Deutsche Mennonitin wird Generalsekretärin von „Church and Peace“

Laut den Mennonitischen Nachrichten „Mennonews.de“ vertritt Lydia Funck seit November 2015 die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG) in der Arbeitsgruppe „Evangelium und gesellschaftliche Verantwortung“ der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Sie ist seit September 2012 auch Mitglied von MEET (More Ecumenical Empowerment Together), einem ökumenischen Netzwerk junger Menschen in Deutschland. Bei der 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Busan/Südkorea im Jahr 2013 war sie Delegierte der AMG.

Das Konzept des gerechten Friedens fortführen
Zu ihrer Ernennung meinte Funck: „Ich freue mich sehr, in einem Netzwerk von Menschen arbeiten zu können, die aufgrund ihrer Glaubensüberzeugung Friedensarbeit leisten, die Friedenstheologie und -praxis verknüpfen und Jesu Einladung zu Gewaltfreiheit und Feindesliebe leben“. Sie würde sich gern von den unterschiedlichen neuen Aufgaben und Themen herausfordern lassen. Zu denen gehörten, die Mitglieder des Netzwerks zusammenzubringen sowie den Dialog mit den Kirchen über Gewaltfreiheit und das Konzept des „gerechten Friedens“ fortzuführen.

Die Church and Peace-Vorsitzende Antje Heider-Rottwilm freue sich ebenfalls über die Wahl: „Mit ihrem mennonitischen Hintergrund kommt Lydia Funck aus der Tradition einer historischen Friedenskirche.“ Sie habe die Chancen ergriffen, wichtige Erfahrungen in der deutschen und weltweiten Ökumene zu sammeln. „Ich bin überzeugt, dass ihre persönlichen wie auch ihre akademischen Erfahrungen dem europäischen Netzwerk Church and Peace Inspiration und Kraft geben sowie den Einsatz und das Engagement junger Menschen für ein ökumenisches, gewaltfreies Gesicht der Kirche stärken werden.“

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Evangelische Allianz: Messianische Juden und Christen gehören zusammen

Ausgrenzung messianischer Juden ein Skandal
Zur Begründung erklärte der Vorsitzende der DEA, Ekkehart Vetter, dass eine Ausgrenzung messianischer Juden, wie sie in weiten Teilen der evangelischen Landeskirchen geschehe, und die Nichtzulassung zum Deutschen Evangelischen Kirchentag nicht länger still hingenommen werden dürfe. In der Erklärung selbst heiße es zu recht, dass die „Ausgrenzung messianischer Juden, ihrer Gemeinden und Organisationen“ eine „tiefe Verletzung ökumenischer Verbundenheit“ sei und „ein nicht hinnehmbarer Skandal“.

Schon anlässlich der Verabschiedung der Erklärung durch die ChristusBewegung am 6. März hatte der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, die Stellungnahme begrüßt: „Ich freue mich über die Erklärung der ChristusBewegung die mitten in mancherlei Verirrungen und Verwirrungen deutlich macht: Christen achten die Geschichte Gottes mit den Juden in ihrer Einzigartigkeit. Christen stehen an der Seite Israels. Christen freuen sich über die Juden, die Jesus Christus als ihren Messias erkennen. Messianische Juden sind deshalb unsere Schwestern und Brüder.“

Erklärung „…die Wurzel trägt dich“
Die ChristusBewegung Lebendige Gemeinde mit Sitz in Korntal-Münchingen bei Stuttgart, bis 2011 Ludwig-Hofacker-Vereinigung genannt, ist ein Zusammenschluss evangelikaler Christen mit pietistischem Hintergrund innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. In ihrer Erklärung zum Verhältnis von Christen und Juden vom 6. März betont sie die „einzigartige Verbundenheit“ zwischen Juden und Christen. Auch die „bleibende Erwählung Israels“ durch Gott wird hervorgehoben.

Dennoch gebe es bleibende Unterschiede. Christen sehen in Jesus Christus den Sohn Gottes und Retter der Welt. Er ist der erwartete Messias, heißt es in der Erklärung. „Wir bekennen seinen Tod am Kreuz für uns und seine Auferstehung. Wir sind im Vertrauen auf ihn gerechtfertigt allein durch seine Gnade und sein Erbarmen. In Jesus Christus erkennen und bezeugen wir Gottes Heilsweg für alle Menschen.“

Christen stünden an der Seite der Juden und achteten sie mit Respekt als von Gott erwähltes Volk. „Jeder Form des Antijudaismus oder Antisemitismus widersprechen und widerstehen wir in Solidarität mit den Juden.“ Es wird „mit tiefer Beschämung“ eine Mitverantwortung und Mitschuld an den Verbrechen gegenüber dem jüdischen Volk durch die Jahrhunderte und ein Versagen der Kirche in der Schoah des 20. Jahrhunderts anerkannt. Die ChristusBewegung trete entschieden gegen die Abwertung des Judentums auf und setze sich für ein versöhntes Miteinander ein.

Die Wahrheit von Jesus Christus als Retter der Welt dürfe allerdings niemandem vorenthalten und müsse auch Israel gegenüber angezeigt werden. Wenn Christen Juden den Messias Jesus bezeugten, so würden sie das auf der Basis einer gemeinsamen Verheißung tun. Sie stellten damit die jüdische Identität nicht in Frage. Ein solches Zeugnis wahre den Respekt gegenüber dem Anderen, achte dessen Freiheit und diene dem Lob Gottes.

In der Erklärung wird die „Wertschätzung für messianische Juden“ hervorgehoben. Es gehöre zur Tragik der Geschichte, dass Juden, die Jesus als Christus bekennen, nahezu gänzlich aus dem Blick geraten seien. Doch es gebe auch heute Menschen jüdischer Herkunft, die sich als Juden verstünden und zugleich Jesus als Messias erkennen und bekennen würden. „Juden, die an Jesus glauben, sind nicht vom Judentum zum Christentum konvertiert“, wird betont. Sie lebten in der jüdischen Glaubenstradition und würden diese mit dem Glauben an Jesus Christus verbinden. Ihre Selbstbestimmung müsse ohne Einschränkung geachtet werden. Die Ausgrenzung messianischer Juden, ihrer Gemeinden und Organisationen sei eine tiefe Verletzung ökumenischer Verbundenheit und ein nicht hinnehmbarer Skandal, der überwunden werden müsse, heißt es in der Erklärung.

Der Text der Erklärung kann im Internet heruntergeladen werden unter: http://www.lebendige-gemeinde.de/fileadmin/download/2017-03-07_Christen_und_Juden_-_Erklaerung.pdf

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Gemeinsam Türöffner für Gottes Wirklichkeit sein

In einer Zeit, in der die christliche Religion zunehmend an Bedeutung im öffentlichen Raum verliere, fordere die gemeinsame Taufe die Christen heraus, wie sie gemeinsam in der Welt Zeugnis für ihren Glauben geben können. Die vor zehn Jahren unterschriebene Taufanerkennung habe für alle Mitgliedskirchen die Taufe wieder in die Mitte gerückt, auch für die Kirchen, die die Anerkennung nicht unterzeichneten. „Wir ringen zwar immer noch um ein alle Mitgliedskirchen umfassendes, gemeinsames Verständnis in der Deutung der konkreten Praxis der Taufe, aber diese Gemeinsamkeiten sind größer als unsere Differenzen“, so Wiesemann weiter. Diese Gemeinsamkeiten müssten als Auftrag wahrgenommen werden, auch für diejenigen Türöffner für Gottes Wirklichkeit zu sein, die Gott vergessen haben.

Taufverständnis
In einem anschließenden Festakt beleuchteten die katholische Professorin Dorothea Sattler (Universität Münster) und der freikirchliche Theologe Markus Iff (Theologische Hochschule Ewersbach) verschiedene Aspekte zum Thema „Taufe“ aus dem Blickwinkel unterschiedlicher kirchlicher Traditionen. Im Blick auf das Taufverständnis der Kirchen, die keine Säuglinge, sondern mündig Glaubende taufen, sei es aber für alle Kirchen wichtig, den unaufgebbaren Zusammenhang von Glaube und Taufe stärker zu betonen und in der eigenen Taufpraxis aufzunehmen. In dem Festakt gaben auch Professor Hacik Gazer von der Armenisch-apostolischen Orthodoxen Kirche, Erzpriester Radu Constantin Miron von der Orthodoxen Kirche und Birgit Foth von der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden ein Zeugnis ihres eigenen Verständnisses der Taufe in ihrem eigenen Leben und in der Praxis ihrer Kirche.

Multilaterale Ökumene stärker im politischen Geschehen berücksichtigen
Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt setzten die Delegierten in einem Gespräch mit den Beauftragten der Kirchen beim Bundestag und der Bundesregierung. In dem Gespräch, an dem neben Vertretern der beiden großen Kirchen auch die Beauftragten der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, der alt-katholischen Kirche und der Orthodoxen Bischofskonferenz teilnahmen, wurde deutlich, dass die Kirchen wichtige Gesprächspartner der politisch Verantwortlichen in vielen Bereichen seien. Dies zeige beispielsweise die Frage nach der Expertise der Kirchen bei dem Problem religiös motivierter Gewalt sowie auch der Rolle von Religion in Friedensbildungsprozessen.

Die Delegierten machten sich im Gespräch mit den Beauftragten dafür stark, im politischen Diskurs und anstehenden aktuellen politischen Fragestellungen nicht nur die beiden großen Kirchen, sondern die Breite der Kirchen in der ACK stärker einzubeziehen. Außerdem ermutigten sie ihre Mitgliedskirchen, für die Beauftragten und auch die Politiker zu beten sowie die Interessen und Fragen der eigenen Kirchen vorzubringen.

Neuapostolische Kirche
Ein weiteres Gespräch führten die Delegierten mit Vertretern der Neuapostolischen Kirche (NAK). Mit der NAK befindet sich die ACK schon seit längerem in einem Prozess der Kommunikation und Reflexion, an dessen Ende eine Gastmitgliedschaft der NAK in der ACK stehen soll. Der Austausch diente dem weiteren Kennenlernen und der Beantwortung offener Fragen.

Mitgliederversammlung der ACK Deutschland
Die Mitgliederversammlung ist das oberste, beschlussfassende Leitungsorgan der ACK. Sie besteht aus den 50 Delegierten der Mitglieder, Gastmitglieder sowie ständigen Beobachter, die von den Kirchen für die Dauer von fünf Jahren benannt werden. Die Mitgliederversammlung der ACK tagt in der Regel zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst. Weitere Informationen: www.oekumene-ack.de

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Mit vereinten Kräften für die Menschen

Zum Stellvertreter Stibas, der im Hauptamt Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden ist, wählten die Delegierten der VEF-Mitgliederversammlung den Präses der Gemeinde Gottes, Marc Brenner (43). Neu in den VEF-Vorstand gewählt wurden der designierte Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche, Harald Rückert (58), sowie der Fachbereichsleiter für Korpsentwicklung und Entwicklung geistlichen Lebens im Hauptquartier der Heilsarmee, Major Frank Honsberg (54). Als Vorstandsmitglied bestätigt wurde der Vizepräses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden, Frank Uphoff (56). Wie Stiba und Brenner gehört er dem Vorstand seit drei Jahren an.

Aufgabe der Vereinigung Evangelischer Freikirchen
„Die Hauptaufgabe der VEF ist es, das Evangelium von der Liebe Gottes allen Menschen in Wort und Tat zu verkündigen“, so Stiba. Weltweit seien viele Freikirchen sehr groß, „doch in Deutschland haben wir relativ wenige Mitglieder. In der VEF können wir uns gegenseitig unterstützen. Und wenn wir mit einer Stimme sprechen, finden auch wir in gesellschaftlichen Debatten Gehör.“

Wichtig sei für die Freikirchen traditionell das Engagement für Menschenrechte, „insbesondere für die Glaubens- und Gewissensfreiheit“, so der neue VEF-Präsident. Auch den Einsatz für die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten „Ziele für nachhaltige Entwicklung“ habe sich die VEF auf die Agenda gesetzt. „Wir sind froh, mit Peter Jörgensen einen gut vernetzten Beauftragten am Sitz der Bundesregierung zu haben, der unsere Standpunkte im politischen Berlin einbringt.“

Würdigung bisheriger Amtsinhaber
Christoph Stiba würdigte den bisherigen VEF-Präsidenten Ansgar Hörsting und dessen Stellvertreterin Rosemarie Wenner: „Ihr habt die VEF mit geistlichem Weitblick geleitet und das Miteinander unserer Kirchen gestärkt.“ Ansgar Hörsting, Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden, scheidet nach neun Jahren aus dem VEF-Vorstand aus. Sechs Jahre davon war er Präsident. Er wird seinen Bund weiterhin als Delegierter in der VEF-Mitgliederversammlung vertreten. Rosemarie Wenner geht nach zwölf Jahren als Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in den Ruhestand und scheidet nach ebenfalls zwölf Jahren aus dem VEF-Vorstand aus. Von 2008 bis 2011 war sie Präsidentin der VEF.

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Frieden ist möglich, aber nicht ohne Konflikt

„Handbuch Friedensethik“
Das „Handbuch Friedenethik“ wurde von Dr. Ines-Jacqueline Werkner, Friedens- und Konfliktforscherin an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg sowie Privatdozentin am Institut für Politikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt/Main, und Klaus Ebeling, Projektleiter am Institut für Theologie und Frieden in Hamburg (IThF) sowie Lehrbeauftragter am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fachbereich der Universität Potsdam, im Springer VS Verlag herausgegeben.

Es bietet mit 979 Seiten eine systematische Übersicht zu zentralen Aspekten der Friedensethik, einen interdisziplinären Zugang zum Stand der Forschung sowie zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Debatten. Es enthält einerseits zahlreiche Beiträge zur Ideengeschichte und zu den theoretischen Grundlagen der Friedensethik. Andererseits suchen Expertinnen und Experten aus den relevanten Fachgebieten eine realitäts- und problembewusste Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der konfliktbeladenen Gegenwart und nehmen dabei die Spannungen zwischen normativer und erklärender Theorie sowie zwischen Theorie und lebensweltlicher Erfahrung in den Blick.

Die Autorinnen und Autoren sind sich einig, dass Frieden nötig und möglich ist, jedoch geht es dabei nicht konfliktfrei zu. Bei Gewalt und Krieg ist neben Risikosensibilität und Korrekturbereitschaft eine konfliktbereite Problemlösungskompetenz gefragt, die im Verhältnis der beteiligten Personen Toleranz aus Respekt erfordert. Doch wie dies praktisch umgesetzt werden kann, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Es begann in Syrien mit friedlichen Protesten
Uwe Trittmann von der Evangelischen Akademie Berlin erinnerte daran, dass in dem seit sechs Jahren stattfindenden Bürgerkrieg in Syrien etwa eine halbe Million Menschen getötet wurden und rund 11,6 Millionen Syrer auf der Flucht seien, davon 7,6 Millionen innerhalb ihres eigenen Landes. Auslöser des Konflikts seien infolge des „Arabischen Frühlings“ friedliche Proteste gegen die Regierung von Bashar al-Assad gewesen. Sicherheitskräfte seien jedoch Mitte März 2011 gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Im Sommer 2011 bildeten desertierende Soldaten die „Freie Syrische Armee“, die den Schutz von Zivilisten als Ziel angab. Die Lage entwickelte sich so zu einem Bürgerkrieg. Bei einer derartigen Eskalation riefen die einen zu harten Reaktionen auf, während andere vor dem Rückfall in die „Logik der Gewalt“ warnten, so Trittmanm.

Frieden und Gerechtigkeit
Professor Dr. Friedhelm Hengsbach, Philosophisch-Theologische Hochschule Stankt Georgen in Frankfurt/Main, gab zu bedenken, dass Friedensethik mit der Gerechtigkeitsdebatte zusammenhänge, denn Gerechtigkeit schaffe Frieden. Gerechtigkeit bedeute, dass jede Person einen moralischen Anspruch darauf habe, mit der gleichen Achtung und Rücksicht behandelt zu werden wie jede andere. Das schließe ein, dass natürliche Benachteiligungen und gesellschaftliche Diskriminierungen fortlaufend korrigiert würden.

Realpolitik auf krummeren Wegen als die Ethik
Zum Spannungsverhältnis von Friedensethik, Friedenspolitik und Friedensforschung äußerten sich Professor Dr. Thorsten Bonacker, Zentrum für Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg, und Dr. Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag. Nach Bonacker sei Friedenspolitik ein Kompromiss zwischen dem Wünschenswerten und dem Machbaren. Wenn sich die Friedensethik jedoch nur auf Gerechtigkeit und Sicherheit konzentriere, gefährde sie den Frieden.

Die Realpolitik könne einen „krummeren Weg“ gehen als die Ethik, behauptete Röttgen. Man müsse dem Anderen nur zutrauen, dass er die Atomwaffe auch einsetze, um zu verhindern, dass sie wirklich eingesetzt werde. Das habe im „Kalten Krieg“ funktioniert, funktioniere jetzt aber nicht mehr. Heute gebe es im Bewusstsein keine atomare Bedrohung, obwohl die Waffen noch vorhanden und neue Waffen, wie im Cyberbereich, hinzugekommen seien. Doch durch den Wegfall der Vernichtungsdrohung seien Kriege, auch in Europa, wieder Realität.

Das Dilemma der Realpolitik
Die Realpolitik habe das Schweigen der Waffen zum Ziel und damit das Streben nach Sicherheit. Doch Friede sei viel mehr. Es habe schon lange keinen Frieden mehr gegeben wenn der erste Schuss fällt. Und nach dem letzten Schuss gebe es nicht automatisch Frieden. Doch die Politik neige dazu möglichst lange wegzuschauen, anstatt vor dem ersten Schuss tätig zu werden und nach dem letzten Schuss dazubleiben um mitzuhelfen Frieden zu schaffen. Im Syrien-Konflikt habe die USA dem Assad-Regime mit einem militärischen Eingreifen gedroht, wenn eine „rote Linie“ überschritten werde. Als diese Linie überschritten worden sei und nichts geschah, wäre das für andere eine Einladung zum Krieg führen gewesen, kritisierte Röttgen. Hätten andererseits die USA ohne ein politisches Konzept in den Bürgerkrieg eingegriffen, wären die Folgen eventuell noch verhängnisvoller gewesen, gab er zu bedenken. So stehe die Realpolitik immer wieder vor einem Dilemma.

Gewaltfreies Engagement auch in Syrien
Professor Dr. Fernando Enns, Leiter der Arbeitsstelle „Theologie der Friedenskirchen“ der Universität Hamburg, plädierte auch in Syrien für ein gewaltfreies Engagement. Er lehne militärische Gewalt, auch als sogenannte „ultima ratio“, ab. Stattdessen sollten sich Christen für einen aktiven Friedensdienst einsetzen, soweit es in ihrer Macht stehe. Wer militärische Gewalt als Mittel der Politik ansehe und sei es aus den besten, ethisch begründeten Motiven, und sei dies auch noch so ausdrücklich als „ultima ratio“ eingeschränkt, bleibe letztlich in den Gewaltlogiken gefangen, die unsägliche Ungerechtigkeiten in Kauf nehmen würden und neue erzeugten. Das habe weitreichende Folgen, wie die sich daraus ergebende Legitimierung zur Waffenproduktion, zum Waffenexport, bis zur Entwicklung von neuen Tötungs-Technologien. Diese „ultima ratio“-Argumentation funktioniere in der Praxis ebenso wenig wie es die „Lehre vom gerechten Krieg“ getan habe. Militärische Einsätze des Westens in den vergangenen Jahren als „Krieg gegen den Terror“ hätten keines ihrer Ziele erreicht, aber unendlich viel Leben und Vertrauen zerstört, was die Friedensbildung auf lange Zeit nahezu unmöglich gemacht habe, stellte Enns fest.

Alternativen zur Gewaltanwendung
Für Christen sei, so Fernando Enns, die Gewaltanwendung keine Handlungsoption. Tödliche Gewalt könne nicht als Mittel zum Zweck gerechtfertigt werden. Auch nicht zum Schutz des Lebens anderer, da so Leben gegen Leben gestellt werde und man sich anmaße zu richten, welches Leben zu schützen und welches notfalls zu zerstören sei. Christen wollten sich damit nicht ihrer Verantwortung entziehen, sondern suchten nach Möglichkeiten der zivilen Konfliktlösung. Dabei werde zwischen militärischer Gewalt und polizeilichen Zwangs- und Schutzmaßnahmen unterschieden. Es gehe laut Enns darum, Menschen gewaltfrei zu schützen und Räume für eine Verständigung zwischen verfeindeten Parteien zu eröffnen. Durch gelebte Solidarität mit den Menschen vor Ort könne der Mut zu neuen Lösungswegen wachsen und dem Gegner deutlich signalisiert werden: Alles was hier geschieht, bleibt nicht unbeachtet. Dabei komme es darauf an, die Weisheit, Kultur und Mentalität sowie den Glauben der betroffenen Menschen zu respektieren und sie selbst Konfliktlösungswege entwickeln und gehen zu lassen. Das geschehe nicht kurzfristig, sondern gesellschaftliche Transformationen seien nur langfristig möglich. Dabei sollten möglichst viele Bevölkerungsteile vor Ort mit einbezogen werden, damit sie selbst für die Nachhaltigkeit eines gerechten Friedens sorgen könnten.

Die Kirche sollte sich nicht nur für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, sondern dies auch selbst praktizieren, gab Enns zu bedenken. Die Friedenskirchen beanspruchten nicht, Lösungen für alle Konflikte zu haben. Sie wüssten von ihrer eigenen Hilflosigkeit und Begrenztheit in vielen gewaltvollen Situationen. Sie setzten auf langfristige Einsätze im kleinen Format. In Syrien, Afghanistan und im Irak seien sie lange im Bildungsbereich und in der Nothilfe tätig gewesen. Sie hätten das Vertrauen bei Christen und Muslimen gehabt, bis das massive militärische Eingreifen des Westens diese Ansätze eines gerechten Friedens nahezu unmöglich gemacht hätten, bedauerte Professor Enns.

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Schweden: Zugangsprüfung für höhere Bildung auch sonntags möglich

Seit der Einführung des SweSAT in den späten 1970er Jahren sei er landesweit nur samstags durchgeführt worden. Mit der Verabschiedung des Gleichstellungsgesetzes 2001 habe es laut AR für adventistische Studenten in Schweden erstmals eine rechtliche Möglichkeit gegeben, einen alternativen Prüfungstermin zu verlangen. Eine Wiederholung dieser Prüfung sei aber nur alle fünf Jahre möglich gewesen. Den SweSAT an Samstagen und Sonntagen durchzuführen, sei eine sinnvolle Alternative, sagte Åke Lernefalk, Sprecher des nationalen Rats für Hochschulbildung in Schweden: „Ich glaube, dass diese Vereinbarung für viele von Vorteil sein wird, unabhängig von religiöser Überzeugung.“

Adventisten und der nationale Rat für Hochschulbildung
In der Medienberichterstattung über diese neue Lösung sei kritisch gefragt worden, weshalb eine kleine Kirche wie die Siebenten-Tags-Adventisten den nationalen Rat für Hochschulbildung in Schweden zu dieser Änderung habe bewegen können. Es seien höchstens zehn Personen unter den 80.000 Prüfungsteilnehmenden pro Jahr, die einen alternativen Prüfungstag wollten.

Pastor Göran Hansen, Präsident der Adventisten in Schweden und Bernard Osei-Fofie, Mitglied des Exekutivausschusses der adventistischen Kirchenleitung, standen mit dem nationalen Rat für Hochschulbildung in Schweden in Kontakt. Laut Pastor Hansen sei die neue Regelung keine Frage der Zahlenverhältnisse: „Dies ist vielmehr eine Frage der Gleichbehandlung“, so Hansen. „In der Vergangenheit sind viele adventistische und jüdische Studenten versucht gewesen, gegen ihr Gewissen zu handeln und die Prüfung am Samstag zu schreiben.“

Adventisten in Schweden
In Schweden, mit knapp 10 Millionen Einwohnern, feiern rund 2.800 Adventisten jeweils samstags ihren Gottesdienst in 33 Kirchgemeinden. Sie unterhalten ein Gymnasium und einen kleinen Verlag.

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Kongo: Neue adventistische Universität eröffnet

Die Bildungseinrichtung war vorher als eine Erweiterung der Lukanga Adventist University im Nordosten des Landes betrieben worden und erhielt nun die staatliche Genehmigung. Als Regierungsvertreter gratulierte Bildungsminister Steve Mbikany der Kirchenleitung für den Erfolg, ermutigte aber auch zu weiteren Zielen: „Ich ermutige Sie dazu, sich für Qualität und höhere Standards einzusetzen, um schnell die staatliche Akkreditierung zu erhalten.“ Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhält weltweit über 100 Institutionen für höhere Bildung.

Nach Aussage von Adrien Vyambwera, Leiter der Erziehungsabteilung der überregionalen adventistischen Kirchenleitung in West-Kongo, bestand bereits der Plan, in diesem Gebiet eine höhere Bildungseinrichtung zu eröffnen, als die Region noch Zaire hieß. Die Regierung habe damals keine Erlaubnis dazu gegeben. Studierende der Theologie mussten deshalb in den Nordosten des Landes ausweichen, nach Ruanda oder nach Nigeria. Die Kosten für Reise und Studium hätten sich allerdings nur wenige leisten können.

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ADRA hilft nach Flut-Katastrophe in Peru

Wie ADRA Deutschland-Mitarbeiterin Anna Lefik berichtete, entstanden durch das starke Gefälle zwischen Anden und Küsten reißende Ströme, die zu zahlreichen Erdrutschen geführt haben. Hunderttausende Menschen sind von der Katastrophe betroffen und mussten evakuiert werden. Strom- und Wasserversorgung wurden unterbrochen, was nach Medienberichten auch zu Trinkwasserknappheit führte.

ADRA verteilt Hilfsgüter
Wie Lefik mitteilte, half ADRA bei der Versorgung mit Trinkwasser: 36.150 Liter Wasser in Zisternen wurden in Media Mundo, im Distrikt José Leonardo Ortiz (Region Lambayeque) ausgegeben. Zusätzlich sind 35.736 Liter Wasser in Flaschen in acht städtischen und ländlichen Bezirken in den Regionen Lambayeque und Lima verteilt worden. Zudem versorgte ADRA 2.900 Familien mit 5.300 Lebensmittelrationen und 8.909 Kilogramm ergänzenden Lebensmitteln in den Distrikten La Tinguiña, San José de Los Molinos, Chaclacayo, Chosica Metropolitan of Lima, Santa Eulalia, Ricardo Palma, Pimentel, Jayanca, Chiclayo, La Victoria und José Leonardo Ortiz.

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Dynamissio: Gemeindekongress in Berlin eröffnet

Evangelium verstehen, lieben und weitersagen
Dr. Michael Herbst, Professor für Praktische Theologie an der Universität Greifswald, entfaltete in seinem Eröffnungsvortrag den Satz: „Nichts ist schöner und wichtiger, als das Jesus-Evangelium zu verstehen, zu lieben und weiterzusagen.“ Das Evangelium bedeute „gute Nachricht“, es sei unlösbar mit Jesus Christus verknüpft. Dabei sei Jesus nicht zuerst ein Vorbild, sondern ein Geschenk an uns Menschen. Auch wenn die Menschen das Evangelium unterschiedlich verstehen würden, so gebe es doch nur einen Jesus, dessen Porträt uns durch die Bibel stimmig gemalt werde. Dieses Evangelium sei gute Nachricht, wenn es in ein Menschenleben so hineinfindet: „Ich bin frei, weil ich gebunden bin, ja zusammengeschweißt – mit Jesus“, so der Greifswalder Theologe.

Dynamische Gemeinde Jesu Christi
„Eine starke Mission ist nachhaltig nur durch starke Gemeinden möglich“, resümierte Dr. Heinrich Christian Rust, Pastor in der Braunschweiger Friedenskirche. Rust nannte sieben Eigenschaften einer missionarischen Gemeinde: sie lädt ein zur Anbetung Gottes, sie lebt Gemeinschaft, sie verkündigt das Evangelium, sie antwortet auf Nöte und Bedürfnisse der Menschen, sie fördert Menschen in der Nachfolge Jesu, sie setzt sich ein für Frieden und soziale Gerechtigkeit und bewahrt die Schöpfung Gottes. Rust weiter: „Die Gemeinde ist die geliebte Braut. Und alles, was wir lieben, das hat Zukunft!“

Veranstalter
Träger des missionarischen Gemeindekongresses Dynamissio ist die Koalition für Evangelisation in Deutschland e.V., ein breites Bündnis von Christinnen und Christen, dem unter anderem die Arbeitsgemeinschaft Missionarischer Dienste angehört. Unterstützt wird der Kongress von einer Reihe weiterer Akteure, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Weitere Informationen: www.dynamissio.de

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Russland: Justizministerium will Verbot von Jehovas Zeugen

Das Justizministerium erließ die jüngste Verfügung während es eine Überprüfung der Zentrale durchführen ließ, welche die Generalstaatsanwaltschaft angeordnet hatte. Bei jener Überprüfung konzentrierten sich die Behördenvertreter nur auf die juristischen Personen, deren sich die Zeugen Jehovas bedienen. Dazu gehören die Zentrale selbst sowie örtliche religiöse Organisationen, deren sich die Versammlungen bedienen, um Gebäude für Gottesdienste besitzen zu können. Am 27. Februar 2017 schloss das Justizministerium die Überprüfung ab und gab bekannt, dass die Zentrale gegen das Gesetz verstoße. Der Hauptanklagepunkt des Justizministeriums lautet, es handele sich bei dieser Gruppe um eine „religiös extremistische Gruppierung“, die „sektiererisch“ und gegen die „Harmonie der russischen Gesellschaft“ sei.

Reaktion der Weltzentrale
Das Leitungsgremium der Zeugen Jehovas mit Sitz in Warwick, New York/USA, hat die Mitglieder weltweit zu einer Briefkampagne aufgerufen. „Gewaltlose, gesetzestreue Bürger anzuklagen, als wenn sie Terroristen wären, ist eine klare Fehlanwendung der Anti-Extremismus-Gesetze“, so David A. Semonian, ein Sprecher der Weltzentrale der Zeugen Jehovas. „Die Bibel zu lesen, zu singen und mit anderen Kirchgängern zu beten ist sicher nicht kriminell“, betonte Semonian. „Wir hoffen, dass unsere weltweite Briefkampagne die russischen Verantwortlichen motiviert, diese ungerechtfertigte Aktion gegen unsere Glaubensgeschwister zu beenden.“

Zahl der Mitglieder
Die Zahl der Anhänger in Russland beziffern Jehovas Zeugen mit 175.000, organisiert in 406 örtlichen Rechtskörperschaften und 2.277 Gemeinden. Weltweit zählt die Glaubensgemeinschaft 8.341.000 Mitglieder in 119.500 Gemeinden in 240 Ländern und Territorien.

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Kardinal Koch: Papst übt eine Art von ökumenischem Primat aus

Kardinal Koch wörtlich: „Sicher stimmt es auf der einen Seite, was Papst Paul VI. beim Besuch des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen Ende der sechziger Jahre gesagt hat: dass er sich sehr wohl bewusst sei, dass sein Amt eines der größten Hindernisse auf dem Weg zur Einheit ist. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass das Papstamt eine großartige Möglichkeit für die Einheit der Christen ist! Und da hat sich seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sehr viel entwickelt. Wenn ich jetzt gerade bei Papst Franziskus sehe, wie viele Repräsentanten anderer Kirchen nach Rom kommen wollen, mit dem Papst reden wollen, dem Papst begegnen möchten, und wie viel Zeit der Papst sich dafür nimmt – dann muss ich eigentlich sagen, dass der Papst schon so eine Art von ökumenischem Primat ausübt. In der Art und Weise, wie er sich Zeit für die Ökumene nimmt“.

Seit dem Konzil alles ökumenische Päpste
Er sehe die Christen längst auf dem Weg vom „größten Hindernis“ zu einer „Möglichkeit der ökumenischen Einheit im Papstamt“, betont der Schweizer Kurienkardinal. Das liege auch daran, „dass wir seit dem Konzil alles ökumenische Päpste gehabt haben“: „Johannes XXIII. hat diese Öffnung gebracht. Paul VI. war ein großartiger Ökumeniker, vor allem mit seinen Gästen. Wenn ich daran denke, wie er 1965 den orthodoxen Metropoliten Meliton empfangen hat, indem er sich vor ihn hinkniete und ihm die Füße küsste. Dass er dem anglikanischen Primas 1967 den Ring geschenkt hat. Das sind alles großartige Zeichen gewesen. Johannes Paul II. war ein großartiger Ökumeniker, der aus der Hoffnung gelebt hat, dass das dritte Jahrtausend das Zeitalter der Einheit sein muss. Papst Benedikt XVI. hat theologisch viel für die Einheit der Christen gearbeitet, Papst Franziskus führt das weiter. Ich bin absolut zuversichtlich, dass kein Papst das rückgängig machen kann, wenn er dem Zweiten Vatikanischen Konzil treu bleiben will, dazu gehört die ökumenische Verpflichtung“.

Natürlich sei die Frage, „die Johannes Paul II. in die ganze Christenheit hineingegeben hat“, immer noch aktuell, so Kardinal Koch. Der Papst aus Polen hatte in seiner Enzyklika „Ut Unum Sint“ eine Debatte darüber angeregt, wie das Papstamt so ausgeübt werden könne, dass es auch für die anderen christlichen Kirchen akzeptabel sei. „Da müssen die Dialoge weitergeführt werden“, sagt Koch.

Strittige Punkte mit Lutheranern durch Konsenspapier ausräumen
Der Präsident des Rates für die Einheit der Christen äußerte sich auch zum Stand des Dialogs mit den Lutheranern – schließlich läuft ja gerade das Reformations-Gedenkjahr. Die letzten lehrmäßig strittigen Punkte zwischen beiden Seiten sollen seiner Ansicht nach in einem Konsenspapier ausgeräumt werden. Da geht es um Kirche, Eucharistie und kirchliches Amt. Rückt, wenn ein solches Dokument einmal zustande gekommen sein wird, die Einheit der Kirchen in Reichweite? Koch: „Der Vorschlag, den ich eingebracht habe, jetzt eine Gemeinsame Erklärung zu Kirche, Eucharistie und Amt zu verfassen, ist nur die logische Konsequenz, die sich aus dem Konsens über die Rechtfertigungslehre ergibt. Es wäre wirklich ein großartiger Schritt, wenn es gelingen könnte, zu dieser Gemeinsamen Erklärung zu kommen: Das scheint mir der unabdingbare Schritt für Kirchengemeinschaft und auch Eucharistiegemeinschaft zu sein!“

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Irak: Antiker Palast mit biblischem Bezug entdeckt

Das unterirdische Bauwerk wird als Teil des Palastes von König Asarhaddon angesehen, der das neo-assyrische Reich im 7. Jahrhundert v. Chr. regierte, vor etwa 2700 Jahren. Die Entdeckung wurde im östlichen Teil von Mossul/Irak gemacht, das die antike Stadt Ninive umfasst. Als irakische Truppen die Kontrolle über den östlichen Teil der Stadt im Januar wiedererlangten, fanden sie Tunnel unter einem zerstörten Schrein, die von den IS-Rebellen angelegt worden waren. Der Schrein, der Jahrhunderte lang als das Grab des biblischen Propheten Jona angesehen wurde, war 2014 von den Rebellen des IS zerstört worden, als diese die Stadt eingenommen hatten. Es wird angenommen, dass die IS-Rebellen dort Artefakte plündern wollten.

Laut Gerald Klingbeil, Mitherausgeber von AR und Forschungs-Professor für Altorientalistik und Altes Testament an der Andrews-Universität, basiert die Identifikation der Anlage mit dem bisher unentdeckten Palast des neo-assyrischen Königs Asarhaddon auf der Entdeckung von Keilschrift auf einem Stück Marmor, die ausschließlich mit Asarhaddons Herrschaft im 7. Jahrhundert v. Chr. in Verbindung gebracht wird. „Der Zufallsfund der Überreste eines Palastes unter dem Nabi-Yunus-Schrein […] illustriert die Tatsache gut, dass wir über die Geschichte der Antike bescheiden und vorsichtig reden müssen“, so Klingbeil.

„Die planlosen Grabungen der IS-Kämpfer und ihr Fokus auf Artefakte, die momentan die illegalen Antiquitätenmärkte überschwemmen, zeigt, was Archäologie nicht ist“, so Klingbeil. „Archäologie will dokumentieren, aufdecken und verstehen, wie antike Völker gelebt haben und gestorben sind; worauf sie gehofft und was sie geglaubt haben; was sie aßen und wie sie sich zu ihrer Umwelt verhalten haben“.

Biblische Erwähnung
Die Bibel erwähnt Asarhaddon drei Mal im Alten Testament. Dort wird er als Sohn des Sanherib bezeichnet, jenem assyrischen König, dem es zur Zeit des Königs Hiskia nicht gelang, Jerusalem zu erobern. Er kehrte nach Ninive zurück, wo ihn zwei seiner Söhne ermordeten. Die Bibel und andere historische Quellen bestätigen, dass Asarhaddon an seiner Stelle regierte (2. Buch der Könige, Kapitel 19, Vers 37). Weiter wird Asarhaddon im Buch Esra, Kapitel 4, Vers 2 im Zusammenhang mit dem späteren Wiederaufbau der Mauer in Jerusalem erwähnt.

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Orthodoxe Bischofskonferenz kann Reformationsjubiläum als „Christus-Jahr“ mitfeiern

Schon vor 500 Jahren wechselseitige Beziehungen
Dies teilte die Konferenz unter Vorsitz des Metropoliten Augoustinos in einem Schreiben an den Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, mit. Sie erinnerte an den Kontakt, den bereits die Reformatoren mit dem Ökumenischen Patriarchen in Konstantinopel Jeremias II. (1536-1595) hatten. Philipp Melanchthon (1497-1560) übersetzte die „Confessio Augustana“ (Augsburger Bekenntnis) ins Griechische und war in einen Briefwechsel mit dem Patriarchen getreten. Schließlich schrieb Jeremias II.: „Geht nun euren Weg! Schreibt uns nicht mehr über Dogmen, sondern allein der Freundschaft willen, wenn ihr das wollt. Lebt wohl!“

Zwar hätte der Patriarch es damals als unmöglich angesehen, die Anliegen der Reformation, wie etwa die Rechtfertigungslehre, mit der orthodoxen Theologie und Glaubenslehre in Einklang zu bringen, aber der Wunsch zu einem freundschaftlichen Kontakt habe zu weiteren Beziehungen geführt. Für die rund zwei Millionen orthodoxen Christen in Deutschland sei das Reformationsjubiläum daher ein Ereignis, das sie mit großem Interesse und in freundschaftlicher Beziehung verfolgten. Im Sinne des damals geführten Briefwechsels in der Reformationszeit freue sich die Orthodoxe Bischofskonferenz mit der EKD und versichere sie der Freundschaft und der Begleitung der orthodoxen Christen in Deutschland.

Zusammensetzung der OBKD
Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) ist der 2010 gegründete Zusammenschluss der orthodoxen Bischöfe aller Diözesen in der Bundesrepublik. Zur OBKD gehören vom Ökumenischen Patriarchat die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland, das Exarchat der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa sowie die Ukrainische Orthodoxe Eparchie von Westeuropa. Außerdem die Metropolie für Deutschland und Mitteleuropa der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien; die Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats; die Russische Orthodoxe Kirche im Ausland – Russische Orthodoxe Diözese des orthodoxen Bischofs von Berlin und Deutschland; die Diözese von Frankfurt und ganz Deutschland der Serbischen Orthodoxen Kirche; die Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa der Rumänischen Orthodoxen Kirche; die Diözese von West- und Mitteleuropa der Bulgarischen Orthodoxen Kirche; sowie die Diözese für Deutschland und Österreich der Georgischen Orthodoxen Kirche.

Vorsitzender ist ex officio (von Amts wegen) Metropolit Augoustinos Lambardakis von Deutschland, Exarch von Zentraleuropa (Ökumenisches Patriarchat). Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland vertritt die ihr angeschlossenen orthodoxen Diözesen in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Im Vorstand der ACK wird die Orthodoxe Kirche durch Erzpriester Radu Constantin Miron (Brühl bei Köln), den Beauftragten der OBKD für innerchristliche Zusammenarbeit, vertreten.

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ADRA Rumänien stellt aktuelle Sozialprojekte vor

10 Häuser in 10 Tagen
Vom 13. bis 24.2.2017 führte ADRA Rumänien demnach in Zusammenarbeit mit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten das Projekt „10 Häuser in 10 Tagen“ durch. Im ganzen Land wurde zehn Familien durch sozialen Wohnungsbau im Wert von 70.500 Euro geholfen. 64 Personen bekamen ein neues Zuhause, für das sich mindestens 350 freiwillige ADRA-Mitarbeiter zusammen mit mehr als zehn Kommunen und zehn Bildungseinrichtungen einsetzten. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden geplant. Die Finanzierung stammte aus privaten und staatlichen Quellen.

Hilfe für Schulkinder
In dem Projekt „Ich möchte zur Schule“, das für das Schuljahr 2016-2017 angelegt ist, unterstützt ADRA Rumänien 460 Kinder im ganzen Land. Die Kinder bekommen auf monatlicher Basis Essen, Schulbedarf, Hygieneartikel und Kleidung.

Ebenfalls im Februar 2017 führte ADRA Rumänien in Zusammenarbeit mit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten das Projekt „Kinder helfen Kindern“ durch. 7.000 Geschenk-Pakete wurden an bedürftige Familien oder Kinder ausgeteilt, die von Freiwilligen vor Ort ausgewählt worden waren. Ziel des Projektes ist es, soziale Verantwortung unter Kindern und jungen Menschen im ganzen Land zu fördern.

„Zeit der Freude“
„Der Februar kann zurecht ‚Zeit der Freude‘ in Bezug auf die Aktivitäten von ADRA genannt werden“, so Robert Georgescu, Geschäftsführer von ADRA Rumänien. „Beim Projekt ‚10 Häuser in 10 Tagen‘ haben wir Freude, Aufregung, Dankbarkeit, Hoffnung und Glauben gesehen, auf Seiten der Beschenkten und auch auf Seiten der Spender und freiwilligen Mitarbeiter.“ ADRA Rumänien ist Teil von ADRA International, einer Nicht-Regierungs-Organisation, die weltweit agiert und in 139 Ländern tätig ist.

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Harald Rückert neuer Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche

Vom Lebensmitteltechnologen zum Bischof
Harald Rückert ist 1958 in Nürnberg geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur nahm er zunächst das Studium der Lebensmitteltechnologie an der Technischen Universität München-Weihenstephan auf, bevor er den Weg in den pastoralen Dienst der Evangelisch-methodistischen Kirche einschlug. Nach einem einjährigen Gemeindepraktikum im Bereich der Süddeutschen Konferenz in München studierte er von 1980 bis 1984 Theologie am Theologischen Seminar der EmK in Reutlingen (heute: Theologische Hochschule Reutlingen). Als Pastor im Gemeindedienst der EmK machte Rückert von 1984 an bis 1988 seine ersten Erfahrungen im Gemeindebezirk Hof-Stammbach im Nordosten Bayerns. In dieser Zeit wurde er auch zum Pastor ordiniert (1986). Anschließend war er von 1988 an zwölf Jahre leitender Pastor im Bezirk Schweinfurt-Würzburg, danach zehn Jahre Superintendent für den Distrikt Reutlingen und von 2010 bis 2017 leitender Pastor im Bezirk Reutlingen-Erlöserkirche.

Spezialist für Gemeindeaufbau
Mit dem Beginn seiner pastoralen Tätigkeit im Gemeindebezirk Hof-Stammbach, wo er für den Gemeindeneuaufbau der Gemeinde in Stammbach zuständig war, beschäftigte sich Rückert mit Fragen des Gemeindeaufbaus, der Gemeindeleitung und dem Entwicklungsmanagement. Mit Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich „Management sozialer Organisationen“, Zeitmanagement sowie Mitarbeiterführung und Mitarbeiterbegleitung sei er auch maßgeblich an der Entwicklung und Durchführung des Kurses „Gemeindeleitung“ beteiligt gewesen. Mit diesem Kursmodul wird nach dem Theologiestudium die zweite Ausbildungsphase für Pastoren auf Probe im Gemeindedienst intensiv begleitet. In seiner Zeit als Superintendent für den Distrikt Reutlingen war er auch als Vorsitzender des „Ausschusses für Neulandmission“ (später: „Fachgruppe Gemeindegründung“) für Gemeindegründungs- und Gemeindeneuaufbauprojekte sowie für den Aufbau und die Einrichtung der Jugendkirche Karlsruhe mit zuständig. Rückert ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern.

Auch ein Bischof ist ein Pastor
In einem Pressegespräch meinte Rückert, dass der Dienst eines Bischofs ebenfalls ein pastoraler Dienst wie der des Gemeindepastors sei. Die Größenordnung wäre zwar anders, aber es gehe auch bei einem Bischof um die Begegnung mit Menschen und dem Dienst an ihnen.

Eine kleiner werdende Kirche kann viel bewirken
Bischöfin Rosemarie Wenner wies im Rückblick auf ihren zwölfjährigen Dienst in ihrer Botschaft „Christus ist unser Friede“ an die Tagung der Zentralkonferenz 2017 darauf hin, dass im Jahr 2005 die EmK in Deutschland 35.439 Kirchenmitglieder und mit den Kirchenangehörigen insgesamt 61.930 Menschen zählte. Am 1.1.2015 seien es 30.342 Kirchenmitglieder und zusammen mit den Kirchenangehörigen 54.630 Menschen gewesen. „Das Kleinerwerden haben wir nicht nur organisatorisch und finanziell zu verarbeiten, sondern auch geistlich und theologisch“, betonte die Bischöfin. Doch auch eine kleiner werdende Kirche könne Vieles bewirken. Aufgrund des methodistischen Selbstverständnisses genüge es nicht, sich nur um Menschen zu kümmern, „die schon zu uns gehören, auch wenn die Gemeindeglieder geistliche Nahrung und gute seelsorgerliche Begleitung brauchen“. Es gelte den Blick auf Menschen zu richten, die Christus noch nicht kennen, um mit ihnen Gottes Liebe zu teilen. „Eine kleine Gemeinde hat dann ihre Daseinsberechtigung, wenn sie auch für andere da ist.“

Es gelte die eigenen Stärken zu erkennen und mit ihnen zu arbeiten. „Als Kirche stehen wir überall dafür, dass Vielfalt erwünscht ist und dass wir ohne Scheuklappen und Denkverbote fromm und weltoffen christliche Nachfolge praktizieren und andere in die Nachfolge Christi einladen“, hob Rosemarie Wenner hervor.

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Global Youth Day 2017: Gutes tun – rund um den Globus

Mit Live-Schaltungen in 23 verschiedene Studios auf fünf Kontinenten wird im Internet über 23 Stunden von den Aktionen berichtet. Wie schon im vergangenen Jahr übernimmt die Produktionsabteilung des adventistischen Medienzentrums Stimme der Hoffnung die technische Koordination der Programme und Live-Schaltungen.

Der „Global Youth Day“ kann auf der eigens eingerichteten Homepage (www.globalyouthday.org) und der dazugehörigen App verfolgt werden. Eine interaktive Teilnahme über facebook (AdventistGlobalYouthDay) und Twitter (#GYD17) ist ebenso möglich.

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ADRA Haiti unterstützt Hurrikanopfer

Im Süden von Haiti führt ADRA Haiti ein Projekt durch, das in den nächsten Wochen über 4.700 betroffene Familien unterstützen soll. Die Aktion begann mit der Verteilung von Wasseraufbereitungsanlagen und Nahrungspaketen an 200 der bedürftigsten Familien. Damit soll auch die Choleragefahr eingeschränkt werden.

Dank von der Bürgermeisterin
Die Bürgermeisterin von Roche-à-Bateau, Luvana Beaubrun, dankte ADRA und den Freiwilligen des Hilfswerks für ihren Einsatz in ihrer Kommune. Beaubrun ist eine von drei Bürgermeistern, die Notunterkünfte von Betroffenen betreuen, um Hilfsleistungen mit ADRA in der Kommune zu koordinieren. Beaubrun selbst war auch von der Katastrophe betroffen: „Mein Haus ist komplett zerstört worden und ich musste zeitweilig in einer Notunterkunft wohnen. Deshalb fühle ich mit all unseren obdachlosen Familien hier mit“, so die Bürgermeisterin. „Wir sind so dankbar für die fortwährende Unterstützung, die ADRA für unsere Leute hier in den nächsten Wochen und Monaten leisten wird.“

Hurrikan Matthew auf Haiti
Der Hurrikan Matthew traf am 3.10.2016 auf Haitis südliche Halbinsel und wütete dort fast 36 Stunden lang mit Windgeschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern. Der Hurrikan verursachte Schlammlawinen und Überschwemmungen, Straßen und Brücken stürzten ein. Es sei herausfordernd, noch viel mehr Menschen zu erreichen, die vom Hurrikan Matthew betroffen sind, aber ADRA arbeite hart daran, etwas zu bewegen, so der Geschäftsführer von ADRA Haiti, Fritz Bissereth.

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AGDF und EAK: Gauck hätte Zeichen setzen können

„Angesichts einer wachsenden Militarisierung der europäischen und auch der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik hätten wir uns hier schon ein deutliches Zeichen gewünscht“, meinte Jan Gildemeister, der Geschäftsführer der AGDF. Und EAK-Geschäftsführer Wolfgang Burggraf betonte: „Hier hätte Bundespräsident Joachim Gauck, auch als Theologe, unterstreichen können, dass Zivil vor Militär geht.“

Bundespräsident Heinemann handelte anders
Die beiden evangelischen Friedensverbände erinnerten daran, dass Bundespräsident Gustav Heinemann 1974 bewusst auf ein militärisches Zeremoniell bei seiner Verabschiedung aus dem Amt verzichtet habe und stattdessen zu einer Bootsfahrt einlud. „Das wäre doch ein positives Signal aus Deutschland an die Welt gewesen, in einer Zeit, in der militärische Interventionen, Aufrüstung und Säbelrasseln die weltpolitische Debatte bestimmen“, ist Jan Gildemeister überzeugt. „Bei seiner Antrittsrede hat Gustav Heinemann damals gesagt, dass der Frieden der Ernstfall ist. Ein ähnlich deutliches Zeichen hätte sein Nachfolger jetzt setzen können.“

Wolfgang Burggraf verwies auf einen Offenen Brief der „Solidarischen Kirche im Rheinland“, die bereits im Oktober den Bundespräsidenten gebeten hätte, bei der Verabschiedung auf einen Großen Zapfenstreich der Bundeswehr zu verzichten. „Dem haben wir uns verbunden gefühlt und darum hat die EAK damals diesen Brief auch mit unterzeichnet. Aber leider ist Bundespräsident Joachim Gauck dem Anliegen nicht gefolgt“, so der EAK-Geschäftsführer.

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30 Jahre Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft zwischen Methodisten und EKD

„Das Heft soll unsere Gemeinden, Kirchenämter und unsere Geschwister aus der Ökumene über die Gemeinschaft zwischen unseren Kirchen informieren und zur vertieften Kenntnis voneinander beitragen“, erklären der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm und die EmK-Bischöfin Rosemarie Wenner im Vorwort der Publikation. „Wir sind dankbar für mehr als zweieinhalb Jahrzehnte der Kirchengemeinschaft“, heben Bedford-Strohm und Wenner hervor. Die aktuelle Broschüre zeige „wie vielfältig die Kooperationen unserer Kirchen in der Praxis sind“.

Information über die Bedeutung der Kirchengemeinschaft
Im Heft wird der Weg, den beide Kirchen bis zur Proklamation der vollen Kirchengemeinschaft 1987 in einem Gottesdienst in der Nürnberger St.-Lorenz-Kirche zurücklegten, beschrieben. Es folgt eine kurze Vorstellung der beiden Kirchen. Der Hauptteil informiert über die Bedeutung der Kirchengemeinschaft für das Leben der Gemeinden in den Bereichen von Taufe, Abendmahl, Eheschließung, Bestattung, Patenamt und pastoraler Vertretung. Drei Beispiele aktuell gelebter Kirchengemeinschaft illustrieren die Möglichkeiten des Zusammenwirkens der beiden Kirchen. Die Broschüre enthält außerdem Informationen zum Kirchenübertritt und eine Ordnung für einen gemeinsamen Abendmahlsgottesdienst.

Die Handreichung kann beim Kirchenamt der EKD (helga.meyer@ekd.de, Tel. 0511 2796222) bestellt werden. Die Broschüre steht auch unter dem Link www.emk.de/Handreichung-EmK-EKD zum Herunterladen bereit.

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Adventisten in der Deutschschweiz wählen neuen Kirchenleiter

Die knapp 150 Delegierten aus 32 Gemeinden und dem Kreis der Pastoren wählten Dr. Stephan Sigg für die nächsten vier Jahre zum Leiter der Deutschschweizerischen Vereinigung (DSV) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Aufgrund von Verpflichtungen als Jugendabteilungsleiter der teilkontinentalen Kirchenleitung für West- und Südeuropa (Intereuropäische Division, EUD) wird Sigg seine neue Aufgabe erst nach der Durchführung eines internationalen Jugendkongresses in Valencia/Spanien, voraussichtlich im Herbst 2017, antreten. In der Zwischenzeit wird Pastor Günther Maurer (64) weiterhin die Kirchenleitung in der Deutschschweiz wahrnehmen. Maurer ist seit 2015 in Doppelfunktion ebenso Präsident der Schweizer Union der Freikirche, die auch das Gebiet der Romandie und das Tessin umfasst.

Als neuer Präsident der Deutschschweizer Adventisten wünscht sich Stephan Sigg eine Freikirche, deren Mitglieder sich durch Gottes Gnade befreit an der Gesinnung Jesu orientieren und auf Gottes Wort gegründet in tätiger Liebe ihren Glauben authentisch in der Gesellschaft leben. Die Botschaft der Versöhnung soll durch Gemeinschaft und Zeugnis glaubhaft in die Welt getragen werden, um Menschen einzuladen, dem Herrn des Lebens hoffnungsvoll zu begegnen.

Herkunft und Werdegang
Stephan Sigg kam 1966 in der Schweiz zur Welt und verbrachte seine Kindheit und Schulzeit im Raum Aarau. Nach der Schule absolvierte er eine Zimmermannslehre und arbeitete im Holzbau. Später wechselte er in ein Architekturbüro. 1988 begann er ein Theologiestudium am Seminar Schloss Bogenhofen/Österreich, besuchte für ein weiteres Jahr das theologische Seminar im Schulzentrum Marienhöhe, Darmstadt, und schloss das Studium am Newbold College, Bracknell/England, mit dem Mastergrad ab. 1994 begann Sigg seinen Dienst als Pastoralassistent in Basel, im Gebiet der Deutschschweizerischen Vereinigung (DSV). Von 1997 bis 2007 arbeitete er als DSV-Jugendabteilungsleiter. 2007 wurde er als Dozent für Praktische Theologie an die adventistische theologische Hochschule in Friedensau bei Magdeburg berufen. Es folgte ein Weiterstudium an der Andrews University, Berrien Springs, Michigan/USA, welches er 2013 mit dem Doctor of Ministry (D.Min.) abschloss. Seit 2010 ist Stephan Sigg als Jugendabteilungsleiter für die Kirchenleitung der Adventisten in West- und Südeuropa tätig. Stephan Sigg ist verheiratet. Das Ehepaar hat zwei erwachsene Kinder.

Adventisten in der Schweiz
Ende Dezember 2016 lebten 2.576 Adventisten im Gebiet der Deutschschweiz und 2.076 in der Romandie sowie im Tessin. In der Schweiz leben demnach 4.652 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten. Die Adventisten in der Schweiz feiern in 54 Gemeinden und fünf Gruppen den Gottesdienst jeweils am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag.

Die Schweizer Adventisten sind nach dem Vereinsrecht organisiert und teilen sich in zwei Kirchenregionen: die Deutschschweizerische Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (DSV), mit Sitz in Zürich und die Fédération des Eglises Adventistes du 7e jour de la Suisse romande et du Tessin (FSRT), mit Sitz in Renens/VD. Beide Verwaltungsregionen bilden gemeinsam die Schweizer Kirchenleitung (Schweizer Union) mit Sitz in Zürich.

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„Erinnerung heilen – Jesus Christus bezeugen“

Dankbarkeit
Im Gottesdienst betonte der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm: „Wir wollen nicht vergessen, was wir einander angetan haben. Aber wir wollen Gott auch dafür danken, was wir aneinander haben.“ Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, erwiderte: „Wir danken Gott für die theologischen und die ethischen Impulse der Reformation, die wir als katholische Kirche teilen können.“

Wozu Kirche?
In ihrer gemeinsamen Dialogpredigt sagte Kardinal Marx: „Ich finde es großartig, dass die evangelische Kirche uns als katholische Christen eingeladen hat, damit wir uns gemeinsam in diesem Jahr auf den Weg machen und sagen: Wozu sind wir überhaupt Kirche in diesem Land?“ Er antwortete darauf: „Wir sind Kirche, um das Kreuz Christi zu verkünden, in dem unser Heil ist. Wir haben einen Auftrag, diese frohe Botschaft allen Menschen kundzutun. Töricht wären wir, wenn wir das gegeneinander tun würden oder in Konkurrenz.“

Landesbischof Bedford-Strohm betonte: „Wir als Evangelische freuen uns von Herzen darüber, dass Ihr als unsere katholischen Schwestern und Brüder dieses Jahr mit uns zusammen begeht, mit uns gedenkt, mit uns feiert – und den feiert, um den allein es Martin Luther selbst gegangen ist, nämlich Christus. Deswegen feiern wir das Reformationsjahr als großes Christus-Fest.“ Das bedeute: „Wir wollen Zeugen Jesu Christi sein in dieser Welt, in der viele Menschen vom Evangelium nichts mehr wissen. Wir wollen aus der Liebe Gottes leben und wir wollen die Liebe Gottes weitergeben an alle Menschen. Deswegen setzen wir uns gemeinsam dafür ein, dass Flüchtlinge menschenwürdig behandelt werden, dass Menschen Wege aus der Armut finden, dass wir die Natur als Schöpfung Gottes verstehen und sorgsam mit ihr umgehen. Deswegen setzen wir uns auch gemeinsam ein für die Überwindung von Gewalt, für Wege der Versöhnung zwischen Menschen, damit Leid, Tod und Gewalt endlich ein Ende haben. Wir wollen diesen Weg gemeinsam gehen.“

Bundespräsident Gauck: Den Blick nach vorne richten
Nach dem Gottesdienst betonte Bundespräsident Joachim Gauck in einem Grußwort: Versöhnung gebe es „nur mit dem Blick nach vorne, ohne das Vergangene zu vergessen, aber auch ohne das Vergangene übermächtig bestimmend sein zu lassen“. Gauck erinnerte an die Kriege, die aus der Feindschaft der Konfessionen erwachsen seien und das Land verwüstet hätten. In alten Zeiten habe es viel üble Nachrede, böse Vorurteile und viele Gemeinheiten zwischen den beiden Kirchen gegeben. Die Feindschaft der christlichen Konfessionen habe in der Geschichte „die Seelen verwüstet“. „Wer die Geschichte der getrennten Kirchen in den letzten 500 Jahren einigermaßen im Kopf hat, kommt nicht umhin, im heutigen Ereignis zumindest ein Zusammenspiel menschlicher Anstrengung, menschlichen guten Willens auf der einen und gnädiger Hilfe andererseits zu entdecken“, so Gauck. Als Staatsoberhaupt freue er sich deshalb, dass jetzt Versöhnung, Verständigung und Frieden zwischen den Konfessionen wüchsen. „Als evangelischer Christ“ sei er allerdings der Meinung, dass das „eigentliche ökumenische Wagnis echter Gemeinsamkeit“ den Kirchen noch bevorstehe. Doch dieses Wagnis müsse eingegangen werden.

Schuld der Vergangenheit darf die Beziehungen nicht weiter vergiften
Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, informierte: „Im Jahre 2017 erinnern wir nicht nur an 500 Jahre Beginn der Reformation, sondern auch an 50 Jahre intensiven Dialog zwischen Lutheranern und Katholiken, in dem wir entdecken durften, wie viel uns gemeinsam ist.“ Die Reformation habe nicht, wie von den Reformatoren beabsichtigt, zur Erneuerung der ganzen Kirche geführt, sondern zu ihrer Spaltung. Im 16. und 17. Jahrhundert hätten grausame Konfessionskriege stattgefunden, in denen sich Christen bis aufs Blut bekämpften. Deshalb hätten katholische und evangelische Christen allen Grund, „Klage zu erheben und Buße zu tun für die Missverständnisse, Böswilligkeiten und Verletzungen, die sie einander in den vergangenen 500 Jahren angetan haben“. Doch Koch erinnerte an ein Wort von Papst Franziskus: „Wir können Geschehenes nicht auslöschen, aber wir wollen nicht zulassen, dass die Last vergangener Schuld weiter unsere Beziehungen vergiftet. Die Barmherzigkeit Gottes wird unsere Beziehungen erneuern.“

Christen bezeugen die Wahrheit von Gottes Gnade und Liebe
Pfarrer Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), sagte in seinem Grußwort: „Die Einheit der Kirche soll die Wahrheit von Gottes Gnade und Liebe bezeugen. Die Welt soll wissen, dass Gott diese Erde und alles, was lebt, liebt – so sehr, dass er seinen Sohn gesandt hat.“ Christen und Kirchen in Deutschland hätten diese Wahrheit der Liebe Gottes bezeugt, als sie mit dem „Stuttgarter Schuldbekenntnis“ die Gemeinschaft der Kirchen im ÖRK nach dem Zweiten Weltkrieg suchten. Christen und Kirchen in Deutschland hätten die Wahrheit von der einen, von Gott geschaffenen Menschheit auch bezeugt, als sie die Versöhnung Europas und den Fall der Mauer ermöglichten. Christen und Kirchen in Deutschland hätten diese Wahrheit der Liebe erneut bezeugt, als sie die historische und notwendige Öffnung Deutschlands für Flüchtlinge in unserer Zeit unterstützten. Auch jetzt in Hildesheim würden Christen und Kirchen in Deutschland diese Wahrheit der Gnade und Liebe Gottes bezeugen, „wenn sie die Versöhnung untereinander und die Zusammenarbeit im gemeinsamen Dienst für die Welt suchen“.

Heilung der Erinnerungen
Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), wies darauf hin: Christen wüssten aus langer Erfahrung, welches Leid Vorurteile, gegenseitige Verächtlichmachung und Ausgrenzung hervorbringe. „Als ACK in Deutschland denken wir gerade auch an das, was manche der kleineren Kirchen und Gemeinschaften bis hin zur Verfolgung erlitten haben und gerade erleben, wie etwa die orthodoxen orientalischen Christen. Gemeinsam bemühen wir uns um die Heilung der Erinnerungen. Und wir sind solidarisch mit den vielen, die auch heute noch um ihres Glaubens willen Angst, Not und Verfolgung erleiden müssen.“ Nur versöhnt miteinander seien Christen glaubwürdige Zeuginnen und Zeugen für Jesus Christus.

Michaeliskirche Hildesheim
Die Michaeliskirche in Hildesheim, ein Bau aus dem 11. Jahrhundert, wurde für den ökumenischen Buß- und Versöhnungsgottesdienst auch deshalb ausgewählt, weil das Gotteshaus sowohl von evangelischen wie auch katholischen Christen genutzt wird.

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ADRA Kurdistan unterstützt syrische Flüchtlingskinder

Wie die adventistische Kirchenzeitschrift Adventist Review (AR) mitteilte, hat ADRA Kurdistan seit Februar 2016 monatlich durchschnittlich 420 syrische Flüchtlingskinder durch die Anlaufstelle Children Friendly Spaces (CFS) unterstützt. CFS biete Kindern im Alter von drei bis elf Jahren durch unterschiedliche Programme Möglichkeiten zu lernen: Arabisch, Englisch, Kurdisch und Mathematik beispielsweise. Außerdem werden Hygiene- und Gesundheitskurse angeboten.

„Ich möchte eine noch bessere Schülerin sein als damals in Syrien“, so Dilan Mahmoud, ein zehnjähriges Mädchen aus Syrien, das im August 2013 ins Flüchtlingslager Kawergosk kam. Dilans Mutter Hamreen Mahmoud wies darauf hin, dass das Flüchtlingslager keine Parks oder Spielplätze für Kinder habe. Aber dank CFS könnten die Kinder aus ihrem Zelt gehen, mit Freunden spielen und ihre Bildung verbessern.

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USA: Adventist für Einsatz bezüglich Religionsfreiheit geehrt

Diop erhielt den Preis für sein jahrelanges Engagement für Religionsfreiheit bei den Vereinten Nationen sowie anderen nationalen und internationalen Organisationen, für seine Veröffentlichungen, seine Ausbildertätigkeit in diesem Bereich und für seine Rolle als Generalsekretär der Internationalen Vereinigung für Religionsfreiheit. Diop bemerkte, dass der Preis auch eine implizite Anerkennung seiner Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten darstelle, die sich für Religionsfreiheit für jeden Menschen einsetze.

Religionsfreiheit grundlegendes Menschenrecht
Bei der Übergabe des Preises führte Diop aus, dass die Religionsfreiheit kein unbedeutendes Recht sei, sondern die Grundlage biete für viele andere Grundrechte. Diop wolle sich weiterhin einsetzen für „eine Kultur der Freiheit, die Würde der Unterschiedlichkeit und die Heiligkeit aller Menschen, die nach dem Bilde Gottes geschaffen wurden.“

J. Reuben Clark Law Society und Thomas L. Kane
Die J. Reuben Clark Law Society ist eine weltweite Juristen-Organisation, die rund 190 Verbände auf sechs Kontinenten hat. Der Preis ist nach Thomas L. Kane benannt, der im 19. Jahrhundert als Anwalt seine Reputation aufs Spiel setzte, um den damals geächteten Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) Rechtsbeistand zu leisten.

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Adventistischer Dirigent Herbert Blomstedt mit fast 90 noch aktiv

Im März wird der schwedische Dirigent zunächst in Amsterdam und Eindhoven aufführen und dann nach Leipzig kommen. Auch nach München, Oslo, Helsinki, Wien, Berlin, Zürich und London wird der Maestro reisen und dort dirigieren. Am 9. Juni führt Blomstedt Bruckner in Hamburg in der Elbphilharmonie auf.

Interview mit New York Times
In einem Interview mit der Zeitung New York Times im Februar (s. hier) sprach Blomstedt über das Geheimnis, wie er in seinem Alter diese Arbeitslast bewältigt. Sein gesunder Lebensstil oder das Einhalten des wöchentlichen Ruhetags (Sabbat) sei nicht der Grund. „Es ist ein Geschenk“, betonte Blomstedt. Auf seinen wöchentlichen Ruhetag hin angesprochen, erklärte der Dirigent, warum er am Sabbat (Samstag) zwar nicht probe, wohl aber mit den Orchestern auftrete: „Ich dachte an meinen Vater [der Pastor war]: Er bereitete seine Predigt während der Woche sehr gründlich vor. Freitags zum Sonnenuntergang schloss er seine Bücher und verbrachte Zeit mit der Familie; aber am Sabbat hielt er die Predigt. Ich liebe es zu proben, mit dem Orchester zu arbeiten. Aber am Sabbat üben wir nicht mehr – wir spielen lediglich, was wir zusammen einstudiert haben. Und das ist ein Segen für uns alle“, so Blomstedt.

Zur Person
Herbert Blomstedt wurde in Springfield, Massachusetts/USA geboren, zog nach Angaben von Adventist Today (AT), einem unabhängigen adventistischen News Service in den USA, aber im Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern nach Schweden, ihrer ursprünglichen Heimat. Blomstedt studierte unter anderem am Königlichen Konservatorium in Stockholm und an der Universität Uppsala. Nach AT ist Blomstedt vor allem durch seine Aufführungen deutscher und österreichischer Komponisten wie Beethoven, Mendelssohn, Brahms, Schubert, Bruckner und Strauss mit renommierten Orchestern bekannt.

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ADRA spendet medizinisch-chirurgische Versorgungsgüter im Wert von über 1,5 Millionen an Krankenhäuser in Malawi

Michael Usi, Geschäftsführer von ADRA Malawi, lobte die Regierung von Malawi, dass sie es Nicht-Regierungsorganisationen ermöglichte, dem Gesundheitssektor des Landes zu helfen. „Dies ist ein klares Zeugnis dafür, dass Nicht-Regierungsorganisationen wie ADRA und die Regierung in der Entwicklungshilfe Partner sind“, so Usi. „Wir hatten eine gute Unterredung mit dem Gesundheitsministerium und sind davon überzeugt, dass diese Spende richtig verwendet wird.“ Nach Angaben von Adventist Today wurde die Spende durch die Organisationen Globus Relief und Islamic Relief USA unterstützt.

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Ordensverleihung der Malteser für langjähriges soziales Engagement

Zwei Auszeichnungen an das Technische Hilfswerk
Albrecht Broemme, Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), erhielt das Kommandeurkreuz. Klaus Buchmüller, Leiter des Referats Ausland der Bundesanstalt THW, wurde mit dem Offizierskreuz geehrt. Die Auszeichnungen des über 900 Jahre alten Souveränen Malteserordens mit Sitz in Rom überreichten Thierry Comte de Beaumont-Beynac, Präsident von Malteser International, und Dr. Constantin von Brandenstein, Präsident des Malteser Hilfsdienstes, im Namen des Großkomturs, Fra´ Ludwig Hoffmann von Rumerstein. Von Brandenstein betonte: „Als Präsident der Bundesanstalt des THW lag Albrecht Broemme die Kooperation mit Hilfswerken wie den Maltesern im Ausland stets am Herzen. Ohne seine permanente Unterstützung wäre die Arbeit auf den nachgeordneten Ebenen bei weitem nicht so erfolgreich verlaufen.“

Persönlichkeiten des Bündnisses Aktion Deutschland Hilft geehrt
Außerdem wurden Persönlichkeiten für ihre Arbeit im Vorstand des Bündnisses Aktion Deutschland Hilft e.V. (ADH) geehrt. ADH ist ein 2001 gegründetes Bündnis von derzeit 23 deutschen Hilfsorganisationen. Bei einer großen Katastrophe im Ausland – in Ausnahmefällen auch im Inland – wendet sich die Aktion Deutschland Hilft mit einem gemeinsamen Spendenaufruf unter Nennung einer einzigen Kontonummer an die Öffentlichkeit, erläuterte von Brandenstein. Es gehe darum, dass große und kleine Hilfsorganisationen gemeinsam um Spenden bitten und die eingehenden Mittel entsprechend der Kapazität zur Hilfeleistung vor Ort unter den beteiligten Organisationen aufgeteilt werden. Denn kleinere Organisationen hätten zuvor bei einem hohen Spendenaufkommen Schwierigkeiten gehabt, die Gelder einzusetzen, während große Organisationen viele Projekte nicht hätten realisieren können. Bei einem gemeinsamen Spendenaufruf sei es jeder Bündnisorganisation möglich, die Hilfe zu leisten, die sie zu leisten imstande wäre, und sie erhalte anteilig die dafür notwendigen finanziellen Mittel.

Zu den 13 Mitgliedorganisationen zählen, neben dem Malteser Hilfsdienst, die action medeor, die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Arbeiterwohlfahrt International (AWO), CARE Deutschland-Luxemburg, Habitat for Humanity Deutschland, Help − Hilfe zur Selbsthilfe, Islamic Relief Deutschland, die Johanniter-Unfall-Hilfe, World Vision Deutschland, die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und Der Paritätische Gesamtverband. Über den Paritätischen Gesamtverband sind zehn weitere Hilfsorganisationen im Bündnis aktiv; so unter anderem der Bundesverband Rettungshunde, Handicap International und das Kinderhilfswerk Global-Care.

Manuela Roßbach, Geschäftsführender Vorstand von Aktion Deutschland Hilft e.V., wurde mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet. Comte de Beaumont-Beynac hob hervor: „Manuela Roßbach hat die Aktion Deutschland Hilft sowohl als Vorstand als auch als Geschäftsführerin entscheidend mitgeprägt. Die Tatsache, dass die Aktion Deutschland Hilft mittlerweile als das innovativste und erfolgreichste Bündnis in Deutschland gilt, ist im hohem Maße ihrem Engagement und ihrer Kreativität zu verdanken.“

Rudi Frick, Vorsitzender von AWO International, nahm das Verdienstkreuz mit Schwertern entgegen. Carl A. Siebel, Gründer der APTAR Group, erhielt das Kommandeurkreuz. Dr. Constantin von Brandenstein, Präsident des Malteser Hilfsdienstes, wies darauf hin, dass Siebel keiner der ADH-Mitgliedsorganisationen angehöre. Dennoch habe er seine reiche Erfahrung im Management ehrenamtlich in den Vorstand der Aktion Deutschland Hilft eingebracht.

„Treuer Partner und guter Freund“
Das Kommandeurkreuz wurde ebenfalls Pastor Erich Lischek verliehen. Er hatte 1987 ADRA Deutschland gegründet und bis zu seiner Pensionierung Ende 2012 geleitet. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland hat im Jahr 2015 nach eigenen Angaben über 2,5 Millionen Menschen in 45 Ländern direkt oder indirekt unterstützt. Von Brandenstein bezeichnete Lischek als „treuen Partner und guten Freund der Malteser“. Er habe zu den Initiatoren, Gründern und ersten Vorstandsmitgliedern der Aktion Deutschland Hilft gehört. Gerade in den ersten Jahren habe er sich sehr intensiv für den Aufbau des Bündnisses eingesetzt. Er habe uneigennützig die verschiedenen Mitgliedsorganisationen zusammengeführt. Dabei sei es Lischek stets um die Verpflichtung gegangen, Menschen in Not zu helfen.

Ein 1920 gestifteter Orden
Der Verdienstorden „Pro Merito Melitensi“ wurde im Jahr 1920 gestiftet und ist als Auszeichnung für Personen vorgesehen, die sich um die Ehre und das Ansehen des Souveränen Malteserordens verdient gemacht haben. Das Verdienstkreuz der Malteser entspreche in Deutschland dem Bundesverdienstkreuz am Bande, das Offizierskreuz dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und das Kommandeurkreuz dem Großen Bundesverdienstkreuz, erläuterte von Brandenstein.

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Adventist vom US-Senat als Wohnungsbauminister bestätigt

Das Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung der Vereinigten Staaten (United States Department of Housing and Urban Development, HUD) verfügt über einen jährlichen Etat von 48 Milliarden US-Dollar (rund 45 Milliarden Euro) und beschäftigt rund 8.300 Mitarbeitende. Das Ministerium wurde 1965 gegründet und kümmert sich um Wohnbedarf, gerechte Wohnungsbaugesetze sowie darum, dass örtliche Gemeinden in den USA verbessert und gefördert werden.

„Dr. Carson ist ein hochangesehener Arzt. Er und seine Familie sind langjährige Mitglieder der adventistischen Kirchgemeinde in Spencerville gewesen“, so Walter Carson, Vizepräsident der überregionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Columbia, Maryland. „Wir wünschen ihm alles Gute, denn er übernimmt Verantwortlichkeiten, die vielen Menschen in den Vereinigten Staaten helfen oder sie unterstützen werden“, so Walter Carson.

Adventisten vertreten Trennung von Kirche und Staat
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten tritt für eine strikte Trennung von Kirche und Staat ein. Bereits im Laufe des Vorwahlkampfes zu den Präsidentschaftswahlen in den USA, an dem Ben Carson teilnahm, hatte auch die Kirchenleitung in Deutschland eine Erklärung zur „Kandidatur für politische Ämter“ abgegeben. Darin heißt es: „Personen, die für politische Wahlämter kandidieren, werden von der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten darin weder unterstützt, noch gehindert.“ „Persönliche oder religiöse Äußerungen von Kandidierenden im Rahmen des Wahlkampfes werden von der Kirche als deren Meinung eingestuft und nicht kommentiert. Derartige Äußerungen sind nicht mit den Glaubensartikeln oder Auffassungen der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten gleich zu setzen.“

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Non-Konformismus oder Anpassung?

Deutsche Freikirchen in der Zeit des Nationalsozialismus
„Wer über die Freikirchen in der Zeit des Nationalsozialismus spricht, sollte sich in jedem Fall vor pauschalen Antworten hüten“, mahnte Dr. Johannes Hartlapp, Dozent für Kirchengeschichte an der Theologischen Hochschule Friedensau in seinem Einführungsvortrag zum Themenbereich „Evangeliumsverkündigung um jeden Preis – deutsche Freikirchen in der Zeit des Nationalsozialismus“. „Freikirchen in Deutschland wollten die Alternative zu den Volkskirchen sein“, aber „in der Stunde der Versuchung handelten sie als Kirche nicht anders als die ehedem Geschmähten“, so Hartlapp.

Für den adventistischen Historiker waren drei Gründe für das angepasste Verhalten der Freikirchen wesentlich: eine Anfälligkeit für Autoritäten, ihr Umgang mit der Bibel und die angeblich apolitische Haltung der Freikirchen. In jeder Freikirche habe es nach Hartlapp aber auch Frauen und Männer gegeben, „die mit dem offiziellen Verhalten ihrer Kirche im Nationalsozialismus nicht einverstanden waren und auf innere Distanz gingen.“

Freikirchen und Juden im „Dritten Reich“
„Wir müssen eingestehen, dass die Freikirchen dem NS-Staat und seiner Judenpolitik mindestens genau so wenig widerstanden wie die Landeskirchen – von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen“, teilte Dr. Daniel Heinz, Leiter des Historischen Archivs der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa (Friedensau bei Magdeburg) in seinem Referat mit.

Falsch verstandener Obrigkeitsgehorsam, irregeleitete nationale Begeisterung, ängstliche Anpassung, Repressionsfurcht und resignative Passivität hätten für viele verhindert, sich mit dem rassisch verfolgten Nachbarn, ja sogar mit dem judenchristlichen Bruder zu solidarisieren. Die Kirchengeschichte zeige, „dass das Anpassungsvermögen der Gemeinde an den jeweiligen Geist der Zeit immer größer war als ihre Bereitschaft zur Buße und Umkehr“, so Heinz in seinem Resümee.

Weitere Beiträge der Tagung befassten sich mit den Mennoniten, dem Rhönbruderhof, den Siebenten-Tags-Adventisten, Baptisten- und Brüdergemeinden, den Methodisten sowie den Zeugen Jehovas in der Zeit des Nationalsozialismus.

Organisation
Die Tagung „Evangelische Freikirchen im Nationalsozialismus“ wurde von der Evangelischen Akademie Thüringen in Zusammenarbeit mit der Theologischen Hochschule Friedensau der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und dem Verein für Freikirchenforschung e.V. durchgeführt. Gefördert wurde die Tagung durch die Bundeszentrale für politische Bildung.

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Weltgebetstag der Frauen 2017: Schwerpunktland Philippinen

Der Weltgebetstag 2017 führe auf die Philippinen, in ein katholisch geprägtes Land mit 7.107 Inseln. Die Philippinen seien das bevölkerungsreichste christliche Land Asiens. Auf dem Archipel im Pazifischen Ozean fänden sich neben Naturschönheiten und Weltkulturerbe auch zerstörerische Naturgewalten, interne Konflikte und von Menschen verantwortete Umweltkatastrophen. Trotz Ressourcenreichtums herrsche eine krasse Ungleichheit, die zurück gehe bis in die spanische Kolonialzeit. Wohlstand, Macht und Einfluss konzentrierten sich auf wenige Familienclans. Große Teile der Bevölkerung lebten in Armut.

Weltgebetstag unterstützt Frauen- und Mädchenprojekte
Der Weltgebetstag ist eine weltweite, ökumenische Basisbewegung christlicher Frauen. Glaube, Gebet und Handeln für eine gerechte Welt gehörten in ihr untrennbar zusammen. Ein sichtbares Zeichen dafür seien die Kollekten aus den Gottesdiensten in Deutschland, die vor allem Frauen- und Mädchenprojekte weltweit unterstützen. Im Jahr 2017 seien darunter acht Partnerorganisationen auf den Philippinen, die sich unter anderem für politische und gesellschaftliche Beteiligung sowie gegen Gewalt an Frauen und Kindern engagierten.

Ökumenisches Miteinander
Seit Ende des 19. Jahrhunderts hat sich der Weltgebetstag zur größten ökumenischen Frauenbewegung weltweit entwickelt. Jedes Jahr laden christliche Frauen eines anderen Landes am ersten Freitag im März zum Weltgebetstag. In allen Weltregionen werden diese Gottesdienste vorbereitet von Frauen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und Konfession. Damit werde ein wichtiger Beitrag für ökumenisches Miteinander und mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche geleistet.

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Weltweit 20 Millionen Adventisten

Demnach ist die Anzahl der Menschen, die sich durch die Glaubenstaufe der Kirche angeschlossen haben, im dritten Jahr in Folge gestiegen. Insgesamt hätten sich 2016 weltweit 1.314.950 Personen den Siebenten-Tags-Adventisten angeschlossen. Davon seien 1.271.305 Personen durch die Taufe Mitglied der Kirche geworden und 43.645, die bereits früher als Mündige getauft worden waren, mittels Bekenntnis des Glaubens.

Diese Mitgliederzahl sei, sofern man sie mit der Einwohnerzahl von Staaten vergleiche, etwas größer als die Einwohnerzahl von Rumänien und etwas kleiner als die von Niger oder Sri Lanka.

In Europa stagnieren die Mitgliederzahlen der Adventisten oder steigen nur geringfügig. In Deutschland gibt es rund 35.000 Adventisten, in der Schweiz 4.600 und in Österreich 4.200.

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