Die Bibel auch in Deutschland immer noch ein Bestseller

„Wir sind sehr zufrieden mit diesen Verbreitungszahlen“, sagte DBG-Generalsekretär Dr. Christoph Rösel. „Die steigenden Zugriffszahlen auf www.die-bibel.de belegen, dass die Bibel im Internet ebenfalls ein Bestseller ist.“ Den Nutzerinnen und Nutzern stehen dort mit Online-Suchfunktionen sieben deutsche Bibelübersetzungen und die englische King-James-Bibel zur Verfügung. Die Texte der Deutschen Bibelgesellschaft seien im Netz auf dem aktuellen Stand der Druckausgaben und würden laufend gepflegt.

Bei der Deutschen Bibelgesellschaft erscheinen unter anderem die klassische Bibel nach Martin Luther im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und als einzige durchgängig interkonfessionelle Übersetzung auf Deutsch die moderne „Gute Nachricht Bibel“. Die Lutherbibel liegt zum 500.0.2017 in einer neuen revidierten Ausgabe vor.

Als weitere Bibelübersetzungen würden in den nächsten Jahren die „BasisBibel“ und die „Neue Genfer Übersetzung“ (NGÜ) fertiggestellt, so Rösel. Für beide seien bisher bereits das komplette Neue Testament und Teile des Alten Testaments übersetzt. Die DBG charakterisiert die „BasisBibel“ als die „innovative“ und die mit Partnern erstellte NGÜ als die „präzise“ Übersetzung.

Weltweit und bei allen Konfessionen seien die wissenschaftlichen Ausgaben der Deutschen Bibelgesellschaft in den Ursprachen die Grundlage für theologische Wissenschaft und Bibelübersetzung. Dazu gehörten die „Biblia Hebraica Stuttgartensia“ und die „Biblia Hebraica Quinta“, das „Greek New Testament“ und das „Novum Testamentum Graece“ (Nestle-Aland). Hier stieg die Zahl der verkauften Ausgaben von 45.479 im Jahr 2014 auf 51.054 im vorigen Jahr.

_____________________________________________________________________________




Allorthodoxe Synaxis: Weg frei zum „Orthodoxen Konzil von Kreta“

Grund für die Verzögerung war laut der Orthodoxen Nachrichten-Agentur ONA die Weigerung des georgischen Patriarchen Ilia II., den Entwurf für das Konzilsthema „Ehehindernisse“ zu unterschreiben. Er war daraufhin bereits am 27. Januar, wie auch sein russischer Amtsbruder Kyrill und noch vor ihnen Theophilos III. von Jerusalem, aus dem Zentrum des Ökumenischen Patriarchats in Chambésy, am Genfer See, abgereist, an dem die Allorthodoxe Synaxis stattfand.

Einvernehmen benötigt keine Einstimmigkeit
Laut ONA wäre an dieser Weigerung beinahe im letzten Moment das ganze Gipfeltreffen (Synaxis) der orthodoxen Kirchenführer und damit auch das orthodoxe Konzil gescheitert. Für dieses, als auch für die anderen Vorbereitungstreffen sei Einvernehmen der 14 griechisch-orthodoxen Kirchen vereinbart worden. So hätten seit dem Abend des 27. Januars die um Bartholomaios I. versammelten übrigen Patriarchen, Metropoliten und Erzbischöfe nach einem Ausweg aus der „georgischen Sackgasse“ gesucht. Sie hätten sich darauf geeinigt, dass eine Zustimmung von 13:1 zu der strittigen Konzilsvorlage sehr wohl ein „Einvernehmen“ darstelle, auch wenn dies nicht Einstimmigkeit im wörtlichen Sinn bedeute. Außerdem habe sich Elia II. durch seine Abreise selbst von der weiteren Lösungsfindung disqualifiziert.

Beobachter in Genf sähen in diesem Ausweg eine wichtige Vorentscheidung für das Konzil selbst, so ONA. Dieses könne nun nicht mehr an der Obstruktion einer oder weniger orthodoxen Kirchen scheitern. In der Sache sei es um die georgische Opposition gegen die Zulassung von Mischehen mit anderen Christen gegangen und um die Erlaubnis für Priester, nach dem Tod ihrer Frau noch einmal zu heiraten. Nach der bisherigen Regelung müssten sie in diesem Fall ehelos bleiben.

Ökumene eine der Kernfragen
Inhaltlich biete das Abschluss-Kommuniqué der Synaxis gegenüber dem bereits bekannt Gewordenen wenig Neues. Das Konzil werde vom 16. bis 27. Juni in der „Orthodoxen Akademie“ von Kreta stattfinden, ein Festgottesdienst finde hingegen in der Kathedrale Hagios Minas von Heraklion, der Hauptstadt der Insel, statt. Das Konzil werde sich nach Angaben von ONA nur mit jenem Teil der Themen befassen, über die bereits Einigkeit erzielt worden sei. Unter ihnen das Anliegen des Ökumenismus und einer einvernehmlichen orthodoxen Haltung dazu. Die übrigen, meist ekklesiologischen Vorlagen, blieben zur Behandlung auf einer zweiten, noch unbestimmten Sitzung aufgespart.

Großer Erfolg für Patriarch Bartholomaios I.
Eine gewisse Enttäuschung habe in Chambésy darüber geherrscht, dass nicht-orthodoxe Beobachter zwar zur „Großen Synode“ eingeladen seien, aber nur beim Eröffnungs- und Schlussakt Zutritt erhalten würden.

Insgesamt werde diese Synaxis als großer persönlicher Erfolg für den Ökumenischen Patriarchen und die ökumenisch gesinnten, reformfreudigen Kräfte in der griechisch-orthodoxen Kirchenfamilie gewertet, so die Orthodoxe Nachrichten-Agentur.

_____________________________________________________________________________




1.000 Grabkreuze an öffentlichen Plätzen in Schweizer Städten

Auf den Grabkreuzen, die am 27. Januar in den frühen Morgenstunden in verschiedenen Städten in der ganzen Schweiz aufgestellt wurden, seien laut Meldung der Initianten Aufschriften angebracht wie: „Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet“, „Sind Profite wichtiger als Menschenleben“ und „Gewinne an den Börsen – Hunger für die Armen“.

Aktivisten der Spekulationsstopp-Initiative wollten damit auf den Hunger und den Tod aufmerksam machen, den die Spekulation mit Nahrungsmitteln an der Börse verursache. „Es kann nicht sein, dass einige Spekulanten an der Börse mit Milliarden auf steigende Preise wetten und deswegen Millionen Menschen jedes Jahr verhungern“, sagte Oliver Heimgartner, Kampagnenleiter der Spekulationsstopp-Initiative. An der Abstimmung vom 28. Februar könne mit einem Ja zur Spekulationsstopp-Initiative „dieses Geschäft mit dem Tod“ beendet und der Welthunger erfolgreich bekämpft werden, so Heimgartner.

Unterstützende kirchliche Organisationen
Die JUSO-Initiative „Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln“ wird von folgenden kirchlichen Organisationen oder Werken unterstützt: Brot für alle, Caritas, Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) Schweiz, Evangelische Frauen Schweiz, Heilsarmee, HEKS, Fastenopfer, OEME – oekumene,mission,entwicklung, Reformierte Kirche Bern-Jura-Solothurn, Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund, STOPP ARMUT, zudem gibt es ein PfarrerInnenkomitee, das die Initiative unterstützt.

_____________________________________________________________________________




Papst bittet Christen anderer Konfessionen um Vergebung

Wörtlich erklärte Franziskus in der Kirche Sankt Paul vor den Mauern: „Als Bischof von Rom und als Hirte der Katholischen Kirche bitte ich um Barmherzigkeit und Vergebung für das nicht evangeliumsgemäße Verhalten von Katholiken gegenüber anderen Christen.“

Zum Abschluss der Gebetswoche für die Einheit der Christen rief Franziskus auch die Katholiken dazu auf, Christen anderer Konfessionen aktuelle und frühere Beleidigungen zu verzeihen.

Franziskus hatte die Angehörigen anderer christlicher Konfessionen in der Vergangenheit bereits mehrfach um Vergebung gebeten. Zuletzt entschuldigte er sich im November anlässlich eines Besuchs der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Rom bei den Protestanten. Im Juni 2015 bat er die Kirche der Waldenser um Vergebung; im Juli 2014 die Evangelikalen.

Weiter betonte der Papst vor ranghohen Vertretern der christlichen Kirchen, der ökumenische Dialog dürfe nicht nur auf fachtheologischer Ebene geführt werden. Auf dem Weg zur vollständigen und sichtbaren Einheit der Christen gehe es vor allem darum, Gott selbst in den eigenen Taten wirken zu lassen. „Wenn die Christen der verschiedenen Kirchen das Wort Gottes hören und versuchen, es in die Praxis umzusetzen, begehen sie deshalb wirklich wichtige Schritte zur Einheit“, so Franziskus. Jenseits der noch bestehenden Unterschiede zwischen den verschiedenen christlichen Konfessionen werde so erkennbar, dass die „Wurzel des christlichen Lebens immer der Ruf Gottes ist“.

Bereits jetzt könnten Christen auf vielfältige Weise zusammenarbeiten, um gemeinsam die Botschaft Jesu zu verkünden. „Und indem wir gemeinsam arbeiten und diesen Weg gehen, merken wir, dass wir im Namen des Herrn bereits vereint sind.“ Franziskus erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass er und die Vertreter der verschiedenen Kirchen und Gemeinden in Rom gemeinsam die Heilige Pforte in Sankt Paul vor den Mauern durchschritten hatten. Namentlich erwähnte er Metropolit Gennadios, den Vertreter des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel, und den anglikanischen Erzbischof David Moxon, der das Ehrenoberhaupt der anglikanischen Weltgemein-schaft, den Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, vertreten hatte.

_____________________________________________________________________________




Flüchtlingskrise: Europäisches Koordinationstreffen von ADRA-Leitern mit adventistischen Kirchenleitern

UNHCR-Delegierte und ADRA-Mitarbeiter schildern Flüchtlingssituation
Die beiden kroatischen Delegierten des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Jasna Barberic und Jan Kapic, haben den Teilnehmenden des europäischen Koordinations-treffens der ADRA- und der adventistischen Kirchenleiter durch fundierte Berichte die Lage und Bedürfnisse der Flüchtlinge dargestellt. Nach Angaben von Jasna Barberic sind im Januar 2016 bereits 29.461 Flüchtlinge in Europa eingetroffen. Sie beklage besonders die rund 4.000 Menschen, die letztes Jahr auf der Flucht gestorben seien, denn „unser Hauptziel besteht darin, Leben zu retten“.

Mitarbeiter von ADRA-Landesbüros gaben Einblicke in ihr Engagement für die Flüchtlinge. Die Hilfe beginne an der Nordküste von Lesbos mit einem großen Bus von AdventHelp und setze sich über den Einsatz der ADRA-Landesbüros von Mazedonien, Bulgarien, Serbien, Kroatien, Slowenien, Ungarn und Österreich sowie in den Ländern, in denen sich die Flüchtlinge niederlassen wollten, wie Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland fort. Bei vielen ADRA-Einsätzen würden vorwiegend Freiwillige mitarbeiten. Die Finanzierung der Flüchtlingshilfe sei ein echtes Problem, sagte Maja Ahac, ADRA-Geschäftsleiterin von Slowenien. Ihrem Büro ginge Ende März das Geld aus.

Viele der europäischen ADRA-Büros hätten in der Vergangenheit vorwiegend Auslandsprojekte finanziert. Nun seien sie mit Flüchtlingen in ihren eigenen Ländern konfrontiert, was eine neue Herausforderung sei. ADRA Deutschland arbeite mit Freiwilligen in adventistischen Kirchgemeinden zusammen. Diese würden Sprachkurse und Beschäftigungsprogramme anbieten solange die Flüchtlinge nicht arbeiten dürften. Es würden auch Informationen über Werte, Einstellungen und Haltungen vermittelt, damit die Flüchtlinge die Kultur im Land verstehen könnten, das sie aufgenommen habe. Zudem haben die adventistische Freikirche in Deutschland sowie diverse adventistische Institutionen die Anleitung „Gemeinsam für Flüchtlinge“ für ehrenamtliche Projektarbeit mit politisch Verfolgten und Kriegsflüchtlingen herausgegeben. Link zum Download: http://www.thh-friedensau.de/gemeinsam-fuer-fluechtlinge-2/

Integration als Schlüsselfaktor
Das Hauptaugenmerk der Aktivitäten von ADRA Schweden liege weiterhin in den Herkunftsländern Syrien und Jemen. Es seien die adventistischen Kirchgemeinden, die versuchten, den Flüchtlingen in Schweden zu helfen. Man sei sich einig gewesen, so der TED-Bericht, dass Integration entscheidend sei. In Norwegen sei zu diesem Zweck eine Arbeitsgruppe gegründet worden, in der ADRA Norwegen mit der Gesundheits- und Erziehungsabteilung zusammenarbeite.

Pläne: Kommunikation, Koordination, Finanzierung, Ausbildung
Es wurde vereinbart, die Aktivitäten für Flüchtlinge in den Balkanländern besser zu koordinieren sowie die Kommunikation mit den Flüchtlingen, innerhalb der Kirche und mit der Öffentlichkeit zu verbessern. Die adventistischen Kirchgemeinden wurden angeregt, sich aktiv am Weltflüchtlingstag der UNO (20. Juni) zu beteiligen. Es gehe im Weiteren auch darum, zusätzliche Finanzquellen für die Flüchtlingshilfe zu erschließen, so der TED-Bericht.

ADRA Mazedonien helfe im Grenzort Gevgelija den Flüchtlingen ausschließlich mit Freiwilligen und in Griechenland bestehe überhaupt kein ADRA-Büro. Es wurde beschlossen, die Stelle eines Regionalkoordinators in Kürze zu besetzen, der diese Probleme angehen und die ADRA-Büros unterstützen soll.

Zudem soll ein Integrations-Lehrprogramm sowie ein Ausbildungsprogramm für Kirchenmitglieder erstellt werden, das als Hilfestellung zum Umgang mit Flüchtlingen dienen soll.

_____________________________________________________________________________




Neuer Finanzvorstand der Adventisten in Deutschland

Neef ist 54 Jahre alt, verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Er lebt in Darmstadt und München und war in den letzten 20 Jahren in leitenden Funktionen für große deutsche und internationale Konzerne tätig.

Pastor Mario Brito, Präsident der teilkontinentalen Freikirchenleitung der Adventisten in West- und Südeuropa (EUD), freute sich über die Bereitschaft von Dieter Neef, seinen beruflichen Erfahrungsschatz nun auch vollzeitlich in die Verantwortung für die Finanzen beider Verbände einzubringen und wünschte ihm dazu Gottes Segen.

Dieter Neef tritt die Nachfolge von Günter Brecht im Norddeutschen Verband an, der zum 2. Februar in den Ruhestand geht. Im Süddeutschen Verband übernimmt Neef die Aufgaben von Pastor Werner Dullinger, der im Dezember 2015 zum Präsidenten des Süddeutschen Verbandes gewählt wurde.

_____________________________________________________________________________




ADRA Ruanda baut 112 Schulzimmer für 11.000 Kinder

In den 112 Schulzimmern sollen nach Angaben von ADRA Ruanda ab Februar, zu Beginn des neuen Schuljahrs, 9.000 vorwiegend burundische Flüchtlingskinder sowie 2.000 ruandische Kinder aus den umliegenden Kommunen unterrichtet werden. Bisher sei der Unterricht in einigen wenigen provisorischen Klassenzimmer erteilt worden.

Mit 44.000 Bewohnern, meist Flüchtlingen aus dem Nachbarland Burundi, ist das Mahama Refugee Camp das größte Lager in Ruanda. Es liegt 270 Kilometer von der Hauptstadt Kigali entfernt im östlichen Kirehe Distrikt. Mit den Gewaltausbrüchen im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen in Burundi habe eine massive Fluchtbewegung eingesetzt, sodass knapp 70.000 Menschen in Ruanda Zuflucht gesucht hätten, so das Hilfswerk.

ADRA Ruanda
Das adventistische Hilfswerk ADRA Ruanda steht seit 1978 im Einsatz für die Bevölkerung, so auch während der Zeit des Völkermords. Nach Ausbruch der Gräueltaten 1994 entschied der damals 30-jährige Carl Wilkens, Leiter von ADRA Ruanda, als einziger US-Amerikaner, das Land nicht zu verlassen. Er setzte sich für Waisenkinder und andere hilflose und verfolgte Menschen ein und rettete ihnen durch seinen furchtlosen Einsatz das Leben.

Schwerpunkte der Aktivitäten von ADRA Ruanda sind die Bereiche Bildung, Gesundheit, wirtschaftliche Entwicklung, Ernährungssicherheit und Katastrophenhilfe. ADRA Ruanda beschäftigt 182 Mitarbeitende und gehört zum internationalen Netzwerk der rund 130 nationalen und regionalen ADRA Büros. Mehr Infos zu ADRA Ruanda:
https://adra.org/country/rwanda/

_____________________________________________________________________________




Überarbeitung der Enzyklopädie der Siebenten-Tags-Adventisten

Die Online-Enzyklopädie werde die gebundene Ausgabe der Enzyklopädie der Siebenten-Tags-Adventisten von 1966 ersetzen und soll 2020 fertiggestellt sein. An der Totalüberarbeitung würden weltweit tausende Kirchenmitglieder mitarbeiten und recherchieren, Artikel verfassen, Dokumente, Tagebücher, Informationen, Fotos, Tonträger, Videos sowie Gegenstände sammeln und erfassen. Die ersten der geschätzten 20.000 Artikel sollen bereits 2017 online gestellt werden und könnten deshalb fortlaufend erweitert und ergänzt werden, teilte AR mit.

Vorwiegend Historiker im Komitee
Das Redaktionsteam bestehe vorwiegend aus Historikern der weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen. Es habe in der ersten Sitzungsperiode die Themen festgelegt als auch, welche Artikel der 1996 revidierten Enzyklopädie übernommen werden sollen. „Ich schätze, dass 90 Prozent aller Artikel neu geschrieben werden“, darunter auch alle Biografien, sagte David Trim, Historiker und Leiter der Abteilung Archive, Statistik und Forschung der adventistischen Weltkirchenleitung. Kurze Artikel über Institutionen oder Dienststellen könnten online angepasst werden. Jeder Artikel oder Beitrag durchläuft laut AR einen mehrstufigen redaktionellen Prozess bevor er online gestellt wird.

Chigemezi Wogu, nigerianischer Theologiestudent an der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau (bei Magdeburg), mit 26 Jahren das jüngste Mitglied im Redaktionsteam, habe stellvertretend für ein Teammitglied aus der Kirchenregion der Adventisten in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division EUD) teilgenommen. Aus seiner Artikelliste übernahm das Komitee das Thema: „Der Adventismus im nach-christlichen Europa“. Laut Wogu ein Bereich, der thematisiert werden müsse.

_____________________________________________________________________________




Flüchtlinge und die Festung Europa

Fluchtursachen bekämpfen
Dr. Ulrike Schulz, Professorin für Entwicklungssoziologie und Entwicklungsökonomie in Friedensau, informiert in ihrem Artikel „Festung Europa: Schutz vor Flüchtlingen oder Flüchtlingsschutz?“ über das Dublin-Verfahren. Danach muss jeder Asylsuchende in dem Land das Asylverfahren durchlaufen, in dem er oder sie die EU betreten hat. Doch die ungleiche Verteilung der Flüchtlinge in den Mittelmeeranrainerstaaten wie Italien, Spanien und Griechenland habe dazu geführt, dass das Dublin-Verfahren nicht mehr zur Anwendung kam. Mehr und mehr Flüchtlinge konnten nun auch einen Asylantrag in Deutschland stellen. Doch selbst wenn das seit 1997 gültige Dublin-Abkommen funktionieren würde, bleibe die europäische Regelung noch hinter der Genfer Flüchtlingskonvention zurück, denn es gebe für Flüchtlinge keine legale Einreisemöglichkeit in ein bestimmtes Land, so die Professorin. Sie beleuchtet die Folgen europäischer Abschottung sowie das Auftreten einer aktiven europäischen Zivilgesellschaft und einer Gegenöffentlichkeit zur Politik, die das Schicksal der Flüchtlinge in den Mittelpunkt stellt. Ulrike Schultz kommt zu dem Schluss, dass zur Lösung langwieriger Flüchtlingssituationen ebenfalls die Fluchtursachen zu bekämpfen seien. „Dabei müssen auch die eigene Verstrickung in die Konflikte und die ökonomischen Interessen, die zur Landnahme und Zerstörung der Lebensgrundlagen vieler Menschen führen, thematisiert werden.“

Gott als Freund und Anwalt der Fremden
Professor Rolf Pöhler, der Systematische Theologie an der Hochschule lehrt, befasst sich mit Aussagen der Bibel zum Thema „Ich bin ein Fremder gewesen …“ Fast überall auf der Welt sei jeder Mensch ein Ausländer und Fremder. Er brauche dabei nicht unbedingt das eigene Land zu verlassen. Das Alte Testament lege großen Wert auf die Gastfreundschaft und Fürsorgepflicht gegenüber Mitbürgern anderer Völker. Um diese Gleichbehandlung sicherzustellen, hätten die Fremden einen umfassenden Rechtsschutz genossen, der sie vor Ausbeutung und Unterdrückung bewahren sollte. Im Neuen Testament werde betont, dass Gott der Freund und Anwalt der Fremden ist. Vor Gott seien alle Menschen gleichwertig, unabhängig von ihrer ethnischen, nationalen, kulturellen oder sozialen Herkunft und Zugehörigkeit. „In Jesus hat Gott selbst das Schicksal der Fremden geteilt, Fremdsein und Entfremdung, Flucht und Vertreibung am eigenen Leib erlebt und sich mit den Fremden als seinen Brüdern solidarisiert und identifiziert.“ Auf einen kurzen Nenner gebracht laute die biblische Weisung: „Mach’s wie Gott – werde Mensch, und dem Fremden zum Bruder!“

Kirchenasyl als Akt des zivilen Ungehorsams
Der Jurist und Kanzler der Theologischen Hochschule Friedensau, Tobias H. Koch, beleuchtet den aufenthaltsrechtlichen Rahmen von Flüchtlingen und das Kirchenasyl. Man könne das Kirchenasyl mit den Zufluchtsstätten des Volkes Israel im Alten Testament vergleichen, so Koch. Allerdings bestehe beim Kirchenasyl kein gesetzlicher Schutz vor staatlichem Zugriff. Dennoch respektiere der Staat grundsätzlich die Widmung eines Ortes für gottesdienstliche Zwecke und verschaffe sich beim Kirchenasyl keinen Zutritt gegen den Willen der Kirchengemeinde. Deren Glaube gebiete ihnen, Menschen vor Gefahr für Leib und Leben oder der Beraubung ihrer Freiheit, die durch Abschiebung droht, in Obhut zu nehmen. Dadurch wollen sie dem Staat eine erneute, sorgfältige Überprüfung ihres staatlich garantierten Schutzanspruches ermöglichen. Deshalb werde ein Kirchenasyl auch den Behörden bekannt gegeben. „Die Kirchengemeinde übt damit einen Akt des zivilen Ungehorsams aus, nicht um politisch zu sein, sondern um im Einzelfall zu helfen“, betont Tobias Koch.

Christentum in Mesopotamien vor totaler Auslöschung
Professor Dr. Horst Friedrich Rolly, Dekan des Fachbereichs Christliches Sozialwesen, stellt fest: „Noch nie in der zweitausendjährigen Geschichte der christlichen Kirchen in Mesopotamien gab es die Wahrscheinlichkeit und Wirklichkeit einer totalen Auslöschung der christlichen Kultur und Tradition in der Region wie heute.“ Eine harmonische Koexistenz von Minderheiten und der Mehrheit unter rechtsstaatlichen Prinzipien scheint im Nahen und Mittleren Osten unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht mehr möglich.

In der Hochschulzeitschrift „Dialog“ kommen drei Friedensauer Absolventen zu Wort und berichten über ihre soziale Arbeit mit Kriegsflüchtlingen. Auch wurden drei syrische Flüchtlinge interviewt, die in Friedensau an einem intensiven Deutschkurs teilnehmen, um sich auf das Studium an einer Universität vorzubereiten.

Es lohne sich, Zuwanderung zu fördern
In einer Gastkolumne widmet sich Roland Nickel, Leiter Controlling bei der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, dem Thema „Wirtschaftsfaktor Migration“. Er weist darauf hin, dass Studien belegten, dass die negativen Folgen von Migration häufig überschätzt würden und Einwanderungsländer von Migration wirtschaftlich profitieren könnten; vor allem, wenn die Zuwanderer gut ausgebildet wären. Deshalb lohne es sich, Zuwanderung zu fördern.

Vorgestellt werden zudem zwei Masterthesen im Studiengang International Social Sciences (Internationale Sozialwissenschaften) der Hochschule. René Fechner schrieb über „Wohin soll ich gehen? Die Wahrnehmung junger Flüchtlinge von Zugehörigkeit und Integration. Eine Fallstudie aus dem Flüchtlingscamp Nakivale, Uganda. Siara Costa, die aus Brasilien stammt, befasste sich mit „Deutsche Flüchtlingspolitik und ihre Wirkung: aus der Perspektive bosnischer Flüchtlinge“.

Die 1990 staatlich anerkannte Theologische Hochschule Friedensau mit ihren zwölf wissenschaftlichen Instituten bietet in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie insgesamt neun Bachelor- und Master-Studiengänge, davon zwei in englischer Sprache, sowie einen Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ an. Derzeit sind dort 190 Studierende aus 35 Ländern eingeschrieben.

Die Ausgabe Januar bis März 2016 der Hochschulzeitschrift „Dialog“ kann als PDF-Datei im Internet heruntergeladen werden unter http://www.thh-friedensau.de/downloads/18275/

_____________________________________________________________________________




Hochschule Friedensau kooperiert mit Universität in Ghana

In den 14 Tagen, die sie gemeinsam verbringen, werden die 30 Männer und Frauen von Experten aus Afrika und Europa fachlich begleitet. Der erste Teil des Programms widmet sich den Fallstudien der einzelnen Forschenden und gibt Raum für Kritik und Feedback. Der zweite Teil konzentriert sich auf eine Vertiefung der Fähigkeit, feministische Methodologie und Epistemologie (Erkenntnistheorie) in die eigene Forschung zu integrieren. Darüber hinaus werden mögliche Auswirkungen der geschlechtsspezifischen Ergebnisse der jeweiligen Studien diskutiert. Durch Exkursionen haben die Forschenden die Möglichkeit, theoretisches Wissen mit der Realität in Ghana zu verknüpfen und sich mit traditionellen Systemen des Landbesitzes und den Herausforderungen durch feministische Aktivistinnen und Landrecht-Aktivisten vertraut zu machen.

Landrechte in Afrika ein kompliziertes Geflecht
Landrechte sind in Afrika in einem Geflecht von politischen, sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhängen verwoben. Trotz der Fülle von Forschung und politischem Aktivismus rund um Fragen des Landraubes und der Land-Kommodifizierung in Afrika werde dabei die Rolle des Geschlechts von Mann oder Frau oft vernachlässigt. Doch Landbesitzstrukturen, sei es bei gemeinschaftlichen Nutzungsformen oder bei formeller Landregistrierung, stünden in direktem Zusammenhang mit Machtverhältnissen, welche sich wiederum durch die sozialen Analysekategorien Geschlecht, Rasse und Klasse besser verstehen ließen, so die Hochschule Friedensau.

Die staatliche Universität von Cape Coast liegt in der Nähe der ghanaischen Stadt Cape Coast auf einem Hügel mit Blick auf den Atlantik. Sie hat acht Fakultäten mit insgesamt fast 36.000 Studierenden von denen 18.000 den Fernunterricht belegt haben. Zur adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau gehören die Fachbereiche Theologie und Christliches Sozialwesen mit insgesamt 190 Studentinnen und Studenten aus 35 Ländern.

_____________________________________________________________________________




Erneuerbare Energie und Entwicklungszusammenarbeit

Insbesondere die Menschen im globalen Süden litten unter den Auswirkungen des Klimawandels und dem voranschreitenden Raubbau. Der Schlüssel für eine nachhaltige und gesunde Zukunft seien erneuerbare Energien. Diese verbrauchten keine Ressourcen und belasteten die Umwelt nicht, so Lefik. Sie wären langfristig auch deutlich günstiger. Selbst abgelegene Regionen könnten mit Energie versorgt werden. So machten sie Menschen unabhängig von äußeren Einflüssen und damit widerstandsfähiger gegenüber Naturkatastrophen und Wirtschaftskrisen. Zudem sei erneuerbare Energie gut für die Wirtschaft, denn sie schaffe Arbeitsplätze, verbessere das Know-how und könne dadurch effizient genutzt werden.

Ein riesiges Potential für Entwicklungshilfemaßnahmen
In den Ländern des globalen Südens gebe es viel Sonne, Biomasse und fließende Gewässer, deren Energie bisher nur minimal eingesetzt werde. Das Potential für Entwicklungsmaßnahmen sei daher riesig, erläuterte Anna Lefik. ADRA Deutschland fördere schon seit vielen Jahren die Nutzung erneuerbarer Energien in den Entwicklungsländern.

Beispielsweise belaste auf Vanua Balavu, einer der Inseln Fidschis, der Gebrauch von Dieselgeneratoren zur Stromgewinnung und offenen Kochstellen die Gesundheit der Menschen und die Umwelt zusehends. ADRA Deutschland wolle deshalb durch ein gerade begonnenes Projekt den Inselbewohnern mit Solaranlagen und Solarkochern zu einer besseren Gesundheit und mehr Lebensqualität verhelfen. Fischfarmen ermöglichten der Bevölkerung mehr Einkommen und schützten die Umwelt zusätzlich. Das Projekt werde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziell gefördert.

Auf Vanua Balavu würden in der Mehrzahl der Haushalte Dieselgeneratoren als Energiequelle vor allem zur Lichtgewinnung in den Nachtstunden verwendet. Der Kraftstoff sei teuer und das Einkommen der Familien, das hauptsächlich aus der Landwirtschaft und der Fischerei stamme, sehr niedrig. Daher könnten sich nicht alle Familien den Betrieb der Generatoren leisten und Kindern wäre es in den Abendstunden nicht mehr möglich, zu lernen. Lefik wies darauf hin, dass fast alle Familien über offenem Feuer kochten, wodurch es zu Lungen- und Herzkrankheiten käme. Das Feuerholz stamme überwiegend aus den Mangrovenwäldern an der Küste. Doch unkontrolliertes Abholzen führe zur Erosion der Küste und wirke sich negativ auf die biologische Vielfalt des Gebiets und die Lebensmittelsicherheit der örtlichen Bevölkerung aus.

Mehr Lebensqualität durch Solarenergie
Mit Hilfe von Solaranlagen und Solarkochern wolle ADRA Deutschland die Energieversorgung von 500 Haushalten auf Vanua Balavu auf ökologische und effiziente Weise verbessern. Die Solaranlagen ermöglichten den Familien eine kostengünstige Beleuchtung in den Abendstunden, wodurch sich ihre Lebensqualität verbessere und die Kinder mehr Zeit zum Lernen hätten. Durch die Solarherde seien die Frauen beim Kochen keinen schädlichen Dämpfen mehr ausgesetzt und die Zahl der Atemwegs- und Herzkrankheiten werde stark zurückgehen, zeigte sich Anna Lefik überzeugt. Zudem erhielten die Dorfbewohner mit der Einführung von Fischfarmen die Möglichkeit, sich besser zu versorgen und ihre Erwerbsmöglichkeiten zu erweitern. Umweltschutz und im Besonderen der Schutz der Küstengebiete würden durch diese Umstellungen zusätzlich gewährleistet.

Auch in Somalia ermögliche ADRA in einem großangelegten Projekt den Zugang zu nachhaltiger und erschwinglicher Energie für 100.000 Haushalte. Mit der Installation von Photovoltaikanlagen sowie von energiesparenden Kochherden verbessere sich die Lebensqualität der Menschen immens. In Vietnam veränderten sich ebenfalls durch erneuerbare Energien die Lebensumstände von ethnischen Minderheiten in abgelegenen Gebieten nachhaltig zum Positiven. ADRA vermittle dort den Kleinbauern zudem Kenntnisse zu Klima und Umwelt, Waldschutz, klimaresistenten landwirtschaftlichen Techniken und erneuerbaren Energiemodellen.

_____________________________________________________________________________




ADRA Österreich begleitet durchreisende und stationäre Flüchtlinge

Die Flüchtlinge seien oft schlecht auf das kalte Wetter vorbereitet und benötigten nach den wochenlangen Fußmärschen Nahrung, Kleidung und ärztliche Versorgung. Daneben seien auch Trost und Hilfe beim Umgang mit dem erlebten Leid wichtig, schreibt ADRA.

Seit Mitte Januar werde eine kurdische Familie aus Syrien, die in Österreich Asyl beantragt habe bei der Integration begleitet. Dies umfasse Behördenwege, das Bekanntmachen mit der Kultur und dem Lebensraum sowie Sprachkurse bei gemeinsamen Treffen.

In Deutschlandsberg, 15 Kilometer südwestlich von Graz, richte ein Bewohner sein Haus zur Aufnahme von 20 Flüchtlingen ein. Ab Mitte März sollen dort in Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe ADRA Deutschlandsberg Flüchtlinge betreut werden.

Weitere Infos zur Flüchtlingshilfe von ADRA Österreich:
http://www.adra.at/fluechtlingshilfe/

_____________________________________________________________________________




„Mit Werten navigieren“

In der Bewältigung der vielen Anfragen an unser Leben nehmen Werte eine Schlüsselrolle ein, betonte Naether in seiner Predigt. Werte helfen, „über unsere inneren Antreiber im Klaren zu werden.“ Werte wie „Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenwürde“ seien auf der Ebene der Europäischen Union ausdrücklich verankert und ableitbar aus der Bibel und der Geschichte der Reformation. Werte seien elementare Bausteine für stabile Beziehungen. Die Adventgemeinde solle keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, wo sie stehe.

Adventistische Kirche als Wertegemeinschaft
Naether stellte fest, „dass der Einzelne sich Werte in der konkreten Lebenssituation und in der Auseinandersetzung mit seiner Umwelt erarbeiten muss.“ Werte müssten heute vom Individuum für sich selbst beglaubigt werden. Der Freikirchenleiter rief dazu auf, eine Wertediskussion zu „beginnen, in der wir in Offenheit und Annahme das sagen und bekennen, was uns im Innersten geprägt hat, warum wir so und nicht anders denken und handeln.“

In seiner Predigt bezog sich Naether auf das biblische Gleichnis vom barmherzigen Samariter, das im Lukasevangelium Kapitel 10, in den Versen 25 bis 37 zu finden ist. Mit diesem Gleichnis beantwortet Jesus die Frage eines zeitgenössischen Theologen, wer einem denn der „Nächste“ sei, dem man sich zuwenden solle: einem in Not geratenen Menschen ist um seiner selbst willen zu helfen, unabhängig von nationaler oder religiöser Identität des Notleidenden. Die Fähigkeit, den Nächsten zu lieben, eröffne sich aus der Beziehung zu Gott: „Mit Gott und seiner Liebe lebe ich in einem festen Bezugssystem, ist eine Wertebasis hergestellt“, so der Kirchenpräsident.

Der Gottesdienst wurde aus dem großen TV-Studio des adventistischen Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt in etwa 250 Adventgemeinden Deutschlands live übertragen. Er war zudem im Fernsehprogramm des „Hope Channel“ über den Satelliten ASTRA zu sehen sowie bei „Hope Channel Radio“ zu hören und wurde auch von über 300 Nutzern im Internet per Livestream abgerufen. In das Fernsehbild war die Übersetzung in die Gebärdensprache für Hörgeschädigte eingeblendet.

„Mit Werten Navigieren“
Pastor Werner Dullinger (Ostfildern), Präsident des Süddeutschen Verbandes der Adventisten, moderierte den Gottesdienst. Seiner Beobachtung nach gebe es in unserer Gesellschaft eine „Werteinflation“. Dullinger wies auf die Bedeutung des Konzeptes für eine werteorientierte Gemeindeentwicklung „iCOR“ hin. iCOR setzt sich aus den Anfangsbuchstaben des englischen Begriffes der „generations-übergreifenden Gemeinde als Zufluchtsort“ zusammen (intergenerational Church Of Refuge): eine Kirchengemeinde, die sich im Besonderen um junge Menschen bemüht. Kirchengemeinden vor Ort sollen nach diesem Konzept die Bedeutung ihrer Werte erkennen und diese im Gemeindealltag bewusster miteinander leben. Dazu gebe es auch „iCOR-Werkzeuge“: eine Broschüre und ein Andachtsbuch sind schon erschienen, weitere Materialien (Studienheft, Methodenkoffer und Predigten zum Thema) würden bald folgen, teilte Dullinger mit.

Neues Liederbuch der Adventisten
Die Lieder im Gottesdienst stammten aus dem neuen adventistischen Liederbuch der Freikirche in Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz „glauben – hoffen – singen“, das in Kürze ausgeliefert werden soll. Es umfasst 697 Lieder und löst das Liederbuch „Wir loben Gott“ aus dem Jahr 1982 und das Ergänzungsliederbuch „Leben aus der Quelle“ von 2004 ab.
_____________________________________________________________________________




Älteste Bewohnerin der Stadt Bad Aibling feierte 104. Geburtstag

Der Zweite Bürgermeister der Stadt, Otto Steffl, gratulierte und überbrachte die Grüße des Bayerischen Ministerpräsidenten, des Landrates des Landkreises Rosenheim sowie die des Ersten Bürgermeisters von Bad Aibling. Wie das Seniorenheim berichtete, zog Margaretha Oestreich als überzeugte Siebenten-Tags-Adventistin in guten wie in schlechten Zeiten Kraft und Zuversicht aus ihrem Glauben. Im Jahre 1940, nur wenige Wochen nach ihrer Eheschließung, wurde ihr Mann zur Wehrmacht einberufen und musste nach Russland in den Krieg. Dort geriet er in Gefangenschaft und kehrte erst 1947 zurück. Dem Ehepaar blieben noch eine Reihe gemeinsamer Jahre, die letzten davon im „Haus Wittelsbach“.

Ausgezeichnete Pflegeeinrichtung
Das „Haus Wittelsbach“ wurde zum wiederholten Mal für seine Verbraucherfreundlichkeit ausgezeichnet und ist unter den Top-Pflegeheimen des Magazins Focus. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland unterhält neben Bad Aibling vier Senioren- und Pflegeheime in Friedensau bei Magdeburg, in Neandertal bei Mettmann, in Uelzen und in Berlin-Steglitz. Daneben gibt es weitere Einrichtungen der Kirche, die betreutes Wohnen anbieten.

_____________________________________________________________________________




Texte der Gebetswoche für die Einheit der Christen per „Bibel App“ aufs Smartphone

Mit Hilfe der „Bibel App“ sind die biblischen Texte der Gebetswoche in einem leicht teilbaren, kostenlosen digitalen Format auf Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch und Portugiesisch verfügbar. Die App ermöglicht Nutzerinnen und Nutzern, in der Bibel zu lesen, Bibelverse mit ihren Kontakten in sozialen Netzwerken zu teilen und ihre Lieblingspassagen mit Lesezeichen zu versehen.

„Immer mehr Menschen lesen über ihr Smartphone Bibelverse und laden sie auf ihre Computer oder Tablets herunter. Dies scheint ein idealer Zeitpunkt, um eine Partnerschaft mit dem Weltkirchenrat aufzubauen. Die App lässt einen die Gebetswoche auf ganz persönliche Art erfahren“, erklärte Pastor Geoff Tunnicliffe, Vorsitzender des Beirates der „Christian Media Corporation“-International und Botschafter von „YouVersion“-International. Die „Bibel App“, die bereits auf mehr als 204 Millionen Endgeräten auf der ganzen Welt installiert wurde, bietet mehr als 1.200 Bibelfassungen in rund 800 Sprachen an.

Christen aus Lettland erarbeiteten Materialien zur Gebetswoche
Die Materialien für die diesjährige Gebetswoche wurden von Mitgliedern unterschiedlicher Kirchen aus Lettland vorbereitet. In Lettland bekennen sich jeweils 30 Prozent der Bevölkerung zur evangelisch-lutherischen, der römisch-katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche. Die Mitglieder des Vorbereitungsteams untersuchten die Verbindung zwischen Taufe und Verkündigung und die Berufung, die allen Getauften gemeinsam ist: „die großen Taten des Herrn zu verkünden und die Einheit der Kirche kund zu tun“.

Konfessionelle Andachten auch von Adventisten
Zu den Tagesandachten der Gebetswoche 2016 können auch konfessionelle Andachten aus den Mitgliedskirchen der ACK unter www.gebetswoche.de heruntergeladen werden. Die Andachten wurden von der römisch-katholischen, der anglikanischen, orthodoxen und evangelischen Kirche sowie von der Heilsarmee, dem Apostelamt Jesu Christi, dem Bund Freier evangelischer Gemeinden und der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (Verfasser: Dr. Johannes Hartlapp, Dozent für Kirchengeschichte an der Theologischen Hochschule Friedensau) erstellt. Sie haben die jeweiligen Mottos der Tagesandachten aus Lettland zur Grundlage.

Gebetswoche für die Einheit der Christen seit 1968
Die Gebetswoche für die Einheit der Christen, die seit 1968 gemeinsam vom Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen und dem Weltkirchenrat vorbereitet wird, findet auf der Nordhalbkugel traditionsgemäß vom 18. bis 25. Januar statt. Die deutsche Übersetzung der von der internationalen Vorbereitungsgruppe erarbeiteten Materialien wird von der ACK herausgegeben.

Die zentrale Gottesdienstfeier zur Gebetswoche für die Einheit der Christen findet am Sonntag, dem 24. Januar 2016, um 14.00 Uhr in der Schlosskirche Bonn statt. Die Predigt hält Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Vorsitzender der ACK in Deutschland.

_____________________________________________________________________________




Offener Austausch über Religionsfreiheit

Vietnam sei laut Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz derzeit bemüht, das Verhältnis von Staat und Religion erstmals auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen. Die verschiedenen Gesetzesentwürfe, die im Parlament diskutiert würden, hätten jedoch die Kritik der vietnamesischen katholischen Bischöfe hervorgerufen und seien auch aus Sicht von internationalen Einrichtungen unzureichend. In einigen Bereichen stellten die Entwürfe Verbesserungen für die Religionen in Aussicht, sie entsprächen aber nicht durchgehend den internationalen Standards zum Schutz von Religionsfreiheit, denen sich auch Vietnam durch internationale Vereinbarungen verpflichtet habe.

Katholische Kirche in der Gesellschaft wieder sichtbarer
In Begegnungen mit dem für Religionsfragen zuständigen Ausschuss des vietnamesischen Parlaments, mit dem staatlichen Komitee für religiöse Angelegenheiten und mit dem Präsidenten der Vaterländischen Front, in der die Massenorganisationen des Landes zusammenarbeiten, habe sich Kardinal Marx erfreut gezeigt über die Verbesserungen der vergangenen Jahre. So seien beispielsweise Zugangsbeschränkungen für die Priesterseminare faktisch aufgehoben worden. Auch wäre die römisch-katholische Kirche durch administrative Erleichterungen in der Gesellschaft wieder sichtbarer geworden.

Registrierungspflichten behindern kirchliches Leben
Umfangreiche Registrierungspflichten behinderten die katholische Kirche jedoch weiterhin in ihrem alltäglichen Leben. So sei in der Diskussion um das neue Religionsgesetz die Frage zentral, ob die Aktivitäten von Diözesen und Kirchengemeinden künftig weiterhin staatlicher Zustimmung bedürften. Auch die Errichtung neuer religiöser Institutionen, wie etwa die Gründung von Pfarreien, sei noch immer von staatlicher Zustimmung abhängig. In den Gesprächen von Kardinal Marx mit den Vertretern von Parlament und staatlichem Religionskomitee hätten die Behörden in Aussicht gestellt, diese Registrierungspflichten im neuen Religionsgesetz deutlich abzuschwächen. Das würde aus Sicht der katholischen Kirche in Vietnam einen großen Schritt zur Umsetzung der Religionsfreiheit bedeuten. „Ich bin dankbar, dass wir die Position der Kirche in einem offenen Austausch einbringen konnten“, erklärte Kardinal Marx im Anschluss in die Begegnungen mit den staatlichen Repräsentanten. „Ich habe an internationale Einsichten und an Erfahrungen erinnert, die in Europa hart errungen wurden. Gerade die Religionsfreiheit ist auch für den Transformationsprozess in Vietnam von herausragender Bedeutung“, so Kardinal Marx.

Kardinal Marx wies in den Gesprächen auf den Beitrag hin, den die katholische Kirche durch Kindergärten und soziale Dienste für die vietnamesische Gesellschaft leiste. Diese Dienste, so hoben Parlamentarier und Regierungsvertreter hervor, würden in Vietnam wertgeschätzt. Sie könnten noch wirksamer sein, so Kardinal Marx abschließend, wenn der Staat den Religionen und den Kirchen die Religionsfreiheit umfassend gewährleistete und damit die Voraussetzungen schaffe, dass sich die Kirchen in den Bereichen Gesundheitsversorgung und Bildung stärker engagieren könnten. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz stattet der römisch-katholischen Kirche in Vietnam vom 9. bis 16. Januar einen Besuch ab.

Von den 93,4 Millionen Einwohnern Vietnams sind rund 50 Prozent Buddhisten, sieben Prozent römische Katholiken, 2,5 bis vier Prozent gehören zur Religionsgemeinschaft Cao Dai und ein bis zwei Prozent zählen zu den Evangelischen.

Im „Weltverfolgungsindex“ auf Rang 20
Nach dem „Weltverfolgungsindex“ 2016 des überkonfessionellen christlichen Hilfswerkes „Open Doors“ befindet sich Vietnam auf Rang 20 der Länder, wo Christen am stärksten verfolgt würden. 2015 hatte Vietnam noch Platz 16 belegt. Die nun geringere Wertung liege jedoch nicht an einer verbesserten Verfolgungssituation, was auch durch eine höhere Wertung im Bereich Gewalt verdeutlicht werde. Die Triebkräfte der Verfolgung von Christen wären in Vietnam „kommunistische Unterdrückung“ und „exklusives Stammesdenken“. Etwa zwei Drittel der Christen, darunter 80 Prozent der Protestanten hätten einen Stammeshintergrund. Viele von ihnen gehörten dem Stamm der Hmong an. Der Druck, zu ihrem traditionellen Glauben zurückzukehren und an den Ritualen wie Tieropfern teilzunehmen, sei besonders in ländlichen Gebieten sehr groß. Ausländische und zugewanderte Christen würden von den Behörden überwacht. Christen aus traditionellen Kirchen seien Feindseligkeiten ausgesetzt. Mitglieder protestantischer Freikirchen stünden unter dem Verdacht, Spione des Westens zu sein. Für Christen gehöre die Diskriminierung am Arbeitsplatz, in Schulen und in der Nachbarschaft zum Alltag, so „Open Doors“.

Aber auch Gewalttaten habe es gegeben. Im November 2014 seien in der Provinz Binh Dhuong eine Mennonitenkirche sowie etliche kleine Hauskirchen zerstört worden. In der Provinz Kon Tum habe es Wohnhäuser von Christen betroffen. Es gebe auch Meldungen über Körperverletzungen. So seien im Juni 2015 in Nordvietnam christliche Arbeiter auf dem Nachhauseweg von einer Beerdigung von Maskierten zusammengeschlagen worden. Es liege der Verdacht nahe, das diese im Auftrag örtlicher Behörden gehandelt hätten. Mindestens 200 Montagnard-Christen wären aus ihren Häusern in Zentralvietnam über die Grenze nach Kambodscha geflohen, weil sie von den Behörden stark unter Druck gesetzt worden seien, heißt es im „Weltverfolgungsindex“.

Problem freier Samstag
In Vietnam gibt es auch 11.600 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 15 Kirchengemeinden. Laut dem „Religious Freedom World Report“ 2015 der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) in Silver Spring, Maryland/USA, ist in Artikel 70 der vietnamesischen Verfassung die „Freiheit des Glaubens und der Religion“ jedes Einwohners festgeschrieben. Es stehe ihm frei religiös zu sein oder auch nicht. „Alle Religionen sind vor dem Gesetz gleich. Gesetzlich geschützt sind Orte der Gottesverehrung.“ Dennoch komme es vor, dass Christen aufgrund ihres Glaubens diskriminiert oder sogar inhaftiert würden. Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist in Vietnam seit 2006 als Religionsgemeinschaft staatlich anerkannt. Adventisten feiern den Sabbat (Samstag) als Ruhetag. Hier gebe es immer wieder Probleme für adventistische Schüler und Studenten sowie Arbeitnehmern in staatlichen Einrichtungen und Staatsbetrieben am Samstag unterrichts- oder arbeitsfrei zu erhalten. Auch sei die Möglichkeit den eigenen Glauben öffentlich zu bekennen „sehr begrenzt“.

_____________________________________________________________________________




ADRA Schweiz verlängert Projekt gegen Menschenhandel in Thailand

Thailand ist als Reiseland beliebt, kennt aber auch die unschöne Seite von Menschenhandel und Prostitution. Schätzungen gehen von 800.000 Sexarbeiterinnen in Thailand aus, wovon ein Viertel unter 16 Jahren alt ist, schreibt ADRA Schweiz. Diese „Industrie“ brauche laufend neue Menschen.

Im hügeligen Norden Thailands, in der Gegend von Chiang Rai, wo vor allem arme, ethnische Minderheiten leben, die keinen Zugang zu Bildung und auch keine Staatsbürgerschaft haben, seien Menschenhändler unterwegs. Sie suchten gezielt arme Familien mit finanziellen Problemen und präsentierten der Familie eine langersehnte Lösung ihrer finanziellen Probleme: Die Tochter könne in der Stadt als Dienstmädchen oder Verkäuferin arbeiten und Geld verdienen. Das Mädchen sei damit den Machenschaften der Menschenhändler schutzlos ausgeliefert, schreibt das Hilfswerk.

Schulabschluss für Kinder aus intakten, armen Familien
Das Projekt „Keep Girls Safe“ will laut ADRA Schweiz Kindern aus armen, intakten Familien den Schulbesuch und den Schulabschluss ermöglichen und für Schuluniform, Essen und Transport aufkommen. Der Schulabschluss sei die Voraussetzung für eine Berufsausbildung und diese ermögliche meist, der Armut zu entkommen.

Schulabschluss und Staatbürgerschaft für Mädchen ohne Schutz durch ihre Familie
Nach Angaben des Hilfswerks könnten Mädchen, die nicht genügend von ihren Familien geschützt werden, in die große Gefahr geraten, von Menschenhändlern aufgegriffen zu werden. In „Sheltern“, speziellen Häusern, sollen sie Unterkunft und Schutz finden, Essen erhalten und von dort aus die lokale Schule besuchen können. Zudem würden die Mitarbeiter der Partnerorganisation ADRA Thailand sich vermehrt dafür einsetzen, dass diese Mädchen die thailändische Staatsbürgerschaft erhalten. Mit der Staatsbürgerschaft seien viele Rechte wie medizinische Versorgung, Eigentumsrechte und Reisefreiheit verbunden.

Die Projektkosten für die Zeit vom Sommer 2015 bis 2018 betragen 475.000 Euro. Der Anteil von ADRA Schweiz liegt bei 138.000 Euro.

_____________________________________________________________________________




Hilfswerk Open Doors legt „Weltverfolgungsindex 2016“ vor

Die ersten zehn Länder des Open Doors Weltverfolgungsindex 2016: 1. Nordkorea, 2. Irak, 3. Eritrea, 4. Afghanistan, 5. Syrien, 6. Pakistan, 7. Somalia, 8. Sudan, 9. Iran und 10. Libyen. In 35 der 50 Länder des Weltverfolgungsindex sei der islamische Extremismus die Haupttriebkraft der Verfolgung von Christen. Großen Anteil daran hätten islamistische Gruppen wie Boko Haram, Al Shabaab und nicht zuletzt der „Islamische Staat“ (IS). Diese, aber auch mit ihnen sympathisierende Teile der Bevölkerung, gingen mit extremer Gewalt gegen Christen und andere Minderheiten vor, die ihr Verständnis von einem Islam wie zu Mohammeds Zeiten nicht teilen. In hinduistischen und buddhistischen Ländern wie Indien und Myanmar führte nach Beobachtungen von Open Doors der zunehmende religiös motivierte Nationalismus zur Radikalisierung von Bevölkerungsteilen und einer deutlichen Intensivierung der Christenverfolgung.

Zur Methodik des Weltverfolgungsindex
Nach Angaben des Hilfswerks erfasse der Weltverfolgungsindex seit über 20 Jahren die weltweite Christenverfolgung mittels einer differenzierten Erhebung und Analyse der verschiedenen Lebensbereiche von Christen in Ländern mit stark eingeschränkter Religionsfreiheit. Die Position des jeweiligen Landes auf dem Index werde anhand eines umfangreichen Fragenkatalogs ermittelt, der unter Mitwirkung verfolgter Christen, Religionswissenschaftler, Politologen und weiteren Fachleuten sowie eigener Analysten erstellt worden sei. Die Erhebung berücksichtige auch die Situation hunderttausender Konvertiten, die den christlichen Glauben angenommen haben und seitdem extremer Verfolgung vonseiten ihrer Familien, der Gesellschaft und/oder dem Staat ausgesetzt sind.

Zur Kritik an der Methodik des WVI äußerte sich Thomas Müller, Analyst von Open Doors: „Diese Kritik besteht schon seit etlichen Jahren und sie dreht sich immer wieder um dieselben Punkte: Definition von Verfolgung, Fokussierung auf Christen, Transparenz. Zu allen Punkten haben wir bereits mehrfach Stellung genommen“. So sei sowohl der der Erhebung zugrunde liegende Fragebogen als auch die angewendete Methodik auf der Homepage von Open Doors veröffentlicht. Die Umsetzung dieses Rahmens werde durch ein Audit von Experten des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit geprüft.

Aufruf an die Politik
„Der Weltverfolgungsindex soll mehr sein als eine Statistik für Experten. Er soll zuallererst denen eine Stimme verleihen, die oft fernab der Medien- und Weltöffentlichkeit ihrer Religionsfreiheit als fundamentalem Menschenrecht beraubt wurden und häufig nur im Untergrund überleben können“, erklärte Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland. „Immer wieder bitten verfolgte Christen an erster Stelle um Gebet und sind dankbar und ermutigt, wenn in den Ländern mit Religionsfreiheit auf ihre Situation aufmerksam gemacht wird.“ Dies sei laut Müller auch die eigentliche Botschaft des WVI: „unsere Geschwister in immer mehr Teilen der Welt leiden um ihres Glaubens willen und wir rufen alle zu Gebet und Hilfe auf.“

Weitere Informationen zum WVI, zu Methodik und Länderanalysen sind im Internet zu finden unter: www.weltverfolgungsindex.de

_____________________________________________________________________________




Adventistisches Seniorenheim erneut unter Focus Top-Pflegeheimen

Zum zweiten Mal in Folge zählt das Haus Wittelsbach zu den ausgezeichneten Einrichtungen. Parameter waren unter anderem die Benotung der Pflege durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK), die Beurteilung durch Krankenhäuser, Pflegestützpunkte und die Einschätzung von Heimleitungen sowie journalistische Kriterien.

Bewohner und Mitarbeiter des Hauses Wittelsbach freuten sich gleichermaßen über diese Auszeichnung. Vor allem vor dem Hintergrund, dass nur knapp 6 Prozent der Heime in Deutschland auf ein solches Qualitätsmerkmal verweisen können. Michael Mocnik, Leiter des Hauses Wittelsbach: „Natürlich erfüllt uns eine solche Auszeichnung mit Stolz. Ungeachtet dessen aber ist und bleibt oberstes Ziel unseres Tuns die Zufriedenheit der uns anvertrauten pflegebedürftigen älteren Menschen. Wenn dies darüber hinaus die Anerkennung von Prüforganisationen findet, freut uns das besonders.“

Ebenfalls zum wiederholten Mal wurde dem Haus Wittelsbach besondere Verbraucherfreundlichkeit seitens des „Instituts für Soziale Infrastruktur“ und der „Gesellschaft zur Förderung der Lebensqualität im Alter und bei Behinderung“ bescheinigt. Diese Verbraucherfreundlichkeit wird durch die Verleihung des „grünen Hakens“ dokumentiert.

Das „Haus Wittelsbach“ ist eine rauchfreie Zone und bietet 69 rüstigen sowie 125 pflegebedürftigen Senioren Platz. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland unterhält neben Bad Aibling vier Senioren- und Pflegeheime in Friedensau bei Magdeburg, in Neandertal bei Mettmann, in Uelzen und in Berlin-Steglitz. Daneben gibt es weitere Einrichtungen der Kirche, die betreutes Wohnen anbieten.

_____________________________________________________________________________




Australien: Buschfeuer fordert zwei Tote und 140 zerstörte Gebäude

„Wir kondolieren den Familien“ der 73- und 77-jährigen Männer, die in der Feuersbrunst am 7. Januar im historischen Städtchen Yarloop ums Leben gekommen sind, sagte der adventistische Pastor Johnson. Berichte schildern die Situation im Städtchen, in dem 128 Häuser zerstört wurden, wie in einem „Kriegsgebiet“. Auch die Häuser von zwei adventistischen Familien seien den Flammen zum Opfer gefallen, so Adventist RECORD. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Australien suche mit einem Nothilfeteam und anderen Hilfswerken Unterkünfte für die Obdachlosen.

„Es ist ein trauriger Tag, das stimmt, aber es sind nur Gebäude“ sagte Pastor Sid Griffith, Exekutivsekretär der adventistischen Kirchenleitung in Westaustralien, am 8. Januar bei der Besichtigung des zerstörten Camps der Adventisten. Das Haus des Lagerplatzverwalters sowie eine Materialhütte seien verschont geblieben.

_____________________________________________________________________________




Adventistische Blindenhörbücherei mit hohem ehrenamtlichem Engagement

Blindheit und Sehbehinderung seien sehr einschneidende Einschränkungen der Sinne, teilte Pastor Andre Thäder, Leiter der Blindenhörbücherei, mit. Nach dem letzten verfügbaren Bericht der WHO von 2004 lebten allein in Deutschland 1,2 Millionen blinde und sehbehinderte Menschen. Neben der erschwerten Orientierung in Alltagssituationen sei die fehlende visuelle Aufnahme von Informationen, Lerninhalten und kulturellen Angeboten ein großes Problem für die Betroffenen, so Thäder.

Literatur trotzdem zugänglich zu machen, ist Aufgabe einiger Blindenbibliotheken. Dazu dienen Bücher in Punktschrift und immer mehr Tonträger mit akustisch aufbereiteten Texten. Thäder weiter: „Nachdem vor wenigen Jahren die Evangelische Blindenbibliothek geschlossen wurde, sind wir die einzige überregionale Hörbücherei, die vorwiegend Literatur mit christlich ausgerichtetem Inhalt anbietet.“

Die Blindenhörbücherei der „Stimme der Hoffnung“ bietet neben der Vertonung von Büchern auch Zeitschriften und Informationen in verschiedenen Audio-Formaten an. So z.B. regelmäßig erscheinende Zeitschriften der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, aber auch Materialien der Stadt Darmstadt sowie des Blinden- und Sehbehindertenbundes Hessen e.V. und der Blindenseelsorge der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. 2015 kamen 6 neue Buchtitel mit 64 Stunden Laufzeit hinzu, die Abonnements haben 144 Stunden Laufzeit. Der ebenfalls angebotene Podcast mit täglichen Andachten wurde rund 384.000-mal heruntergeladen.

„Dass wir nicht nur einfach Literatur zum Hören verleihen, sondern dabei auch Hoffnung vermitteln und zu einem Glauben an Gott motivieren, wird von unseren Hörerinnen und Hörern sehr geschätzt“, teilte Thäder mit. Die Blindenhörbücherei arbeite überkonfessionell, ihre Hörer kämen aus allen Kirchen und Glaubensgemeinschaften. Durch regionale Veranstaltungen und die Durchführung von Blindenfreizeiten im Auftrag des Advent-Wohlfahrtswerkes e.V. hätten die Mitarbeiter der Blindenhörbücherei guten persönlichen Kontakt zu Betroffenen und blieben mit deren Anliegen vertraut. Die nächste Freizeit ist für 2016 in Lohmen (Sächsische Schweiz) geplant.

Ab 2016 werden alle Abonnements auch auf DAISY-CD angeboten und der Versand von Kassetten in Abonnements ganz eingestellt. Ein Katalog mit allen Angeboten kann bei der Blindenhörbücherei der „Stimme der Hoffnung“, Sandwiesenstraße 35, 64665 Alsbach-Hähnlein, Telefon (06257) 506 53-35, Telefax (06257) 506 53-84, E-Mail: andre.thaeder@stimme-der-hoffnung.de, angefordert werden. Anfragen sind außerdem in Braille-Schrift möglich.

_____________________________________________________________________________




Kinderbibel-Aktion in Kuwait

Der Generalsekretär der BSG, Dr. Hrayr Jebejian, erklärte, dass es kein besseres Geschenk für Kinder gebe als die Bibel. Sie lehre sie ein Leben in Frieden und Harmonie und helfe ihnen die Quelle des Glücks und der Hoffnung zu finden. Jessy Jaison, Sonntagsschullehrerin in der St. Gregorios-Gemeinde, hob den pädagogischen Wert der Kinderbibel hervor. In einfacher Sprache würden die Texte des Alten und Neuen Testaments erzählt und zugleich könnten die Jungen und Mädchen die Geschichten in Bildern wiedergeben.

Autor Michael Landgraf entwickelte das Konzept der Kinderbibel zum Selbstgestalten 2006 nach Besuchen in Ghana und Bolivien. Er fand eine jeweils ähnliche Situation vor: viele motivierte Kinder in einer Sonntagsschule, aber kein passendes Lernmaterial. Landgraf, Leiter des Religionspädagogischen Zentrums in Neustadt/Weinstraße, entfaltete die Idee weiter und erprobte sie in Deutschland. Bei der Deutschen Bibelgesellschaft und dem Calwer Verlag erschien 2008 die erste „Kinder-Bibel zum Selbstgestalten“. Die Kinderbibel erscheint inzwischen in vielen weiteren Sprachen, unter anderem in Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Indonesisch, aber auch in indigenen Sprachen Südamerikas wie Aymara und Quetschua.

Die BSG macht christlichen Gemeinden in den arabischen Golfstaaten die Bibel zugänglich. Die Christinnen und Christen in der Region kommen aus vielen Staaten sowie unterschiedlichen ethnischen und kulturellen Gemeinschaften. Die Bibelgesellschaft publiziert und verbreitet die Bibel als Partner der Kirchen in 60 verschiedenen Sprachen.

_____________________________________________________________________________




Weltweit 18,7 Millionen Adventisten

Kirchengemeinden und Mitglieder
Laut der am 5. Januar von der Abteilung „Archiv, Statistik und Forschung“ der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten publizierten Statistik waren am 30.6.2015 weltweit 80.000 adventistische Kirchengemeinden sowie 69.850 kirchliche Gruppen mit insgesamt 18.778.932 Mitgliedern gemeldet, die von 19.020 aktiven, ordinierten Pastoren begleitet werden. Im Jahr 2014 sind nach diesen Angaben global 1.167.796 Personen durch die Glaubenstaufe der Kirche beigetreten.

Verbreitung
Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten wurde 1863 in den USA gegründet. Sie war 2014 in 215 der 237 von der UNO registrierten Ländern und Territorien der Welt tätig und publizierte nach eigenen Angaben in rund 380 Sprachen.

Bildung
Im Bildungsbereich unterhält die Kirche weltweit 115 Hochschulen und Universitäten, 2.296 höhere sowie 5.332 Grundschulen mit mehr als 1,86 Millionen Schülern oder Studenten.

Medizinisches und Soziales
Die medizinischen und sozialen Einrichtungen der Kirche umfassen weltweit 175 Krankenhäuser sowie 385 Kliniken und Sanitätsstationen, in denen 2014 rund 18,5 Millionen Menschen behandelt wurden sowie sieben Flugzeuge im medizinischen Dienst. Betagte Menschen wurden in 140 Alters- und Pflegeheimen betreut sowie Kinder und Jugendliche in 29 Waisen- und Kinderheimen.

Humanitäres
Zum humanitären Engagement der Kirche gehört auch die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA mit Büros in rund 130 Ländern. Deren Projekte mit einer Gesamtsumme von 180 Millionen USD bzw. 166 Millionen Euro kamen 2014 mehr als 14,7 Millionen Menschen zugute. ADRA gewähre Hilfe unabhängig von politischer sowie religiöser Anschauung oder ethnischer Herkunft.

Medienzentren, Verlage und Gesundkostfabriken
Die Kirche unterhält weltweit 15 Medienzentren, 62 Verlage und Versandstellen sowie 22 Gesundkostfabriken.

Weitere Angaben der adventistischen Weltkirchenleitung zur Statistik 2014 auf Englisch:
https://www.adventistarchives.org/quick-statistics-on-the-seventh-day-adventist-church

_____________________________________________________________________________




Zwei Jahre Arbeitslager für Adventist in Kasachstan

Laut der Osloer Menschenrechtsorganisation „Forum 18“ hatte die Polizei den Adventisten am 14. August 2015 verhaftet. Der Angestellte einer Baufirma sei beschuldigt worden, mit anderen über seinen Glauben gesprochen und ihnen christliche Literatur angeboten zu haben. Dabei hätte er religiöse Zwietracht gesät. Die Geheimpolizei („Nationales Sicherheitskomitee“ – KNB) habe Kabduakasov vor seiner Verhaftung schon ein Jahr lang beobachtet. Es scheine, so „Forum 18“, dass das KNB eine Wohnung gemietet habe, in die vier Studenten der Universität Astana den Adventisten zu Gesprächen über Religion einluden, um die Anklage gegen ihn vorzubereiten. Bei seiner Verhaftung seien auch religiöse Bücher in seiner Wohnung beschlagnahmt worden. Die Räumlichkeiten der Adventistengemeinde, die er besuchte, hätte die Polizei ebenfalls durchsucht. Kabduakasov hat acht Kinder. Das jüngste Kind, Daniil, wurde am 12. September, also nach seiner Verhaftung, geboren.

Glaubensgespräche heimlich gefilmt
Die Staatsanwaltschaft habe laut der Osloer Menschenrechtsorganisation dem Angeklagten vorgeworfen, mehrmals, öffentlich und absichtlich religiösen Hass gesät zu haben. Auch hätte er in Gesprächen mit seinen Arbeitskollegen den Islam und die Muslime beleidigt und sie unter Druck gesetzt, ihren Glauben zu wechseln. Die Glaubensgespräche, die Kabduakasov mit den vier Studenten zwischen November 2014 und Juli 2015 in der Wohnung führte, seien vom KNB heimlich gefilmt worden.

Gefangener des Monats
Die „Internationale Gesellschaft für Menschenrechte“ (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea hatten im letzten Jahr Yklas Kabduakasov zum „Gefangenen des Monats September“ benannt und mit einer Unterschriftenaktion den Staatspräsidenten der Republik Kasachstan, Nursultan Nasarbajew, um die umgehende Freilassung des Adventisten gebeten. In der Petition wurde darauf hingewiesen, dass Kasachstan 2006 den „Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte“ ratifiziert habe. Im Artikel 18 des Paktes ist das Recht auf Religionsfreiheit einschließlich des Rechtes auf Glaubensweitergabe ausdrücklich garantiert.

Statt Hausarrest jetzt Arbeitslager
Dennoch wurde der Angeklagte am 9. November 2015 von einem Gericht für schuldig befunden und zu sieben Jahren Hausarrest verurteilt, wobei er sich wöchentlich bei der Polizei melden sollte. Die Staatsanwaltschaft legte gegen das Urteil Berufung ein, sodass es vom Stadtgericht in Astana am 28. Dezember mit zwei Jahren Haft in einem Arbeitslager verschärft wurde. Die zwölf Wochen, welche Kabduakasov in Untersuchungshaft verbrachte, werden dabei angerechnet.

Keine Einschränkung des Rechts auf Religionsfreiheit
Pastor Ganoune Diop (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten, äußerte sich laut Adventist News Network (ANN) besorgt über das Urteil. „Adventisten wehren sich gegen jede Einschränkung des Rechtes auf Religionsfreiheit, zu der das Recht gehört, die eigene Glaubensüberzeugung ohne Behinderung zu bekennen, zu praktizieren und zu verbreiten.“ Er forderte die Behörden Kasachstans auf, in Übereinstimmung mit ihren Verpflichtungen gegenüber internationalen Verträgen, Vereinbarungen und Konventionen zu handeln und allen Bürgerinnen und Bürgern die Freiheit der Religion und Weltanschauung zu garantieren.

Dwayne Leslie, stellvertretender Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Generalkonferenz, fügte hinzu: „Wir beobachten weltweit in vielen Ländern zunehmende Einschränkungen der Rechte religiöser Minderheiten. Wir sind beunruhigt, wenn gläubigen Menschen untersagt wird, das zu tun, was sie vor ihrem Gewissen für recht halten“, so ANN.

Die Anwältin von Kabduakasov, Shaldykova Gulmira, die das Urteil laut „Forum 18“ als „zu hart“ bezeichnete, empfiehlt ihrem Mandanten gegen das Urteil Beschwerde einzulegen. Der Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in der Euro-Asien Region, Pastor Michael Kaminsky (Moskau), teilte ANN mit: „Wir sind im Gebet für unseren Glaubensbruder und seine Familie vereint.“ Der Geistliche bat die Adventisten weltweit für die Freilassung des Inhaftierten zu beten.

Von den 17,7 Millionen Einwohnern in Kasachstan sind 70 Prozent Muslime, die meisten davon Sunniten. 26 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum. Den größten Anteil bildet die Russische Orthodoxe Kirche. Neben rund 300.000 Katholiken gibt es in Kasachstan unter anderem auch lutherische, mennonitische und baptistische Kirchengemeinden. Die Adventisten zählen 2.750 erwachsen getaufte Mitglieder in 42 Gemeinden.

_____________________________________________________________________________