Historische Jahressitzung der adventistischen Weltkirchenleitung

Silver Spring, Maryland/USA | 18. Oktober 2018 | APD |

Vom 11. bis 17. Oktober fand in Battle Creek, Michigan/USA, die Jahressitzung (Annual Council) des Exekutivausschusses (GC-ExCom) der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) statt. Diese Jahressitzung mit mehr als 300 Delegierten aus der ganzen Welt war die aus zwei Gründen historisch: Einerseits ist Battle Creek als geschichtsträchtiger Ort ehemaliger Sitz der Generalkonferenz. Andererseits wurde eine Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen bezüglich Regelverstößen getroffen.

LEAD-Führungskonferenz
Die ersten drei Tage der Jahressitzung waren, wie in den letzten Jahren, Leitungsthemen gewidmet, teilte die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review mit. Die LEAD-Konferenz stand unter dem Titel „Vergangenheit mit einer Zukunft“. Sie ermöglichte den Teilnehmenden aus der ganzen Welt einen Einblick in die Vergangenheit ihrer Kirche durch Präsentationen oder den Besuch des „Historic Adventist Village“ in Battle Creek. Dort sind historische Gebäude aus der adventistischen Pionierzeit zu besichtigen.

Beschluss zum Verfahren bei Regelverstößen
Am 14. Oktober beschlossen die Delegierten mit 185 zu 124 Stimmen (zwei Enthaltungen) ein Vorgehen, wie mit Kirchenleitungen verfahren werden soll, die nicht in Übereinstimmung mit Beschlüssen der Weltkirchenleitung sind. Auslöser für diesen Beschluss ist die Ordination von Pastorinnen, wie sie in den USA und einigen europäischen Ländern durchgeführt wurde, entgegen den Beschlüssen der Weltkirchenleitung. Für viele Befürworter der Ordination von Frauen ist es eine Gewissensfrage, ob Pastorinnen durch Nichtordination gegenüber ihren männlichen Kollegen zurückgesetzt werden dürfen. Dieses Problem könne nicht mit einem Mehrheitsbeschluss geregelt werden, um die Einheit in der adventistischen Kirche wiederherzustellen, argumentierten Gegner der Vorlage. Die Verfechter der Vorlage, mehrheitlich aus dem Globalen Süden, brachten vor allem Argumente vor, dass klare Regeln auch klare Verhältnisse und damit Ordnung und Frieden in der Kirche schaffen würden.

Berichte über Mission und Statistik
Laut G. T. Ng, Generalsekretär der adventistischen Weltkirchenleitung, ist die Kirche in 213 von 235 von der UNO anerkannten Ländern und Territorien tätig. Laut dem Historiker David Trim, Leiter des Büros für Archive, Statistik und Forschung der Weltkirchenleitung, hatte die Kirche weltweit am 30. Juni 2018 mehr als 21 Millionen Mitglieder. Unter dem Titel „Missionar“ sind gemäß Gary Krause, Leiter von „Adventist Mission“, kaum mehr Pastoren in anderen Ländern tätig, sondern vor allem Lehrpersonen, Administratoren, Medizinisches- und Pflegepersonal sowie Hilfswerksmitarbeitende. Für den „Freiwilligendienst der Adventisten“ (Adventist Volunteer Service, AVS) sind dieses Jahr bis August 1.155 Personen, meist Jugendliche oder junge Erwachsene, weltweit im Einsatz.

Enzyklopädie der Adventisten
Die Serbin Dragoslava Santrac leitet die Arbeit an der neuen Enzyklopädie der Adventisten, die primär online zugänglich sein wird. Sie soll auf der Weltsynode 2020 mit mindestens 2.500 Artikeln und Begleitmaterial vorgestellt und in den Folgejahren kontinuierlich ausgebaut werden.

Finanzbericht
„Der Finanzbericht zeigt ein besseres Bild als im Vorjahr“, sagte Juan Prestol-Puesán, Finanzvorstand der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz). „Auch wenn unsere Erträge aufgrund niedrigerer Anlagerenditen leicht rückläufig sind, so sind unsere Aufwendungen geringer und das Nettoergebnis weist nach wie vor eine positive Zahl auf“, so Prestol-Puesán. Die Stärke des US-Dollar habe Auswirkungen auf die Gelder aus anderen Staaten, die an die Weltkirchenleitung überwiesen würden, aber die negativen Auswirkungen hätten eingedämmt werden können durch die Absicherung bestimmter Währungen. Zu den Zielen der Finanzabteilung der Weltkirche gehöre ein ausgeglichener Finanzhaushalt, genügend liquide Mittel und Betriebskapital sowie die Bereitstellung von Mitteln zur Unterstützung von bedürftigen Weltregionen.

Ethische Investitionspraxis
Victor Marley, Kirchenpräsident in Norwegen, fragte, ob die versprochenen Umschichtungen von Investitionen der Kirche aus Aktien von Firmen, die Waffen, Kampffahrzeuge, Munition oder andere Techniken zur Kriegsführung herstellten, zwischenzeitlich vollzogen worden seien. „Ja, wir haben uns vollständig von allen verdächtigen Investitionen getrennt“, sagte Prestol-Puesán, „aber es gibt keine Möglichkeit, jedes Detail jedes Unternehmens, in das wir investieren, zu kennen. Aber es erfordert eine ständige Überprüfung.“

Alle Präsentationen und Beiträge der Jahreskonferenz der Weltkirchenleitung sind schriftlich oder als Video einsehbar:
https://executivecommittee.adventist.org/2018/10/14/2018-annual-council-presentations/


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