Der 12-Jährige Noeh übergibt die Petitionsurkunde an Kyoko Shiotani, Leiterin des Büros des Untergeneralsekretärs der Vereinten Nationen
© Foto: Open Doors

Kelkheim (Taunus), 14.12.2017/APD   Eine Delegation des christlichen Hilfswerks Open Doors hat die Petition „Hoffnung für den Nahen Osten“ am 12. Dezember an UNO-Vertreter im Büro des Generalsekretärs der Vereinten Nationen in New York/USA übergeben. Die Petition mit 808.172 Unterschriften will Christen, die nach Syrien und in den Irak zurückkehren, unterstützen, schreibt Open Doors in einer Medienmitteilung. Die Petition fordert den Schutz aller religiösen Minderheiten seitens der Regierungen, sowie gleiche Bürgerrechte, lebenswürdige Umstände und Mitgestaltungs-möglichkeiten beim Wiederaufbau von Land und Gesellschaft.

Zielsetzung der Kampagne
Die Zielsetzung der Kampagne bestehe darin, Christen und ihre Kirchen im Nahen Osten in einer Weise zu unterstützen, dass sie und andere religiöse Minderheiten in den Ursprungsländern des Christentums nicht ausgelöscht werden, schreibt die Hilfsorganisation. Das Christentum habe sich vor 2.000 Jahren vom Nahen Osten, der Wiege dieser Weltreligion, in alle Welt ausgebreitet.

Drei Maßnahmen gefordert
Für die Gegenwart und die Zukunft soll laut Kampagne sichergestellt werden, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen – das Prinzip der Gleichheit und Unveräußerlichkeit der Rechte – den Schutz aller syrischen und irakischen Staatsbürger garantieren, unabhängig von Rasse, Religion oder Status.

Zweitens sollen menschenwürdige Lebensbedingungen durch die Bereitstellung von angemessenem Wohnraum, Zugang zum Arbeitsmarkt und zu Bildung für alle Bürger gewährleistet werden, insbesondere für zurückkehrende Flüchtlinge und Binnenflüchtlinge.

Im Weiteren sollen verantwortliche Führungspersönlichkeiten und Organisationen identifiziert und ermutigt werden, in der Versöhnung und beim Wiederaufbau der syrischen und irakischen Zivilgesellschaft eine zentrale und tragende Rolle zu spielen.

12-jähriger Iraker übergibt Petitionsurkunde
Als Botschafter der Christen in Syrien und dem Irak waren laut Open Doors der 12-jährige Noeh und sein Vater Hathem aus Karamles, Nordirak, bei der Übergabe der Petition an das Büro des Untergeneralsekretärs der Vereinten Nationen dabei. Es sei dabei auch zu einem Treffen mit hochrangigen Vertretern aus Kirche und Politik, wie dem Leiter des Außenamts im Entwicklungsprogramm der UN (UNDP), Michael O’Neill, gekommen.

Laut Philippe Fonjallaz, Geschäftsführer von Open Doors Schweiz und Österreich haben während der siebenjährigen Sammelzeit Menschen aus 143 Ländern die Petition unterschrieben. 65.000 Unterschriften kommen demnach direkt aus dem Irak, 27.376 aus der Schweiz.

Ausgrenzung der Christen auch durch die muslimische Mehrheitsgesellschaft
Schon vor der Machtergreifung durch den IS hätten Christen im Irak durch die muslimische Mehrheitsgesellschaft Beraubung, Enteignung, gesellschaftliche Ausgrenzung und Diskriminierung erlebt, auch im politischen und wirtschaftlichen Leben, so das Hilfswerk. So seien den Christen Arbeitsstellen verweigert und der Schulbesuch verunmöglicht worden. Zu staatlicher Unterstützung oder Sozialdiensten hätten sie als Christen keinen Zugang gehabt. Es sei auch zu Entführungen, Anschlägen und Morden gekommen. Die Christen wollten aber in ihrer Heimat bleiben, schreibt Open Doors. Der 12-Jährige Noeh besuche in seinem Heimatort wieder die Schule und helfe der Familie beim Aufbau des zerstörten Hauses.

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