Die waldensischen Synodalen werten die Äußerung des Papstes als „klaren Willen, ein neues Kapitel mit unserer Kirche zu beginnen, das anders ist als das der Vergangenheit“. Man müsse zu einer „versöhnten Verschiedenheit“ gelangen, die ein „gemeinsamen Zeugnis für unseren Herrn Jesus Christus erlaubt“. Und weiter heißt es in der Erklärung, die demnächst dem Papst zugeleitet werden soll: „Unsere Kirchen sind bereit, gemeinsam an dieser Geschichte zu schreiben, die auch für uns neu ist.“

Die bis auf das Mittelalter zurückgehende Glaubensgemeinschaft wurde über Jahrhunderte unterdrückt und ihre Mitglieder von der katholischen Kirche als Häretiker verfolgt.

Nach Angaben des wissenschaftlichen Mitarbeiters der Deutschen Waldenservereinigung leben in Italien rund 20.000 sowie in Argentinien und Uruguay 7.000 Mitglieder. In Italien bilden die Waldenser seit 1979 mit den Methodisten eine gemeinsame Kirche, die Chiesa Evangelica Valdese (Englisch: Union of the Methodist and Waldensian Churches). Die Waldenser gelten als die ersten evangelisch-reformierten Christen in Europa. Sie waren schon da, bevor Martin Luther 1517 in Wittenberg die Reformation einleitete.

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Mehrheit der Schweizer Bevölkerung will keine Tabakwerbung mehr

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit BAG hat am 25. August eine repräsentative Studie publiziert, bei der im Jahr 2014 rund 5.000 Personen bezüglich politischer Maßnahmen zur Tabakprävention befragt wurden. Ein generelles Werbeverbot für Tabak wird demnach von 53 Prozent der Befragten unterstützt und von 45 Prozent abgelehnt. Seit der Umfrage 2012 ist die Zustimmung für ein generelles Werbeverbot von knapp 48 auf 53 Prozent im Jahr 2014 gestiegen.

Dies sei als klares Signal an die Politik zu werten, denn die Bevölkerung in der Schweiz gehe bei der Einschränkung der Tabakwerbung weiter als der Bundesrat, so die Stiftung Sucht Schweiz. Im Entwurf des neuen Tabakproduktegesetzes soll nur die Werbung auf Außenplakaten, in Printmedien sowie im Kino verboten werden. Aktivitäten im Bereich Sponsoring und Verkaufsförderung, einschließlich jener an den Verkaufsstellen, wären weiterhin weitgehend möglich.

Umfassendes Vermarktungsverbot reduziert Tabakkonsum
Diese Haltung der Mehrheit der Bevölkerung deckt sich laut der Präventionsstiftung mit den Forderungen, die Mitglieder der Allianz für ein starkes Tabakproduktegesetz seit längerem stellen. Die Schweiz habe bereits im Jahr 2004 die WHO-Rahmenkonvention zur Eindämmung des Tabakgebrauchs unterzeichnet, sei aber eines der letzten europäischen Länder, das diese noch nicht ratifiziert habe. Dieses Abkommen beinhaltet: keine Werbung, kein Sponsoring und auch sonst keine Promotionsmaßnahmen für Tabakwaren. Studien hätten gezeigt, dass ein umfassendes Vermarktungsverbot das Rauchen reduzieren könne.

Tabakindustrie verlagert Promotionsaktivitäten in andere Kanäle
Dass sämtliche Lebensbereiche frei von Tabakwerbung würden, sei nötig, weil die Zigarettenhersteller ihre Promotionsaktivitäten bei Teilverboten in andere Kanäle verlagern würden, so Sucht Schweiz, und zwar meist dorthin, wo sie sehr junge Menschen erreichten: Mit Gratismustern und Wettbewerben, an Privatpartys, auf Einladungen zu Veranstaltungen, mit individuellen Mails, in Social Media. Dies habe eine Untersuchung des Centre d’information pour la prévention du tabagisme CIPRET nachgewiesen.

Tabakkonsum in Deutschland
Nach Angaben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung sterben in Deutschland jährlich etwa 110.000 Menschen an den direkten Folgen des Rauchens. Zusätzlich sei von etwa 3.300 Todesfällen durch Passivrauchen auszugehen. Um Jugendliche dauerhaft vom Rauchen abzuhalten, sind nach Meinung des Deutschen Krebsforschungszentrums weitere gesetzliche Maßnahmen zur Tabakprävention notwendig. Dazu gehörten ein umfassendes Tabakwerbeverbot, weitere deutliche Tabaksteuererhöhungen, ein Nichtraucherschutzgesetz ohne Ausnahmen und die Einführung großer bildgestützter Warnhinweise.

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ADRA Serbien vermittelt Flüchtlingen verlässliche Informationen und psychosoziale Hilfe

Mit dem Start eines täglich geöffneten Asyl-Informationszentrums im Stadtteil Savski Venac in Belgrad wolle man den Flüchtlingen verlässliche Informationen zum Asylwesen und zu serbischen Asylaufnahmezentren vermitteln. Damit wolle man die Flüchtlinge von Schleppern und anderen Akteuren, die Profit aus dem Elend der Flüchtlinge schlagen wollten, unabhängig machen, teilte ADRA Serbien mit. Zusätzlich würden auch mobile Informationsteams an den Brennpunkten eingesetzt. Laut ADRA Schweiz werde im Informationszentrum auch psychosoziale Unterstützung angeboten, da ein Teil der Flüchtlinge traumatisiert sei.

„Die Informationsarbeit hat Anfang August begonnen“, sagte Igor Mitrovic, Geschäftsleiter von ADRA Serbien. „Wir haben bereits 2.000 Personen über ihre Rechte und das Asylverfahren informiert und sie bei Kontakten mit Ärzten, der Polizei und zu anderen Stellen begleitet“, so Mitrovic. Beim Informationszentrum könnten die Einwohner von Belgrad auch Hilfsgüter für die Flüchtlinge abgeben.

Das Zentrum umfasst nach Angaben von ADRA Serbien einen 120 Quadratmeter großen Raum mit umlaufender Galerie, welcher von den Behörden des Stadtbezirks Savski Venac zur Verfügung gestellt wird. Laut Mitrovic ist ein weiterer Informationsstützpunkt direkt beim stark frequentierten Park des Busbahnhofs geplant und später eine Tagesstruktur für Frauen und Kinder.

Sprachprobleme als größtes Hindernis
Laut ADRA Serbien sind die ersten Übersetzer aus den Herkunftsländern der Flüchtlinge rekrutiert worden, die auch fließend Serbisch sprechen. Alle relevanten Informationen sollen in sechs Sprachen zur Verfügung stehen: Arabisch, Urdu, Farsi, Paschtu, Englisch und Französisch. Viele Flüchtlinge übernachteten temporär in Wohnungen, welche sie sich teilten, so ADRA Schweiz. Das führe gelegentlich zu Spannungen mit den Anwohnern, da die Flüchtlinge die üblichen Gepflogenheiten nicht kennen und deshalb auch nicht respektieren würden. Die sechssprachigen Informationsblätter sollen helfen, die Spannungen mit der lokalen Bevölkerung abzubauen.

Immer mehr Flüchtlinge auf der Westbalkan-Route
2011 haben nach Angaben von ADRA Schweiz 3.139 Menschen Asyl in Serbien beantragt. 2014 seien es schon 16.490 Menschen gewesen und in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 liege die Zahl der Asylanträge in Serbien bei 37.391. Es werde geschätzt, dass sich rund 30 Prozent der Flüchtlinge auf der Westbalkan-Route nicht in Serbien registrieren lassen, sondern möglichst bald über Ungarn in ein anderes EU-Land weiterreisen wollten.

Projektpartner
ADRA Serbien arbeitet laut eigenen Angaben bei diesem Projekt eng mit den Behörden des Stadtteils Savski Venac, dem Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge UNHCR, dem Belgrader Zentrum für Menschenrechte sowie mit der Nichtregierungsorganisation Klikaktiv zusammen. Ein Teil der Projektkosten wird von ADRA Schweiz getragen.

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ADRA Madagaskar will mit mobiler Zahnklinik helfen

Die mobile Zahnklinik sei mit allen zahnmedizinischen und technischen Geräten ausgerüstet und könne die nötigen zahnärztlichen Versorgungen anbieten, teilte ADRA Madagaskar mit. Das Hilfswerk habe mit dem Gesundheitsministerium ein Abkommen geschlossen, welches ADRA Zahnpflegekampagnen und Behandlungen in isolierten Gegenden ermöglicht, um dort die Zahngesundheit zu fördern. In den kommenden Monaten sollen ICH-Zahnärzte aus den USA anreisen und die erste Kampagne durchführen. Madagassische Zahnärzte sollen dabei in die Handhabung der mobilen Klinik eingeführt und ADRA-Mitarbeitende im Umgang und Unterhalt des Lastwagens geschult werden. ADRA International (USA) habe die Kosten für den Transport der mobilen Zahnklinik übernommen.

ADRA Madagaskar
ADRA Madagaskar ist eines von rund 130 Landesbüros des weltweiten ADRA Netzwerks und wurde vom Staat 1992 als Nichtregierungsorganisation anerkannt. ADRA Madagaskar konzentriert sich auf Projekte der Ernährungssicherheit, Existenzsicherung, Gesundheit, Bildung und Nothilfe, vorwiegend in den östlichen, zentralen und südlichen Regionen des Landes. Das Hilfswerk hat Büros in der Hauptstadt Antananarivo, in Fianarantsoa im südlichen, zentralen Plateau sowie in Betroka im Süden der Insel.

Mehr Infos zu ADRA Madagaskar: www.adra.mg
Facebook: https://www.facebook.com/ADRA.Madagascar
Twitter: https://twitter.com/ADRAMadagascar

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„Begeistern für die Menschlichkeit “ - Welttag der humanitären Hilfe

Mach mit – mach einen Unterschied
Neben der Absicht, mit dem Welttag der humanitären Hilfe am 19. August die Leistung der Mitarbeitenden von humanitären Organisationen sowie deren Gefährdung bewusst zu machen, wolle der Welttag laut UNO auch einen Impuls setzen. Demnach sollen möglichst viele Menschen auf der Welt an diesem Tag etwas Gutes tun: Benachteiligten Personen wie Obdachlosen helfen, Kranke sowie Alte besuchen oder unterstützen und darüber auf den eigenen sozialen Netzwerken berichten. Damit solle das Anliegen der humanitären Hilfe multipliziert werden: #ShareHumanity

„In einer Welt, die immer mehr digital vernetzt ist, hat jeder von uns die Möglichkeit sowie die Verantwortung, unsere Mitmenschen anzuregen, damit sie bereit werden anderen zu helfen und eine menschlichere Welt zu bauen“, so Ban Ki-moon, UNO-Generalsekretär.

Beschenkte schenkt weiter
Eine alte Frau, die durch den Hurrikan Sandy auf Haiti alles verloren habe, sei von ADRA während drei Monaten mit Nahrungsmitteln versorgt worden, berichtete Samuel Ndikumana (Burundi) in einem Interview mit ADRA Schweiz zum Welttag der humanitären Hilfe. Zusätzlich habe die alte Frau Saatgut erhalten, um ihre Felder zu bestellen, sowie eine Ziege. Ein Jahr später habe die Ziege Junge bekommen. Sie habe ihrer Nachbarin eine Ziege geschenkt, weil diese keine erhalten hatte.

Solche Erfahrungen in der humanitären Arbeit machten ihm Freude, so Ndikumana. Er leide aber darunter, wenn er jeweils sehe, dass die bescheidenen Mittel nicht ausreichten, um allen zu helfen. Samuel Ndikumana hat während knapp vier Jahren die Projekte (Nothilfe, Abwasserreinigung, Hygiene und Existenzsicherung) von ADRA Schweiz in Haiti beaufsichtigt. Vollständiges Interview unter: http://ow.ly/QZOfY

Die Landesbüros der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, ADRA Österreich und ADRA Schweiz helfen Menschen in Not unabhängig von deren Volkszugehörigkeit, Hautfarbe, Geschlecht, Religion oder politischen Ausrichtung. Ausschlaggebend für die Hilfe sei die Not oder der Grad der Bedürftigkeit. ADRA hilft mit Nothilfeprojekten nach Katastrophen, die durch Naturereignisse oder menschliche Einflüsse verursacht wurden. In der zweiten Phase geht es um den Wiederaufbau und anschließend wird mittels Projekten der Entwicklungszusammenarbeit geholfen.

Informationen über die Projekte der drei deutschsprachigen ADRA-Landesbüros:
ADRA Deutschland: http://www.adra.de/projekte/
ADRA Österreich: http://www.adra.at/hilfsprojekte.html
ADRA Schweiz: http://www.adra.ch/de/activities/

Welttag der humanitären Hilfe
Im Jahr 2008, auf der 63. Sitzung der UNO-Generalversammlung, wurde der Welttag der humanitären Hilfe im Gedenken an die Bombardierung des UN-Hauptquartiers in Bagdad/Irak, am 19.8.2003, jenen gewidmet, die im humanitären Einsatz ihr Leben verloren haben oder weiterhin in diesem Einsatz stehen. Beim Anschlag in Bagdad verloren der UN-Sondergesandte Sergio Vieira de Mello und 21 weitere Mitarbeiter ihr Leben.

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ADRA unterrichtet Kinder im Flüchtlingslager Baharka im Nordirak

Freiwillige Lehrpersonen von ADRA Kurdistan unterrichteten die Vier- bis Fünfjährigen mit Unterrichtsmaterial, welches UNICEF zur Verfügung stelle, gemäß den Vorgaben der regionalen Behörden, sagte Leyn Gantare, Direktor des lokalen ADRA-Büros.

Das Hilfswerk verteile den 400 Kindern täglich auch eine nahrhafte Mahlzeit, organisiere Freizeitaktivitäten wie sportliche Wettkämpfe, Zeichenwettbewerbe, Musikveranstaltungen und Spiele.

„Solche Aktivitäten ermöglichen es den Kindern, sich selbst auszudrücken und mit anderen Kindern in Kontakt zu bleiben “, so Gantare. Die Freizeitaktivitäten richteten sich vor allem an Mädchen sowie an Kinder mit Behinderungen.

Mikrokredite
Neben dem Engagement für Kinder biete ADRA Kurdistan Familien Mikrokredite, die es ihnen im Lager ermöglichten, ihr eigenes kleines Unternehmen zu starten, teilte die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review AR mit. Sozialarbeiter von ADRA begleiteten die Geschäftsinhaber regelmäßig und lehrten sie Finanzmanagement sowie Unternehmensführung.

Sprachkurse in Kurdisch, Sensibilisierungskampagnen, Kinderheirat
Im Weiteren biete ADRA Erwachsenen und Kindern Sprachkurse in Kurdisch an, um ihnen die Integration in die lokale Gesellschaft zu erleichtern. In der Region biete das Hilfswerk auch Sensibilisierungskampagnen über die Wichtigkeit des Schulbesuchs von Kindern an, zur Rücksichtnahme im Zusammenleben sowie auf Menschen mit Behinderungen und über die Gefahren von Kinderheiraten.

Im Baharka Camp leben laut ADRA Kurdistan rund 3.650 Personen oder 730 Familien. Das Lager wurde im Juli 2014 eröffnet. ADRA arbeitet dort seit sechs Monaten mit UNICEF zusammen. In der teilautonomen Region Kurdistan gibt es verschiedene Flüchtlingslager. In ihnen suchen rund 1,5 Millionen Iraker Zuflucht vor islamistischen Terrorgruppen. Es leben dort auch 250.000 Syrer, die vor der Gewalt in ihrem Land in den Irak geflohen sind.

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Sturm trifft Pfadfinder-Zeltlager: 140 Personen evakuiert

Die Pfadfinder kehrten gerade per Bus von einem Ausflug zu Sehenswürdigkeiten in der Schweiz zurück, als der Sturm alles durchnässt und die Zelte bereits beschädigt hatte, heißt es in einer EUD-Mitteilung. Die Jugendlichen durften den Bus nicht verlassen und wurden für die Nacht durch Polizei und Feuerwehr in die örtliche Zivilschutzunterkunft von Estavayer-le-lac evakuiert. Die Feuerwehr bot den Pfadfindern zusätzlich Raum an, damit sie die nassen Schlafsäcke, Kleider und andere Utensilien trocknen konnten.

Auf dem gleichen Lagerplatz fand letzte Woche, vom 3. bis 9. August, das internationale Camporee mit rund 2.300 Pfadfindern aus 20 Ländern statt. Die Delegationen aus Baden-Württemberg (85 Teilnehmende) und Bayern (55 Personen) haben an das Camporee eine zusätzliche Woche am Neuenburgersee angehängt: unter anderem, um Sehenswürdigkeiten in der Schweiz zu besichtigen. Da das Lager der Pfadfinder aus Bayern stärker vom Sturm betroffen wurde, haben sich die Leitenden entschieden, das Lager vorzeitig zu beenden und bereits am 14. August nach Hause zu fahren. Die Delegation aus Baden-Württemberg wird das Lager wie geplant am 16. August beenden.

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Adventistischer Sender „Hope Channel“ auch auf „Samsung Smart TV“

Auf dem Smart TV, einem Fernseher mit Computer-Zusatzfunktionen, ist es nach Installation der „Smart TV App“, einer kostenlosen Anwendungssoftware, möglich, „Hope Channel Deutsch“ auch ohne Satellitenempfang oder digitales Fernsehen zu sehen. Sendungen aus der Mediathek können jederzeit abgerufen werden. Nach Angaben des Senders stehe neben Mediathek und Livestreams auch eine Übersicht über das Fernsehprogramm zur Verfügung.

Das Angebot sei für Nutzer in ganz Europa ab sofort verfügbar; in den USA schon seit einem Jahr. In der weltweiten Senderfamilie strahlen derzeit 36 Hope Channel-Kanäle ihre Programme in den jeweiligen Landessprachen aus. Die App biete auch Zugriff auf Kanäle mit Programmen in Englisch, Rumänisch, Spanisch, Portugiesisch oder Arabisch.

Die „Smart TV App“ steht als Vollversion zum kostenlosen Download im Samsung App Store zur Verfügung (www.samsung.com/us/appstore/app/G00017764365).

„Hope Channel Deutsch“ ist eine Einrichtung des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, das seinen Sitz in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt hat.

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Der „Islamische Staat“ hat in Syrien 22 Christen freigelassen

Gemäß Open Doors seien im Februar 2015 über 200 assyrische Christen aus mehreren Dörfern nahe der Stadt Al-Hasaka, im äußersten Nordosten von Syrien, gefangen genommen worden. Laut der Menschenrechtsorganisation „Syrian Observatory for Human Rights“, mit Sitz in Großbritannien, konnten Stammesführer die Freilassung erwirken.

Nach Angaben der „Assyrian Federation of Sweden“ seien von den im Februar Entführten zwischenzeitlich 45 freigekommen. Es seien trotzdem noch mehr als 150 Christen in Gefangenschaft des IS.

In der letzten Woche sind laut Open Doors weitere 60 Christen aus der Stadt Quaryatayn, rund 100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Damaskus, nach der Einnahme der Stadt durch den IS entführt worden. 30 der Entführten seien inzwischen wieder freigelassen worden, das Schicksal der anderen Geiseln sei unbekannt.

Vor Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien hätten 30.000 Assyrer in Syrien gelebt, meist in 35 Dörfern und Städten in der Gegend von Al-Hasaka, so Open Doors.

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„Brot für die Welt“ legt Jahresbericht 2014 vor

Neben Spenden und Kollekten (55,7 Mio.) erhielt „Brot für die Welt“ 2014 Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes (51,4 Mio.) und Beiträge Dritter (123,5 Mio.), vor allem aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Insgesamt standen dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen und Freikirchen 254,8 Millionen Euro zur Verfügung, 14 Millionen mehr als 2013. Davon flossen 94,5 Prozent in die Projektarbeit.

Die Ausgaben für Werbung, allgemeine Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung lagen bei 5,5 Prozent. Das sei sehr effektiv und „oberste Liga“, so Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von „Brot für die Welt“, bei der Präsentation der Jahresbilanz am 12. August in Berlin. Damit läge „Brot für die Welt“ in der besten Kategorie („niedrig“) des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI), welches das DZI-Spendensiegel vergibt.

Das Thema Flüchtlinge prägt derzeit auch die Arbeit von „Brot für die Welt“. Füllkrug-Weitzel: „Die langfristige Arbeit an Konflikt- und Fluchtursachen bewegt uns und unsere Partner im Moment sehr.“ Als Ursachen dafür, warum Menschen gezwungen werden, Ihre Heimat zu verlassen, nannte die Präsidentin des Hilfswerks zum einen die aggressive und unfaire Durchsetzung von Wirtschaftsinteressen, die Menschen ihrer Lebensgrundlagen beraube. Es bräuchte endlich auch klare Regeln: „Weltweites Wirtschaften darf nicht weiter auf Kosten von Menschen und Umwelt gehen“.

Zum anderen seien Kriege und Gewalt in Krisenregionen eine weitere Fluchtursache. Füllkrug-Weitzel warnte in ihrem Statement davor, Entwicklungshilfe gegen sichere Fluchtwege und die Aufnahme von Flüchtlingen in Europa auszuspielen: „Verantwortlich für Armut und Gewalt und damit letztlich auch für Flucht sind soziale und internationale Ungleichheit und Ungerechtigkeit, politische Instabilität und Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen. Hier ist eine langfristige Transformation der Politik im Norden und im Süden nötig.“

In ihrem Appell sprach sich Füllkrug-Weitzel auch gegen die Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung aus: „Wer Fluchtursachen bekämpfen will, muss unterlassen, was Menschenrechtsverletzungen und Gewalt befördert, zum Beispiel eine falsche Rüstungsexportpolitik.“ Es müsse mehr Gewicht auf die Konfliktbearbeitung durch gewaltfreie Mittel gelegt werden.

„Brot für die Welt“ wurde 1959 gegründet. Das evangelische Hilfswerk unterstützt Menschen unabhängig von ihrer Volks- oder Religionszugehörigkeit. Schwerpunkte sind die Überwindung von Hunger, die Bewahrung der Schöpfung und die Förderung von Demokratie, Frieden und Menschenrechten.

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Frauenordination: Trotz Wachstumsschmerzen - gemeinsam wachsen

Obwohl Gott Frauen in den Pastorendienst berufen habe, müsse die Entscheidung der Weltsynode vom Juli 2015 respektiert werden, heißt es in der am 11. August veröffentlichten EUD-Stellungnahme zur Entscheidung der Weltsynode. Es sei jetzt nicht der Zeitpunkt, sich durch endlose und ergebnislose Diskussionen gegenseitig zu verletzen, zumal diese entzweiend wirkten. Es gehe vielmehr darum, Enttäuschte zu trösten und schmerzende Wunden zu heilen. Wichtiger als die Ordination sei das Privileg, unabhängig vom Geschlecht mit Gott zusammenarbeiten zu dürfen und den Auftrag zu erfüllen, den er anvertraut habe.

„Erinnern wir uns daran, dass wir einer Weltkirche angehören“, deren 13 teilkontinentalen Kirchenleitungen „bewusst entschieden haben, trotz der Wachstumsschmerzen, gemeinsam zu wachsen“, so die Intereuropäische Kirchenleitung.

Der Exekutivausschuss der Adventisten in West- und Südeuropa (EUD) hatte bei seiner Jahressitzung im November 2013 als einzige der weltweit 13 teilkontinentalen Kirchenleitungen einstimmig die Ordination von Frauen zum Pastorendienst empfohlen, sofern diese in der jeweiligen Kirchenregion akzeptiert werde. Andere Kirchenleitungen im Weltnorden haben damals die Frauenordination, je nach Akzeptanz der teilkontinentalen Kirchenleitung, mehrheitlich empfohlen, jene im Weltsüden lehnten diese mehrheitlich ab.

Adventistische Pastorinnen: Segnung aber keine Ordination
Frauen können auch künftig nach ihrem mehrjährigen Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Pastorinnen „gesegnet“ und damit beauftragt werden, Amtshandlungen wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung vorzunehmen – doch ist diese Vollmacht örtlich begrenzt. Während die Ordination von Pastoren innerhalb der Freikirche weltweit Gültigkeit hat, dürfen gesegnete Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehören, welche die Segnung auch praktiziert. Ordiniert zum weltweiten Dienst werden lediglich männliche Geistliche. Nur sie dürfen in kirchenleitende Ämter, etwa als Präsident einer „Vereinigung“ oder eines „Verbandes“ (regionale beziehungsweise überregionale Kirchenleitung) berufen werden, da hierfür die Ordination notwendig ist.

Die Stellungnahme der Intereuropäischen Kirchenleitung auf Englisch:
http://news.eud.adventist.org/all-news/news/go/2015-08-11/lets-continue-to-grow-together/

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Adventistischer Hilfseinsatz in Überschwemmungsgebieten in Myanmar

Die Regierung Myanmars hatte um internationale Unterstützung gebeten. „Da mit weiterem Monsunregen in diesem Monat zu rechnen ist, ist die adventistische Kirche in Myanmar darauf vorbereitet, ihre Hilfsaktionen fortzusetzen“, sagten örtliche Kirchenleiter in einer Erklärung. Details zu den beschädigten Adventgemeinden seien noch nicht verfügbar. Kirchenmitglieder würden sich aber darauf konzentrieren, denen zu helfen, die alles durch Überflutung verloren hätten, und nicht auf die Gotteshäuser, so die adventistischen Kirchenleiter weiter.

Freiwillige Helfer der „adventistischen Nachbarschaftshilfe“ (Adventist Community Services) hätten lebensnotwenige Güter an über 500 Menschen in vier westlichen Gebieten, die zu Katastrophen-gebieten erklärt worden waren, verteilt. Die Entsendung von Ärzten und Gesundheitspersonal würde ebenfalls koordiniert, sagte Tha Aye Tun, Schatzmeisterin der adventistischen Kirchenleitung von Zentral-Myanmar, nach Angaben von AR. Die Freiwilligen würden auch die Verteilung von Lebensmitteln für 2.000 Menschen organisieren, die von den Überschwemmungen im Südosten vertrieben wurden.

Unterdessen arbeite das Landesbüro der „Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe“ (ADRA) in Myanmar mit Regierungsteams und nichtstaatlichen Gruppen zusammen, um gemeinsam Nothilfe anbieten zu können. Sie umfasse auch Nahrung und Wasser und solle nicht gedeckte Bedürfnisse oder Unterstützungslücken füllen, sagte Brendon Irvine, Landesdirektor von ADRA Myanmar. Eine größere Hilfe des internationalen ADRA-Netzwerks von bis zu US $ 50.000 (rund 46.000 Euro) sei auch geplant, sobald sich klarere Einzelheiten ergeben, sagte er laut AR.

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Jede Unterstützung für Beibehaltung von Atomwaffen aufgeben

„Es ist höchste Zeit, dass wir die Politik des Festhaltens an Atomwaffen nicht länger unterstützen. Wir müssen eine Politik ablehnen, die die Massenvernichtung anderer Menschen als legitime Form des Selbstschutzes ansieht.“ Dies sagte Bischöfin Mary Ann Swenson, Evangelisch-methodistische Kirche in den USA und stellvertretende Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses, welche die Delegation leitet. Laut ÖRK-Medienmitteilung hielt sie ihre Ansprache am 5. August anlässlich des anglikanisch-katholischen Friedens-Gedenkgottesdienstes in Hiroshima/Japan.

An Schrecken der Atombombe erinnern
Die an der Pilgerreise teilnehmenden Kirchenleiter stammen aus sieben Ländern, die von sich sagten, dass sie sich für eine Welt ohne Atomwaffen einsetzen würden, so die Bischöfin in ihrer Ansprache in Hiroshima. „Aber Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt sind diese sieben Regierungen vorbereitet, Atomwaffen einzusetzen. Siebzig Jahre nach der Zerstörung, die hier stattgefunden hat, gibt es immer noch 40 Regierungen, die sich auf Nuklearwaffen verlassen“, beklagte Mary Ann Swenson.

In Japan treffen die Delegierten des Weltkirchenrats nach Angaben des ÖRK mit Überlebenden der Atomangriffe, Kirchenmitgliedern, Religionsführern und offiziellen Regierungsvertretern zusammen. Mit Aufrufen zum Handeln wollten die Kirchen die eigenen Regierungen beeinflussen, dass sie sich zu einer neuen zwischenstaatlichen Verpflichtung zum „Schließen der Rechtslücke“ entscheiden und ein offizielles Verbot von Atomwaffen beschließen. Diese humanitäre Initiative werde bereits von 113 Ländern unterstützt.

Mit ihrer Anwesenheit in Hiroshima und Nagasaki wollen die ÖRK-Delegierten an die Schrecken der Atombombe erinnern und dazu aufrufen, dass Kernwaffen unter keinen Umständen jemals wieder eingesetzt werden, sagte Bischöfin Swenson vor der Abreise.

Mitglieder der ÖRK-Delegation
Neben Bischöfin Swenson gehören der Delegation folgende Mitglieder an: Pastorin Dr. Chang Sang, Presbyterianische Kirche der Republik Korea und ÖRK-Präsidentin für Asien; Bischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD); Pastor Baekki Heo von der Koreanischen Christlichen Kirche in Japan; Erzbischof Nathaniel Uematsu, Anglikanische Gemeinschaft in Japan; Bischof Tor Jorgensen, Lutherische Kirche von Norwegen; Pastorin Karin van den Broeke, Evangelische Kirche in den Niederlanden; Bischof Samuel Azariah, Anglikanische Kirche von Pakistan; Pastor Dr. Stephen Sidorak, Ökumenereferent der Evangelisch-methodistischen Kirche in den USA und Mitglied der CCIA; Peter Prove, Direktor der ÖRK-Kommission der Kirchen für Internationale Angelegenheiten (CCIA).

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2.300 Pfadfinder treffen sich in Estavayer/Schweiz zum Camporee

„Mit dem alle vier Jahre stattfindenden Camporee geht es uns darum, den interkulturellen Austausch über die Landesgrenzen zu fördern, sowie die Jugendlichen in ihrer ganzheitlichen Entwicklung zu fördern“, so Stephan Sigg, Leiter der Jugendabteilung der adventistischen Kirchenleitung in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division, EUD). Das umfasse den sozialen, mentalen, seelischen, körperlichen und spirituellen Bereich. Die adventistische Pfadfinderarbeit stehe nicht nur Kindern aus adventistischen Elternhäusern offen, sondern allen Kindern. Die Jugendabteilung der Adventisten ist im Mai 1907 in Gland/Schweiz gegründet worden. Im August des gleichen Jahres gründete Robert Baden-Powell die Pfadfinderbewegung.

Pfadis auf dem Camporee aus europäischen und außereuropäischen Staaten
Das Gebiet der EUD umfasst 13 Länder: Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Österreich, Portugal, Rumänien, Schweiz, Slowakei, Spanien, Tschechien. Nach Angaben der EUD-Jugendabteilung gibt es in ihrem Gebiet 1.346 lokale Pfadfindergruppen mit mehr als 19.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 16 Jahren. Aus Deutschland nehmen am Camporee 460 Personen teil. Auch eine Delegation aus Großbritannien, eine aus Thailand sowie eine mit 60 Teilnehmern aus Brasilien sei zum Camporee angereist.

Kinder- und Jugendförderung kein Lippenbekenntnis
Der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sei die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit ein zentrales Anliegen, weshalb sie für dieses Großereignis rund 424.000 Euro aufwende, erläuterte Sigg. Die Teilnahme der 100 adventistischen Pfadfinder aus Bulgarien sei stark subventioniert worden, weil deren Eltern den Lagerbeitrag und die Reisekosten nicht hätten aufbringen können. Adventistische Kirchen aus den meisten teilnehmenden Ländern würden ebenfalls die Lagerkosten für die Pfadis aus ihrem Gebiet subventionieren. Das Gelingen des Lagers sei zudem nur durch die Mitarbeit der rund 120 Freiwilligen möglich geworden, die vor, während und nach dem Camporee ihre Ferien für das Event einsetzten.

Behörden von Estavayer: Großanlass, aber unproblematische Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit mit den Lagerveranstaltern sowie dem Landeigentümer seien in der Planungs- und Vorbereitungsphase problemlos gewesen, sagte Marlis Schwarzentrub, Vize-Bürgermeisterin des 6.000 Einwohner zählenden, touristischen Städtchens Estavayer-le-lac. Die Einwohnerzahl sei mit dem Camporee um ein gutes Drittel angestiegen. Sie sei sicher, dass die Jugendlichen später wieder in der Region Ferien machen würden, wenn sie am Camporee eine gute Erfahrung machten. Das Event koste Estavayer eigentlich nichts, so Schwarzentrub, da die Veranstalter alle anfallenden Kosten übernehmen würden. Als dreifache Mutter unterstütze sie die Pfadfinderarbeit, da den Kindern wichtige Werte vermittelt würden.

Sprachensalat
Bei den gemeinsamen Veranstaltungen in einem gemieteten Zirkuszelt mit 2.500 Plätzen werde von vorne Französisch gesprochen und auf Deutsch übersetzt oder umgekehrt. Von einer dieser Sprachen werde dann in den entsprechenden Sektoren des Zirkuszeltes in die jeweilige Landessprache übersetzt, so Esther Hanselmann, zuständig für Lageradministration und Übersetzung. Untereinander würden die Jugendlichen aber Englisch reden. Die Sprachproblematik werde dadurch etwas gemildert, dass bei den gemeinsamen Veranstaltungen viele Anspiele geplant seien, so Hanselmann.

Sowohl bei gemeinsamen Programmen als auch bei der Workshop-Teilnahme würden die Jugendlichen mit farbigen Armbändern in Gruppen eingeteilt, damit eher die Chance bestehe, dass sie in dieser Zeit Pfadis aus anderen Ländern kennenlernen können.

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Dr. John Graz, Experte für Religionsfreiheit, tritt in den Ruhestand

Das Wirken von John Graz sei in der letzten Juliwoche bei einem Empfang im Kreis aktiver und ehemaliger Kollegen gewürdigt worden, heißt es auf der IRLA-Facebookseite. Dabei sei er vom ehemaligen US-Sonderbotschafter für Religionsfreiheit und IRLA-Präsidenten, Robert A. Seiple, verabschiedet worden.

Unter der Leitung von Graz habe die IRLA 1998 mit der Herausgabe der jährlichen Fachbroschüre für Religionsfreiheit „Fides et Libertas“ begonnen, sowie mit dem Weltbericht zum Stand der Religionsfreiheit. Laut IRLA habe John Graz internationale Fachkongresse und Symposien zur Religionsfreiheit und Expertentreffen organisiert, sowie das Thema der Religionsfreiheit durch Großveranstaltungen in Stadien, bei sogenannten „Festivals der Religionsfreiheit“ (in Lima/Peru mit 45.000 Teilnehmern) breiten Massen bekannt gemacht. In seiner Abschiedsrede sagte Graz, dass es ihm ein wichtiges Anliegen gewesen sei, viele Menschen für die Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit zu gewinnen. Religionsfreiheit sei ein Wert „auf den alle Anrecht haben“, so Graz.

Letzter Artikel, aber nicht letzte Worte
In seinem letzten Artikel auf der IRLA-Website schreibt Graz, dass dies zwar sein letzter Artikel als IRLA-Generalsekretär sei, aber nicht seine letzten Worte zum Thema Religionsfreiheit. Er wolle auch weiterhin einen Beitrag leisten. In den letzten 20 Jahren sei es weltweit bezüglich der Religionsfreiheit nicht besser, sondern eher schlechter geworden. Die barbarischen Verbrechen der ISIS seien Beleg dafür. Dem neuen Team der IRLA wünsche er gutes Gelingen bei der Verwirklichung ihrer Pläne zur Förderung der Religionsfreiheit.

Dr. Ganoune Diop: Nachfolger von Dr. John Graz als PARL-Direktor
Auf der adventistischen Weltsynode im Juli 2015 ist der aus dem Senegal stammende Theologe und Sprachwissenschaftler Dr. Ganoune Diop zum Nachfolger von John Graz als Direktor für Außenbeziehungen und Religionsfreiheit (PARL) der Weltkirche gewählt worden. Seit 2011 hat er die Kirche bei der UNO in New York und Genf vertreten. 2014 wurde Diop als Generalsekretär der jährlichen Konferenz der Sekretariate der „Christian World Communions“ (CWC – Weltweite Christliche Gemeinschaften) gewählt. Einmal im Jahr treffen sich die Generalsekretäre oder vergleichbare Amtsträger von etwa 20 christlichen Weltgemeinschaften. Zudem ist Diop auch im Planungskomitee des „Global Christian Forum“ (Globales Christliches Forum) vertreten. Das Forum ist eine Plattform der Begegnung und des Gesprächs für christliche Kirchen und Gemeinschaften, um das gegenseitige Verständnis zu fördern sowie gemeinsame Herausforderungen aufzugreifen und anzusprechen.

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