Zahl der Christen in Deutschland rückläufig

Bonn/Hannover | 17. Juli 2016 | APD |

Nur noch 59,6 Prozent der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland sind Mitglieder einer Kirche oder christlichen Gemeinschaft. Das sind bei 81,198 Millionen Einwohnern 48,417 Millionen Christen. Wie aus der Veröffentlichung „Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben 2016“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hervorgeht, ist die Tendenz seit Jahren rückläufig. Vor zehn Jahren (2005) bekannten sich noch 64,5 Prozent der Bevölkerung oder 53,176 Millionen Menschen zum Christentum. Die meisten Gläubigen (23,762 Millionen) gehörten am 31.12.2015 zur römisch-katholischen Kirche, gefolgt von der EKD mit 22,272 Millionen. Die Mitglieds- und Gastkirchen der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) verzeichnen 291.000 Angehörige, 1,532 Millionen Menschen bekennen sich zu den orthodoxen Kirchen, weitere christliche Kirchen haben 68.000 und die christlichen Gemeinschaften 492.000 Mitglieder.

Nur noch wenig Interesse am Gottesdienst bei Evangelischen
Zum Stichtag 31.12.2015 gehörten insgesamt 22.271.927 Menschen einer der 20 evangelischen Gliedkirchen der EKD in Deutschland an. Das sind rund 360.000 Mitglieder weniger als 2014. Die Zahl der Austritte aus der evangelischen Kirche ging im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um rund 22 Prozent auf 210.000 zurück. Im selben Zeitraum gab es bundesweit rund 175.000 evangelische Taufen und 25.000 Aufnahmen. Die gegenüber dem Vorjahr rückläufige Mitgliederzahl sei nicht zuletzt auch auf den demographischen Wandel in Deutschland zurückzuführen, so die EKD. Im Jahr 2015 verstarben rund 350.000 Angehörige der evangelischen Kirche. Den Sonntagsgottesdienst besuchen nur noch 3,3 Prozent der Kirchenmitglieder regelmäßig. Am Karfreitag sind es 4,1 Prozent, am Erntedankfest 7,3 Prozent und an Heiligabend 36,5 Prozent.

Die Broschüre „Evangelische Kirche in Deutschland – Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben“, Ausgabe 2016, kann im Internet heruntergeladen werden unter: http://www.ekd.de/download/zahlen_und_fakten_2016.pdf

Mitgliederverlust bei Katholiken
Auch die römisch-katholische Kirche erlitt im letzten Jahr einen Mitgliederverlust von rund 167.000 Gläubigen. Die 27 deutschen Diözesen und die Deutsche Bischofskonferenz verzeichnen in ihrer aktuellen Kirchenstatistik für das Jahr 2015 jetzt 23.761.806 Kirchenmitglieder. Die Zahl der Kirchenaustritte sank 2015 auf 181.925 (2014: 217.716). Den Austritten und 254.260 Bestattungen standen im letzten Jahr 167.226 Taufen, 2.685 Eintritte (wovon 2.269 Protestanten waren) und 6.474 Wiederaufnahmen in die katholische Kirche gegenüber. Nur noch 10,4 Prozent der Katholiken besuchen regelmäßig den Sonntagsgottesdienst.

Der Flyer „Katholische Kirche in Deutschland − Statistische Daten 2015“ (Eckdaten) ist im Internet unter www.dbk.de in der Rubrik „Zahlen und Fakten“ verfügbar.

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