„Brot für die Welt“ legt Jahresbericht 2015 vor

Berlin | 5. August 2016 | APD |

Dem Hilfswerk „Brot für die Welt“ standen im Jahr 2015 mehr als 255 Millionen Euro für die Bekämpfung von Armut, Hunger und Ungerechtigkeit zur Verfügung. Damit wurden weltweit über 1.600 Projekte mit den Förderschwerpunkten Ernährungssicherung, Bildung und Gesundheit, Zugang zu Wasser, Stärkung der Demokratie, Achtung der Menschenrechte, Sicherung des Friedens sowie Bewahrung der Schöpfung unterstützt. Dies teilte das evangelische Entwicklungswerk auf einer Pressekonferenz in Berlin mit.

Zweitbestes Spendenergebnis der letzten zehn Jahre
Die Spenden und Kollekten für „Brot für die Welt“ lagen 2015 mit 57,5 Millionen Euro 1,8 Millionen über denen des Vorjahrs (55,7 Mio.). Das sei das zweitbeste Ergebnis der letzten Dekade. Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin des Hilfswerks, zeigte sich bei der Präsentation der Jahresbilanz in Berlin dankbar für das „große Vertrauen, das Spenderinnen und Spender sowie Kirchen, Gemeinden und politische Entscheidungsträger Brot für die Welt entgegenbringen“.

Herausforderungen
Mit Sorge sehe „Brot für die Welt“, dass Gewalt und bewaffnete Konflikte bestehende Armut verschärfen und bereits erreichte Fortschritte gefährden. Füllkrug-Weitzel: „Eine zentrale Aufgaben des nächsten Jahrzehnts wird daher die Unterstützung für Binnenvertriebene, also Flüchtlinge im eigenen Land, und Flüchtlinge aus angrenzenden Ländern gemeinsam mit der gastgebenden Bevölkerung sein.“

Füllkrug-Weitzel erinnerte daran, dass die Industrieländer mitverantwortlich seien für Hunger, Armut und Gewalt und damit letztlich auch für Flucht: etwa durch Waffenexporte in Krisengebiete oder durch aggressive Durchsetzung von Wirtschaftsinteressen auf Kosten von Menschenrechten. „Darum ist es mehr denn je auch politisch wichtig, sicher zu stellen, dass Entwicklungshilfemittel wirklich für eine nachhaltige und menschenrechtsbasierte Entwicklung eingesetzt werden“, sagte Füllkrug-Weitzel.

Wirtschaft und Menschenrechte
„Es ist dringend nötig, dass die Bundesregierung jeder Form aggressiver und unfairer Durchsetzung von Wirtschaftsinteressen auf Kosten von Menschenrechten und Menschenwürde und auf Kosten der Lebenschancen von Menschen in armen Ländern einen Riegel vorschiebt.“ Damit Unternehmen ihre Geschäftspraxis ändern, bräuchte es verbindliche Vorgaben, deren Nichteinhaltung auch sanktioniert werde, so die Präsidentin. „Noch besser wären internationale Vorgaben, die für alle Unternehmen gelten“.

Finanzmittel
Neben Spenden und Kollekten erhielt Brot für die Welt 2015 Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes (52,5 Mio.) und Beiträge Dritter (129,8 Mio.), vor allem aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Insgesamt standen dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen und Freikirchen 255,4 Millionen Euro (2014: 254,8 Mio.) zur Verfügung. Davon flossen 94,3 Prozent in die Projektarbeit. Die Ausgaben für Werbung, allgemeine Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung lagen bei 5,7 Prozent. Brot für die Welt liegt damit in der Kategorie „niedrig“ des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI). Es vergibt das DZI-Spendensiegel.

„Brot für die Welt“ wurde 1959 gegründet. Das evangelische Hilfswerk unterstützt Menschen unabhängig von ihrer Volks- oder Religionszugehörigkeit. Schwerpunkte sind die Überwindung von Hunger, die Bewahrung der Schöpfung und die Förderung von Demokratie, Frieden und Menschenrechten.

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