Loma Linda, Kalifornien/USA, 05.02.2017/APD   Die adventistische Loma Linda Universität in Kalifornien hat am 28. Januar das „William Johnsson Institut für Weltreligionen“ eröffnet. Mit der Namensgebung werden die langjährigen Aktivitäten von William G. Johnsson gewürdigt, der in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten den respektvollen zwischenkirchlichen und interreligiösen Dialog gefördert hat. Das neue Institut plant vorerst jährlich zwei Veranstaltungen durchzuführen, bei denen es um das Kennenlernen einer Religion geht, deren Anhänger auch bei der Loma-Linda-Universität angestellt sind, berichtet die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review.

William Johnsson war sieben Jahre Berater für zwischenkirchliche und interreligiöse Beziehungen von Jan Paulsen, dem damaligen Präsidenten der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten. Davor war er viele Jahre Chefredakteur der Kirchenzeitschrift Adventist Review. Der Autor von mehr als 25 Büchern und über eintausend Artikeln lebt seit 2014 in Loma Linda im Ruhestand und ist an der Universität Lehrbeauftragter für Religion. Johnsson stammt aus Australien und promovierte in Theologie.

„Dr. Johnssons Wissen und Leidenschaft für die Weltreligionen sind von unschätzbarem Wert für unseren Campus“, sagte Richard H. Hart, Rektor der Loma Linda Universität. Die zentrale Aufgabe einer Universität bestehe darin, den Austausch unterschiedlicher Ideen zu fördern, so Jon Paulien, Dekan des Fachbereiches Religion an der Universität. Dazu gehöre auch andere religiöse Auffassungen verstehen zu lernen.

Bei den zwei Veranstaltungen pro Jahr, die in der ersten Phase als Aktivität des Instituts geplant seien, gehe es laut Paulien nicht nur um die theoretische Auseinandersetzung mit einer anderen Religion. Es sollen dabei auch Angehörige dieser Religion zu Wort kommen; unter anderem auch solche, die als Angestellte der Loma Linda Universität und in den dazugehörenden medizinischen Einrichtungen arbeiteten.

Eröffnungsfeier
Bei der Eröffnungsfeier des Instituts rezitierte Nahidh Hasaniya, Privatdozent an der medizinischen Fakultät in Loma Linda, einen Text aus dem Koran, der von Professor Shamel Abd-Allah, ebenfalls Mediziner, übersetzt wurde. Jihad Turk, Präsident des Bayan Claremont Seminars, das muslimische Gelehrte und Imame ausbildet, referierte zum Thema: „Warum ich Muslim bin“. Zwei weitere Professoren der Loma Linda Universität, Mahmoud Torabinejad, zahnmedizinische Fakultät und Eba Hathout, medizinische Fakultät, sprachen zum Thema: „Wie es ist, als Muslim an der Loma Linda Universität zu sein.“ Bei der anschließenden Podiumsdiskussion tauschten sich Studenten und Professoren darüber aus, wie sich Christen und Muslime gegenseitig besser verstehen können.

Loma Linda Universität
Die Loma Linda Universität wurde 1905 von der Kirche der Siebente-Tags-Adventisten als medizinische Hochschule gegründet. Im Herbst 2016 waren dort 4.444 Studierende eingeschrieben, die von 1.478 Vollzeit-Mitarbeitenden betreut werden. An der Bildungsstätte sind 132 verschiedene Abschlüsse möglich. Die Universität hat die acht Fachbereiche Heilberufe (Allied health professions), Verhaltensgesundheit (Behavioral health), Zahnmedizin, Humanmedizin, Krankenpflege, Pharmazie, Volksgesundheit und Religion. Zur Hochschule gehören sechs Universitätskliniken.

Mehr Informationen über die Loma Linda University: www.home.llu.edu

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