Kirchen des Vorderen Orients und Islam Thema auf Flüchtlingskongress

Schwäbisch Gmünd, 04.07.2016/APD   Einblicke in die Situation der Kirchen des Vorderen Orients gab Gottfried Spangenberg im Rahmen des Kongresses „Angekommen! – Angenommen? Flüchtlinge unter uns“, der vom 3. bis 5. Juli in Schwäbisch Gmünd stattfindet. Dr. Hanna Josua nahm zur viel diskutierten Frage Stellung, ob der Islam zu Deutschland gehört.

Kirchen des Vorderen Orients
Als Mitarbeiter des Christlichen Hilfsbundes im Orient verbrachte Gottfried Spangenberg nahezu 30 Jahre im Libanon. Er konnte daher auch aus eigener Erfahrung einen Überblick über die Kirchen des Vorderen Orients, ihre theologischen Besonderheiten sowie ihre gegenwärtige Situation präsentieren. Spangenberg beleuchtete die aramäische, die assyrische und die armenische Kirche sowie die Maroniten und die Melkiten.

Die Kirchen des Vorderen Orients seien trotz großem Widerstand unter politischer Fremdherrschaft erhalten geblieben. Sie hätten bereits sehr früh Bibeln in ihrer Muttersprache besessen. Andererseits habe ihre Uneinigkeit und Rivalität Spangenberg zufolge erst dazu geführt, dass sich der Islam so weit ausbreiten konnte. „Da der Islam seit seiner Entstehung vor allem durch äußeren Zwang zusammengehalten wird und aus sich selbst heraus keine Kraft zur Erlösung der Menschen hat, hat er auf lange Sicht keine Zukunft“, prophezeite Spangenberg.

Gehört der Islam zu Deutschland?
Dr. Hanna Josua, der im Libanon Politik- und Islamwissenschaft studiert hat und zurzeit Pfarrer einer arabischen evangelischen Gemeinde und Geschäftsführer der Evangelischen Ausländerseelsorge ist, beleuchtete die Aussage hochrangiger deutscher Politiker, dass der Islam zu Deutschland gehöre. „Ich halte diese Aussage nicht für adäquat und präzise“, sagte Josua. Als Religion hätte der Islam nicht identitätsstiftend auf das moderne Europa gewirkt.

Josua problematisierte, dass der Islam in den Ländern, in denen er in der Verfassung verankert sei, auch tief in den privaten Lebensbereich der Menschen eingreife. Gegenüber gesellschaftlicher Diversität sei Toleranz nötig. Bedarf sah Hanna Josua darin, dass Muslimen geholfen wird, ein uneingeschränktes Ja zu den Freiheiten in Deutschland zu finden. Es werde bereits ein „streitbarer innerislamischer Diskurs“ erprobt. Das sei für ihn hoffnungsvoll, so Josua.

Veranstalter
Der Flüchtlingskongress „Angekommen! – Angenommen?“ vom 3. bis 5. Juli wird von einer Veranstaltergemeinschaft getragen. Dazu gehören die Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen e.V., die Vereinigung Evangelischer Freikirchen, die Deutsche Evangelische Allianz e.V., das Albrecht-Bengel-Haus Tübingen sowie die Schönblick gGmbH. Daneben gibt es rund 50 unterstützende Organisationen. Weitere Informationen unter: www.schoenblick.de/fluechtlingskongress

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