Zeltlager mit 1.500 christlichen Pfadfindern

Höhepunkt war die biblische Geschichte von Noah, die an jedem Abend von einem Theaterteam durch Anspiele an die Zuschauer weitergegeben wurde. Die Vorbereitungen hierfür hatten bereits vor vielen Monaten begonnen. Nicht nur das Drehbuch musste extra geschrieben, sondern auch Kostüme genäht und Requisiten gesammelt und gebastelt werden. Auch das Mottolied wurde im Vorfeld für dieses Camp komponiert. Als Redner war Pastor Stephan Sigg, Jugendabteilungsleiter der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in West- und Südeuropa mit Sitz in Bern/Schweiz, eingeladen. Es wurden mehr als 100 Workshops angeboten, dazu mehrere Sportturniere und ein Nachtgeländespiel. Das Zeltlager konnte noch vor Einbruch der Unwetter am Sonntag regulär beendet werden.

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95.890 Taufen nach Glaubensvorträgen in Ruanda

Glaube und Handeln gehören zusammen
Laut AR hätten bereits im Frühjahr an 2.227 Orten in Ruanda Evangelisationsvorträge über den christlichen Glauben begonnen. Viele der dortigen rund 720.000 Adventisten luden zu den Vorträgen ein und studierten mit ihren Nachbarn die Bibel, so die Zeitschrift.

Da die Freikirche den Zusammenhang zwischen Glaube und Handeln betone, hätten Adventisten auch Geld gespendet, um Arme in ihren Dörfern und Städten mit Nahrungsmitteln zu versorgen und ihnen eine medizinische Behandlung zu ermöglichen. Zudem seien innerhalb einer Woche von drei adventistischen Kliniken fast 6.000 Bedürftige kostenlos ärztlich betreut worden. Während der Evangelisationsvorträge hätten Pastoren nicht nur die Bibel ausgelegt und über den christlichen Glauben gesprochen, sondern Ärzte und medizinisches Personal die Zuhörer auch über eine gesunde Lebensweise informiert.

Acht Pastoren tauften zweieinhalb Stunden lang
Allein in der Stadt Gisenyi seien am 28. Mai im nahegelegenen Kiwusee etwa 6.000 Menschen durch Untertauchen getauft worden. Acht Pastoren hätten dazu zweieinhalb Stunden benötigt. Zuerst wären alte und körperbehinderte Menschen getauft worden, danach Schwangere und schließlich die in langen Schlangen anstehenden weiteren Männer und Frauen.

In Ruanda gibt es jetzt 815.000 Siebenten-Tags-Adventisten bei einer Bevölkerung von 11,8 Millionen. Da die Freikirche nur Gläubige tauft, sind in der Zahl nichtgetaufte Kinder und Jugendliche aus adventistischen Familien nicht enthalten.

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Was tun gegen Cyber-Grooming?

Damit Jugendliche erst gar nicht in diese Falle tappen, befasst sich die Redaktion Handysektor unter https://www.handysektor.de/themenmonate/cyber-grooming.html mit typischen Strategien des Cyber-Groomings. Dabei wird erläutert, wie man diese erkennt und entsprechend darauf reagiert.

Misstrauen ist angebracht
Misstrauisch werden sollten Teenager, wenn der Chatpartner auffallend viele gleiche Interessen hat und schnell sexuelle Anspielungen macht. Außerdem, wenn er möglichst schnell über die Handynummer, Facebook oder Skype Kontakt aufnehmen möchte und gleich zu Beginn viele persönliche Details erfragt beziehungsweise ein reales Treffen vorschlägt.

Vorsicht sei auch geboten, wenn der Chatpartner sich als Model-Agent ausgibt oder erklärt, wie man zu viel Geld kommt. Misstrauen wäre ebenso angebracht, wenn er möchte, dass man die Webcam einschaltet und er behauptet, dass seine kaputt ist. Außerdem: Wenn er intime Bilder und Videos einfordert oder selbst intime Bilder oder Videos von sich schickt, und rät, niemandem von der Bekanntschaft zu erzählen oder sogar droht, persönliche Dinge zu veröffentlichen.

Nicht blind vertrauen und zur Not auch die Polizei einschalten
Zum Cyber-Grooming empfiehlt das Jugendportal Handysektor der Online-Anmache direkt die kalte Schulter zu zeigen. Der beste Tipp sei „Augen auf!“ Gegen ein nettes Online-Gespräch wäre nichts einzuwenden – aber niemals blind vertrauen. Man wisse nie, wer sich wirklich hinter dem Profil verbirgt.

Es bewahrheite sich das alte Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“. Es gelte sehr sparsam mit persönlichen Daten, Bildern oder Videos zu sein. Am besten wenige Angaben zu sich selbst machen und die Privatsphäre-Einstellungen richtig setzen. Manches wäre auch zu schön, um wahr zu sein: Der Chatpartner wohnt in derselben Stadt, hat die gleichen Hobbies und hört dieselbe Musik? Bloß nicht alles glauben.

Wenn Chat-Situationen unangenehm sind, den Kontakt sofort blockieren und dem Betreiber des Portals melden – besonders wenn ständig auf sexuelle Themen angespielt wird. Eltern und Freunde hätten immer ein offenes Ohr. Bei einem Vorfall sollte man mit ihnen über Cyber-Grooming sprechen. Gemeinsam finde sich eine Lösung. Zur Not könne aber auch die Polizei eingeschaltet werden. Dabei gelte es bei Belästigungen zuerst die Beweise zu sichern (Screenshot der Chatverläufe) und danach zusammen mit den Eltern sich an die Polizei wenden. Denn Cyber-Grooming sei strafbar.

Kein Verzicht auf digitales Flirten
Dennoch müssten Jugendliche auf digitales Flirten mit Gleichaltrigen nicht verzichten. Um hierzu Hilfestellungen zu geben, beschäftige sich das Jugendportal www.handysektor.de im Juni mit dem „Flirten 2.0“, gebe Tipps für sicheres Online-Flirten und bewerte Flirt-Apps.

Handysektor bietet praktische Informationen zur sicheren Nutzung von Smartphones, Tablets und Apps. Mit aktuellen Nachrichten und Tipps unterstützt das werbefreie Angebot vor allem Jugendliche, aber auch Lehrkräfte, bei einem kompetenten Umgang mit mobilen Medien. Die Webseite ist ein gemeinschaftliches Projekt der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs).

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Kirche, Ehe und Familie in ökumenischer Perspektive

Was ist Kirche?
Das Kirchenbild als Kern der Ökumene beleuchteten vier Fachreferenten aus verschiedenen Konfessionsfamilien. Dr. Markus Iff, Professor für systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Ewersbach des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Dietzhölztal, stellte die freikirchliche Sicht dar. Kirche sei in ihrem Wesen die Versammlung und Gemeinschaft der Glaubenden.

Auf die Kurzformel „Kirche ist die Gemeinschaft derer, die die Stimme ihre Herrn hören“, brachte Professor Dr. Johannes von Lüpke die evangelisch-lutherische Perspektive. Von Lüpke, der an der Kirchlichen Hochschule Bethel/Wuppertal systematische Theologie lehrt, betonte, dass die Kirche in gewisser Weise unsichtbar sei, weil man anderen nicht ins Herz schauen könne.

Dr. Athanasios Vletsis, Professor für systematische Theologie der orthodoxen Ausbildungseinrichtung an der Universität München, erwähnte, dass die orthodoxe Kirche von sich als der „wahren Kirche“ spreche. Dass die römisch-katholische Kirche eine Weltkirche sei, die sich in der Spannung zwischen „Zentrale und Peripherie“ befinde, brachte Dr. Johanna Rahner, Professorin für Dogmatik an der Universität Tübingen in die Diskussion über das ökumenische Kirchenbild mit ein.

Was ist Ehe und Familie?
Erzbischof Dr. Heiner Koch, Vorsitzender der Familienkommission der Deutschen Bischofskonferenz, umriss das römisch-katholische Eheverständnis: Ehe sei eine Beziehung zwischen Mann und Frau. Sie sei ein Ort der Erfahrung und Wirksamkeit Gottes. In der Ehe käme es zur größten Verbindung zweier Menschen, die sie sich überhaupt schenken können. „Wenn zwei Eheleute heiraten, dann sind sie Teilhaber am Heilsgeschehen Christi“, so Koch.

Oberkirchenrätin Cornelia Coenen-Marx, Co-Autorin des Orientierungspapieres „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), stellte die statistischen und soziologischen Gegebenheiten dar, die zum EKD-Orientierungspapier geführt haben. Sie betonte die Wichtigkeit von Verlässlichkeit, Verbindlichkeit und Verantwortlichkeit in Paarbeziehungen. „Eine Menge Menschen haben Angst vor der Verbindlichkeit der Ehe, weil sie traumatische Erfahrungen gemacht haben“, sagte Coenen-Marx.

Sowohl Heiner Koch als auch Cornelia Coenen-Marx vertraten die Meinung, dass die Beschlüsse einiger evangelischer Landeskirchen, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen, eine „Belastung“ beziehungsweise eine riesige „Zerreißprobe“ für die Ökumene darstellten.

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Religionsfreiheit Testfall für die Menschenrechte

Religionsfreiheit ist laut dem UN-Sonderberichterstatter Heiner Bielefeldt, Erlangen, eine Provokation für alle Gesellschaften. Sie habe ein politisches Störpotenzial, vor allem in autoritären Staaten, und ein gesellschaftliches Störpotenzial, etwa in Einparteiensystemen, die eine „nahtlose Einheit von Volk und Partei“ suggerierten. Aber auch in liberalen Gesellschaften wie der deutschen habe sie eine gewisse Sperrigkeit. Als Negativbeispiel nannte Bielefeldt die deutsche Beschneidungsdebatte in den Jahren 2012/13. Diese habe „sehr ätzende Untertöne“ gehabt. Es sei dabei um „Aufklärung mit ausgestrecktem Zeigefinger, aber mit völlig verstopften Ohren“ gegangen.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Ayman Mazyek, Köln, bezeichnete Religionsfreiheit als eine „Zumutung“ für alle Gesellschaften. Dabei sei das Rüstzeug zur theologischen Auseinandersetzung in den großen Schriftreligionen angelegt. Er verwies etwa auf die Koran-Sure 5, Vers 48: „Wenn Allah wollte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Aber (es ist so,) damit Er euch in dem, was Er euch gegeben hat, prüfe. So wetteifert nach den guten Dingen!“ Mazyek wies darauf hin, dass es auch atheistische Intoleranz gegenüber der Religionsfreiheit gebe. Mit Blick auf die AfD fügte er hinzu, in Deutschland existiere nun eine Partei, welche die Religionsfreiheit für eine bestimmte Religionsgemeinschaft einschränken wolle.

Die Münsteraner Sozialwissenschaftlerin Marianne Heimbach-Steins erinnerte an den Erkenntnisfortschritt des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) der römisch-katholischen Kirche beim Thema Religionsfreiheit: Diese sei ein Recht der Person, nicht Recht einer Religionsgemeinschaft; „nicht Recht der Katholiken oder der Kirche, sondern jedes Menschen“. Gegen die Religionsfreiheit des Einzelnen „kann es keinen Kulturvorbehalt geben“, so die Sozialwissenschaftlerin, „wie und wo er auch immer geäußert werden möge“.

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„Seht, geht und handelt“

Zu Nächsten derer werden, die in Not sind
Der Magdeburger römisch-katholische Bischof Gerhard Feige betonte in seiner Predigt, die Forderung Jesu nach Nächstenliebe beziehe sich nicht nur auf Familie, Nachbarn oder das direkte Umfeld. Wer Not, Hunger oder Gewalt erleide, müsse für jeden Christen der Nächste sein. Feige zitierte Papst Franziskus mit den Worten „Die Leiden des Menschen zu ignorieren, heißt Gott zu ignorieren“. Der Bischof betonte: „Schauen wir genau hin und handeln wir so, dass wir zu Nächsten derer werden, die in Not sind. Und tun wir das gemeinsam – über alle konfessionellen Grenzen hinweg, um Gottes und der Menschen willen.“

Das christliche Abendland zu beschwören reicht nicht
Die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, Rosemarie Wenner, kritisierte: „Wenn Menschen bei Kundgebungen von Pegida oder Legida das christliche Abendland beschwören, wollen sie sicherstellen, dass es ihnen und ihresgleichen hier und heute gut geht.“ Doch die Frage, was in Gottes Augen wichtig sei, spiele dabei keine Rolle. Wem es wirklich um die jüdisch-christliche Tradition gehe, stelle nicht die Frage: „Was steht mir zu?“, sondern: „Was verbindet mich mit Gott, heute und in Zukunft?“ Die Antwort wäre uralt: „Den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken“. Darauf komme es an. Und: „Den Nächsten lieben wie dich selbst“. So werde das Ewige in das Zeitliche hineingenommen. „Die Liebe weist uns zu dem Menschen, der gerade jetzt einen Mitmenschen braucht.“ Wenner betonte: „Ich sehe den Mitmenschen nicht als einen Fall oder gar als das Problem. Ich sehe jemanden, der Mensch ist wie ich. Gottes geliebtes Geschöpf.“ In einer Zeit, in der viele Menschen tausend Gründe sähen, an denen vorbei zu gehen, die auf einen Mitmenschen angewiesen seien, brauche Gott Menschen, die anders denken und handeln.

Unter dem Motto „Seht, geht und handelt“ nahmen rund 1.500 Christen an dem zentralen Ökumenischen Gottesdienst im Nikolaikirchhof in Leipzig teil. Auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, und der Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, gehörten dazu.

Mit einer Tauferinnerung und dem Anzünden der Osterkerze betonten der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos und der Erzbischof der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, Julius Hanna Aydin, die weltweite Gemeinschaft der Christen und die Verbundenheit mit Jesus Christus. Verbundenheit und Gemeinschaft symbolisierte auch die Menschenkette, welche die Gottesdienstbesucher während des gemeinsam gesprochenen „Vater Unser“ bildeten.

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Feierlichkeiten zum Jahrestag der russischsprachigen Bibel abgeschlossen

Die Feierlichkeiten, die bereits im Februar begonnen hatten, bestanden unter anderem aus öffentlichen Bibellesungen, Werbetafeln, Web- und Twitterseiten sowie der Losung „Ich lese die Bibel“, teilte der freie Journalist Dr. phil. William Yoder aus Smolensk mit. Die russischsprachige Webseite ist unter der kyrillischen Anschrift „ячитаюбиблию.рф“ zu finden. Den Organisatoren der Festlichkeiten sei auch das Recht eingeräumt worden, jeden Insassen in russischen Strafanstalten mit einer Bibel zu versorgen.

Die Feiern zum Jubiläumsjahr wären vor allem durch die logistische Unterstützung und einen Zuschuss von 1,4 Millionen Rubeln (19.000 Euro) seitens des russischen Staates ermöglicht worden. Bemerkenswert ist für Yoder, dass die finanzielle Hilfe weder der Russischen Bibelgesellschaft noch der Russischen Orthodoxen Kirche gewährt wurde. Empfängerin sei stattdessen die Union der russischen Baptisten gewesen. Für die Veranstaltungen habe deren Abteilungsleiter für Außenbeziehungen, Pastor Witali Wlasenko, die Verantwortung getragen. Er und andere protestantische Leiter, wie der Moskauer Pfingstpastor Alexander Kusnezow, hätten ihre Genugtuung für das Gelingen der Bibelfeierlichkeiten zum Ausdruck gebracht.

Die Synodalbibel, die erste vollständige, russischsprachige Bibel in der Mundart des Volkes, erschien 1876.

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Glaube ist vernünftig

Glaube und Vernunft
Dr. Peter Zimmerling, Professor für praktische Theologie an der Universität Leipzig, zeichnete in seinem Vortrag die Geschichte des Spannungsfeldes zwischen „Glaube“ und „Vernunft“ nach. Die Vorstellung, dass sich die Vernunft in einem langen Kampf gegen den Glauben durchgesetzt hat, sei ein Mythos. Der moderne Siegeszug von Wissenschaft und Technik sei nur auf dem Boden der jüdisch-christlichen Weltanschauung denkbar, da sie die Voraussetzung für die Erforschung der Natur gegeben habe. Erst nach der Aufklärung habe die Entfremdung von Vernunft und Glaube eingesetzt, so Zimmerling.

Nach Zimmerling könne man neben religiösem Fundamentalismus auch „szientistische Fundamentalismen“ ausmachen; also Haltungen, die auf strenger Wissenschaftlichkeit gründen und die eigene Erkenntnis absolut setzen. Solche Haltungen böten die trügerische Sicherheit eines unbezweifelbaren Wissens und seien eine Antwort auf die postmoderne Orientierungslosigkeit.

Als Gegenmittel sprach sich Zimmerling für die Zusammengehörigkeit von Glauben und Vernunft aus: „Auch das Grundgesetz geht davon aus, dass Glaube und Vernunft keine feindlichen Schwestern sind, sondern auch in unserem Land aufeinander zu beziehen sind.“

Die Vernünftigkeit des Glaubens bei Papst Benedikt XVI.
Der in Münster lehrende Religionsphilosoph Professor Dr. Klaus Müller ging in seinen Ausführungen auf das Verhältnis von Glaube und Vernunft in den Schriften und Äußerungen Joseph Ratzingers / Papst Benedikt XVI. ein. Er stellte Wegmarken in der Entwicklung der Position des Papstes dar und unterzog sie einer kritischen Würdigung.

Ähnlich wie Klaus Müller nahm auch der emeritierte Professor für Philosophie, Dr. Jörg Splett, die Überlegungen von Papst Benedikt XVI. zum Ausgangspunkt seiner Darstellung. Er beleuchtete verschiedene Reaktionen auf die Rede des Papstes am 12.9.2006 an der Universität Regensburg, die dem Thema „Glaube, Vernunft und Universität“ gewidmet war. Spletts Definition von Wissen: „Wissen heißt, sagen können, dass man sagen kann, wie es ist.“

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Abhängigkeit von Hilfeleistungen beenden

Diese beiden Kernaufgaben gelte es durch noch größere Anstrengungen und eine Reihe von Maßnahmen zu verwirklichen, so Duffy in seiner Ansprache.

Niemanden zurücklassen
Um niemanden zurückzulassen müssten vermehrt Maßnahmen zur Förderung von Frauen und Mädchen durchgeführt werden. Dazu zähle auch die Unterstützung lokaler Frauengruppen. ADRA wolle zudem eine umfassende Sexualaufklärung und nachhaltige Gesundheitsfürsorge gewährleisten. Ziel müsse dabei die selbstbestimmte Familienplanung für Frauen und Mädchen in Krisenregionen sein. Das Hilfswerk wolle darüber hinaus politische Ansätze zur Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt unterstützen und vorantreiben. Entsprechende Maßnahmen müssten besonders in solchen Regionen gefördert werden, die verstärkt von der Gewalt gegen Frauen und Mädchen betroffen sind. ADRA beabsichtige in allen Programmen die Gleichstellstellung der Geschlechter zu berücksichtigen und innovative Lösungsansätze zu finden. ADRA fördere seit den Anfängen der Organisation im Jahr 1956 die Gleichstellung der Geschlechter sowie die politische Mitwirkung und Rechte von Frauen. „Diese Anstrengungen werden wir entsprechend unseres humanitären Auftrages und den dazugehörigen Rahmenbedingungen fortführen“, betonte Jonathan Duffy.

Das Leben der Menschen verbessern
Menschen würden nur dann von Hilfeleistungen unabhängig werden, wenn sich ihr Leben verbessert, gab der ADRA-Präsident zu bedenken. Deshalb wolle ADRA die humanitäre Hilfe bei Notfalleinsätzen intensivieren. Hierbei sei die regionale und lokale Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen für die weitere Entwicklung von innovativen Lösungsansätzen unerlässlich. Das Hilfswerk habe eine langjährige Erfahrung bei der Durchführung von Notfalleinsätzen. Dazu gehörten eine flexible Mobilisierung von Ressourcen sowie ein umfassendes Trainingsangebot für Mitarbeiter. ADRA wolle künftig auch Daten besser auswerten, beispielsweise um den Einsatz von Frühwarnsystemen zu optimieren. Es gelte darüber hinaus jene Kommunen besonders zu fördern, bei denen Frauen in die Verantwortung einbezogen werden.

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João Martins zum Leiter von ADRA Europa ernannt

Dies sei an den Frühjahrssitzungen der beiden teilkontinentalen Kirchenleitungen der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division, EUD) sowie in Nord- und Südosteuropa (Transeuropäische Division, TED) beschlossen worden, teilten beide Kommunikationsabteilungen mit. Martins werde in Brüssel mit einem Team das neue gesamteuropäische ADRA Büro aufbauen und die Arbeit aller nationalen ADRA Landesbüros in Europa koordinieren.

Werdegang
João Martins ist Portugiese und hat einen Abschluss in Unternehmensführung der Évora Universität, Portugal. Danach leitete er im angolanischen Bürgerkrieg ADRA Angola. Die Implementierung von Nothilfeprojekten habe einen sehr positiven und unvergesslichen Einfluss auf sein Leben gehabt, so Martins. Nach der Rückkehr hat er in einer multinationalen Gesellschaft gearbeitet. An der Universität Reading/England, schloss er das Studium für angewandte Entwicklungsinterventionen mit einem MCs ab. Anschließend arbeitete er während zwölf Jahren in diversen Funktionen bei ADRA Portugal bis er 2015 zum Leiter des ADRA Regionalbüros der EUD ernannt wurde. João Martins ist verheiratet und hat einen zehnjährigen Sohn.

ADRA Europa soll laut der Vision von João Martins ein Hilfswerk sein, das den Charakter Gottes durch die Förderung der Menschenwürde in einer leidenden Welt sichtbar macht.

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Spannungsfeld „Religion und Politik“ auf Katholikentag

Grundgesetz und Religion
Den Beitrag der Religionen zur gelebten Verfassung beschrieb Professor Dr. Johannes Masing, Richter am Bundesverfassungsgericht, in acht grundsätzlichen Punkten: 1. Die Verfassung sei die Grundlage unserer rechtlichen Ordnung. Sie sei allerdings nur ein Rahmen, der ausgestaltet werden müsse. 2. Die Verfassung als äußerliche Ordnung fordere keine innere Haltung. 3. Sie schaffe damit Raum für die Entfaltung des Menschen im moralischen Bereich. 4. Die Verfassung verstehe den Menschen als gesellschaftliches Wesen. Sie anerkenne die Religion in ihrer öffentlichen Position und fördere sie dabei. Sie wolle, dass Religion dem Zusammenleben eine Seele gibt. 5. Vor der Verfassung seien alle gleich. Religiöse Neutralität des Staates sei keine distanzierte, sondern eine fördernde. 6. Das Ziel könne allerdings nie die rechtliche Durchsetzung der eigenen Moral sein. 7. Dieses Zusammenwirken von Religion und Verfassung sei dann leicht, wenn eine Religion die Eigenverantwortung des Einzelnen anerkennt und intern fördert. 8. Die Verfassung lasse sich auf ein Wagnis ein. Religion könne auch Hass und Abschottung freisetzen. Es käme darauf an zu zeigen, dass Religion auch mit gegenseitiger Anerkennung nicht verblasst.

Glaube als Privatsache?
„Glaube ist selbstverständlich persönlich. Er drängt aber auch auf öffentliche Erkennbarkeit“, so das Statement des langjährigen ehem. Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Professor Dr. Wolfgang Huber. Die Menschenrechte stünden allerdings vor erheblichen zusätzlichen Umsetzungsschwierigkeiten, wenn Religion und Politik nicht getrennt würden.

Nach Aussage der Göttinger Juristin Professor Dr. Christine Langenfeld werde die Religionsfreiheit in Deutschland im Grunde schrankenlos gewährleistet. Sie sei nur dann einschränkbar, wenn andere Verfassungsgüter in Gefahr stehen. Der Staat könne keine Religionsgemeinschaften schaffen, sondern nur entgegen nehmen, was die Religionsgemeinschaften anbieten. Langenfeld wies auf den Unterschied zwischen dem deutschen Modell der freundlichen Unterstützung von Religionsgemeinschaften seitens des Staates und dem französischen Modell der strikten Trennung (Laizismus) hin: das deutsche Modell hätte sich im Hinblick auf Integration als günstiger bewährt, so Langenfeld.

100. Katholikentag
Unter dem Motto „Seht, da ist der Mensch“ treffen sich Christinnen und Christen vom 25. bis 29. Mai in Leipzig, um gemeinsam zu beten, zu feiern und zu diskutieren. Es werden rund 40.000 Teilnehmende erwartet, rund 32.000 davon sind Dauergäste. Mit 56 Prozent gibt es einen leicht erhöhten Anteil von Frauen. 87 Prozent geben an, römisch-katholisch zu sein, knapp elf Prozent sind evangelisch. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren machen gut 18 Prozent der Teilnehmenden aus; Menschen, die 60 Jahre und älter sind, rund 21 Prozent. Am wenigsten vertreten ist die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen: sie erreicht nur 7,5 Prozent der Teilnehmenden.

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„Hope Bibelstudien-Institut“ startet Online-Bibelkreis

Mit diesem neuen Angebot haben Fernkursteilnehmer des „Hope Bibelstudien-Instituts“ die Möglichkeit, sich in der Gruppe virtuell über ihren Glauben auszutauschen. „Beim ersten Treffen lasen wir gemeinsam einen Bibel-Abschnitt, tauschten Gedanken zum Text aus und beteten füreinander“, so ein Teilnehmer.

„Mit dem regionalen Online-Bibelkreis setzen wir einen weiteren Schritt, um an der Bibel interessierte Menschen noch besser zu vernetzen. Damit wollen wir die Möglichkeit eröffnen, dass sich Kursteilnehmer aus der gleichen Region zusammenfinden und kennenlernen können“, informierte Pastor Sven Fockner, Leiter des „Hope Bibelstudien-Instituts“.

Aktuelles Thema des neuen Online-Bibelkreises ist die Apostelgeschichte im Neuen Testament. Interessierte aus dem Raum Hamburg können sich über die Website www.hope-kurse.de melden um mitzumachen. Der Bibelkreis findet 14-tägig statt. Der nächste Live-Termin des Online-Bibelkreises ist am Montag, den 6. Juni von 19 bis 20:15 Uhr.

Das „Hope Bibelstudien-Institut“ ist das älteste Institut für kostenfreien Bibelfernunterricht in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es wurde 1948 gegründet und gehört zum Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ mit Sitz in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt. Mehr Informationen unter www.bibelstudien-institut.de oder www.hope-kurse.de

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„ADRA direkt“ – neue TV-Serie beim „Hope Channel“

Die Moderatorin Katrin Gehring stelle dabei Projekte und Menschen vor und rede mit ihnen über ihre Visionen und Hoffnungen. Der erste Beitrag wird am 20. Juni um 20:45 Uhr beim „Hope Channel“ TV ausgestrahlt. Die neue Sendereihe berichte über Mitarbeiter von ADRA Deutschland, die seit 1987 auf der ganzen Welt Menschen Mut machen und Schritt für Schritt deren Lebensqualität verbessern wollen, so Martin Haase, Pressesprecher von ADRA Deutschland.

ADRA Deutschland in Weiterstadt bei Darmstadt gehört zu einem weltweiten Netzwerk von über 130 eigenständigen ADRA-Länderbüros. Als vom Staat unabhängige und selbstständige Organisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hilft ADRA Menschen unabhängig von Rasse, ethnischer Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität. Die Abkürzung ADRA steht für Adventist Development and Relief Agency. Weitere Informationen unter www.adra.de

Der Fernsehsender „Hope Channel“ Deutsch ist einer von mehr als 40 Sendern der internationalen Senderfamilie „Hope Channel“. Er gehört zum adventistischen Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ mit Sitz in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt. Mehr Informationen unter www.hope-channel.de/tv/

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Adressbuch für das katholische Deutschland jetzt kostenfrei online

In einer übersichtlichen Gestaltung findet der Nutzer Anschriften und Ansprechpartner, Telefonnummern und Mailadressen aus den Bereichen, wie sie in der bisherigen, alle zwei Jahre erscheinenden Printfassung des Adressbuches bekannt sind: Kirche in Europa; Deutsche (Erz-)Diözesen; Deutsche Bischofskonferenz; Orden, Säkularinstitute und andere geistliche Gemeinschaften; Zusammenschlüsse von Laien, insbesondere Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK); Arbeitsbereiche (Bildung und Wissenschaft, Caritas und Soziales, Liturgie und Kirchenmusik, Medien, Migration, Pastoral, Weltkirche) sowie kirchliche Einrichtungen und Verbände in den Bundesländern.

Durch eine Rückmeldung an den Onlineauftritt können Änderungen innerhalb weniger Stunden vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz aktualisiert werden. Die online-Ausgabe löst die Printausgabe ab, die künftig nicht mehr in Buchform erscheint. Wie schon in den vergangenen Jahren wurde die neue online-Fassung des Adressbuchs für das katholische Deutschland vom Verlag Bonifatius in Paderborn betreut und realisiert.

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ADRA beim humanitären Weltgipfel der UNO in Istanbul vertreten

Die humanitäre Lage sei weltweit so dramatisch wie seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr, schreibt ADRA Schweiz in einem Hinweis zum humanitären Weltgipfel. Jonathan Duffy, Präsident von ADRA International, spreche laut dem Hilfswerk an einer Sondersitzung am Gipfel über zwei der fünf Kernaufgaben, die Ban Ki-moon in der Humanitäts-Agenda aufgelistet habe: Niemanden zu übergehen (#3) und das Leben der Menschen zu verändern – vom Beginn der Hilfeleistung bis zu deren Ende (#4).

„Im Wissen, dass die Bereitstellung von humanitärer Hilfe nur ein erster Schritt sein kann, das Leiden zu lindern, sollten alle Anstrengungen unternommen werden, um die Ursachen anzugehen und eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen“; schreibt ADRA International in einer Stellungnahme zum humanitären Weltgipfel.

ADRA verstehe seinen ganzheitlichen Ansatz als Quelle, um Armen sowie benachteiligten Bevölkerungsgruppen Betreuung, Bildung, Gesundheit und Sozialdienste anzubieten und ihnen damit zu ermöglichen, in Würde zu leben. In diesem Zusammenhang empfehle ADRA die Stärkung der Rolle der Frauen sowie junger, in Institutionen organisierter Menschen, darunter auch Kirchen und religiöse Organisationen, um ihr Potenzial für positive Veränderungen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene zu nutzen.

Weltweites ADRA Netzwerk
Seit 1956 versuchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ADRA rund um die Welt, Leben zu retten und Not zu lindern. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA-International (Adventist Development and Relief Agency) ist die weltweite Hilfsorganisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit. ADRA unterhält weltweit ein Netzwerk mit etwa 130 regionalen und nationalen Landesbüros und gewährt Hilfe unabhängig von politischer sowie religiöser Anschauung oder ethnischer Herkunft. Weitere Informationen: www.adra.de

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Neues Liederbuch der Adventisten

Gedruckt und elektronisch
Das Liederbuch ist in Softcover-, Hardcover- und Lederausgaben erhältlich. Außerdem gibt es eine Ausgabe für Organisten und die elektronische Ausgabe für Nutzer von iPad, iPhone, Tablet und Smartphone in den Formaten E-PUB und E-MOBI. Anfang Juli soll für Gemeinden ohne Orgel- oder Klavierspieler auch eine Liederbuch-Begleit-DVD im Format mp3 erscheinen. Geplant seien für Organisten und Klavierspieler zudem eine Vorspielsammlung sowie Begleitsätze zu den Kanons. Bereits erhältlich ist eine Handreichung für einen Einführungsgottesdienst des neuen Liederbuches.

Wie der Sekretär (Geschäftsführer) des Norddeutschen Verbandes der Freikirche und Mitglied der Projektleitung des Liederbuches, Pastor Friedbert Hartmann (Hannover), mitteilte, sei das bisherige Gesangbuch „Wir loben Gott“ bereits 34 Jahre alt und vergriffen. „Aus urheberrechtlichen Gründen konnten wir es nicht einfach nachdrucken.“ Als „Ergänzungsliederbuch“ wäre 2004 „Leben aus der Quelle“ erschienen, das vor allem jüngeres Liedgut enthalte. Viele Gemeindemitglieder seien daher Woche für Woche mit zwei Liederbüchern in den Gottesdienst gegangen.

694 Lieder vom Mittelalter bis zur Neuzeit
Für „glauben • hoffen • singen“ sind 694 Lieder in die Auswahl genommen worden, so Hartmann. Dabei habe die Gesangbuchkommission etwa 3.500 Lieder gesichtet und bewertet. Rund 270 Lieder stammten aus „Wir loben Gott“, 165 aus „Leben aus der Quelle“ und die anderen seien neu hinzugekommen.

Am neuen Liederbuch hätten Kirchen- und Jugendmusiker, Musikpädagogen, Theologen, Germanisten sowie Mitarbeiter aus dem Advent-Verlag Lüneburg und den Dienststellen der beiden deutschen Verbände mitgearbeitet. In den Arbeitskreisen, welche die Verantwortung für die inhaltliche Gestaltung trugen, habe es etwa 20 Personen aus allen deutschen regionalen („Vereinigungen“) und überregionalen („Verbände“) Freikirchenleitungen sowie der Deutschschweizerischen Vereinigung gegeben. Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Österreich habe sich in der Planungsphase für ein eigenes Liederbuch entschieden, das bereits 2014 unter dem Titel „Singt unserm Gott“ erschien.

Das Liederbuch „glauben • hoffen • singen“ habe ein „integratives“ Konzept, informierte Pastor Friedbert Hartmann. „Jede Altersgruppe, jede kulturelle Gruppe der Adventgemeinden in Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz soll aus diesem Buch singen können.“ Im neuen Gesangbuch seien unterschiedliche Musikstile vertreten. Chronologisch aufgezählt, gehe es um Liedgut aus der Zeit bis zum 17., des 18. (Pietismus, Aufklärung), 19. (Erweckungszeit) und 20. Jahrhunderts („Erste und Zweite Moderne“, Popularmusik, Anbetungslieder).

Auch an Gitarrenspieler ist gedacht
Neu sei laut der Musikerin Karola Vierus, Mitglied der Gesangbuchkommission, dass jedes Lied, ob modern oder Choral, mit Akkorden versehen ist. So könnten Gitarristen, aber auch Klavierspieler, alle Lieder begleiten, ohne den Satz spielen zu müssen. Dabei stünden alle Begleitakkorde in der gleichen Tonart wie das Lied selbst. Im Anhang des Liederbuches gebe es neben Autorenbiografien, Verzeichnisse von Stichworten, Bibelstellen und Rechteinhabern auch einen Teil mit Texten und Gebeten sowie mit Anregungen für die persönliche Andacht, die Andacht in Gruppen und für den Gottesdienst.

Vom „Gesang-Büchlein“ über „Zions-Lieder“ zu „Wir loben Gott“
Professor Wolfgang Kabus, der in der Gesangbuchkommission die fachliche Leitung hatte, wies darauf hin, dass das erste Liederbuch der deutschen Adventisten bereits aus dem Jahr 1869 stammt. Es war das sogenannte Lindermannsche „Gesang-Büchlein der getauften Christen-Gemeinde“, das 1876 von der ersten adventistischen Gemeinde in Wuppertal-Vohwinkel verwendet worden sei. Es wurde 1893 vom Gesangbuch „Zions-Lieder“ abgelöst, das 1907 und 1935 Überarbeitungen erfuhr. Erst 1982 kam mit „Wir loben Gott“ ein völlig neu gestaltetes Liederbuch für die deutschsprachigen Adventisten heraus.

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Deutsche Adventisten spenden 52,3 Millionen Euro

Die Steigerung hänge vor allem mit der Zunahme zweckgebundener Spenden für die Arbeit der örtlichen Adventgemeinden zusammen, teilte der stellvertretende Pressesprecher der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Holger Teubert (Ostfildern bei Stuttgart), mit. Er wies darauf hin, dass die Wirtschaftskraft in der Bundesrepublik unterschiedlich verteilt sei, wie das Spendenverhalten zeige. „Während ein Adventist in Nord- und Ostdeutschland durchschnittlich 1.292 Euro gab, waren es in Süddeutschland 1.768 Euro pro Mitglied.“

Von den 52,3 Millionen Euro gingen 2,9 Millionen Euro in die Außenmission, neun Millionen Euro verblieben bei den Ortsgemeinden. Die Adventisten erheben keine Kirchensteuer, sondern unterhalten ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Gaben, zu denen auch der biblische Zehnten gehört. Viele Mitglieder würden neben zehn Prozent ihres Einkommens weitere Spenden für besondere Projekte geben, so Teubert.

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ADRA-Shop in Schwedt eröffnet

Der neue ADRA-Shop in der Oderstadt wird neben dem Angebot von gebrauchter, gut erhaltener Kleidung auch Haushaltswaren, Dekorationsartikel, Accessoires und Bücher bereithalten, erläuterte ADRA-Pressesprecher Martin Haase. Der Verkauf gespendeter und bereits gebrauchter Waren schütze die Umwelt und schone wertvolle Ressourcen. Zusätzlich unterstützten die Kunden mit ihrem Einkauf weltweite Projekte von ADRA in den Bereichen der Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit.

Die Shop-Eröffnung gehe laut Haase auf eine Initiative der „Schutzhütte“ zurück, die sich in Schwedt seit 1995 sozial engagiere. „Nach der Wende ist die Einwohnerzahl um die Hälfte auf 30 000 Bürger zurückgegangen. Das bringt enorme Herausforderungen mit sich, die nur durch die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Initiativen gestemmt werden können“, erklärte Schutzhütte-Geschäftsführer Andreas Noack, der jetzt das Team für den ADRA-Shop aufbaue.

ADRA-Shops gibt es bisher in Weiterstadt bei Darmstadt, Bergisch Gladbach, Lüdenscheid und Stendal. Informationen dazu finden sich im Internet unter www.adra.de/adrashops

ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Nichtregierungs-Organisation. ADRA Deutschland mit Sitz in Weiterstadt wurde 1987 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet. Nach dem Motto „Damit Menschen wieder hoffen können“ ist ADRA Deutschland Teil eines weltweiten Netzwerks mit 140 nationalen ADRA-Büros.

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Hochschulgottesdienst bei „Hope Channel“ Fernsehen

Der Gottesdienst wird von Studenten und Dozenten der Hochschule gestaltet. Die Predigt mit dem Thema „Der verlässliche Gott“ hält Dr. Daniela Gelbrich, Dozentin für Altes Testament an der Hochschule. Den „Hope Channel“-Zuschauern ist sie bekannt als Talkgast bei „die Bibel. das Leben“ sowie als Referentin in der Hope Kolleg-Serie „Hebräisches Denken“.

Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist seit 1990 staatlich anerkannt. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können neun Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, belegt werden. An der Hochschule sind rund 200 Studierende aus über 30 Ländern eingeschrieben.

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Luthers Haltung ein Vorbild für Adventisten

Lizenz zum Selberdenken
„Ein Mensch beweist Standhaftigkeit“, schreiben die Präsidenten des Nord- und Süddeutschen Verbandes, die Pastoren Johannes Naether (Hannover) und Werner Dullinger (Ostfildern bei Stuttgart), in der Juni-Ausgabe der Kirchenzeitschrift „Adventisten heute“ über den Reformator Martin Luther. Solche Persönlichkeiten seien auch heute gefragt: „Menschen, die eine Überzeugung haben und Widerstände aushalten können.“ Der Thesenanschlag am 31.10.1517 an die Schlosskirche zu Wittenberg und Luthers Auftritt 1521 in Worms vor Kaiser und Fürsten wären eine „Lizenz zum Selberdenken“ gewesen. Auch wenn der Reformator nicht die Absicht einer Kirchenspaltung verfolgt habe, hätte seine Standhaftigkeit etwas in Bewegung gesetzt: „Eine Zentralmacht verliert ihr Monopol über die Christen, Menschen werden aufgefordert, ihrem eigenen Gewissen zu folgen.“ Künftig sollte jeder selbst sich über seine Beziehung zu Gott klar werden.

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders“
Als Luther im April 1521 in Worms vor Kaiser Karl V. erschien und zum Widerruf seiner Schriften aufgefordert wurde, habe sein „Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir“, die folgenschwersten Veränderungen in der europäischen Geschichte bewirkt, so Naether und Dullinger. Nicht kirchliche Tradition, sondern die Heilige Schrift und „klare Vernunftgründe“ sollten in Glaubensdingen maßgebend sein. Das bedeute, „Gott befreit zum Denken – ein ‚Hier stehe ich‘ entsteht als Folge eines emanzipierten und selbstverantwortlichen Glaubens“. Damit könne auch ein Adventist in der heutigen Zeit bei den Menschen anknüpfen und er brauche keine Scheu vor Fragen haben. Auch die Gründer der Freikirche hätten sich von diesem „Hier stehe ich!“ leiten lassen und eine große Enttäuschung sowie Widerstand ausgehalten.

Beginn am 29. Oktober 2016
Dieses „Hier stehe ich!“ stelle die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland als Überschrift über ein Jubiläumsjahr, das sie bereits am 29. Oktober 2016 beginnen werde, informierten die Pastoren Johannes Naether und Werner Dullinger. An diesem Samstag, dem biblischen Ruhetag (Sabbat), sei in der Adventgemeinde Wittenberg ein Live-Gottesdienst geplant, der beim adventistischen Fernsehsender „Hope Channel“ und per Übertragung auch in deutschsprachigen Adventgemeinden verfolgt werden könne. Der Advent-Verlag Lüneburg werde zum Thema „Adventisten und die Reformation“ ein Buch herausgeben und weitere Publikationen darüber veröffentlichen. Auch „Hope Channel“ Fernsehen und Radio würden unterschiedliche Sendeformate produzieren, die auch Ortsgemeinden für ihre Aktivitäten einsetzen könnten. Außerdem sei Anfang Juli 2017 die adventistische Weltkirchenleitung in Deutschland zu Gast und werde einige historische Orte der Reformation aufsuchen. Abgeschlossen werde dieser Besuch mit einem Gottesdienst, dessen Ausstrahlung ebenfalls live auf dem „Hope Channel“ erfolge.

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Fortbildung für Ehrenamtliche in der Arbeit für Flüchtlinge

Der Dekan des Fachbereichs Christliches Sozialwesen der Hochschule, Professor Dr. Horst Friedrich Rolly, führt in die partizipative Projektgestaltung ein. Dr. Andreas Bochmann, Ehe- und Lebensberater, befasst sich mit Hintergrund und Folgen von Kriegstrauma. Dozentin Simone Emmert gibt einen kurzgefassten Einblick in das Asylverfahren in Deutschland. Peter Bulengela und Marco Knorr beleuchten interkulturelle Kompetenz in Theorie und Praxis. In Workshops tauschen sich die Teilnehmenden über Methoden der partizipativen Projektarbeit, den Umgang mit kriegstraumatisch Betroffenen, Überwindung von Vorurteilen und Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit aus.

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Reformationsjubiläum als Signal der Versöhnung und des Aufbruchs

Reformationsjahr 2017 international und ökumenisch
Die Feierlichkeiten würden sich deutlich von denen früherer Jahrhundertfeiern abheben. „Das Reformationsjahr 2017 wird international und ökumenisch“, betonte der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. „Mit dieser deutlichen Unterscheidung von allen anderen Jubiläen der vergangenen Jahrhunderte setzen wir ein Signal der Versöhnung und des Aufbruchs.“ Das 500. Reformationsjubiläum werde neu auf Christus hinweisen. „Auch die Reformatoren wollten keine neue Kirche gründen, sondern auf Christus verweisen.“ Der Ratsvorsitzende vertraue darauf, dass sich im Jubiläumsjahr mit seinen zahlreichen Höhepunkten viele Menschen wie einst Martin Luther von Christus begeistern ließen. „Dann beginnen sie Versöhnung zu stiften.“ 500 Jahre Reformation zu feiern bedeute daher auch, „sich öffentlich einzumischen.“

Mit Umdenken durch krisenhafte Zeiten
Die Präsidentin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Christina Aus der Au, erinnerte daran, dass Reformation immer auch eine Abkehr von Gewohnheiten und damit einen mutigen Aufbruch bedeute. „Nur Umdenken und konsequente Entscheidungen können uns durch krisenhafte Zeiten führen“, sagte die Schweizer Theologin vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Mit Blick auf die Kirchentagslosung 2017, „Du siehst mich“, erklärte Christina Aus der Au: „Es ist christliche Überzeugung, genau hinsehen zu können und hinsehen zu müssen, weil Gott uns zuerst angesehen hat.“ Dabei setze der Kirchentag auf Dialog mit anderen Religionen und Konfessionen, aber auch mit säkularen Menschen. „Auch das Ringen um eine Sprache, die man hier und jetzt versteht, ist Erbe der Reformation“, so die Kirchentagspräsidentin.

Junge Menschen mit Glaubensthemen ansprechen
Der Vorsitzende des Leitungskreises Reformationsjubiläum 2017, Gerhard Robbers, hob die Chance des Reformationsjubiläums hervor, junge Menschen mit Glaubensthemen anzusprechen: Zahlreiche Veranstaltungen im Sommer 2017, wie etwa das Konfi- und JugendCamp für 20.000 Jugendliche, könnten dazu beitragen, eine „Generation 2017“ zu prägen. „Vertrauen und der Mut, Neues auszuprobieren sind theologische Herzstücke der Reformation“, sagte Robbers. Das KonfiCamp unter das Motto „trust and try“ zu stellen, sei eine Einladung an Jugendliche, „Vertrauen zu wagen – sowohl zu Gott als auch zu sich selbst und seinen Mitmenschen“, so der Minister der Justiz und für Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz.

Die Vergangenheit heilen
Spitzenvertreter der evangelischen und römisch-katholischen Kirche würden im Herbst 2016 zunächst eine Pilgerreise nach Israel und Palästina unternehmen, um sich an die Quellen und Wurzeln des gemeinsamen Glaubens erinnern zu lassen. Dieser ökumenische Start werde ergänzt durch einen ökumenischen Bibelkongress, der am 9. Februar 2017 in Stuttgart unter dem Leitgedanken „Die Heilige Schrift als Basis des Christusfestes“ stattfände. Unter dem Stichwort „healing of memories“ würden die katholische und evangelische Kirche am 11. März 2017 daraufhin in Hildesheim einen gemeinsamen Buß- und Versöhnungsgottesdienst feiern.

Stationenweg durch europäische Reformationsstädte
Die internationale Dimension der Reformation spiegele sich auch in den geplanten Großveranstaltungen wider: Am 3. November 2016 starte der Europäische Stationenweg in Genf und knüpfe ein Band zwischen europäischen Städten, die von der Reformation geprägt wurden. Über Mitteldeutschland münde der Europäische Stationenweg in die Weltausstellung Reformation „Tore der Freiheit“ in Lutherstadt Wittenberg (20. Mai bis 10. September 2017). Die Ausstellung, in der Kirchen, Organisationen, Initiativen und Künstler ihre Sicht der Reformation präsentierten, eröffne am 20. Mai 2017 die „heiße Phase“ der Jubiläumsfeierlichkeiten.

Der Kirchentag
Einer der Höhepunkte werde das Himmelfahrtswochenende 2017 sein. Zum Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin ab dem 24. Mai würden mehr als 100.000 Teilnehmende erwartet. Bei den sechs „Kirchentagen auf dem Weg“ in acht mitteldeutschen Städten (ab 25. Mai) machten noch einmal so viele Menschen Station auf dem Weg nach Lutherstadt Wittenberg. Gemeinsam träfen sich die Teilnehmenden der Kirchentage zum Festwochenende: Hunderttausende würden am Sonntag, den 28. Mai 2017, auf den Elbwiesen südlich von Lutherstadt Wittenberg den großen Festgottesdienst mit Abendmahl feiern. Schon ab Oktober 2016 biete das 360°-Panorama des Künstlers Yadegar Asisi „Luther 1517“ einen Einblick in das Leben in der damaligen Universitätsstadt.

Zahlreiche Prominente würden 2017 zu „Reformationsbotschaftern“, ein Pop-Oratorium über Luther toure durch viele deutsche Großstädte. All das werde die Aufmerksamkeit für den Start des Jubiläumsjahres erhöhen. Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche Wittenberg geschlagen haben. Das gilt als ein zentraler Ausgangspunkt der weltweiten Reformationsbewegung des Reformators.

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Evangelische Allianz: „Es ist Zeit zum Handeln“

„Nach dieser Studie, die von dem mit uns verbundenen Verein ‚Open Doors‘ erarbeitet und auch gemeinsam von weiteren mit uns verbundenen Werken und Verbänden vorgestellt wurde und nach glaubwürdigen Zeugnissen von Betroffenen und Helfern ist Handeln angesagt“, betonte der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, in Bad Blankenburg. Es helfe nicht, wenn Kirchenleiter und Politiker auch weiterhin nur wiederholen, dass man die getrennte Unterbringung aus grundsätzlichen Gründen ablehne.

Nicht Menschen wissentlich Gefahren aussetzen
„Wir brauchen jetzt tragfähige Lösungen.“ Der deutsche Rechtsstaat kenne individuelle Freiheitsrechte jedes einzelnen Bürgers, wozu auch in besonderer Weise die Religionsfreiheit gehöre. Jede einzelne Verletzung dieses grundlegenden Freiheitsrechtes verdiene den konsequenten Einsatz gegen die Verletzer und für die Verletzten. Gleichzeitig müsse der höchst mögliche und wirksame Schutz vor Gewalttaten geleistet werden. Um hehrer Ziele willen dürfe man nicht Menschen wissentlich Gefahren an Leib und Leben aussetzen. „Opferschutz, präventiv und nach Verletzungen, muss absoluten Vorrang haben“, so Steeb.

Zudem sei die These, Bedrängungen und Bedrohungen von Christen in Flüchtlingsheimen wären nur bedauerliche Einzelfälle, spätestens durch diese Studie überholt. Da bisher seitens der Regierenden ganz offensichtlich im Konzept großer und unübersichtlicher Flüchtlingsunterkünfte keine Garantie für die Freiheit von Christen und ihre Unverletzlichkeit gewährleistet werde, seien jetzt dringend Nachbesserungen geboten. „Wir brauchen überzeugende geeignete Maßnahmen zum Schutz christlicher Flüchtlinge, gegebenenfalls eben auch die Alternative der getrennten Unterbringung von Christen.“

Religionsfreiheit braucht mehr als Lippenbekenntnis
Religionsfreiheit dürfe auch in Deutschland kein Lippenbekenntnis bleiben. Für ihre sofortige umfassende Gewährleistung müsse alles getan werden. „Es ist Zeit zum Handeln“, sagte Steeb, der derzeit auch den Arbeitskreis Religionsfreiheit, Menschenrechte, Einsatz für Verfolgte Christen leitet, den die Deutsche Evangelische Allianz seit dem Jahr 2000 eingerichtet hat.

Die Erhebung „Religiös motivierte Übergriffe gegen christliche Flüchtlinge in Deutschland“ ist im Internet unter www.opendoors.de/fluechtlingsbericht zu finden.

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Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung in jedem Land achten

„Niemand darf gegen sein Gewissen zum Dienst mit der Waffe gezwungen werden. Das ist in jedem Land der Erde zu achten und zu respektieren“, stellte der Bundesvorsitzende der EAK, Dr. Christoph Münchow, fest. Sorgen bereite dem evangelischen Friedensverband dabei die Situation in vielen Ländern, auch innerhalb der Europäischen Union, in denen Kriegsdienstverweigerer nach wie vor Repressionen und sozialer Ausgrenzung ausgesetzt seien oder ihnen sogar Gefängnisstrafen drohe. „Wir dürfen nicht die Augen verschließen, wenn Länder dieses Menschenrecht mit Füßen treten“, mahnte Münchow und verwies dabei auf die schwierige Situation von Kriegsdienstverweigerern beispielsweise in der Türkei, in Israel, Griechenland oder Südkorea.

Kriegsdienstverweigerer gehören nicht ins Gefängnis
Die EAK forderte die Bundesregierung auf, in Gesprächen mit diesen Ländern auch die Frage der Kriegsdienstverweigerung zum Thema zu machen. „Das muss von deutschen Regierungsvertretern immer wieder angesprochen werden. Kriegsdienstverweigerer müssen anerkannt werden und gehören nicht ins Gefängnis gesperrt, wenn sie ihrem Gewissen folgen“, so der EAK-Bundesvorsitzende.

Kritisch sehe die EAK auch die Entscheidung von Ländern wie Litauen oder der Ukraine, angesichts der zunehmenden außenpolitischen Spannungen wieder die Wehrpflicht einzuführen. „Statt nun auf das Militär zu setzen, wäre es wichtiger, Alternativen wie einen zivilen Friedensdienst verstärkt in den Blick zu nehmen“, erklärte EAK-Geschäftsführer Wolfgang Burggraf, der in diesem Zusammenhang auch Äußerungen deutscher Politiker nach einer Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland scharf kritisierte. „Hier werden wir wachsam sein.“

Anstieg bei Beratungen von Kriegsdienstverweigerern
Die EAK, welche in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen feiert, kündigte an, sich auch weiterhin für Menschen, die aus Gewissensgründen den Militärdienst verweigern, einzusetzen. „Auch in Deutschland verweigern nach wie vor Menschen den Dienst in der Bundeswehr. Wir werden ihnen dabei helfen und sie in ihrer Gewissensnot und ihrer Gewissensbildung unterstützen, wenn sie von ihrem Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung Gebrauch machen“, informierte EAK-Referentin Jasmin Schwarz. Im vergangenen Jahr habe die EAK-Geschäftsstelle in Bonn einen deutlichen Anstieg bei den Beratungen von Kriegsdienstverweigerern verzeichnet.

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung (KDV) und Friedensarbeit zuständig sind.

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Adventisten und Reformation

Während die erste Hälfte des Symposiums die großen Reformatoren im Fokus hatte, widmete sich die zweite zunächst der Tradition der Wiedertäufer, dem sogenannten „linken Flügel“ der Reformation. Am letzten Studientag wurde der Einfluss der Reformation auf die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten anhand von zwei kontroversen Perioden in der adventistischen Geschichte beleuchtet.

Das Erbe der Reformation und der Wiedertäufer
Die Ausarbeitung von Timothy Arena, Doktorand an der Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA, beschäftigte sich mit der Erlösungslehre von Philip Melanchthon (1497-1560). Arena sieht eine ideengeschichtliche Linie von Melanchthon über Jacobus Arminius (1560-1609) und John Wesley (1703-1791) zur Mitbegründerin der Freikirche der Siebenten-Tags Adventisten, Ellen G. White (1827-1915).

Adventisten seien direkt oder indirekt von christlichen und speziell von protestantischen Traditionen ihrer Zeit beeinflusst worden. Das treffe auch auf die adventistische Vorstellung von „Kirche“ zu, vertrat der langjährige niederländische adventistische Kirchenleiter Dr. Reinder Bruinsma. Allerdings sei dieser Einfluss eher unterbewusst und weniger ein Resultat von sorgfältigem Studium gewesen.

Dr. Michael Campbell, Dozent am Adventist International Institute of Advanced Studies in Silang, Cavite/Philippinen, verglich die Theologie des Abendmahls bei Martin Luther und bei den frühen Adventisten. Adventisten schienen sich mehr an die Vorstellungen des Züricher Reformators Zwingli anzulehnen als an Luther. Sie hätten sich in dieser Hinsicht aber nicht eindeutig im großen Strom des Protestantismus positioniert.

Die Wiedertäufer, beziehungsweise die „radikalen Reformatoren“ waren Gegenstand von gleich drei Referaten. Dr. Martin Rothkegel, Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Hochschule Elstal bei Berlin, beleuchtete verschiedene Gruppen von Wiedertäufern in Europa. Dr. Trevor O´Reggio, Professor für Kirchengeschichte an der Andrews Universität, USA, verglich wichtige theologische Lehrpunkte von Wiedertäufern mit denen der Adventisten und stellte fest, dass es deutliche Ähnlichkeiten gebe. Dr. Charles Scriven, Vorsitzender von „Adventist Forum“ (Roseville, Kalifornien/USA), stellte das Werk des täuferischen Theologen James William McClendon (1924-2000) und seine mögliche Bedeutung für adventistisches Denken vor.

Kontroversen in der Adventgeschichte
Dr. Johannes Hartlapp, Dozent für Kirchengeschichte an der Friedensauer Hochschule, legte in seinem Referat die Deutung der Reformation aus der Sicht von Ludwig Richard Conradi (1856-1939) dar. Conradi war einer der bedeutendsten Leiter der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa im frühen 20. Jahrhundert. Er suchte begeistert nach Parallelen in Luthers Verständnis der Endzeit und des Antichristen. Allerdings habe Conradi das theologische Grundverständnis Luthers, die Rechtfertigungslehre, nicht rezipiert, was zu einem verfehlten Bild der Reformation geführt habe.

Die „bahnbrechende Generalkonferenz von 1888“ war das Thema des emeritierten Professors der Andrews Universität, Dr. Woodrow Whidden. Diese Vollversammlung adventistischer Kirchenleiter im Jahr 1888 in Minneapolis/USA, stellte einen Wendepunkt in der Geschichte der Freikirche dar. Durch den Einfluss von Ellen White konnte die adventistische Kirche zu einem klareren Verständnis der reformatorischen Grundsätze Sola Gratia (allein aus Gnade) und Sola Fide (allein aus Glauben) geführt werden, so Whidden.

Dr. Gilbert Valentine, Professor an der adventistischen La Sierra Universität in Riverside, Kalifornien/USA, stellte in seinem Referat den kircheninternen Konflikt über die Bedeutung von „Rechtfertigung aus Glauben“ dar, wie er sich in den 1960er und 70er Jahren besonders in Australien und den USA zeigte. Aufgrund unterschiedlicher Rezeption der Reformationstheologen sei eine Polarisation entstanden, die zu heftigen Auseinandersetzungen über Hauptlehren und Auftrag der Freikirche führte und bis heute nachwirkt.

Dr. Rolf Pöhler, Professor für systematische Theologie in Friedensau, beendete die Referate mit dem Thema: Sind Siebenten-Tags-Adventisten „Erben der Reformation“?. Zum Abschluss des Symposiums gab es für die Teilnehmer eine Exkursion nach Wittenberg. Das erste internationale Symposium des Instituts für adventistische Studien hatte im Mai 2014 als Thematik „Die Auswirkungen des 1. Weltkriegs auf die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten“.

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Christen in deutschen Flüchtlingsunterkünften nicht sicher

Dieselbe Diskriminierung wie in islamischen Herkunftsländern
Markus Rode, Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender von „Open Doors“ Deutschland, legte die Erhebung seines Hilfswerkes „Religiös motivierte Übergriffe gegen christliche Flüchtlinge in Deutschland“ vor. Die besondere Problematik liege dabei nicht in der Tatsache, dass es im Rahmen einer unerwartet großen Zuwanderung von vielfach traumatisierten Flüchtlingen aus Krisenregionen zu zwischenmenschlichen Konflikten in den oft überfüllten Erstaufnahmeeinrichtungen komme. Alarmierend wäre vielmehr die Tatsache, dass christliche Flüchtlinge und andere religiöse Minderheiten in zunehmendem Maße dieselbe Verfolgung und Diskriminierung wie in ihren islamischen Herkunftsländern erlitten und nicht einmal in Deutschland den erhofften Schutz erhielten, betonte Rode.

Übergriffe gegen christliche Flüchtlinge in Deutschland dokumentiert
Zwar habe es vermehrt Hinweise von Medien, Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen, Kirchenleitern und Dachorganisationen orientalischer Christen zu religiös motivierten Übergriffen auf christliche Flüchtlinge gegeben, doch sei von politischer und behördlicher Seite dem kaum nachgegangen worden. So wäre der Eindruck entstanden, dass die Vorfälle bewusst verharmlost oder sogar vertuscht würden. Um den schutzlosen christlichen Flüchtlingen in deutschen Flüchtlingsunterkünften in ihrer Not zu helfen, habe „Open Doors“ beschlossen, derartige Übergriffe systematisch zu untersuchen.

Binnen zwei Monaten habe das Hilfswerk 231 Vorfälle aus ganz Deutschland dokumentieren können, die von Diskriminierung über Körperverletzungen bis hin zu sexuellen Übergriffen und Todesdrohungen die weitgehende Schutzlosigkeit christlicher Flüchtlinge in den Unterkünften aufzeigten, so Rode. Weitere Vorfälle, auch zu Übergriffen auf andere Minderheiten wie Jesiden, seien bei der IGFM und AVC eingegangen. Jesidische Frauen und Mädchen wandten sich an die IGFM, weil muslimische Übersetzer sie bedroht oder ihre Aussagen in Anhörungsverfahren falsch oder verkürzt übersetzt hätten, berichtete IGFM-Geschäftsführer Karl Hafen.

Nur die Spitze des Eisberges
Der ZOCD unterhalte aufgrund der zunehmenden Hilferufe christlicher Flüchtlinge seit Juni 2015 ein bundesweites Netzwerk von ehrenamtlichen Helfern für betroffene Flüchtlinge sowie eine Notfall-Hotline, bei der an Spitzentagen bis zu 100 Anrufe betroffener Christen eingingen, häufig mit Meldungen zu gewaltsamen Übergriffen, informierte der Leiter des Arbeitskreises Flüchtlinge des ZOCD, Paulus Kurt. Die bislang gemeldeten Vorfälle stellten laut Volker Baumann, Flüchtlingsbeauftragter der AVC, nur die Spitze des Eisbergs dar. Er schätzt die Dunkelziffer auf „mehrere zehntausend Fälle“.

Religiös motivierte Verfolgung durch Mitflüchtlinge und Wachpersonal
Die Erhebung von „Open Doors“ habe ergeben, dass 88 Prozent der christlichen Flüchtlinge religiös motivierte Verfolgung durch muslimische Mitflüchtlinge und 49 Prozent teils zusätzlich durch Mitarbeiter des muslimischen Wachpersonals erfahren hätten. Besonders gefährdet seien Konvertiten, die vom Islam zum christlichen Glauben übergetreten sind. Sie würden häufig nicht nur als Verräter ihres Glaubens, sondern auch als Verräter ihres Volkes, ja sogar der Gesamtheit der Muslime angesehen. Deshalb wäre es für Muslime, die dieser Logik folgten, nicht nur legitim, sondern sogar geboten, gegen diese „Abtrünnigen“ vorzugehen.

Auch in Deutschland von Islamisten bedroht
Fadi S. berichtete, wie er als Christ aus Syrien floh, weil er von Islamisten wegen seines Glaubens bedroht worden sei. In einem deutschen Flüchtlingslager wäre er erneut Islamisten begegnet, die ihn bedroht hätten. Fadi habe sich in Deutschland insbesondere Schutz vor Verfolgung und die im Grundgesetz garantierte freie Religionsausübung erhofft. Doch er erlebe stattdessen die Fortsetzung von dem, was er bereits aus seiner Heimat kenne.

Nachdem viele christliche Flüchtlinge wegen religiöser Verfolgung aus ihrem Heimatland geflohen und zum Teil schwer traumatisiert in Deutschland angekommen seien, erlitten sie nun als Christen erneut Verfolgung in deutschen Flüchtlingsunterkünften und würden nicht geschützt, beklagte Volker Baumann von der ACV.

„Wir trauen uns nicht mehr ein Kreuz zu tragen“
Ramin F., ein Christ aus dem Iran, schilderte: „Beim Abholen unseres Geldes werden wir immer nach hinten gedrängt. Auch in der Küche kommen wir als Letzte dran. Nach Mitternacht, wenn wir schlafen, klopfen sie ans Fenster oder an unsere Tür und wir können aus Angst nicht mehr weiterschlafen. Und am nächsten Tag beim Sprachunterricht können wir nicht gut lernen. Muslime nennen uns ‚mortad‘ (ungläubig) und stehlen unsere Lebensmittel aus dem Kühlschrank in der Küche. Sie malen Kreuze an die Wände im Flur, streichen sie mit einem X durch und beleidigen uns dadurch. Sie reißen uns unsere Kreuzanhänger vom Hals, sodass wir uns nicht mehr trauen, ein Kreuz zu tragen. Sie werfen ihren Müll vor unsere Tür. Sie belästigen uns bewusst durch laute religiöse Musik und Gebete.“ Körperliche Angriffe wie Schlagen, Bespucken oder Schubsen seien alltäglich.

„Er wollte sich mit einer Rasierklinge das Leben nehmen“
Pfarrer Dr. Gottfried Martens von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) teilte mit, dass zu seiner Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin-Steglitz etwa 1.200 Konvertiten gehören, die teilweise schon in ihrer Heimat Christen waren und deshalb hätten fliehen müssen. Ihm seien daher zahlreiche Fälle von Diskriminierungen bekannt. „Ein Christ war von muslimischen Heimbewohnern wegen seiner Konversion so massiv bedroht und mit Korangesängen rund um die Uhr beschallt worden, dass er versuchte, sich mit einer Rasierklinge das Leben zu nehmen. Glücklicherweise wurde er noch rechtzeitig gefunden.“ Pfarrer Martens berichtete auch von „acht Flüchtlingen, die wir aus einer anderen Einrichtung zwischendurch bei uns unterbringen mussten. Sie waren massiv mit dem Tode bedroht worden, weil sie sich weigerten, am rituellen muslimischen Gebet in der Sporthalle teilzunehmen.“

Eine Anzeige führt nur zu einer noch stärkeren Bedrohung
Nur selten würden die Betroffenen Übergriffe bei der Polizei zur Anzeige bringen, so Pfarrer Martens. Das habe auch mit der Angst zu tun, dass Todesdrohungen gegen das eigene Leben sowie gegen im Heimatland verbliebene Angehörige umgesetzt würden. Und selbst wenn Christen Übergriffe zur Anzeige brächten, reagierten die Täter häufig mit einer Gegenanzeige. In diesen Fällen werde das Verfahren in der Regel aus Mangel an Beweisen eingestellt, beziehungsweise aufgrund der fehlenden Beweisbarkeit der Vorwürfe. Dadurch gelten Christen schnell als Störenfriede und müssten negative Auswirkungen auf ihr laufendes Asylverfahren befürchten. Die Erfahrung mache deutlich, dass eine Anzeige nichts bewirke, sondern nur zu einer noch stärkeren Bedrohung und weiteren Übergriffen führe. Resignierend sei zudem, dass der muslimische Wachschutz mehrmals selbst zum Täter geworden sei und muslimische Übersetzer die Schilderungen der Vorfälle nicht wahrheitsgemäß übersetzten würden.

Das Vertrauen vieler christlicher Flüchtlinge in den deutschen Rechtsstaat werde durch die erlebten Übergriffe und die ausbleibende Hilfe der Behörden schwer erschüttert. Manche wagten nicht einmal, sich als Christen zu erkennen zu geben. Genau darin zeige sich die Einschränkung der Religionsfreiheit für christliche Flüchtlinge in Deutschland, beklagte Karl Hafen von der IGFM.

Integration nicht auf dem Rücken religiöser Minderheiten austragen
Integration sei ein langwieriger und schwieriger Prozess. Er dürfe nicht auf dem Rücken christlicher Flüchtlinge und anderer religiöser Minderheiten ausgetragen werden. Deshalb forderten die Menschenrechtsorganisationen in Berlin die Erfassung der Religionszugehörigkeit bei der Erstaufnahme und Weiterleitung der Daten bei der Verlegung in andere Unterkünfte. Zusammenlegung von Minderheiten, sodass der Anteil der Christen sowie anderer religiöser Minderheiten im Verhältnis zu den Muslimen in etwa gleich ist. Getrennte Unterbringung von Christen sowie von anderen religiösen Minderheiten, die bereits Opfer von Verfolgung und Diskriminierung geworden sind. Adäquate Erhöhung des nicht-muslimischen Anteils innerhalb des Wachpersonals. Regelmäßige Schulungen und Sensibilisierung der Mitarbeiter und des Sicherheitspersonals in Flüchtlingsunterkünften hinsichtlich Ursachen religiöser Konflikte und des Schutzes religiöser Minderheiten. Bereitstellung von Vertrauenspersonen christlichen Glaubens, an die sich von Verfolgung betroffene Christen wenden können.

Die Erhebung „Religiös motivierte Übergriffe gegen christliche Flüchtlinge in Deutschland“ ist im Internet unter www.opendoors.de/fluechtlingsbericht zu finden.

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Hochschulsymposium eröffnet: „Die Wahrnehmung der Reformation bei den Adventisten“

Nicholas Miller, Professor für Kirchengeschichte an der Andrews Universität in Berrien Springs, Michigan/USA, befasste sich in seinem Eröffnungsvortrag am Montagabend mit den protestantischen Wurzeln der Glaubensvorstellungen der Siebenten-Tags-Adventisten über den Sabbat, die Erlösungslehre und das Motiv des großen Kampfes zwischen Gott und Satan. Grundlagen für diese Konzepte ließen sich bei den niederländischen protestantischen Theologen Jakobus Arminius (1560-1609) und Hugo Grotius (1583-1645) finden.

Martin Luther und die Adventisten
Der erste volle Tag des Symposiums stand ganz unter dem Zeichen des großen deutschen Reformators aus Wittenberg. Dr. Stefan Höschele, Dozent für systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Friedensau (ThHF), zeigte in seinem Vortrag auf, dass es bei den frühen Adventisten eine Entwicklung im Sprachgebrauch von „Reformation“ und „protestantisch“ gegeben hat: Von einer hauptsächlich negativ belegten Sichtweise von „Protestantismus“ und einem gänzlich positiven Gebrauch von „Reform“ hin zu einer differenzierten und eher positiven Verwendung dieser Begriffe.

Über das Lutherbild bei Ellen G. White, der Mitbegründerin der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, ging es im Referat von Denis Kaiser, Doktorand an der Andrews Universität. Martin Luther werde in ihren Schriften als der Reformer schlechthin dargestellt. Besonderen Wert lege sie auf Luthers Betonung der Autorität der Heiligen Schrift und der Rechtfertigung allein aus dem Glauben.

Martin Luthers Vorstellungen über die Endzeit thematisierte Dr. Daniel Heinz, Leiter des historischen Archivs der Freikirche in Europa. Luthers Denken sei stark von der nahen Erwartung der Wiederkunft Christi geprägt gewesen. Heinz monierte, dass Luthers Lehre von den letzten Dingen zu wenig Raum in der Forschung einnehme. Gerade bei dieser Thematik gebe es viele Schnittmengen mit adventistischen Glaubensauffassungen.

Der isländische Theologe Jón Hjörleifur Stefánsson untersuchte die Aussagen Luthers zum Thema „Antichrist“ und zog Parallelen zur adventistischen Auslegung. Luther habe das Thema aus der mittelalterlichen Theologie übernommen und in Geschichte und Zukunft konkret verortet. Das Evangelium sei für Luther die einzige „Waffe“, dem „Antichristen“ entgegen zu treten.

Gleich zwei Referate hatten das „Sola Sriptura“-Prinzip (allein die Schrift) im Blick. Der adventistische Pastor Christian Lutsch vertrat die Ansicht, dass sich Martin Luthers Verwendung von Sola Scriptura nicht in erster Linie gegen die damalige Kirche richtete, sondern gegen eine ungebührliche Verwendung der Bibel. Luther wollte klarstellen, dass derjenige, der die Bibel aufschlägt, in einen Dialog mit Gott tritt. Sully Sanon, Theologiestudent an der ThHF, legte seine Deutung des Sola Scriptura-Prinzips als „Devotion“ (Hingabe) vor. In dieser Deutung sei Theologie ein Dialog über und ein Dienst an dem Text der Heiligen Schrift.

Weitere Informationen zum Symposium sind im Internet unter www.thh-friedensau.de/2-ias-symposium-2/ zu finden. Das erste internationale Symposium des Instituts für adventistische Studien hatte im Mai 2014 als Thematik „Die Auswirkungen des 1. Weltkriegs auf die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten“.

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Geschlechtsunabhängige Einsetzung zum Pastorendienst durch Adventisten in Dänemark

2013 hatten die Adventisten in Dänemark beschlossen, keine geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Einsetzung von Pastoren mehr zu machen und deshalb die Ordination von Pastoren sowie die Segnung (commissioning) von Pastorinnen auszusetzen, bis die Delegierten der 60. Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) bezüglich der Frauenordination im Sommer 2015 in San Antonio, Texas/USA, entschieden hätten. Laut Beschluss der Weltsynode ist es den weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) auch weiterhin nicht gestattet, in ihrem Gebiet Frauen, die im Pastorendienst tätig sind, zu ordinieren.

„Die geistlichen Gaben einer Person zu erkennen, mit ihr zu beten und dabei die Hände aufzulegen, ist unseres Erachtens ein Weg zu einem biblischeren Verständnis des Status und der Rolle von Pastoren in unserer Kirche“, sagte Pastor Thomas Müller, Präsident der Adventisten in Dänemark bei der Einsetzungsfeier. Die adventistische Kirche in Dänemark suche die Einheit mit der Weltkirche und wolle sich keineswegs aus der Gemeinschaft der adventistischen Gläubigen entfernen.

„Wir werden mit zwei Legitimationen (credentials) arbeiten“, sagte Thomas Müller: Pastoralassistenten (Internship) und Pastoren. Das Internship dauere zwei bis drei Jahre. Nach einem erfolgreichen Abschluss dieser Zeit werde die Person, ob Mann oder Frau, zum Pastorendienst eingesetzt.

Die zwei Pastorinnen und zwei Pastoren, die nach ihrer Zeit als Pastoralassistenten (Internship) zum Pastorendienst eingesetzt worden sind, heißen Anne-May Müller, Rebecca Pedersen, Thomas Rasmussen und Michael Bidstrup. Einige von ihnen hätten wegen der Beschlüsse von 2013 länger als üblich auf die Einsetzung zum Pastorendienst warten müssen, so SPECTRUM.

Adventisten in Dänemark
In Dänemark, mit 5,7 Millionen Einwohnern, lebten Ende 2014 rund 2.500 Adventisten, die in 45 Kirchgemeinden jeweils am Samstag, dem biblischen Ruhetag, den Gottesdienst feiern.

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BEFG fordert menschenwürdige Flüchtlingspolitik

Kirchengemeinden wurden bunter
„Wir sind dankbar für die große Hilfsbereitschaft in unserem Land und in unseren Gemeinden“, so beginnt der „Zwischenruf“, den BEFG-Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba in den Bundesrat eingebracht hatten. Darin heißt es weiter, viele Menschen hätten sich in den vergangenen Monaten für Geflüchtete eingesetzt. Nach dem Vorbild Jesu engagierte Kirchengemeinden seien dadurch bunter geworden und bereichert worden.

Europa darf seine humanitären Standards nicht aufgeben
Die aktuelle Flüchtlingspolitik in Europa führe allerdings zu unhaltbaren Zuständen in den überfüllten Lagern an den Außenrändern der EU und in den Nachbarstaaten der Krisenländer: „Wenn Grenzen geschlossen werden und man die Aufnahme von Flüchtlingen nahezu unterbindet, wird die Notlage der Menschen nicht gelindert, sondern nur von uns ferngehalten.“ Dass Flüchtlinge in die Türkei abgeschoben würden, ohne ihren individuellen Anspruch auf Asyl zu prüfen, entspreche weder den humanitären und rechtlichen Grundlagen Europas noch der UN-Menschenrechtsdeklaration oder der Genfer Flüchtlingskonvention: „Wir wollen nicht akzeptieren, dass Europa seine humanitären Standards aufgibt.“ Die Politik sei nun gefordert, humanitäre Regeln für den Zugang nach Europa zu entwickeln: „Wir wünschen uns, dass unser Land dabei beherzt in Vorlage geht und Verantwortung übernimmt, anstatt auf gesamteuropäische Klärungen zu warten.“ Das Wohlergehen der in Not geratenen Menschen müsse im Fokus stehen.

Mitschuld westlicher Länder an Flüchtlingskrise
Die Stellungnahme befasst sich auch mit den Ursachen der Flüchtlingskrise. Weil das individuelle Handeln in einer globalisierten Welt globale Folgen habe, trügen die Menschen in den westlichen Ländern eine Mitschuld an der Not in den Herkunftsländern der Geflüchteten: „Wir treten darum für gerechtes Wirtschaften, nachhaltige Lebensbedingungen, für Gerechtigkeit und Frieden in globalen Zusammenhängen ein.“

Der „Zwischenruf“ schließt mit einem Plädoyer für Religionsfreiheit und mit einer Selbstverpflichtung: „Wir wollen mit unseren Gemeinden nach unseren Möglichkeiten zu all diesen Zielen beitragen, weil wir uns dem Wort Gottes verpflichtet wissen.“

Bundeskanzlerin soll an ihrer humanitären Flüchtlingspolitik festhalten
BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba betonte am Rande der Konferenz, die Kritik an der Flüchtlingspolitik richte sich nicht primär an die Bundesregierung: „Wir haben der Bundeskanzlerin im November 2015 zusammen mit der Vereinigung Evangelischer Freikirchen für ihre humanitäre Flüchtlingspolitik gedankt. Mit dem Zwischenruf wollen wir die Bundeskanzlerin ermutigen, falschen Entwicklungen auf europäischer Ebene entgegenzuwirken.“ Europa habe die Menschenrechte immer hochgehalten, und das dürfe man nicht aufgeben, so Stiba.

Der Text „Zwischen Dank und Klage. Ein Zwischenruf zur aktuellen Flüchtlingssituation“ kann im Internet unter
http://www.baptisten.de/fileadmin/befg/media/dokumente/Zwischenruf-Bundesrat-2016-zur-Fluchtlingssituation-Zwischen-Dank-und-Klage.pdf heruntergeladen werden.

Der BEFG schloss beim Bundesrat 2016 das Themenjahr „Bunte Gemeinde“ ab, das ein Plädoyer für Vielfalt, auch kulturelle und ethnische Vielfalt, in den Gemeinden gewesen sei. Dazu hat der Bundesrat am 6. Mai eine Resolution verabschiedet. Sie ist im Internet unter www.baptisten.de/ResolutionBunteGemeinde2016 zu finden.

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Mennoniten und Methodisten warnen AfD vor Spaltung der Gesellschaft

Die Arbeitsgemeinschaft mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG) und die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland (EmK) nehmen das kürzlich verabschiedete Grundsatzprogramm der Partei „Alternative für Deutschland“ zum Anlass, „die Religionsfreiheit als fundamentales, unveräußerliches Menschenrecht“ hervorzuheben. Doris Hege, Vorsitzende der AMG, und Rosemarie Wenner, Bischöfin der EmK, äußern ihre „Sorge“ angesichts der im AfD-Grundsatzprogramm stehenden Äußerungen zur Religionsfreiheit und sehen sich in „Verantwortung, darauf zu reagieren“.

Religionsfreiheit darf auch für Muslime nicht unterhöhlt werden
Gemeinsam verweisen sie auf das im Artikel 4 des Grundgesetzes verankerte Recht auf Religionsfreiheit. Dies gelte auch für Angehörige des Islam, deren Recht auf freie Religionsausübung nicht beschränkt werden dürfe. Es gehöre zu den „Herausforderungen einer pluralistischen Gesellschaft“, dass Menschen unterschiedlichen Glaubens und ohne Glauben gewaltfrei und friedlich zusammenleben könnten. Der „Dialog der Religionen“ sei dabei ein „wichtiges friedensstiftendes Element“. Mit deutlicher Kritik am Grundsatzprogramm der AfD heißt es dann: „Polarisierungen, Pauschalierungen und Ausgrenzungen durch politische Parteien tragen dazu bei, die Gesellschaft zu spalten“. Es sei nicht zulässig, einzelnen Religionen gegenüber „das in der demokratischen Grundordnung verankerte Recht auf Religionsfreiheit zu unterhöhlen“, indem wegen Aktionen extremistischer Gruppen eine ganze Religionsgemeinschaft in Misskredit gebracht werde.

Deshalb fordern AMG und EmK in dem Offenen Brief an die AfD, dass es „keine Ungleichbehandlung der unterschiedlichen Religionen“ geben dürfe. „Stattdessen“, so endet das Schreiben der Leiterinnen der beiden Freikirchen, „betrachten wir die Gestaltung eines friedvollen Verhältnisses zu Menschen anderer Religionen als ein wichtiges Bewährungsfeld – für Kirche und Gesamtgesellschaft“.

Der offene Brief der EmK und AMG an die AfD kann im Wortlaut unter http://www.emk.de/fileadmin/meldungen-2016/160506-offener-brief-afd.pdf heruntergeladen werden.

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Drei Kliniken in Berlin und Brandenburg kooperieren bei Facharztausbildung

Attraktivere Facharztausbildung im ländlichen Raum
An allen drei Standorten soll es mit unterschiedlichen Projekten und Schwerpunkten losgehen. So liege der Fokus in der Klinik Ernst von Bergmann Bad Belzig etwa in der Ausbildung von Fachärzten im Bereich des Zentrums für Chirurgie. Hierzu soll ein gemeinsames Curriculum zwischen den Chefärzten der Klinik Bad Belzig und dem Krankenhaus „Waldfriede“ entwickelt und in Rotation die Facharztausbildung im Bereich der Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie sowie der Handchirurgie absolviert werden. Den Assistenzärzten in Ausbildung könne somit auch an dem ländlichen Klinikstandort Bad Belzig eine attraktivere Facharztausbildung geboten werden, wo gleich zwei Handchirurgen für die Facharztausbildung zur Verfügung stünden.

„Durch die Kooperation mit dem Krankenhaus Waldfriede wirken wir aktiv dem drohenden Mangel an Fachärzten im ländlichen Raum entgegen. Nun können wir auf einem sehr guten Level unseren dringend benötigten Fachärztenachwuchs selbst ausbilden“, freut sich Dr. Reinhard Engel, Ärztlicher Direktor der Klinik Ernst von Bergmann Bad Belzig und Chefarzt des Zentrums für Chirurgie.

Weiterbildung zum Notfallmediziner
Im Krankenhaus Waldfriede liege ein erster Schwerpunkt der Kooperation in der Weiterbildung von Ärzten des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie zum Notfallmediziner. Im Simulations- und Trainingszentrum des Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam würden seit 2016 unter anderem Ausbildungskurse in diesem Bereich angeboten. So könnten im Rahmen von Weiterbildungsrotationen von Ärzten alle Inhalte der Weiterbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie auch durch praktische Einsätzen erlangt werden. „Als zentral gelegenes Akutkrankenhaus in Berlin mit einer 24-Stunden-Rettungsstelle, hat die interdisziplinäre medizinische Versorgung höchste Priorität“, erläuterte Bernd Quoß, Vorstand des Krankenhauses „Waldfriede“ Berlin-Zehlendorf. „Dieses hohe stationäre Niveau möchten wir auch auf die Straße bringen und uns weiterhin aktiv an der Notfallversorgung beteiligen.“ Medizinisch sei die Kooperation auf dem Gebiert der Handchirurgie und Rheumachirurgie/Rheumaorthopädie schon jetzt etabliert.

Auch Kooperationen im Bereich von Technik und Verwaltung interessant
Für das Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam seien, neben der gemeinsamen ärztlichen und pflegerischen Ausbildung, auch Kooperationen im Bereich der Technik sowie Verwaltung interessant zu entwickeln. Steffen Grebner, Vorsitzender der Geschäftsführung, erläuterte, dass „die gemeinsame Koordinierung von Ressourcen im medizinischen und verwaltungstechnischen Bereich für einen kosteneffizienten Einsatz sorgen kann, aber auch vor allem für die Versorgung unserer Patienten in Berlin/Brandenburg eine bestmögliche Behandlung erreichen lässt.“ Hier wäre diese neue, bundeslandübergreifende Kooperation für die Zukunft wegweisend.

Nach der Initiierung der ersten Kooperationsprojekte hoffen die Beteiligten auf weitere Kooperationsansätze zwischen den drei Klinikstandorten Berlin-Zehlendorf, Bad Belzig und Potsdam und auf eine feste Etablierung der Zusammenarbeit. Denn mit den verschiedenen Expertisen, die sich in den Kliniken zusammenfinden, biete sich die Chance auf eine langfristig erfolgreiche Kooperationsbeziehung.

Krankenhaus „Waldfriede“
Das freigemeinnützige Krankenhaus „Waldfriede“ in Berlin-Zehlendorf ist ein Akutkrankenhaus mit 160 Betten und akademisches Lehrkrankenhaus der Charité Universitätsmedizin. Träger des Krankenhauses ist die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die weltweit über 610 medizinische Einrichtungen unterhält. Zum Krankenhaus gehören folgende Fachabteilungen: Innere Medizin | Minimal-invasive Chirurgie, Endokrine- und Viszeralchirurgie | Darm- und Beckenboden-chirurgie | Handchirurgie, obere Extremitäten und Fußchirurgie, Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie, Rheumachirurgie | Gynäkologie und Geburtshilfe | Brustzentrum | Anästhesie | Radiologie. In „Waldfriede“ werden jährlich rund 47.000 Patienten ambulant und 14.000 stationär behandelt. Dort kommen pro Jahr fast 1.000 Kinder zur Welt.

Klinik Ernst von Bergmann Bad Belzig
Die Klinik Ernst von Bergmann Bad Belzig gemeinnützige GmbH ist ein Krankenhaus der Grundversorgung. Es stehen 145 Betten, eine Notaufnahme und ein Hubschrauberlandeplatz für die wohnortnahe Versorgung zur Verfügung. Bad Belzig liegt im Hohen Fläming vor den Toren von Berlin und der Landeshauptstadt Potsdam. In drei Zentren und neun Fachabteilungen bieten Spezialisten den Patienten vor Ort Diagnostik, Therapie und Fürsorge. Im Jahr 2014 wurden hier über 10.000 Menschen in der Notaufnahme erstversorgt und 7.000 Patienten stationär behandelt. Zur Klinik Bad Belzig gehört ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit fünf Fachbereichen.

Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam
Das Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam zählt als Krankenhaus der Schwerpunktversorgung zu den größten Gesundheitsversorgern in der Metropolenregion Berlin/Brandenburg. Es betreibt in Potsdam mehr als 1.100 Betten und bietet ein umfassendes medizinisches Leistungsspektrum in 29 Kliniken und Fachbereichen an. Jährlich werden hier circa 1.900 Kinder geboren, 48.000 Menschen in der Notaufnahme erstversorgt und 39.500 Menschen finden stationäre Hilfe durch innovative Medizin. Das Klinikum gehört zu den größten Arbeitgebern der Region. Über 1.800 Mitarbeiter, davon 405 Ärzte und über 850 Pflegekräfte, arbeiten hier.

Weitere Informationen zu den Kliniken unter www.waldfriede.de und www.klinikumevb.de

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„Hope Channel“ auch bei Christival in Karlsruhe

Am Informationsstand stellen Jörg Varnholt, Leiter Hope Channel Fernsehen, und Pastor René Walter, Mitarbeiter des Hope Bibelstudieninstituts, das aktuelle Fernseh- und Radioangebot des „Hope Channel“ vor. Besonders beworben wurde auch „Immanuel – den Himmel berühren“: ein multi-medialer Glaubenskurs für junge Erwachsene.

Mit dem „Hope Channel“ strahlt das Medienzentrum täglich 24 Stunden ein christliches Fernsehprogramm aus, das über den Satelliten „Astra“, als Internet-Livestream und in mehreren Kabelnetzen zu empfangen ist. Daneben produziert die „Stimme der Hoffnung“ ein „Hope Channel“ Vollzeit-Radioprogramm, das 1948 als eines der ersten christlichen Hörfunkprogramme in Deutschland auf Sendung ging. Mit dem „Hope Bibelstudieninstitut“ bietet das Medienzentrum Fernkurse zur Einführung in die Bibel und den christlichen Glauben an (www.hope-kurse.de).

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Nothilfe von ADRA Kanada für Evakuierte der Brände in Fort McMurray

Die Regierung hat den Notstand erklärt. Obwohl die Feuer rund die Hälfte des Stadtgebiets zerstört hätten, seien laut Behördenangaben keine Toten zu beklagen. Es habe aber Tote bei mindestens einem Verkehrsunfall entlang der Evakuierungsroute gegeben.

Trotz der Dringlichkeit würden die Hilfsmaßnahmen von ADRA und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit dem kanadischen Rat der NGOs und dem Katastrophen-Einsatzzentrum der Provinz Alberta (POC) abgestimmt.

ADRA Kanada und die adventistische Kirche hätten erst kürzlich einen Anhänger für Katastrophenhilfe gekauft, der gemeinsam mit GlobalMedic mit Hygieneartikeln, wie Zahnbürsten, Zahnpasta und Toilettenpapier, beladen worden sei, um sie an Evakuierte zu verteilen, so das Hilfswerk.

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Krankenhaus-Partnerschaft ermöglicht Kindern in der Karibik kostenlose Herzoperationen

Die Zusammenarbeit mit „Health City Cayman Islands“, dem Krankenhaus auf den Cayman Inseln, gibt den sechs adventistischen Krankenhäusern, die Mitglieder des Adventistischen Gesundheitsdienstes in Mittelamerika (Adventist Healthcare Services Inter-America) sind, direkten Zugang zu neuen technischen, diagnostischen und medizinischen Mitteln, sagte Elie Honore, Präsident der adventistischen Gesundheitsdienste in Mittelamerika.

Überweisung von Kindern und Erwachsenen mit anderen Krankheiten
Im Rahmen dieser Partnerschaft würden die sechs beteiligten adventistischen Krankenhäuser auch Kinder mit anderen Krankheiten an „Health City Cayman Islands“ überweisen sowie erwachsene Patienten, die Behandlungen in den Bereichen Herz-Thorax, Gefäßchirurgie, Kardiologie, Orthopädie, Sportmedizin, Onkologie, Neurowissenschaften, Pneumologie, Gynäkologie und Chirurgie benötigten.

Im Rahmen der fünfjährigen Partnerschaft werde „Health City Cayman Islands“ Herzkatheterlabors mit diagnostischen Bildgebungsgeräten aufbauen, die unter anderem Herzarterien, Herzkammern und Anomalien sichtbar machten und minimal invasive Operationen zu geringen Kosten für Erwachsene ermöglichten.

Laut AR werde auch erwartet, dass diese Krankenhaus-Partnerschaft den adventistischen Krankenhäusern die Anschaffung von neuen medizinischen Geräten und Medikamenten zu niedrigen Kosten ermögliche und die Ausbildung des Personals fördere.

Krankenhäuser aus Jamaica, Trinidad, Curacao, Dominikanische Republik, Haiti und Mexiko
Die sechs an der Krankenhaus-Partnerschaft beteiligten adventistischen Krankenhäuser sind: Andrews Hospital, Jamaica; Community Hospital, Trinidad; Antillean Adventist Hospital, Curacao; Vista del Jardin Medical Center, Dominikanische Republik; Adventist Hospital, Haiti sowie ein adventistisches Krankenhaus aus Mexiko.

Die adventistischen Kirchenleiter in Mittelamerika hoffen, dass die Krankenhaus-Partnerschaft auch auf die vierzehn weiteren Krankenhäuser ausgeweitet werden könne, die Mitglieder des Adventistischen Gesundheitsdienstes in Mittelamerika sind. Liste der adventistischen Krankenhäuser und Kliniken in Mittelamerika:
http://www.interamerica.org/?page_id=3382#axzz47hPGqfB4

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Weltflüchtlingstag der Adventisten im Juni

Wilson betonte, die europäischen Adventisten hätten „eine bemerkenswerte Arbeit geleistet“, um Flüchtlingen zu helfen, die durch ihre Länder geströmt sind oder dort Zuflucht fanden. Doch Menschen, welche von Syrien oder dem Irak nach Europa kommen, wären nur ein Teil der weltweit Flüchtenden. Konflikte aller Art würden zunehmen und den Frieden und die Sicherheit von Millionen Menschen bedrohen. „Nur wenn dies unserer Kirche weltweit bewusst wird, kann sie auf die Situation entsprechend reagieren.“ Deshalb werde sich unter anderem die Juni-Ausgabe der Zeitschrift der Generalkonferenz „Adventist World“, die auch in Deutsch erscheint, mit der Flüchtlingsfrage befassen.

Neben praktischer Hilfe benötigten diese Menschen auch das Gebet für sie. Dazu solle weltweit in speziellen adventistischen Gottesdiensten am 18. Juni Gelegenheit sein. Global gebe es etwa 120 Millionen Flüchtlinge, die ihre Heimat hätten verlassen müssen und im eigenen Land oder im Ausland Zuflucht suchten. „Als Adventisten sollten wir uns dieser Herausforderung stellen und uns im Klaren werden, welche christliche Antwort und Haltung wir gegenüber diesen Menschen haben“, so der Präsident der Generalkonferenz.

Adventistische Projekte für Flüchtlinge in Deutschland
In Deutschland gibt es bisher 88 Projekte von örtlichen adventistischen Kirchengemeinden für Flüchtlinge, teilte Pastor Michael Götz (Berlin), Bundesbeauftragter für Flüchtlingshilfe des Advent-Wohlfahrtswerkes (AWW) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, mit. Manche dieser Projekte seien bereits abgeschlossen, wie beispielsweise das Kirchenasyl in Schweinfurt. Die meisten Projekt würden jedoch nach wie vor bestehen, etwa Kinderbetreuung in Hamburg-Altona, Deutschunterricht in Bergisch Gladbach, Ausgabe von Kleidung in Bayreuth oder psychosoziale Betreuung in Schwedt. Einige Projekte wären in der Planungsphase.

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Adventistisches Theologisches Institut in Rumänien beruft Rektorin

Werdegang
Roxana Paraschiv graduierte im Jahr 2000 in Volks- und Betriebswirtschaftslehre sowie Verwaltungswissenschaften an den Alexandru Ioan Cuza University in Iasi, der ältesten Universität Rumäniens, wo sie anschließend als Assistentin arbeitete und Vorlesungen hielt. Ab 2012 wirkte sie am adventistischen Theologischen Institut (RATI) und wurde dort 2013 außerordentliche Professorin. Professor Roxana Paraschiv ist Adventistin, verheiratet und hat eine sechsjährige Tochter.

Herausforderungen
Es gehe Paraschiv darum, möglichst vielen Jugendlichen den Zugang zur adventistischen Bildungsinstitution zu ermöglichen, so der Bericht. Die anstehenden vier Jahre seien herausfordernd, denn die Reform des rumänischen Bildungssystems sei noch nicht abgeschlossen und es stünden Gesetzesänderungen sowie Umgestaltungen im Bildungsbereich an. Hinzu komme, dass das rumänische adventistische Theologische Institut (RATI) akkreditiert worden sei, was Chancen aber auch die Anhebung der akademischen Anforderungen bedeute, so die Rektorin. Die Entwicklung der Institution könne nicht die Aufgabe einer Person sein, sondern gelinge nur in Teamarbeit. „Ich bin mir ständig der Abhängigkeit von Gottes Begleitung und Unterstützung bewusst“, sagte Roxana Paraschiv.

Es gehe nun darum, den neuen institutionellen Status von RATI zu konsolidieren, das akademische Angebot zu erweitern, Partnerschaften mit rumänischen und Universitäten im Ausland auf- und auszubauen, als auch den Bedürfnissen der Kirche zu dienen, sagte Pastor Marius Munteanu, Leiter der Bildungs- und Hochschul-Seelsorgeabteilung der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung (Intereuropäische Division) in Bern.

Adventisten in Rumänien
In Rumänien, mit 20 Millionen Einwohnern, feiern 66.300 erwachsen getaufte Adventisten in rund 1.100 Kirchen am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, den Gottesdienst. Sie unterrichten rund 900 Kinder in sechs Schulen, unterhalten eine Theologische Hochschule (RATI), ein Ausbildungsinstitut für Krankenpflege sowie einen Verlag, ein Medienzentrum, eine Radio- und eine Fernsehstation sowie das Hilfswerk „Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe“ ADRA Rumänien.

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34.767 Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland


Krankenhäuser, Schulen und Medien

Die Freikirche in Deutschland betreute im Jahr 2015 durch ihren Jugendverband fast 4.000 Pfadfinder, Teenager und Jugendliche. Sie ist in jedem Bundesland eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und hat sieben regionale Kirchenleitungen (Vereinigungen), die zum Nord- und Süddeutschen Verband als überregionale Zusammenschlüsse gehören. Sie unterhält die Berliner Krankenhäuser „Waldfriede“ und „Nikolassee“, die Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg, das Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt, sowie weitere Grundschulen und Kindergärten. Auch das Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“, Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt, mit dem „Hope Channel“ TV- und Radiosender, der Blindenhörbücherei und dem Hope Bibelstudien-Institut sowie der Advent- und Saatkorn-Verlag, Lüneburg, stehen unter adventistischer Leitung.

Weitere Sozialeinrichtungen

Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) ist mit seinen gemeinnützigen Vereinen und Gesellschaften das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Durch ehrenamtliche Helferkreise und in sozialen Projekten sowie verschiedenen Selbsthilfegruppen werden bedürftige Menschen unabhängig von ihrem Hintergrund betreut. Zum AWW gehören unter anderem vier Kindertagesstätten und eine Heilpädagogische Tagesstätte, zwei Schulen, vier Altenpflegeheime, zwei Einrichtungen für „Betreutes Wohnen“, zwei stationäre Hospize und ein ambulanter Hospizdienst, ein Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen, ein Tagestreff für Obdachlose und sozial Benachteiligte, die „Schutzhütte“ Schwedt mit verschiedenen Angeboten für Langzeitarbeitslose sowie eine Kontaktstelle für Suchtabhängige, eine Fachklinik für Abhängigkeitskranke, zwei Wohnheime für Suchtkranke, eine Suchtberatungs- und Behandlungsstelle, sowie mehrere Suppenküchen und psychosoziale Beratungsstellen. Der Deutsche Verein für Gesundheitspflege (DVG) verfügt über 36 Regionalgruppen, die Seminare zur Gesunderhaltung (Prävention) anbieten. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland führt humanitäre Maßnahmen in verschiedenen Ländern durch.

Zwischenkirchliche Beziehungen
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist Gastmitglied in der Arbeits-gemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland und in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) sowie Mitglied in der Deutschen Bibelgesellschaft (DBG).

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Australien: Adventisten stellen Kinderschutz-Ausbildungstool online

Damit habe die adventistische Kirche in der Online-Ausbildung im Bereich Kinderschutz eine führende Stellung, so Adventist Record. Wir haben den Ausbildungskurs auf dem Hintergrund unserer 16-jährigen Erfahrung und dem Wissen von Safe Place Services in der adventistischen Kirche erstellt“, sagte Suzanne Bocking, Leiterin und Entwicklerin der SPS-Kurse.

Früher hätten Ausbildungskurse nur bei persönlicher Anwesenheit der Kursteilnehmenden durchgeführt werden können, was die Abdeckung bei rund 850 Kirchgemeinden in Australien und Neuseeland, teils in entlegenen Gebieten, sehr eingeschränkt habe. „Jetzt erreichen wir viel mehr Personen als früher“, sagte Pastor David Robertson, SPS-Direktor. Dieses Ausbildungstool ersetze nicht die klassischen Kurse, sondern ergänze diese, speziell für Personen in entlegenen Gebieten.

Es habe auch seitens der staatlichen australischen Kommission gegen Kindesmissbrauch eine gewisse Dringlichkeit bestanden, mehr für Ausbildung zu tun, angesichts der alarmierenden Rate im Bereich Kindesmissbrauch, so Pastor Robertson.

Es stünden verschiedene Ausbildungsmodule zur Verfügung, darunter auch spezifische Themen, welche die Verantwortlichkeit der Leiterinnen und Leiter von Kirchgemeinden sowie der zuständigen Koordinatoren für Kinderschutz in der Kirche betreffen würden. Für Personen, welche Mühe mit dem Lesen hätten oder deren Muttersprache nicht Englisch sei und die lieber zuhören würden, sei eine Lese-Sprechfunktion auf jeder Webseite aktivierbar.

Die adventistische Kirchenleitung in Australien (AUC) und die Kirchenleitung der Adventisten im Südpazifischen Raum (South Pacific Division) arbeiten laut Adventist Record daran, eine unabhängige Stelle zum Schutz von Kindern und anderer verletzlicher Personen zu schaffen.

Zur Webseite von Safe Place Services: http://elearning.safeplaceservices.org.au

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Adventhaus Düsseldorf mit „Vogelnest“

Glaube, Liebe, Hoffnung in aufgewühltem Wasser
Zu sehen ist ein kleiner Vogel in einem Nest, umgeben von den drei Worten „Faith, Love, Hope“ (Glaube, Liebe, Hoffnung), in aufgewühltem Wasser. „Die Menschen aus dem Stadtteil und die vielen Vorbeikommenden sollen so auf inspirierende, zeitgemäße und freundliche Art an die Tragkraft des Glaubens erinnert werden“, erläuterte der Künstler. Der Gestaltungsgedanke des umgebenden Wassers nehme Bezug auf die Düssel, die direkt am Adventhaus entlang fließt und verknüpfe ihn mit den Vogelnestern in den Bäumen vor Ort. Der kleine Vogel sei bewusst bunt gestaltet, um auf die Vielfältigkeit der Menschen hinzudeuten, die sich in problematischen Situationen befänden. Kolja Kunstreich ist freiberuflicher Designer und Graffiti-Sprüher. Seit 20 Jahren gestaltet er national und international Fassaden.

Ort der Sicherheit und Geborgenheit
Menschen in Not Schutz zu gewähren und ihnen zu helfen, sei für ihn die Aufgabe der Kirche, betonte der Seelsorger der Adventgemeinde Düsseldorf, Pastor Marc Trautvetter. „Wir möchten ihnen einen Ort geben, an dem sie Sicherheit und Geborgenheit inmitten der bildhaft dargestellten Stürme des Lebens erfahren dürfen.“ Für Menschen unterschiedlichster Herkunft, Kultur und Generationen soll die Kirche ein Ort sein, an dem sie Fürsorge erfahren, Verbundenheit erleben und der die aktive Teilhabe ermöglicht.

„Wir sind froh“, so Pastor Trautvetter, „wenn wir im Düsseldorfer Adventhaus ganz praktisch helfen können.“ Dabei verwies er auf die Teilnahme an der „Aktion Kinder helfen Kindern!“ der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, eine Paket-Aktion für Kinder in Osteuropa, welche die Adventgemeinde Düsseldorf seit vielen Jahren im Herbst für Kindergärten, Schulen, Unternehmen und Privatleute organisiere. Auch würden andere Initiativen von der adventistischen Gemeinde unterstützt, wie dieses Frühjahr der Hilfskonvoi nach Calais und Dünkirchen der Initiative „Flüchtlinge Willkommen in Düsseldorf“.

Ein Miteinander der Generationen und Kulturen
Jugendpastor Marcus Jelinek, dem das Miteinander aller Generationen in einer Kirchengemeinde wichtig sei, dankte dem Künstler für die sehr gelungene Umsetzung der Aussageabsicht der Adventgemeinde. So habe Kolja Kunstreich die Liebe in der Gestaltung der Außenfassade des Adventhauses als das Beständige und Tragende unterhalb des Vogelnestes dargestellt.

Das Adventhaus wurde in Düsseldorf in den 1960er Jahren gebaut. Hatte es bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts Christen adventistischen Glaubens in der Stadt gegeben, die sich in bis zu drei verschiedenen Räumlichkeiten parallel trafen, so wurde das Adventhaus in der Stockkampstraße Ende der 1980er Jahre zum alleinigen Zentrum der Adventisten in Düsseldorf.

Im Adventhaus gibt es eine deutschsprachige und eine ghanaische adventistische Kirchengemeinde. Zudem finden 14-tägig am Samstag-Nachmittag Gottesdienste in russischer Sprache statt. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hat in Europa eine Initiative gestartet, „Intergenerational und Intercultural Church of Refuge“ (iCOR – übertragen: „Ein geistliches Zuhause schaffen: Werte gemeinsam leben“) genannt, die das Bewusstsein bei allen ihren Kirchenmitgliedern stärken möchte, dass die Kirche ein Zufluchtsort für viele Generationen und Kulturen ist.

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Krankenhaus Waldfriede erhält Louise-Schroeder-Medaille 2016

In der Ehrungsurkunde wurde vor allem die ganzheitliche Betrachtung der Frauengesundheit im „DFC“ Waldfriede hervorgehoben, die gerade in einer Stadt wie Berlin – mit hohem Migrationsanteil in der Bevölkerung – große Anerkennung und Unterstützung verdiene. So könne nicht nur den betroffenen und zutiefst traumatisierten Frauen geholfen, sondern auch zur Aufklärung über das grausame Ritual der weiblichen Genitalverstümmelung beigetragen werden.

Desert Flower Center
Das „DFC“ Waldfriede wurde am 11.9.2013 am Krankenhaus Waldfriede unter Schirmherrschaft von Waris Dirie gegründet. Es bietet als weltweit erstes Krankenhaus eine ganzheitliche Betreuung für Frauen an, die von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind. Durch die medizinische Spezialisierung und die besondere Hinwendung zum Menschen, auch unterstützt durch die seit Januar 2015 bestehende Selbsthilfegruppe des „DFC“ Waldfriede, konnte ein geschützter Rahmen geschaffen werden, in dem die betroffenen Frauen ernst genommen werden und umfassende Hilfe erfahren.

Louise-Schroeder-Medaille
Die Louise-Schroeder-Medaille gilt als höchste Auszeichnung der Stadt Berlin und wird seit 1998 jährlich auf Vorschlag des Kuratoriums „Louise-Schroeder-Medaille“ durch den Präsidenten des Abgeordnetenhauses Berlin an eine Persönlichkeit oder Institution verliehen, die in besonderer Weise dem politischen und persönlichen Vermächtnis von Louise Schröder (1887 – 1957) Rechnung trägt. Sie engagierte sich zeitlebens stark im sozialen Bereich und setzte sich für die Gleichstellung von Frauen ein. So erwarb sich Louise Schröder bleibende Verdienste um die Stadt Berlin und trug mit ihrer mutigen Amtsführung als Berliner Oberbürgermeisterin von Mai 1947 bis Dezember 1948 zur Linderung der großen Not im Nachkriegsberlin bei.

Krankenhaus Waldfriede
Das Krankenhaus Waldfriede, gegründet 1920, ist eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In dem akademischen Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin gibt es neben elf Fachabteilungen einen ambulanten häuslichen Pflegedienst (Sozialstation), eine Kurzzeitpflege, die Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, das Projekt „Babywiege“ für Mütter in Not sowie eine Kindertagesstätte. Schon 1993 entstand das Gesundheitszentrum „PrimaVita“ mit präventiv-medizinischem und gesundheitsförderndem Auftrag als erste krankenhauseigene Einrichtung ihrer Art in Deutschland.

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Europaurkunde für Geschäftsführer der „Schutzhütte“ Schwedt

Die „Schutzhütte“ Schwedt ist eine Einrichtung des Advent-Wohlfahrtswerkes (AWW) im Land Brandenburg e.V. Als Anlauf- und Kontaktstelle bietet sie Menschen in sozialen Notlagen praktische Hilfe und Beratung. Noack leitet die Einrichtung seit Oktober 2010. Er hat ihre Angebots- und Hilfestruktur kontinuierlich weiterentwickelt und die Zusammenarbeit mit der polnischen Partnergemeinde Krzymow initiiert.

Darüber hinaus mache sich die „Schutzhütte“ um die Integration von Asylsuchenden und Flüchtlingen verdient, so Pastor Michael Götz, Leiter der AWW-Landesstelle in Berlin-Brandenburg und Mitteldeutschland sowie Bundesbeauftragter für Flüchtlingshilfe des Advent-Wohlfahrtswerkes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

In der „Schutzhütte“ erhielten derzeit etwa 120 Menschen Sprachunterricht. Bis zu 60 Flüchtlinge besuchten täglich die „OffenSpielBar“. Diese sei ein offener Treff für die Begegnung von Flüchtlingen und Schwedter Bürgern, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagierten. Das Projekt werde von Bundesfreiwilligendienstlern, darunter vier aus Syrien, betreut. Es erhalte finanzielle Förderung vom Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

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