„Aus der Praxis“: neue TV-Serie im Hope Channel

Das Themenspektrum der TV-Serie „Aus der Praxis“ reicht von medizinischen Inhalten bis hin zu seelsorgerlichen Fragen: „Wie lebe ich mit Krebs?“, „Schilddrüsen-Erkrankungen“ oder „Angstfreies Krankenhaus“ sind einige der Themen, die Anfang Dezember 2016 im Krankenhaus Waldfriede als Sendung aufgezeichnet und ab Februar 2017 auf dem Hope Channel ausgestrahlt werden. Damit wird ein Schwerpunkt des Fernsehsenders zu psychischer und physischer Gesundheit weiter verstärkt.

Krankenhaus Waldfriede
Das Krankenhaus Waldfriede in Berlin ist ein Akutkrankenhaus mit 170 Betten in Trägerschaft der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Es ist akademisches Lehrkrankenhaus der Charité und darüber hinaus europäisches Ausbildungszentrum für Operationstechniken in der Koloproktologie.

Hope Channel Deutschland
Hope Channel Deutschland ist einer von mehr als 48 Sendern der gleichnamigen internationalen Senderfamilie. Er gehört zum europäischen Medienzentrum „Stimme der Hoffnung“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit Sitz in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt. Mehr Informationen unter: www.hope-channel.de

_____________________________________________________________________________




Geschäftsführer von ADRA Deutschland spricht auf Weltgipfeltreffen der Vereinten Nationen

Partnerschaften in humanitärer Hilfe
Molke ermutigte die anwesenden Vertreter der Weltreligionen und Politiker verschiedener Nationen sowie der Europäischen Union, Partnerschaften in der Humanitären Hilfe einzugehen. Es sei wichtig, erfolgreich umgesetzte Konzepte bekannt zu machen und mehr Einfluss zu nehmen auf die Gesetzgebung, die Entscheider in den eigenen Organisationen oder die Geldgeber.

Auf friedensstiftende Sprache achten
„Religiöse Parolen und Überzeugungen werden oft in kriegerischen Konflikten und Spannungsgebieten missbraucht, um Interessen, die im sozioökonomischen Bereich verwurzelt sind, zu vertreten und Konflikte anzuheizen“, so der ADRA-Geschäftsführer. Da religiöse Leiter mit ihrem Einfluss sowohl ökonomischen als auch sozialen Ungerechtigkeiten durch religiös motiviertes Verhalten begegnen könnten, müssten sie besonders auf eine friedensstiftende Sprache achten und dürften sich nicht für andere Interessen instrumentalisieren lassen.

Weltgipfel für Religion, Frieden und Sicherheit
Der 1. Weltgipfel für Religion, Frieden und Sicherheit (Global Summit on Religion, Peace and Security) fand unter Mitwirkung der Internationalen Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit (International Association for the Defense of the Religious Liberty) und dem UN-Sonderberater für die Verhinderung von Völkermord, Adama Dieng, vom 23.-25.11.20016 im Genfer Palast der Nationen statt.

_____________________________________________________________________________




Adventisten in Bangladesch mit Kinderschutzprogramm gegen Kinderehen

Vielfältige Gründe für Kinderheirat
Faktoren für Kinderehen in Bangladesch seien vielfältig und kompliziert, schreibt die nordamerikanische Kirchenzeitschrift „Adventist Review“ (AR). Arme Familien hätten nicht die Finanzen, um sowohl Söhne als auch Töchter zu unterstützen, was dazu führe, dass die Söhne Priorität bei Schulbildung und anderen Privilegien haben. Damit gekoppelt sei die Tradition, dass die Familie der Braut eine Mitgift an den Bräutigam gibt. Je jünger die Braut, desto geringer die Mitgift. Das führe dazu, dass es für arme Familien wirtschaftlicher ist, ihre Töchter früh zu verheiraten.

Negative Auswirkungen von Kinderheirat grösser als erwartete Vorteile
„Innerhalb von ungefähr zwei Jahren nach einer Kinderheirat kehren die Mädchen oft mit einem Kind in ihre Herkunftsfamilien zurück, und damit ist die Familie noch stärker belastet als zuvor“, teilte Ofelia Raksham, Koordinatorin der adventistischen Nichtregierungsorganisation „Kinderrechte und Kinderschutz“ (CRP) mit. Wenn das Mädchen bei ihrem Mann bleibe, erhöhe dies die Gefahr häuslicher Gewalt.

CRP-Strategie gegen Kinderehen
Es sei Teil der CRP-Strategie über Schulen die Kommunen zu erreichen, berichtete AR. CPR führe in adventistischen Schulen im Land Sensibilisierungsprogramme durch. Missbrauch werde identifiziert, den Kindern werde erklärt, was ihre Rechte seien und wie sie sich gegen Übergriffe wehren könnten.

Adventisten in Bangladesch
In Bangladesch, mit einer Bevölkerung von rund 160 Millionen, gehören 90 Prozent der Einwohner dem Islam an und rund neun Prozent dem Hinduismus. Im Land leben 29.000 Mitglieder der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Sie unterhalten 152 Grund- und neun weiterführende Schulen, ein College, eine Klinik und einen Verlag.

_____________________________________________________________________________




Designer mitten im Paradies

Dankbarkeit – Schlüssel für ein glückliches Leben
Harald Glööckler, der neben Mode auch Schmuck, Möbel und Tapeten kreiert, wählte für seine Schubergestaltung den Bibelvers „Du erntest, wo du nicht gesät hast, und du sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast“ (Matthäus 25,24). „Dass Gott da ist, ist für mich definitiv klar. Er ist vorhanden in Form einer großen Liebe“, so der 51-Jährige. Die Bibel sei für ihn ein Ratgeber. „Man findet dort Weisheit, manchmal auch zwischen den Zeilen“, sagte er bei der Präsentation seiner Schmuckschuber-Edition. Man könne Gott alles sagen was einen bewege. Heilig sei die Bibel nur, wenn sie auch benutzt werde, sonst wäre sie nur eine Dekoration. Mit dem von ihm gewählten Bibelvers wolle Glööckler Menschen aus ihrem trostlosen Alltag herausholen. Bei Gott gebe es keinen Mangel. In der von ihm für den Schuber gestalteten paradiesischen Szene, in die er sich selbst hineingestellt hat, verspürten die Vögel keinen Mangel, denn Gott sorge für sie. Statt sich über Mangel zu beklagen, sollten Menschen bedenken, was sie alles haben. „Wer dankbar ist, hat mehr von dem was er hat“, so der Designer. Dankbarkeit sei der Schlüssel für ein glückliches Leben.

Weitere Schmuckschuber von Künstlern und Prominenten
Künstler und andere Prominente haben weitere exklusive Sammlereditionen im Schmuckschuber gestaltet, informierte der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft Dr. Christoph Rösel. Dazu zählten der Trainer Jürgen Klopp, die Illustratoren Janosch und Peter Gaymann, die Schauspielerin Uschi Glas, Musiker und Kreative wie Klaus Meine von den „Scorpions“, Angelika und Dieter Falk, Wolfgang Dauner und Randi Bubat sowie Joe Hennig. „Wir freuen uns, dass so viele bekannte Persönlichkeiten bereit sind, sich kreativ mit der Bibel zu beschäftigen.“ Ziel sei es, dass diese Ausgaben auch Menschen zur Bibel greifen lassen, die nicht zu den klassischen Bibellesern gehören, so Rösel.

Bereits über 200.000 Exemplare der neuen Lutherbibel verkauft
Die Lutherbibel 2017 erscheint in gedruckten und digitalen Formaten, zum Beispiel als E-Book, App und Computersoftware. Darüber hinaus gibt es die Psalmen der Lutherbibel auch als Hörbuch. Die komplette Hörbibel, gelesen von Rufus Beck, ist im Frühjahr nächsten Jahres erhältlich.

Eingeführt wird die revidierte Lutherbibel gemeinsam von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bibelgesellschaft. Zehn Jahre dauerte die inhaltliche Bearbeitung von der ersten Anfrage über die Arbeit einer EKD-Kommission bis zur Drucklegung. Die Lutherbibel 2017 erscheint zum 500. Reformationsjubiläum, das seit dem 31. Oktober diesen Jahres gefeiert wird. Von der Startauflage sind inzwischen mehr als 200.000 Exemplare verkauft.

_____________________________________________________________________________




ADRA Deutschland legt Jahresbericht vor

„Als Teil eines global agierenden Netzwerkes hilft ADRA Deutschland jährlich Millionen Menschen – unabhängig von der ethnischen Herkunft, dem Geschlecht, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, dem Alter oder der sexuellen Identität“, heißt es im ADRA-Jahresbericht 2015. „Nothilfe und nahtlose Übergänge zur Selbsthilfe sind in unseren Projekten stets das Ziel für eine langanhaltende Entwicklung“, schreibt der Geschäftsführer von ADRA Deutschland, Pastor Christan Molke, im Vorwort. Viele Aktivitäten seien bestimmt und herausgefordert gewesen durch die weltweite Flüchtlingskrise.

Als Beispiele der Projektarbeit für das Jahr 2015 nennt der Geschäftsbericht: Hilfe für Binnenvertriebene und Frauen im Nordosten Indiens; Umweltschutz und ein gesünderes Leben für Massai-Familien in Tansania; Katastrophenvorsorge in Vietnam; Unterstützung nach dem schweren Erdbeben in Nepal; Unterstützung einer Anlaufstelle für Asylinformationen in Belgrad; Weihnachtspaketaktion „Kinder helfen Kindern“, Freiwilligenprogramme und drei ADRA-Shops in Weiterstadt, Bergisch Gladbach und Lüdenscheid.

Rund 11,5 Millionen Euro hat das Hilfswerk im Jahr 2015 laut Bericht für seine Aufgaben ausgegeben. Dabei schlugen die allgemeinen Verwaltungskosten mit knapp 16,2 Prozent zu Buche, während 82,3 Prozent des Budgets den Entwicklungs- und Hilfsprojekten sowie entwicklungspolitischer Bildung zugutekamen.

Zu den finanziellen Mitteln trugen 2015 im Wesentlichen bei (Zahlen gerundet): 2,8 Millionen Euro aus privaten Spenden; 2 Millionen Euro seitens der „Aktion Deutschland Hilft“; 6 Millionen Euro seitens der Europäischen Union; 1,3 Millionen Euro von der Europäischen Kommission Humanitäre Hilfe (ECHO); 7 Millionen Euro vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Der Jahresbericht 2015 von ADRA Deutschland e. V. kann im Internet unter www.adra.de/geschaeftsberichte heruntergeladen werden.

_____________________________________________________________________________




Asylanträge türkischer Soldaten „wohlwollend prüfen“

Kürzlich war bekannt geworden, dass in Rheinland-Pfalz mehrere türkische Soldaten vom Hauptquartier der NATO-Luftstreitkräfte im pfälzischen Ramstein und auch deren Familienmitglieder in Deutschland Asyl beantragt haben. Über die Gründe der Soldaten und ihrer Familienangehörigen wurde nichts bekannt. Sie dürften aber im Zusammenhang mit der aktuellen politischen Situation in der Türkei nach dem gescheiterten Putschversuch stehen.

„Durch die Rechtsprechung des Straßburger Menschengerichtshofes ist die Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen als Menschenrecht anerkannt. Der Schutz Betroffener ist deshalb von den Mitgliedsstaaten des Europarats verbindlich zu gewährleisten“, betonte der EAK-Bundesvorsitzende Dr. Christoph Münchow. Doch das Europaratsmitglied Türkei habe hierzu keine klaren Regeln und Gesetze erlassen. Die Situation von Kriegsdienstverweigerern in diesem Land wäre daher äußerst unsicher. Deshalb sei es nicht zu verantworten, wenn die Soldaten gegen ihren Willen zurück in die Türkei müssten, so Münchow. Deutschland sollte klare Positionen beziehen und Kriegsdienstverweigerern, denen in ihrem Heimatland Verfolgung, Diskriminierung, soziale Ausgrenzung und Gefängnis drohe, Schutz bieten, forderte auch EAK-Geschäftsführer Wolfgang Burggraf.

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung (KDV) und Friedensarbeit zuständig sind.

_____________________________________________________________________________




Kein Asyl in Deutschland für amerikanischen Kriegsdienstverweigerer

Bereits 2007 desertiert
Der ehemalige US-Soldat Shepherd hatte sich 2007 durch Desertion aus der Kaserne Katterbach bei Ansbach einem Einsatzbefehl als Hubschraubermechaniker für den Irak entzogen. Er befürchtete, unterstützend an Kriegsverbrechen der US-Armee beteiligt zu sein. Darum beantragte er 2008 Asyl in Deutschland, was vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgelehnt wurde. Gegen diese Entscheidung klagte er vor dem Verwaltungsgericht in München, welches das Verfahren zunächst aussetzte, bis der Europäische Gerichtshof (EuGH) im vergangenen Jahr entschied, dass die Entscheidung über den Asylantrag bei den deutschen Behörden und Gerichten liege.

Gericht für die Bewertung des Irakkriegs nicht zuständig
Nach Ansicht des Verwaltungsgerichts wäre die Desertion des Klägers nicht das letzte Mittel gewesen, um seine befürchtete Beteiligung an Kriegsverbrechen im Irak zu vermeiden. In einer Pressemitteilung der Kammer heißt es, der Kläger habe sich trotz vorgetragener erheblicher und langjähriger Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Einsatzes der US-Streitkräfte im Irak bis zum April 2007 nicht ernsthaft mit der Möglichkeit der Kriegsdienstverweigerung beschäftigt. Auch habe er sonst keine Versuche unternommen, etwa in eine andere Einheit versetzt oder aus den Streitkräften entlassen zu werden. Zudem hätte der Kläger nach Ansicht des Gerichts nicht glaubhaft machen können, dass er bei seinem konkreten weiteren Einsatz im Irak mit hinreichend hoher Wahrscheinlichkeit mit seiner Einheit in die Begehung von Kriegsverbrechen verwickelt worden wäre. Das Verwaltungsgericht habe in diesem Verfahren weder klären müssen, ob der Einmarsch der Koalitionstruppen im Jahr 2003 in den Irak völkerrechtswidrig war, noch, ob die Koalitionstruppen, insbesondere die Streitkräfte der Vereinigten Staaten, Kriegsverbrechen im Irak begingen.

Kläger darf in Deutschland bleiben
Der jetzt 39-Jährige dürfe aber weiterhin in Deutschland bleiben, denn er habe eine von einem Asylantrag unabhängige Niederlassungserlaubnis, so sein Anwalt Reinhard Marx. André Shepherd wird von dem in Offenbach ansässigen Verein „Connection“ (www.connection-ev.org), der sich international für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure einsetzt, schon seit Jahren begleitet. Zudem wird er aus dem Rechtsmittelfonds der Menschenrechtsorganisation „Pro Asyl“ unterstützt.

Kritik am Urteil
Beide Organisationen kritisierten das Urteil in einer Medienmitteilung. Es habe sich herausgestellt, dass die fünfköpfige Kammer sich einzig und allein auf die Glaubhaftigkeit des Klägers konzentrierte, Sachverhalte abfragte, die bis zu zwölf Jahre zurückliegen und meinte, das Gewissen des Klägers zu jeder Zeit „messerscharf prüfen“ zu können. Einerseits sei vom Kläger erwartet worden, dass er seine Sicht aus damaliger Situation heraus schildere, andererseits habe das Gericht die von ihm damals getroffenen Entscheidungen aus heutiger Sicht bewertet.

„Würde man den Maßstab des Gerichts anlegen, müsste ein Verweigerer eines völkerrechtswidrigen Krieges oder von völkerrechtswidrigen Handlungen von Anfang an völlig stringent und kompromisslos vorgehen“, beklagte Bernd Mesovic von „Pro Asyl“. Dass sich eine Gewissensentscheidung über längere Zeiträume entwickle, hätte in der Logik des Verwaltungsgerichts keinen Platz gehabt.

„Die Verhandlungsführung war von Voreingenommenheit geprägt“, meinte Rudi Friedrich von Connection e. V. Als Beobachter habe er den Eindruck gehabt, dass die Kammer die Entscheidung und den Asylantrag von André Shepherd völlig abgelöst von der Realität des Krieges im Irak sehen wollte. Der Betroffene sagte nach dem Urteil: „Ich habe von Anfang an umfassend alle wesentlichen Sachverhalte dargestellt. Ich hätte mir gewünscht, das Gericht hätte den schwierigen Weg innerhalb des US-Militärs, eine meinem Gewissen entsprechende Haltung herauszubilden, gewürdigt.“

Anwalt will in Berufung gehen
„Eigentlich hat das Gericht nur einen Satz im Urteil des Europäischen Gerichtshofes zugrunde gelegt, in dem darauf abgestellt wird, dass hohe Maßstäbe bei Asylanträgen von Soldaten angenommen werden müssten, wenn Sie sich freiwillig zum Militär melden“, erklärte Rechtsanwalt Reinhard Marx im Anschluss an die Anhörung. „So eng interpretiert hätte damit kein Berufssoldat jemals eine Chance Asyl zu erhalten.“ Gegen das Urteil kann der unterlegene Kläger innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe der vollständigen Entscheidungsgründe beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München die Zulassung der Berufung beantragen. Rechtsanwalt Marx machte deutlich, dass er für seinen Mandanten eine Berufungsklage vorbereiten werde.

Kriegsdienstverweigerung ein Menschenrecht
„Ich hätte es begrüßt, wenn das Gericht im Verfahren andere Schwerpunkte gesetzt und stärker die Glaubens- und Gewissensfreiheit jedes Menschen unterstrichen hätte“, sagte auch Wolfgang Burggraf, Geschäftsführer der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK), der als Prozessbeobachter in München war. Es müsse möglich sein, dass Soldatinnen und Soldaten jederzeit einen Einsatz aus Gewissensgründen verweigern könnten. Er hoffe, dass dies in der nächsten Instanz gewürdigt werde. Denn solche Entscheidungen wie eine Kriegsdienstverweigerung oder sogar eine Desertion als letztes Mittel seien mutige persönliche Schritte aus Gewissensnot, die es zu achten gelte. „Kriegsdienstverweigerung ist ein Menschenrecht“, betonte Burggraf.

US-Streitkräfte gehen hart mit Kriegsdienstverweigerern um
Holger Teubert, Leiter des Referats für Kriegsdienstverweigerung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, wies darauf hin, dass es in den US-Streitkräften kaum Verständnis für Kriegsdienstverweigerer in ihren Reihen gebe. Da in den Vereinigten Staaten die Wehrpflicht schon seit langem ausgesetzt ist, dienen dort nur Freiwillige als Soldaten und Soldinnen. Von ihnen werde daher erwartet, dass sie gegebene Befehle auch befolgen.

Teubert erinnerte dabei an den adventistischen Marineinfanteristen Joel David Klimkewicz. Er war bereits von 1999 bis 2002 Soldat und verpflichtete sich anschließend für weitere zwei Jahre, sodass er zum Corporal (Unteroffizier) befördert wurde. Während dieser Zeit besuchte er an Bord eines Kriegsschiffes die Bibelstunden eines Militärgeistlichen der Siebenten-Tags-Adventisten und schloss sich im Oktober 2002 nach seiner Neuverpflichtung der Freikirche an. Erst allmählich sei ihm bewusst geworden, dass er als Christ keine Waffe in die Hand nehmen könne. Daraufhin teilte er seinen Vorgesetzten mit, dass er ohne Waffe in der Armee dienen wolle. Um zu beweisen, dass er kein Feigling oder Drückeberger sei, meldete er sich zweimal vergeblich zu einem Einsatz im Irak, um dort freiwillig Landminen zu räumen; ein Dienst, bei dem er kein Gewehr hätte tragen müssen.

Doch die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen wurde im März 2004 abgelehnt. Der Kommandeur des zweiten Pionierbataillons der zweiten US-Marinedivision befahl ihm im Mai 2004 die Teilnahme an einer Waffenausbildung zur Vorbereitung auf einen Irakeinsatz. Nach zweimaliger Befehlsverweigerung wurde Klimkewicz abgeführt und im Dezember 2004 vor ein Militärgericht des Marinekorps im US-Stützpunkt Camp Lejeune, North Carolina/USA, gestellt. Das Gericht degradierte den Unteroffizier zum Gefreiten, verurteilte ihn zu sieben Monaten Gefängnis und verfügte, dass er nach der Haft unehrenhaft aus dem Marinekorps entlassen wird.

Da gegen das Urteil verschiedene Widerspruchsverfahren liefen, kam Klimkewicz bereits am 6. April 2005 vorzeitig aus der Haft frei und wurde unehrenhaft aus dem Militärdienst entlassen. Im Gefängnis erhielt Klimkewicz keinen Sold, sodass er seine japanische Frau Tomomi und seine damals dreijährige Tochter nicht finanziell unterstützen konnte. Mitglieder der adventistischen Gemeinde in Jacksonville/North Carolina, zu welcher der Verurteilte gehörte, kümmerten sich um die Familie. Erst im Mai 2007 erfuhr Klimkewicz für seine Gewissensentscheidung Anerkennung, indem ein Gericht seine unehrenhafte Entlassung aus der Armee in eine ehrenhafte umwandelte. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis begann Joel David Klimkewicz mit einem Theologiestudium. Er ist inzwischen ordinierter Pastor der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in den USA und promoviert gegenwärtig in Theologie.

Der Fall Klimkewicz sei durch die Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten weltweit bekannt gemacht worden. Viele Adventisten bekundeten ihm ihre Solidarität und beteten für ihn, so Teubert. Unterstützung erhielt er auch durch das Rechtsberatungsbüro der Generalkonferenz, das einen Prozessbeobachter entsandte, und durch Adventist Chaplaincy Ministries der Weltkirchenleitung zu deren Aufgaben auch die Militärseelsorge gehört. Nach der Verurteilung hatten sich ebenfalls die beiden republikanischen Kongressabgeordneten Dale E. Kildee (Michigan) und Roscoe G. Bartlett (Maryland), die selbst Siebenten-Tags-Adventisten sind, für Klimkewicz eingesetzt.

Das Beispiel zeige laut Teubert, dass es für Militärangehörige in den US-Streitkräften sehr schwer sei mit ihrer Gewissensentscheidung, keine Waffe mehr in die Hand zu nehmen, erstgenommen zu werden. Durch ihren freiwilligen Eintritt in die Armee werde ihnen stattdessen Feigheit unterstellt. Man gehe hart mit ihnen um, damit anderen Soldaten und Soldatinnen klar werde, dass man sich durch Kriegsdienstverweigerung nicht einfach einem Einsatz entziehen könne.

_____________________________________________________________________________




„Der Islam kennt im Grunde das nicht, was wir Religionsfreiheit nennen"

Rom/Italien und Damaskus/Syrien, 18.11.2016 (poi/CBS-KULTUR-INFO/APD)   „Der Islam kennt im Grunde das nicht, was wir Religionsfreiheit nennen.“ Dies betonte der syrisch-katholische Erzbischof von Hassake-Nusaybin, Jacques Behnan Hindo, vor den Journalisten, die in Rom zur Präsentation des vom internationalen Hilfswerk „Kirche in Not“ erstellten „Berichts zur Religionsfreiheit weltweit 2016″ gekommen waren. Der Erzbischof erinnerte daran, dass es im Koran viele Verse gebe, welche die Tötung von Nichtmuslimen erlauben. Das Problem sei aber nicht so sehr die Existenz dieser Verse, sondern deren wörtliche Interpretation durch fundamentalistische Muslime.

Diese wörtliche Interpretation werde nicht nur von den IS (Daesh)-Terroristen vertreten, sondern von den meisten der rund 300 bis 400 Rebellen-Organisationen, die gegen die Regierung in Damaskus kämpfen, betonte Behnan Hindo. Die von den Gruppen proklamierte „Treue zum reinen Islam“, vor allem zum kanonischen Recht der „Scharia“, mache diese Organisationen intolerant gegenüber allen anderen Religionen. Wer nicht Muslim sei, dürfe nur als „Dhimmi“, als Bürger zweiter Klasse, existieren und müsse eine Sondersteuer, die „Dzisya“, zahlen.

Der Erzbischof machte darauf aufmerksam, dass der islamistische Extremismus auf die wahabitische Konzeption zurückgeht, die aus dem Königreich Saudi-Arabien stamme und dort den Rang einer Staatsideologie einnehme. Wahabitisch beeinflusst sei das Denken der IS (Daesh)-Terroristen, aber auch der Islam, der in den von den Golfstaaten finanzierten Koranschulen in aller Welt gelehrt werde. Viele westliche „foreign fighters“, die nach Syrien gegangen sind, seien in solchen Schulen für den „Dschihad“ interessiert worden. Behnan Hindo brach in Tränen aus, als er an dieser Stelle daran erinnerte, dass er praktisch jeden Tag einen jungen Soldaten der syrischen Armee betrauern müsse, der aus seiner Eparchie stamme und ein Opfer der Dschihadisten wurde.

In diesem Zusammenhang ging der syrisch-katholische Erzbischof hart mit den westlichen Mächten ins Gericht, die direkt oder indirekt bewaffnete Gruppen finanziert hätten, die als „gemäßigt“ dargestellt würden, obwohl sie sich in ihrem Denken nicht von den IS (Daesh)-Terroristen unterscheiden. Der Hass all dieser Terrorgruppen richte sich nicht nur gegen Christen, sondern auch gegen Angehörige anderer Religionen und vor allem gegen die gemäßigten Muslime, die sich der fundamentalistischen Interpretation des Islam nicht anschließen wollen.

_____________________________________________________________________________




Die Reformation in Bildern: churchphoto.de

Die Bilddatenbank ist nach einer Registrierung für Benutzer kostenfrei. Ständig wachse die Bilder- und Grafiksammlung durch neue Beiträge vieler Fotografen und Grafiker. Profis und ambitionierte Amateure seien gleichermaßen aktiv und gewährleisteten aktuelles und lizenzfreies Bildmaterial. Neue Fotografen seien jederzeit herzlich willkommen, ihre Bilder bei churchphoto.de zu teilen, teilte das Medienzentrum mit.

Neben Bildern zur Reformation gebe es auf www.churchphoto.de weiteres Bildmaterial mit christlichem Bezug, das in diesem Umfang einzigartig sei. Darüber hinaus fänden sich Fotos aus allen Lebensbereichen. churchphoto.de ist ein Projekt der Stimme der Hoffnung unter der Leitung von Tobias Klepp und Anja Wildemann.

Träger des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ ist die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die in Deutschland knapp 35.000 und weltweit mehr als 19 Millionen Mitglieder zählt.

_____________________________________________________________________________




Verzweifelte Lage im Süden von Haiti – ADRA schickt Hilfsgüter

Am 12. November wurden in einer gemeinsamen Aktion mit der Stiftung der Deutschen Bahn, dem Kinderhilfswerk „nph“ und mit Hilfe des Logistikspezialisten DB Schenker 75 Tonnen Hilfsgüter von Frankfurt am Main nach Haiti geflogen. Darunter befinden sich zehn DOMO-Zelte, die von ADRA Deutschland an sein Partnerbüro in Haiti geliefert werden. Diese besonders stabilen und bis zu 10 Jahre haltbaren Zelte werden Betroffenen des Wirbelsturms in Roche-a-Bateau und Les Cayes Schutz bieten. ADRA Haiti hat in Les Cayes ein Regionalbüro eröffnet und fünf Trainings zur Prävention von Cholera durchgeführt sowie 3.800 Hygienekits und Nahrungsmittelpakete verteilt. In den Paketen enthalten sind Reis, Öl, Bohnen und Zucker sowie Seifen, Zahnbürsten, Zahnpasta, Eimer und weitere Hygiene-Artikel. Es wurden auch 500 Sets für Notunterkünfte (Shelter-Kits) verteilt sowie Gutscheine für Material, um Notunterkünfte aufzustellen oder Unterkünfte zu reparieren.

Trinkwasser spielt zentrale Rolle gegen Ausbreitung von Cholera- und Typhusviren
Sauberes Wasser sei schon immer ein Problem in Haiti gewesen, schreibt ADRA Schweiz. Seit dem Hurrikan registrierten die Behörden viele neue Fälle mit Verdacht auf Cholera. Aus diesem Grund hat ADRA, in Zusammenarbeit mit der kanadischen Nichtregierungsorganisation „GlobalMedic“, 288.000 Wasseraufbereitungstabletten für 10.599.153 Liter Trinkwasser und 3.800 Haushaltswasserfilter an Familien verteilt sowie in sieben Dörfern Wasseraufbereitungsanlagen installiert. Zwei davon stehen in Les Cayes, wo sie 2.000 Menschen mit sauberem Wasser versorgen. Es wurden auch 2.000 Reis-Soja-Eiweiß Mahlzeiten in Zusammenarbeit mit „Stop Hunger Now“ verteilt. Bei der Verteilung der Hilfsgüter berücksichtige das Hilfswerk bevorzugt jene Personen, die besonders hilfsbedürftig seien, wie Haushalte mit alleinerziehenden Müttern, Ältere, Behinderte, chronisch Kranke, Schwangere und stillende Mütter sowie Kinder unter fünf Jahren, so ADRA Österreich.

Fischereikooperative und Hütten stehen noch
Petit-Goâve liegt ungefähr 125 Kilometer nordöstlich von Les Cayes und wurde nicht so stark vom Hurrikan betroffen. Die Fischereikooperative und auch die Hütten, welche ADRA Schweiz mit Hilfe der Glückskette nach dem Erdbeben von 2010 gebaut hat, stehen alle noch, so das Hilfswerk.

Video (3 Min.) von ADRA zur Situation in Haiti:
https://www.youtube.com/watch?v=I1hJJygHOI0

_____________________________________________________________________________




Christliche Migrationsgemeinden „erobern“ die Schweiz

Gemeinden von Migranten und Migrantinnen böten ihren Mitgliedern in der Fremde eine Heimat und seien gleichzeitig wichtige Netzwerke. Sie würden durch die Unterstützung in Lebensfragen, wie Wohnungs- oder Arbeitssuche sowie bei medizinischen Problemen, zur Integration in die Schweiz beitragen. Migrationsgemeinden seien Rettungsinseln für Menschen, die in der Schweiz oft nur wenige Beziehungen und Kontakte hätten.

Gründungsboom von Migrationsgemeinden
Die SPI-Studie bietet Einblicke in 370 christliche Migrationsgemeinden verschiedener Konfessionen und gibt Auskunft über Mitglieder, Strukturen und Konfessionen sowie zu Kirche und Gesellschaft in der Schweiz. Mehr als 100 der untersuchten Gemeinden seien seit der Jahrtausendwende gegründet worden. Das wäre ein „Gründungsboom“, so das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut und laufe der Tendenz der Schließung oder Fusion von Kirchgemeinden oder Pfarreien in der Schweiz zuwider.

Große Unterschiede zwischen Migrationsgemeinden
Die Studie habe große Unterschiede zwischen den Gemeinden aufgezeigt. „Konfessionen, Sprachen, Nationalitäten usw. sind bunt gemischt.“ Die Mehrzahl der Migrationsgemeinden seien evangelischen Glaubens, hätten aber wenige Mitglieder. Die größten Migrationsgemeinden wären eher römisch-katholisch und umfassten mehrere Tausend Mitglieder.

Laut Studie gibt es in organisatorischer und finanzieller Hinsicht ebenfalls große Unterschiede. Katholische Migrantinnen und Migranten profitierten von den Strukturen der katholischen Kirche. Evangelische Gemeinden funktionierten in der Regel wie Freikirchen, seien als Vereine organisiert und lebten häufig von Spenden ihrer Mitglieder. Ihre Pastoren arbeiteten oft unentgeltlich und in ihrer Freizeit.

Kritischer Blick auf die Schweizer Kirchen
„Prägnant ist die kritische Sicht vieler Migrationsgemeinden auf die Kirchen in der Schweiz“, heißt es in der SPI-Studie. Als Vorbilder taugten die dortigen Großkirchen „offenbar kaum“. Sie erschienen „zu angepasst und kaum lebendig“.

Migrationsgemeinden evangelisieren
Viele katholische und evangelische Migrationsgemeinden wiesen darauf hin, dass sie zur Evangelisierung der Schweiz beitragen würden. Dieses missionarische Selbstbewusstsein fordere die einheimischen Kirchen heraus. Damit würden alle Kirchen in der Schweiz durch die Migration in Bewegung geraten.

Migrationsgemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz
Die Schweizer Union der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten besteht laut Kommunikationsabteilungsleiter Pastor Herbert Bodenmann aus zwei Kirchenleitungen: Eine in der Deutschschweiz und eine zweite für die französisch- sowie italienischsprachige Schweiz.

In der „Fédération des Eglises Adventistes du Septième Jour de la Suisse romande et du Tessin“ gibt es in folgenden Städten neben der dort üblichen Sprache noch folgende Migrationsgemeinden beziehungsweise Gruppen: In Genf bestehen je eine spanisch-, eine portugiesisch- sowie eine englischsprachige Gemeinde. In Lausanne versammeln sich je eine Gruppe spanisch- beziehungsweise portugiesisch sprechender Adventisten. In Neuenburg haben sich diese beiden Sprachgruppen in einer Gemeinde zusammengefunden. In Bellinzona gibt es nur eine portugiesische Gruppe von Adventisten.

Links zu adventistischen Kirchgemeinden in der Romandie und im Tessin: http://www.adventiste.ch/trouver-une-eglise

In der „Deutschschweizerischen Vereinigung“ der Freikirche versammeln sich in Zürich portugiesisch sprechende Adventisten in einer Gemeinde in Zürich-Oerlikon. In einem Gebäude der Heilsarmee Zürich City feiern Adventisten aus Angola am Samstag (Sabbat) den Gottesdienst und eine große Gruppe spanischsprechender Adventisten trifft sich jeweils am Samstagnachmittag zum Gottesdienst im Gebäude der Adventgemeinde Zürich I. In Basel und Bern versammelt sich eine große portugiesisch- und spanischsprachige Gruppe parallel zum Gottesdienst der deutschsprachigen Adventisten im Untergeschoss der Kirche. In großen Adventgemeinden werden die Bibelgesprächskreise im ersten Teil des Gottesdienstes in unterschiedlichen Sprachgruppen angeboten. Während der Predigt wird in verschiedenen Adventgemeinden für Fremdsprachige eine Simultanübersetzung per Kopfhörer ermöglicht.

Links zu adventistischen Kirchgemeinden in der Deutschschweiz:
http://www.stanet.ch/dsv/small//gemeinden/gemeinden.php

Mehr Informationen zur Studie „Kirchen in Bewegung“:
https://shop.spi-sg.ch/index.php/produkt/kirchen-in-bewegung/

_____________________________________________________________________________




Kriegsspuren im Urlaubsparadies

Gewaltfrei gegen Gewalt und Unterdrückung
Christian Peacemaker Teams (CPT), die weltweit tätig seien, setzten sich für den gewaltfreien Kampf gegen Gewalt und Unterdrückung ein. Es gehe ihnen um die Durchsetzung von Menschenrechen in einer Welt ohne Krieg, informierte Dr. Jakob Fehr, Geschäftsführer des Deutschen Mennnonitischen Friedenskomitees (DMFK) in Bammental bei Heidelberg. Seit 2014 arbeite er mit CPT-Teams in Mytilini auf Lesbos der drittgrößten Insel Griechenlands. Im Jahr 2014 seien die Friedensstifter von der griechischen Partnergruppe „Lesvos Solidarity“ eingeladen worden deren Arbeit mit Flüchtlingen auf Lesbos zu begleiten. 2014 und 2015 wären daher jeweils im Sommer drei Monate lang zwischen drei und fünf Freiwillige von CPT auf der griechischen Insel gewesen. Ihre Reisekosten nach Mytilini hätten die Teilnehmer selbst getragen. Die Aufwendungen vor Ort, wie Verpflegung, Unterkunft und lokale Transportkosten, wären durch Spenden finanziert worden. Dafür hätten 2015 lediglich 6.000 Euro zur Verfügung gestanden. Für 2016 wären dagegen 24.000 Euro an Spendengeldern eingegangen, sodass bereits seit Mai zwischen zwei bis sechs Freiwillige für jeweils drei bis vier Wochen auf Lesbos seien.

Die Menschen, die nach Lesbos flüchten, seien verzweifelt, berichtete Fehr. Die meisten wüssten nichts über Europa. Sie ahnten nicht, welche Probleme sie hier erwarteten oder wie schlecht man sie in Europa behandeln würde. Sie wüssten aber: Wenn sie europäischen Boden erreichen, brauchen sie keine Angst mehr zu haben, dass ihre Kinder beim Spielen auf der Straße mit militärischen Waffen getötet werden. „Sie wissen nichts über unsere Politik, außer, dass sie in Europa Krieg, Chaos und unbeschreibliches Leiden hinter sich gelassen haben.“

Hart arbeitende Freiwillige versorgten Flüchtlinge
Als im Sommer 2015 die Flüchtlingszahlen dramatisch stiegen, sei niemand darauf vorbereitet gewesen. „Wir erlebten erschütternde Bedingungen in überfüllten Flüchtlingslagern, denen es an Obdach, Nahrungsmitteln, Gesundheitsdiensten und einer genügenden Wasser- und Sanitärversorgung fehlte“, so Jakob Fehr. Obwohl die Christian Peacemaker Teams keine humanitäre Hilfe anbieten, hätten sie durch ihre regelmäßige Präsenz in den Lagern helfen können. Etwa durch ein offenes Ohr für die Anliegen der Flüchtlinge und Aufmerksamkeit für ihre dringendsten Bedürfnisse. Die Anwesenheit von CPT-Teams habe für ein öffentliches Bewusstsein gesorgt, sodass es in Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen und den Freiwilligengemeinschaften der Insel gelungen sei, einige der erforderlichen Hilfen zu beschafften.

Ein Großteil der Nahrungs-, Wasser- und Gesundheitsversorgung sei damals von „hart arbeitenden Freiwilligen aus einer Vielzahl von Organisationen“ übernommen worden. Fehr erwähnte als Beispiele Lesvos Solidarity, Save the Children, Islamic Relief, Welcome to Europe, Social Kitchen, Shelter Box, Action Aid und Isra Aid. Laut Holger Teubert, stellvertretender Pressesprecher der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, war auch die private, von Adventisten geleitete Freiwilligenorganisation „Adventist Help“ mit ihrem Klinikbus an der Nordküste von Lebos in Einsatz, wo die meisten Bootsflüchtlinge an Land gingen. Insgesamt etwa 100 Freiwillige, darunter Ärzte und medizinisches Personal, seien auf die Insel gekommen, um die Gesundheitsversorgung einige Monate lang zu unterstützen. Gleichzeitig habe die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA 2,5 Tonnen von der slowenischen Bevölkerung für die Flüchtlinge gespendete Hilfsgüter per Flugzeug nach Lesbos gebracht.

Flüchtlingszentrum mit und ohne Stacheldraht
In der Nähe des Dorfes Moria, etwa 15 Kilometer von der Inselhauptstadt Mytilini entfernt, befinde sich ein von der EU finanziertes Registrierungszentrum. Es sei wie ein Gefängnis gebaut worden, mit hohen Zäunen, Stacheldraht und Wachposten. Die Bedingungen im Lager wären schlimm, so Fehr. Es sei überfüllt, und bei den verschiedenen Nationalitäten führten schon Kleinigkeiten zu Unruhen unter den Flüchtlingen. Das Warten und die Perspektivlosigkeit machten die Menschen aggressiv. Erst nach der Registrierung, die Wochen dauern könne, sei es den Flüchtlingen möglich einen Asylantrag zu stellen. Bis zur Entscheidung über den Antrag könnten Monate vergehen. Da immer noch Flüchtlinge nach Lesbos kämen, wachse ihre Zahl ständig. Durch das EU-Türkei-Abkommen, das nicht funktioniere, sei zu erwarten, dass viele von ihnen mehrere Jahre lang auf der Insel bleiben müssten, vermutet Fehr. Im September 2016 hätten einige das Lager angezündet. Der Schaden sei zwar inzwischen wieder behoben, doch die Situation habe sich nicht verbessert.

Dass es auch anders gehe, zeige die Partnerorganisation Lesvos Solidarity. Sie hat das „Pika Welcome Center“, ein selbstorganisiertes, autonomes Aufnahmezentrum für Flüchtlinge in einem schattigen, fast idyllischen ehemaligen Jugendcamp in der Nähe des Flughafens eingerichtet. Dort gebe es keinen Zaun oder Stacheldraht um Menschen zu beschränken oder gefangen zu halten, berichtete Jakob Fehr. Pika werde ohne staatliche Förderung organisiert und von den Inselbehörden toleriert. Aufgenommen würden zwischen 80 und 100 Flüchtlinge, die besonders gefährdet seien, etwa Minderjährige. Die CPT-Teams würden sich auch um sie kümmern und bei Konflikten vermitteln.

Dokumentation von Gerichtsprozessen
Zurzeit beschäftige sich das Team mit der Dokumentation von Gerichtsprozessen gegen junge Männer, die am Steuer eines Flüchtlingsbootes erwischt wurden. Diese würden in schnellen Verhandlungen, manchmal nur 15 oder 30 Minuten lang, zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. In einem Fall sei ein 17-Jähriger zu 40 Jahre Gefängnis abgeurteilt worden. Laut Fehr würden die Menschenschmuggler selbst nicht in den Booten sitzen. Stattdessen würden sie einen der Flüchtlinge zwingen, das Boot die wenigen Kilometer bis nach Lesbos selbst zu steuern. Zwar würden in einem Berufungsverfahren die Strafen meist abgemildert, dennoch müsse diese Thematik an die Öffentlichkeit gebracht werden. Deshalb arbeiteten die Christian Peacemaker Teams mit einer Anwältin zusammen an einer Dokumentation über derartige Prozesse.

Kunstausstellung „Kriegsspuren“
Vom 7. bis 16. November fand außerdem die Ausstellung „Kriegsspuren“ mit Werken der Künstlerin Sigrun Landes-Brenner in der katholischen Kirche St. Eduard Berlin-Neukölln statt. Täglich finden sich in den Medien Berichte über Kriegshandlungen und Geflüchtete. „Es gibt Menschen, die über ihre Ohnmacht schreiben oder die darüber sprechen können. Ich habe meine Sprachlosigkeit auf Leinwänden festgehalten“, so die Malerin der Bilder. Fotos, die sie besonders gefangen nahmen, wanderten auf die Leinwand, die Textausschnitte der begleitenden Artikel ergänzten die Eindrücke. Wie von selbst gesellten sich Engel mit auf die Bilder. „Engel, die betrachten, beschützen und überlegen, wo und wie sie trösten und helfen können“, erläuterte Sigrun Landes-Brenner. Grundiert sind die Bilder mit unterschiedlichen Gesteinsmehlen, die Bild- und Textausschnitte mit Kaffee lasiert und teilweise gestaltet, die Engel und Teile der Bilder sind mit Metallspänen gemalt.

Mit dem Kauf eines Bildes werden Projekte des Mennonitischen Friedenszentrums Berlin (MFB) unterstützt. Laut dessen Leiterin, Pastorin Martina Basso, handele es sich dabei um Selbstverteidigungskurse für geflüchtete Frauen und das Café Abraham-Ibrahim. Letzteres finde alle 14 Tage in Berlin-Neukölln statt. Das Treffen interessierter Muslime, Christen und Atheisten helfe, die anderen begreifen zu lernen, Unterschiede zu akzeptieren und nach gemeinsamen Werten zu fragen. Die Mennoniten gelten als die älteste evangelische Freikirche, so Basso. Sie entstanden in der Reformationszeit des 16. Jahrhunderts und gehören zu den „historischen Friedenskirchen“. Die Kunstausstellung wurde gemeinsam vom Internationalen Pastoralen Zentrum (IPZ) des Erzbistums Berlin und dem MFB getragen. Weitere Informationen unter www.menno-friedenszentrum.de

_____________________________________________________________________________




Adventistische Hochschule Friedensau kritisiert Einheits-Dokument der Weltkirchenleitung

„Wir teilen die Besorgnis des Dokuments um die weltweite Einheit und Mission der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten“, heißt es gleich im ersten Punkt der Stellungnahme der Hochschule. „Es ist zweifellos nötig, mit kirchlichen Dienststellen zu beraten, die biblische Prinzipien, wie sie nach unserem besten Verständnis in den Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten zum Ausdruck kommen, anscheinend übersehen oder ignoriert haben.“

Kirchenbeschlüsse und Richtlinien, die nicht eindeutig auf biblischen Prinzipien beruhen, dürften jedoch nicht die theologische Diskussion ersetzen. Die Frage der Ordination von Frauen zum Pastorenamt sei ein solcher Fall. Hier sollte eine vertretbare Meinungsvielfalt ermöglicht werden.

„Wir sind ernsthaft besorgt, dass das Dokument „Unity in Mission“ in Verbindung mit den angekündigten Folgemaßnahmen dazu verwendet werden wird, Dienststellen zu maßregeln, die scheinbar eine Verweigerungshaltung haben, tatsächlich jedoch bestrebt sind, die Lehren und Werte der Freikirche hochzuhalten und gewissenhaft in dem ihnen anvertrauten Verantwortungsbereich zu handeln“, heißt es in der Stellungnahme der Theologischen Hochschule Friedensau weiter. Sie findet sich unter: http://www.thh-friedensau.de/journal/stellungnahmen/

Einheits-Dokument
Das dem Exekutivausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung am 11. Oktober zur Beschlussfassung vorgelegte dreiseitige Dokument „Einheit in der Mission: Verfahren zur Schlichtung kirchlicher Angelegenheiten“, sieht ein zweistufiges Vorgehen gegenüber Kirchenleitungen vor, die Beschlüsse der Weltkirche nicht einhalten. In einem ersten Schritt sollen während eines Jahres verschiedene Konsultationen unter Gebet auf unterschiedlichen Ebenen der Kirche geführt werden. Mittels eines Pastoralbriefs sollen diese Kirchenleitungen dringend gebeten werden, die Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Weltkirche wiederherzustellen.

Sofern die Angelegenheit damit nicht geklärt werden kann und Glaubens-überzeugungen (Fundamental Beliefs) sowie Beschlüsse oder Richtlinien der Weltkirche betroffen sind, soll die zweite Stufe eingeleitet werden. Die „verfahrensrechtlichen Schritte“ („procedural steps“) im Rahmen der zweiten Phase sollen durch die Weltkirchenleitung (General Conference Administrative Committee) erarbeitet und dem Exekutivausschuss bei seiner Sitzung im Jahr 2017 zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden.

Das Dokument „Unity in Mission“ kann auf Englisch heruntergeladen werden unter:
http://www.adventistreview.org/assets/public/news/2016-10/114G_Unity_in_Mission–Procedures_in_Church_Reconciliation-2.pdf

Theologische Hochschule Friedensau
Die 1899 gegründete Friedensauer Bildungsstätte ist seit 1990 eine staatlich anerkannte Theologische Hochschule. Zum Fachbereich Theologie gehören neun und zum Fachbereich Christliches Sozialwesen sieben wissenschaftliche Institute.

_____________________________________________________________________________




Regierung von Nigeria genehmigt zweite adventistische Universität

Das Land, auf dem die Clifford Universität gegründet werden soll, gehörte laut Adventist Review (AR, nordamerikanische Kirchenzeitschrift) vor der Beschlagnahmung durch die Regierung im Zuge des Bürgerkriegs (1967 bis 1970) zu einer adventistischen Schule und wurde 2013 der Kirche zurückgegeben.

Uzoma Nwosi, Kommunikationsverantwortlicher der überregionalen adventistischen Kirchenleitung in Ost-Nigeria (Eastern Nigeria Union Conference), bat angesichts der Rezession und Entwertung des nigerianischen Naira um Fürbitte für die Clifford Universität. Er fügte hinzu: „Wir benötigen auch massive Unterstützung von Einzelpersonen, Organisationen und anderen, um die Schule im Sinne Gottes sowie im Einklang mit der adventistischen Bildungsphilosophie auf den Weg zu bringen.“

Der adventistische Missionar Jesse Clifford, nach dem die neue Universität benannt wurde, war von 1919 bis 1923 in Ghana tätig, bevor er acht Jahre in Nigeria wirkte.

Adventisten in Nigeria
In Nigeria, mit rund 180 Millionen Einwohnern, leben 208.600 Adventisten, die durch die Glaubenstaufe Mitglieder der Kirche geworden sind. Sie feiern am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, in 1.109 Kirchgemeinden den Gottesdienst. Die Adventisten in Nigeria unterhalten 57 Grundschulen, 20 weiterführende Schulen, zwei Universitäten, ein medizinisches Zentrum, drei Krankenhäuser, zwei Pflegeheime sowie ein Waisenhaus.

_____________________________________________________________________________




EKD-Synode: Keine Missionierung von Juden

„Wir bekräftigen: Die Erwählung der Kirche ist nicht an die Stelle der Erwählung des Volkes Israel getreten. Gott steht in Treue zu seinem Volk“, heißt es in der in Magdeburg verabschiedeten Erklärung. „Christen sind – ungeachtet ihrer Sendung in die Welt – nicht berufen, Israel den Weg zu Gott und seinem Heil zu weisen. Alle Bemühungen, Juden zum Religionswechsel zu bewegen, widersprechen dem Bekenntnis zur Treue Gottes und der Erwählung Israels.“

„Mit der beschlossenen Kundgebung gehen wir einen weiteren Schritt auf dem Weg der Einkehr und Umkehr in unserem Verhältnis zu den Juden“, erläuterte die Präses der Synode der EKD, Irmgard Schwaetzer. „Sie ist ein wichtiger Beitrag dafür, dass die Geste der Schuldanerkennung und Verantwortungsübernahme gegenüber unseren jüdischen Geschwistern Substanz hat, die für die Eröffnungsveranstaltung der Woche der Brüderlichkeit 2017 in Frankfurt geplant ist.“

Die in Magdeburg beschlossene „Erklärung zu Christen und Juden als Zeugen der Treue Gottes“ zeichne einen Weg nach, der mit der Synode 1950 in Berlin-Weißensee begonnen habe. Diese hätte an der theologischen Einsicht in die bleibende Erwählung Israels festgehalten.

_____________________________________________________________________________




Ein ICE für Martin Luther

Das Reformationsjubiläum werde Menschen aus aller Welt zusammenbringen, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube bei der Vorstellung des neuen ICE 4 im Berliner Hauptbahnhof. Wo könnte man sich besser auf die Veranstaltungen einstimmen und danach das Erlebte in der Gemeinschaft vertiefen, als bei der Fahrt im Zug?, fragte er. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen gute Gastgeber sein.“ Schließlich arbeiteten bei der DB Menschen aller Konfessionen respektvoll zusammen.

Mit 120 Shuttle-Zügen zum Festgottesdienst
Höhepunkt des Reformationsjubiläums sei das Festwochenende am 27. und 28.5.2017 mit dem Festgottesdienst „Von Angesicht zu Angesicht“ auf den Elbwiesen südlich der Lutherstadt Wittenberg, informierte Grube. In den Festgottesdienst mündeten der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag vom 24. bis 28. Mai in Berlin − Wittenberg und die sechs „Kirchentage auf dem Weg“ in Leipzig, Erfurt, Magdeburg, Halle/Eisleben, Jena/Weimar und Dessau. Zum Festgottesdienst am 28. Mai würden in dichtem Takt mindestens 120 Shuttle-Züge eingesetzt werden. Die DB werde auch für die Logistik und Gepäckaufbewahrung sorgen.

Neben dem Kirchentag Ende Mai würden vor allem die „Kirchentage auf dem Weg“, die Konfi- und Jugendcamps in Wittenberg, der Europäische Stationenweg durch 67 Städte in 19 europäischen Ländern sowie die Weltausstellung Reformation in Wittenberg über eine Million Besucher anziehen.

Umweltfreundliche An- und Abreise
„Wir unterstützen die Nachhaltigkeitsziele des Jubiläums, in dem wir für eine umweltfreundliche An- und Abreise sorgen und in Wittenberg den ersten ‚Grünen Bahnhof‘ in den neuen Bundesländern bauen“, so Dr. Rüdiger Grube. Dieser soll im Dezember 2016 fertiggestellt sein und durch Geothermie und Photovoltaik energieautark versorgt werden. Zudem enthalte er eine Regenwasseraufbereitung.

Margot Käßmann erinnerte daran, dass Martin Luther, Philipp Melanchthon und ihre Zeitgenossen vor 500 Jahren nur die Möglichkeit hatten zu Fuß oder in einer Kutsche zu reisen. Mit modernen Zügen oder anderen Verkehrsmitteln könnten dagegen heute Menschen auch über weite Räume zusammenkommen. Da sie selbst ständig mit der Bahn unterwegs sei, freue sie sich besonders, dass ein hochmoderner ICE nun den Namen Martin Luthers trage.
_____________________________________________________________________________




Appell zur Neuorientierung evangelischer Friedensethik

Der „Karlsruher Aufruf“ geht zurück auf einen Kreis pazifistisch interessierter und friedensbewegter Christen der badischen Kirche. Formuliert wurde der Text von Mitgliedern des „Forums FriedensEthik“ (FFE) in der Evangelischen Landeskirche in Baden und der „Arbeitsstelle Frieden“ der badischen Kirche. Angesichts zunehmender Akzeptanz von Gewalt als politischem Lösungsmittel in Politik und Gesellschaft und der damit verbundenen Verantwortung der Kirchen, gelte es Position zu beziehen.

Klares friedensethisches Leitbild gefordert
In dem „Karlsruher Aufruf“ werden Rat und Synode der EKD gebeten, die bisherigen friedensethischen Positionen weiter zu entwickeln. „Die EKD braucht ein klares friedensethisches Leitbild zur Überwindung des Krieges“, heißt es in dem Aufruf. Anders als noch in der „EKD-Friedensdenkschrift“ von 2007 formuliert, solle die Androhung und Anwendung von militärischer Gewalt auch nicht mehr als äußerstes Mittel mitgetragen werden. „Die EKD möge sich in Gesellschaft und Politik für einen friedenspolitischen Wandel engagieren, weg von der gegenwärtigen, auf militärischer Stärke und Einsatzbereitschaft basierenden Sicherheitslogik hin zu einer friedenslogischen Politik, die auf gewaltfreie Konfliktbearbeitung und eine gerechte Weltwirtschaftsordnung setzt“, fordern die Unterzeichner des Aufrufs von der EKD.

Die badische Kirche hatte auf ihrer Landessynode 2013 nach einem längeren und breit angelegten Diskussionsprozess erklärt, zu einer „Kirche des gerechten Friedens“ zu werden. Dabei hatte sich die Landeskirche auch dazu verpflichtet, sich in der EKD dafür einzusetzen, dass das Gespräch über das Friedensthema vertieft weitergeführt wird.

Die EKD-Synode
Die Synode der EKD ist neben dem Rat und der Kirchenkonferenz eines der drei Leitungsorgane der EKD. Sie besteht aus 120 Mitgliedern. Zu den Aufgaben der Synode zählen die Erarbeitung von Kundgebungen und Beschlüssen zu Fragen der Zeit sowie die Begleitung der Arbeit des Rates der EKD durch Richtlinien. Die Synode berät und beschließt auch den Haushalt und die Kirchengesetze. Geleitet wird sie vom Präsidium unter dem Vorsitz von Präses Irmgard Schwaetzer. Sie ist zugleich Mitglied des 15-köpfigen Rates der EKD. Dessen Vorsitzender ist Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Die EKD ist eine Gemeinschaft von 20 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen, die in Deutschland insgesamt 22,3 Millionen Mitglieder in 14.412 Kirchengemeinden zählen.

_____________________________________________________________________________




Adventistische Kirchenleitung in Nordamerika fordert Gleichbehandlung von Pastorinnen

Die NAD forderte die adventistische Weltkirchenleitung auf, die Präsidentin der regionalen Kirchenleitung in Südost-Kalifornien, Pastorin Sandra Roberts, mit den gleichen Rechten zu bedenken wie ihre männlichen Kollegen. Dies schließt einen Eintrag in das Jahrbuch der Freikirche und eine offizielle Einladung zu den entsprechenden Tagungen der Weltkirchenleitung ein. Anlass für diesen Antrag war die Tatsache, dass Roberts im Jahrbuch bisher nicht als Präsidentin aufgeführt worden war. Nach bisherigem adventistischem Kirchenrecht bleibt das Amt des Präsidenten einer regionalen Kirchenleitung einem ordinierten Pastor vorbehalten.

Ein zweiter Antrag, der sich für die Bildung eines Komitees aussprach, das die Reaktion der NAD auf das umstrittene Dokument der Weltkirchenleitung „Einheit in der Mission: Verfahren zur Schlichtung kirchlicher Angelegenheiten“ formulieren soll, wurde ebenfalls mehrheitlich befürwortet.

Zahlungskürzungen an die Weltkirchenleitung abgelehnt
Ein Antrag auf Kürzung der finanziellen Unterstützung der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) wurde von den Delegierten mit der Begründung angelehnt, dadurch der Arbeit der Generalkonferenz massiv zu schaden. Hintergrund des Antrages ist die Tatsache, dass die NAD durch ihre Zuwendungen das Budget der Weltkirchenleitung zu einem großen Teil finanziert (6,85 Prozent des Zehntenaufkommens, statt, wie andere teilkontinentale Kirchenleitungen, lediglich zwei Prozent).

_____________________________________________________________________________




Weihnachtsmarke 2016: Die Hirten auf dem Feld

Die Verkündigung der Weihnachtsbotschaft an die auf dem Feld lagernden Hirten ist ein bedeutendes Motiv der Kunstgeschichte, heißt es in der Beschreibung der Marke seitens der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege. Sehr eindrücklich etwa in einer Miniatur im Hortus Deliciarum, der im ausgehenden 12. Jahrhundert verfassten Enzyklopädie der Herab von Landsberg. Darauf geht die Gestaltung der diesjährigen Weihnachtsmarke zurück. Diese Darstellung hat nichts Idyllisches, sondern sie zeigt verängstigte, verarmte, am Rande stehende und um ihre Existenz kämpfende Menschen. Kurz: Menschen in der Lebenssituation von Hirten zur Zeit der Geburt Jesu Christi. Ihnen gilt die frohe Weihnachtsbotschaft. Und ebenso allen, die sich in ihnen wiederentdecken.

Die Weihnachtsmarke 2016 ist bei allen Postfilialen, Vertriebsstellen der Freien Wohlfahrtspflege und beim Advent-Wohlfahrtswerk e.V., Hildesheimer Straße 426, 30519 Hannover, Telefon 0511-97177300, E-Mail mail@aww.info, erhältlich.

_____________________________________________________________________________




Gebetswoche der Adventisten zum Thema „Ein Herz für Mission“

Im diesjährigen Lesungsheft zur Gebetswoche finden sich unter dem Titel „Ein Herz für Mission“ acht kurze Artikel zu diesem Themenkomplex. Die einzelnen Lesungen verfassten unter anderem der Präsident der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz, GK) Pastor Ted N. C. Wilson (1. Lesung), Cheryl Doss, Leiterin des Instituts für Weltmission der GK (2. Lesung), Gary Krause, Leiter der Abteilung für Mission der GK (5. Lesung), sowie die Mitbegründerin der Freikirche, Ellen G. White (1827-1915, 8. Lesung.)

Mit Bezug auf das Jahresmotto der Adventisten „Dein Reich komme!“, gibt es in einem Zusatzteil in der Heftmitte acht weitere Themen, verfasst von Autoren aus Deutschland, die sich mit verschiedenen Aspekten des „Reiches Gottes“ beschäftigen. Sie sind zum persönlichen Weiterstudium gedacht. Für Kinder gibt es ein Extraheft mit dem Titel „Missionare für Jesus“. Es wurde von Linda Mei Lin Koh, Leiterin der Abteilung Kinder der adventistischen Weltkirchenleitung, verfasst.

Am 26. November wird zum Abschlussgottesdienst der Gebetswoche in Deutschland die traditionelle Opfersammlung für die weltweite Mission der Freikirche abgehalten. Im letzten Jahr betrugen diese sogenannten „Gebetstagsgaben“ der knapp 35.000 Adventisten in Deutschland rund 664.000 Euro.

_____________________________________________________________________________




Frohe Weihnachten für arme Kinder in Osteuropa

Ein Paket bringe zwar für eine kleine Weile Freude, verändere aber nicht die grundsätzliche schlechte Lage der Kinder und Jugendlichen, gab ADRA-Mitarbeiterin Anja Emrich zu bedenken. Daher fördere das Hilfswerk auch Projekte für Kinder, die ihnen längerfristig helfen. Beispielsweise würden Kinderheime eingerichtet und mit Geräten ausgerüstet, in Suppenküchen könnten Straßenkinder ein gutes Essen bekommen, und in der Ukraine sei ein Rehabilitations-Zentrum für Kinder und ihre Familien entstanden.

Es kann gepackt werden
Kinder jeden Alters können bis zum 20. November Pakete packen und sie auch bemalen. Es werde dazu wieder einen Kreativwettbewerb geben. Die Geschenkpakete gehen in diesem Jahr nach Albanien, Bosnien und Herzegowina, in das Kosovo, Litauen, Mazedonien, Montenegro, Serbien, in die Ukraine sowie nach Weißrussland.

Eingepackt werden können zum Beispiel Spielsachen, Bastel- und Schulbedarf, Kamm, Bürste, Spiegel, Zahnbürste, Haarspangen, Schal, Socken, Strumpfhose, Mütze, Handschuhe und Süßigkeiten. Auch die schon etwas größeren Kinder freuen sich über ein Geschenk, denn die „Aktion Kinder helfen Kindern“ berücksichtigt Kinder bis zum 15. Lebensjahr. Sie könnten beispielsweise gut gebrauchen: Wärmflasche, Kreativset (Kerzen, Perlen, Karten etc.), Portemonnaie, Jonglierbälle, Gymnastikband, Mundharmonika oder Flöte. Bestimmte Dinge dürfen nicht mitgesandt werden. Näheres dazu und wo die Pakete abgegeben werden können beim Aktionstelefon 06151-811522 oder unter www.kinder-helfen-kindern.org

_____________________________________________________________________________




500 Jahre Reformation – Start der Jubiläumsfeierlichkeiten in Genf

Bundesrat Alain Berset bezeichnete in seiner Rede die Reformation als „eine Bewegung, deren geistige, kulturelle, gesellschaftliche und politische Dynamik seit einem halben Jahrtausend weite Teile der Welt prägt“.

Reformationstruck auf dem Europäischen Stationenweg
Feierlich eingeweiht wurde in Genf der Reformationstruck, ein LKW-Anhänger mit Zugmaschine in einer Gesamtlänge von 16,5 Metern. Der Truck wird für die Dauer eines halben Jahres in ganz Europa unterwegs sein. „Der Reformationstruck, der 19 Länder befährt, macht deutlich, dass die Reformation eine Weltbürgerin ist“, so der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm. 36 Stunden macht der Reformationstruck jeweils Halt, um die lokale Geschichte der Reformation aufzuzeigen. Ziel ist Wittenberg, der Wirkungsort Martin Luthers, wo am 20.5.2017 die Weltausstellung Reformation „Tore der Freiheit“ beginnt.

_____________________________________________________________________________




Allgemeine Erklärung der Menschenrechte nun in mehr als 500 Sprachen und Dialekten verfügbar

„Die wachsende Zahl von Übersetzungen unterstreicht die Allgemeingültigkeit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und die Kraft ihrer Worte, durch alle Kulturen und Sprachen stark widerzuhallen“, sagte Zeid Ra’ad Al Hussein, UN-Hochkommissar für Menschenrechte.

Der von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10.12.1948 verabschiedete, sechsseitige Text sei ein Meilenstein-Dokument, das die Grundlage für internationale Menschenrechte gelegt habe. Das UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte will die Menschenrechtscharta in der ganzen Welt verbreiten.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) auf Deutsch:
http://www.ohchr.org/EN/UDHR/Pages/Language.aspx?LangID=ger

_____________________________________________________________________________




„guck mal!“ – neues Material der Adventisten für den Kindergottesdienst

„guck mal! – Kleine Kinder entdecken Gottes Welt“ wolle dabei helfen, Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren in ihrem Glauben zu begleiten. Das neue Unterrichtsmaterial für den dreijährigen Zyklus werde mehr als bisher dazu anregen, Kinder in die Gestaltung des Kindergottesdienstes einzubeziehen, auf ihre Gedanken und Einfälle einzugehen und ihre Lebenswelt in einen Zusammenhang zur biblischen Botschaft zu bringen. Das Material erscheint als Loseblattsammlung und enthält neue Lieder, Reime, Fingerspiele, Bastel- und Nähanleitungen, die via Internet heruntergeladen werden können.

Der Titel „guck mal!“ deute an, dass Erwachsene gemeinsam mit den Kindern Gottes Welt entdecken und darüber staunen können, so das RPI. Es könne sich um eine Kuckucksfeder, einen Regentropfen, die Zunge oder die Himmelsleiter von Jakob im Alten Testament handeln. Um die Natur besser einbeziehen zu können, orientiere sich „guck mal!“ an den Jahreszeiten und nicht an Kalendervierteljahren. Deshalb beginne das Winterquartal mit dem Dezember.

Das Religionspädagogische Institut (RPI)
Das Religionspädagogische Institut ist eine gemeinsame Einrichtung des Norddeutschen und Süddeutschen Verbandes (NDV/SDV) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sowie der Deutschschweizerischen Vereinigung (DSV).

Das RPI dient vor allem den Bedürfnissen des Kindergottesdienstes und des kirchlichen Religionsunterrichtes, sowie der Ausbildung von Familiendiakoninnen und -diakonen für deren Dienst in den örtlichen Kirchengemeinden: www.sta-rpi.net

_____________________________________________________________________________




Erdbeben in Italien – „Die Hoffnung nicht verlieren!“

„Mit der ganzen Nation möchte ich im Namen der Adventisten in Italien den vom Erdbeben Betroffenen unser Mitgefühl ausdrücken“, sagte Stefano Paris. „Wir beten für die Verletzten und für die Familien, die alles verloren haben.“ „Es scheint, dass dieses starke Beben nicht nur die Wände der Häuser zerstört hat, sondern auch die letzte Hoffnung der Bewohner“, so Pastor Stefano Paris. „Verlieren Sie die Hoffnung nicht! Wir beten, dass Gott Ihren Herzen Trost spendet, Ihnen Aussicht auf eine dennoch mögliche Zukunft schenkt sowie die Kraft, neu anzufangen.“

Ausdruck der Solidarität für die Betroffenen sei das konkrete Engagement der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Italien sowie der adventistischen Freiwilligen, die helfen wollten, so Paris.

Pastor Mario Brito, Kirchenleiter der teilkontinentalen Kirchenleitung (Intereuropäische Division, EUD) sicherte die Solidarität der Adventisten in West- und Südeuropa zu.

_____________________________________________________________________________