Kirchen in Europa rufen zu Gebet und Schutz der Schöpfung auf

Glaube an den Schöpfer hochhalten
„Respekt, Wertschätzung und Kontemplation der Schöpfung sind gemeinsames Anliegen der christlichen Kirchen“, heißt es in der Stellungnahme von CCEE, KEK und ECEN. „Die Schöpfung zu respektieren meint nicht allein, die Erde, das Wasser und andere Teile der natürlichen Welt zu schützen und zu bewahren. Gleichzeitig wird darin der Respekt für die Menschen ausgedrückt, die das Geschenk der Schöpfung teilen und Verantwortung dafür tragen.“

„Wir laden herzlich alle Christen in Europa, die Mitgliedskirchen der KEK und die Bischofskonferenzen der CCEE, die Gemeinden und kirchlichen Gemeinschaften und alle Menschen guten Willens ein, an der Schöpfungszeit teilzunehmen, die Schöpfungszeit in der jeweiligen eigenen liturgischen Tradition gemeinsam zu feiern, und den gemeinsamen christlichen Glauben in Gott den Schöpfer, hochzuhalten“, so die Stellungnahme.

ACK Deutschland: Tag der Schöpfung
Mit einem Markt der Möglichkeiten, einem Bühnenprogramm und einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Kirchengelände im Park am Mäuseturm in Bingen am Rhein begeht die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) den diesjährigen Tag der Schöpfung am 2.9.2016 ab 14 Uhr in Bingen am Rhein. Seit dem Jahr 2010 feiere die ACK in Deutschland jährlich einen Ökumenischen Tag der Schöpfung. Er gehe auf eine Anregung des damaligen Ökumenischen Patriarchen Dimitrios I. zurück, einmal im Jahr „gemeinsam zum Schöpfer zu beten“, teilte die Pressestelle der ACK mit. Dieser Tag werde bundesweit begangen und rege dazu an, das Lob des Schöpfers gemeinsam anzustimmen und gleichzeitig die eigenen Aufgaben für die Bewahrung der Schöpfung in den Blick zu nehmen.
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„Jetzt ist die Stunde der Außenpolitik und der Diplomatie“

2015 hat das NATO-Mitglied Litauen wegen der Ukraine-Krise die 2008 abgeschaffte Wehrpflicht vorübergehend wieder eingeführt, in Norwegen wurden im Juli die ersten wehrpflichtigen Frauen in die Streitkräfte einberufen, nachdem das NATO-Mitglied Anfang 2015 die Wehrpflicht für Frauen eingeführt hat. Und in der Schweiz wird aktuell über eine Wehrpflicht für Frauen diskutiert, nachdem dies eine Arbeitsgruppe des Schweizerischen Bundesrates im Juli empfohlen hatte.

Besorgniserregende Entwicklungen
„Das alles sind besorgniserregende Entwicklungen“, stellt der EAK-Bundesvorsitzende fest. Er habe Verständnis dafür, wenn die aktuellen Krisen und Konflikte in Europa und der Welt für Ängste sorgen. Aber die Lösung könne nicht lauten, „dass wir wieder aufrüsten und mehr Militär fordern“. Vielmehr sei dies nun „die Stunde der Außenpolitik und der Diplomatie“. „Als der Kalte Krieg zu eskalieren drohte, sorgte die KSZE damals für eine Entspannung. Warum wird jetzt nicht mehr auf die OSZE gesetzt?“, fragt Münchow.

Er warnte in diesem Zusammenhang auch davor, in Deutschland erneut eine Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht zu führen. Zuletzt geschah das vor wenigen Tagen im Zusammenhang mit der Vorstellung der neuen „Konzeption Zivile Verteidigung“ (KZV) der Bundesregierung. „Ich bin froh und erleichtert, dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière rasch betont hat, dass eine Wiedereinführung der Wehrpflicht derzeit nicht zur Debatte stehe“, so der EAK-Bundesvorsitzende.

Wehrpflicht für Frauen
Äußerst kritisch sehe die EAK vor allem die Einführung einer Wehrpflicht für Frauen. „Ich halte den norwegischen Weg für falsch. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, als würde hier unter dem Deckmantel einer angeblichen Gleichberechtigung von Mann und Frau versucht, die personellen Lücken der dortigen Armee zu schließen“, meinte Jasmin Schwarz, die Referentin für Frieden und Kriegsdienstverweigerung (KDV) der EAK. „Die Nachfrage nach einer KDV-Beratung nimmt in Deutschland, gerade auch unter Soldatinnen, spürbar zu“, gab Jasmin Schwarz mit Blick auf ihre beruflichen Erfahrungen zu bedenken.

Antikriegstag
Seit 1957 wird in der Bundesrepublik Deutschland, nicht zuletzt auf Initiative der Gewerkschaften, der 1. September in Erinnerung an den deutschen Überfall 1939 auf Polen, als Antikriegstag begangen. In der DDR wurde der 1. September als „Weltfriedenstag“ bezeichnet.

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ADRA Italien und Adventgemeinde Rieti bieten Schutz für Betroffene des Erdbebens

16 Menschen seien derzeit im adventistischen Kirchengebäude untergebracht. Die Freiwilligen von ADRA und der Kirchengemeinde bieten den Vertriebenen drei Mahlzeiten pro Tag an, so NA. ADRA Italien habe das Angebot von Mahlzeiten auch den Freiwilligen anderer Hilfsorganisationen gemacht, die in den umliegenden Gebieten arbeiten. „Wenn die an der Erdbeben-Notfallhilfe beteiligten Organisationen diesen Service benötigen, werden sie sich mit uns in Verbindung setzen“, teilte ADRA Italien gegenüber NA mit.

Eine LKW-Ladung mit Grundversorgungs- und Hilfsgütern sei ebenfalls im Kirchengebäude in Rieti untergebracht, da die Warenlager der anderen Verbände bereits voll sind. „Wir werden dieses Material für die Bedürfnisse unserer Gäste und für andere Bedürfnisse nutzen“, erklärte ADRA Italien. „Die Freiwilligen haben auch eine Bestandsaufnahme der erhaltenen Medikamente gemacht, die an das Rote Kreuz geschickt wird“.

ADRA Italien organisiere die Arbeit der Freiwilligen in Schichten. Täglich würden fünf bis sechs Freiwillige benötigt. Einige Freiwillige aus verschiedenen adventistischen Kirchengemeinden (in Rom, Bologna, Florenz, Pesaro, u.a.) hätten bereits ihre Zusammenarbeit angeboten.

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Adventisten reagieren auf Erdbeben in Italien

„Wir drücken unsere Solidarität mit den Familien der Opfer dieser Naturkatastrophe aus und teilen ihre Trauer“, sagte Pastor Giuseppe Cupertino, Generalsekretär der Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Italien (Chiesa Cristiana Avventista del Settimo Giorno). Sie würden auch für die Verletzten, Obdachlosen und die Rettungskräfte beten, die jene zu retten versuchten, die noch unter den Trümmern liegen würden, heißt es in der Medienmitteilung der italienischen Adventisten.

Blut spenden – Kirchen als Unterkünfte
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Italien habe mit der Präfektur sowie anderen Hilfswerken Kontakt aufgenommen, um die Bedürfnisse abzuklären, sagte Daniele Benini, Koordinator der Freiwilligen bei ADRA Italien. Die Siebenten-Tags-Adventisten könnten ihre unbeschädigten Kirchen als temporäre Unterkünfte zur Verfügung stellen und bei der Betreuung von Kindern und Senioren helfen. Benini forderte die adventistischen Kirchenmitglieder auf, ihrer Solidarität einen konkreten Ausdruck zu verleihen und an einer der Blutspendeaktionen in der Katastrophenregion teilzunehmen.

Adventistischer Kirchenleiter: Ich bete für Leidende
Die Nachrichten und Bilder aus Italien machten ihn niedergeschlagen, so Pastor Mario Brito (Bern/Schweiz), Kirchenleiter der Adventisten in West- und Südeuropa. „Es ist sehr traurig zu sehen, wie Frauen und Männer – junge und alte – besorgt und bestürzt über Trümmer gehen und jedes Stück dessen suchen, was einmal ihr Heim war”, schreibt Brito. Er bete für Leidende und Entmutigte in dieser Situation.

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Adventisten in Nigeria fordern: Keine Wahlen mehr an Samstagen

Nigeria gewähre Religionsfreiheit und damit auch die Feier des Ruhetags der Siebenten-Tags-Adventisten, der von Sonnenuntergang am Freitag bis Sonnenuntergang am Samstag dauere, sagte der Kirchenleiter. Es seien schon viele Briefe an die unabhängige nationale Wahlkommission (Independent National Electoral Commission, INEC) geschrieben worden mit der Bitte, Wahlen nicht mehr auf einen Samstag zu legen, so Owolabi. Er sei zuversichtlich, dass die nationale Wahlkommission dem Anliegen der Adventisten entsprechen werde. Zudem habe sich bei einer kürzlich durchgeführten Gouverneurswahl, die auf einen Dienstag gelegt worden sei, gezeigt, dass die traditionell niedrige Wahlbeteiligung signifikant gesteigert wurde.

Wahlen und Examen weder Freitag, Samstag noch Sonntag
Laut Adventist Review (AR, nordamerikanische Kirchenzeitschrift) hat Pastor Ted C. Wilson, adventistischer Weltkirchenleiter, anlässlich einer Pastoralvisite in Nigeria 2014 den damaligen nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan gebeten, weder Wahlen noch Examen an staatlichen Institutionen auf Freitag, Samstag oder Sonntag anzusetzen. Dies würde es allen Muslimen und Christen unterschiedlicher Konfession erlauben, ihrem Glauben entsprechend zu leben, so Wilson.

Adventistische Weltkirchenleitung zu Bürgerpflichten
In einer Erklärung zum Verhältnis von Kirche und Staat schreibt die adventistische Weltkirchenleitung: „Adventisten sollten ihre Bürgerpflicht ernst nehmen. Wir sollten uns an den Wahlen beteiligen, sofern uns dies möglich ist und wir mit gutem Gewissen daran teilnehmen können. Wir sollten uns verpflichten, uns am Aufbau unseres Gemeinwesens zu beteiligen.“

Unterschiede bei Adventisten bezüglich Ruhetagsgestaltung
Als weltweite Kirche kennen die Adventisten nicht nur kulturelle Unterschiede in Bezug auf Frauenordination, sondern auch im Hinblick auf die Wahrnehmung des Wahlrechts an Samstagen. Ellen G. White, eine der Gründerpersonen der Kirche, hat vor mehr als 100 Jahren in den USA die Teilnahme an Wahlen und Abstimmungen auch am Ruhetag empfohlen, sofern dies nicht anders möglich sei.

Kampf gegen Korruption und für bessere Gesundheitsversorgung
Pastor Oyeleke A. Owolabi rief laut AR die Nigerianer auch zur Zusammenarbeit im Kampf gegen Korruption auf. Vom Staat forderte er, dass dieser weder von Kirchen noch von Moscheen Steuern erheben soll, da es sich um Non-Profit-Organisationen handle.

Nach Angaben von AR hat Owolabi angekündigt, dass die Adventisten in Otun Ekiti eine Hochschule für Medizin eröffnen werden, um Fachkräfte auszubilden und die Gesundheitsversorgung in der Region zu verbessern.

Religion in Nigeria
In Nigeria besteht eine kaum überschaubare Vielfalt an religiösen Gemeinschaften. Rund 50 Prozent der Nigerianer sind Muslime, vor allem in Norden. Etwa 40 Prozent sind Christen und der restliche Teil – rund 10 Prozent – bekennt sich zu einer traditionellen afrikanischen Religion. Neben den Adventisten halten auch folgende christliche Kirchen in Nigeria den Sabbat: Holy Sabbath Church, Seventh-Day Baptist Church, Church of God Seventh-Day und die Sabbath Holy Church.

Adventisten in Nigeria
In Nigeria, mit 181 Millionen Einwohnern, leben rund 223.000 erwachsen getaufte adventistische Christen, die in mehr als 1.150 Kirchengemeinden Gottesdienst feiern. Adventisten unterhalten in Nigeria 57 Grund- und 18 weiterführende Schulen, vier Krankenhäuser und 18 Kliniken oder Ambulanzen.

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Waldenser sehen neue Öffnung zum Dialog bei Katholiken

Die sich wandelnde Welt brauche eine „Präsenz der Einheit“ der Christen, die sich heute noch in getrennten kirchlichen Institutionen ausdrücke, sich aber „hoffentlich in den wesentlichen Dingen einig ist“, so Pastor Bernardini.

Die Ökumene ist ein Thema der Synode der Waldenser- und Methodisten-Kirchen, die am 21. August im norditalienischen Torre Pellice begonnen hat. Ebenfalls auf der Tagesordnung der sechstägigen Zusammenkunft stehen die Flüchtlingsfrage und das 500. Reformationsgedenken. Unter den 180 erwarteten Teilnehmern der Synode sind auch Abgesandte der Italienischen Bischofskonferenz.

Papst Franziskus: Zusammenarbeit trotz Unterschiede möglich
In seiner Grußbotschaft zum Auftakt der Waldenser-Methodisten Synode sieht Papst Franziskus laut Kathpress trotz bestehender Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten Möglichkeiten der Zusammenarbeit in der Flüchtlingshilfe und beim Umweltschutz.

Im März 2016 hatte Papst Franziskus als erster Papst überhaupt Angehörige der Waldenser empfangen. Er hatte zuvor – im Juni 2015, ebenfalls als erster Papst – in Turin eine Kirche der protestantischen Freikirche betreten und dort um Vergebung für die Unterdrückung und Verfolgung der Glaubensgemeinschaft durch die katholische Kirche gebeten.

Waldenser
Die protestantische Glaubensgemeinschaft der Waldenser, deren geografisches Zentrum in den Cottischen Alpen, den sogenannten Waldenser-Tälern, westlich von Turin/Italien, liegt, wird auf eine Gründung des Lyoner Kaufmanns Petrus Valdes (1140-1206) zurück geführt. Die Waldenser gelten als die ersten evangelisch-reformierten Christen in Europa. Sie waren schon da, bevor Martin Luther 1517 in Wittenberg die Reformation eingeleitet hatte. Im Mittelalter wurden die Waldenser von der römisch-katholischen Kirche als Häretiker verfolgt.

Nach Angaben des wissenschaftlichen Mitarbeiters der Deutschen Waldenservereinigung leben in Italien rund 20.000 sowie in Argentinien und Uruguay 7.000 Mitglieder. In Italien bilden die Waldenser seit 1979 mit den Methodisten eine gemeinsame Kirche, die Chiesa Evangelica Valdese (Englisch: Union of the Methodist and Waldensian Churches).

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USA: Adventistischer Gemeinschaftsdienst hilft Evakuierten der Waldbrände und Überschwemmungen

Flut in Louisiana
Das Amerikanische Rote Kreuz habe die Flut in Baton Rouge/Louisiana als die größte Naturkatastrophe in den USA seit dem Hurrikan Sandy vor vier Jahren bezeichnet, bei dem 147 Menschen starben, teilte ANN mit. In den Überschwemmungsgebieten würden noch einige Personen vermisst, und mindestens elf Menschen seien aufgrund der Überflutung umgekommen.

Mehr als 40.800 Personen hätten sich bei der nationalen Koordinationsstelle der Vereinigten Staaten für Katastrophenhilfe FEMA (Federal Emergency Management Agency) registriert. 40.000 Häuser seien nach Angaben von Medienberichten betroffen, und mindestens 200.000 Personen hätten in Unterkünften, Hotels oder bei Verwandten vorübergehend eine Bleibe gefunden.

ACS-DR versuche, Betroffene in unzugänglichen Gebieten per Boot zu versorgen. Die adventistische Kirchengemeinde in Baton Rouge sowie zwei weitere Kirchengemeinden in New Orleans würden Unterkünfte für Evakuierte anbieten. Verschiedene adventistische Kirchgemeinden im Bundesstaat Arkansas und im Norden Louisianas betrieben Sammelstellen für dringend benötigte Hilfsgüter, die an Betroffene verteilt werden sollen, so ANN.

Der Adventistische Gemeinschaftsdienst ist laut Lavida Whitson, Leiterin des ACS DR-Teams in Arkansas und Louisiana, von drei Nicht-Regierungsorganisationen gebeten worden, Warenlager auf ihrem Gebiet einzurichten. Dies werde aber erst nach der endgültigen Anfrage des Bundesstaates entschieden, so Whitson.

Waldbrände in Kalifornien
Die Waldbrände in Lake County/Kalifornien sind laut ANN am 13. August Berichten zufolge durch Brandstiftung ausgelöst worden und hätten 175 Häuser zerstört. Die adventistische Kirchgemeinde Lakeport werde auf der Webseite der kalifornischen Regierung als eines von drei Zentren für Evakuierte aufgeführt. Mindestens 15 Evakuierte hätten dort Unterkunft gefunden. Auch würden Freiwillige von ACS DR vor Ort helfen.

Adventistischer Gemeinschaftsdienst ACS
Die humanitäre Organisation „Adventistischer Gemeinschaftsdienst“ (Adventist Community Services, ACS) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten leistet mit 1.250 Zweigstellen in den USA Nothilfe, Krisenintervention sowie Notfallseelsorge und engagiert sich in der Aus- und Weiterbildung von Jugendlichen für Nothilfeeinsätze und begleitet Senioren sowie Obdachlose. Weitere Informationen: www.communityservices.org

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Adventistische Kirchenleitung in Nord- und Ostdeutschland veröffentlicht Grundsatzentscheidung zur Frauenordination

In einer Grundsatzentscheidung, die vom adventistischen Kirchenleitungsgremium des NDV (NDV-Verbandsausschuss) bereits im Juni beschlossen und nun veröffentlicht wurde, wird „Ordination“ nicht wie bisher als weltweit gültige Einsegnung verstanden, sondern auf das Gebiet der deutschen Kirchenleitung beschränkt. Daher werde diese Form der Beauftragung in Nord- und Ostdeutschland ohne Unterschied sowohl Männern als auch Frauen im Pastorendienst zugesprochen.

Wörtlich heißt es in der Stellungnahme: „Der NDV bekennt sich zur biblischen Praxis der Handauflegung mit Segensgebet als sichtbarem Zeichen der Kirche, seine Pastoren und Pastorinnen zum hauptamtlichen Dienst in den Gemeinden zu beauftragen. In diesem Sinn spricht der NDV von ‚Ordination‘.“ Diese „wird Männern und Frauen ohne Unterschied zugesprochen und gilt nur im Gebiet des NDV/SDV, da unsere Gremien nur für diesen Bereich entscheiden können“.

Die Kirchenleitung des NDV möchte dadurch der bereits bestehenden Beschlusslage auf ihrem Gebiet Rechnung tragen, ohne formal gegen die weltweit gültigen Richtlinien (Working Policy) der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) zu verstoßen. Die Stellungnahme des NDV zur Ordination von Frauen zum Dienst als Pastorin ist in deutscher und englischer Sprache einsehbar unter:
www.adventisten.de/organisation/norddeutscher-verband/dokumente

Adventistische Weltsynode lehnte Ordination von Pastorinnen 2015 erneut ab
Am 8.7.2015 hatten es die rund 2.300 Delegierten der adventistischen Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) in San Antonio, Texas/USA, als oberstes Gremium der Freikirche mit rund 40 zu 60 Prozent abgelehnt, den weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) die Kompetenz zu erteilen, adventistische Pastorinnen in ihrem Verwaltungsgebiet zum Pastorendienst zu ordinieren.

Frauen können nach ihrem Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zwar als Pastorin „gesegnet” werden und damit fast alle Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vornehmen; doch ordiniert werden nur männliche Geistliche. Damit ist Pastorinnen grundsätzlich auch das Amt des Präsidenten („Vorsteher“) einer regionalen oder überregionalen Freikirchenleitung verwehrt, das eine Ordination erfordert. Die aktuelle Stellungnahme des NDV öffnet nun auch dieses Amt für Frauen, sieht dafür aber eine erneute Ordination vor: „Die Wahl eines Pastors oder einer Pastorin in den leitenden Dienst als Vorsteher/in wird durch eine erneute Beauftragung/‚Ordination‘ vollzogen.“

Deutsche Freikirchenleitung für Frauen als vollbeauftragte Pastorinnen
Die Vorstände des Nord- und Süddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hatten bereits in einer Stellungnahme vom 14. Juli 2015 die Entscheidung in San Antonio zur Frauenordination bedauert. In ihrer Stellungnahme hieß es: „Eine positive Antwort wäre aus unserer Sicht angemessen und überfällig gewesen und hätte dem mutigen (Pionier-)Geist der Adventbewegung besser entsprochen.“ Während die Vorstände den Willen der Mehrheit der Vollversammlung respektierten, würden sie jedoch entschieden jeder Form der Diskriminierung von Frauen entgegentreten. „Wir glauben, dass Männer wie Frauen mit denselben Gaben ausgestattet werden, die für den Dienst als Pastor/Pastorin erforderlich sind. Deshalb werden wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Frauen als vollbeauftragte Pastorinnen in unseren Gemeinden einzusetzen“, so die Vorstände.

Beschluss des NDV von 2012
Am 23. April 2012 hatte die überregionale Kirchenleitung der Adventisten in Nord- und Ostdeutschland mehrheitlich beschlossen, dass innerhalb des NDV auch Pastorinnen wie ihre männlichen Kollegen ordiniert werden können. Dieses Votum entsprach nicht der Beschlusslage der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, wurde bisher allerdings noch nicht umgesetzt.

Der Süddeutsche Verband (SDV) hatte 2012 keinen Beschluss zur Ordination von Frauen gefasst. Er praktiziert aber ebenfalls die „Segnung“ von Pastorinnen in Übereinstimmung mit der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz). Deshalb dürfen von den Kirchenleitungen im NDV „gesegnete“ Geistliche, sowohl Männer wie Frauen, auch im Gebiet des SDV tätig sein. Im SDV werden auch weiterhin nur Männer als Pastoren für den weltweiten Dienst ordiniert.
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ADRA unterstützt in Portugal und auf Madeira

Festland
„Unser Land brennt weiter“ und die Brände hätten viele Menschen betroffen, darunter auch Adventisten, sagte Pastor Jorge Duarte, Abteilungsleiter für Kommunikation der Siebenten-Tags-Adventisten in Portugal. In Vila Nova de Monsarros, 80 Kilometer südlich von Porto, habe ADRA Portugal gemeinsam mit Pfadfindern den Gemeinderat darin unterstützt, Betroffenen Hilfe zu leisten.

Madeira
In Funchal, der Hauptstadt der Autonomen Region Madeira, sei ein Ladengeschäft eines Adventisten völlig ausgebrannt und ein Wohnhaus einer anderen adventistischen Familie teilweise zerstört worden. Nach Angaben von Rui Bastos, Pastor der adventistischen Kirche in Funchal, sei das adventistische Kirchengebäude sowie die Schule aber verschont geblieben, obwohl das Feuer in der Nähe gewütet habe.

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Evangelische Friedensverbände fordern Ende der Debatte um den Einsatz der Bundeswehr im Innern

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte sich angesichts der jüngsten Terroranschläge, aber auch angesichts des Amoklaufs in München, dafür ausgesprochen, die Bundeswehr auch im Inneren zur Terrorabwehr einzusetzen. Das neue Weißbuch der Bundesregierung zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr spricht ebenfalls davon, dass der Einsatz von Soldaten bei „terroristischen Großlagen“ denkbar wäre.

Gefährliche Diskussion
„Hier wird eine gefährliche Diskussion geführt“, warnte Jan Gildemeister von der AGDF. Er verwies auf die deutsche Geschichte, nicht zuletzt auch auf die Zeit des Nationalsozialismus, die dazu geführt habe, dass in Deutschland die Aufgaben von Polizei und Armee deutlich getrennt sind. „Dies hat sich bewährt und sollte nicht leichtfertig aufgegeben werden“, betonte der AGDF-Geschäftsführer. Er fühle sich in dieser Auffassung auch durch den Blick auf die ungute Rolle des Militärs in vielen anderen Ländern weltweit bestätigt.

Grundgesetz wiederholt unterlaufen
Leider würde schon seit Jahren das Grundgesetz in dieser Frage unterlaufen, kritisierte auch Wolfgang Burggraf. Der EAK-Geschäftsführer nannte dabei den Einsatz der Bundeswehr mit Tornado-Aufklärern beim G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm oder dem von Medien berichteten Aufbau von „Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräften“ (RSUKr) aus Reservisten der Bundeswehr, auf welche die aktive Truppe im Rahmen des Heimatschutzes zurückgreifen könne. „Dabei hat München vor wenigen Tagen doch deutlich gezeigt, dass die Polizei durchaus in der Lage ist zu handeln und mit Terroranschlägen oder Amokläufen fertig zu werden“, machte Burggraf deutlich und fragte: „Was hätte hier denn durch einen Bundeswehreinsatz besser gemacht werden können?“

Bundeswehr ist nicht Polizei
AGDF und EAK warnten davor, diese Debatte weiter zu befeuern. „Dass die Polizei für die innere Sicherheit und die Bundeswehr für die Landesverteidigung zuständig ist, hat sich in Deutschland bewährt. Die Grenzen, die das Grundgesetz setzt, sind richtig und dürfen nicht aufgegeben werden, auch nicht durch den Hinweis auf mögliche EU-Richtlinien oder -Vorgaben“, betonte Wolfgang Burggraf. Er gab zu bedenken, dass die Bundeswehr oder deren Feldjäger möglicherweise bestimmte polizeiliche Aufgaben beherrschen würden, „aber sie sind nicht die Polizei und sie wären mit einem Terroreinsatz in Deutschland völlig überfordert“. Jan Gildemeister vertrat die Ansicht: „Hier wird vor dem Hintergrund der Terroranschläge versucht, Stimmung zu machen und der Bevölkerung eine Sicherheit vorzugaukeln durch den Einsatz der Bundeswehr im Innern, die es nicht geben kann.“

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Katholische Kirche veröffentlicht Textsammlung zur Reformation

Reformation als Neubesinnung auf das Evangelium
„Der 500. Jahrestag des Beginns der Reformation, der 2017 begangen wird, bietet in besonderer Weise Anlass, sich mit den Voraussetzungen, dem Verlauf und den Folgen der Reformation zu beschäftigen“, schreibt der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), im Vorwort der über 200-seitigen Arbeitshilfe. Vielfach wäre die Reformation in der römisch-katholischen Kirche negativ und abwertend beurteilt worden. Mit den Beschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) sei jedoch ein Wandel in der Bewertung ermöglicht worden, der sich in eigenen Stellungnahmen und in der gemeinsamen Erarbeitung ökumenischer Dialogdokumente niedergeschlagen habe, so Feige.

Nach wie vor sei die Erinnerung an die Reformation nicht frei von Schmerz, verbinde sich doch mit ihren Folgen die Trennung der abendländischen Christenheit. Andererseits sähen katholische Theologen heute in der Reformation aber auch „einen wichtigen Beitrag zu einer Neubesinnung auf das Evangelium“, gab der Vorsitzende der Ökumenekommission zu bedenken. Es sei der römisch-katholischen Theologie inzwischen gelungen, die Geschehnisse des 16. Jahrhunderts nüchtern aufzuarbeiten. In einem langen ökumenischen Dialog hätten jene theologischen Lehrunterschiede neu bewertet werden können, die ihre Wurzeln in der Reformationszeit haben. Dies dokumentiere die vorliegende Arbeitshilfe.

Die Gründe, sich gegenseitig zu verurteilen, entfallen
Im ersten Teil der Arbeitshilfe sind Dialogdokumente zusammengestellt, die gemeinsame Aussagen zur Reformation, ihren Hauptpersonen und ihren Auswirkungen enthalten. Etwa die Stellungnahmen der Gemeinsamen Römisch-katholischen/Evangelisch-lutherischen Kommission „Alle unter einem Christus“ (1980) und „Martin Luther – Zeuge Jesu Christi“ (1983) sowie der „Schlussbericht der Gemeinsamen Ökumenischen Kommission zur Überprüfung der Verwerfungen des 16. Jahrhunderts“ (1985). Die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“, die 1999 zwischen dem Lutherischen Weltbund und der römisch-katholischen Kirche festgestellt wurde, ermögliche laut Bischof Feige „das gemeinsame Urteil, dass die Gründe, sich gegenseitig zu verurteilen, vor allem in der Frage der Rechtfertigung entfallen sind“.

Im zweiten Teil werden Beiträge aus dem Raum der römisch-katholischen Kirche dokumentiert. Ausgehend vom „Ökumenismusdekret“ des Zweiten Vatikanischen Konzils (1964) verdeutlichen sie die katholische Position zur Reformation und ihren Auswirkungen.

Beitrag für ein gemeinsames Christusfest
Die Textsammlung verstehe sich, so Gerhard Feige, „als Beitrag der römisch-katholischen Kirche zum 500-jährigen Gedenken der Reformation und will den Boden für ein gemeinsames Christusfest aus diesem Anlass bereiten“.

Die Broschüre „Reformation in ökumenischer Perspektive“ (Arbeitshilfen Nr. 284) ist als pdf-Datei zum Herunterladen unter www.dbk.de in der Rubrik „Veröffentlichungen“ zu finden.

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Wissen, worauf es ankommt bei „Gemeinsam Glauben leben“

Bedürfnisse ernst nehmen um selbst ernst genommen zu werden
Paulsen, der von 1999 bis 2010 Präsident der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Adventisten war, machte deutlich, dass Christen in der Zeit zwischen der Erlösung der Menschheit durch Jesu Tod am Kreuz von Golgatha und seiner Wiederkunft lebten. Wenn Christen sich daher als „erlöst“ betrachteten, müsse das auch in ihrem Leben sichtbar werden. Da jeder Mensch seine eigenen Herausforderungen kenne, gab er den Rat: „Halte dich an das Gute und bringe dein Leben in Ordnung“. Wenn jemand behauptet „erlöst“ zu sein, gelte das auch für das Verhältnis der Christen untereinander in der Kirchengemeinde. Es müsse von Freundlichkeit, Nachsichtigkeit und Vergebungsbereitschaft geprägt sein, um die Einheit in einer Gemeinde zu bewahren. Das bedeute allerdings nicht zu allem Ja zu sagen. „Wir müssen nicht in jedem Detail übereinstimmen, wir sollten aber durch das Band der Liebe, das Spannungen heilt, vereint sein“, so der frühere Kirchenleiter. Christen sollten auch zu anderen gehen, um ihnen die Botschaft des Evangeliums mitzuteilen. Doch dabei gelte es am „Puls der Zeit“ zu bleiben, um zu wissen, was Menschen interessiert. „Nur wenn wir wirklich die Bedürfnisse der Mitmenschen ernst nehmen und uns um die Nöte kümmern, werden wir als Christen selbst ernst genommen und unsere Ortsgemeinden bekannt.“

Paulsen, der aus Norwegen stammt, sprach auf Englisch und wurde von Pastor Matthias Müller, Abteilungsleiter für Gemeindeaufbau der Siebenten-Tags-Adventisten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, übersetzt. Eine Übersetzung in Gebärdensprache gab es auch für eine Gruppe Hörgeschädigter.

Als Kirchenpräsident offen für junge Leute
Jan Paulsen ist mit Ehefrau Kari seit fast 60 Jahren verheiratet. Sie haben eine Tochter und einen Sohn sowie drei Enkelkinder. Während seiner Zeit als Präsident hatte der oberste Leiter der weltweiten Adventisten unter dem Namen „Let’s Talk“ (Lasst uns miteinander reden) Hunderte junger Leute auf allen Kontinenten eingeladen, mit ihm vor laufenden Kameras über Themen und Fragen zu reden, die ihnen wichtig waren. Als Generalkonferenzpräsident ging es ihm auch um die Frage: Wie können Frauen, junge Erwachsene und Migranten besser in die adventistischen Ortsgemeinden integriert werden? 1972 promovierte Paulsen an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Eberhard Karls Universität in Tübingen. Unter anderem war er Dozent der adventistischen Lehrerausbildungsstätte in Bekwai/Ghana und Rektor des Westafrikanischen Theologischen Seminars in Nigeria sowie des Newbold College der Freikirche in England. Besonders für seine Tätigkeit in Afrika wurde Paulsen 2012 vom norwegischen König zum Kommandeur des Königlich Norwegischen Verdienstordens ernannt.

Vor der Predigt hatte der Präsident des Norddeutschen Verbandes der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Johannes Naether (Hannover), eine Gesprächsrunde mit der Fragestellung: „Jesus mischte sich unter die Leute – und was tun wir als Adventisten?“ Auch hierbei ging es darum, offen zu sein für die Menschen mit ihren Fragen und Problemen.

Sich mit Menschen aller Sprachen verständigen
Am Samstag gab es in Friedensau eine öffentliche Abendveranstaltung mit dem Pantomimen Carlos Martínez aus Spanien. Sein 60-Minuten-Programm „Á la Carte“ drehte sich um Begegnungen und Beziehungen. Es war bunt, lustig und todernst – so wie Beziehungen eben sind. Bereits am Freitag-Nachmittag führte er mit etwa 60 Besuchern des G’Camp den Workshop „Pantomime – Wie macht man das?“ durch. Dabei schilderte Martínez wie er schon als Kind den Traum hatte alle Sprachen der Welt zu sprechen. Nachdem er aber erfuhr, wie viele Sprache es gib, wollte er wenigstens Französisch, Englisch und Chinesisch lernen. Deutsch hatte er damals noch nicht im Blick. Doch fiel ihm schon der Französisch-Unterricht in der Schule schwer, sodass er einen anderen Traum hatte, nämlich Schauspieler zu werden. An der Schauspielschule in Barcelona habe er dann auch Unterricht in Pantomime erhalten und darin schließlich seine besondere Gabe entdeckt. Da Pantomime bedeute „Geschichten ohne Worte zu erzählen“, sei es ihm nun doch möglich, Menschen aller Sprachen etwas verständlich zu machen.

Liebevoll sich zum Menschen auf den Weg zu machen
Das erste G´Camp der Adventisten in Friedensau fand 1994 unter dem Motto „Die Welt lieben wie Christus“ statt. Die Ausbildungskonferenz sollte einer größeren Gruppe von Adventisten missionarische Impulse vermitteln sowie Begegnung und Austausch ermöglichen. Gab es damals knapp 200 Dauerteilnehmer, so waren es bei den ein-, später zweijährigen Missionstreffen teilweise über eintausend Besucher. Bei allen bisher 18 stattgefundenen G’Camps ging es darum, sich „liebevoll zum Menschen auf den Weg zu machen, ganz gleich wo und wie sie sind“. So formulierte es Pastor Bernd Rahner, einer der Leiter des G’Camp in den ersten Jahren.

Den ökologischen Fußabdruck verkleinern
Der Kanzler der Theologischen Hochschule Friedensau, Tobias Koch, erklärte, dass die Hochschule den Auftrag Gottes, die Schöpfung zu bewahren, ernst nehmen würde. Deshalb sei beispielsweise bei der Verpflegung der Teilnehmer durch die Mensa beim G’Camp 2016 auf die Ausgabe von Plastikbesteck und –geschirr verzichtet worden. Der Abwasch von Besteck und Geschirr mache zwar etwas mehr Arbeit, „aber das ist es uns wert“, so Koch. Außerdem wäre die Möglichkeit zur Mülltrennung noch besser organisiert worden. „Wir wollten damit unseren ökologischen Fußabdruck verkleinern und unsere Energiegewinnung um einen weiteren grünen Baustein erweitern.“ Das sollte nach dem Kanzler ansteckend auf die Teilnehmer wirken, um zum Erhalt der Schöpfung selbst einen persönlichen Beitrag zu leisten.

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Gemeinsam Glauben leben – auch mit Kindern und Flüchtlingen

„Miteinander wunderbar“
Während der Morgenandacht am Freitag, dem 5. August, wurde die biblische Geschichte vom sinkenden Petrus auf dem See Genezareth nacherzählt und anschaulich gemacht. Die Person des Petrus spielte der Präsident des Süddeutschen Verbandes der Freikirche, Pastor Werner Dullinger (Ostfildern bei Stuttgart). Jeden Tag machte der Freikirchenleiter die Kinder als Petrus mit einer anderen biblischen Geschichte vertraut. Dabei ging es neben dem sinkenden Apostel auch um die Speisung der Fünftausend, den großen Fischfang, das letzte Abendmahl mit Jesus, um Petrus, der geschworen hatte, Christus nicht zu kennen, und um die Himmelfahrt Jesu. Beim Mottolied des G´Camp waren bei den Morgenandachten Kinder die Hauptakteure. Sie sangen zusammen mit den Erwachsenen „Miteinander wunderbar“. Für die Kinder gab es zwar anschließend ein eigenes Programm, doch sie waren, wie die Jugendlichen, immer wieder in die Gesamtgemeinschaft integriert.

Viele Kulturen auf engem Raum
Auch etwa 20 Flüchtlinge aus Stendal waren zum G´Camp eingeladen. Das sei nicht ganz einfach gewesen, denn sie hätten zum Besuch eine besondere Erlaubnis benötigt. Einer von ihnen, Farzard, sagte: „Friedensau ist ein ganz besonderer Ort. Es macht Spaß, Neues zu lernen und auch so viele Kulturen auf engem Raum zu erleben.“ Ihm fiel auf, dass es hier so wenig Sicherheitspersonal gebe. Da habe er schon ganz andere Orte kennengelernt. Laut Aussage des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung von Sachsen-Anhalt gebe es in dem Bundesland keine andere Hochschule, die mit ausländischen Studierenden so viel Erfahrung habe, wie Friedensau. Die rund 200 Studentinnen und Studenten der Fachbereiche Christliches Sozialwesen und Theologie an der dortigen adventistischen Theologischen Hochschule kommen aus über 30 Ländern.

Gemeinsam für Flüchtlinge
In den Morgenandachten wurden auch Sozialprojekte der Freikirche vorgestellt. Der „Knotenpunkt“ Bad Schwartau der dortigen adventistischen Kirchengemeinde in Schleswig Holstein bietet beispielsweise neben einer „Lebensschule für offene Baustellen im Leben“, einem Männerstammtisch, kreativem Kindertanz und „Ehestärkungskursen“ auch Beratungen und einen Deutschkurs für Flüchtlinge an sowie ein gemeinsames schweinefleischfreies Mittagessen am Samstag. In der Bundesrepublik gebe es etwa 80 Flüchtlingsprojekte mit adventistischer Beteiligung, weitere seien in Planung, so Sylvia Kontusch, die ehrenamtlich die Flüchtlingsarbeit im Süddeutschen Verband der Adventisten koordiniert. Sie hielt in Friedensau den Workshop „Flüchtlingsarbeit als Kirchengemeinde“. 2015 gründeten die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA, das Advent-Wohlfahrtswerk und die Theologische Hochschule Friedensau das Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“. Ziel des Aktionsbündnisses ist es, die Kräfte und Möglichkeiten der einzelnen Partner zu bündeln und zu koordinieren, um der gesellschaftlichen Herausforderung in der Flüchtlingshilfe besser begegnen zu können.

Gutes Tun durch ADRA-Shop
Bei einem anderen vorgestellten Projekt ging es um den ADRA-Shop in Lüdenscheid. Unter dem Motto „Gutes Kaufen. Gutes Tun“ bietet der Shop gut erhalten Kleidung für Damen, Herren und Kleinkinder, Hausrat und Deko-Artikel sowie Bücher und Spielzeug an. Die Mitarbeitenden sind alle ehrenamtlich tätig. Mit dem Erwerb der Waren tun sich die Käufer selbst etwas Gutes, schonen die Umwelt und helfen Menschen in Not, so die Initiatoren. 80 Prozent des erwirtschafteten Gewinns würden in die Katstrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit von ADRA weltweit fließen, 20 Prozent seien für Sozialprojekte vor Ort vorgesehen. Weitere ADRA-Shops gibt es in Weiterstadt bei Darmstadt, Bergisch Gladbach, Stendal, Schwedt/Oder und Köthen.

Durch Mikroben Gerüche beseitigen
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland in Weiterstadt bei Darmstadt gehört zu einem weltweiten Netzwerk von über 130 eigenständigen ADRA-Länderbüros, informierte Gabriel Schönfeld, Soforthilfekoordinator von ADRA Deutschland. Das Hilfswerk, welches auch beim G´Camp einen Ausstellungsstand hatte, habe in den vergangenen Jahren einen Schwerpunkt im Bereich Wasser und Sanitär gesetzt. Daher hat ADRA eine mobile Anlage für sogenannte effektive Mikroorganismen (EM’s) angeschafft, die auch in Friedensau zu sehen war. Es handelt sich dabei um eine Mischung von verschiedenen Mikroben. Diese Organismen könnten beispielsweise nach einer Überschwemmung eingesetzt werden, um Fäulnisbakterien in der Landwirtschaft zu beseitigen und unangenehme Gerüche aus betroffenen Häusern und Wohnungen zu entfernen. Es entstehe Fermentierung statt Fäulnis. Inzwischen würden EM’s auch im Agrarbereich, in der Gewässerreinigung, der Tiergesundheit und im Haushalt eingesetzt. Schönfeld demonstrierte die Wirkungsweise am Donnerstag auf dem Friedensauer Zeltplatz durch Einsatz von EM’s in den Toiletten und Biotonnen. Es genügte eine kleine Menge von dieser Flüssigkeit und in Toilette und Biotonne waren die Gerüche nicht mehr wahrnehmbar.

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„Brot für die Welt“ legt Jahresbericht 2015 vor

Zweitbestes Spendenergebnis der letzten zehn Jahre
Die Spenden und Kollekten für „Brot für die Welt“ lagen 2015 mit 57,5 Millionen Euro 1,8 Millionen über denen des Vorjahrs (55,7 Mio.). Das sei das zweitbeste Ergebnis der letzten Dekade. Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin des Hilfswerks, zeigte sich bei der Präsentation der Jahresbilanz in Berlin dankbar für das „große Vertrauen, das Spenderinnen und Spender sowie Kirchen, Gemeinden und politische Entscheidungsträger Brot für die Welt entgegenbringen“.

Herausforderungen
Mit Sorge sehe „Brot für die Welt“, dass Gewalt und bewaffnete Konflikte bestehende Armut verschärfen und bereits erreichte Fortschritte gefährden. Füllkrug-Weitzel: „Eine zentrale Aufgaben des nächsten Jahrzehnts wird daher die Unterstützung für Binnenvertriebene, also Flüchtlinge im eigenen Land, und Flüchtlinge aus angrenzenden Ländern gemeinsam mit der gastgebenden Bevölkerung sein.“

Füllkrug-Weitzel erinnerte daran, dass die Industrieländer mitverantwortlich seien für Hunger, Armut und Gewalt und damit letztlich auch für Flucht: etwa durch Waffenexporte in Krisengebiete oder durch aggressive Durchsetzung von Wirtschaftsinteressen auf Kosten von Menschenrechten. „Darum ist es mehr denn je auch politisch wichtig, sicher zu stellen, dass Entwicklungshilfemittel wirklich für eine nachhaltige und menschenrechtsbasierte Entwicklung eingesetzt werden“, sagte Füllkrug-Weitzel.

Wirtschaft und Menschenrechte
„Es ist dringend nötig, dass die Bundesregierung jeder Form aggressiver und unfairer Durchsetzung von Wirtschaftsinteressen auf Kosten von Menschenrechten und Menschenwürde und auf Kosten der Lebenschancen von Menschen in armen Ländern einen Riegel vorschiebt.“ Damit Unternehmen ihre Geschäftspraxis ändern, bräuchte es verbindliche Vorgaben, deren Nichteinhaltung auch sanktioniert werde, so die Präsidentin. „Noch besser wären internationale Vorgaben, die für alle Unternehmen gelten“.

Finanzmittel
Neben Spenden und Kollekten erhielt Brot für die Welt 2015 Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes (52,5 Mio.) und Beiträge Dritter (129,8 Mio.), vor allem aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Insgesamt standen dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen und Freikirchen 255,4 Millionen Euro (2014: 254,8 Mio.) zur Verfügung. Davon flossen 94,3 Prozent in die Projektarbeit. Die Ausgaben für Werbung, allgemeine Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung lagen bei 5,7 Prozent. Brot für die Welt liegt damit in der Kategorie „niedrig“ des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI). Es vergibt das DZI-Spendensiegel.

„Brot für die Welt“ wurde 1959 gegründet. Das evangelische Hilfswerk unterstützt Menschen unabhängig von ihrer Volks- oder Religionszugehörigkeit. Schwerpunkte sind die Überwindung von Hunger, die Bewahrung der Schöpfung und die Förderung von Demokratie, Frieden und Menschenrechten.

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„Unter einem Dach: Gemeinsam Glauben leben“

Durch Wertschätzung Brücken bauen
Pastorin Jessica Schultka, Redakteurin des Advent-Verlags in Lüneburg, legte ihrer Morgen-Ansprache ein Wort des Apostels Paulus aus dem Römerbrief, Kapitel 12, Vers 10 zugrunde: „Übertrefft euch gegenseitig an Wertschätzung.“ (Übersetzung: BasisBibel). Es gebe viele Gründe, „warum wir uns über andere ärgern können“ und „Brücken bauen nicht funktioniert“, sagte sie. Schultka wolle aber genau dazu ermutigen.

Der Bibeltext des Apostels Paulus zeige: „Brücken bauen fängt in uns selbst an. Wenn wir nachdenken und fühlen.“ Brücken bauen habe in erster Linie etwas „mit unserem Inneren zu tun: mit unseren Werten“. Wer mit anderen auskommen wolle, solle Gutes über ihn denken und gute Motive unterstellen.

Schultka rief zu einer wertschätzenden Haltung im Umgang miteinander auf. Ältere Menschen sollten von den jüngeren lernen und durch Fragen versuchen, sie zu verstehen. Jüngere sollten zuhören, wenn Ältere etwas sagen wollen. Auch in Glaubensfragen sei es wichtig, zu verstehen zu suchen, warum jemand eine abweichende Meinung hat.

Geschichte mit Spannungsfeldern
Dr. Johannes Hartlapp, Dozent für Kirchengeschichte an der Theologischen Hochschule Friedensau, beleuchtete die heutige Situation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unter drei verschiedenen Spannungsfeldern. Diese Spannungsfelder ergäben sich aus der Geschichte der Freikirche und prägten ihre Entwicklung bis heute, so Hartlapp.

Zwischen „Verstand und Herz“ existiere ein Spannungsfeld, da es Adventisten viel mit dem Verstand zu tun hätten, unser Leben heute aber in einem „deutlichen Maß von unserem Empfinden“ bestimmt sei. Ein weiteres Spannungsfeld ergebe sich aus der Erwartung der Wiederkunft Jesu Christi: „Die frühe Adventgemeinde war geprägt von einer ganz großen Motivation: Jesus kommt gleich wieder“, teilte Hartlapp mit. Heute lebten wir aber in einer Zeit, in der es eine religiöse Sättigung gebe. „Wir haben dieses Bekenntnis institutionalisiert.“ Ein drittes Spannungsfeld im Blick auf die Freikirche bestehe zwischen Anspruch und Wirklichkeit im missionarischen Sinne. Fazit des Kirchengeschichtlers: „Wir sollten ehrlich über diese Spannungsfelder reden“.

Das 18. G‘Camp der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten findet als missionarisches Ausbildungstreffen vom 2. bis 7. August auf dem Gelände der Theologischen Hochschule in Friedensau bei Magdeburg statt. Rund 650 Dauerteilnehmende, darunter viele Kinder und Jugendliche, haben sich zu dieser Veranstaltung angemeldet.

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G‘Camp in Friedensau eröffnet

Pastor László Szabó, Dozent für Gemeindeaufbau und Weltmission an der Theologischen Hochschule Friedensau, wies in seiner Eröffnungsansprache im großen Veranstaltungszelt darauf hin, dass die Kirchengemeinden oft eher „schwarz-weiß“ erlebt würden. „Wo sind die Farben? Wo ist die Vielfalt?“, fragte er. Gott schenke jedem Gläubigen unterschiedliche Gaben. Szabó ermutigte dazu, sich in die Kirchengemeinden mit diesen Gaben einzubringen und so das Gemeindeleben vielfältig zu machen und zu bereichern.

Im Rahmen des G’Camps sind unterschiedliche Veranstaltungen und rund 25 praxisnahe Workshops geplant. Themen wie „Im Dialog mit unseren muslimischen Nachbarn“, „Umgang mit Teenagern“, „Gewaltfreie Kommunikation“, „Wie starte ich ein soziales Projekt?“ oder „Flüchtlingsarbeit als Kirchengemeinde“ werden angeboten. Für Kinder werden zwei Extra-Camps auf dem Zeltplatz angeboten. Ein besonderes Workshop-Angebot für junge Leute von 16 bis 35 Jahren ist die Jugend-Singwoche. Eingeübt und aufgeführt werden Gospel, Pop und Klassik.

Echte Gemeinschaft von völlig unterschiedlichen Menschen sei der beste Beweis für die „Echtheit unseres Glaubens und unserer Mission“, teilte Pastor Bernhard Bleil, Koordinator des G’Camps, unter Bezug auf das Motto der Veranstaltung mit. Hauptsprecher des G‘Camps sind die Pastoren Jan Paulsen, ehemaliger Weltkirchenleiter der Adventisten, sowie Saša Gunjevic, Pastor in Hamburg-Grindelberg.
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Zwei Abiturientinnen der „Marienhöhe“ mit Traumnote 1,0

Schulleiter Dr. Christian Noack betonte bei der Abiturfeier: „Es stimmt übrigens nicht, dass Lerninhalte oder Klausuren auf der Marienhöhe leichter sind als an anderen Schulen.“ Bemerkenswert sei für ihn, dass etwa 50 der Abiturienten Religion als schriftliches Abiturfach gewählt hätten. Die Abgängerinnen und Abgänger wüssten nun, „wie unsere Gesellschaft tickt, was ihr wichtig ist, was sie modern macht“. Sie seien jetzt befähigt, die Gesellschaft mit ihren sprachlichen, musischen, mathematischen oder naturwissenschaftlichen Fähigkeiten und Interessen zu bereichern. Als Bürger schätzten sie durch den Geschichts-, Politik- und Wirtschaftsunterricht Demokratie und Toleranz genauso, wie durch den Religionsunterricht „die tiefen Werte der Liebe und Barmherzigkeit, die der Glaube mit sich bringt“.

Den Realschulabschluss schafften 34 Schülerinnen und Schüler, von denen 23 in die gymnasiale Oberstufe wechseln wollen. Die adventistische Bildungsstätte besuchten im abgelaufenen Schuljahr 697 Schülerinnen und Schüler. Nur zwölf Prozent stammen aus einem adventistischen Elternhaus. Von den 64 Lehrkräften sind 35 Siebenten-Tags-Adventisten, die sieben Internatspädagogen gehören jedoch alle der Freikirche an. Das 1924 gegründete Schulzentrum hat seit 1950 ein staatlich anerkanntes Gymnasium. 1994 folgten die Real- und 2010 die Grundschule.

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Bundeswehr-Weißbuch mit neuen Aufgaben im Cyber-Bereich

Teilstreitkraft Cyber und Weltraum
Die EAK verweist dabei auf mehrere Formulierungen und Aussagen des neuen Weißbuches, gerade was Cyberwaffen angehe. Gab es früher drei Teilstreitkräfte der Bundeswehr, nämlich Heer, Luftwaffe und Marine, so werde dieses Spektrum nun um Cyber und Weltraum ausgedehnt, erläuterte Wolfgang Burggraf. Das Weißbuch spreche dabei von Herausforderungen aus dem Cyber- und Informationsraum und verweise darauf, dass für die Bundeswehr die Erhöhung der Reaktionsfähigkeit und Resilienz sowie die Prävention und Abwehr von Cyberangriffen und Informationsoperationen unverzichtbar seien. Wörtlich heiße es, „dass Cyberabwehr, Cyberverteidigung und Cybersicherheits- und -außenpolitik Mittel zum Erreichen einer IT-Sicherheitslage sind“, so der EAK-Geschäftsführer. Das neue Weißbuch spreche sogar davon, dass die Bundeswehr bei der Verteidigung gegen Cyber-Angriffe nicht nur defensiver, sondern auch offensiver Hochwertfähigkeiten bedürfe.

Informationstechnologie eine Waffe?
Damit werde die Informationstechnologie aber zu einer Waffe, gab Burggraf zu bedenken. „Artikel 4 des Grundgesetzes sagt, dass niemand gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden darf. Zählt nun auch die Informationstechnologie dazu?“, fragt der EAK-Geschäftsführer. Er erwarte hier juristische Klärungen bis hin zum Bundesverfassungsgericht. „Es wird sicher zu Klagen kommen“, ist Burggraf überzeugt.

Unterstützung durch Reservisten
Das gelte nach Ansicht des evangelischen Friedensverbandes umso mehr für die künftige Rolle der Reservisten. „Hier geht das Weißbuch sogar soweit, den Reservisten eine langfristige, verlässliche Unterstützung im Bereich Cyber zuzuschreiben und darüber hinaus auch externes Personal in Betracht zu ziehen“, betonte Wolfgang Burggraf. Das werde zu einer großen Welle von KDV-Anträgen bei Reservisten führen.

Die EAK erwarte daher aufgrund der Vorgaben und Ziele des neuen Weißbuches der Bundesregierung einen höheren Bedarf an einer Beratungstätigkeit für aktive Soldatinnen und Soldaten wie auch für Reservisten. „Die evangelische Friedensarbeit hat für dieses Jahr eine Projektstelle geschaffen, durch welche die Struktur der Gewissensberatung durch die EAK auf sichere Füße gestellt werden soll“, informierte der EAK-Geschäftsführer.

Die EAK
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für jene, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung (KDV) und Friedensarbeit zuständig sind.

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