1

USA: Experten fordern Religionsfreiheit auch für Geflüchtete

Dies teilte die Kommunikationsabteilung der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, Adventist News Network (ANN), mit. Statistiken zeigten, dass Ende 2016 weltweit mehr als 65 Millionen Personen aufgrund von Verfolgung, Konflikten, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen vertrieben worden seien, so Dr. Nelu Burcea, stellvertretender Generalsekretär der IRLA und verantwortlich für den Aufbau von Beziehungen zu verschiedenen internationalen Organisationen, wie den Vereinten Nationen, der Europäischen Union oder der Afrikanischen Union.

Burcea ging auf die New Yorker Erklärung zu Flüchtlingen und Migranten ein. Im Anhang I der Erklärung wird von der UNO die Schaffung eines umfassenden Rahmens als Antwort auf die Flüchtlingssituation gefordert sowie die Schaffung einer globalen Vereinbarung über Flüchtlinge (Global Compact on Refugees), die vom Hohen Kommissar des UN-Flüchtlingshilfswerks anlässlich der Generalversammlung 2018 vorgestellt werden soll.

Burcea erwähnte als wichtigste Ziele: Lockerung des Drucks auf Länder, welche Geflüchtete aufnehmen; Selbstvertrauen der Geflüchteten stärken; Zugang zu Drittstaaten ausweiten; Bedingungen fördern, die Flüchtende befähigen, freiwillig in ihre Heimatländer zurückzukehren. Im Mittelpunkt stehe die Würde aller Flüchtlinge und dass sie ebenso Anrecht auf die Gewährung grundlegender Menschenrechte hätten, so Burcea.

Die Rolle glaubensbasierter Organisationen
Dr. Blandine Chelini-Pont, Professorin für Geschichte, Recht und Religion an der Universität Aix-Marseille/Frankreich sprach über die Flüchtlingssituation in Europa. Die Hilfe von gemeinnützigen Einrichtungen religiöser Organisationen habe Flüchtlinge in Frankreich, Italien und Deutschland ungemein unterstützt, sagte Chelini-Pont.

W. Cole Durham Jr., Professor an der Brigham-Young-Universität, Provo, Utah/USA, wies auf die religiösen Freiheitsrechte von Flüchtlingen hin. „Wir müssen sensibel darüber nachdenken, was mit den Menschen während der Fluchtphase passiert, wie ihren religiösen Traditionen entsprochen werden kann“, sagte Durham. Jene, die Flüchtlinge betreuen, sollten auf ihre diesbezügliche Rolle hingewiesen werden. Religiöse Gruppen könnten etwas bewegen, weil sie die Motivation hätten, etwas für Fremde zu tun.

Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) und Flüchtlinge
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) habe sich im Zuge der Flüchtlingskrise stark engagiert, sagte Imad Madanat, Verbindungsperson von ADRA International zur UNO sowie Programmdirektor für Katastrophen- und Entwicklungshilfe von ADRA International (USA).

Die ADRA Landesbüros hätten auf den Fluchtrouten sowie in den Zielländern in den Bereichen Gesundheit, Wasserversorgung, Unterkunft, Nahrungsmittel, psychologische sowie soziale Unterstützung geholfen und auch Informationszentren an den Fluchtrouten unterhalten.

„Es ist klar, dass Kirchen und religiöse Organisationen eine Pufferfunktion zwischen den Geflüchteten und den lokalen und staatlichen Behörden haben“, sagte Madanat. „Religiöse Institutionen bieten den Geflüchteten eine sichere und vertraute Anlaufstelle für Hilfe und Unterstützung.“

Internationale Vereinigung für Religionsfreiheit (IRLA)
Die Internationale Vereinigung für Religionsfreiheit (IRLA) wurde 1893 weltweit als erste Nichtregierungsorganisation zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit gegründet. Getragen und finanziert wird IRLA von der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten. Am IRLA-Weltkongress, der alle fünf Jahre stattfindet, nahmen 550 Personen aus 65 Ländern teil, darunter rund 40 Experten aus dem Bereich Religionsfreiheit. Der Kongress stand unter dem Motto: „Religionsfreiheit und die Hoffnung auf friedliches Zusammenleben“.

_____________________________________________________________________________




Immer mehr internationale Schüler auf der Marienhöhe

China, Korea, USA, Russland, Ukraine, Bulgarien, Ungarn und Italien – das sind in diesem Jahr die Herkunftsländer der internationalen Schüler auf der Marienhöhe, teilte die Schulverwaltung mit. Um ihren Schulbesuch auf der Marienhöhe beginnen zu können, müssen sie in der Regel Deutschkenntnisse auf der Niveaustufe B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) nachweisen.

Das Humboldt-Institut bereitet Schüler, die ihr Abitur in Deutschland machen möchten, in Intensivkursen auf die Deutschprüfung und den Schulbesuch vor und vermittelt die Schüler nach erfolgreichem Abschluss der Prüfungen an verschiedene Internatsschulen.
Das Schulzentrum Marienhöhe ist seit diesem Schuljahr im Internate-Portfolio des Humboldt-Instituts. Sowohl die günstige Lage im Rhein-Main-Gebiet als auch die christliche Orientierung der Schule geben die internationalen Schüler als Grund für ihre Entscheidung für die Marienhöhe an.

Es sei für die internationalen Schüler eine große Herausforderung, den gesamten Unterricht mit allen Anforderungen in einer Sprache zu bewältigen, die nicht ihre Muttersprache ist. Durch feste und betreute Lernzeiten im Lernbüro des Internats sowie individuelle Förderung und Vertiefung der Deutschkenntnisse werden sie auf ihrem Weg zum Abitur unterstützt, so die Schulverwaltung. Im letzten Schuljahr erreichte ein Schüler aus China mit 81 weiteren Abiturienten sein Ziel. Der Abiturschnitt auf der Marienhöhe betrug im letzten Schuljahr 2,20 – die Note 1,0 wurde dreimal vergeben.

Schulzentrum Marienhöhe
Das 1925 eröffnete und von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten getragene „Seminar Marienhöhe“ hat seit 1950 ein staatlich anerkanntes Gymnasium. 1994 folgte die Realschule und 2010 die Grundschule. Das Schulzentrum Marienhöhe ist als „Gesundheitsfördernde Schule“ und Schule für den Klimaschutz zertifiziert. Weitere Informationen: www.marienhoehe.de

_____________________________________________________________________________




Das Lukas-Evangelium auf Deutsch und Dari

Wie die Deutsche Bibelgesellschaft mitteilte, richtet sich die Publikation an Flüchtlinge sowie andere Migrantinnen und Migranten mit der Muttersprache Dari, gemischtsprachige Bibelkreise und Mitarbeitende in der kirchlichen Flüchtlingsarbeit. Der Ausgabe liegt die Erfahrung zugrunde, dass zweisprachige Bibelausgaben helfen können, eine fremde Sprache zu erlernen.

Die „Today’s Dari Version“ ist eine moderne und texttreue Bibelübersetzung. Es geht dabei um eine sogenannte kommunikative Übersetzung, die beim Lesen keine Kenntnis traditioneller christlicher Begriffe voraussetzt und großen Wert auf Verständlichkeit legt. Es handelt sich um die erste vollständige Bibelübersetzung auf Dari. Herausgeber ist der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies, UBS). Dari gehört zu den iranischen Sprachen und wird von etwa neun Millionen Menschen in Afghanistan und anderen zentralasiatischen Ländern gesprochen.

Die „BasisBibel“ wendet sich an Leserinnen und Lesern, denen die klassische Kirchen- und Bibelsprache nicht mehr vertraut ist. Sie ist die erste crossmediale Bibelübersetzung, die das durch Computer und Internet veränderte Medienverhalten berücksichtigt. Die Darstellung jeweils einer Sinneinheit in einer Zeile sowie Sacherklärungen am Seitenrand und Hintergrundinformationen im Internet sollen beim Verständnis des Textes helfen.

_____________________________________________________________________________




Freikirchen legen Wahlprüfsteine als Entscheidungshilfe vor

„Die Freiheit demokratischer Wahlen geht mit der Verantwortung einher, die Zukunft des eigenen Landes mitzugestalten“, betonte der Präsident der VEF, Christoph Stiba. „Die Antworten sollen eine Hilfestellung für die Wahlentscheidung sein.“

35 Fragen an die Parteien
Die 35 Fragen befassen sich mit den Themenfeldern Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung, Migration, Ehe und Familie, Miteinander der Generationen sowie Kirche und Staat. „Wir haben bewusst nicht die Fragen gestellt, die von den Parteien selbst in den Mittelpunkt gerückt werden, sondern die uns als Christen besonders auf dem Herzen liegen“, so Friedrich Schneider vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, der den Katalog gemeinsam mit einem Arbeitskreis erstellt hat.

Viele Fragen hinzugekommen
Seit den letzten Wahlprüfsteinen vor vier Jahren seien viele Fragen hinzugekommen, gab der VEF-Beauftragte am Sitz der Bundesregierung, Peter Jörgensen, zu bedenken. Bei diesen gehe es unter anderem um die von den Vereinten Nationen formulierten Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz: SDGs), die für die VEF in ihrer politischen Arbeit im Fokus stünden. Laut Jörgensen sind „die Bekämpfung von Armut, Hunger und Ungleichheit, der Einsatz für Bildung, gerechte Arbeitsverhältnisse und einen nachhaltigen Umgang mit den uns anvertrauten Ressourcen als Ziele der SDGs aus christlicher Perspektive wesentlich.“

Die Fragen an die Parteien wären zugleich eine Aussage. „Wir wollen zeigen, was für uns wichtig ist. Und wir wollen signalisieren, dass wir bereit sind, unsere Gesellschaft bei diesen Themen auch aktiv mitzugestalten.“ Als Beispiel nannte der VEF-Beauftragte das Thema Migration. „Wir stellen hierzu nicht nur Fragen in den Wahlprüfsteinen, sondern unsere Gemeinden leisten durch ihren Einsatz in der Flüchtlingskrise auch einen gesellschaftlichen Beitrag.“

VEF gibt keine Wahlempfehlung
Die VEF veröffentliche zwar die Antworten aus den Parteizentralen, so Christoph Stiba, gebe jedoch keine Wahlempfehlung. „Es gehört zu den freikirchlichen Grundsätzen, dass jeder und jede Einzelne in Verantwortung vor Gott und den Menschen mündige Entscheidungen trifft.“ Das gelte auch für politische Wahlen. Eine Kommentierung der Antworten erfolge deshalb nicht.

CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke haben auf die Anfrage der VEF geantwortet. Die AfD hat nicht reagiert. Die Antworten der Parteien können online nachgelesen werden unter www.vef.de/wahl2017.

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angebote für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung. Weitere Informationen unter www.vef.de.

_____________________________________________________________________________




Weltkongress Religionsfreiheit: „Hoffnung auf friedliches Zusammenleben“

Laut IRLA haben die Teilnehmenden, Gäste sowie Referenten, ein breites Spektrum von Glaubensrichtungen und Weltanschauungen abgedeckt: Adventistische, baptistische, mennonitische, methodistische, orthodoxe und römisch-katholische Christen, Mormonen, Juden, Muslime und Agnostiker.

Achtung der Religionsfreiheit Indikator für Stellenwert der Menschenwürde
In seinem Grußwort an die Kongressteilnehmenden, das per Video eingespielt wurde, sagte Ahmed Shaheed, Sonderberichterstatter der UNO für Religionsfreiheit, dass das Maß der Achtung der Religionsfreiheit ein Indikator für den Stellenwert der Menschenwürde im entsprechenden Land sei. Die goldene Regel, wonach man andere so behandeln solle, wie man selbst behandelt werden möchte, sei gerade im Zusammenleben unterschiedlicher Religionen ein wichtiges Element, um den Frieden zu fördern. Das Menschenrecht auf Religionsfreiheit schütze auch jene, die keinen religiösen Glauben hätten.

Weltweite Tendenzen zur Einschränkung der Religionsfreiheit
78 Prozent der Weltbevölkerung lebten mit Einschränkungen ihrer Religionsfreiheit, zitierte Brian J. Grim, Präsident der „Stiftung Religionsfreiheit & Business“, in seinem Referat die Ergebnisse einer Umfrage des PEW Research Centers. Die Stiftung geht davon aus, dass wirtschaftliche Projekte viel zu friedlichem Zusammenleben zwischen Religionen beitragen können. Gegenüber früheren Jahren würden Regierungen generell vermehrt die Religionsfreiheit ihrer Bürger einschränken. Das wurde von verschiedenen Experten in ihren Ausführungen erwähnt. Als Beispiele wurden die Burkaverbote in Frankreich oder das Verbot der Jehovas Zeugen in Russland bzw. die Regulierung von religiösen Symbolen genannt. Mit diesen Einschränkungen gehe auch eine Zunahme des gesellschaftlichen Hasses gegenüber bestimmten Religionsgruppen einher. Positiv erwähnte Grim, dass viele Regierungen Programme zur Reduzierung von religionsbezogener Gewalt gestartet hätten. Je mehr Religionsfreiheit es in einem Staat gebe, desto grösser seien die Frauenrechte und auch die wirtschaftlichen Entwicklungsressourcen.

Der Graben der Intoleranz
Es gibt große Übereinstimmung in der Einschätzung, dass Religionsfreiheit viel zum Frieden in der Gesellschaft beiträgt, sagte Prof. David Little, Mitglied am Berkley Center für Religion, Frieden und internationale Angelegenheiten an der Georgetown Universität, Washington D.C/USA. Umgekehrt führe Gewalt seitens der Regierungen, die eine Religion bevorzugten und bei anderen Religionen oder Konfessionen die Religionsfreiheit einschränken würden, zu mehr Hass, Unfrieden, Aufruhr und folglich auch oft zu Gewalt.

Religionsfreiheit funktioniere nicht wie der freie Markt, auch wenn dies einige denken würden, so Little. Religionen würden andere Religionen oft als Konkurrenten sehen, die man kleinhalten müsse. Freikirchen seien eine Verpflichtung für Religionsfreiheit eingegangen, indem sie Religionsfreiheit nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere fordern würden. Religionsfreiheit sei einer der Hauptpunkte, um Frieden zu schaffen, so Little.

Religionsfreiheit: Das Recht, Unrecht haben zu dürfen
Asma T. Uddin, Direktorin des Zentrums für Islam und Religionsfreiheit, sagte, dass die Religionsfreiheit das religiöse Verständnis eines anderen schütze, auch wenn dieses aus der eigenen Sicht grundfalsch sei. Religionsfreiheit schütze das Recht, Unrecht haben zu dürfen. Zudem sei es wichtig, zu verstehen, dass Religionsfreiheit gläubige und nicht-gläubige Menschen schütze und nicht deren Religion oder Weltanschauung.

Religionsfreiheit: Das paradoxeste Menschenrecht
W. Cole Durham Jr., Rechtsprofessor an der Brigham-Young-Universität der Mormonen in Provo, Utah/USA, bezeichnete die Religionsfreiheit als das paradoxeste der Menschenrechte, weil man anderen zugestehe, ihre Religion ausleben zu dürfen, obwohl man diese Religion nicht teile. Gleiche Überzeugungen in religiösen Belangen sei nicht nötig, wohl aber das Wissen, dass man mit der eigenen religiösen Überzeugung geschützt werde, so Durham.

Religiöser Pluralismus ist eine Stärke, kein Problem
Respekt für Religionsfreiheit mindere die Wahrscheinlichkeit, dass Hass und Gewalt in der Gesellschaft aufkommen, sagte Knox Thames, Sonderberater für religiöse Minderheiten beim Auswärtigen Amt der US-Regierung. Religiöser Pluralismus sei eine Stärke und kein Problem, so Thames.

Alle Menschen haben Gewissensfreiheit, aber nicht die gleiche Gewissensprägung
Religionsfreiheit erscheine immer öfter im Fokus von Menschenrechtsorganisationen, sagte T. Jeremy Gunn, Professor für Recht und Politikwissenschaft. „Menschenrechte sind Rechte des Menschen gegen den Staat“, sagte Gunn. Der Staat dürfe Menschen nicht diskriminieren, er habe aber auch die Aufgabe, Menschen gegen die Übergriffe durch andere Menschen zu schützen.

Das Menschenrecht der Religionsfreiheit stelle auf das Gewissen des Individuums ab. Beim Gewissen gebe es aber keine Gleichheit. Einige fühlten sich Kleidungsvorschriften aufgrund religiöser Vorschriften verpflichtet, andere nicht. Religiöse Menschen seien gleich in dem Sinn, dass alle Menschen Gewissensfreiheit hätten, nicht alle hätten aber die gleiche Gewissensprägung.

Konzept der Religionsfreiheit bleibt ein schwieriges Konzept
Die Religionsfreiheit bleibe ein schwieriges Konzept, denn es wolle ein friedliches Zusammenleben trotz der Unterschiedlichkeit ermöglichen, sagte Rosa Maria Martinez de Codes, Professor für amerikanische Geschichte an der Universität Complutense in Madrid/Spanien. Eine Herausforderung für die Religionsfreiheit bestehe in der Schwächung internationaler Normen und darin, dass es einen zunehmenden Trend zu gesetzlichen Regelungen bezüglich religionsspezifischer Verhaltensweisen in westlichen Staaten gebe.

Sind Menschenrechte ein westliches Konzept?
Mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte seien die Menschenrechte und damit auch die Religionsfreiheit (Artikel 18) zu einer Angelegenheit der Staaten geworden. Alle Staaten, welche die Menschenrechtskonvention unterschrieben haben, hätten sich verpflichtet diese einzuhalten und könnten deshalb auch darauf verpflichtet werden, sagte Brett G. Scharffs, Rechtsprofessor an der Brigham-Young-Universität und Direktor des Internationalen Zentrums für Recht und Religionswissenschaft.

Der Vorwurf, dass die Menschenrechte ein westliches Konzept seien, halte den historischen Tatsachen nicht stand. Bei der Abfassung der Menschenrechte (1948) seien alle Religionen vertreten gewesen und hätten mitarbeiten können. Es gebe akademische und vorlaute Kritiker der Menschenrechte – meist aus Staaten, in denen die Menschrechte gewährt würden, so Scharffs. Er habe aber noch nie von Gefangenen den Vorwurf gehört, dass die Menschenrechte ein westliches Konzept seien.

Religionen und Frieden
Faschismus, Neonazitum und weiße Vorherrschaft, wie sie bei der Demonstration in Charlottesville, Virginia/USA am 11. und 12. August zu Tage getreten seien, hätten nichts mit Religionsfreiheit zu tun, sagte Pastor Ted N. C. Wilson, Weltkirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten in seinem Beitrag zum Themenbereich „Religionen und Frieden“.

Das adventistische Verständnis von Religionsfreiheit gründe in der Auffassung, dass der Mensch von Gott geschaffen wurde, was ihm eine unveräußerliche Würde sowie Entscheidungsfreiheit gebe, sich für oder gegen ein Leben mit Gott zu entscheiden. Diese Entscheidungsfreiheit komme in der Begegnung Jesu mit dem reichen Jüngling (Matthäusevangelium, Kapitel 19) exemplarisch zum Ausdruck: Jesus lade seinen Gesprächspartner ein, ihm nachzufolgen, lasse ihm aber dennoch die Freiheit, dies nicht zu tun. Regierungen, die meinten, dem Glück der Menschen nachhelfen zu müssen, indem sie religiöse Anliegen per Gesetz durchsetzen wollten, würden laut Wilson ihren Auftrag überschreiten und in der Gesellschaft Unfrieden ernten. „Jeder Mensch hat das Anrecht auf Leben, Freiheit, Frieden und persönliche Sicherheit“, so der adventistische Weltkirchenleiter.

Die Internationale Vereinigung für Religionsfreiheit (IRLA) setze sich auch für Menschen ein, die aus Gewissengründen inhaftiert seien oder ihre Arbeitsstelle verloren hätten. Wilson forderte auch, dass vermehrt junge Menschen mit der Arbeit für Gewissens- und Religionsfreiheit vertraut gemacht und darin involviert werden sollten.

Christliche Ethik ist Ethik für Christen
Gemäß den Aussagen von César Garcia, Präsident der Mennonitischen Weltkonferenz (MWC), ist die Trennung von Religion/Kirche und Staat eine wichtige Voraussetzung für Religionsfreiheit sowie für den Frieden in der Gesellschaft. Religiöse und damit auch christliche Werte, dürften anderen Menschen nicht aufoktroyiert werden. Wenn die Kirche lebe, was sie zu glauben vorgebe, sei sie attraktiv und ziehe auf diese Weise Menschen an. Christliche Ethik sei für Christen und nicht für alle Menschen. Wer aber die Minderheitenrechte aller achte, schütze auch die Rechte der Christen, so der Mennonit.

Missachtung anderer Menschrechte gefährdet auch die Religionsfreiheit
Timothy Golden, Professor für Geschichte und Philosophie an der adventistischen Walla Walla Universität, College Place, Washington/USA, ortete in der Diskrepanz zwischen Lehre (creed) und Taten (deed) den Grund dafür, dass man immer noch auf eine friedliche Koexistenz hoffe, wie dies im Konferenzthema zum Ausdruck komme. Wen die Nichtgewährung der Menschenrechte in anderen Bereichen, zum Beispiel bezüglich der Armen oder der Afroamerikaner, nicht störe, unterstützte durch diese Passivität die generelle Abwertung der Menschenechte, so Professor Golden. Die selektive Abwertung einzelner Menschrechte schaffe die Voraussetzung für die Missachtung weiterer Menschenrechte u.a. auch für die Missachtung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit, wie dies von den Adventisten am Ende der Tage erwartet werde. Eine solche Missachtung der Religionsfreiheit könne aus seiner Sicht nur als Resultat eines vorausgehenden Prozesses der selektiven Abwertung anderer Menschenrecht gedacht werden.

Moslems und Juden sitzen im selben Boot
„Nur wenn die Menschenrechte aller gewährt werden, werden auch jene der Juden gewährt“, sagte der Jude Richard T. Foltin, Direktor der Nationalen und Rechtlichen Angelegenheiten des Amerikanisch-Jüdischen Komitees. Den Juden sei klar, dass die Bedrohung der Religionsfreiheit von Moslems gleichzeitig auch eine Bedrohung der Religionsfreiheit der Juden sei. Der Kampf zur Verteidigung der Religionsfreiheit müsse ununterbrochen weitergehen, so Foltin.

Jede größere Religion hat fundamentalistische und extremistische Arme
Er definiere Fundamentalismus als die Auffassung, dass man auch Gewalt anwenden dürfe, um die eigene Überzeugung anderen aufzuzwingen, damit sie glücklich würden, sagte Thomas Schirrmacher, stellvertretender Generalsekretär für theologische Angelegenheiten der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA). Dies sei lange auch eine weit verbreitete Auffassung unter Christen gewesen. Bei Christen habe sich dieses Verständnis gewandelt, es werde aber bei Hindus zunehmend attraktiver. Fundamentalisten seien immer eine kleine Minderheit einer Religion, man könne aber nicht sagen, dass eine fundamentalistische Minderheit mit der entsprechenden Religion nichts zu tun habe, so Schirrmacher. Es gebe keine Religion, die nur gewaltfrei gewesen sei.

Friede ist nie erreicht, er muss immer wieder angestrebt werden
Andrea Bartoli, Leiter der Schule für Diplomaten und Internationale Beziehungen an der privaten römisch-katholischen Seton Hall Universität in South Orange, New Jersey/USA, stellte sich als praktizierender, römisch-katholischer Christ und Mitglied der Kommunität Sant’Egidio vor. Es habe festgestellt, dass es eine Tendenz zu Spaltungen in jeder Kirche und jeder Religion gebe, weil immer wieder Gläubige meinten, dass sie allein Recht hätten. Die Versuchung, eine eigene Kirche zu gründen, sei groß. Wer aber bereit sei, allen Religionsfreiheit zu gewähren, baue gleichzeitig an einer Zukunft für alle. Der Friede sei nie wirklich erreicht, er müsse immer wieder angestrebt werden, sagte der römisch-katholische Christ.

Kirchen- und Regierungsvertreter
Zum Thema des Kongresses haben unter anderen folgende Kirchenvertreter gesprochen: César Garcia, Generalsekretär des Mennonitischen Weltkongresses; Elizabeta Kitanovic, Exekutivsekretärin der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK); Thomas Schirrmacher, Stellvertretender Generalsekretär für theologische Angelegenheiten der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA); Ted N. C. Wilson, Weltkirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten.

Folgende Staaten haben Vertreter zum IRLA-Weltkongress entsandt: Jamaika, Kolumbien, Kuba, Philippinen, Russland, Sambia, Ukraine und USA.

Resolutionen
Die Teilnehmenden am 8. IRLA-Weltkongress haben acht Resolutionen zugestimmt. Sie fordern die Staaten auf, dafür zu sorgen, dass Artikel 18 der Allgemeinden Erklärung der Menschenrechte in ihren Ländern befolgt wird. Vertreter von Religionen sowie Personen, die im Bildungssektor tätig sind, werden aufgerufen über Religionsfreiheit als wichtiges Menschrecht zu informieren. Religiös motivierter Gewalt solle entgegengetreten werden, indem die entsprechenden Personen bestraft werden sollen und nicht durch Einschränkung der Religionsfreiheit all jener, zu denen sich die Gewalttäter als zugehörig bezeichneten. Wenn die gesamte Religionsgemeinschaft für die Taten Einzelner verantwortlich gemacht werde, stärke dies nur die Position derer, die Gewalt anwenden würden. Des Weiteren werden in den Resolutionen religiöse Leiter aufgefordert, sich der Gefahr bewusst zu sein, dass Religion für nichtreligiöse Zwecke missbraucht werden könne und entsprechende präventive Schritte einzuleiten.

Einige Videos sowie Powerpoint-Präsentation stehen auf der IRLA-Webseite zum Download zur Verfügung. Demnächst sollen dort auch die Resolutionen auf Englisch verfügbar sein: https://www.irla.org/wc8-resources

IRLA
Gegenwärtig sind im Vorstand der Internationalen Vereinigung für Religionsfreiheit (IRLA) unter anderem folgende Denominationen vertreten: Adventisten, Baptisten, Katholiken, Methodisten.

_____________________________________________________________________________




Hongkong: 3D-Baby-Druck in adventistischer Klinik

Die Kombination von Ultraschalltechnik und 3D-Druck ermögliche es, eine Nachbildung des Fötus anzufertigen. Für umgerechnet 645 Euro können werdende Eltern ein 3D-Modell ihres ungeborenen Kindes erhalten, so Adventist Today. Sowohl Ganzkörper-Nachbildungen des Babys als auch eine detailliertere Ansicht des Gesichtes könnten im Druckverfahren hergestellt werden. Diese Möglichkeit bestünde von der sechsten Schwangerschaftswoche an und benötige eine Bearbeitungszeit von drei bis fünf Tagen. Allerdings bestünden Bedenken, ob die umfangreiche Ultraschall-Untersuchung, die für die Erstellung der Nachbildung nötig ist, dem Ungeborenen schaden könnte.

Neuer Trend
Der 3D-Druck von Föten ist in Japan, USA und Europa ein neuer Trend unter werdenden Eltern. Gerade auch für sehbehinderte Eltern könne diese neue Technologie von besonderer Bedeutung sein, um die Bindung zu ihrem Ungeborenen zu stärken. „Bisher haben wir noch nicht viele sehbehinderte Eltern behandelt, aber wir hoffen, den Bedürfnisse jedes Einzelnen gerecht zu werden“, so Doretta Lo Hoi-yee, eine leitende Angestellte der Klinik im Pflegedienst.

Hong Kong Adventist Hospital – Tsuen Wan
Das Krankenhaus im Hongkonger Stadtteil Tsuen Wan wurde 1964 von Dr. Harry Willis Miller (1878-1977) gegründet. Es gehört zur Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die weltweit 175 Krankenhäuser und Sanatorien sowie 385 Kliniken und Sanitätsstationen unterhält. Jährlich werden in diesen Einrichtungen über 19 Millionen Patienten ambulant und stationär behandelt. Weitere Informationen: www.twah.org.hk

_____________________________________________________________________________




Deutsche Adventisten spenden 54 Millionen Euro

Die Steigerung hänge mit der wirtschaftlichen Lage in Deutschland zusammen, teilte der Finanzvorstand der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Dieter Neef, mit. Er wies darauf hin, dass die Wirtschaftskraft in der Bundesrepublik unterschiedlich verteilt sei, wie das Spendenverhalten zeige: während ein Adventist in Nord- und Ostdeutschland durchschnittlich 1.294 Euro gab, waren es in Süddeutschland 1.856 Euro pro Mitglied.

Von den 54 Millionen Euro gingen 3,5 Millionen Euro in die Außenmission, 9,6 Millionen Euro verblieben bei den Ortsgemeinden. Die Adventisten erheben keine Kirchensteuer, sondern unterhalten ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Gaben, zu denen auch der biblische „Zehnte“ gehört. Viele Mitglieder geben neben zehn Prozent ihres Einkommens weitere Spenden für besondere Projekte.

_____________________________________________________________________________




„Hope“ Hörbücher im Zentralkatalog von Medibus e.V.

Zunächst zwei Bücher über Katharina und Martin Luther
Den Anfang macht die Hope Hörbücherei laut Medienzentrum Stimme der Hoffnung mit zwei Büchern, die zum Reformationsjubiläum passen. Es handelt sich um das im Brunnen-Verlag Gießen erschienene „Rosen im Schnee“ von Ursula Koch, welches das Leben von Katharina Luther, der Ehefrau des Reformators, beschreibt. Das zweite Werk „So komm noch diese Stunde!“, herausgegeben im Advent-Verlag Lüneburg von Daniel Heinz, befasst sich mit Aspekten des reformatorischen Bestrebens von Martin Luther; so auch mit seiner tiefen Sehnsucht nach der Erlösung der ganzen Schöpfung durch den wiederkommenden Christus am Ende der Zeit.

Blinde und sehbehinderte Menschen könnten die beiden Titel auch direkt bei der Hope Hörbücherei ausleihen: http://www.blindenhoer-buecherei.de/buecher/hoerbuch-katalog/. Bisher hätten Hörbücher der Blindenhörbücherei nicht im Zentralkatalog der Mediengemeinschaft gelistet werden können, da der technische Standard den Anforderungen nicht genügt habe. Mit Hilfe eines neuen Computerprogramms sei es der Hope Hörbücherei nun möglich, Nutzern künftig weitere Titel über den Zentralkatalog unter www.medibus.info anzubieten.

_____________________________________________________________________________




Anschläge: Adventistische Kirchenleiter in Europa bekunden Betroffenheit

Pastor Óscar López, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Spanien sprach vom „Horror“ und „zerbrochenen Familien“ durch „sinnlosen Hass“ auf Las Ramblas, Barcelona. „Heute müssen wir ganz klar zum Ausdruck bringen, dass die Grundlage des Evangeliums die Nächstenliebe ist und wir als Christen auf eine bessere Welt warten, in der Gerechtigkeit herrscht. Bis diese Welt kommt, müssen wir unsere Welt zu einem besseren Ort machen“, so López.

Adventist beinahe von Lieferwagen erfasst
Philip Matthew, ein Mitarbeiter des freikirchlichen Senders Hope Channel, war 50 Meter vom Tatort entfernt und musste um sein Leben rennen, um nicht von dem Lieferwagen erfasst zu werden, der am Nachmittag des 17.8.2017 von einem Attentäter durch die Menschenmenge auf der Promenade Las Ramblas im Zentrum von Barcelona gesteuert wurde. „Wir leben in einer Zeit der Gewalt, die uns jeden Tag schockt“, so Pastor Corrado Cozzi, Pressesprecher der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in West- und Südeuropa. „Wir beten für die Familien dieser Opfer in Barcelona und für diejenigen, die noch im Krankenhaus behandelt werden.“

_____________________________________________________________________________




„Present“ – neues christliches Magazin

Laut Chefredakteurin Jessica Schultka richte sich „present“ gleichermaßen an Menschen, die glauben und an jene, die nach Orientierung im Leben suchen. Mit dem Magazin soll zum Glauben eingeladen und neu reflektiert werden, was es bedeute, hier und heute Christ zu sein. In „present“ werde das Spannungsfeld von Vergangenheit und Zukunft aufgegriffen und gleichzeitig bewusst die Gegenwart in den Blick genommen. „Die Artikel sollen deutlich machen, was uns hier und heute zum Innehalten, Glauben und Staunen bringt“, so Schultka.

Erstes Heft „Unfertig“
Das erste im September erscheinende 64-seitige Heft trägt den Titel „Unfertig“. Dabei geht es um das Dilemma zwischen Anspruch und Wirklichkeit sowie um die Frage: „Dürfen und können wir trotzdem glücklich sein, so unfertig wie wir sind?“ In dem Artikel „Wach auf, Prinzessin!“ plädiert Wiebke Ritz für mehr Mut, sich selbst zu mögen, statt einem Schönheitsideal hinterherzulaufen. Jessica zog aus, das Pilgern zu lernen und steht am Ende in gewisser Weise immer noch unfertig da, obwohl sie auch etwas erreicht hat. „Ich liebe dich nicht!“ ist ein Alltagsgespräch zwischen einem Vater und seiner pubertierenden Tochter, die sich trotzdem mögen, und was Gott damit zu tun hat.

Die ersten beiden in diesem Jahr erscheinenden Hefte von „present“ sind zum Kennenlernen kostenlos erhältlich. Sie können per E-Mail unter present@advent-verlag.de angefordert werden.

_____________________________________________________________________________




Griechenland: Feuer bedrohte adventistisches Feriencamp

Am 13. August brach in Kálamos, einem der beliebtesten Feriengebiete Griechenlands, ein großer Waldbrand aus, der durch den Wind außer Kontrolle geriet. In der Region befinden sich mehrere Camping-Plätze für Kinder und Jugendliche. Auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist Träger eines Zeltplatzes. Das Camp Kálamos wurde von drei Feuerfronten bedroht, berichtete ein Augenzeuge. Eine der Fronten erlosch, eine weitere brannte um das Camp herum und bewegte sich weiter. Die Camper wurden an den Strand in Sicherheit gebracht, weil die Flammen bis zu 300 Meter an das Camp herankamen.

„Vor ein paar Stunden stand das Gelände des Camps in Gefahr, durch das starke Feuer im Umland verbrannt zu werden. Als das Feuer näherkam, kam Gott sei Dank ein Feuerwehrauto, und nach harter gemeinsamer Anstrengung ist der Platz um das Gelände des Camps nun sicher“, schrieb der Freikirchenleiter in Griechenland, Pastor Claudio Gulyas, um 3 Uhr morgens. Die Feuergefahr sei jedoch noch nicht vorbei. Ein Löschfahrzeug verbliebe vor Ort.

Dankbar für Bewahrung
Freikirchenleiter und Jugendliche sind dankbar für die Bewahrung. Dennoch äußerten sie Bedauern für diejenigen, die Eigentum und persönliche Gegenstände durch Feuer verloren haben. Griechenland wurde in dieser Woche in mehreren Gebieten von mehr als 91 Waldbränden bedroht. Viele Häuser brannten ganz aus oder wurden stark beschädigt.

_____________________________________________________________________________




Reaktion nordamerikanischer Adventisten auf Gewalt in Charlottesville

In der 50.000 Einwohner zählenden Stadt im US-Bundesstaat Virginia war es am 12. August zu einem Aufmarsch ultrarechter Gruppen gegen den Stadtratsbeschluss gekommen, wonach eine Reiterstatue des Konföderierten-Generals Robert F. Lee aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) entfernt werden sollte. Dabei wurden eine 32-jährige Gegendemonstrantin von einem Auto erfasst und getötet sowie 19 Menschen verletzt. Der 20-jährige Fahrer scheint vorsätzlich gehandelt zu haben. Zudem erlitten 16 Personen bei den Prügeleien Verletzungen. Beim Absturz eines Hubschraubers, aus dem die Zusammenstöße aus der Luft beobachtet worden waren, starben zwei Polizisten.

Widerstand gegen rechtsextreme Gruppen
Laut Adventist News Network (ANN) zeigten sich der Präsident und der Generalsekretär der nordamerikanischen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten, die Pastoren Daniel R. Jackson und G. Alexander Bryant, sehr beunruhigt über die Gewalt und den Hass in Charlottesville. „Wir sind erschüttert über die Tragödie des sinnlosen Todes von Heather Heyer, die sich gegen blinden religiösen Eifer und Hass wandte und dabei selbst ums Leben kam. Wir beten für die Familie von Heather, die Stadt Charlottesville und all jene, die sich in Solidarität gegen das Böse erhoben haben und dabei verletzt wurden. Als Christen und Nachfolger Jesu leisten wir mit Christus rechtsextremen Gruppen, die Rassismus und Gewalt verbreiten, Widerstand.“

„Mir geht es nicht gut“
Daniel Xisto, Pastor der adventistischen Kirchengemeinde in Charlottesville, schrieb in Facebook einen Kommentar. Er beklagt darin: „Mir geht es nicht gut, weil Rechtsradikale, weiße Nationalisten, Neonazis, Mitglieder des Ku-Klux-Klan und andere nationalistische terroristische Gruppen in meine Stadt kommen und meine Freunde in Angst versetzen.“ Es ginge ihm auch nicht gut, weil eine junge Frau und zwei Polizeibeamte als Folge dieser „Dummheit“ starben. Die Adventisten vor Ort wollen an der Heilung des angerichteten Schadens mitwirken.

Rassismus eines der schlimmsten Übel unserer Zeit
Bereits 1985 hatte die Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten in einer Erklärung den Rassismus als „eines der schlimmsten Übel unserer Zeit“ bezeichnet. „Rassendiskriminierung ist ein Angriff auf unsere Mitmenschen, die nach dem Bild Gottes geschaffen wurden“, heißt es in der Stellungnahme. Siebenten-Tags-Adventisten möchten dem Versöhnungsauftrag treu bleiben, der der christlichen Gemeinde von Jesus anvertraut sei. Als weltweite Kirche wollten sie Liebe und Einheit, welche „die Rassenschranken und die bisherige Entfremdung zwischen den Rassen überwindet, nach außen und in ihren eigenen Reihen demonstrieren“.

In den USA gibt es über 1,1 Millionen erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in rund 5.100 Kirchengemeinden.

_____________________________________________________________________________




Kongress der adventistischen IT- und Kommunikationsfachleute

Sechs adventistische Missionszentren
Mit seinem Einleitungsreferat zur GAiN-Konferenz machte Pastor Gary Krause, Direktor des Amtes für adventistische Mission, den Teilnehmenden bewusst, dass die meisten Adventisten weltweit aus animistischen Stammesgesellschaften kommen oder aus anderen christlichen Konfessionen heraus Adventisten wurden. Es gebe aber wenig Adventisten mit jüdischem, hinduistischem, buddhistischem oder muslimischem Hintergrund. Die adventistischen Missions-Zentren wollten helfen, Menschen mit diesem Hintergrund besser zu verstehen, so Krause.

In kurzen Beiträgen gaben die Leiter der sechs „Adventist Mission Center“ Einblicke in ihre Forschungsergebnisse und Erfahrungen.

Laut SPECTRUM, Zeitschrift der Vereinigung adventistischer Foren in den USA, nannte Petras Bahadur vom weltweiten Zentrum für adventistisch-muslimische Beziehungen die Unwilligkeit vieler Mitglieder von Adventgemeinden, mit Muslimen in ihrer Umgebung in Kontakt zu treten, als eigentlichen Grund, weshalb es wenige Adventisten mit muslimischer Herkunft gebe.

Kleber Goncalves vom Zentrum für säkulare und postmoderne Studien nannte die Millennials als eigentliche Zielgruppe bei den Konfessionslosen. Da sie täglich Stunden mit elektronischen Geräten verbringen würden, könne man sie dort auch am besten erreichen. Dabei müsse man flexibel sein, ihnen Alternativen anbieten, sie als Individuen sehen und auch entsprechend behandeln. Es gehe nicht nur um ihr Denken, sondern auch um ihr Herz.

Richard Elofer, Leiter des weltweiten jüdisch-adventistischen Freundschaftszentrums, sagte, dass es inzwischen global 65 jüdisch-adventistische Gemeinden in 17 Ländern gebe. Adventisten könnten Juden erst erreichen, seitdem sie spezielle jüdisch-adventistische Gemeinden gegründet hätten.

Doug Venn, Leiter des Zentrums für Stadtgebiete, rief in Erinnerung, dass die Mehrheit der Weltbevölkerung in städtischen Gebieten lebe, meist in äußerst ärmlichen Verhältnissen. Viele hätten mit Einsamkeit, Depressionen und Abhängigkeiten zu kämpfen. Ihnen als christliche Kirche praktische und hilfreiche Alternativen zum Beispiel im Bereich von Bildung und Ausbildung oder bezüglich psychischer Gesundheit anzubieten, sei zentral.

Die Leiter der Zentren für ostasiatische Religionen (Hinduismus) sowie der südasiatischen Religionen (Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus und Shintoismus) erläuterten, dass es entscheidend sei, nicht von sich und seinem westlich-christlich geprägten Verständnis auszugehen, sondern zuerst zuzuhören und zu verstehen, wie die Person gegenüber aufgrund ihres kulturellen und religiösen Hintergrunds denke und empfinde, um dann gemeinsamen Boden zu suchen.

Videoreportagen
Den Videoreportern unter den Anwesenden rief Rick Kajiura von „Adventist Mission“ in Erinnerung, dass bei Reportagen aus dem Missionsgebiet darauf geachtet werden müsse, dass Personen und Orte nicht identifizierbar seien, weil sie sonst später in ihrem Umfeld als Christen Probleme bekommen könnten. Man müsse davon ausgehen, dass Videoreportagen früher oder später im Internet zugänglich gemacht würden. Es müsse auch darauf geachtet werden, dass Kirchenjargon vermieden und keine verletzenden Begriffe verwendet würden, so Kajiura. Anstatt von „Katholiken“ oder „Muslimen“ könne man auch von der „Mehrheitskonfession“ oder der „Minderheitsreligion“ sprechen. Vor der Präsentation des Videobeitrags solle dieser den Betroffenen vorgespielt werden, damit sie gegebenenfalls noch Einspruch erheben könnten.

Advent-Verlag „Casa Publicadora Brasileira“
Am 10. August, dem zweiten Tag der GAiN-Konferenz, besuchten die 850 Teilnehmenden in diversen Gruppen zwei Institutionen der Adventisten in Brasilien: Den Advent-Verlag (Casa Publicadora Brasileira) in Tatui, 100 Kilometer westlich von Sao Paulo und das Medienzentrum „Novo Tempo“ in Jajarai, 60 Kilometer östlich von Sao Paulo.

Der Verlag wurde 1900 gegründet und ist im Besitz der teilkontinentalen Kirchenleitung der Adventisten in Südamerika (SAD). Es arbeiten 600 Personen im Verlag, der ausschließlich Produkte auf Portugiesisch für die Adventisten in Brasilien, Angola, Mosambik sowie für portugiesisch sprechende Gemeinden in den USA herstellt. Neben der religiösen Literatur werden auch Schulbücher für den brasilianischen Staat gedruckt. Pro Monat braucht der Verlag 1.000 Tonnen Papier. Der Gewinn von umgerechnet rund 13,1 Millionen Euro werde für Gemeindegründungsprojekte sowie soziale und humanitäre Projekte eingesetzt.

Medienzentrum „Novo Tempo“
Das Medienzentrum wurde 1946 gegründet und 2006 in „Novo Tempo“ umbenannt. Es ist im Eigentum der südamerikanischen Kirchenleitung. Das Medienzentrum beschäftigt 400 Mitarbeitende, die im TV-Sektor täglich zehn Stunden Liveprogramm für Sendungen mit religiösem Inhalt, Bildungsprogramme sowie Musik und Kunst produzieren.

Innovationen
Am 11. August, dem dritten Tag der GAiN-Konferenz, wurden einige Innovationen vorgestellt und wichtige Hinweise zu sicherem und sinnvollen Umgang mit elektronischen Geräten und deren Möglichkeiten gegeben.

„Adventist Cloud“
Nancy Lamoreaux, Leiterin für Informationstechnologie der adventistischen Weltkirchenleitung, kündigte die Eröffnung der „Adventist Cloud“ an. Alle adventistischen Rechenzentren der Kirche sollen weltweit darauf zugreifen können.

Übersetzungs-App für iPhone
Ende Juli wurde die „Adventist Translator App” für iPhone von UNASP-Studenten kreiert und online gestellt. Die App ermöglicht dem Benutzer, adventistischen Veranstaltungen per Übersetzung auf English, Französisch, Spanisch und Portugiesisch mittels Kopfhörer auf dem eigenen Handy zu folgen.
Download: https://appadvice.com/app/adventist-translator/1256053471

Adventist Communication Training ACT
Williams Costa, Direktor der Kommunikationsabteilung der Weltkirchenleitung, kündete den Start eines Online-Kommunikations-Trainingsprogramms der adventistischen Kirche (Adventist Communication Training ACT) an, das Marketingfähigkeiten fördern soll: https://act.adventist.org/

Adventistische Videos für Millennials
Rafael Rossi, Leiter Kommunikation der adventistischen Kirchenleitung in Südamerika (SAD), stellte eine neue Plattform adventistischer Videos vor, die sich primär an Millennials richte: „Feliz 7 Play” – http://feliz7play.com/pt/.

Sicherheit und Mission
Mabio Coelho, Leiter für Informationssicherheit der Weltkirchenleitung, sagte, dass adventistische Missionare in früheren Jahren überwiegend in ihren Einsatzgebieten willkommen gewesen seien, was heute oft nicht mehr der Fall sei. Es gehe deshalb darum, ihnen den Schutz zu gewähren, den sie an diesen exponierten Stellen bräuchten.

Digitaler Sabbat
Deborah Bonazzi, Leiterin von Medien und Unterhaltung bei Google Brasilien, sagte, dass wir an dem Punkt angekommen seien, wo Langeweile unakzeptabel geworden sei. Wir seien so von unseren elektronischen Geräten abhängig geworden und erwarteten von ihnen mehr als von Menschen. In den letzten Jahren habe sich unter Christen und Nicht-Christen eine Bewegung gebildet, welche eine Pause von technischen Geräten während eines ganzen Tages in der Woche oder sogar für längere Zeitabschnitte empfiehlt. Man spreche dabei von einem „digitalen Sabbat“, den sie allen Anwesenden empfehle, so Bonazzi.

Musical
Am vierten Tag der Konferenz feierten die Teilnehmenden gemeinsam den Gottesdienst, der zweimal hintereinander in der neuen Kirche der Universität, mit 2.000 Plätzen, abgehalten werden musste. Am Abend stand das Musical „Held des Glaubens“ auf dem Programm, das synchron vom Chor und von Solisten der Universität zusammen mit einer Videomontage sowie Livemusik des Studentenorchesters vorgetragen und vom Publikum mit einer stehenden Ovation gefeiert wurde.

Copyright
Am 13. August, dem letzten Tag der Konferenz, gab es Hinweise zum Copyright bezüglich Text, Musik und Bilder. Der Jurist der Weltkirchenleitung, Karnik Doukmetzian, machte klar, dass Verletzungen des Copyrights teuer zu stehen kommen. Man müsse sich die Mühe machen immer beim Inhaber des Copyrights bezüglich der Verwendung nachzufragen.

„Adventist Identity“
Sam Neves, stellvertretender Direktor der Kommunikationsabteilung der Weltkirchenleitung, stellte das neue Konzept der „Adventist Identity“ vor, die eine Schrift, das überarbeitete Logo, ein Raster mit sieben Spalten (Creation grid) sowie eine Farbpalette umfasst.

„Adventist Living Pattern Library“ ALPS
Brent Hardinge, Assistent des Abteilungsleiters Kommunikation der Weltkirchenleitung, informierte über APLS, das zentrale System der „Adventist Living Pattern Library“. Design-Vorlagen sollen den adventistischen Kirchen, Schulen sowie anderen Institutionen helfen, ansprechende Webseiten zu gestalten, die gleichzeitig das Image der Kirche fördern und dennoch jeder Seite ihr eigenes, individuellen Gepräge erlauben: https://www.adventist.io/category/alps/

GAiN
Die erste GAiN-Konferenz fand 2004 mit 100 Teilnehmenden statt. In den folgenden Jahren hat sich die Zahl der Teilnehmenden bei 250 eingependelt. Die Kommunikationsabteilung der adventistischen Weltkirchenleitung hat für Brasilien, aufgrund der hohen Mitgliederzahl von 1,6 Millionen Adventisten, mit 500 Teilnehmenden gerechnet. Mit 850 seien laut den Organisatoren alle Erwartungen weit übertroffen worden. Die GAiN-Konferenz 2018 wird im August in Guyong, Südkorea, stattfinden.

_____________________________________________________________________________




ADRA unterstützt Kliniken im Jemen

Gegenwärtig gibt es nach UN-Angaben im Land zwei Millionen Binnenflüchtlinge. Sieben Millionen Menschen brauchen dringend Hilfe und 14 Millionen leben unter Bedingungen der Lebensmittelunsicherheit, denn für die Hälfte der Bevölkerung ist aufgrund der wirtschaftlichen Lage, vor allem in der Landwirtschaft, das Einkommen nicht mehr gesichert. Laut dem Länderkoordinator von ADRA Deutschland, Lukas Driedger, seien die hygienischen Zustände im Land katastrophal. Jetzt stehe die Regenzeit vor der Tür und die Lage werde sich verschlimmern. „Das dringend erwartete Regenwasser wird durch massenhaft herumliegende Müllberge verschmutzt und verseucht das wenige saubere Trinkwasser.“

Medizinische Teams im Einsatz gegen Cholera und Unterernährung
Um eine weitere Ausbreitung der Cholera zu verhindern und die verbliebenen 20 Prozent der funktionierenden medizinischen Einrichtungen zu unterstützen, sei ADRA als eine der wenigen Hilfsorganisationen vor Ort. Die Einsätze mit mobilen medizinischen Teams fänden unter schwierigen Bedingungen statt. Dabei setzten sich die Helfer großen Gefahren aus, informiert Driedger. ADRA versorge mit den Teams schwere Fälle von Cholera und Unterernährung stationär in zwei Kliniken.

Um den Menschen im Jemen auch weiterhin helfen zu können, bittet ADRA Deutschland um Spenden unter dem Stichwort „JEMEN“. Spendenkonto: IBAN DE87 660 205 00000 770 4000 oder über die Webseite http://adra.de/spendenformular

_____________________________________________________________________________




Kanada: Amphibienflugzeug für Einsatz in Nord-Ontario

„In der Vergangenheit haben Einheimische sehr gelitten, als ihnen ihr Land weggenommen wurde“, so der Präsident der regionalen Kirchenleitung der Adventisten in Ontario, Mansfield Edwards. Gott sei darüber nicht erfreut und möchte nun, dass eine Wende eintritt. Die Freikirche in Ontario will in Zusammenarbeit mit Adventist World Aviation durch ein Missionsflugzeug die einheimische Bevölkerung in isolierten Dörfern in Nord-Ontario erreichen.

Adventist World Aviation unterhält 13 Flugzeuge in vier Ländern. „Seit einiger Zeit schon haben mich kanadische adventistische Piloten angefragt und ihren Wunsch geäußert, bei einem AWA-Projekt in Kanada mitzuarbeiten“, so AWA-Vizepräsident Jud Wickwire. „Bisher lautete meine Antwort immer: Leider gibt es momentan nichts.“ Das soll sich nun ändern. AWA kann eine schwimmfähige Cessna 185 zu einem deutlich reduzierten Preis von einer US-amerikanischen Nonprofit-Organisation übernehmen. Amphibienflugzeuge haben die Möglichkeit, sowohl an Land wie auch auf Wasser zu starten und zu landen. Dies ist in einer Gegend mit hunderten von kleinen Seen und zu wenig Landebahnen grundlegend.

_____________________________________________________________________________




Nordamerika: Kirchenleitung der Adventisten zieht nach Columbia

Erst 1985 begann die NAD sich nach und nach als eigenständige Kirchenleitung zu etablieren. Bis dahin war sie in vielen Bereichen mit der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) verbunden und hatte ihre Büros im selben Gebäude in Silver Spring, Maryland/USA. Der neue Sitz der nordamerikanischen Kirchenleitung (NAD) in Columbia ist für umgerechnet rund 16,6 Millionen Euro gekauft worden und wird für knapp 10 Millionen Euro renoviert.

In einem Interview mit dem Leiter der NAD-Kommunikationsabteilung, Dan Weber, sagte der NAD-Präsident, Pastor Daniel Jackson, die nordamerikanische Kirchenleitung (NAD) sei eine der jüngsten unter den dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen der Adventisten weltweit und habe bis jetzt kein eigenes Gebäude besessen. Am Sitz der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) sei es mit dem Wachstum beider Organisationen zunehmend eng geworden, so der Kanadier Jackson. Früher hätten Abteilungsleiter auf der Ebene der Weltkirchenleitung die entsprechende Abteilung gleichzeitig auch auf der Ebene der nordamerikanischen Kirchenleitung geleitet, was sich inzwischen geändert habe.

Mehr Raum
Im neuen Gebäude steht der nordamerikanischen Kirchenleitung mit rund 11.100 Quadratmetern mehr als dreimal so viel Fläche als im Hauptquartier der Weltkirchenleitung in Silver Spring zur Verfügung. Im Gebäude gibt es eine kleine Kapelle für 25 Personen, ein Auditorium für 500 Personen, einen zweiten großen Saal mit Theaterbestuhlung für 170 Personen, drei Konferenzzimmer, einen Computer-Ausbildungsraum für zehn Personen, eine große Vorhalle, ein Aufnahmestudio mit 420 Quadratmetern, einen Fitnessraum sowie eine Großküche.

Adventisten in Nordamerika
Zum Gebiet der nordamerikanischen Kirchenleitung (NAD) der Siebenten-Tags-Adventisten gehören: Bermuda, Guam/Mikronesien, Kanada und die Vereinigten Staaten von Amerika. In diesen Ländern feiern 1.237.000 Adventisten jeweils samstags, dem biblischen Ruhetag, in 5.520 Kirchen den Gottesdienst. Die Adventisten unterhalten auf dem Gebiet der Nordamerikanischen Kirchenleitung zehn Universitäten, drei Colleges, 857 Primarschulen, 248 Sekundarschulen, 67 Krankenhäuser und Sanatorien, 31 Alters- und Pflegeheime, 59 Kliniken und Ambulatorien, zwei Verlage, einer mit Medienzentrum, sowie die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA International. Diese hat im Jahr 2014 Hilfsprojekte im Wert von 52,4 Millionen Euro umgesetzt.

_____________________________________________________________________________




„Ehe für alle?“

Die Stellungnahme „Ehe für alle?“ zum Beschluss des Bundestages wurde von Gemeindeleiter Reinhard Spincke (Freie evangelische Gemeinde in Norddeutschland) verfasst, der angesichts der veränderten gesellschaftlichen Situation an die vier christlichen Aufgaben „lehren“, „leben“, „lieben“ und „beten“ erinnert.

Lehren
Die Vermittlung biblischer Lehre behalte in den Gemeinden des Bundes große Bedeutung, schreibt Spincke. Menschliche Gesetze könnten weder die Weisheit biblischer Gebote übertreffen, noch die Schöpfungsordnung aufheben. Es werde auch in Zukunft große Sehnsucht nach biblischen Werten für Ehe und Familie geben. Da dürften Christen gelassen bleiben. Die biblische Lehre zu Ehe und Familie sei so klar, dass auch irritierende Aussagen führender evangelischer Theologen sie nicht relativieren könnten. „Im Gespräch mit der säkularisierten Gesellschaft müssen wir allerdings in der Lage sein, andere Argumentationsketten zu entwickeln, die nicht auf einem biblischen Menschenbild beruhen, da die Gesellschaft sich von diesem verabschiedet hat. Wir müssen also neu und grundsätzlicher argumentieren“, betont Spincke.

Leben
Noch wichtiger als die Argumente werde das Leben in christlichen Familien und Gemeinden sein. Starke und fröhliche Familien, trotz Krisen und Alltagschaos, „sind die beste Werbung für ein christliches Familienbild“.

Lieben
„Bei allem Verständnis für Frust und Enttäuschung bei Christen über gesellschaftliche Entwicklungen ist das Abrutschen ins Wutbürgertum keine Alternative“, mahnt Reinhard Spincke. Christen dürften in einer demokratischen Gesellschaft für ihre Überzeugung kämpfen und auch Unmut äußern. Christen seien aber nicht zuerst an ihren politischen Überzeugungen zu erkennen, sondern an der Liebe. Wut und Beschimpfungen dürften bei Christen deshalb keinen Platz haben. Verrohung von Kommunikation oder politische Radikalisierungen dürften Christen nicht akzeptieren, „weil sie den klaren biblischen Anweisungen widersprechen“. In Römer 13,1-7 fordere der Apostel Paulus von den Christen in einem damals christenfeindlichen Umfeld, dass sie sich den staatlichen Autoritäten unterordnen und die Obrigkeit trotz allem als Dienerin Gottes betrachten. „Diese Einstellung sollte Christen in Deutschland auch heute leiten.“

Beten
Anstelle von Wut oder politischer Radikalisierung fordere die Bibel Christen zu intensivem Gebet für die Regierenden auf, so Spincke. „Der Verweis auf das Gebet und der Blick in die Kirchengeschichte zeigen, dass der Weg der christlichen Einflussnahme in die Gesellschaft nicht zuerst über die Politik gelaufen ist, sondern über veränderte Menschen und über anziehende Gemeinschaften, die Gottes Liebe ausgestrahlt haben.“

Ein „weiser“ Kommentar
Präses Ansgar Hörsting betonte: „Dieses Statement ist klar und abgewogen, es stellt die wichtigen Aufgaben an uns Christen in den Mittelpunkt.“ Er sprach von einem „weisen Kommentar“. Der vollständige Text der Stellungnahme ist abrufbar unter: www.downloads.feg.de/2017_08_02_CHRISTSEIN_HEUTE_Kommentar_Ehe_fuer_alle.pdf

Der Bund Freier evangelischer Gemeinden gehört zu den wachsenden Kirchen in Deutschland. Gegenwärtig zählen zur Bundesgemeinschaft 479 Gemeinden mit 41.203 Mitgliedern. Hinzu kommen fast 10.000 Kinder und etwa 15.000 Freunde, welche die Gottesdienste besuchen.

Auch Adventisten nehmen Stellung zur „Ehe für alle“
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland nahm am 31. Juli ebenfalls Stellung zur „Ehe für alle“. Dazu erklärten die Präsidenten des Nord- und Süddeutschen Verbandes, die Pastoren Johannes Naether und Werner Dullinger, dass die Ehe in der Bibel als „Verbindung zwischen Mann und Frau“ beschrieben werde. Zwischen Ehe und anderen gewählten Lebensentwürfen zu unterscheiden, sei jedoch ein Akt der Differenzierung und nicht der Diskriminierung. Die Bewertung von Beziehungen wäre allerdings eine „sensible Angelegenheit“. „Wir treten deshalb dafür ein, dass in den vielfach kontrovers geführten Diskussionen um unterschiedliche Lebensentwürfe die Würde des Anderen, egal ob er in einer hetero- oder homosexuellen Partnerschaft lebt, stets im Mittelpunkt steht“, betonten die Kirchenleiter. „Als Freikirche respektieren wir die politischen Entscheidungen unseres Staates, werben aber als Teil einer demokratischen Gesellschaft und als Christen für die Ehe als ein gelungenes und zeitloses Modell einer Verbindung zwischen Mann und Frau“.

Diese Erklärung ist im Internet zugänglich unter: www.adventisten.de/ueber-uns/dokumente-und-stellungnahmen

Zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehören in Deutschland rund 35.000 erwachsen getaufte Mitglieder in 558 Gemeinden. Hinzukommen etwa 5.000 Pfadfinder, Teenager und Jugendliche sowie weitere Gottesdienstbesucher.

_____________________________________________________________________________




Weltrekord durch Nagel-Mosaik eines Jesus-Portraits?

„Wir haben Nägel eingeschlagen, weil ein Nagel verwendet wurde, um Jesus ans Kreuz zu schlagen. Luther benutzte einen Nagel, um seine Thesen an einer Tür in Wittenberg zu befestigen, um die gute Nachricht von Christus zu bezeugen“, sagte Stephan Sigg, scheidender Jugendabteilungsleiter der Adventisten in West- und Südeuropa, „Es geht also um Christus“. Dieses Portrait könne nun durch ganz Spanien reisen und Menschen auf die Geschichte eines Nagels aufmerksam machen, so Sigg.

Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde?
Die Formulare für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde seien unterschrieben und an die Verantwortlichen weitergeleitet worden. Die Leiter des Jugendkongresses warten nun auf die entsprechende Entscheidung. Der bisherige Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde wird von Federico Delgado Heredia aus Uruguay für ein Nagel-Mosaik mit 11,9 Quadratmetern (2015) gehalten.

Der Europäische Jugendkongress der Adventjugend in Valencia steht unter dem Motto „The Journey“ (Die Reise) und dauert vom 1. bis 5. August.

Das Programm des Jugendkongresses kann auf Englisch nachverfolgt werden auf:
YouTube: https://www.youtube.com/playlist?list=PLOGSrwS5xR71GO1ZoQOZdvVri-XSOkqan
Facebook: https://www.facebook.com/ayceurope/
Webseite: http://www.aycongress.org/
Hashtags: #AYC2017; #TheJourney; #storyofanail

_____________________________________________________________________________




Australien: Neues Krebszentrum in adventistischem Krankenhaus

„Dies ist eine besondere Ressource für unser Gemeinwesen“, sagte der Geschäftsführer der Klinik, Phil Currie. Das Krebszentrum sei eine „Einrichtung auf Weltklasseniveau“. Die Planung habe vor 11 Jahren begonnen und eine bedeutende Spendenaktion beinhaltet. Die Kosten für den „Krebsbekämpfungs-Raum“ betrugen umgerechnet rund 670.000 Euro. Der interdisziplinäre Zugang zu Krebs trage dazu bei, die Heilungschancen zu erhöhen, so Gavin Marx, Direktor der Krebsversorgung an der Klinik.

Laut AR ermöglicht die technologische Ausstattung des „Krebsbekämpfungs-Raums“, zeitgleich ein breites Spektrum an Informationen aus verschiedenen Quellen, wie Ergebnisse der Pathologie und Röntgenbilder, zu zeigen. Dazu wurden Elemente der audiovisuellen Kommunikation mit Elementen aus dem Krisenmanagement kombiniert.

_____________________________________________________________________________




Adventistische Kirchenleiter zur „Ehe für alle“

Ehe zwischen Mann und Frau
Die Ehe werde in der Bibel als „Verbindung zwischen Mann und Frau“ beschrieben, heißt es in der vorgelegten Erklärung der Freikirchenpräsidenten. „Wir bekennen uns nach wie vor zu dieser Lebens- und Liebesgemeinschaft zwischen Mann und Frau und ihrer herausragenden Rolle in der Gesellschaft.“ Zwischen Ehe und anderen gewählten Lebensentwürfen zu unterscheiden, sei ein Akt der Differenzierung und nicht der Diskriminierung, so Naether und Dullinger weiter.

Demokratie und Würde des Anderen achten
Die Bewertung von Beziehungen sei allerdings eine „sensible Angelegenheit“. „Wir treten deshalb dafür ein, dass in den vielfach kontrovers geführten Diskussionen um unterschiedliche Lebensentwürfe die Würde des Anderen, egal ob er in einer hetero- oder homosexuellen Partnerschaft lebt, stets im Mittelpunkt steht“, betonten die Kirchenleiter. „Als Freikirche respektieren wir die politischen Entscheidungen unseres Staates, werben aber als Teil einer demokratischen Gesellschaft und als Christen für die Ehe als ein gelungenes und zeitloses Modell einer Verbindung zwischen Mann und Frau“, heißt es im letzten Absatz der Erklärung.

Dullinger wies darauf hin, dass sich die Herausgabe der Stellungnahme urlaubsbedingt etwas verzögert habe. Die Erklärung ist im Internet zugänglich unter:
www.adventisten.de/ueber-uns/dokumente-und-stellungnahmen

_____________________________________________________________________________