Kubanische Adventisten hoffen nach Obama-Besuch auf weitere Verbesserungen

Eine sehr wortgewandte Ansprache
Pastor Aldo Perez, Präsident der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Kuba, gehörte zu den 20 von der Regierung des Karibikstaates ausgewählten Leitern von Kirchen und Religionsgemeinschaften, welche die Rede von Barack Obama an das kubanische Volk im Gran Teatro (Großen Opernhaus) in Havanna miterleben durften, berichtete „Adventist News Network“ (ANN). „Dass auch die adventistische Kirche dort unter den Persönlichkeiten aus Regierung, Gesellschaft und dem religiösen Bereich vertreten war, ist für mich ein historisches Ereignis“, sagte Perez. „Wir waren Zeugen einer sehr wortgewandten Ansprache mit dem Aufruf zur Versöhnung und dem überaus erfreulichen Appell die Beziehungen zwischen den beiden Staaten zu normalisieren. Wir hoffen, dass sich dadurch neue Chancen für das kubanische Volk und die Kirchen ergeben.“

Die Überreste des Kalten Krieges begraben
Barack Obama ist der erste US-Präsident, der dem Land seit der Revolution von 1959 einen Besuch abstattete. Vor Obama reiste nur ein US-amerikanisches Staatsoberhaupt dorthin. Das war 1928, vor 88 Jahren, Calvin Coolidge. Obama betonte in seiner Rede im Gran Teatro, dass er gekommen sei, um die Überreste des Kalten Krieges auf dem amerikanischen Kontinent zu begraben. Die Zukunft Kubas liege nun in den Händen der Kubaner. Er appellierte aber auch an den republikanisch geführten US-Kongress das Handelsembargo gegen den Karibikstaat aufzuheben. Ende 2014 hatten Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro eine Normalisierung der Beziehungen eingeleitet. Am 20.7.2015 nahmen Washington und Havanna nach jahrzehntelanger Eiszeit ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf.

Große Veränderungen auf der Karibikinsel
Laut Pastor Perez hätten sich in den vergangenen Monaten für die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten deren Wirkungsmöglichkeiten positiv entwickelt. „Als Kirchen haben wir jetzt einen Platz in der kubanischen Gesellschaft, sodass uns erlaubt ist unsere Veranstaltungen durchzuführen.“ So hätten sich am 19. März auch in Kuba adventistische Jugendliche öffentlich am weltweiten „Global Youth Day“ ihrer Kirche mit sozialen Aktionen beteiligen können. Während sie in öffentlichen Parks Informationsstände zu einer gesunden Lebensweise betrieben und Nahrungsmittel an Bedürftige verteilten, hätten sie auf ihren T-Shirts Bänder mit der Aufschrift „Jesus Loves You“ getragen.

Ebenfalls im März habe die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten das 3.000 Sitzplätze fassende Heredia Theater in Santiago de Cuba, der zweitgrößten Stadt der Insel, für den zweitägigen Abschluss einer Reihe von Evangelisationsveranstaltungen mieten können. Dort sprach der adventistische Pastor Dwight Nelson von der Andrews University Church in Berrien Springs, Michigan/USA, der von Dayami Rodriguez, Abteilungsleiterin für Kommunikation der kubanischen Adventisten, übersetzt wurde. Zuvor hatten Studenten der Andrews Universität eine Woche lang evangelistische Veranstaltungen in Kirchengemeinden und Hausbibelkreisen in Santiago de Cuba durchgeführt. Nach deren Abschluss hätten sich über 250 Menschen taufen lassen, so Dayami Rodriguez.

Auch Pastor Israel Leito (Miami, Florida/USA), Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Mittelamerika, sprach von großen Veränderungen auf der Karibikinsel. „Als ich 1982 als Jugendabteilungsleiter in Mittelamerika zum ersten Mal Kuba besuchte, durfte ich eigentlich keine Bibel ins Land mitnehmen. Ich musste sie in meinem Reisegepäck verstecken.“ Auch hieran werde deutlich, was sich in den letzten 34 Jahren geändert habe. Die adventistische Kirche hätte während dieser Zeit die Regierung und ihre Vorschriften respektiert. „Heute hat sie die Möglichkeit, das Evangelium viel freier zu verkündigen.“

In Kuba gibt es 31.530 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 323 Kirchengemeinden. Die Kirche unterhält ein Theologisches Seminar in Santiago de las Vegas, einem Stadtteil von Havanna.

_____________________________________________________________________________




Adventistischer Jugendkongress in Offenburg

„Der diesjährige Youth in Mission Kongress war mit Abstand der größte von allen bisherigen Kongressen und daher in Kombination mit der neuen Location, dem Messegelände in Offenburg, mit deutlich mehr Arbeit und Herausforderungen verbunden“, teilte Pastor Marc Engelmann von der Gesamtleitung des Kongresses mit. „Was mich seit dem ersten Kongress im Jahr 2007 am meisten begeistert, ist nicht nur die Kreativität der Jugendlichen, immer wieder neue Ideen zu entwickeln, sondern auch die Bereitschaft, Tag und Nacht mit anzupacken.“ Insgesamt gab es knapp 500 ehrenamtliche Helfer, die in verschiedenen Bereichen mitwirkten.

Sponsorenlauf
Eine Besonderheit auf dem diesjährigen YIMC war der Sponsorenlauf auf dem Messegelände am Ostersonntag. 82 jüngere und ältere Läufer erliefen pro Runde einen bestimmten Betrag, den sie mit ihrem Sponsor vereinbart hatten. Insgesamt kam dabei ein Betrag von 7.250 Euro zusammen. Ein einzelner Läufer aus Jena konnte durch die Unterstützung von 25 Sponsoren insgesamt 1.642 Euro sammeln. Der Erlös des Sponsorenlaufs geht an den Verein „Flüchtlingshilfe Rebland“ der Stadt Offenburg (weitere Infos unter: http://fluechtlingshilfe-rebland.de/pages/wer-wir-sind.php).

Ermutigung und Ausbildung
Nach Angaben der Veranstalter sei das Ziel des Kongresses, Jugendliche zu ermutigen, ihren Glauben auch im täglichen Leben auszuleben und damit gleichzeitig einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben. Daher wurden neben Vorträgen in der Baden-Arena auch über 40 Workshops zu unterschiedlichen Themen sowie Aktionen außerhalb des Messegeländes angeboten. So zum Beispiel die Aktion „Apfel statt Zigarette“ in der Innenstadt von Offenburg: Jugendliche sprachen Passanten mit Zigarette an und forderten sie auf, diese gegen einen Apfel einzutauschen. Die Themen der Workshops reichten von biblischen Inhalten über Gesundheit bis hin zu speziellen Angeboten für Eltern mit Kindern. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei 24 Jahren.

_____________________________________________________________________________




Preiswerte Saatgutpakete helfen Kleinbauern in Nepal

Laut dem Direktor von ADRA Österreich, Marcel Wagner, betrage der Verdienst einer Familie von einem Feld Weizen etwa 330 Euro, der Verdienst von einem Feld Kamille dagegen über 800 Euro. ADRA-Mitarbeiter hätten die Dorfbewohner im Anbau der Pflanze und in der Herstellung von Kamillenöl unterwiesen. Die Bauern hätten dazu eine Destillieranlage gebaut, um ätherische Öle zu gewinnen. Dadurch verändere sich das Leben der Menschen deutlich.

Der finanzielle Einsatz für ein derartiges Projekt sei verhältnismäßig gering. 20 Euro reichten pro Familie aus für ein Paket Saatgut oder für Setzlinge. 50 Euro ermögliche die wassersparende Tröpfchenbewässerung für ein Gemüsefeld. Mit 630 Euro Zuschuss bekomme ein Dorf sogar Wasser zum Trinken, für die Hygiene und für den Gemüsegarten, informierte Wagner.

_____________________________________________________________________________




Bildung für syrische Flüchtlingskinder im Libanon

Die Erweiterung einer Schule in Beirut biete 160 Mädchen und Jungen die Möglichkeit, ihre schulische Ausbildung in einem geschützten Umfeld fortzusetzen, so ADRA-Mitarbeiterin Fabienne Seibel (Weiterstadt bei Darmstadt). Neben Unterricht in den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften, Englisch und Arabisch werde sich auch den psychosozialen Bedürfnissen der Kinder gewidmet. Hierzu zählten Freizeitaktivitäten und psychologische Gespräche, die dabei helfen sollen, das Erlebte besser zu verarbeiten und sich in die libanesische Gesellschaft zu integrieren. Um Spannungen abzubauen und die Gemeinschaft zwischen den Flüchtigen und den Bewohnern Libanons zu fördern, fänden regelmäßig Aktivitäten statt, zu denen Libanesen und Geflüchtete eingeladen würden. Das Projekt wird von der „Aktion Deutschland Hilft“ finanziell gefördert.

_____________________________________________________________________________




Evangelische Friedensverbände fordern Abzug amerikanischer Atomwaffen aus Europa

„Vor genau sechs Jahren, am 26.3.2010, hat der Deutsche Bundestag mit einer großen Mehrheit die Bundesregierung aufgefordert, sich für eine atomare Abrüstung einzusetzen. Doch geschehen ist seither nichts“, kritisiert AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister. Der EAK-Geschäftsführer Wolfgang Burggraf fügt hinzu: „Stattdessen hat die Bundesregierung in der NATO einer Modernisierung der US-Atomwaffen in Europa zugestimmt und im Dezember 2015 in der Generalversammlung der Vereinten Nationen sogar gegen Resolutionen votiert, die eine ethische Verpflichtung zur Abschaffung und eine Ächtung von Atomwaffen beinhalten.“ Es handelt sich um die UN-Resolutionen A/RES/70/48 und 50.

Die beiden evangelischen Friedensverbände verweisen auf die Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) von 2007. „Hier hat die EKD klar betont, dass aus der Sicht evangelischer Friedensethik die Drohung mit Nuklearwaffen heute nicht mehr als Mittel legitimer Selbstverteidigung betrachtet werden kann“, unterstreicht Gildemeister. Eine Modernisierung der US-Atomwaffen in Europa könnte dagegen zu einer neuen Aufrüstungsspirale führen. „Es steht doch zu befürchten, dass andere Atommächte dann ihr Arsenal ebenfalls modernisieren werden. Stattdessen wäre es wichtig, endlich über ein Verbot und eine völlige Abrüstung dieser Massenvernichtungsmittel zu verhandeln“, betont Burggraf.

Bestätigt sehen sich die beiden evangelischen Friedensverbände in ihrer Forderung auch durch eine Umfrage, die kürzlich von Friedensorganisationen vorgestellt wurde und nach der 85 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung sich dafür aussprechen würden, dass die auf deutschem Boden gelagerten Atomwaffen abgezogen werden und 93 Prozent für ein völkerrechtliches Verbot von Atomwaffen seien. Außerdem hätten sich 88 Prozent der Befragten gegen eine Modernisierung der US-amerikanischen Atomwaffen in Deutschland ausgesprochen. „Das sind deutliche Zahlen“, so EAK-Geschäftsführer Burggraf.

AGDF und EAK begrüßten es daher, dass am Osterwochenende wieder viele Menschen bei den Ostermärschen auf die Straße gingen und dabei unter anderem auch die weltweite Ächtung von Atomwaffen forderten. „Viele unserer Mitgliedsorganisationen sind bei den Ostermärschen dabei, rufen mit auf und engagieren sich hier mit großem Einsatz für eine friedlichere Welt“, so AGDF-Geschäftsführer Gildemeister. Er selbst rufe mit zum Ostermarsch Rhein-Ruhr auf.

_____________________________________________________________________________




Michael-Sattler-Friedenspreis 2016 für christlich-muslimische Friedensinitiative in Nigeria

Der Michael-Sattler-Friedenspreis wird seit 2006 von dem in Bammental bei Heidelberg ansässigen Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee (DMFK) verliehen. Damit zeichnet das vor 60 Jahren von der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in der Bundesrepublik gegründete DMFK zum fünften Mal Projekte oder Personen aus, die sich praktisch, theoretisch oder theologisch für Frieden und Versöhnung eingesetzt haben. Der Täufer Michael Sattler wurde 1527 in Rottenburg am Neckar wegen seines gewaltfreien Friedenszeugnisses auf dem Scheiterhaufen hingerichtet.

Trotz jahrelangem Leid Verzicht auf Vergeltung
Die Ekklesiyar Yan’uwa hat ihr Hauptverbreitungsgebiet im Nordosten Nigerias. Als größte christliche Kirche der Region leidet sie seit Jahren unter den Angriffen der islamistischen Terrororganisation „Boko Haram“. Von den im April 2014 entführten 276 Schulmädchen gehörten die meisten (178) zur Ekklesiyar Yan’uwa. Etwa 2.000 ihrer Kirchen wurden zerstört, mehr als 10.000 Mitglieder, darunter sechs Pastoren, getötet. Tausende mussten ihre Heimatorte verlassen. Schulen und theologische Seminare wurden niedergebrannt oder mussten schließen.

Trotz der Aggression halte die EYN an der Friedensbotschaft des Evangeliums fest und verzichte auf den Ruf nach Vergeltung, so Wolfgang Krauß, Mitglied im ökumenisch besetzten Preiskomitee. Sie unterrichte ihre Mitglieder und besonders die junge Generation in der biblischen Lehre von Frieden und Versöhnung, knüpfe Kontakte zu dialogbereiten Muslimen und Moscheen. Mit ihren Programmen für Frieden und Gerechtigkeit arbeite sie gegen die ökonomischen und politischen Ursachen der Gewalt. So verweigere sie sich nicht nur der gewaltsamen Konfrontation – es gebe viele Beispiele persönlicher Feindesliebe – sondern leiste einen aktiven Beitrag zum Aufbau friedlicher Koexistenz von Muslimen und Christen. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit sei Ausbildung und Training in Konflikttransformation.

Ekklesiyar Yan’uwa heißt auf Deutsch „Kirche der Geschwister“ oder wörtlich „Kirche der Kinder einer Mutter“. So umgeht die von Missionaren der amerikanischen Church of the Brethern (CoB) 1923 gegründete Kirche in der Sprache der Haussa das Problem der maskulin geprägten Bezeichnung ihrer Mutterkirche. Seit 1972 ist die EYN unabhängig, wird aber weiter von der CoB unterstützt. Etwa eine Million Mitglieder versammeln sich zurzeit in über 2.000 Kirchengemeinden. Seit 1963 gibt es enge Kontakte zwischen der EYN und der Basler Mission, heute „Mission 21“. Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) ist sie seit 1985. Die EYN versteht sich als Teil der weltweiten historischen Friedenskirchen. Ihre Mutterkirche, die Church of the Brethren, entstand im 18. Jahrhundert im radikalen deutschen Pietismus (Schwarzenauer Täufer), wanderte jedoch vollständig nach Amerika aus.

Laut Wolfgang Krauß sei die EYN angesichts ihrer Feindesliebe und Leidensbereitschaft eine besonders würdige Preisträgerin. Schließlich wäre die Hinrichtung des Täufers Michael Sattler am 21.5.1527 aus demselben Grund geschehen. Auch er habe der damaligen „Türkengefahr“ nicht mit Gewalt, sondern mit Gebet und Liebe begegnen wollen.

Die historischen Friedenskirchen
Zu den „historischen Friedenskirchen“ gehören die Mennoniten, im 16. Jahrhundert in der Täuferbewegung auf dem „linken Flügel“ der Reformation entstanden; die Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker), welche ihren Ursprung im 17. Jahrhundert unter den englischen Dissenters haben; und die Church of the Brethren, hervorgegangen aus dem radikalen deutschen Pietismus des 18. Jahrhunderts. Seit ihrer Entstehung orientieren sich diese Kirchen am Friedenszeugnis des Evangeliums und der frühen Kirche. Sie ermutigen ihre Glieder in der Nachfolge Jesu zu Kriegsdienstverweigerung, Friedensdienst und aktiver Gewaltfreiheit. Die Bezeichnung „historische Friedenskirchen“ entstand anlässlich einer gemeinsamen Konferenz 1935 in Newton/Kansas.

_____________________________________________________________________________




Adventisten in Belgien: Schock, Schmerz und Mitgefühl für Terroropfer

„Wir waren schockiert aufgrund der Anschläge, die heute Morgen Brüssel erschüttert haben“, schrieb die adventistische Kirchenleitung (Vereinigung) für Belgien und Luxemburg (Fédération Belgo-Luxembourgoise) auf ihrer Facebookseite. „Unser Mitgefühl und Bedauern gilt den Opfern. Wir beten für die Angehörigen und die Sicherheit der Einwohner von Brüssel“, heißt es in der Stellungnahme.

Soweit bekannt, seien keine Mitarbeitende oder deren Familienmitglieder betroffen worden. Die Büros der Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, als auch jene des Hilfswerks ADRA und der EU-Vertretung der Kirche, lägen mitten in der City von Brüssel. Die Angestellten benutzten üblicherweise öffentliche Transportmittel.

Adventistischer Weltkirchenleiter äußert sich betroffen
„Mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei den Bewohnern von Brüssel. Sie wurden von furchtbaren Explosionen betroffen, die Tod und Zerstörung gebracht haben“, sagte Pastor Ted C. Wilson, Weltkirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten. „Wir werden heute auf den Sitzungen für Belgien beten, für unsere Kirchenmitglieder sowie die Familien, die von dieser schrecklichen Tragödie betroffen worden sind“, so Wilson.

_____________________________________________________________________________




4. Global Youth Day der Adventjugend ein voller Erfolg

Die weltweite Aktion konnte während 23 Stunden auf Englisch per Livestream auf Hope Channel Fernsehen mitverfolgt werden. Das europäische Medienzentrum der Adventisten in Alsbach-Hähnlein (bei Darmstadt) koordinierte die technische Abwicklung für alle Studios weltweit und die stündlichen live-Moderationen.

Bei den Einschaltungen berichtete Miroslav Milkov aus Bulgarien via Skype, dass die Jugendlichen in der Hauptstadt Sofia in zwei Altersheimen die Bewohner besucht und mit ihnen Lieder gesungen hätten.

In Aalborg/Dänemark hätten die Kirchenmitglieder Waffeln gebacken welche die Jugendlichen in einem Flüchtlingszentrum abgegeben sowie mit den Kindern dort gespielt hätten.

In Estland hätten adventistische Jugendliche den ganzen Tag mit den Kindern in einem Waisenhaus verbracht.

Rund 300 Jugendliche hätten sich in Belgien bei rund 60 Aktionen beteiligt indem sie Blumen an Passanten verteilt oder Früchte im Austausch mit Zigaretten abgeben hätten. Eine belgische Gruppe habe an das Medienzentrum ein Foto mit der Meldung geschickt: „Wir wollen jeden Tag eine Predigt sein!“

Wie Bettler hätten sich in Finnland Jugendliche gekleidet und sich auf die Straße gesetzt. Sie hätten aber nicht gebettelt, sondern all jenen einen Euro abgegeben, der ihnen ein persönliches Erlebnis erzählt habe.

In Montpellier/Frankreich hätten die Jugendlichen Bäume mit Hosen und Schuhen etc. eingekleidet. Wenn sie von Passanten darauf angesprochen worden seien, hätten sie auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Schöpfung Gottes zu bewahren

Der Global Youth Day konnte weltweit über den Livestream, eine Facebookseite sowie Apps verfolgt werden. Über 15.000 Mal sei auch mit den Hashtags #GlobalYouthDay, #GYD16 und #GYD getwittert worden, heißt es im Bericht.

GYD-Facebookseite: https://www.facebook.com/AdventistGlobalYouthDay/?fref=ts

_____________________________________________________________________________




Theologische Hochschule Friedensau befürwortet Ordination von Frauen

Das Neue Testament bezeuge eine vom Geschlecht unabhängige Beauftragung zu leitenden Diensten in der Kirche. Allerdings gelte es auf die jeweilige kulturelle Situation in einem Land Rücksicht zu nehmen, um die Verkündigung des Evangeliums nicht einzuschränken. Da Frauen in der adventistischen Kirche nicht als Pastorinnen ordiniert werden können, werde hierzulande die Ausbreitung des Evangeliums in zweifacher Weise behindert: „Einerseits, weil ihre Geistesgaben und Führungsfähigkeiten zum Teil ungenutzt bleiben, andererseits, weil eine Kirche in der modernen Gesellschaft unglaubwürdig wird, wenn sie Menschenrechte missachtet, die auf der biblisch-christlichen Tradition beruhen“, so die Friedensauer Theologen.

Ordination als Einführung in einen Dienst
Zudem werde in der adventistischen Kirche, abweichend vom urchristlichen Verständnis, Ordination häufig weniger als Einführung in einen Dienst verstanden, sondern mehr als Übergang in einen neuen Status. Das zeige sich unter anderem daran, dass Frauen zwar praktisch alle Tätigkeiten eines Pastors ausüben dürften, aber für ihre Aufgaben nicht ordiniert würden, und dass nur ordinierte Amtsträger andere ordinierten. In neutestamentlicher Zeit sei die Ordination eine öffentliche Übertragung eines Dienstes gewesen, um durch Handauflegung auf die gewählte Person um den Segen Gottes für die Amtsführung zu bitten. Diese Handlung sei von jenen vorgenommen worden, welche über die Berufung entschieden hätten. Dabei wäre es nicht entscheidend gewesen, ob jene selbst ordiniert waren oder nicht. Das Geschlecht habe dabei keine Rolle gespielt, außer die Ordination hätte die Verkündigung des Evangeliums behindert.

Da die Ordination an einen Dienstauftrag gebunden sei, hinter dem beauftragte Gremien stünden, gelte sie nur für den von diesen Gremien verantworteten Bereich. Eine Ordination als Pastor oder Pastorin in einem Gebiet schließe nicht automatisch das Recht auf eine über dieses Gebiet hinausreichende Tätigkeit ein. Werde jemand zum Dienst in einem ausgedehnteren Verantwortungsbereich gerufen, etwa vom Pastor zum Vorsteher, müsse eine erneute Wahl und Ordination durchgeführt werden.

Ordination von Frauen fördert Mission und Dienst der Freikirche
Der Fachbereich Theologie der Friedensauer Hochschule äußerte die Überzeugung, dass die Mission und der Dienst der Freikirche durch die Ordination von Pastorinnen gefördert würden. Er appellierte an den Nord- und Süddeutschen Verband sowie an die Intereuropäische Division als teilkontinentale Kirchenleitung, dafür Sorge zu tragen, dass die Ordination nach biblischen Prinzipien gehandhabt werde. Die Theologen seien bereit, sich aktiv in „die Suche nach Lösungsmöglichkeiten weiter einzubringen und dazu beizutragen, dass unsere Freikirche ein glaubwürdiges Zeugnis in der Gesellschaft ablegen kann“.

Adventistische Weltsynode lehnt Ordination von Pastorinnen ab
Am 8.7.2015 hatten es die rund 2.300 Delegierten der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio, Texas/USA, als oberstes Gremium der Freikirche mit rund 40 zu 60 Prozent abgelehnt, den weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) die Kompetenz zu erteilen, adventistische Pastorinnen in ihrem Verwaltungsgebiet zum Pastorendienst zu ordinieren.

Adventistische Frauen können nach dieser Entscheidung der Weltsynode zwar weiterhin nach ihrem mehrjährigen Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten als Pastorinnen „gesegnet“ und damit beauftragt werden, Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vorzunehmen; doch ist diese Vollmacht örtlich begrenzt. Während die Ordination von Pastoren innerhalb der Freikirche weltweit Gültigkeit hat, dürfen gesegnete Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehören, welche die Segnung auch praktiziert. Ordiniert zum weltweiten Dienst werden lediglich männliche Geistliche. Nur sie dürfen in kirchenleitende Ämter, etwa als Präsident einer „Vereinigung“ oder eines „Verbandes“ beziehungsweise einer „Union“ (regionale beziehungsweise überregionale Kirchenleitung), berufen werden, da hierfür die Ordination notwendig ist.

Diskussion über Frauenordination seit über 130 Jahren
Die Diskussion über die Frauenordination begann in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten vor mehr als 130 Jahren und hat sich seit den 1970er Jahren intensiviert. Das besonders in jenen Ländern, in denen sich Kirchenmitglieder für Veränderungen einsetzten, so in den USA, Europa, Neuseeland und Australien. So beschloss 1974 der Exekutivausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung), dass Frauen als örtliche, ehrenamtliche Gemeindeälteste ordiniert werden dürfen. 1977 beschloss der Exekutivausschuss, dass „beauftragte“, aber noch nicht ordinierte hauptamtliche Pastoren auch Funktionen eines ordinierten Pastors, wie Taufe und Abendmahl, in einer Ortsgemeinde ausüben können, wenn sie als Gemeindeälteste ordiniert wurden. Dadurch erhielten auch als Gemeindeälteste ordinierte Frauen die Möglichkeit, als hauptamtliche Pastorinnen „beauftragt“ zu werden und bestimmte Funktionen in einer Ortsgemeinde auszuüben. Voraussetzung war, dass sie wie ihre männlichen Kollegen ein Theologiestudium absolviert hatten.

Die Weltsynoden 1985 in New Orleans, Louisiana/USA, und 1995 in Utrecht/Niederlande bestätigten diese Praxis. Die Weltsynode 2010 in Atlanta, Georgia/USA, beschloss zudem die Ordination von Frauen als Diakoninnen. Männliche und weibliche Diakone sind in den Ortsgemeinden ehrenamtlich tätig. Die Zulassung von Frauen als ordinierte Pastorinnen blieb weiterhin umstritten.

Dennoch gab es bereits vor der Entscheidung vom 8.7.2015 in San Antonio in folgenden Ländern Beschlüsse zur Ordinationen adventistischer Pastorinnen auf regionaler Ebene: Dänemark, Deutschland (Norddeutscher Verband), Niederlande, Norwegen und USA (Pacific Union Conference und Columbia Union Conference). Auch der Exekutivausschuss der Intereuropäischen Division, die adventistische Kirchenleitung in West- und Südeuropa, sprach sich in seiner Herbstsitzung im November 2013 in Madrid einstimmig dafür aus, Frauen zum Pastorenamt „unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der unterschiedlichen Länder/Verbände“ zu ordinieren.

Deutsche Freikirchenleitung für Frauen als vollbeauftragte Pastorinnen
Die Vorstände des Nord- und Süddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten bedauerten die Entscheidung der adventistischen Delegierten der 60. Generalkonferenz-Vollversammlung in San Antonio zur Frauenordination. In ihrer Stellungnahme vom 14. Juli 2015 heißt es: „Eine positive Antwort wäre aus unserer Sicht angemessen und überfällig gewesen und hätte dem mutigen (Pionier-)Geist der Adventbewegung besser entsprochen.“ Während die Vorstände den Willen der Mehrheit der Vollversammlung respektierten, würden sie jedoch entschieden jeder Form der Diskriminierung von Frauen entgegentreten. „Wir glauben, dass Männer wie Frauen mit denselben Gaben ausgestattet werden, die für den Dienst als Pastor/Pastorin erforderlich sind. Deshalb werden wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Frauen als vollbeauftragte Pastorinnen in unseren Gemeinden einzusetzen“, so die Vorstände. Die deutschen Freikirchenleiter ermutigten junge Frauen, sich an der adventistischen Theologischen Hochschule in Friedensau bei Magdeburg zum Dienst als Pastorin ausbilden zu lassen.

Unterschiedliche Reaktionen
Nach der Entscheidung der adventistischen Weltsynode 2015 zur Kompetenzregelung bezüglich der Frauenordination reagierten die überregionalen adventistischen Kirchenleitungen (Unionen) in Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, der Slowakei, Tschechien und in den USA auf unterschiedliche Weise.

Norwegen
Am 20. September 2015 beschloss der Exekutivausschuss der nationalen, adventistischen Kirchenleitung in Norwegen (NORUC), künftig keine Pastoren mehr zu ordinieren. Sowohl Pastoren als auch Pastorinnen sollen mit einem Fürbittgebet in den vollen Pastorendienst eingeführt werden.

Dänemark
Der Exekutivausschuss der Adventisten in Dänemark (DUChC) beschloss am gleichen Tag, nach Abschluss der Pastoralassistenzzeit, ausschließlich den Begriff „Pastor/Pastorin“, ohne die Bezeichnung „ordiniert“ oder „gesegnet“, gleichermaßen für Männer und Frauen zu verwenden.

Niederlande
Adventisten in den Niederlanden wollen Frauen auch in Zukunft ordinieren. In einer Erklärung nach dem Beschluss der Weltsynode hält die niederländische Kirchenleitung fest: „Die Delegierten der adventistischen Kirchgemeinden in den Niederlanden haben im Herbst 2012 beschlossen, Frauen in gleicher Weise wie ihre männlichen Kollegen zum Pastorendienst zu ordinieren. Dieser Beschluss trat im Juni 2013 in Kraft und bleibt es weiterhin. Die Entscheidung der Generalkonferenz-Vollversammlung von San Antonio ändert daran nichts.“

Italien
Die Kirchenleitung der Adventisten in Italien (UICCA) hat am 16. September 2015 „ein respektvolles, aber starkes Zeichen des Dissenses und des Protests“ gegenüber der Entscheidung der adventistischen Weltsynode 2015 (Generalkonferenz-Vollversammlung) zur Frauenordination veröffentlich und geeignete administrative Maßnahmen angekündigt.

Frankreich und Belgien
Der Exekutivausschuss der Siebenten-Tags-Adventisten in Frankreich und Belgien (Union Franco-Belge, UFB) stimmte am 11. November 2015 in Paris einer Erklärung zu, die einen allmählichen Gesinnungswandel anstoßen will, um künftig die geschlechtsunabhängige Ordination zum Pastorendienst zu ermöglichen. Die Kirchenleitung will auch die notwendigen Voraussetzungen schaffen, damit adventistische Pastorinnen dasselbe Gehalt wie ihre männlichen, ordinierten Kollegen beziehen.

Slowakei und Tschechien
Der Exekutivausschuss der adventistischen Kirchenleitung für Tschechien und die Slowakei verabschiedete am 11. November 2015 eine Erklärung welche den Beschluss der adventistischen Weltsynode vom Juli 2015 zur Frauenordination bedauert. Der Beschluss der Generalkonferenz-Vollversammlung basiere auf kirchlicher Autorität, stehe aber nicht in Übereinstimmung mit dem biblischen Befund sowie im Widerspruch zu Artikel 14 der adventistischen Glaubensüberzeugungen, der betont, dass „Unterschiede zwischen Mann und Frau … unter uns nicht trennend wirken“ dürften. Deshalb würden Frauen ermutigt, sich auch im Pastorendienst zu engagieren.

Schweden
Am 13. März 2016 hat der Exekutivausschuss der adventistischen Kirchenleitung (Sjundedags Adventistsamfundet) in Schweden beschlossen, keine Ordinationen zum Pastorendienst mehr durchzuführen. Damit sollen Männer und Frauen im Pastorendienst gleich behandelt werden.

USA
In den USA haben im Oktober 2015 neun Theologieprofessoren der renommierten adventistischen Andrews-Universität in Berrien Springs, Michigan, die gleichzeitig ordinierte Pastoren waren, als Reaktion auf den ablehnenden Beschluss der Weltsynode ihre Ordinationsurkunden zurückgegeben. Sie baten, für sie Legitimationen als „gesegnete/beauftragte“ Pastoren, wie für adventistische Pastorinnen, auszustellen.

In den USA wurden im Gebiet der überregionalen Kirchenleitungen der Columbia Union Conference im Osten und der Pacific Union Conference im Westen der USA bereits vor der Generalkonferenz-Vollversammlung von 2015 Frauen als Pastorinnen ordiniert. Diese Ordinationen wurden bisher nicht zurückgenommen.

_____________________________________________________________________________




ADRA verstärkt professionelle Hilfe in Idomenie

„Unter Planen leben Großfamilien, der Boden ist ein einziger Schlammacker, immer wieder regnet es und das bei niedrigen Temperaturen. In Decken eingehüllte Paare, die zusammenstehen und sich wärmen, täuschen fast eine Festivalstimmung vor, wäre da nicht der Kampf ums nackte Überleben“, so die Eindrücke von ADRA-Pressesprecher Martin Haase, der sich selbst ein Bild vor Ort gemacht hat.

Neben der Lebensmittel- und Wasserversorgung, warmen und regensicheren Unterkünften sowie medizinischer Betreuung müssten Maßnahmen gegen aufkommende Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit vorbereitet werden. ADRA Mitarbeiter würden das Camp durchkämmen und die dringlichsten Herausforderungen notieren. Täglich werde ihr Konzept in gemeinsamen Besprechungen verfeinert.

_____________________________________________________________________________




Christinnen doppelt verfolgt: Wegen Glaube und Geschlecht

Die wachsende islamische Radikalisierung fördere Gewaltverbrechen gegen christliche Frauen als gezielt eingesetzte Kriegswaffe und Jihad-Taktik, um sie ihres Glaubens und ihrer Identität zu berauben. Christinnen sähen sich vielfältiger Formen von Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Dazu gehörten Vergewaltigung, Entführung, Zwangsverheiratung, Diskriminierung durch Gesetze, Vergeltung für Religionswechsel, sexuelle Belästigung, Kleidungsvorschriften und Einschränkung der Bewegungsfreiheit, falsche Anklage, Menschenhandel und berufliche Diskriminierung.

Laut Bonner Querschnitte griffen Radikale die Ehefrauen und Töchter christlicher Pastoren an, um diese einzuschüchtern und zu demoralisieren. „Das größte Verbrechen und die größte Gewalt, die man einer Gemeinschaft antun kann, ist Gewalt gegen Frauen und Kinder“, sagte Kate Ward [Name zum Schutz geändert], Organisatorin der Konferenz. „Einige dieser missbrauchten Frauen werden geliebt und akzeptiert, aber leider nicht alle. Andere werden, weil sie vergewaltigt worden sind, durch ihre eigenen Familien nochmals zu Opfern.“ Dies sei speziell in der Zentralafrikanischen Republik, in Nigeria und im Irak der Fall. Der Konflikt in Syrien habe die Realität von organisiertem Menschenhandel und der Versklavung von Flüchtlingen aufgedeckt.

Gewalt gegen Frauen auch innerhalb christlicher Kirchen
Das Problem von Gewalt gegen Frauen existiere auch innerhalb der Kirche. Es gebe Gegenden in der Welt, wo die vorherrschende Kultur zuerst durch eine biblische Weltsicht ersetzt werden muss, die Frauen achte, heißt es im BQ-Bericht.

Aufruf zum Handeln
Die Marcham-Konferenz bereitet laut BQ einen Aufruf zum Handeln für die weltweite Kirche vor. Dazu gehöre die Forderung, dass die Kirche „das Ausmaß und die Schwere der Gewalt gegen christliche Frauen“ öffentlich anerkenne. Es sollen Strategien zur Veränderung gefunden werden, die in den unterschiedlichen Situationen rund um die Welt angewandt werden können.

Die Marcham-Konferenz wurde vom Internationalen Institut für Religionsfreiheit, der Religious Liberty Partnership und Release International, unter Mitarbeit von zahlreichen christlichen Organisationen und Netzwerken organisiert, darunter Open Doors, Restored, Interserve, World Vision, Turkic Belt Ministries, ADF International, Voice of the Martyrs Kanada, Voice of the Martyrs USA, All Nations Christian College, World Watch Monitor.




Adventistische Jugendliche weltweit am Global Youth Day aktiv

Der Start der Aktion erfolge auf den Fidschi-Inseln, im Südpazifik, und der Abschluss finde in Maryland/USA statt. Von 16:00 bis 18:00 Uhr könnten auf Englisch die GYD-Aktionen in Teilen Mittel- und Südeuropas auf Hope Channel Fernsehen mitverfolgt werden. Das europäische Medienzentrum koordiniere die technische Abwicklung für alle Studios weltweit und die stündlichen live-Moderationen.

Idee des Global Youth Day: „Sei du selbst die Predigt“
Das Gleichnis Jesu vom Barmherzigen Samariter sei ausschlaggebend für die Idee des Global Youth Days gewesen. Die zwei im Gleichnis geschilderten frommen Führungskräfte seien auf dem Weg zu einer religiösen Veranstaltung gewesen und seien gleichgültig an dem überfallenen und verletzten Mann am Straßenrand vorbeigegangen. Sie seien so sehr damit beschäftigt gewesen „in die Kirche zu gehen“, dass sie keine Zeit für Bedürftige gehabt hätten. Geholfen habe dem Verletzen ein aus ihrer Sicht „Ungläubiger“, der Samariter. Aus der Handlungsweise des Samariters habe Jesus am Schluss des Gleichnisses die Aufforderung abgeleitet: „Nun geh und mach es genauso.“ Dem wolle die Adventjugend weltweit am Global Youth Day nachkommen, so die Initianten, und selbst die Predigt sein.

Adventjugendgruppen in Deutschland am Global Youth Day
„Wir träumen davon, dass dies nicht nur ein Sabbat [Samstag, adventistischer Ruhetag] ist, der dem Dienst an anderen geweiht ist, sondern ein Sprungbrett für einen dienstbereiten Lebensstil wird. Die Leiter sind aufgerufen, für den GYD Projekte auszuwählen, die das Potenzial der Nachhaltigkeit in sich tragen“, heißt es auf der GYD-Website der Adventjugend Deutschlands, auf der auch diverse Hinweise zur Gestaltung des Aktionstages enthalten sind:
http://www.adventjugend.de/unsere-arbeit/jugend/global-youth-day/

Adventistische Jugendgruppen in Deutschland beteiligen sich am GYD mehrheitlich mit Aktionen mit und für Flüchtlinge. Im Weiteren sind auch Besuche in Altersheimen und Krankenhäusern geplant, gemeinsames Essen und Spielen sowie Straßen-Aktionen in der Innenstadt. In Südamerika haben sich in den vergangenen Jahren Jugendliche am Global Youth Day auch an Blutspendenaktionen beteiligt.

Möglichkeiten über Medien am Global Youth Day teilzunehmen:
Livestream:
https://www.globalyouthday.org/?lat=25.053728&long=-78.043383&zoom=3
Facebook:
https://www.facebook.com/AdventistGlobalYouthDay
Apps:
Android:
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.k3integrations.GlobalYouthDay
iOS:
https://itunes.apple.com/gb/app/global-youth-day/id819848768?mt=8

_____________________________________________________________________________




Bundestag verurteilt Verbrechen der nordkoreanischen Regierung

Der Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages verweist in der Erklärung auf Berichte der Vereinten Nationen. Eine UN-Untersuchungskommission zur Menschenrechtssituation in Nordkorea dokumentierte bereits im Jahr 2014 auf rund 400 Seiten „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ in einem Staat „ohne Vergleich in der Gegenwart“ mit einem riesigen Lagersystem. Versklavung, Folter, Mord, systematische Vergewaltigung, Zwangsabtreibungen, der planmäßige Einsatz von Mangelernährung und „Verschwinden lassen“ sind an der Tagesordnung.

Groteske Schauprozesse
Auch ausländische Besucher wurden nach Angaben der IGFM bereits wiederholt willkürlich verhaftet, in grotesken Schauprozessen verurteilt und vom Regime als politische Geiseln im Verhandlungspoker mit seinen Nachbarn und den USA missbraucht. Zuletzt ereilte dieses Schicksal den kanadischen Pastor Hyeon Soo Lim und den 21-jährigen US-Studenten Otto Warmbier. Letzterer „bekannte“ sich laut nordkoreanischen Staatsmedien zur Entwendung eines politischen Plakates und wurde unter dem Vorwurf „feindlicher Aktivitäten“ am 16.3.2016 zu 15 Jahren Zwangsarbeit in einem Arbeitslager verurteilt.

Nutznießer sind Komplizen Nordkoreas
Die Menschenrechtsorganisation kritisiert auf das Schärfste, dass sich verschiedene Staaten und Firmen an der Ausbeutung von nordkoreanischen Sklavenarbeitern beteiligen. „Nordkorea entzieht seiner eigenen Bevölkerung jegliche Persönlichkeitsrechte und ermutigt sogar im Ausland zu einer unmenschlichen Behandlung.“ Die Nutznießer des Menschenhandels müssten ebenso zu Rechenschaft gezogen werden, wie die nordkoreanische Regierung selbst, so die IGFM.

Sklavenarbeit für Devisen
Um an dringend benötigte Devisen zu gelangen, schickt Nordkorea nach Angaben südkoreanischer Menschenrechtsorganisationen zwischen 50.000 und 60.000 Männer in verschiedene Länder, darunter Russland, Kuwait, die Vereinten Arabischen Emirate, Katar und China. Die Situation der Arbeiter ist katastrophal. 90 Prozent ihres Gehalts wird sofort nach Nordkorea geschickt, nur 10 Prozent des Lohns wird ihnen ausbezahlt – wenn überhaupt. Die verliehenen Arbeitssklaven besitzen keinen Arbeitsvertrag. Sie haben oftmals keinen einzigen freien Tag.

_____________________________________________________________________________




Freikirchen unterstützen „Allianz für Weltoffenheit“

Die ganz praktische Bedeutung dieses Themas für die Freikirchen sei gerade in der aktuellen Flüchtlingskrise deutlich geworden, so Hörsting: „Viele Ortsgemeinden setzen sich mit großem Engagement für Flüchtlinge ein und leisten damit einen Beitrag in dieser durchaus herausfordernden gesellschaftlichen Situation.“ Damit, so Hörsting weiter, setzten die Gemeinden das in die Tat um, was in der Erklärung der „Allianz für Weltoffenheit“ als Fazit am Ende steht. Dort ist formuliert: „Gerade in Krisenzeiten dürfen wir die rechtsstaatlichen, sozialen und humanitären Errungenschaften unserer Gesellschaft nicht aufgeben. Die Würde des Menschen zu schützen, ist unser Ziel. Deshalb engagieren wir uns mit vereinten Kräften für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Deutschland und Europa.“

Die VEF stellte sich damit nach Angaben von Hörsting auch explizit hinter den Passus aus der Erklärung, der das Engagement aller gesellschaftlichen Gruppen fordert: „Die menschen-würdige Aufnahme von Flüchtlingen, ihre Integration und die Verhinderung von sozialer, kultureller und gesellschaftlicher Spaltung sind eine Gemeinschaftsaufgabe. Bund, Länder und Kommunen, Wirtschaft und Gewerkschaften, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Organisationen der Wohlfahrtspflege sowie die gesamte Zivilgesellschaft müssen auch weiterhin Verantwortung tragen.“ Für die Kirchen ergebe sich diese Forderung aus dem Auftrag der Bibel, so Hörsting: „In unseren Ortsgemeinden reden wir nicht nur über die Liebe Gottes zu den Menschen, sondern wir geben sie durch Taten weiter.“

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und zwei Gastkirchen (darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten) an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischer Gemeindeaufbau, gesellschaftliche Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angebote für Kinder und Jugendliche oder theologische Aus- und Weiterbildung. Weitere Informationen: www.vef.de.

_____________________________________________________________________________




Freikirchen und reformatorische Identität

Der Vorsitzende des VFF, Dr. Christoph Raedel, ein evangelisch-methodistischer Theologe, der an der Freien Theologischen Hochschule Gießen (FTH) als Professor für Systematische Theologie lehrt, betonte in der Einführung zur Tagung, dass die Freikirchen in Deutschland sich im Namen oder im Selbstverständnis nahezu ausnahmslos als „evangelisch“ bezeichneten. Geschichtlich gesehen habe diese Identität vor allem im Gegenüber zu den Landeskirchen gestanden. Es sollte ausgedrückt werden: „Wir sind zwar keine evangelischen Landeskirchen, aber wir sind auch gut evangelisch.“ Dennoch stellten sich zum Attribut „evangelisch“ im Blick auf die Freikirchen einige Fragen: Wie verhalten sich reformatorisches Erbe und erweckliche Prägung zueinander? Wie greifen Theologie, Frömmigkeit und Kultur in der Ausbildung freikirchlicher Identität ineinander? Und welchen Beitrag können Freikirchen mit ihrem Verständnis von „evangelisch“ leisten? Mit diesen Fragen befassten sich auch die Referenten.

Den Dissentern in Großbritannien war die Reformation nicht radikal genug
Dr. David Bebbington, ein Baptist, Professor für Geschichte an der schottischen Universität Stirling nordwestlich von Edinburgh, sprach über „Reformation und rivalisierende Identitäten im britischen Dissent“. Die Dissenter („Widersprechenden“ oder „Abweichler“) waren in Großbritannien Protestanten, die außerhalb der Church of England und der Church of Scotland ihre Gottesdienste feierten. Während die etablierten Kirchen vom Königshaus und vom Parlament unterstützt wurden, lehnten die Dissenter eine staatlich begünstigte Religion ab.

Im 17. Jahrhundert gab es von ihnen drei Gruppen. Die Presbyterianer lehnten eine bischöfliche Verfassung ab, hielten jedoch an einer gegenüber den örtlichen Gemeinden höhergestellte Führung durch Kirchengremien fest. Die Independents („Unabhängigen“) oder auch Kongregationalisten genannt, kämpften für die Unabhängigkeit zwischen allen örtlichen Kirchengemeinden, damit sie die Vollmacht besaßen, ihre eigenen Angelegenheiten selbst regeln zu können. Die letzte dieser drei Gruppen waren die Baptisten, die in ihrer Organisationsform mit den Independents fast identisch waren, jedoch nur die Taufe von Gläubigen praktizierten. Eine vierte Gruppe, die Society of Friends („Religiöse Gesellschaft der Freunde“), existierte zwar auch außerhalb der Church of England, wurde jedoch von den anderen drei Gruppen für gewöhnlich als häretisch verworfen. Im 18. Jahrhundert entstand innerhalb der Church of England mit dem Methodismus eine weitere Bewegung, die sich jedoch gegen Ende des Jahrhunderts größtenteils aus der nationalen Kirche hinausbewegte.

Laut David Bebbington stand bei den Dissentern in Großbritannien die Reformation in wechselndem Ansehen. Sie verdankten ihre Existenz zwar der Reformation, blickten jedoch nur mit großer Reserviertheit auf sie die zurück. Die kontinentale Reformation war für die meisten von ihnen nicht radikal genug, und die englische Reformation war von Staatswegen her durchgesetzt worden. Vom 18. Jahrhundert an war es vor allem die Erweckung, die ihr Gemeinschaftsleben prägte, sodass die Reformation nur gelegentlich und in begrenzter Weise ihre Identität prägte.

Auch die Freikirchen berufen sich auf die Reformation
Rainer W. Burkart, Pastor der Mennonitengemeinde in Enkenbach östlich von Kaiserslautern, hatte das Thema „Den Weg der Versöhnung gehen. Die Überwindung früherer Konflikte in den Dokumenten der bilateralen Konsensökumene“. Er wies darauf hin, dass es durchaus Dialoge zwischen den evangelischen Kirchen und den Freikirchen, wie Baptisten, Methodisten, Mennoniten, Adventisten und Pfingstlern, gebe. Auch untereinander führten die Freikirchen bilaterale Gespräche, etwa Mennoniten und Baptisten oder Adventisten und Mennoniten.

Burkart stellte fest, dass besonders die Mennoniten auf der südlichen Halbkugel der Erde immer mehr Interesse an ihren täuferischen Wurzeln hätten, die bis in die Reformationszeit reichten. Der Pastor befasste sich in seinem Referat mit den Dialogen, welche die Mennoniten mit Vertretern reformierter und lutherischer Kirchen führten. Er erinnerte an die massenhafte Vertreibung, Verfolgung und Inhaftierung von Täufern und Täuferinnen in der Kirchengeschichte. Schätzungsweise 2.000 bis 3.000 Exekutionen von Taufgesinnten ließen sich in Europa anhand der Quellen nachweisen.

Am 26.6.2004 verlasen Vertreter der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich anlässlich des 500. Geburtstages des Schweizer Reformators Heinrich Bullinger ein Schuldbekenntnis zum Verhältnis der reformierten Kirchen zu den Kirchen der täuferischen Tradition in einem Gottesdienst im Großmünster in Zürich. Damit wurde ein seit den 1980er Jahren geführter Dialogprozess feierlich abgeschlossen. Interessant sei, so Burkart, dass gerade Jubiläen den Auftakt zu derartigen intensiv geführten Dialogen über die konfliktreiche Geschichte der beteiligten Kirchen bildeten.

Eine peinliche Einladung
Als 1980 die deutschen Lutheraner den 450. Jahrestag der Confessio Augustana (Augsburger Bekenntnis) feierten, seien dazu auch die Mennoniten aufgrund ihrer festen Verankerung in der Ökumene eingeladen worden. Doch die Mennoniten hätten das „Hauptbekenntnis“ der lutherischen Konfessionsfamilie nur unter Vorbehalt mitfeiern können, da in dieser Urkunde die Verwerfung der Täufer einschließlich ihrer ewigen Verdammnis festgeschrieben sei. Burkart: „Wir hätten unsere eigene Verdammung feiern sollen.“

Aufgrund der „peinlichen“ Situation des Jubiläums von 1980 entstanden in Deutschland, aber auch in Frankreich, Dialoginitiativen, die immer weitere Kreise zogen. Während der 11. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) am 22. Juli 2010 in Stuttgart baten die Lutheraner die Mennoniten um Vergebung für das den Täufern zugefügte Unrecht. Die Vertreter der Mennonitischen Weltkonferenz (MWK) nahmen die Versöhnungsbitte an. Eine internationale Studienkommission arbeite angesichts des bevorstehenden Reformationsjubiläums von 2017 weiter an der Konfliktgeschichte des 16. Jahrhunderts, um die „Heilung der Vergangenheit“ zu ermöglichen, so Burkart.

Ein Platz im Schatten
Er merkte jedoch kritisch an, dass das Täufertum trotz aller Beteuerungen des lutherisch-mennonitischen Versöhnungsprozesses auf Weltebene in den bisherigen Veröffentlichungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Reformationsjubiläum weitgehend unberücksichtigt geblieben sei. Sofern die Täufer erwähnt würden, werde ihnen eine Sonderstellung eingeräumt, so dass sie nicht wirklich zur Reformation dazu gehörten. Sie fänden daher keinen angemessenen Platz in den Jubiläumsfeierlichkeiten. Es stelle sich deshalb laut Burkart die Frage der Deutungshoheit: Wer definiert die Begriffe Reformation und evangelisch? Für den „linken“ Flügel der Reformation, nämlich die Täufer, bleibe wohl auch zum 500. Geburtstag wieder nur ein Platz im Schatten.

Begegnung auf Augenhöhe
Dr. Heike Miller, Pastorin der ghanaischen Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Frankfurt am Main, befasste sich mit der „Reformatorischen Identität in methodistischen Migrantengemeinden“. Sie geht davon aus, dass die Grundlagen der Reformation „solus Christus“ (allein Christus), „sola gratia“ (allein aus Gnade), „sola fide“ (allein aus Glauben) und „sola scriptura“ (allein die Heilige Schrift) auch heute besonders in Migrantengemeinden gelebt werden könnten. Migranten bräuchten sich daher nicht ständig für das entschuldigen, was sie aufgrund ihrer Kultur anders machten. Da sie von der Gnade lebten, könnten sie selbstbewusst Verantwortung übernehmen. Dazu gehöre auch, das Evangelium in der eigenen Sprache zu studieren und weiterzugeben. Wer nicht lesen könne, dem müsse entsprechend geholfen werden. Den Glauben gelte es nicht nur allgemeinverständlich zu verkündigen, sondern auch durch die eigene Lebensweise zu bezeugen.

Auch Migranten stünden in der Gefahr, „sich selbst zu genügen“, so Pastorin Miller. Sie müssten sich daher immer wieder die Frage stellen, ob sie eine Kirche oder lediglich einen kulturellen Club bildeten. Reformation bedeute zudem die ständige Erneuerung der Kirche. Dazu gehöre die „Begegnung auf Augenhöhe“, sowohl mit einheimischen Christen, wie auch mit Migranten aus anderen Kulturen. Es bestehe die Tendenz, dass die neu nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge von denen, die schon länger in der Bundesrepublik leben, abgelehnt würden: „Die nehmen uns nur die Aufmerksamkeit und die Arbeitsplätze weg“, hieße es. Auch hier sei eine Begegnung auf Augenhöhe notwendig, denn gerade christliche Migranten hätten hierzulande eine spezielle Aufgabe.

Ein erweckliches Evangelium für den europäischen Kontinent
Dr. Manfred Henke aus Groß Grönau bei Lübeck, Mitglied der Neuapostolischen Kirche, stellte seinen Forschungsbericht zu „Internationale Verbindungen in der Entstehung deutscher Freikirchen“ bezüglich der Continental Society vor. 1819 gründeten Henry Drummond und Robert Haldane in London die evangelikale „Continental Society for the Diffusion of Religious Knowlegde over the Continent of Europe“, um auf dem europäischen Festland ein „erweckliches“ Evangelium zu verkündigen. Die Gesellschaft verstand sich als „überkonfessionell“ und finanzierte in verschiedenen europäischen Ländern „Agenten“, die selbständig arbeiten konnten und lediglich tagebuchartige Arbeitsberichte nach London senden mussten. 1823 wurde der deutsche Christ Johann Gerhard Oncken nach Hamburg gesandt. Er war in Nordwestdeutschland missionarisch aktiv und knüpfte viele Kontakte. Oncken wurde 1834 Baptist und in der Folgezeit zu einem der bedeutenden Kirchengründer im Europa des 19. Jahrhunderts. Auch die 1831 in England entstandene Katholisch-apostolische Kirche konnte durch die Kontakte der „Agenten“ ebenfalls auf dem europäischen Kontinent Fuß fassen, so Henke.

Zum Abschluss der Tagung informierte Edgar Lüllau, Leverkusen, Pastor im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, über die „Anfänge baptistischer Mission in Kamerun: Zwischen reformatorischer Identität und kultureller Prägung“. Die in Wittenberg gehaltenen Referate werden im Jahrbuch des Vereins für Freikirchenforschung dokumentiert, der 2017 erscheinen soll. Die VFF-Herbsttagung 2016 findet am 10. und 11. September auf dem Thomashof bei Karlsruhe zum Thema „Reformatio und Restitutio? Vorstellungen von Erneuerung der Kirche in der Geschichte der Freikirchen“ statt.

_____________________________________________________________________________




„Gewalt verurteilen, Religionsfreiheit achten, Dialog stärken“

An der Begegnung nahmen auch der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterovic, der Botschafter der Republik Ägypten, Badr Ahmed Mohamed Abdelatty, der Münsteraner Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide sowie die Vertreter der Bevollmächtigten der katholischen und der evangelischen Kirche bei der Bundesregierung und weitere Experten der evangelischen und orthodoxen Kirchen teil.

Verhältnis von Kirche und Staat – Bekenntnis zur Religionsfreiheit
Weihbischof Jaschke erinnerte nach Angaben der DBK an Lernerfahrungen der Christen in ihrer Geschichte: Kirche und Staat stellten zwei Ordnungen dar, die sich gegenseitig begrenzen. Besondere Aufmerksamkeit lenkte er auf die vor 50 Jahren verabschiedete Konzilserklärung „Nostra aetate“, in der die römisch-katholische Kirche ihr Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen dargelegt hat. Dem Zweiten Vatikanischen Konzil zufolge sind Christen den Muslimen in Hochachtung verbunden, in der Anerkennung ihrer Frömmigkeit und ihres Gottesglaubens. Auch habe die römisch-katholische Kirche auf dem Konzil ein eindeutiges Bekenntnis zur Religionsfreiheit abgelegt: „Jeder Mensch muss das Recht haben, sich frei zum Glauben zu bekennen.“

Heilige Pflicht zum Dialog
Weihbischof Jaschke unterstrich die bleibende Notwendigkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen: „Dialog auf allen Ebenen schafft die Voraussetzung für gegenseitiges Verständnis und die Überwindung von Vorurteilen.“ Christen und Muslime seien verpflichtet, sich öffentlich und entschieden gegen jede Form von Gewalt auszusprechen. „Wir sind gemeinsam in der Pflicht, eine Friedensmacht zu sein, die die Herzen der Menschen erreicht und Versöhnung stiftet. Die heilige Pflicht zum Dialog muss über allem stehen“, so Weihbischof Jaschke.

Religionen als Friedensstifter
Auch Groß-Imam at-Tayyib bekannte sich zur Friedensaufgabe von Islam und Christentum: „Unsere beiden Religionen müssen gemeinsam als Friedensstifter wirken. Erst wenn die Religionen untereinander in Frieden leben, können auch die Völker in Frieden leben.“

In der Begegnung wurde auch die Rolle der Muslime in Deutschland erörtert. Die christlichen Teilnehmer nannten es ein „Herzensanliegen, dass die Muslime in gleicher Weise an der deutschen Gesellschaft teilhaben können wie die Christen“. Ein wichtiger Baustein dafür sei die Einrichtung islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen.

Hintergrund
Der oberste ägyptische Imam ist traditionell der Leiter der Moschee der al-Azhar und gemäß einem Gesetz aus dem Jahr 1961 zugleich – mit dem Titel Scheich al-Azhar – geistliches Oberhaupt der Gesamtkörperschaft der al-Azhar, zu der der Oberste Rat der al-Azhar, die Akademie für islamische Untersuchungen, das Amt für Kultur und Islamische Studienmissionen und die al-Azhar-Universität gehören. Die Universität verfügt in Ägypten über zahlreiche Einrichtungen mit 43 theologischen und weltlichen Fakultäten für männliche Studenten und 26 Fakultäten für weibliche Studenten mit insgesamt rund 375.000 Studierenden. Hinzu kommt ein landesweites Netz von rund 7.000 Grund- und Oberschulen mit über einer Million Schülern.

_____________________________________________________________________________




Friedensauer Adventisten wählen in Sachsen-Anhalt gegen den Trend

Während in Sachsen-Anhalt 24,2 Prozent der Wahlberechtigten ihre Zweitstimme für die AfD abgaben, waren es in Friedensau lediglich 1,1 Prozent, sodass die Partei dort deutlich unter der Fünf-Prozent-Marke blieb. Wahlsieger wurde in dem hauptsächlich von Adventisten bewohnten Ort die CDU mit 41,6 Prozent, die auf Landesebene aber nur 29,8 Prozent erreichte. Auch die SPD lag in Friedensau mit 29,8 Prozent eindeutig über dem Landesdurchschnitt (10,6 Prozent). Anders dagegen Die Linke. Mit 3,9 Prozent wäre sie in Friedensau nicht in den Landtag gekommen. Die Wähler in Sachsen-Anhalt gaben ihr stattdessen 16,3 Prozent. Besser als im Land (5,2 Prozent) schnitten in dem adventistischen Ort Bündnis 90/Die Grünen ab (10,7 Prozent). Mit 5,1 Prozent hätte auch die FDP in den Landtag einziehen können, die jedoch in Sachsen-Anhalt knapp an der 5-Prozent-Hürde scheiterte (4,9 Prozent).

Andere Parteien wurden in Friedensau nur vereinzelt gewählt. Die Freien Wähler erhielten 2,8 Prozent, die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA) 1,7 Prozent, die Freien Bürger Mitteldeutschlands (FBM) und die Tierschutzpartei je 1,1 Prozent sowie die Tierschutzallianz und Die Rechte jeweils 0,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. Keine einzige Stimme bekamen die NPD, Die Partei und die Magdeburger Gartenpartei (MG). Die Wahlbeteiligung der rund 300 wahlberechtigten Friedensauer Bürger lag mit 64,07 Prozent über dem Landesdurchschnitt (61,1 Prozent).

Die Ortschaft Friedensau wurde 1899 von Siebenten-Tags-Adventisten zur Errichtung einer theologischen Ausbildungsstätte gegründet und erlangte 1922 die politische Eigenständigkeit. Sie umfasst heute unter anderem die Theologische Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit rund 200 Studierenden, ein Altenpflegeheim des Advent-Wohlfahrtswerkes (AWW) für 122 pflegebedürftige Menschen, 17 betreute Wohnungen, eine Seniorenwohnanlage mit 15 barrierefreie Wohnungen und einen Zeltplatz für bis zu 1.000 Jugendliche.

Im Zuge der Verwaltungsreform schlossen sich im Jahr 2002 die fast 500 Einwohner Friedensaus der Stadt Möckern (Landkreis Jerichower Land) an. Viele Studenten und Dozenten sowie Angestellte von Hochschule und Altenheim wohnen nicht in dem Ort oder haben hier lediglich einen Zweitwohnsitz, sodass sie dort nicht wahlberechtigt sind. Da 86 Studierende aus anderen Ländern kommen, haben auch sie kein Wahlrecht.

_____________________________________________________________________________




Adventisten in Schweden ordinieren keine Pastoren mehr

Demnach ist anlässlich einer ordentlichen Sitzung des Exekutivausschusses der adventistischen Kirchenleitung in Schweden am 13. März beschlossen worden, dass keine Männer mehr zum Pastorendienst ordiniert werden sollen. Im August 2015 habe das Gremium beschlossen, alle im Pastorendienst tätigen Personen von deren „Anstellung bis zu einer öffentlichen Anerkennung“ gleich zu behandeln. Zudem sei auch ein Komitee beauftragt worden im Rahmen der Arbeitsrichtlinien der adventistischen Weltkirchenleitung (Working Policy) Wege zu finden, die volle Gleichheit ermöglichten, ohne die Begriffe „Ordination“, für ordinierte Pastoren und „Segnung“ (commissioning), für segnend beauftragte Pastorinnen, zu verwenden.

„Unethische und diskriminierende Entscheidung“
Die adventistische Weltsynode in San Antonio, Texas/USA, hatte es im Juli 2015 abgelehnt, den weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) zu gestatten, in ihrem Gebiet tätige adventistische Pastorinnen zu ordinieren. Die Adventisten in Schweden akzeptierten diese Entscheidung. Sie habe aber das Problem der ungleichen Behandlung von Pastoren und Pastorinnen nicht gelöst.

„In Schweden wird diese Ungleichbehandlung von vielen als unethisch und diskriminierend empfunden und kann auch rechtlich angefochten werden, was das Vertrauen in unsere Botschaft und unseren Dienst gefährden kann“, heißt es im Begleitschreiben. Die Adventisten in Schweden zögen aus Respekt vor der Entscheidung der Weltsynode 2015 die vor vielen Jahren der Weltkirchenleitung unterbreitete Bitte, Pastorinnen ordinieren zu dürfen, zurück. Um der Arbeit der Kirche willen würden alle Pastoren in Schweden gleichgestellt und niemand mehr ordiniert. Damit solle ein geistliches Klima geschaffen werden, das es allen Mitgliedern ermöglichen soll, auf Gottes Berufung zum Dienst zu antworten. Dies biete der Kirche ein optimales Potenzial, um ihrem Auftrag in Schweden nachzukommen.

Die Adventisten in Schweden hätten seit mehr als 40 Jahren das Studium adventistischer Theologen bezüglich Leiterschaft von Frauen in der Kirche verfolgt. Sowohl die Bibel als auch die Aussagen der Mitbegründerin der adventistischen Kirche, Ellen G. White, bestätigten, dass Frauen von Gott zu geistlicher Leiterschaft berufen wurden. Deshalb sei es auch seit 1975 möglich, Frauen als Gemeindeälteste in Ortsgemeinden zu segnen, und seit 1992, wie auch schon in der Frühgeschichte der Kirche, könnten Frauen mit Legitimationen (Berechtigungen) als Pastorinnen arbeiten. In der Frage der Ordination von Pastorinnen habe sich die Weltkirche aber noch nicht einigen können.

Für die Adventisten in Schweden sei klar, „dass die Autorität das Abendmahl, Taufen und Hochzeiten durchzuführen, Älteste und Diakone einzusetzen, Kirchgemeinden zu gründen und kirchliche Aufgabenbereiche zu leiten, Dienstfunktionen sind und nicht Ausdruck von Macht oder Status“, heißt es im Schreiben der Adventisten in Schweden.

Wo die Arbeitsrichtlinien der Weltkirchenleitung widersprüchlich seien, würden sie die Grundsätze der Gleichheit und Einheit bevorzugen, wie dies im Glaubensartikel Nr. 14 zum Ausdruck komme: „… Unterschiede zwischen Mann und Frau dürfen unter uns nicht trennend wirken.“

Beschlüsse
In der adventistischen Kirche in Schweden würden Pastoren und Pastorinnen, auch die bereits ordinierten, dieselben Legitimationen und Bezeichnungen erhalten: „Commissioned Minister License“ als Legitimationen für den lokalen und „Commissioned Minister Credentials“ für den nationalen Bereich. Die Legitimation „ordinierter Pastor“ entfalle.

Diese Beschlüsse sollen bei den Adventisten in Schweden gültig bleiben, bis die Weltkirchenleitung eine neue Regelung für die Legitimierung von Pastoren schaffe, die den Grundsätzen von Einheit und Gleichheit entspreche sowie alle einbeziehe, die durch Gottes Geist zum Dienst berufen und von Gott für den Dienst ausgerüstet würden.

Adventisten in Schweden
In Schweden leben 2.805 Siebenten-Tags-Adventisten, die in 33 Kirchgemeinden am biblischen Ruhetag, dem Samstag (Sabbat), Gottesdienst feiern. Die Adventisten unterhalten ein Gymnasium, ein Medienzentrum sowie das Hilfswerk ADRA Schweden.

_____________________________________________________________________________




ADRA Slowenien für Flüchtlingshilfe von Zivilschutzministerium geehrt

„Wir sind sehr dankbar für diese Auszeichnung unseres erfolgreichen Einsatzes für die Flüchtlinge“, sagte Maja Ahac, Geschäftsleiterin von ADRA Slowenien. „Wir sind stolz darauf und danken allen, die sich für diesen umfangreichen, humanitären Einsatz engagiert haben. Der Preis gehört all jenen Freiwilligen von ADRA Slowenien, die in selbstloser Weise jeden Tag seit dem letzten Sommer bedürftigen Flüchtlingen und Migranten geholfen haben“, sagte Ahac.

Von Oktober 2015 bis Mitte März 2016 seien 477.791 Flüchtlinge in Slowenien eingereist. Das sei fast ein Viertel der 2,1 Millionen Bewohner des Landes. Die Mehrheit sei durch Brežice–Dobova gereist, wo ADRA Slowenien beim Empfang der Flüchtlinge am Grenzbahnhof Dobova gearbeitet habe. Von dort seien sie ins nahegelegene Camp zur Registration geleitet worden.

ADRA Slowenien habe Sachspenden der Bevölkerung organisiert und entgegengenommen. Dabei hätten Hygieneartikel und Produkte für Kleinkinder eine hohe Priorität gehabt.

Das Hilfswerk habe nicht nur in Slowenien selbst geholfen, sondern auch auf Lesbos/Griechenland, in Serbien und Mazedonien.

Website von ADRA Slowenien: http://www.adra.si/
Facebook-Seite des Hilfswerks: https://www.facebook.com/AdraSlovenija/

_____________________________________________________________________________




Somalia: ADRA Schweiz stärkt Widerstandsfähigkeit bei Katastrophen

Dürren und tropische Wirbelstürme suchten das bitterarme Land immer wieder heim, schreibt das Hilfswerk ADRA Schweiz auf ihrer Website. Das abgeschlossene Jahresprojekt habe auf einem Vorgängerprojekt aufgebaut, das durch einen Wirbelsturm empfindlich zurückgeworfen worden sei. Um die Widerstandsfähigkeit der Bauern gegenüber Katastrophen zu erhöhen, sei vom Partnerhilfswerk ADRA Somalia bei diesem Projekt ein Ansatz gewählt worden, der verschiedene Bereiche betreffe.

So sei den Bauern Saatgut, Hilfsgeräte wie Spaten, Rechen und Gießkannen verteilt worden. Landwirtschaftsfachleute hätten neue Anbautechniken gelehrt sowie Hinweise zur Anwendung von Pestiziden gegeben, beziehungsweise Tipps bezüglich virenresistenter Sorten. Einige hätten zum Aufbau ihrer Herden auch Ziegen erhalten. Im Weiteren seien Bäume gepflanzt worden, um die Bodenerosion zu stoppen. Die Sanierung von drei Bohrlöchern und zwei Quellen habe ein Bewässerungssystem ermöglicht und erleichtere das Tränken der Tiere. Gleichzeitig reduziere es für Frauen und Mädchen, welche das Wasser schleppen müssten, die Distanz zur nächsten Wasserstelle. Mit den neuen Wasserkapazitäten könnten die Bauern Saat und Ernte azyklisch planen, um die Erzeugnisse nicht dann verkaufen zu müssen, wenn die Preise tief sind, so das Hilfswerk.

ADRA Somalia erhält zweifache Auszeichnung für Projektarbeit
Am 21. Februar hat ADRA Somalia vom Erziehungsministerium des Landes eine Auszeichnung für das große langjährige Engagement für Projekte im Bereich Bildung erhalten. Bei der gleichen Gelegenheit überreichte auch das Landwirtschafts-ministerium dem Hilfswerk eine Auszeichnung für den Kampf gegen Unterernährung und Armut sowie für die Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen der Bauernfamilien.

ADRA Somalia ist seit 1992 im Land tätig, hat aber aus Sicherheitsgründen den Hauptsitz in Nairobi/Kenia. In dieser Zeit hat das Hilfswerk in Somalia über 50 Projekte in acht Bereichen verwirklicht: Wasser, Gesundheit, Bildung, Ernährungssicherheit, Infrastruktur, Aufbau institutioneller Kapazitäten, Mikrokredite, Katastrophenvorbeugung und –hilfe.

Wichtige Geldgeber für ADRA Projekte in Somalia sind die EU, das Ministerium für internationale Zusammenarbeit (DIFID) Großbritanniens und die norwegische Regierung (NORAD). Webseite von ADRA Somalia: http://www.adrasom.org/

_____________________________________________________________________________




Mitgliederversammlung der ACK wählt Vorstand

Vorstand mit fünf Mitgliedern und fünf ständigen Stellvertretern
Alle drei Jahre wählt die Mitgliederversammlung der ACK in Deutschland einen Vorstand, der sich aus einem Vorsitzenden, zwei Stellvertretungen sowie zwei weiteren Vorstandsmitgliedern zusammensetzt. Bei der Besetzung werden die Kirchenfamilien entsprechend berücksichtigt. Außerdem wählt die Mitgliederversammlung fünf ständige stellvertretende Vorstandsmitglieder für die Dauer von drei Jahren. Eine Wiederwahl ist zulässig. Zuletzt wurde der Vorstand im März 2013 gewählt, die meisten der gewählten Vorstandsmitglieder traten daher erneut zur Wahl an. Neu in den Vorstand wurde Pfarrer Christopher Easthill von der anglikanischen Kirche gewählt. Er folgt auf Pastor Heinrich Lüchtenborg, der nach seinem Eintritt in den Ruhestand nicht mehr zur Wahl angetreten war.

Dem Vorstand gehören nun an: Bischof Karl-Heinz Wiesemann (römisch-katholische Kirche) als Vorsitzender, Bischöfin Rosemarie Wenner (Evangelisch-methodistische Kirche) und Bischof Martin Hein (Evangelische Kirche in Deutschland) als Stellvertretungen sowie Erzpriester Radu Constantin Miron (Orthodoxe Kirche) und Pfarrer Christopher Easthill (Anglikanische Kirche). Als ständige stellvertretende Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger (römisch-katholische Kirche), Generalsekretär Christoph Stiba (Bund Evangelisch-freikirchlicher Gemeinden), Bischöfin Petra Bosse-Huber (Evangelische Kirche in Deutschland), Erzpriester Merawi Tebege (Äthiopisch-orthodoxe Kirche) und Bischof Hans-Jörg Voigt (Selbstständig evangelisch-lutherische Kirche).

Ökumenepreis der ACK 2017
Die Mitgliederversammlung hat den Ökumenepreis 2017 ausgeschrieben. Alle zwei Jahre zeichnet die ACK in Deutschland mit ihrem Ökumenepreis Projekte und Initiativen aus, die zur Einheit der Christen beitragen und ein gemeinsames Engagement von Christinnen und Christen verschiedener Konfession fördern. Der Preis ist mit 3.000 Euro datiert. Das Preisgeld wird durch die Evangelische Bank und die Bank für Kirche und Caritas zur Verfügung gestellt. Schirmherr ist Bundestagspräsident Norbert Lammert. Verliehen wird der Preis im Anschluss an den zentralen Gottesdienst der ACK zur Gebetswoche für die Einheit der Christen am 22. Januar 2017 in Wittenberg. Bewerbungen sind online möglich unter www.oekumenepreis-der-ack.de. Dort finden sich auch weitere Informationen.

Erklärung zur „Allianz für Weltoffenheit“
Mit einer Erklärung „Für ein weltoffenes Deutschland“ hat sich die Mitgliederversammlung der „Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt (www.allianz-fuer-weltoffenheit.de)“ angeschlossen. Diese war in Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und in Europa von zehn Organisationen ins Leben gerufen worden. Die ACK in Deutschland begrüßt diese Initiative ausdrücklich. Mit dem Anschluss an die Initiative bringe sie das Anliegen aller in der ACK verbundenen Kirchen zum Ausdruck, sich gemeinsam für die Menschenwürde in Deutschland, in Europa und weltweit einzusetzen, heißt es in der Erklärung. Die Mitgliedskirchen der ACK plädieren nachdrücklich zusammen mit den Partnern der „Allianz für Weltoffenheit“ für ein weltoffenes, solidarisches, demokratisches und rechtsstaatliches Deutschland. Die Mitgliedskirchen distanzieren sich von allen, die Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt schüren, heißt es in der Erklärung.

Wort der ACK zu 500 Jahre Reformation
In einer ersten Lesung hat sich die Mitgliederversammlung mit einem Wort der ACK zu 500 Jahre Reformation beschäftigt. Mit dem Wort will die Mitgliederversammlung die ökumenische Dimension der Feierlichkeiten im Jahr 2017 stärken. Die ACK will dazu ermutigen, die Reformation und ihre Folgen gemeinsam zu reflektieren und Impulse aufzunehmen. Gleichzeitig mahnt sie dazu, die Kirchenspaltung und ihre Folgen gemeinsam zu bedenken und an einer „Heilung der leidvollen Erinnerungen“ zu arbeiten. Das Wort soll zusammen mit einer Arbeitshilfe auf der Mitgliederversammlung im Herbst 2016 veröffentlicht werden.

Die Mitgliederversammlung ist das oberste, beschlussfassende Leitungsorgan der ACK. Sie besteht aus den rund 50 Delegierten der Mitglieder, Gastmitglieder sowie der ständigen Beobachter. Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Sechs Kirchen sind Gastmitglieder, vier ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert rund 50 Millionen Christen in Deutschland.

_____________________________________________________________________________




Australien: Adventisten schaffen unabhängige Stelle für Kinderschutz

Nach Angaben der australischen Kirchenzeitschrift Adventist Record wurde Dean Banks als Projektleiter für den Aufbau der neuen, unabhängigen Stelle für Kinderschutz der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Australien ernannt, die Ende 2016 in Betrieb sein soll. Die staatlichen Richtlinien und geänderten Gesetze hätten die Schaffung einer zentral geführten und mit Kompetenzen ausgestatteten Stelle innerhalb der Kirche nahegelegt, die bei Problemen standardisierte Abläufe gewährleisten könne. Sie werde auch sicherstellen, dass Fachleute die Beschwerden behandeln würden und Interessenskonflikte ausgeschlossen seien.

„Zunächst entwickeln wir ein Modell für Australien und Neuseeland, welches die Grundlage für die Behandlung von Fragen des Missbrauchs im Südpazifik bieten wird“, sagte Dean Banks.

Die adventistische Kirchenleitung in Australien arbeite gegenwärtig an einer Reihe weiterer Initiativen in diesem Bereich, darunter seien Ausbildungsmodule für Pastoren, ein nationales Täterregister, ein nationales Entschädigungs- bzw. Wiedergutmachungs-system für Missbrauchsopfer sowie eine eLearning-Website zur permanenten Ausbildung von Angestellten und Freiwilligen der Kirche im Kinderschutz.

Kinderschutz bei Adventisten in Deutschland
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland unterhält neben eigenen Abteilungen für Kinder- und Jugendarbeit ein Religionspädagogisches Institut (RPI) und einen Fachbeirat „Sexueller Gewalt begegnen“ (SGb). RPI und SGb haben die Kinderschutz-Broschüre „Wenn ich mal nicht weiterweiß…“ herausgegeben. Die Kirche sei verpflichtet, ihren Kindern Schutz und Aufklärung zu bieten, betonten Professor Johann Gerhardt, Vorsitzender des SGb, und Pastor Jochen Härdter, Leiter des RPI, bei der Vorstellung der Broschüre in der Freikirchenzeitschrift „Adventisten heute“. Das Religionspädagogische Institut habe das Thema „Missbrauch“ in seiner Ausbildung verankert und werde es auch zum Gegenstand des Religionsunterrichts für Kinder machen. Außerdem bietet das RPI einen thematischen Gottesdienst-Entwurf als praktische Arbeitshilfe an. Weitere Informationen unter: www.sexueller-gewalt-begegnen.de

_____________________________________________________________________________




Osterevangelium in 15 Sprachen

„Besonders in Gottesdiensten sowie in der Seelsorge für Flüchtlinge und Migranten haben sich mehrsprachige Bibeltexte bewährt“, sagte DBG-Generalsekretär Dr. Christoph Rösel. Über die Texte ins Gespräch zu kommen, in Gemeinden einzuladen und unterschiedliches Brauchtum zum Osterfest kennenzulernen, bereichere einheimische und fremde Christinnen und Christen. „Ostern ist ein Fest der Freude, die überall sichtbar werden sollte“, so Rösel.

Die internationalen Partner der DBG im Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies, UBS) haben das ökumenische Projekt durch ihre Übersetzungen unterstützt. Der Text aus Johannes 20,1-18 liegt nun außer auf Farsi und Deutsch in Leichter Sprache auch auf Arabisch, Dari, Englisch, Französisch, Italienisch, Kurdisch, Russisch, Serbisch, Somali, Spanisch, Swahili, Türkisch und Urdu vor. Die Auswahl berücksichtigt die größten europäischen Sprachen und eine Reihe von Sprachen anderer Länder, aus denen Menschen nach Deutschland als Flüchtlinge oder Arbeitsmigranten gekommen sind.

Publikationen in den Sprachen von Migranten haben in der Arbeit der DBG eine zunehmende Bedeutung. Bereits erschienen ist die Broschüre „On the Road …“ in den fünf Sprachen Englisch, Arabisch, Französisch, Türkisch und Farsi. Die Schrift verbindet die Situation von Flüchtlingen und Migranten heute mit 33 Bibeltexten über Frauen und Männer, die ihre Heimat verlassen haben. In den nächsten Wochen soll eine deutsch-arabische Ausgabe des Lukasevangeliums erscheinen.

_____________________________________________________________________________




Tauftheologien und Taufpraxis im Wandel

Das Thema „Taufe“ werde heute weder ökumenisch noch innerevangelisch einheitlich gedeutet und praktiziert. Darauf verwies Jörg Bickelhaupt, Referent für interkonfessionelle Theologie am Zentrum Ökumene in Frankfurt/Main. Die Spannung zwischen Gläubigentaufe und Säuglingstaufe sei theologisch bis heute wirksam. Die Aspekte Bekehrung und Lebensänderung in Verbindung mit der Taufe würden vielfach aus dem Blick geraten. Bickelhaupt benannte drei hinter den unterschiedlichen Auffassungen stehende Grundfragen, die der ökumenischen Klärung bedürften: In welchem Zusammenhang stehen Willensfreiheit und (geschenkter) Glaube? Wird die Taufe als effektiv wirksame Handlung oder zeichenhaft verstanden? Und sind die Kirchen – auch bei unterschiedlicher Beantwortung grundsätzlicher Fragen – dazu bereit, die liturgische Praxis und theologische Auffassungen anderer Kirchen anzuerkennen?

Hubertus Schönemann, Leiter der Katholischen Arbeitsstelle „Missionarisch Kirche sein“ in Erfurt, referierte über die Erfahrungen mit der Taufvorbereitung Erwachsener im Bereich der römisch-katholischen Kirche. Den Erwachsenen stehe ein „gestalteter Weg des Christwerdens“ offen, mit den Schritten Vorkatechumenat, Gebet um Befreiung, Einschreibung zur Taufe, den unmittelbaren Vorbereitungen, der Buß- und Stärkungsfeier und schließlich mit der Taufe in der Osternacht als Höhepunkt. Ziel sei es, „den individuellen Glaubensvollzug zu entwickeln und zu stärken, die eigene Berufung als Teil der Sendung des Gottesvolkes zu entdecken.“

Neue Entwicklungen in der baptistischen Tauftheologie und Taufpraxis stellte Oliver Pilnei, Leiter der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie Elstal, vor. Er plädierte dafür, die Taufe als „Initiationsritus“ aufzufassen, der einen lebenslangen Glaubensweg begründe. Dies dürfe von Baptisten nicht als „Behelfsbrücke“ zur Anerkennung der Säuglingstaufe gesehen werden sondern als Möglichkeit, die als Säugling getauften Christen in ihre Gemeinde aufzunehmen. Die Volkskirche hingegen müsse darüber nachdenken, den Zusammenhang von Säuglingstaufe und Kirchenmitgliedschaft zu entkoppeln.

Der Taufritus in der Russisch-orthodoxen Kirche bestehe seit dem vierten Jahrhundert fast unverändert, wie Evgeny Pilipenko referierte, der am Kyrill-und-Method Postgraduierteninstitut des Moskauer Patriarchates lehrt und Mitarbeiter des Kirchlich-Wissenschaftlichen Zentrums „Orthodoxe Enzyklopädie“ in Moskau ist. Die Lehrbildung zur Taufe sei in der Orthodoxie nicht sehr ausgeprägt und führe zu einem gewissen Freiraum für liturgische Entscheidungen der lokalen Priester, erläuterte Pilipenko. Allerdings bestehe in vielen russischen Familien ein traditionsgebundenes oder magisches Verständnis. Pilipenko stellte für westliche Hörer und Hörerinnen ungewöhnliche Aspekte dar, z.B. dass die orthodoxe Schöpfungslehre Taufen von Säuglingen verneint, die mit Hilfe von Leihmutterschaft gezeugt wurden, es sei denn Eltern bekennen ihre schwere Schuld und unterziehen sich einer Kirchenbuße.

Einen ungebrochenen Trend zur Kindertaufe stellte Regina Sommer, Professorin für Praktische Theologie an der Philipps-Universität Marburg, in ihrem nicht persönlich verlesenen Referat fest. Nahezu 89% aller Evangelischen würden sich für die Taufe eines Kindes entscheiden. Allerdings nehme diese Zustimmung bei Jüngeren ab, von den 20-29 Jährigen würden nur noch ein Fünftel ihr Kind taufen lassen, so die Ergebnisse der fünften Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Daraus ergäben sich nach Sommer neue Aufgaben für Theologie und Religionspädagogik. Kirche müsse die Beteiligten zunächst in ihrer Lebenssituation wahrnehmen und bei der Gestaltung der Tauffeier einbeziehen. Dabei sei eine Flexibilisierung der Orte und Zeiten erforderlich. Die Taufe sei „mehr als ein naiv-freundliches Lebensbegrüßungs- und Segensfest, ihr theologischer Tiefensinn macht sie attraktiv.“ Nötig sei nach Sommer auch, „den Zusammenhang von Taufe und Kirchenmitgliedschaft weiter zu denken.“

Den Zusammenhang von Wasserritual und gesprochenem Wort beleuchtete Jörg Neijenhuis, Professor für Praktische Theologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Taufe dürfe nicht dem „Eventcharakter“ allein verpflichtet sein. Kenntnisse über Bedeutung von Ritualen und Orten im Zusammenhang mit der Taufe würden verschwinden, wenn man unter freiem Himmel etwa am Badesee oder Flussufer taufe.

_____________________________________________________________________________




Andrea Luxton als neue Präsidentin der Andrews University designiert

Die Andrews University gilt als „Flaggschiff“ adventistischer Ausbildungsstätten für religiöse Leiter der Kirche und ist eine Institution der Weltkirchenleitung. Luxton folgt in dieser Position auf Niels-Erik Andreasen, der sich im Frühjahr, nach 22 Jahren im Amt, pensionieren lassen wird. Seit Gründung des Battle Creek College 1874, aus dem sich später die Andrews University entwickelte, ist Luxton die 24. Person im Präsidentenamt. An der Universität sind 3.516 Studenten und Studentinnen eingeschrieben, die von einem Lehrkörper von 292 Personen unterrichtet werden.

Vermehrt Frauen in Leitungspositionen an adventistischen Bildungseinrichtungen
Nach Angaben von SPECTRUM, Zeitschrift der Vereinigung adventistischer Foren (AF), wird Luxton mit dieser Berufung Teil einer wachsenden Zahl von Frauen, die Präsidentinnen höherer adventistischer Bildungsinstitutionen in Nordamerika sind: Dr. Avis Hendrickson, Atlantic Union College, Lancaster/Massachusetts, Dr. Heather Knight, Pacific Union College, Angwin/Kalifornien und Dr. Vinita Sauder, Union College, Lincoln/Nebraska.

Werdegang
Seit 2010 hat Andrea Luxton als Kanzlerin der Universität gearbeitet. Vor ihrer Zeit an der Andrews University hat sie am adventistischen Canadian University College, jetzt Burman University, Lacombe/Kanada, die akademische Administration geleitet, in der Abteilung Erziehung der Weltkirchenleitung als Vizedirektorin gedient und davor als Präsidentin des Newbold College, Bracknell/England. Sie hat ein Doktorat in Englisch der Catholic University of America, Washington, D.C. An der Universität Twente/Niederlande hat sie ein postgraduales Studium in Institutionellem Management und Veränderung abgeschlossen.

„Ich freue mich auf die Möglichkeit, das große Erbe von Dr. Andreasen zu übernehmen, der zwei Jahrzehnte die Leitung der Andrews Universität inne hatte“, sagte Luxton. „Ich möchte hilfreiche und zielführende Wege finden, um die Trägerschaft der Andrews University sowohl auf dem Campus in Berrien Springs als auch die Ableger der Andrews University auf der ganzen Welt zu unterstützen und ihnen zu dienen.“

_____________________________________________________________________________




Wechsel an der Spitze der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen

Kommandeurin Marie Willermark leitet seit 2011 das Heilsarmee-Territorium Schweden und Lettland. Zuvor war sie von 2006 bis 2011 für die Arbeit der Organisation in der Ukraine verantwortlich. Die 61-jährige Schwedin wurde 1980 zur Heilsarmee-Offizierin ernannt. Fünf Jahre lang war sie Korpsoffizierin (Gemeindeleiterin) in Jönköping (Schweden) und hat anschließend viele Jahre lang die Jugendarbeit auf regionaler und nationaler Ebene verantwortet. Von 1996 bis 1999 war sie Divisionschefin (Regionalleiterin) in Dänemark. Anschließend arbeitete sie wieder als Korpsoffizierin und später als Divisionschefin in Schweden.

Oberste Patrick und Anne-Dore Naud sind seit 2011 als Territoriale Leiter für die Arbeit der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen verantwortlich. Zuvor war Oberst Naud hier zwei Jahre als Verwaltungsdirektor tätig, während Oberstin Naud als Territoriale Sekretärin Frauen, Familie & Senioren arbeitete.

Als evangelische Freikirche und Hilfsorganisation arbeitet die Heilsarmee in 127 Ländern und zählt etwa drei Millionen Mitglieder und freiwillige Helfer. In Deutschland, Litauen und Polen gibt es 45 Gemeinden mit etwa 1.400 Mitgliedern und 18 soziale Einrichtungen sowie 11 angegliederte Angebote.

_____________________________________________________________________________




Ägypten: „Missachtung des Islam“ - fünf Jahre Haft für koptische Schüler

Drei der Schüler seien bereits 18 Jahre alt und sollen ihre Haftstrafe in einer gewöhnlichen Haftanstalt antreten, der noch minderjährige Clinton Magdi soll seine Strafe in einer Jugendhaftanstalt verbüßen.

Laut IGFM stellt Artikel 98f. des ägyptischen Strafgesetzbuches die Missachtung oder Abwertung der „himmlischen Religionen“ unter Strafe – gemeint sind Islam, Christentum und Judentum. Religionslosigkeit und alle anderen Religionen seien in Ägypten de facto verboten.

Das mögliche Strafmaß bewege sich zwischen einer Geldstrafe von mindestens 500 ägyptischen Pfund, umgerechnet rund 60 Euro, etwa einem niedrigen örtlichen Monatslohn, und einer Haftstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren.

Die IGFM fordert die sofortige und bedingungslose Aufhebung der Urteile. „Die Schüler haben nichts weiter getan, als ihr Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung auszuüben. Sie deshalb zu einer langjährigen Haftstrafe zu verurteilen, verletzt internationale Menschenrechtsverträge. Das Urteil ist ein neuer Beweis für den Missbrauch der Blasphemie-Gesetzgebung“, so Lessenthin.

Blasphemiegesetze abschaffen
Die IGFM fordert die Regierungen der EU-Staaten auf, die kulturübergreifenden Menschenrechtsstandards der Vereinten Nationen offensiver zu verteidigen. Weltweit würden die Rechte von Millionen von Menschen durch Islamisten ausgehöhlt und verletzt. Wer Symbole des Islam oder das islamische Recht kritisiere, dem drohten lange Haftstrafen oder Hinrichtung wegen „Beleidigung des Islams“ oder „Blasphemie“. Die weltweite Abschaffung aller „Blasphemie-Gesetze“ wäre ein Meilenstein für den Schutz von Minderheiten und Andersdenkenden, erklärte die Menschenrechtsorganisation.

Medhat Klada, Vorsitzender des koptischen Dachverbandes European Union of Coptic Organizations for Human Rights (EUCOHR), fordert laut IGFM die Abschaffung dieses Gesetzes, das in seiner Umsetzung ganz klar die koptische Minderheit Ägyptens diskriminiere. „Das Gesetz wird nahezu ausschließlich gegen Christen und andere Nichtmuslime angewandt“, erläuterte Klada.

Hintergrund: Rechtliche Grundlagen
Artikel 98f des ägyptischen Strafgesetzbuches werde umgangssprachlich auch als Ägyptens „Blasphemie-Gesetz“ bezeichnet, so IGFM. Es sei 1982 in das ägyptische Strafgesetzbuch aufgenommen worden. Obwohl das Gesetz eigentlich für alle Religionen Gültigkeit habe, werde es in der Praxis nahezu ausschließlich gegen Atheisten, Christen oder Andersgläubige, jedoch kaum gegen Muslime angewandt. Bereits unter dem früheren Diktator Mubarak sei Art. 98f von den Behörden dazu benutzt worden, religiöse Minderheiten und unbequeme Dissidenten sowie Künstler zu diskriminieren und zu unterdrücken.

Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in Ägypten unter:
www.igfm.de/Aegypten

Weitere Informationen zum Thema Blasphemie:
www.igfm.de/blasphemie-und-beleidigung-des-islam

_____________________________________________________________________________




Schulprojekt für syrische Flüchtlingskinder im Libanon abgeschlossen

Für das Schulprojekt sei ein bestehender Kindergarten umgebaut worden, teilte ADRA Schweiz mit. Die syrischen Flüchtlingsfamilien hätten lange Zeit vergeblich nach einem Platz für ihre Kinder in einer Schule gesucht. Diese hätten sich zu Hause oder auf der Straße aufgehalten oder hätten sich Arbeit gesucht. Einige der Lehrerinnen stammten selber aus Syrien. Sie hätten Ähnliches wie die Kinder erlebt und sich auch auf sprachlicher und kultureller Ebene sehr gut verstanden. In der Schule hätten die Kinder eine kleine Zwischenmahlzeit erhalten und gegebenenfalls auch Nachhilfeunterricht. Traumatisierten Kindern sei auch psychologische Betreuung angeboten worden, so ADRA Schweiz.

Im Stadtviertel der Schule habe ADRA Libanon acht Veranstaltungen wie Spielnachmittage, Suppentage, Verschönerungs- und Baumpflanzaktionen organisiert, um Begegnungen zwischen Libanesen und Syrern zu fördern und Spannungen abzubauen.

ADRA Libanon habe sich laufend mit den Behörden, der UNO und anderen Nichtregierungsorganisationen ausgetauscht. So sei sichergestellt worden, dass neue Erkenntnisse und Vorgaben laufend ins Projekt eingeflossen seien.

Von den 120 Kindern, die am Projekt beteiligt waren, erhielten 83 nach dem Ende des Schuljahrs im August 2015 einen Platz an einer öffentlichen Schule. Die restlichen 37 Kinder nehmen weiterhin am Schulunterricht im umgebauten Kindergarten teil. Das Projekt wird weitergeführt und derzeit von ADRA Japan finanziert. Die Gesamtprojektkosten des Schulprojekts haben 184.000 Euro betragen. ADRA Schweiz hat davon 46.000 Euro übernommen.

Nach Angaben von ADRA Schweiz organisiere das Hilfswerk zurzeit mit ADRA Libanon ein ähnliches, größeres Projekt in einer anderen Kommune im Libanon.

_____________________________________________________________________________