1

Miroslav Kiš, adventistischer Theologe und Ethiker, gestorben

Miroslav Kiš sei im Sommer 2015, nach 31 Jahren im Dienst der adventistischen Andrews University, in den Ruhestand getreten. Zuletzt habe er als Professor für christliche Ethik unterrichtet und den Lehrstuhl für Theologie und christliche Philosophie inne gehabt, wie die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) mitteilte. „Bitte seid mit euren Gedanken und Gebeten bei der ganzen Familie Kiš, welche eine schwierige Zeit mit dem unerwarteten Verlust durchmacht“, heißt es in der Nachricht der Universität.

Miroslav Kiš werde von ihm nahestehenden Personen als engagierter Professor und Freund beschrieben, der nie Kompromisse bezüglich biblischer Prinzipien eingegangen sei und auch entsprechend gelebt habe, so AR.

„Er war ein hervorragender Ausleger biblisch-theologisch-ethischer Inhalte“, sagte Jiří Moskala, Dekan des Theologischen Seminars der Andrews Universität, der Kiš seit mehr als 20 Jahren kannte. Kiš habe es verstanden, alte Wahrheiten auf neue und fesselnde Weise zu vermitteln. „Er ist bezüglich biblischer Prinzipien keine Kompromisse eingegangen, auch dann nicht, wenn es unbequem wurde. Notlügen gab es für ihn nicht“, sagte Moskala. Es sei Kiš nicht um Ansehen gegangen, sondern um biblische und theologische Wahrheit.

„Freiwillige Waise“
Miroslav Kiš wurde am 6.11.1942 als zehntes von elf Kindern in Mikluševci/Kroatien, in eine adventistische Familie ukrainischer Herkunft, geboren. Als Miroslav zwei Jahre alt war, starb sein Vater, was laut AR seine Unabhängigkeit und Selbstverantwortung gefördert habe.

Während des Theologiestudiums am adventistischen Campus Adventiste du Salève, Collonges/Frankreich habe sein Schwiegervater aus den USA verschiedentlich angerufen, um die Bedürfnisse des jungen Paares abzuklären. Miroslav habe ihre angespannte finanzielle Lage nicht offenlegen wollen, um die Unabhängigkeit von der Hilfe des Schwiegervaters weiterhin zu bewahren. Auf entsprechende Fragen habe er ausweichend geantwortet. Eines Tages habe das Paar aber einen namhaften Check erhalten. Der Schwiegervater habe telefonisch nachgefragt, ob sie den Check erhalten hätten. Miroslav dachte, dass der Schwiegervater meine, er könne dessen Tochter finanziell nicht genügend bieten und fragte verteidigend, warum er ihnen den Check geschickt habe. „Weil du mich Vater nennst“, kam die Antwort. Mirolsav habe nicht mehr sprechen können und den Hörer seiner Frau gegeben.

Diese Episode aus seinem Leben habe Miroslav Kiš seinen Studenten erzählt, um ihnen sein Konzept der „freiwilligen Waisen“ zu illustrieren, sagte Stephen Bauer, Professor für Theologie und Ethik an der Southern Adventist University, Collegedale, Tennessee/USA. Viele Menschen machten sich auch Gott gegenüber vorsätzlich zu „freiwilligen Waisen“, habe Kiš erläutert. Man wolle sich nicht zugestehen, einen Vater zu brauchen und sei zu stolz, zuzugeben, dass etwas Hilfe gut tun würde. Das Konzept der „freiwilligen Waisen“, sei ein wichtiger und prägender Einfluss in seinem Leben gewesen, so Bauer. Es habe das Wesen der Liebe und Gnade Gottes treffend illustriert.

Pastor, Professor und Ethiker
Miroslav Kiš hat bis 1973 Theologie am Campus Adventiste du Salève, Collonges/Frankreich studiert und drei Jahre später an der Andrews University den Masterabschluss gemacht. Er hat anschließend als Pastor in Kalifornien/USA sowie in der kanadischen Provinz Quebec gearbeitet. 1983 hat Kiš den Doktortitel in philosophischer Ethik an der McGill University, Montreal/Kanada erlangt und ist im gleichen Jahr Mitarbeiter an der Andrews University, Michigan/USA geworden, wo er bis zu seiner Pensionierung wirkte. Miroslav Kiš war in den letzten Jahren Mitglied der Ethikkommission des Biblischen-Forschungs-Instituts (BRI) der adventistischen Weltkirchenleitung. Er setzte sich bei der Weltkirchenleitung auch dafür ein, dass ein ständiges ethisches Komitee geschaffen wird, das sich mit komplexen ethischen Fragen beschäftigt, zu denen die Kirche Stellung nehmen muss.

Kiš hinterlässt seine Frau Brenda Bond Kiš sowie zwei erwachsene Söhne mit Schwiegertöchtern und drei Enkel.

_____________________________________________________________________________




Mitarbeiterin von ADRA Deutschland auf Fidschi eingetroffen

Anna Krikun, Koordinatorin von ADRA Deutschland für die Region Südostasien & Pazifik, befand sich am vergangenen Wochenende auf dem Weg zu der kleineren Fidschi-Insel Vanua Balavu, als der gewaltige Zyklon „Winston“ nach Meldung des Nachrichtenportals „Fijivillage“ mindestens 42 Menschenleben auslöschte. „Eigentlich wollte ich das neue Projekt von ADRA Deutschland besuchen. Doch der Zyklon hat meine Reise im wahrsten Sinne des Wortes durcheinandergewirbelt“, berichtete Krikun in einem Telefonat. Auf Vanua Balavu will ADRA Deutschland durch Solaranlagen und Solarkocher die Energieversorgung von 500 Haushalten auf ökologische und effiziente Weise verbessern. Krikun: „Jetzt sind viele dieser Dörfer vom Sturm vernichtet.“

Winston war der gewaltigste Zyklon, der auf den Fidschi-Inseln je gemessen wurde. Die Orkanböen mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern in der Stunde deckten Häuser ab, rissen Strommasten um und entwurzelten Bäume. Tausende haben ihr Zuhause verloren. Die Mitarbeiter von ADRA, die Armee und Freiwillige sind immer noch dabei, sich ein genaues Bild von den Schäden und Opfern auf den abgelegen Inseln des Pazifikstaates zu verschaffen.

_____________________________________________________________________________




Weltgebetstag der Frauen mit Liturgie aus Kuba

Ein Land im Wandel
Nach der Revolution von 1959 wurde Kuba ein sozialistischer Staat. Die daraufhin von den USA verhängte Blockade gilt als hauptverantwortlich für Versorgungsengpässe und Isolierung der Insel von der „westlichen Welt“. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verlor Kuba seinen wichtigsten Handelspartner und durchlebte in den 1990er Jahren eine tiefe Krise. In den letzten Jahren wächst trotz Reformen die wirtschaftliche Ungleichheit. Das international anerkannte Bildungs-, Sozial- und Gesundheitssystem ist gefährdet.

Menschenrechtsorganisationen wie „Amnesty International“ beklagen seit langem eine massive Einschränkung der Presse- und Versammlungsfreiheit. Dagegen gilt Kuba bezüglich der Frauenrechte international als Vorbild. Die Gleichstellung der Geschlechter ist in der Verfassung verankert. Im privaten Alltag jedoch klaffen Ideal und Wirklichkeit oft auseinander. Die meist berufstätigen Kubanerinnen sind häufig allein verantwortlich für Haushalt, Kinder und die Pflege Angehöriger. Die Folgen der gesellschaftlichen Umbrüche treffen sie besonders hart.

Offizielle Zahlen zur Religionszugehörigkeit auf Kuba gibt es nicht. Der Großteil der rund 11,4 Millionen Einwohner ist römisch-katholisch. Eine wichtige Rolle im spirituellen Leben vieler Menschen spielt die afrokubanische Religion Santería. Nach Jahrzehnten der Unterdrückung und Isolation ist Kuba seit 1992 ein laizistischer Staat mit mehr Spielräumen für die Kirchen.

Zusammenleben der Generationen als Herausforderung
An der Gestaltung der aus Kuba stammenden Gottesdienstordnung zum Weltgebetstag 2016 waren unter anderem baptistische, römisch-katholische, apostolische sowie Frauen der Heilsarmee, der Quäker und der Pfingstkirche Christi beteiligt. In ihrem zentralen Lesungstext aus der Bibel (Markus 10,13-16) lässt Jesus Kinder zu sich kommen und segnet sie. Ein gutes Zusammenleben aller Generationen begreifen die kubanischen Weltgebetstagsfrauen als Herausforderung. Das sei in Kuba hoch aktuell, denn viele junge Menschen würden auf der Suche nach neuen beruflichen und persönlichen Perspektiven dem Zusammenhalt der Familie keinen großen Stellenwert mehr einräumen.

Weltgebetstagskollekte in Deutschland zwischen 2,5 und drei Millionen Euro
In Deutschland werden mit den Kollekten der Gottesdienste zum Weltgebetstag weltweit Projekte gefördert, welche die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Rechte von Frauen und Mädchen stärken. Darunter sind auch vier Projekte von Partnerorganisationen in Kuba. Das Wachstum der Weltgebetstagsbewegung in Deutschland zeigt sich auch an der kontinuierlich hohen Kollekte: 1975 beim Weltgebetstag aus Ägypten lag sie erstmals über 500.000 Euro, 1980 überschritt sie die Millionengrenze. Seit den 1990er Jahren bewegt sie sich zwischen 2,5 und drei Millionen Euro.

Der in rund 170 Ländern stattfindende Weltgebetstag geht auf das Jahr 1887 in Nordamerika zurück und wird seit 1949 auch in Deutschland von evangelischen, katholischen, orthodoxen und freikirchlichen Frauen begangen.

_____________________________________________________________________________




ADRA Fidschi verteilt Hilfsgüter an Opfer des Zyklons Winston

Beim Herannahen des Zyklons am Samstag, 20. Februar, seien die adventistischen Gottesdienste abgesagt worden. Die Kirchenmitglieder sollten Zuhause auf die weiteren Anweisungen der Regierung warten, teilte ADRA Neuseeland mit.

Er erwarte, dass in der Hauptstadt Suva bis zum 23. Februar die Elektrizität wieder funktioniere und dann auch Trinkwasser wieder zur Verfügung stehe, so Iliapi Tuwai. Es seien in einem adventistischen College auch Unterkünfte von Mitarbeitern in Mitleidenschaft gezogen worden.

Laut ADRA Neuseeland hätten Tausende Zuflucht in den 750 von der Regierung vorbereiteten Evakuierungszentren, darunter auch Schulen und Kirchengebäude der Siebenten-Tags-Adventisten, gefunden. ADRA habe vor dem Zyklon 1.000 Wasserkanister, Seifen, Wasserreinigungstabletten, Erste-Hilfe-Kits und weitere Hygiene- sowie Gesundheitsartikel an verschiedenen Orten gelagert, um nach dem Zyklon unmittelbar vor Ort helfen zu können. „Wir arbeiten eng mit der Regierung zusammen, um sicherzustellen, dass die Hilfe so schnell wie möglich dort ankommt, wo sie gebraucht wird“, so Tuwai. Pastor Ted N.C. Wilson, Weltkirchenleiter der Adventisten, ermutigte die Kirchenmitglieder auf der ganzen Welt, den Menschen auf Fidschi in jeder erdenklichen Weise zu helfen.

Von den 900.000 Bewohnern auf Fidschi sind rund 25.000 Mitglieder der Siebenten-Tags-Adventisten, die in 260 Kirchengemeinden auf dem Inselstaat Gottesdienste feiern. Präsident von Fidschi, ein Amt mit weitgehend zeremoniellen Aufgaben, ist George Konrote. Er ist Adventist und wurde am 12.11.2015 ins Präsidentenamt gewählt.

ADRA Fidschi
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Fidschi ist seit sechs Jahren auf dem Inselstaat aktiv, um aus Not und sozialer Ungerechtigkeit zu helfen sowie die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern und bei Katastrophen Nothilfe zu leisten. ADRA Fidschi fördert Projekte im Bereich der Bildung, Ernährungssicherheit, Gesundheit und wirtschaftlicher Entwicklung.

ADRA Fidschi wird nach dem Zyklon Winston vom Netzwerk der weltweit rund 130 ADRA Landesbüros unterstützt, speziell von ADRA Australien und ADRA Neuseeland.
Mehr Infos zu ADRA Fidschi: http://adra.adventist.org.fj/

_____________________________________________________________________________




Thierse: Religiöse Vielfalt verlangt gemeinsames ethisches Fundament

Die Bundesrepublik sei von einem besonderen Verhältnis von Staat und Kirche geprägt. Der Staat selbst sei nicht religiös und nehme gegenüber Religionen und Weltanschauungen eine „respektvolle Nichtidentifikation“ ein. Zugleich gebe der Staat seinen Bürgern ausdrücklich Raum für religiöse Bekenntnisse. Die religiöse Neutralität des Staates bestünde daher nicht darin, dass er Religion aus der Öffentlichkeit zurückdränge, sondern dass der Staat das Miteinander verschiedener Religionen ermögliche.

Für den Zusammenhalt dieser widersprüchlichen Gesellschaft bedürfe es nach den Worten von Thierse grundlegender Gemeinsamkeiten, die jenseits von Sprache, Recht und Wirtschaft legen. Notwendig für das Miteinander in der Vielfalt sei ein gemeinsames ethisches Fundament der Werte und Normen. Diese Voraussetzung könne der Staat nicht selbst garantieren. Die Verantwortung dafür trügen alle Bürger, insbesondere auch die kulturellen Träger, die Kirchen und Religionsgemeinschaften. Die christlichen Kirchen seien dabei Dialogpartner ohne exklusive Deutungshoheit, die sich jedoch auch nicht leisetreterisch einbringen sollten.

Der Zusammenhalt der widersprüchlichen Gesellschaft sei nur durch Toleranz realisierbar. In der Toleranz komme die Überzeugung zum Ausdruck, dass der Andere nicht nur geduldet werde, sondern dass es ein grundlegendes Recht auf Anderssein gebe. „Die Toleranz ist der Ausdruck gleicher Lebens- und Freiheitsrechte der Menschen unterschiedlicher Überzeugungen“, betonte Thierse im Anschluss an den Philosophen Jürgen Habermas. Die religiös-weltanschauliche Toleranz könne so als ein Instrument der Gerechtigkeit das Band bilden, das die Gesellschaft in ihrer religiösen Vielfalt verbinde.

Christen, Muslime, Juden, Buddhisten und Agnostiker seien gleichermaßen Teile des Pluralismus. Niemand stünde außerhalb. Das käme nach Thierses Überzeugung in dem Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ zum Ausdruck. Ziel müsse es dabei sein, dass sich in Deutschland religiöse Gemeinschaften weder von der Gesellschaft abkapselten noch ihre religiöse Identität aufgäben. Integration bedeute, dass sich die Gesellschaft einem Prozess der Aushandlung von Zugehörigkeit, Identität und Teilhabe stelle. Insbesondere vor dem Hintergrund hoher Flüchtlingszahlen führe dieser Prozess zu Ängsten, weil bisher Vertrautes als unsicher erscheine. Dabei werde auch Religion an sich abgewehrt, weil sie als konfliktbeladen angesehen werde. Die dem Terror entgegnende Beschwörung, dass der Terror nichts mit dem Islam zu tun habe, hält Thierse für nicht überzeugend. Stattdessen müsse zwischen einem friedliebenden und einem gewaltvollen Verständnis im Islam differenziert werden, um so einzugrenzen, welcher Islam zu Deutschland gehöre.

Für ein gemeinsames ethisches Fundament sei es unabdingbar, einander zuzuhören und verstehen zu wollen. Die religiöse Pluralität charakterisierte Thierse deshalb nicht als Idylle, sondern als Anstrengung, die mit einem gesellschaftlichen Wandel einhergehe. „Wir haben noch viel Verständigungsarbeit vor uns“, prognostizierte Thierse, „damit Toleranz als Anerkennung und nicht nur als Duldung verstanden wird.“

_____________________________________________________________________________




ADRA baut für Tropensturmopfer auf Dominica 25 neue Häuser

Die Schlammlawinen, die der Tropensturm „Erika“ ausgelöst habe, hätten Straßen, Brücken und Häuser auf dem Inselstaat zerstört, sowie mehr als 30 Personen getötet. Nach Angaben der Kommunikationsabteilung der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung für Zentralamerika (Inter-American Division, IAD) habe ADRA unmittelbar nach dem zerstörerischen Sturm vom 27.8.2015 der Regierung versprochen, beim Wiederaufbau mitzuhelfen.

Laut Priscilla Prevost, ADRA-Projektleiterin, habe das Hilfswerk mit dem Bau von drei Dreizimmer-Häusern sowie fünf Zweizimmer-Häusern begonnen, die im April fertiggestellt sein sollen. Im Laufe eines Jahres sollen die meist adventistischen Freiwilligen, die sich wöchentlich ablösen, alle 25 Häuser errichtet haben. Es seien immer noch 373 Personen auf der Insel von den Folgen des Sturms betroffen, so Prevost. „Die Regierung stellt Land und Infrastruktur, ADRA die Arbeitskräfte sowie die Finanzen“, sagte die Projektleiterin. Die Häuser werden in Plat Ma Pierre, in Colihaut, einem Dorf an der Westküste des Inselstaats, erstellt.

_____________________________________________________________________________




UN-Symposium zu religiös motivierter Gewalt

„Es ist nicht die Religion selbst, sondern ein verzerrtes Verständnis von Religion, welches gewalttätigen Extremismus hervorruft“, sagte Dr. Ganoune Diop im Einleitungsreferat zum Symposium. Es handle sich um eine „vereinfachende Generalisierung“, so Diop, wonach Religion und der religiöse Glaube schuld daran seien, dass sich extremistische Gewalt ausbreite. Es nahmen laut ANN rund 130 Vertreter von UN-Organisationen, religiösen Organisationen und Nicht-Regierungsorganisationen (NGO) teil.

Ausgehend von Geschichte und Theologie, legte Diop dar, was er als „vielschichtiges, komplexes Phänomen“ bezeichnete: Der prägende Zusammenhang zwischen dem Gottesbild eines Menschen und wie sich dies auf sein Verhältnis zu anderen Menschen auswirke. Gewalt finde fruchtbaren Grund in „jeder Religion oder Ideologie, welche Menschen instrumentalisiert und die Heiligkeit des menschlichen Lebens sowie die innewohnende Würde jeder Person nicht anerkennt, oder sich weigert, die Freiheit der anderen zu respektieren“, sagte Diop.

Menschen sind wichtiger als Dinge
Extremistische Gewalt werde auch durch eine theologische Perspektive gefördert, die Ideen oder Gegenstände vor den Respekt und die Achtung anderer Menschen setze, sagte der aus Senegal stammende Philologe und adventistische Theologe. Menschen seien aber wichtiger als Objekte oder Orte, so Diop. „Menschen sind wichtiger als Kathedralen, Kirchen, Moscheen oder Schreine.“ Er befürwortete stärkere internationale Anstrengungen, um die Religions- und Weltanschauungsfreiheit zu bewahren, mit Unterschiedlichkeiten würdevoll umzugehen und sich um die „körperliche, emotionale und geistige Unversehrtheit jedes Menschen zu kümmern“.

Aktives adventistisches Engagement gegen religiöse Gewalt
Nach Angaben von ANN habe Diop später in der Diskussion die Wichtigkeit betont, dass Adventisten sich aktiv an der öffentlichen Diskussion beteiligen sollten, wie man religiös motivierte Gewalt verhindern könnte. Adventisten hätten von ihrem theologischen Verständnis der Schöpfung einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Würde des Menschen zu leisten. Das Geschaffensein des Menschen im Bilde Gottes „gibt uns ein einzigartiges Verständnis der Einheit der menschlichen Familie“, so Dr. Diop.

Hinzu komme laut dem Theologen, dass die adventistische Kirche über ein „internationales Portfolio von Diensten“ verfüge und Angebote im schulischen, geistlichen, gesundheitlichen und humanitären Bereich machen könne.

Weitere Referenten
Weitere Referenten am UN-Symposium waren: Adama Dieng, Sonderbeauftrage des UN-Generalsekretärs zur Verhinderung von Völkermord; Zainab Hawa Bangura, Sonderbeauftrage des UN-Generalsekretärs zu sexueller Gewalt in Konflikten; Dr. John Esposito, Professor für Religion und Internationale Angelegenheiten an der Georgetown University, Washington/USA.

Die Abteilung für Außenbeziehungen und Religionsfreiheit (Public Affairs & Religious Liberty PARL) der adventistischen Weltkirchenleitung war gemeinsam mit dem General Board für Kirche und Gesellschaft der United Methodist Church und dem Weltkirchenrat einer von drei Organisatoren des UN-Symposiums.

Das Einleitungsreferat von Dr. Ganoune Diop kann auf UN WEB TV (ab Minute 18:12) nachverfolgt werden (Englisch):
http://webtv.un.org/meetings-events/other-meetingsevents/watch/part-1-symposium-on-the-role-of-religion-and-faith-based-organizations-in-international-affairs/4736987408001#full-text

_____________________________________________________________________________




Adventisten in Belgien und Luxemburg setzen Ordinationen aus

Die adventistische Weltsynode in San Antonio, Texas/USA, hatte es im Juli 2015 abgelehnt, den weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) zu gestatten, in ihrem Gebiet tätige adventistische Pastorinnen zu ordinieren. Diese Entscheidung habe in der adventistischen Welt viele Reaktionen hervorgerufen, so auch in Belgien und Luxemburg, schreibt Pastor Jeroen Tuinstra, FBL-Präsident, auf der FBL-Website.

Mit diskriminierender Handhabung nicht einverstanden
Diese Entscheidung des Vorstands der Adventisten in Belgien und Luxemburg, so lange keine Ordinationen mehr vorzunehmen bis adventistische Pastorinnen gleichermaßen wie Pastoren ordiniert werden könnten, sei das Produkt einiger Sitzungen und vieler Diskussionen. Es gehe dem FBL-Vorstand darum, die Berufung von Frauen zum Pastorendienst zu unterstreichen, wie dies auch seitens der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), der teilkontinentalen Kirchenleitung (Intereuropäische Division, EUD) sowie der überregionalen Kirchenleitung für Frankreich und Belgien (UFB) geteilt werde. Die regionale Kirchenleitung der Adventisten in Belgien und Luxemburg (FBL) „möchte aber gleichzeitig ausdrücken, dass sie mit der aktuellen, ungerechten Handhabung nicht einverstanden ist“, so Tuinstra.

In der Einleitung zur FBL-Entscheidung wird festgehalten, dass seit Jahrzehnten in der adventistischen Weltkirche Entscheidungen bezüglich der Leiterschaft von Frauen getroffen worden seien, auch dass sie als Pastorinnen ausgebildet und arbeiten könnten und dass Kirchengemeinden Frauen und Männer ohne Diskriminierung als Älteste und Diakone/Diakoninnen einsegnen könnten. Dieses Prinzip der Gleichberechtigung von Frauen und Männern habe auch die Entscheidung des Vorstands der Adventisten der überregionalen Kirchenleitung in Frankreich und Belgien (UFB) vom 11. November 2015 im Auge gehabt, damit sich Pastorinnen, ebenso wie ihre männlichen Kollegen, im Rahmen ihrer Berufung entwickeln könnten.

Die Beschlüsse der regionalen Kirchenleitung der Adventisten in Belgien und Luxemburg (FBL) beinhalten drei Entscheidungen:

1. Entscheidung: Aussetzung aller Ordinationen von Pastoren
In einer Mehrheitsentscheidung habe der Vorstand der Adventisten in Belgien und Luxemburg (FBL) beschlossen, alle Pastoren gleich zu behandeln und keine Ordinationen mehr durchzuführen. Mit dieser Entscheidung hoffe der FBL-Vorstand, der schriftlichen Aufforderung der Mehrheit der ordinierten Pastoren nachzukommen.

2. Entscheidung: Gleiche Entlohnung für Pastorinnen und Pastoren
Einstimmig habe die regionale Kirchenleitung für Belgien und Luxemburg (FBL) zugestimmt, dem Vorschlag der überregionalen Kirchenleitung für Frankreich und Belgien (UFB) zu folgen und Pastorinnen sowie Pastoren gemäß ihrer Einstufung gleich zu entlohnen.

3. Entscheidung: Erweiterung der Kompetenzen für nicht-ordinierte Pastoren
Per Mehrheitsbeschluss habe der FBL-Vorstand einen dringenden Vorstoß an die teilkontinentale Kirchenleitung der Adventisten in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division, EUD) gerichtet, um die Kompetenzen der nicht-ordinierten Pastoren in folgenden Bereichern zu erweitern: Ordination von Ältesten, Diakonen/Diakoninnen sowie das Gründen und Zusammenlegen von Kirchgemeinden.

Information des FBL-Vorstands auf Französisch:
http://www.adventist.be/secu/news/det_news.php?id_news=1145&lang=F

Informationen von SPECTRUM bezüglich der FBL-Entscheidung auf Englisch:
http://spectrummagazine.org/article/2016/02/14/belgian-luxembourg-conference-suspends-all-pastoral-ordinations

_____________________________________________________________________________




„Rotkäppchen“ – Wohlfahrtsmarken 2016

Im Jahr 2016 sind Motive aus der Geschichte vom „Rotkäppchen“ Gegenstand der Sondermarkenserie „Grimms Märchen“. Die Geschichte warnt eindringlich davor, auf die Einflüsterungen und „guten Ratschläge“ zwielichtiger Zufallsbekanntschaften hereinzufallen und sich keinesfalls vom rechten Wege abbringen zu lassen. Dieser nachvollziehbare Wunsch, der in den Eltern kleiner Kinder seit den Zeiten der Brüder Grimm wohl nichts von seiner Berechtigung verloren hat, mag ein Grund dafür sein, dass die spannende Geschichte bis in unsere moderne Zeit fast überall in der Welt gerne vorgelesen und angehört wird. Die neuen Wohlfahrtsmarken begleiten durch die Geschichte in eindrucksvollen und farbenfrohen Bildern bis hin zum glücklichen Ausgang des Abenteuers.

Gestaltet wurden die drei Marken von Astrid Grahl und Lutz Menze, Wuppertal. Sie zeigen die Szenen „Im Wald“ (70+30 Cent), „Bei der Großmutter“ (85+40 Cent) und „Gutes Ende“ (145+55 Cent). Das Motiv „Im Wald“ gibt es auch als Marken-Set mit zehn und in einer Marken-Box mit 100 selbstklebenden Postwertzeichen. Außerdem sind die drei Marken als Motiv-Steckkarte sowie als Ersttagsbrief „Wohlfahrt 2016″ erhältlich. Erstausgabetag war der 11.2.2016.

Aus den Zuschlagserlösen werden alle Bereiche gefördert, in denen die Wohlfahrtsverbände tätig sind. Schwerpunkte sind die Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe, die Gesundheits- und Familienhilfe sowie soziale Maßnahmen für Arbeitslose, Flüchtlinge und Suchtkranke. Die Sonderbriefmarken sind bei allen Postfilialen, Vertriebsstellen der Freien Wohlfahrtspflege und beim Advent-Wohlfahrtswerk e.V., Hildesheimer Straße 426, 30519 Hannover, Telefon (0511) 971 77-300, Telefax (0511) 971 77-399, E-Mail: mail@aww.info, erhältlich.

_____________________________________________________________________________




„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Im Aufruf heißt es wörtlich: „Wir rufen dazu auf, die Flüchtlings- und Einwanderungsdebatte sachlich und lösungsorientiert zu führen“, „menschenfeind-lichen Äußerungen und Handlungen, gleich woher sie kommen und gegen welche Gruppe sie sich richten, entgegenzutreten“ und „rechtsextreme, menschen-verachtende Angriffe […] strafrechtlich konsequent zu verfolgen.“ Gerade in Krisenzeiten dürften die rechtsstaatlichen, sozialen und humanitären Errungenschaften unserer Gesellschaft nicht aufgegeben werden. Der Aufruf schließt mit den Worten: „Deshalb engagieren wir uns mit vereinten Kräften für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Deutschland und Europa.“

Zu dem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis gehören die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, die Deutsche Bischofskonferenz, der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Zentralrat der Juden in Deutschland, der Deutsche Kulturrat, der Koordinationsrat der Muslime, der Deutsche Naturschutzring, der Deutsche Olympische Sportbund sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege.

„Eine so große Allianz hat es meines Wissens im zivilgesellschaftlichen Rahmen noch nicht gegeben“, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, bei der Vorstellung in Berlin. Auch der DGB-Vorsitzende, Reiner Hoffmann, sprach von einem „der größten zivilgesellschaftlichen Bündnisse, das wir bislang in Deutschland gesehen haben“. Die Selbstverpflichtung der Allianzpartner beinhalte auch, in diesem Sinne in die einzelnen Organisationen hineinzuwirken.

Der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, sagte: „Ich erhoffe mir von der Allianz eine Stärkung des sozialen Grundkonsenses in unserer Gesellschaft.“ „Wer mit Worten oder Taten zur Ausgrenzung und Herabsetzung von Migranten beiträgt, kann sich nicht auf das Christentum berufen“, stellte der Berliner Erzbischof Heiner Koch (Deutsche Bischofskonferenz) klar.

Informationen zur Allianz und zum Aufruf „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ unter: www.allianz-fuer-weltoffenheit.de

Adventistisches Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland hat 2015 eine gemeinsame Initiative für ehrenamtliche Projektarbeit mit politisch Verfolgten und Kriegsflüchtlingen ins Leben gerufen. Partner sind die adventistischen Organisationen ADRA Deutschland e.V., Advent-Wohlfahrtswerk e.V. (AWW) und die Theologische Hochschule Friedensau. Ziel ist es, auf kommunaler Ebene adventistische Kirchen-gemeinden und Helferkreise dabei zu unterstützen, in verschiedenen Initiativen und Projekten für Flüchtlinge mitzuarbeiten – wo es sinnvoll erscheint, in Kooperation mit anderen Organisationen und Partnern in den Netzwerken der Flüchtlingshilfe. Nach Angaben von Pastor Michael Götz, Leiter der AWW-Landesstelle in Berlin-Mitteldeutschland, gibt es allein auf dem Gebiet der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen inzwischen 25 Initiativen und Projekte der Hilfe für Flüchtlinge vor Ort.

_____________________________________________________________________________




EAK: Keine Minderjährigen für die Bundeswehr rekrutieren

„Wenn wir in Deutschland gegen den Einsatz von Kindersoldaten in Afrika oder Asien protestieren, dürfen wir nicht vergessen, dass auch die Bundeswehr nach wie vor Minderjährige als Soldaten rekrutiert und aufgrund des zunehmenden Personalmangels zunehmend offensiver unter Jugendlichen Werbung macht“, kritisierte Dr. Christoph Münchow, Vorsitzender der EAK. Das sei nicht hinnehmbar, machte der Theologe deutlich und verwies in diesem Zusammenhang auch auf die bestehenden Verträge der Bundeswehr mit mehreren Bundesländern, die ihr einen leichten Zugang zu Schulen, Lehrerausbildung und sogar Kindergärten verschaffen würden. „Hier wird einseitig die Faszination Jugendlicher für Technik und
den Soldatenberuf ausgenutzt. Die Information über die Gefahren von Auslandseinsätzen, vom Töten und der Gefahr für das eigene Leben gerät ins Hintertreffen oder unterbleibt. Das ist nicht seriös“, so der EAK-Vorsitzende.

Eintrittsalter für die Bundeswehr auf 18 Jahre heraufsetzen
Nach Angaben der Bundesregierung waren im vergangenen Jahr 1.348 Soldatinnen und Soldaten als 17-Jährige für den Dienst in den Streitkräften und eine militärische Ausbildung eingeplant. „Auch wenn die tatsächlichen Zahlen wahrscheinlich etwas niedriger liegen, so zeigt dies doch die große Anzahl von Minderjährigen in der Bundeswehr“, betonte EAK-Geschäftsführer Wolfgang Burggraf. Dabei seien seiner Ansicht nach viele Jugendliche noch nicht in der Lage, wirklich die Konsequenzen eines freiwilligen Dienstes in der Bundeswehr zu erkennen. Der EAK-Geschäftsführer verwies auch auf eine Anhörung der Kinderkommission des Deutschen Bundestages vor wenigen Tagen in Berlin, bei der Vertreter der Kindernothilfe und auch von „terre des hommes“ dafür plädiert hätten, das Eintrittsalter für die Bundeswehr auf 18 Jahre heraufzusetzen. „Hier könnte Deutschland mit gutem Beispiel vorangehen und die Empfehlungen des UN-Ausschusses für die Rechte des Kindes umsetzen“, betonte Burggraf.

_____________________________________________________________________________




Adventistische Kirchenleitung in Bayern kondoliert Angehörigen der Opfer des Zugunglücks

An die Angehörigen gerichtet, sagte Pastor Wolfgang Dorn, Präsident der Adventisten in Bayern: „Ich vertraue darauf, dass die Hinterbliebenen die nötige Unterstützung finden werden, um mit dieser furchtbaren Wirklichkeit zu leben, die sie von ihren Lieben getrennt hat. Ich trauere mit ihnen. Gleichzeitig beten wir für die vielen Verletzten und hoffen auf ihre baldige Genesung.“

Die adventistischen Kirchgemeinden und ihre Institutionen in dem betroffenen Gebiet sind bereit, den vom Zugunglück Betroffenen Beistand und Unterstützung zu gewähren, teilte die Kirchenleitung in München mit. Zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern gehören 70 Gemeinden mit 4.537 erwachsen getauften Mitgliedern.

_____________________________________________________________________________




Präsident der weltweiten Adventisten besucht Kurdistan

Laut der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift „Adventist Review“ rief Wilson in einem Gottesdienst in einem Konferenzraum des Ankawa Royal Hotels in Erbil die 75 Besucher auf: „Ganz gleich, was auch geschehen mag, bewahrt euer Vertrauen zu Gott.“ Anschließend besuchte er den Rohbau des neuen adventistischen Gemeindezentrums und sprach dort ein Gebet. Der Kirchenpräsident drückte seine Hoffnung aus, dass die künftigen Veranstaltungen in dem Gebäude derartigen Zuspruch fänden, dass es bald zu klein sei, um die Besucher aufzunehmen.

Kleine, aktive adventistische Gemeinde in Erbil
Mit dem Neubau sei bereits im Oktober 2014 begonnen worden. Der Einweihungstermin am 6.2.2016 habe jedoch wegen Liquiditätsproblemen des irakischen Bankensystems nicht eingehalten werden können, so „Adventist Review“. Die Gemeinde versammle sich daher immer noch zum Gottesdienst in einem gemieteten Gebäude.

2012 seien zwei Familien nach Erbil gekommen und hätten mit Andachten begonnen, teilte der Leiter der irakischen Adventisten, George Yousif, mit. Zurzeit habe die Gemeinde 25 Mitglieder. Diese stammten aus dem Irak und aus anderen Ländern. So zählten zu den Mitgliedern auch ein Kenianer, der für das World Food Programm der Vereinten Nationen arbeite, und ein Rumäne mit einer eignen Baufirma vor Ort. Auch kämen immer wieder Gäste zu den Gottesdiensten.

Die adventistische Gemeinde in Erbil kümmere sich um Flüchtlinge in der Region. Sie habe laut Yousif in dem von ihr gemieteten Gebäude zwei Familien aufgenommen. In Erbil unterhalte auch die Adventistische Entwicklung- und Katastrophenhilfe ADRA Kurdistan ein Büro. Das Hilfswerk unterstütze Binnenflüchtlinge mit Lebensmittelhilfen, Mietzuschüssen, psychosozialer Begleitung, Sprachkursen und Mikrokrediten zum Aufbau eines Kleingewerbes.

Dank für die Aufnahme vieler Binnenflüchtlinge
Pastor Wilson hatte laut „Adventist Review“ in Erbil auch eine Unterredung mit Regierungsvertretern Kurdistans. Er dankte der Regierung für die Aufnahme der vielen Binnenflüchtlinge. Wilson besuchte selbst zwei Lager für christliche Flüchtlinge am Stadtrand von Erbil. In einem hatten Adventisten sanitäre Anlagen errichtet, in dem anderen kümmert sich ADRA um Kinder. Im Gespräch würdigte der Kirchenleiter den Einsatz der staatlich Verantwortlichen für die Religionsfreiheit. Khalid Jamal Alber, leitender Beamter im Ministerium für Religiöse Angelegenheiten der kurdischen Regionalregierung, teilte mit, dass im Irak noch knapp 350.000 Christen lebten, davon 100.000 in Bagdad und im Süden des Landes sowie 250.000 in Kurdistan. Viele von ihnen seien Binnenflüchtlinge. Etwa 50.000 irakische Christen wären in den Libanon, in die Türkei und nach Jordanien geflohen.

Schwierige Jahre
Adventisten gibt es laut George Yousif seit 1923 im Irak. Die Freikirche wurde 1959 staatlich anerkannt. Gegenwärtig lebten im Land etwa einhundert Mitglieder. Die letzten Jahre seien schwierig gewesen. Vor Kriegsbeginn im Jahr 2003 hätten noch rund 500 Adventisten im Irak gewohnt. Aufgrund der allgegenwärtigen Gewalt, den Entführungen und Bombenanschlägen wären viele von ihnen ausgewandert. Viermal sei das adventistische Gemeindezentrum in Bagdad von Begleitschäden anderer Bombenanschläge mitbetroffen gewesen. „Im Jahr 2004 war die Kirche das Ziel eines Autobombenanschlags mit 150 Kilogramm Sprengstoff.“ Da die Anschläge jedoch nicht zu Gottesdienstzeiten erfolgten, wäre damals kein Gemeindemitglied zu Schaden gekommen. „Wir sind für diese Bewahrung sehr dankbar“, so Yousif. In Bagdad fänden immer noch adventistische Gottesdiente statt. Die Gemeinde biete Programme für Kinder und Frauen an.

Auch in der nordirakischen Stadt Kirkuk versammelten sich Adventisten zu ihren Sabbatgottesdiensten am Samstag in einem gemieteten Raum. In Mosul besitze die Freikirche zwei Gebäude. Doch seitdem der Islamische Staat dort die Herrschaft übernommen habe, gebe es in der Stadt keine adventistischen Gottesdienste mehr, teilte Yousif mit.

Pastor Ted N.C. Wilson ist der erste Weltkirchenpräsident der Siebenten-Tags-Adventisten der seit 1990 wieder den Irak besuchte.

_____________________________________________________________________________




DBG: „1000 Bibeln für Flüchtlinge“ abgeschlossen – zweisprachige Ausgabe geplant

Anfragen zu kostenlosen Bibeln für christliche Flüchtlinge seien vor allem aus Kirchengemeinden, Aufnahme-Einrichtungen, Helfergruppen sowie christlichen Werken und Einrichtungen gekommen, teilte die Deutsche Bibelgesellschaft mit. Rund 36,5 Prozent waren arabische Bibeln, 21,5 Prozent englisch-sprachige. Zu den weiteren abgegebenen Bibeln gehörten Übersetzungen auf Tigrigna (12,2 Prozent) aus Eritrea, Albanisch (9,6) Persisch (9,3), Serbisch (6,5) und Urdu (4,4) aus Pakistan.

Die Reaktionen der Besteller auf die Initiative für Bibeln waren durchweg positiv. „Ihre Aktion finde ich sehr gut und dringend notwendig, denn viele Flüchtlinge suchen Halt in ihrem Glauben“, schrieb eine Mitarbeiterin einer Flüchtlingseinrichtung. Leider sei es den Unterkünften nicht immer möglich Bibeln in den jeweiligen Sprachen zu besorgen und zu finanzieren.

„Neben vielen dankbaren Rückmeldungen haben wir auch einige Hinweise für die weitere Arbeit bekommen“, sagte DBG-Generalsekretär Dr. Christoph Rösel. „Mehrfach trug man den Wunsch nach weiteren Publikationen für Flüchtlinge an uns heran.“ Bereits bestellt werden kann bei der DBG die Broschüre „On the Road …“ in den fünf Sprachen Englisch, Arabisch, Französisch, Türkisch und Persisch. Die Schrift verbindet die Situation von Flüchtlingen und Migranten heute mit 33 Bibeltexten über Frauen und Männer, die ihre Heimat verlassen haben. Außerdem kann bei der Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft unter dem Link www.weltbibelhilfe.de/material/weitere-materialien ein Kalender mit der Jahreslosung auf Deutsch und Arabisch bestellt werden.

„Besonders zweisprachige Ausgaben werden nachgefragt“; teilte Dr. Rösel mit. „Viele sehen die Chance, mit einem vertrauten Text der Bibel Deutsch lernen zu können.“ In den nächsten Monaten soll eine deutsch-arabische Ausgabe des Lukasevangeliums erscheinen. Dem deutschen Text liegt die Übersetzung der BasisBibel zugrunde, dem arabischen die „Arabic Good News Translation“. Außerdem wird auf Deutsch ein Buch mit Migrationsgeschichten der Bibel publiziert.

_____________________________________________________________________________




Historische Begegnung zwischen Papst und Patriarch von Moskau auf Kuba

Die Begegnung der beiden Kirchenführer wird historischen Charakter haben, denn es handelt sich um das erste Treffen seit der Trennung der beiden Kirchen vor 962 Jahren.

„Der Heilige Stuhl und das Patriarchat von Moskau freuen sich, mitteilen zu dürfen, dass durch die Gnade Gottes seine Heiligkeit Papst Franziskus und seine Heiligkeit Patriarch Kyrill von Moskau und der ganzen Rus am 12. Februar als nächstes treffen“, heißt es in der Vatikanmeldung.

Patriarch Kyrill werde am 11. Februar für einen offiziellen Besuch nach Kuba im Rahmen seiner Südamerika-Reise kommen, die ihn auch nach Brasilien, Chile und Paraguay bringe. Papst Franziskus wird am Tag darauf auf dem Weg zu seiner Mexiko-Reise auf dem José-Martí-Flughafen landen. Dort werde er von Staatschef Raul Castro und dem russisch-orthodoxen Patriarchen empfangen. Anschließend soll ein längeres Gespräch in präsidialen Räumlichkeiten am Flughafen stattfinden. Zum Abschluss der Begegnung werden die beiden Kirchenoberhäupter eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen.

Jahrelange Vorbereitung für das Treffen
Wie aus dem Vatikan verlautet, sei das Treffen von Kirchendiplomaten von langer Hand vorbereitet worden. Sowohl der Vatikan als auch das Moskauer Patriarchat drückten die Hoffnung aus, dass das Treffen „auch ein Zeichen der Hoffnung für alle Menschen guten Willens“ sein werde. Sie luden alle Christen ein „eifrig zu beten, dass Gott dieses Treffen segne, dass es gute Früchte trage“. Die beiden Kirchen trennten sich im Großen Schisma des Jahres 1054.

Kyrill I. ist seit dem 1. Februar 2009 Patriarch von Moskau und der ganzen Rus und damit der Vorsteher der Russisch-Orthodoxen Kirche. Zuvor war er Erzbischof und Metropolit der Diözesen von Smolensk und Kaliningrad.

Papst Franziskus ist seit dem 13. März 2013 der 266. Bischof von Rom, Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und Souverän des Vatikanstaats. Franziskus ist als Argentinier der erste Amerikaner in diesem Amt und zudem der erste Papst, der dem Orden der Jesuiten angehört.

_____________________________________________________________________________




Erste Taufe der Adventisten in der Schweiz vor 150 Jahren

Damals habe man die Taufe in der Nacht durchgeführt, heißt es in einem Bericht über die erste Taufe von Adventisten in der Schweiz, „da man sich noch nicht getraut habe, am Tag zu taufen.“ Am 22. August 1866 hätten sich drei weitere Personen zur Taufe entschieden, die aber am Nachmittag um 15 Uhr stattgefunden habe. „Wir haben drei Personen nach dem Vorbild der Apostel getauft, wie es Jesus geboten hat“, so der Bericht.

Michael Belina Czechowski war als Adventist ohne offiziellen Auftrag oder Anstellung der Freikirche in Europa missionarisch tätig. Einige Gruppen von Gläubigen in den USA hatten ihn finanziert, worauf er auf eigene Initiative nach Europa reiste, um das „ewige Evangelium“ zu verkünden. Aufgrund seines Wirkens bildete sich später in Tramelan/Jura eine Gruppe von Adventisten und hinterher die erste Gemeinde der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa.

Aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums will die Adventgemeinde Neuenburg gemeinsam mit anderen Adventgemeinden des Jurabogens am Sonntag, den 7. Februar, um 14 Uhr am Neuenburgersee eine Erwachsenentaufe durchführen. Mit einem Festgottesdienst wolle man der Taufe der ersten Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz gedenken, teilte die Kommunikationsabteilung der Adventisten in der welschen Schweiz und im Tessin mit.

Informationen zum Wirken von Michael Belina Czechowski:
https://www.apd.info/2014/05/11/gedenktafel-fuer-michael-belina-czechowski/
https://www.apd.info/2014/08/25/adventisten-kaufen-historisches-gebaeude-in-der-schweiz/

_____________________________________________________________________________




Burkina Faso: ADRA Schweiz erhöht in Toessé die Ernährungssicherheit

Laut dem Hilfswerk gibt es in diesem westafrikanischen Binnenland im Winter wenig bis keinen Niederschlag und trotzdem hohe Temperaturen. Es stehe wenig Ackerland zur Verfügung und es mangle an Produktionsmitteln. 80 Prozent der Burkiner lebten auf dem Land, seien von der landwirtschaftlichen Produktion – Sorghum, Hirse, Mais, Erdnüsse und Augenbohnen – abhängig, die sie mit veralteter Technik betrieben.

In den ersten drei Phasen des zweijährigen Projekts von ADRA Schweiz in Toessé sei es gelungen, die Ernährungssicherheit nachhaltig zu verbessern. In der vierten Phase sei es darum gegangen, das Erreichte weiter auszubauen: nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, Erhöhung von Einkommen durch den Anbau von Sojabohnen sowie Vermarktung von Soja-Produkten und Verbesserung der Ernährungslage bei Kleinkindern. Zudem sollten zehn Dörfer, welche von den Maßnahmen profitiert hatten, ihr Wissen an fünf Dörfer weitergeben unter anderem auch um den Gesundheitszustand von Kindern unter fünf Jahren zu verbessern.

Von der Ausbildung in landwirtschaftlichen Produktionstechniken, wie dem Anlegen von Gemüsegärten, hätten mehr Frauen und Männer profitiert, als geplant gewesen sei. Sechs Dörfer hätten je zehn Hektar Land mit schattenspendenden Bäumen bepflanzt, deren Blätter in der Regenzeit als Düngemittel genutzt worden seien. Weitere Flächen seien mit verschiedenen Bäumen aufgeforstet worden, um die Bodenerosion zu stoppen. Verzögerungen bei der Reparatur des Damms hätten in der Pflanzzeit Wassermangel hervorgerufen, sodass zusätzliche Reisfelder erst später als vorgesehen hätten angelegt werden können. Die Frauen haben nach Angaben von ADRA Schweiz bestätigt, dass sie mit dem Verkauf der Produkte aus dem Gemüsegarten in der Lage sind, Geld für die Familienkasse zu erwirtschaften.

Ernährungssicherheit für Kinder unter fünf Jahren verbessert
Die Ernährung der Kleinkinder unter fünf Jahren habe große Fortschritte gemacht. Die Mütter wüssten nun, wie sie mit lokalen Produkten einen nahrhaften Brei herstellen könnten. Von 100 unternährten Kleinkindern seien 52 auf dem Weg der Erholung und 46 haben laut ADRA einen normalen Ernährungsstand erreicht. Die Frauen hätten zudem Schulungen im Bereich Hygiene und Familienplanung erhalten.

An den Projektkosten von 200.000 Euro haben sich ADRA Schweiz sowie die Landwirtschafts- und Umweltabteilung der Stiftung Symphasis beteiligt. Partner vor Ort sei die Kommune von Toessé gewesen. Weitere Infos zum Projekt: http://www.adra.ch/de/activities/africa/burkina-faso/foodsecurity-iv/

_____________________________________________________________________________




Internationaler Tag der Nulltoleranz gegen weibliche Genitalverstümmelung

TERRE DES FEMMES engagiert sich nach eigenen Angaben seit 1981 gegen die schwere Menschenrechtsverletzung und hat zuletzt das CHANGE Projekt zur Abschaffung von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) in der EU koordiniert. Nun sollen Multiplikatorinnen ausgebildet werden, die ihre Communities in Deutschland für die Abschaffung der FGM sensibilisieren.

Verankerung als Tradition
Nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wird FGM vorwiegend in 29 Ländern Afrikas und in wenigen arabischen und asiatischen Staaten, aber auch innerhalb von Migrantengemeinden in Europa oder Nordamerika praktiziert. Die UN-Generalversammlung hat die Praktik, die gegen elementare Menschenrechte wie das Recht auf Gesundheit und den Schutz der körperlichen Unversehrtheit verstößt, 2012 in einer Resolution verurteilt. Als Tradition sei die FGM oftmals tief in den betroffenen Gesellschaften verankert und Ausdruck einer generellen Ungleichbehandlung von Frauen und Mädchen, so das Ministerium.

Adventistisches Krankenhaus in Berlin bietet ganzheitliche Hilfe für genitalverstümmelte Frauen
Das „Desert Flower Center“ im Krankenhaus Waldfriede in Berlin-Zehlendorf wurde am 11.9.2013 als weltweit erste Einrichtung eröffnet, die genitalverstümmelte Frauen ganzheitlich versorgt. Schirmherrin des Centers ist das ehemalige Model Waris Dirie. Seit 2002 setzt sie sich mit ihrer „Desert Flower Foundation“ in Wien für die Rechte afrikanischer Frauen und gegen das Ritual der Beschneidung ein. Zahlreiche Politiker hätten das Krankenhaus in Waldfriede besucht, um sich über das Thema FGM hautnah zu informieren, teilte Bernd Quoß, Leiter der Einrichtung, mit.

Bei den medizinischen Eingriffen gehe es laut Chefarzt und Ärztlichem Direktor des Krankenhauses, Dr. med. Roland Scherer, um die Behandlung von Komplikationen nach FGM, wie Vernarbungen, Scheiden-Darm-Fisteln, Scheiden-Blasen-Fisteln, Schließ-muskelverletzungen sowie Harn- und Stuhlinkontinenz. Auch die Plastische Wiederherstellungschirurgie zur Rekonstruktion der Klitoris und des äußeren Genitales sei im „Desert Flower Center“ möglich, ebenso eine psychosoziale Betreuung und Beratung. Scherer gab allerdings zu bedenken: „Wir können die Verstümmelungen der Frauen nicht vollständig rückgängig machen, aber wir können ihnen Lebensqualität zurückgeben.“

Psychotherapeutin, Pädagogin, Seelsorgerin, Beraterinnen und Dolmetscherinnen
Die ärztliche Koordinatorin im „Desert Flower Center“, die Oberärztin für Chirurgie Dr. med. Cornelia Strunz, berichtete, dass die meisten Frauen, welche zu ihrer Sprechstunde kamen, traumatisiert seien. Deshalb stünde für sie auf Wunsch auch ein Team mit einer Psychotherapeutin, einer Pädagogin, einer Seelsorgerin sowie Beraterinnen und Dolmetscherinnen bereit. Monatlich treffe sich eine Selbsthilfegruppe.

„Waldfriede“ mit umfangreichem Angebot
Das 160-Betten Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf ist akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin und behandelt jährlich etwa 13.000 Patienten stationär und 48.000 ambulant. Neben elf Fachabteilungen gehört zu „Waldfriede“ ein ambulanter häuslicher Pflegedienst (Sozialstation), eine Kurzzeitpflege, die Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, das Projekt „Babywiege“ (Babyklappe) für Mütter in Not sowie eine Kindertagesstätte. Schon 1993 entstand das Gesundheitszentrum „PrimaVita“ mit präventiv-medizinischem und gesundheits-förderndem Auftrag als erste krankenhauseigene Einrichtung ihrer Art in Deutschland. Das Krankenhaus ist unter anderem Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sowie Teil des weltweiten „Adventist Health System“ der Siebenten-Tags-Adventisten. Weitere Informationen unter www.waldfriede.de

_____________________________________________________________________________




Christliche Blindenhörbücherei startet mit erweiterter Angebotspalette ins neue Jahr

Das Team der Blindenhörbücherei liest ab sofort regelmäßig die Inhalte beider Zeitschriften und gibt sie als DAISY-CD heraus, so die Einrichtung. Die CDs würden zeitnah zu den gedruckten Ausgaben viermal jährlich verschickt. Nach Angaben der Blindenhörbücherei sollen die neuen Hörbuch-Angebote zu einem Glauben an Gott ermutigen und die Vertiefung des eigenen Glaubens ermöglichen. Damit passten sie gut in die Reihe der bestehenden Abonnements.

Der in Witten ansässige SCM Bundes-Verlag frei-evangelischer Prägung möchte mit dem Magazin „AUFATMEN“ dabei helfen „aus dem Glauben heraus authentisch zu leben“. Das Magazin „lebenslust“ sei gedacht „für Menschen, die der Kirche fernstehen aber am Thema Glauben interessiert sind“.

Die DAISY-Technik wurde speziell für blinde Menschen entwickelt. Sie macht es möglich, dass mehrere Stunden Lesestoff auf eine CD passen und der Hörer darin „blättern“ kann. Zusätzlich merken sich DAISY-Geräte die Stelle, an der das Hören unterbrochen wurde, selbst wenn man zwischendurch andere CDs gehört hat. Auch andere CD-Player können für das Abspielen der Hörbuch-Angebote genutzt werden, soweit sie mp3-Dateien wiedergeben.

Bei der Blindenhörbücherei könne sich jeder blinde oder stark sehbehinderte Interessent als Hörer registrieren lassen, teilte die Einrichtung mit. Es bedürfe lediglich eines Nachweises der Behinderung. Alle Angebote würden durch Spendengelder finanziert und könnten kostenlos genutzt werden. Der Postweg für Blindensendungen ist ebenfalls portofrei.

Träger des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ ist die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Weitere Informationen zu den Angeboten der Blindenhörbücherei der „Stimme der Hoffnung“ unter: Telefon (06257) 506 53-35, Telefax (06257) 506 53-84, E-Mail info@blindenhoer-buecherei.de oder unter www.blindenhoer-buecherei.de

_____________________________________________________________________________




60 Jahre Beratung für Kriegsdienstverweigerer

Widerstand gegen eine neue deutsche Armee
1956 spielte die Wiederbewaffnung Deutschlands in der politischen Diskussion eine große Rolle. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges hatte es deutliche Widerstände gegen eine neue deutsche Armee gegeben. Der bundesdeutsche Beitritt zur NATO 1955 sorgte für heftige innenpolitische Debatten. Im November 1955 erhielten die
ersten Freiwilligen der neuen Bundeswehr ihre Ernennungsurkunden. Eine wichtige Zäsur in dieser Entwicklung bildet der 8.2.1956. An diesem Tag beschloss das Bundeskabinett die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, die mit dem 7. Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes vom 18. März 1956 in die Verfassung aufgenommen wurde.

Ziviler Ersatzdienst für das Allgemeinwohl
Gleichzeitig mit der allgemeinen Wehrpflicht wurde in Deutschland aber auch der Ersatzdienst eingeführt. In Artikel 12 Absatz 2 des geänderten Grundgesetzes heißt
es dazu: „Wer aus Gewissensgründen den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert, kann zu einem Ersatzdienst verpflichtet werden.“ Und im Wehrpflichtgesetz vom Juli 1956 wird ausgeführt: „Wer sich aus Gewissensgründen der Beteiligung an jeder Waffenanwendung zwischen den Staaten widersetzt und deshalb den Kriegsdienst mit der Waffe verweigert, hat statt des Wehrdienstes einen zivilen Ersatzdienst außerhalb der Bundeswehr zu leisten.“ Es folgt der Hinweis: „Durch den zivilen Ersatzdienst werden Aufgaben des Allgemeinwohls wahrgenommen.“

Kirchen setzen sich für Kriegsdienstverweigerer ein
Gerade in den Kirchen hatte es heftige Widerstände gegen die Wiederbewaffnung gegeben. „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“ betonte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) 1948 in Amsterdam. Nicht zuletzt die Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges führten dazu, dass im Grundgesetz 1949 in den Grundrechten betont wurde, dass niemand gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden darf. Zudem unterstrich die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) 1950 in Berlin-Weißensee: „wer um seines Gewissens willen den Kriegsdienst verweigert, der soll der Fürsprache und der Fürbitte der Kirche gewiss sein.“ 1955 sprach sich die EKD für ein geregeltes Anerkennungsverfahren für Kriegsdienstverweigerer aus und votierte für einen zivilen Ersatzdienst.

Evangelische Kirchen und Freikirchen für gewaltfreie Wege zum Frieden
Nach der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wie auch des Ersatzdienstes im Frühjahr 1956 schlossen sich die kirchlichen Beauftragten für Kriegsdienstverweigerer in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend zusammen, um kirchliche Strukturen für eine Beratungs- und Beistandsarbeit in den Anerkennungsverfahren für diesen Ersatzdienst aufzubauen. Das war vor nunmehr 60 Jahren die Geburtsstunde der „Evangelischen Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer“ (EAK).

Ein genaues Gründungsdatum ist nicht überliefert, doch mit der Einführung des Ersatzdienstes begann die evangelische Arbeit für Kriegsdienstverweigerer. 1957
gab es die ersten Beratungen und Treffen für Kriegsdienstverweigerer. In den Landeskirchen wurden Pfarrer mit der Beratung von Betroffenen beauftragt, die
sich ihrerseits in der EAK zusammenfanden, um Erfahrungen auszutauschen und die Arbeit zu koordinieren. Hieran beteiligten sich auch Vertreter der Freikirchen. Aus diesen Anfängen hat sich die heutige Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden entwickelt, die immer noch, auch nach der Aussetzung der Wehrpflicht 2011, Kriegsdienstverweigerer berät und ihnen zur Seite steht. Das kirchliche Netzwerk und Kompetenzzentrum tritt durch Studientage, Mitgliederversammlungen sowie durch Stellungnahmen in Kirche und Öffentlichkeit für persönlichen Gewaltverzicht und gewaltfreie Wege zum Frieden ein.

Die Jubiläumsfeier „60 Jahre EAK“ soll vom 8. bis 10. Juni in Bonn stattfinden. Geplant sind unter anderem ein Festakt, eine Stadtführung, ein Kinoprogramm und eine Jubiläums-Mitgliederversammlung.

_____________________________________________________________________________




Stress- und Burnout-Präventionsprogramm für adventistische Pastoren

Das Projekt startete 2015 mit einer ersten anonymisierten Umfrage unter 249 adventistischen Pastoren und Pastorinnen in Deutschland, Österreich und der Deutschschweiz. Es wird von Klaus J. van Treeck, dem Leiter des adventistischen Instituts für Weiterbildung (IFW, Hannover), durchgeführt und im Rahmen eines Promotionsverfahrens sowie von der theologischen Hochschule Friedensau wissen-schaftlich begleitet.

49 namentlich bekannte Pastorinnen und Pastoren wurden in drei unterschiedlichen Maßnahmegruppen mit Tagesseminaren, individuellem Coaching, verschiedenen Nachtreffen sowie schriftlichen Unterlagen zu Stress- und Burnout-Vorbeugung geschult bzw. begleitet. Mit der zweiten Umfrage unter der anonymisierten Referenzgruppe wolle das IFW feststellen, wie sich die Zufriedenheit bezüglich der beruflichen Situation verändert habe, sagte van Treeck. Im Frühjahr 2019 soll die Auswertung des förderdiagnostischen Stress- und Burnout-Präventionsprojekts abgeschlossen und publiziert werden.

Ziel
Demnach bestehe das Ziel des Projekts darin, die Zufriedenheit der Mitarbeitenden im Berufsfeld der Pastoren zu erhöhen. Es soll damit ein evidenzbasiertes, nachhaltiges und förderdiagnostisches Präventionsprojekt zur Vorbeugung von Erschöpfungs-depressionen (Burnout) entwickelt werden, dessen Wirksamkeit in der Praxis evaluiert werden soll.

Leitfragen
Beim Projekt gehe es darum herauszufinden, welche Einflussgrößen auf der individuellen und systemischen Ebene die Zufriedenheit von Pastoren beeinflusse, so Klaus van Treeck, und ob diese Einflussgrößen steuerbar seien. Sie wollten auch abklären, ob es gesicherte Hinweise gebe, wie Stress und Burnout auf individueller und systemischer Ebene wirkungsvoll vorgebeugt werden könne.

Ergebnisse
Die Ergebnisse sollen auf allen Ebenen der Freikirche vorgestellt und reflektiert werden. Sowohl Pastoren als auch die Organisation sollen danach Werkzeuge zur Steigerung der Zufriedenheit im Pastorenamt und auch zur Stress- und Burnout-Prävention zur Verfügung gestellt werden.

Mehr Informationen dazu auf der IFW-Webseite unter „Aktuelle Umfragen“: http://weiterbildung.adventisten.de/

Das Institut für Weiterbildung IFW
Das adventistische Institut für Weiterbildung wurde 2001 von der Freikirche in Deutschland gegründet und will gemäß seiner Vision Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer Persönlichkeitsentwicklung stärken, der Entfaltung ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten dienen, damit diese die Zukunft der Freikirche und dieser Welt gesund, kreativ, mutig, kooperativ und nachhaltig mitgestalten können.

Das IFW ist ein An-Institut der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau (ThHF, bei Magdeburg). Es kooperiert mit dem Religionspädagogischen Institut (RPI), dem Deutschen Verein für Gesundheitspflege e.V. (DVG), dem Institut für kulturrelevante Kommunikation und Wertebildung (IKU), dem Gemeindefernstudium (GFS).

_____________________________________________________________________________




In China werden täglich acht Millionen adventistische Radio Podcasts heruntergeladen

„Können sie sich eine andere Medien-Plattform vorstellen, durch die wir Jesus direkt zu Menschen in ganz China bringen können – direkt in ihre Computer, in ihre Mobiltelefone und sie sich alles in ihrer Freizeit anhören können?“, fragte Pastor Robert Folkenberg Jr., Präsident der adventistischen Kirchenleitung Chinas.

Das chinesische Medienzentrum arbeite mit drei Vollzeitangestellten sowie einem Teilzeitlichen und produziere täglich zehn Stunden Programme auf Mandarin. Einige Programme würden auch durch adventistische Kirchenmitglieder in ihren Wohnungen produziert. Laut AWR werde von Guam aus nicht nur China bedient, sondern ganz Asien mit 30 Sprachen. Pro Woche werden demnach 320 Stunden Programme ausgestrahlt. Die Kapazität sei erweiterbar.

Chinesisches Hope TV
Das Chinesische Hope TV strahle seine Sendungen seit 2011 über Satellit aus und könne von rund 300 Millionen Personen in China empfangen werden. Einige Fernsehprogramme würden vom Hope Channel Hauptquartier in den USA übernommen und in Hongkong vom Medienzentrum mit Untertiteln versehen. Die Mehrheit des chinesischen Publikums seien Christen, aber keine Adventisten, sagte Billy Liu, Geschäftsleiter des adventistischen Medienzentrums in Hongkong. Von den 1,4 Milliarden Chinesen seien nach Regierungsangaben 60 Millionen Christen. Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in China umfasse schätzungsweise 410.000 Mitglieder, was weniger als ein Prozent der Christen im Land ausmache.

Liu hielt fest, dass er mit den Mitarbeitern des adventistischen Medienzentrums alles unternehme, um professionell zu arbeiten und die Qualität der Produktion hoch zu halten. Er wolle damit in der Lage sein, sich um eine offizielle Fernsehlizenz zu bewerben, sollte dies in China eines Tages möglich sein.

_____________________________________________________________________________