Eintausend Stunden ehrenamtlich im Dienst für Blinde und Sehbehinderte

So übernahm Elke Hefner einen Teil dieser Aufgaben. Zuerst half sie beim Versand der Hörabonnements. Schnell stellte sich heraus, dass sie auch bei den Aufnahmen im Tonstudio der Blindenhörbücherei mithelfen konnte. Seitdem sorgte sie wöchentlich bis zu drei Vormittage am Mischpult für gute Aufnahmen.

300 Tage, 1.000 Stunden und 23.000 Kilometer
Zum Jahresende verabschiedete sich Elke Hefner vom Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“, nachdem sie in unmittelbarer Wohnortnähe mittlerweile einige ehrenamtliche Aufgaben übernommen hat. Der Leiter der Blindenhörbücherei, Pastor Andre Thäder, dankte ihr für ihren Dienst für blinde und sehbehinderte Menschen und wünschte ihr den Segen Gottes für ihre neuen Aufgaben. In den letzten viereinhalb Jahren war Elke Hefner an fast 300 Tagen mit über 1.000 Stunden und gut 23.000 gefahrenen Kilometern tätig.

Die Blindenhörbücherei sucht nun neue ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Interessierte können sich bei Andre Thäder melden: Telefon-Nr. 0 62 57 – 506 53 35 oder E-Mail: bhb@stimme-der-hoffnung.de

Rund 2.400 registrierte Hörer
Die adventistische Einrichtung verzeichnet rund 2.400 Nutzer an die jährlich über 18.000 CDs und rund 5.000 Kassetten ausgeliehen werden. Die Blindenhörbücherei der „Stimme der Hoffnung“ bietet neben der Vertonung von Büchern auch Zeitschriften und Informationen in verschiedenen Audio-Formaten an. Etwa regelmäßig erscheinende Zeitschriften der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, aber auch Materialien der Stadt Darmstadt sowie des Blinden- und Sehbehindertenbundes Hessen e.V. und der Blindenseelsorge der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Ein Katalog mit allen Angeboten kann bei der Blindenhörbücherei der „Stimme der Hoffnung“, Sandwiesenstraße 35, 64665 Alsbach-Hähnlein, Telefon 06257 − 506 53-35, Telefax (06257) 506 53-84, E-Mail andre.thaeder@stimme-der-hoffnung.de, angefordert werden. Anfragen sind außerdem in Braille-Schrift möglich.

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Robert Folkenberg, ehemaliger adventistischer Weltkirchenpräsident, gestorben

Ein fliegender Missionar
Am 1. Januar 1941 in Puerto Rico als Sohn eines Missionarsehepaares geboren, wuchs Folkenberg in den Vereinigten Staaten und in Kuba auf. Nach seinem Studium am Atlantic Union College (USA), am Newbold College (England) und an der Andrews University (USA) verbrachte er die meiste Zeit seines Kirchendienstes in Lateinamerika. 1970 gründete er ein Krankenhaus der Freikirche in Honduras und leitete es bis 1973. Er war mitverantwortlich für den Auf- und Ausbau adventistischer Mittelwellen- und UKW-Radiostationen in Guatemala, in der Dominikanischen Republik, in Costa Rica, auf Haiti, Puerto Rico, Guadeloupe und Martinique. Als begeisterter Pilot sammelte er in dieser Zeit über 2.000 Flugstunden.

Innovationsfreudiger Präsident
Während der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) der adventistischen Kirche 1990 in Indianapolis, Indiana/USA, die damals weltweit über zehn Millionen erwachsene getaufte Mitglieder zählte, wurde er zum Präsidenten der Weltkirche gewählt.

Während seiner Präsidentschaft bis Februar 1999 förderte er weltweit den Einsatz moderner Kommunikationsmedien in der Kirche; so führte er in der Kirche zum Beispiel CompuServe, das damals weltweit größte Online-Portal und Wegbereiter für die Nutzung des Internets in Privathaushalten, ein.

In seiner Dienstzeit als Präsident jährte sich 1994 die Enttäuschung der auf das zweite Kommen Jesu wartenden Milleriten zum 150. Mal. Aus diesem Anlass schrieb Folkenberg das Buch We Still Believe! (Wir glauben noch!). Damit wollte er seine Überzeugung teilen, „dass der Lauf der Zeit nichts von unserer Glaubensgewissheit weggenommen hat. Die ‚Verzögerung‘ hat tatsächlich lange gedauert. Wir hatten damit gerechnet, längst im Reich Gottes zu sein. Aber immer noch gilt: ‚… wir haben an Christus Anteil bekommen, wenn wir die Zuversicht vom Anfang bis zum Ende festhalten.‘“ (Hebräer 3,14)

Seine Vision: Jeder Adventist ein Missionar!
Am stärksten schlug Folkenbergs Herz für die weltweite Mission bzw. Evangelisation. Dank der Initiative „Global Mission“ entstanden weltweit Tausende von Gemeinden. Für ihn war das missionarische Engagement eines jeden Gemeindegliedes keine Option, sondern Pflicht. Sein Einsatz für die weltweite Mission steigerte sich noch, nachdem er im Februar 1999 von seinem Amt zurücktrat: Er gründete und leitete die Initiative „Share Him“, mit der die Ausbildung und der weltweite Einsatz von Nicht-Theologen als Evangelisten ermöglicht wurde. Auch im deutschsprachigen Raum nahmen zahlreiche Adventisten verschiedener Altersstufen und Berufe dieses Angebot an, Kurz-evangelisation auf unterschiedlichen Kontinenten der Welt zu halten.

Sowohl sein Nachfolger als Präsident der Weltkirche, Pastor Jan Paulsen, als auch der derzeitige Präsident Ted Wilson, betonten in ersten Stellungnahmen Folkenbergs Innovationsgeist und seine Begeisterung für die Mission.

Innerhalb seiner Familie trauern u. a. seine Frau Anita Emmerson, sein Sohn Robert Jr., seine Tochter Kathi und fünf Enkelkinder. Robert Folkenberg Jr. ist Präsident der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in China.

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Öffentliche Weihnachtsfeier der Adventisten auf der arabischen Halbinsel

Den Priestern habe das Weihnachtsspiel so gut gefallen, dass sie die Adventisten gebeten hätten, dieses nochmals aufzuführen, damit sie gemeinsam mit ihren Kirchenmitgliedern teilnehmen könnten, so Omar Tubungbanua, Organisator der Veranstaltung.

Die Besucher seien in Gruppen bis zu 20 Personen durch verschiedene Stationen des Weihnachtsgeschehens geführt worden. Schauspieler hätten das biblische Geschehen in Szenen gespielt, erzählt oder musikalisch und gesanglich dargestellt: Stall und Krippe; Haus des Gastwirts; Herodes Thronsaal; Szene mit den Weisen oder den Hirten.

Die Szenen seien dem biblischen Bericht nachempfunden worden und hätten keine traditionellen Weihnachtsmythen enthalten, sagte Pastor Steven Manoukian, Präsident der adventistischen Kirchenleitung in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie hätten damit den nicht-christlichen Nachbarn den biblischen Hintergrund von Weihnachten nahebringen und die Siebenten-Tags-Adventisten als christliche Kirche darstellen wollen, die Jesus als Zentrum und Mitte ihres Glaubens habe, so Manoukian.

Adventisten in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Zur adventistischen Kirchenleitung im Golf-Feld gehören die Staaten Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Vereinigte Arabische Emirate (VAE) sowie Jemen. Ra’s al-Chaima ist eines der sieben Vereinigten Arabischen Emirate. Im Golf-Feld gibt es 16 adventistische Kirchen und fünf kirchliche Gruppen, davon sind acht Kirchgemeinden und zwei Gruppen in den Vereinigten Arabische Emiraten. Im Golf-Feld sind sieben adventistische Pastoren tätig. Umm al-Qaiwain ist das einzige Emirat der VAE ohne adventistische Gruppe oder Kirchgemeinde. Die dort lebenden Adventisten versammelten sich im nahegelegenen Emirat Ra’s al-Chaima. Die adventistische Kirche in Ra’s al-Chaima, Hauptsitz der adventistischen Kirchenleitung der Golfregion, bietet 1.000 Gottesdienstbesuchern Platz.

In den sieben Vereinigten Arabischen Emiraten leben 5,47 Millionen Einwohner. Davon sind rund 80 Prozent Arbeitsimmigranten, vorwiegend Asiaten, aus denen sich auch die überwiegende Mehrheit der Adventisten in der Föderation der VAE zusammensetzt.

Website der adventistischen Kirchenleitung in den Vereinigten Arabischen Emiraten: http://adventistgulf.org/

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2015 kein gutes Jahr für Kriegsdienstverweigerer

„Während in früheren Jahren teils signifikante Fortschritte bei der Anerkennung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung zu verzeichnen waren, war dies 2015 in Europa anders“, bilanzierte der Vorsitzende von EBCO, Friedhelm Schneider aus Speyer, die aktuelle Situation. Er sah dabei Probleme auf verschiedenen Ebenen.

Neue Dringlichkeit zur Aufnahme verfolgter Kriegsdienstverweigerer
Obwohl durch die Rechtsprechung des Straßburger Menschenrechtsgerichtshofes die Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen als Menschenrecht anerkannt und ihr Schutz demnach für die 47 Europarats-Mitgliedsstaaten verbindlich zu gewährleisten ist, würden sich einige Europarats-Staaten wie die Türkei oder Griechenland ebenso beharrlich wie ungestraft weigern, dieses Recht nicht-diskriminierend umzusetzen, kritisierte Schneider.

Die Entwicklung in der Ukraine und in ihrem Umfeld zeige zudem, dass das Recht auf Kriegsdienstverweigerung gerade dann verwehrt bleibe, wenn es am wichtigsten sei: im Kriegsfall, so der EBCO-Vorsitzende. Zum ersten Mal seit 1945 sei zudem in europäischen Staaten die Wehrpflicht nach ihrer Aussetzung wieder eingeführt worden, in der Ukraine und in Litauen, bedauerte Schneider.

Und schließlich gewinne nach Darstellung der EBCO-Studie die Aufnahme von Kriegsdienstverweigerern, die in ihrem Herkunftsland verfolgt werden, eine neue Dringlichkeit. Schneider: „In diesem Zusammenhang bleibt zu beachten, dass ein als sicheres Herkunftsland deklarierter Staat nicht unbedingt ein Land ist, in dem das Recht auf Kriegsdienstverweigerung geachtet wird.“

Verletzung des Menschenrechts auf Kriegsdienstverweigerung „ein Skandal“
Dass Mitgliedsstaaten des Europarats und mit Griechenland auch der Europäischen Union das Recht auf Kriegsdienstverweigerung völkerrechtswidrig und dauerhaft verletzten, ist nach Ansicht Friedhelm Schneiders „ein Skandal“. Und dass Mitglieder europäischer Institutionen, in denen auch Deutschland vertreten sei, sich offenbar an diesen skandalösen Zustand gewöhnt hätten, bleibe beschämend, fügte er hinzu.

Der Speyerer Ruhestandspfarrer, der die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) in der Menschenrechtsorganisation EBCO vertritt, sprach sich bei der Vorlage des Jahresberichtes dafür aus, dass die evangelische Kirche sich bei Begegnungen mit Politikern stärker im Sinne der EKD-Friedensdenkschrift von 2007 engagiere. Darin heißt es, dass die evangelische Kirche die Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen als Menschenrecht betrachte und sich dafür einsetze, dies auch im Bereich der Europäischen Union verbindlich zu gewährleisten, so Friedhelm Schneider.

Die EBCO-Studie „Kriegsdienstverweigerung in Europa 2015“ ist die derzeit umfassendste und aktuellste Veröffentlichung zum Thema. Ihr englischsprachiger Text kann im Internet heruntergeladen werden unter www.ebco-beoc.org

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Hope Channel Radio ab Januar 2016 mit neuen Sendeprogrammen

Jeden Monat soll es unter dem Sendetitel „Youngsta“ zwei kurze Beiträge geben, die jeden Samstag um 13:00 Uhr, sonntags um 15:00 Uhr und dienstags um 11:00 Uhr zu hören sind. Im Januar geht es um die Themen: „Jesus, wahrer Gott“ und „Gemeinde in BE-WEG-UNG“.

In der neuen Radioreihe „Fenster auf! Leben entdecken.“ geht es um unterschiedliche Themen, die im täglichen Sendeprogramm zu verschiedenen Zeiten eingestreut werden. Ebenfalls neu im Programm sind über den Tag verteilte Kurzbeiträge unter dem Sendemotto „Lebenszeichen“. Sie sollen den Radiozuhörern Mut machen, zum Nachdenken anregen oder Hoffnung geben.

Hope Channel Radio gehört zum Medienzentrum Stimme der Hoffnung e.V. mit Sitz in Alsbach-Hähnlein. Träger des Vereins ist die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Weitere Informationen unter: www.hope-channel.de

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Vorbereitungstagung der Panorthodoxen Synode ohne Kommuniqué beendet

In einer Mitteilung des Außenamtes des Moskauer Patriarchats hieß es, die von der Kommission begonnene Arbeit an einem Entwurf für den Ablauf des Panorthodoxen Konzils solle im „vorkonziliaren Prozess“ fortgesetzt werden. Die nächste Etappe dieses Prozesses ist eine für Januar 2016 vorgesehene „Synaxis“ (Versammlung) der Oberhäupter der 14 autokephalen Kirchen auf Einladung des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I.

Das Panorthodoxe Konzil soll zu Pfingsten 2016 in der Irenenkirche in Istanbul (Konstantinopel) eröffnet werden, jedoch sind in jüngster Zeit Zweifel an dieser Ortswahl laut geworden.

Bei der Tagung der Spezialkommission hatte erneut der emeritierte Metropolit von Pergamon, Ioannis (Zizioulas), den Vorsitz inne. Die Delegation des Moskauer Patriarchats wurde von Metropolit Hilarion (Alfejew) geleitet. Auch die orthodoxe Kirche der tschechischen Länder und der Slowakei – deren Metropolitenwahl durch Konstantinopel in Frage gestellt wird – war in Athen präsent; sie wurde durch Erzbischof Juraj (Stransky) von Michalovce und Kosice vertreten.

Laut Bericht der griechischen Website „Romfea“ kam es bereits am 17. Dezember bei der Diskussion über den Entwurf für den Ablauf des Panorthodoxen Konzils zu „Spannungen und Hindernissen“. Dabei soll es vor allem um das Konsens-Prinzip gegangen sein, auf das sich die Oberhäupter der 14 Kirchen bei einer „Synaxis“ im März 2014 geeinigt hatten. Laut „Romfea“ hätten aber die Repräsentanten des Ökumenischen Patriarchats „und anderer Kirchen“ in Athen „übermenschliche Anstrengungen“ unternommen, um die divergierenden Standpunkte zu versöhnen.

Vor allem die Delegation des Patriarchats von Antiochien – das sich wegen der kanonischen Zuständigkeit für das Golf-Fürstentum Katar in einem Konflikt mit dem Patriarchat von Jerusalem befindet – soll geltend gemacht haben, dass die Beschlüsse der Panorthodoxen Synode nichtig seien, wenn eine der 14 Kirchen die Versammlung verlasse und die Beschlüsse nicht unterschreibe. Beobachter schließen daraus, dass Antiochien mit dieser Drohung eine Lösung des Katar-Problems zu seinen Gunsten erreichen will.

Metropolit Hilarion traf während seines Aufenthalts in Athen auch mit dem Oberhaupt der orthodoxen Kirche von Griechenland, Erzbischof Hieronymos (Liapis) von Athen, zusammen. Bei der Begegnung im Erzbischöflichen Palais der griechischen Hauptstadt sei es um „verschiedene Themen der panorthodoxen Tagesordnung“ gegangen.

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Kirchen und Friedensverbände gegen militärischen Einsatz in Syrien

Zur Besonnenheit ermutigen
In einem offenen Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages betrachtet der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden den Beschluss des Parlaments mit Sorge und distanziert sich ausdrücklich von der Entscheidung. In den Schreiben heißt es: „Die Terroranschläge in Paris waren ein Verbrechen, kein militärischer Angriff auf Frankreich und seine Verbündeten.“ Und weiter: „Auch wir meinen, dass wir unsere französischen Freunde in dieser Zeit der Bestürzung nicht alleine lassen dürfen. Ein Zeichen echter Freundschaft wäre es nun, sie auch kritisch zu begleiten. Die Kriegsrhetorik und der Aufruf zu den Waffen erscheint uns von dem reflexhaften Wunsch nach Vergeltung und Bestrafung der vermeintlichen Täter getrieben zu sein. Solidarität müsste sich darin erweisen, vor blindwütigem Handeln zu bewahren und zur Besonnenheit zu ermutigen.“

Der Vorstand zeigt sich nicht davon überzeugt, „dass durch weitere militärische Einsätze mehr Sicherheit geschaffen“ würde, sondern befürchtet „in der Folge eine noch stärkere Ausbreitung des Terrors, da militärische Einsätze genau der Gewaltlogik folgen, die von Terroristen kultiviert wird.“

Der Brief kann im Internet heruntergeladen werden unter http://www.mennonews.de/wp-content/uploads/2015/12/2015-12-AMG-Brief-zum-Militaerischen-Einsatz-Syrien.pdf

Zur Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG) gehören drei mennonitische Gemeindeverbände mit insgesamt 54 Gemeinden. Mennoniten verstehen sich als Teil der weltweiten Christenheit und gelten als älteste Freikirche und historische Friedenskirche. Weitere Informationen unter www.mennoniten.de

Ausweitung der Gewalt befürchtet
Auch die Vorstände der beiden evangelischen Friedensverbände Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) kritisieren den Einsatz der Bundeswehr in Syrien und befürchten dadurch eine Ausweitung der Gewalt. Stattdessen fordern AGDF und EAK politische Verhandlungen und ein verstärktes zivilgesellschaftliches Engagement, heißt es in einem gemeinsamen Vorstandsbeschluss beider Verbände.

Nach Ansicht von AGDF und EAK bedeute das militärische Eingreifen neuer Staaten in Syrien eine weitere Eskalation der Gewalt mit vielen weiteren zivilen Opfern und führe zu einer Stärkung des islamistischen Terrorismus in der Region. „Terroristen sind mit rechtsstaatlichen Mitteln zu verfolgen, dem IS-Terror müssen seine Grundlagen (Finanzen, Waffen, Ideologie, Zulauf) entzogen werden“, betonen die beiden Organisationen.

Deutschland trage wie andere westliche Staaten eine Mitschuld an den Ursachen des Terrors. Notwendig seien ein Verbot von Rüstungsexporten, Mittel gewaltfreier Konflikttransformation sowie langfristige Strategien für mehr wirtschaftliche Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit, unterstreichen EAK und AGDF. „Unsere Solidarität und unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer in den vielen Orten, in denen Opfer des Terrorismus zu beklagen sind, und der Opfer von Krieg“, hoben die beiden Friedensverbände hervor.

Fehlendes UN-Mandat
AGDF und EAK unterstützen damit ausdrücklich die Position des Friedensbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, dessen Stellungnahme sie begrüßten. Brahms hatte in einem Positionspapier am 2. Dezember vor einem Einsatz der Bundeswehr in Syrien gewarnt und dabei auch auf das fehlende Mandat des UN-Sicherheitsrates hingewiesen, welches nach den Grundsätzen evangelischer Friedensethik für einen militärischen Einsatz als äußerstes Mittel einer rechtserhaltenden Gewalt zwingend erforderlich sei. Der EKD-Friedensbeauftragte hatte zudem betont, dass eine militärische Intervention den sogenannten Islamischen Staat nur stärke und die immer lauter werdende Kriegsrhetorik in die Irre führe.

Gewaltspirale beenden und den Dialog suchen
Zuvor hatte bereits der Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Großbritannien und Irland, Pastor Ian Sweeney, die Entscheidung des britischen Parlaments kritisiert, mit Luftangriffen in den Syrienkonflikt einzugreifen. Er rief dazu auf, die Gewaltspirale zu beenden und den Dialog zu suchen, da Gewalt nur das erzeuge, was sie beseitigen wolle. Dunkelheit könne die Dunkelheit nicht vertreiben, das schaffe nur das Licht.

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten sehe durchaus, dass die Bekämpfung des Terrorismus sowie Fragen in dessen Zusammenhang komplex und sehr vielfältig seien. Dennoch wären die Adventisten dem Frieden verpflichtet. Sie appellierten deshalb an alle am Syrienkonflikt beteiligten Parteien, die militärischen Aktivitäten einzustellen und sich friedlichen Konfliktlösungsmethoden zuzuwenden. „Es ist unsere Überzeugung, dass Dialog und Verhandlungen zwar schwierig, aber Gewalt und Krieg vorzuziehen sind“, so Sweeney. Die Schwäche der Gewalt sei, dass sie eine Spirale nach unten darstelle und genau das erzeuge, was sie zu zerstören suche. Anstatt das Übel zu vermindern, vervielfältige sie es. Das gelte sinngemäß auch für den Bundeswehreinsatz in Syrien, betonte Holger Teubert, Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

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Online-Suchdienst für Weihnachtsgottesdienste

Zahlreiche katholische Pfarrgemeinden, evangelische Kirchengemeinden sowie andere christliche Kirchen aus dem gesamten Bundesgebiet haben ihre Gottesdienste und Angebote an Heiligabend, den Weihnachtstagen, an Neujahr und am Dreikönigstag in eine umfangreiche Datenbank eingetragen.

Viele Gemeinden haben neben Ort, Termin und Pfarrer oder Pastorin außerdem angegeben, ob die Kirche behindertengerecht ausgestattet ist oder Gottesdienste in Fremdsprachen angeboten werden. Die Gottesdienste können bei dem Online-Suchdienst der evangelischen und der katholischen Kirche in Deutschland bundesweit recherchiert werden; und zwar nach Konfession, Postleitzahl oder Ort und Termin.

Ganz gleich, ob man zu Hause feiert, zu Besuch bei Verwandten oder in den Urlaub gefahren ist: Auf www.weihnachtsgottesdienste.de findet jeder leicht das passende Angebot für den festlichen Kirchgang. Wer nicht nur an den Feiertagen viel unterwegs ist, kann unter www.wegweiser-gottesdienst.de das ganze Jahr hindurch nach evangelischen, katholischen und anderen christlichen Gottesdiensten in seiner Nähe suchen.

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Positive Bilanz beim Thema Kirchenasyl

Während dieser Testphase, an der auch evangelische Freikirchen teilgenommen haben, hätten dazu benannte kirchliche Ansprechpartner Unterlagen zur Überprüfung individueller Härtefälle einreichen können. Nach einer ersten Evaluation dieses Verfahrens kämen beide Seiten zu einer durchweg positiven Bewertung und sprächen sich für eine Weiterführung aus, erläuterten die Deutsche Bischofskonferenz der römisch-katholischen Kirche und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sowie das BAMF in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Im Rahmen der neun Monate dauernden Phase seien beim Bundesamt in insgesamt 300 Einzelfällen entsprechende Dossiers von den kirchlichen Ansprechpartnern eingereicht worden. Dabei wäre es fast ausschließlich um Überstellungen nach der Dublin-Verordnung gegangen. Diese regelt, welcher europäische Staat für das Asylverfahren zuständig ist. In 142 dieser Fälle habe sich das Bundesamt zuständig für die Durchführung des Verfahrens in Deutschland erklärt. Für weitere 60 Menschen hätte eine Lösung gefunden werden können, bevor ein Kirchenasyl begonnen wurde. Die offenen Fälle würden derzeit noch geprüft.

Laut dem stellvertretenden Mediensprecher der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Holger Teubert (Ostfildern bei Stuttgart), hätten während der Testphase auch die adventistischen Gemeinden (Adventgemeinden) Nürnberg-Mitte, Schweinfurt und Wasserburg am Inn Kirchenasyl für Flüchtlinge aus Syrien, Äthiopien und dem Senegal gewährt.

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Kinder verschenken Weihnachtsfreude

„Nach Russland und Armenien werden Gelder geschickt, um im Land direkt Pakete für die Kinder zu packen“, sagte ADRA Aktionsleiterin Anja Emrich. „In Russland werden zwei Drittel der Pakete an Flüchtlingskinder aus der Ukraine verteilt.“ Vermehrt seien in diesem Jahr Päckchen an Kinder in sozialen Einrichtungen oder Flüchtlings-unterkünften in Deutschland weitergegeben worden. Die genauen Zahlen sollen laut ADRA Ende Januar 2016 vorliegen.

Mit den gesammelten Spendengeldern sollen sowohl die Aktionskosten beglichen als auch Projekte gefördert werden, die den Kindern langfristig eine bessere Zukunft eröffnen. „Ein Päckchen bringt zwar für eine kleine Weile Freude, verändert aber nicht nachhaltig die schlechte Lage der Kinder und Jugendlichen“, gab Emrich zu bedenken.

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Erklärung der Adventisten in Tschechien und in der Slowakei zur Frauenordination

Die adventistische Weltsynode in San Antonio, Texas/USA, hat es im Juli 2015 abgelehnt, den weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) zu gestatten, in ihrem Gebiet tätige adventistische Pastorinnen zu ordinieren.

Laut SPECTRUM argumentiere der Exekutivausschuss der Adventisten in Tschechien und in der Slowakei in seiner Erklärung zur Frauenordination mit der Aussage von Paulus im Brief an die Galater, Kapitel 3, Vers 28: „Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid ‚einer’ in Christus Jesus.“ (Einheitsübersetzung). Die Adventisten in Böhmen, Mähren, Schlesien und der Slowakei bezögen sich aber auch auf den 14. Glaubensartikel der Siebenten- Tags-Adventisten, „Die Einheit der Gemeinde Christi“, wo festgehalten ist: „Die Gemeinde ist ein Leib mit vielen Gliedern, herausgerufen aus allen Nationen, Geschlechtern, Sprachen und Völkern. In Christus sind die Gläubigen eine neue Schöpfung. Rassische, kulturelle, bildungsmäßige, nationale, soziale und gesellschaftliche Unterschiede sowie Unterschiede zwischen Mann und Frau dürfen unter uns nicht trennend wirken.“

Reformation in Böhmen und Mähren versuchte Stellung der Frau wiederherzustellen
Dem Vorbild Jesu als auch der frühen christlichen Kirche folgend, seien im Mittelalter die Reformationsbemühungen in der tschechischen und später auch in der mährischen sowie slowakischen Kirche davon gekennzeichnet gewesen, die Stellung der Frauen in der Kirche wiederherzustellen. Die Verbreitung des Evangeliums durch den Reformator Jan Hus sei von frommen Frauen wie der tschechischen Königin Sophie von Bayern oder später von Anna Bodenstein (von Mochau) stark unterstützt worden, so die Erklärung. Als Nachfahren der Reformation in Mitteleuropa stünden sie mit Stolz zur Verantwortung, dieses geistliche Erbe in Kirche und Gesellschaft wiederzubeleben. Das Streben nach einer würdevollen und gerechten Stellung der Frau gehöre zu den bedeutendsten Werten, aus denen die ehemals gemeinsamen Republiken im letzten Jahrhundert entstanden seien. „Frauen sind bezüglich ihrer sozialen Stellung in der mittel-europäischen Kultur wichtiger als Männer“, schreibt der Exekutivausschuss in der Erklärung.

Keine biblischen oder theologischen Hindernisse für die Frauenordination
Im Mai 2014 hätten deshalb die Delegierten der Generalversammlung der Adventisten in Tschechien und in der Slowakei klar gemacht, dass sie „zustimmen, Frauen in unserer Kirchenregion zum Pastorendienst zu ordinieren“. Ebenso hätten sie ihre volle „Unterstützung der Position des Exekutivausschusses der Intereuropäischen Division [teilkontinentale Kirchenleitung für West- und Südeuropa] zur Frauenordination gegeben“, welche auf der November-Sitzung 2013 beschlossen worden sei. Im Weiteren sei ihre Haltung im Juni 2014 durch den Abschlussbericht des globalen Studienkomitees zur Theologie der Ordination (Theology of Ordination Study Committee, TOSC) bestätigt worden. Dieser Bericht habe nach zweijährigem Studium festgestellt, dass es keine biblischen oder theologischen Hindernisse für die Frauenordination gäbe.

In der Erklärung der Adventisten in Tschechien und in der Slowakei zur Frauenordination heißt es weiter, dass der Heilige Geist seine Gaben allen Gläubigen, unabhängig vom Geschlecht, zuteile. Zudem hätten Frauen von Anfang an in der Kirche eine wichtige Rolle gespielt. „Ihre Entschlossenheit, Gaben und Talente sind ein Segen für den ganzen Leib Christi.“

Beschluss der Weltsynode als Ausdruck kirchlicher Autorität
Die Entscheidung der adventistischen Weltsynode im Sommer 2015 bezüglich der Frauenordination habe ihn betrübt, schreibt der Exekutivausschuss in der Erklärung, da dieser Beschluss allem vorgängig Erwähnten widerspreche. „Wir verstehen deshalb diese Entscheidung als Ausdruck der kirchlichen Autorität und nicht als eine mit Bezug zur Bibel oder zu unseren Glaubensüberzeugungen, welche die Gleichberechtigung von Männern und Frauen garantieren. Wir respektieren kulturelle Besonderheiten unserer Glaubensgenossen in anderen Teilen der Welt, erwarten aber auch, dass sie unsere respektieren.“

Laut SPECTRUM schließt die Erklärung mit einer Einladung an die Frauen in den adventistischen Gemeinden in der Tschechischen und Slowakischen Republik, sich im Gemeindedienst einzubringen, auch in den Pastorendienst, sofern sie sich von Gott dazu berufen fühlten. „Wir betrachten die Beteiligung von Frauen im Dienst am Evangelium in unserem Gebiet als äußerst notwendig und wünschenswert. Wir sind bereit, alles dafür einzusetzen, um dies zu ermöglichen“, so die Erklärung.

Adventisten in Tschechien und in der Slowakei
In Tschechien (10,5 Millionen Einwohner) und in der Slowakei (5,4 Millionen Einwohner) feiern 9.811 erwachsen getaufte Adventisten in 186 Kirchgemeinden am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, ihren Gottesdienst. Die Adventisten der beiden Länder bilden auch nach der politischen Trennung Ende 1992 weiterhin eine Kirchenregion mit einer Leitung. Sie betreiben eine Grundschule, ein theologisches Seminar, einen Verlag, ein Altersheim sowie je eine nationale Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Slowakei (http://adra.sk/en) und ADRA Tschechien (http://www.adra.cz/eng/about-us).

Wortlaut der Erklärung der Adventisten in Tschechien und in der Slowakei zur Frauenordination:
Tschechisch:
http://www.casd.cz/wp-content/uploads/2015/11/V%C3%BDbor-a-ordinace.pdf
Slowakisch:
http://www.casd.cz/wp-content/uploads/2015/11/Preklad-stanovisko-2.pdf
Englisch:
http://spectrummagazine.org/article/2015/12/14/czecho-slovakian-union-conference-issues-statement-favor-ordaining-women

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Adventistische Weltkirchenleitung: Menschen mit besonderen Bedürfnissen vermehrt einbeziehen

Das 2011 vom Verwaltungsausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung gegründete „Komitee für Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ sei einer anderen großen Abteilung (Gemeindeaufbau & Sabbatschule) unterstellt gewesen. Diese Abteilung habe sich diesbezüglich vorwiegend um Sehbehinderte oder Menschen mit anderen körperlichen Behinderungen gekümmert. Sie habe aber im umfassenden Sinn den Anliegen von Menschen mit besonderen Bedürfnissen nicht genügend Aufmerksamkeit schenken können, so AR.

Die Aussagen von Ellen G. White, Mitbegründerin der adventistischen Kirche, zum Dienst an Menschen mit besonderen Bedürfnissen, hätten mitgeholfen, diese Neugewichtung zu beschließen. Es liege in Gottes weiser Voraussicht, „dass Witwen und Waisen, Blinde, Gehörlose, Gelähmte und Menschen, die auf vielfältige Weise geplagt oder behindert sind, in enge Beziehungen zu seiner Gemeinde gebracht“ werden, schrieb Ellen White. Es sei entscheidend, „wie wir solche Menschen behandeln, die unser Mitgefühl, unsere Liebe und unser uneigennütziges Wohlwollen brauchen“, so White.

Einbezug, nicht Ausgrenzung
Bei der Neuausrichtung der Dienste für Menschen mit besonderen Bedürfnissen gehe es darum, so Larry Evans, ihnen Möglichkeiten zu bieten, sich an der Erfüllung des Auftrags der Kirche zu beteiligen. In einigen Fällen müssten bauliche Anpassungen an Gebäuden vorgenommen werden. Das Hauptaugenmerk liege aber darin, den Waisen, Gehörlosen, Sehbehinderten sowie körperlich und geistig Behinderten die Beteiligung am Auftrag der Kirche zu ermöglichen und sie nicht auszugrenzen.

„Behinderung ist Teil des Menschseins“, so Evans. Viele Menschen hätten im Laufe ihres Lebens temporär oder dauerhaft eine Behinderung. Deshalb sei die Sensibilisierung der Kirche und ihrer Mitglieder auf die Anliegen von Menschen mit Behinderungen oder besonderen Bedürfnissen und für diesen Dienst entscheidend.

Die Besonderheit jeder dieser fünf Gruppen – Waisen, Sehbehinderte, Gehörlose und Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen – solle laut Evans gewahrt bleiben. Es sei geplant einen weltweiten, adventistischen Beirat zu schaffen, um diese Anliegen bei der Entwicklung von strategischen Plänen der Kirche einzubringen. „Jede der fünf Gruppen hat der weltweiten Kirche so viel zu bieten, aber auch zu empfangen“, so Larry Evans.

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Adventisten auch 2015 wieder engagiert für Kinder und Jugendliche

Mit der Broschüre „Wenn ich mal nicht weiterweiß …“ wollen die Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland schulpflichtigen Kindern im Einflussbereich der Freikirche helfen, gesund und beschützt heranzuwachsen. Gerade dann, wenn sie sich von Erwachsenen bedrängt fühlen. Bereits 2009 hatte die Kirche die Arbeitshilfe „Sexueller Gewalt begegnen“ herausgegeben, um alle erwachsenen Mitglieder über dieses Thema zu informieren und dafür zu sensibilisieren.

Ungute Gefühle und Tipps zum Umgang damit
In der Broschüre „Wenn ich mal nicht weiterweiß …“ werden diffuse Gefühle sowie mehrdeutige Situationen thematisiert, die für ein Kind schwierig einzuordnen sind. „Verschiedene Gesetze verbieten Erwachsenen, dich zu schlagen oder dich ständig runterzumachen. Dort steht drin, dass du selbst entscheiden darfst, mit wem du kuscheln […] willst“, heißt es unter dem Titel „Regeln für Erwachsene“. Den Kids wird erläutert, dass Erwachsene sich im Umgang mit Kindern an Regeln halten müssen und dass es Kinderrechte gibt, auf die sie sich beziehen können.

Nummer gegen Kummer – alles anonym
Kinder seien Jesus nie lästig gewesen, heißt es in der Broschüre. Er habe sich Zeit für sie genommen. Es gebe auch heute Erwachsene, die Kindern selbstlos helfen würden, wenn sie nicht mehr weiterwüssten. Als Ansprechstelle, die Kindern in allen Anliegen Hilfe und Beratung biete, wird die Telefonnummer 0800-1110333 angegeben. Mit einem imaginären Gesprächsverlauf werden den Kindern Tipps gegeben, wie sie Hilfe in Anspruch nehmen können. Sofern die Kinder dies wünschen, bleibt alles anonym, und niemand zwingt sie, etwas preiszugeben, das sie für sich behalten wollen.

Kirchengemeinde als Schutzraum
Die Kirche sei verpflichtet, ihren Kindern Schutz und Aufklärung zu bieten, betonten Professor Johann Gerhardt, Vorsitzender des SGb, und Pastor Jochen Härdter, Leiter des RPI, bei der Vorstellung der Broschüre in der Freikirchenzeitschrift „Adventisten heute“. Das Religionspädagogische Institut habe das Thema „Missbrauch“ in seiner Ausbildung verankert und werde es auch zum Gegenstand des Religionsunterrichts für Kinder machen. Außerdem bietet das RPI einen thematischen Gottesdienst-Entwurf als praktische Arbeitshilfe an.

Bezugsquellen
„Wenn ich mal nicht weiterweiß …“ gibt es kostenlos als gedruckte Broschüre über folgende Adresse: Zentrallager der STA, Senefelderstraße 15, 73760 Ostfildern (Telefon: 0711 44819-19; zentrallager@adventisten.de; www.adventisten.de/zentrallager).
Zum Herunterladen als PDF stehen folgende Internetseiten zur Verfügung: sexueller-gewalt-begegnen.de, adventjugend.de, sta-frauen.de und sta-rpi.net (hier auch der thematische Gottesdienst-Entwurf).

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Kairo: „Think Green“ - Adventistische Schule entsorgt 240 Tonnen Müll

Laut dem Bericht der Kommunikationsabteilung der adventistischen Kirchenleitung für den Mittleren Osten und Nordafrika (MENA), mit Sitz in Beirut/Libanon, habe sich die Situation außerhalb den Mauern der Mittelschule in den vergangenen drei Monaten grundlegend verändert. Dozenten und Studenten der „Nile Union Academy“ in Kairo hätten mit der Umsetzung eines ehrgeizigen Planes für Entsorgung, Recycling und Umweltbildung in der Nachbarschaft begonnen. In zehn Tagen seien von ihnen rund 240 Tonnen Müll entsorgt worden, der durch die Lastwagen der Stadtbehörden wegtransportiert worden sei. Der Erfolg habe sowohl die Anwohner als auch die Stadtbehörden so beeindruckt, dass weitere Schulen und Stadtbezirke diese Initiative nachahmen wollten.

„Das Hauptproblem der öffentlichen Gesundheit in Ägypten ist heute die Entsorgungsfrage“, sagte Ronylson Freitas, adventistischer Experte für Umweltmanagement aus Brasilien. Er war von der lokalen adventistischen Kirchenleitung nach Ägypten eingeladen worden, um das Müllproblem anzugehen. „Mir war sofort klar, dass eine verantwortliche Abfallentsorgung das tägliche Leben der Menschen verbessern wird“, sagte Freitas.

„Think Green“
Nachdem er vorerst nur alle sechs Monate für 30 Tage nach Ägypten kommen wollte, bemerkte Ronylson Freitas bald, dass er dauerhaft vor Ort sein musste, um bezüglich Entsorgung die Denkweise und Kultur zu ändern. Das könne man nur durch tägliches Zusammenarbeiten, Lehren und indem man Beziehungen aufbaue, so der Umweltexperte. Er sei mit seiner Frau nach Ägypten gezogen, habe eine Organisation mit dem Namen „Think Green“ (Grün denken) gegründet und plane den Bau eines „Think Green Recycling Centers“, so der MENA-Bericht. Dort wolle er für Umweltfragen sensibilisieren und im Stadtbezirk Workshops zur Wiederverwertung von gebrauchten Materialien anbieten.

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„Fluchtursachen bekämpfen und faire Asylverfahren sichern“

„Als weltweit tätige Hilfsorganisation versuchen wir nachhaltig die Lebensumstände der Menschen in ihren Heimatländern zu verbessern. Da, wo als Ausweg aus einer Krise nur die Flucht bleibt, kümmern wir uns um die Schutzsuchenden und versuchen ihre Entbehrungen zu mildern“, sagte ADRA Deutschland-Geschäftsführer Christian Molke. „Wir appellieren an die politisch Verantwortlichen in Deutschland und in der Europäischen Union, die Lasten gemeinschaftlich zu verteilen und faire Asylverfahren zu gewährleisten“, so Molke weiter.

ADRA Pressesprecher Martin Haase: „Menschenrechte sind weder verhandelbar noch interpretierbar. Sie dürfen nicht dem politischen Kalkül unterworfen werden.“ Politisch Verfolgte und Kriegsflüchtlinge hätten Anspruch auf aktive Solidarität, wie sie seit Wochen durch unzählige Ehrenamtliche, durch Hilfsorganisationen und in den Kommunen praktiziert werde.

„Hilfsbereitschaft sollte sich immer an Bedürfnissen orientieren und darf keinesfalls nur unseren eigenen Überschuss an Vorräten und Ressourcen anbieten“, empfiehlt das Bündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ zu deren Initiatoren neben ADRA Deutschland das Advent-Wohlfahrtswerk, die Theologische Hochschule Friedensau sowie die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland zählen.

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Britische Luftschläge in Syrien: Adventisten rufen zum Frieden auf

„Die zunehmende Gewalt und die Zahl der durch Gräueltaten Vertriebenen in Irak, Syrien und anderen vom Krieg zerrissenen Teilen der Welt erfüllen unsere Herzen mit Trauer. Wir solidarisieren uns mit jenen, die Angehörige, ihre Existenzgrundlage und Häuser verloren haben. Wir beten für all jene, die leiden“, heißt es in der Einleitung des Appells zum Dialog und Frieden der adventistischen Kirchenleitung in Großbritannien.

Nach dem Beschluss des britischen Parlaments, mit Luftangriffen in den Syrienkonflikt einzugreifen, anerkenne die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, dass die Bekämpfung des Terrorismus sowie Fragen in dessen Zusammenhang komplex und sehr vielfältig seien. Dennoch seien die Adventisten dem Frieden verpflichtet.

„Als Kirche drücken wir unsere tiefe Besorgnis aus über die anhaltende Gewalt in Syrien, die Verluste an Menschenleben sowie Elend und Leid über unschuldige Männer, Frauen und Kinder bringt und die Vertreibung von einigen Millionen Bewohnern in Syrien verursacht hat“, schreibt Pastor Ian Sweeney, Präsident der Adventisten in Großbritannien und Irland im Aufruf.

Die Adventisten appellierten an alle am Syrienkonflikt beteiligten Parteien, die militärischen Aktivitäten einzustellen und sich friedlichen Konfliktlösungsmethoden zuzuwenden. „Es ist unsere Überzeugung, dass Dialog und Verhandlungen zwar schwierig, aber Gewalt und Krieg vorzuziehen sind“, heißt es im Appell.

Dunkelheit kann keine Dunkelheit vertreiben, nur Licht kann es
Es widerspreche ihrem christlich-biblischen Verständnis, Gewalt mit Gewalt zurückzuzahlen und es bringe auch nicht die gewünschten Ergebnisse, so die britische Kirchenleitung der Adventisten. Vielmehr hielten sie es mit Martin Luther King Jr., der gesagt habe: „Die äußerste Schwäche der Gewalt ist, dass sie eine Spirale nach unten darstellt und genau das erzeugt, was sie zu zerstören sucht. Anstatt das Übel zu vermindern, vervielfältigt sie es. Du magst durch Gewalt einen Lügner ermorden, aber du kannst nicht die Lüge töten, noch weniger dadurch der Wahrheit Geltung verschaffen. Durch Gewalt mordest du den Hassenden, aber nicht den Hass. In der Tat, Gewalt vermehrt nur Hass. Gewalt mit Gewalt zu erwidern vervielfältigt die Gewalt und fügt einer sternenlosen Nacht noch tiefere Finsternis zu. Dunkelheit kann keine Dunkelheit vertreiben, nur Licht kann das tun. Hass kann nicht Hass vertreiben, nur Liebe kann das“.

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Adventisten bekräftigen Engagement für Erhalt der Umwelt

Die Siebenten-Tags-Adventisten hätten seit Langem den verantwortungsvollen Umgang mit dem unterstützt, was Gott geschaffen habe, heißt es in der Medienmitteilung. Die Weltkirchenleitung bekräftige erneut die Überzeugung, dass alle verantwortungsvoll mit den Ressourcen umgehen müssten, die Gott gegeben habe. Bereits 1995 habe die Kirche eine offizielle Erklärung zur Umwelt verabschiedet:

„Siebenten-Tags-Adventisten glauben, dass die Menschheit zum Bilde Gottes geschaffen wurde, als Gottes Verwalter, um sich auf eine treue und sinnvolle Art und Weise um ihre natürliche Umgebung zu kümmern. Die Natur ist ein Geschenk Gottes.

Unglücklicherweise haben Männer und Frauen die Rohstoffquellen der Erde immer intensiver auf unverantwortliche Weise ausgebeutet. Die Folge waren zahlreiche Leiden, Umweltzerstörung und die Bedrohung durch die Klimaveränderung. Trotz notwendiger weiterer Forschungen ist heute schon klar, dass das Ökosystem der Erde durch die zunehmende Emission zerstörerischer Gase […] bedroht wird.

Es gibt schreckliche Ankündigungen von globaler Erwärmung, einem steigenden Meeresspiegel, zunehmender Häufigkeit von Stürmen und zerstörerischen Überschwemmungen, weiterer Versteppung von Landschaften und Dürrekatastrophen.

Diese Probleme haben ihre Ursache hauptsächlich in der menschlichen Selbstsucht und Gier, die sich in ständig steigender Produktion, uneingeschränktem Konsum und in der Ausbeutung nicht mehr ersetzbarer Rohstoffe zeigt. Die ökologische Krise hat ihre Wurzeln in der menschlichen Gier und der Weigerung, weise und vernünftig mit den bestehenden Ressourcen umzugehen.

Siebenten-Tags-Adventisten befürworten einen einfachen, gesunden Lebensstil, bei dem die Menschen nicht in den Kreislauf von uneingeschränktem Konsum, Erwerb von Gütern und Produktion von Abfall geraten. Nötig ist ein Umdenken in Sachen Lebensstil auf der Grundlage der Achtung vor der Natur, der Zurückhaltung bei der Ausbeutung der Rohstoffquellen der Welt, der Neudefinition der menschlichen Bedürfnisse und der Wiederherstellung der Würde des geschaffenen Lebens.“

„Wir unterstützen die Bemühungen der Führer der Welt und aller Menschen, das zu schützen und zu respektieren, was Gott geschaffen und uns anvertraut hat“, schreibt die adventistische Weltkirchenleitung zum Klimagipfel in Paris, der am 11. Dezember abgeschlossen werden soll.

Offizielle Stellungnahmen der adventistischen Weltkirchenleitung zur Umwelt (Englisch):

Environment: (1995)
https://www.adventist.org/en/information/official-statements/statements/article/go/0/environment/42/

The Dangers of Climate Change (1995)
https://www.adventist.org/en/information/official-statements/statements/article/go/0/the-dangers-of-climate-change/30/

Stewardship of the Environment (1996)
https://www.adventist.org/en/information/official-statements/statements/article/go/0/stewardship-of-the-environment/30/

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Süddeutsche Adventisten wählen neuen Kirchenleiter

Der aus Deggendorf in Bayern stammende neue Kirchenleiter studierte nach dem Abitur am damaligen Theologischen Seminar Marienhöhe der Siebenten-Tags-Adventisten in Darmstadt. Von 1980 bis 1984 war er Jugendpastor in München, sowie ab 1990 ordinierter Pastor in Marburg an der Lahn. Von 1987 bis 1989 studierte er an der adventistischen Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA, und schloss mit einem Master of Divinity (M.Div.) in Theologie ab. Ab 1991 war er Abteilungsleiter für den Bereich Kinder und Jugend der regionalen Kirchenleitung der Adventisten in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. 2003 bis 2006 absolvierte Dullinger berufsbegleitend ein Masterstudium in „Leadership and Administration“ ebenfalls an der Andrews Universität. 2007 wurde er als Finanzvorstand in den Süddeutschen Verband der Freikirche berufen – eine Tätigkeit, die er bis zu seiner jetzigen Wahl ausübte. Werner Dullinger ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

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Treffen zur Ermutigung adventistischer Pastorinnen in Kopenhagen

Nach dem „Nein“ der adventistischen Weltsynode im Sommer 2015 in San Antonio, Texas/USA, wonach es den weltweit 13 teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) auch weiterhin nicht gestattet sein soll, in ihrem Gebiet Frauen, die im Pastorendienst tätig sind, zu ordinieren, seien am Treffen adventistischer Pastorinnen in Kopenhagen Erfahrungen und Reaktionen auf diesen Beschluss ausgetauscht worden. Einige der adventistischen Pastorinnen seien vom Beschluss enttäuscht gewesen, andere tief verletzt und anderen sei gar geraten worden den Pastorendienst zu verlassen, so TED-News.

Einen Tag nach dem negativen Beschluss der adventistischen Weltsynode habe Pastor Rafaat Kamal, TED-Kirchenleiter, einen ermutigenden und unterstützenden Brief an die adventistischen Pastorinnen in Nord- und Südosteuropa geschickt. Darin habe er eine solche Zusammenkunft angekündigt, an dem auch die nationalen Kirchenleiter anwesend sein sollten, um gemeinsam nachzudenken, sich auszusprechen und sich zu ermutigen.

Pastorin Guiséle Berkel-Larmonie, aus den Niederlanden, habe zur Andacht aus der Bibel, dem alttestamentlichen Propheten Micha, Kapitel 6 Vers 8 das zitiert, was Gott von allen erwarte: „Halte dich an das Recht, sei menschlich zu deinen Mitmenschen und lebe in steter Verbindung mit deinem Gott!“ (Gute Nachricht Bibel).

TED-Kirchenleitung sucht Lösung für die Ungleichheit in der Ordinationsfrage
Pastor Rafaat Kamal, TED-Kirchenleiter, bestätigte erneut seine Absicht, welche auch von der teilkontinentalen Kirchenleitung geteilt werde, so lange an dieser Problematik von Ordination und Ungleichheit zu arbeiten, bis sie gelöst sei. Die überregionalen, meist nationalen Kirchenleiter (Unionen/Verbände) der TED-Kirchenregion informierten, was in ihrem Gebiet bezüglich des Nein-Votums der adventistischen Weltsynode unternommen worden sei. In einigen Ländern seien unterstützende Erklärungen bezüglich der Arbeit adventistischer Pastorinnen veröffentlicht worden sowie verschiedene Zugänge gesucht worden, um Lösungen zu finden.

Das wichtigste am Ermutigungstag seien aber die Gruppengespräche gewesen, so TED-News. Dort hätten die adventistischen Pastorinnen einander zugehört, über ihre Verletzungen gesprochen, sich getröstet, ermutigt, um Weisheit, Kraft, Bescheidenheit und die Willigkeit gebetet, trotz Widerstand und Schwierigkeiten weiterhin als Pastorinnen zu dienen.

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Schießerei in San Bernardino: Adventisten trauern mit Opferfamilien

„Unsere Herzen sind bei den Familien, die ihre Angehörigen in der tragischen Schießerei in San Bernardino verloren haben“, schrieb der adventistische Weltkirchenleiter Pastor Ted C. Wilson auf seiner Facebookseite. Er bete für die Opferfamilien, die Verwundeten, darunter auch Amanda Gaspard (31), eine Adventistin, als auch für das medizinische Personal von Loma Linda University Health (LLUH), einem adventistischen Krankenhaus, in dem einige der Verwundeten gepflegt würden.

Die adventistische Kirchenleitung in Nordamerika bat um Fürbitte für alle, die von diesem tragischen Vorfall betroffen worden seien, für die Trauernden, die Verwundeten, das Pflegepersonal, für jene, die in Angst lebten sowie für das Baby und die Eltern des Amok laufenden Ehepaars.

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„Menschenrechte müssen Staaten, Religionen und Weltanschauungen vorgeordnet sein“

In seinem Eröffnungsvortrag „Christentum und Menschenrechte“ erklärte Prof. Dr. Thomas Schirrmacher laut den Presseinformationen Bonner Querschnitte (BQ) vor hochrangigen Repräsentanten aus Wissenschaft und Geistlichkeit beider Länder, dass der moderne Gedanke der Menschenrechte ohne seine Ursprünge im Christentum nicht ausreichend legitimiert werden könne: „Menschenrechte sind im Wesen des Menschen als Geschöpf Gottes begründet, nicht in der Zugehörigkeit zu einer Religion oder Weltanschauung.“

„Menschenrechte müssen nicht nur allen Staaten, sondern auch allen Religionen und Weltanschauungen vorgeordnet sein, sonst funktionieren sie nicht“, lautete die zentrale Forderung des Theologen und Religionssoziologen. Zwar hätten die Menschenrechte auch elementare Wurzeln im christlichen Denken, aber gerade deswegen sei die institutionelle Christenheit ihnen untergeordnet, nicht übergeordnet.

Mit dem Anspruch universeller Gültigkeit seien die Menschenrechte in Form der UNO-Menschenrechtserklärung von 1948 kodifiziert worden, allerdings ohne eine allgemein akzeptierte Herleitung oder Begründung mitgeliefert zu haben. Wenn es jedoch keine Rückbindung des Menschenrechtskataloges an eine höhere Instanz gebe, so Schirrmachers Befürchtung, seien die Menschenrechte eben nur das Ergebnis einer Abstimmung und hätten bloß so lange Geltung, wie ihnen zugestimmt würde. Ihre Vorstaatlichkeit könne nur weltanschaulich begründet werden, sagte der Religionssoziologe. „Das Christentum tut sich am leichtesten mit dem über den Religionen stehenden, gewissermaßen säkularen Charakter der Menschenrechte“, so Schirrmacher.

Menschenwürde ist unabhängig von Religion oder Weltanschauung
In der anschließenden Analyse der theologischen Grundlagen des Menschenrechts-gedankens hob der Theologe laut Bonner Querschnitte hervor: „Menschen, und zwar alle Menschen, nicht nur die Christen, sind Geschöpfe Gottes und Ebenbilder Gottes und haben deswegen eine unglaubliche Würde, die allem anderen vorausgeht.“ Diese Würde sei unabhängig davon, wie der einzelne Mensch zu Gott stehe, also auch davon, „ob er Christ ist oder nicht“. Menschenwürde und Menschenrechte seien demnach im Wesen des Menschen als Geschöpf Gottes begründet. Folglich schaffe nicht der Staat die Menschenrechte, sondern formuliere und schütze sie lediglich.

Christliche Kirchen dürfen Menschenrechte nicht vereinnahmen
Laut BQ lautete die abschließende Forderung Schirrmachers: „Die Menschenrechte müssen nicht nur allen Staaten, sondern auch allen Religionen und Weltanschauungen vorgeordnet seien, sonst funktionieren sie nicht!“

Deshalb dürften auch die christlichen Kirchen die Menschenrechte nicht für sich vereinnahmen: „Wir Christen wissen, der Umstand, dass wir an Gott glauben, bewahrt uns nicht vor schlimmen Entscheidungen und Handlungen, wie zahlreiche Beispiele der Geschichte belegen.“ Letztlich würde es aber „vielen religiösen Menschen weltweit helfen, wenn sie weniger den säkularen, und damit für sie eher bedrohlichen Charakter der Menschenrechte sehen würden, sondern sich mit dem Juden- und Christentum bei der Autorisierung der Menschenrechte durch den Schöpfer und der Verankerung der Menschenrechte im Geschaffensein durch Gott einsetzen würden.“

Das Symposium
Seit seiner Gründung Ende der 1990er Jahre verbindet das von Hans-Joachim Hahn koordinierte „Professorenforum“ Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachrichtungen, Ländern und Konfessionen zum Diskurs über christlich-abendländische Werte und Weltanschauung in ihrer Bedeutung für Wissenschaft und Gesellschaft. Dabei entstehen Veranstaltungen, Veröffentlichungen, Netzwerke und Impulse in die Öffentlichkeit.

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ADRA Brasilien versorgt Betroffene der Schlammlawine mit Trinkwasser

Die toxischen Bestandteile der Schlammlawine, darunter Arsen, Zink, Kupfer und Quecksilber, hätten die Wasserversorgung in der Region verschmutzt und machten das Wasser nicht behandelbar. Durch die Schlammlawine seien zwölf Personen gestorben, elf würden vermisst und 500 hätten ihr Zuhause verlassen müssen, so das Hilfswerk.

Unmittelbar nach der Katastrophe habe ADRA Brasilien die Hilfe seitens der nationalen Regierung und des Bergbauunternehmens durch die Verteilung von Hygiene-Kits (Seife, Shampoo, Toilettenpapier, Einwegwindeln) an mehr als 600 Familien ergänzt. Mit dem Verbreiten des Schlamms hätten sich auch die Bedürfnisse der betroffenen Bewohner klarer gezeigt. Gemeinsam mit ADRA Brasilien versorgten adventistische Schulen und Pfadfindergruppen in der Region die bedürftigen Familien.

Das Hilfswerk plant nach eigenen Angaben 200.000 Liter Trinkwasser an 1.900 Familien in der Stadt Governador Valadares und 60.000 Liter an 570 Familien in Colatina auszugeben.

ADRA Brasilien
Die 1956 in Brasilien gegründete Assistência Social Adventista wurde 1983 in Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Brasilen umbenannt. Das Hilfswerk hat landesweit elf regionale Büros, so im Amazonas-Gebiet, Bahia, Mato Grosso, Rio de Janeiro, Sao Paulo als auch in den betroffenen Region Espirito Santo und Minas Gerais. 2014 hat das Hilfswerk 59 Projekte im Rahmen von 17,8 Millionen Real (4,35 Millionen Euro) ausgeführt von denen rund 126.000 Menschen profitiert haben. ADRA Brasilien gehört zum weltweiten Netzwerk von rund 130 nationalen und regionalen ADRA Büros. Mehr Infos zu ADRA Brasilien: www.adra.org.br

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Hansa-Vereinigung der Adventisten veröffentlicht Erklärung zur Frauenordination

Mit dieser Erklärung wolle die Hansa-Vereinigung ein Zeichen für die eigenen Ortsgemeinden setzen, sagte Pastor Jan Kozak, stellvertretender Präsident der regionalen Kirchenleitung. Die Erklärung verdeutlicht, dass das Evangelium kein Ansehen der Person kenne, „auch nicht im Amtsverständnis“.

„Schon jetzt zeichnet sich ab“, heißt es in der Erklärung weiter, „dass die Entscheidung von San Antonio viele unserer Jugendlichen, unserer Frauen und andere Gemeindeglieder von unserer Freikirche zu entfremden droht. Unsere Verkündigung steht ohnehin unter schwierigen Rahmenbedingungen. Sie haben sich durch diesen Beschluss verschlechtert, weil die Vermittlung dieser Entscheidung nach außen kaum möglich scheint. Niemand kann auf Dauer nach außen Loyalität ausüben, die nach Innen seinem Gewissen entgegensteht.“

Der leitende Kirchenrat der Hansa-Vereinigung schließt seine Erklärung daher mit den Worten: „Wir ermutigen weiterhin weibliche Gemeindeglieder, sich für das Pastorenamt zu entscheiden und bekräftigen hiermit unsere Absicht, dem Beschluss der NDV-Vollversammlung vom 23.4.2012 gemäß zu handeln, Pastoren und Pastorinnen ohne Ansehen des Geschlechtes zur Ordination zum Predigtamt zu empfehlen.“ [Erklärung im Wortlaut hier]

Am 23.4.2012 hatte die überregionale Kirchenleitung der Adventisten in Nord- und Ostdeutschland (Norddeutscher Verband, NDV) mehrheitlich beschlossen, dass innerhalb des NDV auch Pastorinnen wie ihre männlichen Kollegen ordiniert werden können. Dieses Votum entspricht zwar nicht der Beschlusslage der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, wurde bisher aber noch nicht umgesetzt.

Frauen können nach ihrem Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zwar als Pastorin „gesegnet” werden und damit fast alle Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vornehmen; doch ordiniert werden nur männliche Geistliche. Damit ist Pastorinnen auch das Amt des Präsidenten einer regionalen oder überregionalen Freikirchenleitung verwehrt, das eine Ordination erfordert.

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Neue Direktorin des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim

Mareile Lasogga wurde in Hannover geboren und studierte evangelische Theologie in Marburg, Göttingen, Lausanne und Bern mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie. Nach ihrer Ordination zur Pastorin der Hannoverschen Landeskirche war sie von 1998 bis 2002 Pastorin der St. Petri-Kirchengemeinde Cuxhaven und von 2002 bis 2007 Pastorin der St. Johannisgemeinde in Hannover. Lasogga ist durch ihre bisherigen Tätigkeiten im kirchlichen und akademischen Kontext gut vernetzt. Sie ist vertraut mit aktuellen wissenschaftlichen Diskursen und Positionen wie auch mit den Aufgaben und Herausforderungen gemeindlicher und gesamtkirchlicher Arbeit.

Besonders am Herzen liegt Lasogga die Neuformulierung der Einsichten reformatorischer Theologie unter den Bedingungen der Gegenwart: „Theologie und Kirche haben nicht nur die Aufgabe, Traditionen für und in der Gegenwart zu aktualisieren, sondern sie müssen sich auch aktiv an der Deutung dieser Gegenwart beteiligen. Dazu bedarf es nicht nur der klaren theologischen Reflexion, sondern auch einer wachen und differenzierten Analyse unserer komplexen pluralistischen Lebenswirklichkeit“, so Lasogga.

Träger des Konfessionskundlichen Instituts ist der Evangelische Bund e.V. Das Institut beobachtet und bewertet unter anderem die aktuellen Beziehungen zwischen den christlichen Kirchen. Die Arbeit des Instituts wird zudem von der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Evangelischen Kirche der Pfalz finanziell getragen. Weitere Informationen: www.konfessionskundliches-institut.de

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