Bilanz 2018: 40 römisch-katholische Kirchenmitarbeitende getötet

Die von Fides am Ende des Jahres veröffentlichten Statistiken betreffen seit jeher alle kirchlichen Mitarbeitenden, die auf gewaltsame Weise ums Leben kamen, wenn auch nicht immer wegen ihres Glaubens. Nachdem in den letzten acht Jahren die meisten getöteten römisch-katholischen Kirchenmitarbeitenden in Amerika zu verzeichnen gewesen seien, habe man 2018 die meisten Tötungen in Afrika registrieren müssen.

Viele kirchliche Mitarbeitende seien auch dieses Jahr wieder bei versuchten Raubüberfällen ums Leben gekommen, die „oft in einem Kontext der wirtschaftlichen und kulturellen Armut verübt wurden oder vor dem Hintergrund des moralischen und gesellschaftlichen Verfalls, wo Gewalt zur Verhaltensregel wird und es keinen Respekt gegenüber dem Menschenleben und den Menschenrechten mehr gibt“, schreibt Fides.




Frankreich: Veranstaltungen zu Menschenrechten und Religionsfreiheit an adventistischer Hochschule

Tag der Menschenrechte
Am 8. Dezember veranstaltete das 2017 gegründete Internationale Zentrum für Religionsfreiheit und öffentliche Angelegenheiten (CILRAP) auf dem „Campus Adventiste du Salève“, dem Hochschulcampus der Siebenten-Tags-Adventisten in Collonges-sous-Salève an der französisch-schweizer Grenze bei Genf, anlässlich des 70. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen seinen zweiten Tag der Menschenrechte. Zu den anwesenden Gästen gehörten Jean-Arnold de Clermont, Präsident des Observatoire Pharos und ehemaliger Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen, sowie Botschafter Ibrahim Salama, Leiter der „Human Rights Treaty Division“ beim Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR).

Marsch zu „Glaube für Rechte“
Am 9. Dezember organisierte das CILRAP in Zusammenarbeit mit Zuständigen der Vereinten Nationen für die Förderung und Verteidigung der Menschenrechte den jährlichen Marsch zum Themenrahmen „Glaube für Rechte“ („Faith for Rights“) von Genf zum Hochschulcampus in Collonges-sous-Salève. Das Programm im Anschluss bestand aus einer Ausstellung, Einführungsworten und Musik. „Mit dem ‚Glaube für Rechte‘-Programm und dem anschließenden Expertenseminar steht der adventistische Campus von Salève bei der Förderung von Religionsfreiheit international an der Spitze“, so Direktor Jean Philippe Lehmann.

UN-Expertentreffen
Vom 13. und 14. Dezember fand anschließend auf Initiative des Büros des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) ein Treffen statt, bei dem die Sensibilisierung für Menschenrechte und Ausbildungsressourcen für Religionsvertreter im Fokus standen. Der methodische Ansatz dieses Treffens bestand laut EUD NEWS aus Diskussionen und Plenardebatten, Workshops sowie Brainstorming in kleinen Gruppen. 36 teilnehmende Experten tauschten Ideen und Beiträge zum Thema aus.




Chile: mobiler Übertragungswagen für adventistisches TV-Netzwerk

Der neue mobile Übertragungswagen erforderte laut AR eine Investition von umgerechnet knapp 400.000 Euro. Die Ausstattung umfasst unter anderem vier hochauflösende Kameras. „Mit dieser neuen mobilen Einheit können wir mit mehreren Kameras im Full-HD-Format arbeiten, während wir sie überall hin mitnehmen“, erklärte Germán González, technischer Leiter von Nuevo Tiempo Chile. Im ersten Einsatz legte der Übertragungswagen bereits rund 4.800 Kilometer quer durch Südchile zurück.




Australien: Top Umfragewerte für ambulante Krebsbehandlung in adventistischer Klinik

„Das ist eine wirklich bemerkenswerte Leistung … etwas, worauf wir alle sehr stolz sein können“, sagten der klinische Direktor der Krebsbehandlung, Professor Gavin Marx, und Brett Goods, Geschäftsführer der adventistischen Klinik. Die Umfrage umfasste 80 Fragen zu Themen wie Zugang zu Dienstleistungen, Pflegeplanung und -koordination, Patientenerfahrung und Komplikationen. Die Ergebnisse basierten auf den Antworten von 11.301 Menschen, die im November 2017 eine Krebsambulanz in New South Wales besucht hatten. Das Integrierte Krebszentrum des Sydney Adventist Hospital schnitt in 25 Ergebnissen innerhalb der Umfrage-Auswertungen „deutlich positiver“ als der NSW-Durchschnitt ab.




Theologische Hochschule Friedensau stellt Zeitschrift ein

Die Zeitschrift informierte auf 16 Seiten im A-4-Format nicht nur über Veranstaltungen, Historisches und Aktuelles vom Ort Friedensau und der Hochschule, sondern veröffentlichte auch Fachbeiträge der Dozentinnen und Lehrbeauftragten aus den beiden Fachbereichen Theologie und Christliches Sozialwesen. Das Magazin wurde im Advent-Verlag Lüneburg gedruckt und vor allem innerhalb Deutschlands, aber auch nach Österreich und in die Schweiz versandt.

Nach einer detaillierten Leser-Umfrage in regional unterschiedlichen, ausgewählten Lesergruppen ließe sich die Tendenz erkennen, dass digitale Medien für viele Menschen eine wachsende Rolle spielten, so Hochschulmitarbeiterin Andrea Cramer. Ein verändertes Leseverhalten in der Gesellschaft, insbesondere jüngerer Menschen, habe die Hochschule veranlasst, künftig andere, vielfältigere Wege der Kommunikation zu beschreiten.

Webseiten und Fernsehen
Da seien zum einen die Webseiten der Hochschule www.thh-friedensau.de und die des Ortes www.friedensau.de. Hier würden Veranstaltungen vorangekündigt und anschließend kurz darüber berichtet. Hier fänden sich auch Informationen zu den Studiengängen und zur Entstehung und Bedeutung des Ortes Friedensau. Neu sei die Blog-Seite, auf der in verschiedenen Kategorien das bunte Leben an der Hochschule nachvollzogen werden könne.

Eine weitere Möglichkeit sei laut Cramer, den Fernseher einzuschalten. Auf dem TV-Sender „HopeChannel“ (https://www.satindex.de/channel/17804/) würden im Format „Akademie Friedensau“ Vorlesungen zu allgemein interessierenden theologischen Fragen gesendet, außerdem Friedensauer Gottesdienste und Berichte aus den Regionen der Welt, in die Dozentinnen und Dozenten für verschiedene Projekte reisten.

Mit Friedensau verbunden seien weitere Institutionen und Einrichtungen, wie www.zeltplatz-friedensau.de, www.ladencafe.de oder www.gaestehaus-friedensau.de, die als reale Orte besucht werden können und deshalb auch Informationen digital bereithielten.

Jahrbuch und Newsletter
Über Facebook und Instagram erreiche die Hochschule vor allem jüngere Menschen und versorge sie mit News und Studieninformationen. Einmal im Jahr gebe es das Friedensau-Jahrbuch, welches mit vielen Bildern über das vergangene Studienjahr und die Ereignisse in und um Friedensau berichte. Zudem werde eine Ausgabe eines Newsletters – er soll „Unser Friedensau“ heißen – künftig zweimal im Jahr kurz und knapp in Print-Form Informationen liefern.

Friedensauer Hochschule
Die auf das Jahr 1899 zurückgehende Friedensauer Hochschule bietet derzeit in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – sowie den Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ an. Mehr als 30 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten.




Über 250.000 Downloads der Lutherbibel 2017

„Die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer steigt beständig“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel. Das zeige, dass das Engagement für die Bibel in digitalen Formaten auf keinen Fall vernachlässigt werden dürfe. Inzwischen seien Smartphones in allen Generationen verbreitet. Mit der App „Die-Bibel.de“ werde regelmäßiges Bibellesen noch einfacher.

Die App werde für Geräte mit den Betriebssystemen Android und iOS im jeweiligen Online-Store angeboten. Eine Registrierung für die Installation sei nicht nötig. Mit der Installation gebe es die Lutherbibel 2017 kostenlos. Um die weiteren Übersetzungen herunterzuladen, sei eine Registrierung erforderlich. Über das Benutzerkonto könnten dann auch Markierungen, Lesezeichen und Notizen gesichert und zwischen verschiedenen Geräten ausgetauscht werden.

Bibelleseplan
Der Ökumenische Bibelleseplan führt innerhalb von vier Jahren durch das ganze Neue Testament und in acht Jahren durch das Alte Testament. Er teilt dabei die tägliche Lektüre in überschaubare Abschnitte. Leserinnen und Leser können die einzelnen Texte dadurch fortlaufend in einem größeren Zusammenhang wahrnehmen. An Sonn- und Feiertagen wird jeweils ein Psalm gelesen.

Der „Bibelleseplan kompakt“ bietet kürzere Lesestücke der biblischen Texte an. Psalmen sind in der Regel nur an ausgewählten Stellen eingesetzt. Durch thematisch zusammengestellte Abschnitte können sich Leserinnen und Leser mehrere Tage mit einem biblischen Thema beschäftigen. Der Plan führt ebenfalls in vier Jahren durch das Neue Testament. Im Alten Testament wird eine Auswahl gelesen.

Lutherbibel 2017
Die Lutherbibel 2017 ist zum 500. Reformationsjubiläum erschienen. Eine Kommission der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat die klassische deutsche Bibelübersetzung auf Anregung der Deutschen Bibelgesellschaft überarbeitet. Außer in den Druckausgaben erscheint die Lutherbibel auch als E-Book, Hörbuch, App und Computersoftware. Im Internet steht der Text frei zugänglich unter www.die-bibel.de zur Verfügung.

App „Die-Bibel.de“ für Android-Geräte: play.google.com/store/apps/details?id=de.dbg.bibel

App „Die-Bibel.de“ für Geräte mit iOS: itunes.apple.com/de/app/die-bibel-de/id1151790560#?platform=iphone




Deutsche Evangelische Allianz mit neuem Arbeitskreis „Frieden und Versöhnung“

Das internationale Netzwerk ermutige, motivierte und trainiere Christen zur Friedenskonsolidierung und Konfliktlösung in ihren lokalen Gemeinschaften und darüber hinaus. Auch der deutsche Arbeitskreis möchte christliche Ortsgemeinden und Werke in ihrem Bemühen „Botschafter der Versöhnung“ zu sein, vielfältig unterstützen. Angeboten würden Seminare, Schulungen und Schulungsmaterial für Mitarbeiter. Frieden und Versöhnung gehörten zum missionarischen Auftrag der christlichen Gemeinde, so Professor Dr. Johannes Reimer, Gründer des internationalen Netzwerkes. Jede Kirche, Gemeinde und jedes Werk solle uneingeschränkten Zugang zu diesem Netzwerk erhalten.

Mitglieder des Arbeitskreises
In den neu gegründeten Arbeitskreis wurden vom Geschäftsführenden Vorstand der Deutschen Evangelischen berufen: Dr. Ingo Friedrich, Eberhard Jung (zugleich Leiter des deutschen Arbeitskreises), Dr. Martin Knispel, Johannes Neudeck, Professor Dr. Johannes Reimer, Dr. Horst Sebastian, Professor Dr. Wolfgang Stock, Steve Volke, Christiane Wutschke und Burkhard Zimmermann. Der Arbeitskreis Frieden und Versöhnung ist der 13. Facharbeitskreis der Deutschen Evangelischen Allianz. Im Sommer des Jahres war mit dem „Arbeitskreis Frauen“ der 12. gegründet worden.

Dr. Horst Sebastian war von 1998 bis 2015 Pastor verschiedener adventistischer Kirchengemeinden in Hamburg und Lübeck. Zudem war der Theologe Lehrbeauftragter beim Studiengang „Peace and Security Studies (M.A.)“ des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) an der Universität Hamburg sowie im Fachbereich Christliches Sozialwesen der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg. Gegenwärtig leitet er die Abteilung Religionsfreiheit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern (Hansa-Vereinigung). Im Januar 2019 übernimmt Sebastian außerdem die Leitung des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. In dieser Eigenschaft wird er die Freikirche auch in der Mitgliederversammlung der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) vertreten.

Evangelische Allianz
In der Weltweiten Evangelischen Allianz arbeiten Allianzen aus 129 Ländern zusammen. Die Evangelische Allianz ist ein Netzwerk von evangelisch-reformatorisch gesinnten Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften. Sie sind in vielen freien Werken aktiv. Die Deutsche Evangelische Allianz hält zu etwa 350 überregionalen Werken und Verbänden Kontakt. In rund 1.000 Städten in der Bundesrepublik gibt es örtliche Evangelische Allianzen. Weitere Informationen unter www.ead.de.




Adventistisches Hilfswerk verschickt tausende Weihnachtspakete

ADRA Deutschland
Etwa 410 ehrenamtliche Gruppen im gesamten Bundesgebiet waren laut ADRA Deutschland im Herbst unterwegs, um bei Schulen, Kindergärten, Firmen und Privatpersonen für die Aktion „Kinder helfen Kindern“ zu werben. In die Weihnachtspakete wurden Spielzeug, Schulartikel, Süßigkeiten, Hygieneartikel und Wärmespender wie Schals und Mützen gepackt.

Insgesamt wurden 34.901 Geschenkpakete in acht europäische Länder gesandt. Wie in den Vorjahren wurden auch die Pakete aus den Niederlanden, Belgien und Luxemburg nach Deutschland gebracht und tragen zur Gesamtsumme bei. Vom 3. bis 12. Dezember fuhren 13 LKW nach Bosnien-Herzegowina (mit 5.437 Weihnachtspaketen), Serbien (7.448), Albanien (2.285), Mazedonien (4.559), Montenegro (3.184), Bulgarien (6.147), Litauen (2.616) und in die Ukraine (3.225).

ADRA Österreich
Am 25. November begann das Einsammeln der 6.551 Pakete in Österreich. Vom ADRA Lager in Wien wurden die Pakete in die Ukraine und nach Lettland geliefert. Ab dem 18. Dezember begann die Verteilung der Pakete in Lettland. Das Datum der Ausgabe in der Ukraine hänge laut ADRA Österreich davon ab, wie schnell der Zoll die Pakete frei gibt, die bis dahin im abgeschlossenen Zolllager von ADRA Ukraine sicher aufbewahrt werden.

ADRA Schweiz
Rund 50 ADRA-Ortsgruppen in der ganzen Schweiz beteiligten sich laut dem Hilfswerk an der Aktion „Kinder helfen Kindern“ mit insgesamt 3.048 Paketen. Die Pakete aus der Schweiz werden laut ADRA Schweiz von der Partnerorganisation ADRA Moldawien an Kinder in Waisenheimen, verarmte Familien sowie behinderte Kinder im Land verteilt. Wer dort ein Paket wolle, müsse sich über Sozialämter, Schulen, Vereine oder das Netzwerk von ADRA Moldawien beim Hilfswerk melden, das dann die Auswahl vornehme. Moldawien ist eines der ärmsten Länder Europas und liegt zwischen Rumänien und der Ukraine.

Weitere Informationen unter: www.kinder-helfen-kindern.org




CARITAS: Nicht weniger Armut in der Schweiz

Die Sozialhilfestatistik des Bundesamtes für Statistik BFS weist aus, dass seit dem Jahr 2010 kontinuierlich mehr Menschen Sozialhilfe beziehen. Die Zahl der Fälle lag 2017 bei 278.345. Das sind 5.000 mehr als im Vorjahr. Das größte Risiko in die Sozialhilfe zu fallen tragen weiterhin Kinder und Jugendliche. In der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen ist das Risiko überdurchschnittlich stark angestiegen. In dieser Altersgruppe gibt es viele Menschen, die mit den Anforderungen der Gesellschaft nicht mehr Schritt halten können und dauerhaft auf Sozialhilfe angewiesen sind.

Weiterer Anstieg der Armut
Aus Sicht der Caritas Schweiz sind die Ergebnisse der Sozialhilfestatistik besorgniserregend. Sie bestätigten den Trend, den auch der neue Sozialalmanach 2019 von Caritas Schweiz aufzeige. Während die Wirtschaftslage und die Wachstumsprognosen gut sind, musste im vergangenen Jahr ein weiterer Anstieg der Armut zur Kenntnis genommen werden. 615.000 Menschen in der Schweiz sind von Armut betroffen, weitere 600.000 leben in schwierigen Verhältnissen und sind damit armutsgefährdet.

Armut halbieren wäre das Ziel
Mit der Unterzeichnung der globalen Agenda 2030 hat sich die Schweiz zum Ziel bekannt, die Armut im eigenen Land zu halbieren. Eine Forderung, welche auch Caritas Schweiz schon seit längerer Zeit stelle. „Die Statistiken zeigen, dass es der Schweiz derzeit nicht gelingt, die Armut zu reduzieren, von einer Halbierung ganz zu schweigen“, schreibt Bettina Fredrich in ihrem Bericht über die soziale und wirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz 2018 im Sozialalmanach. Umso anstößiger sei es, dass sich der Bund im laufenden Jahr dafür entschieden habe, das Nationale Programm zur Bekämpfung der Armut nur noch auf Sparflamme weiterzuführen und die Armutspolitik damit faktisch den Kantonen und Gemeinden überlasse.

Anstieg kritischer Arbeitsverhältnisse – auch wegen der Digitalisierung
Dass nicht alle Menschen von der guten Wirtschaftslage profitierten, zeige der Anstieg der kritischen Arbeitsverhältnisse, die eine Existenzsicherung aus eigener Kraft kaum mehr zuließen. 2017 waren acht Prozent der Bevölkerung von befristeten Anstellungen betroffen, 2010 waren es noch 6,7 Prozent. Auch Mehrfacherwerbstätigkeit und Unterbeschäftigung hätten zugenommen.

Digitale Transformation ist gestaltbar
Mit dem Schwerpunktthema „Digitalisierung – und wo bleibt der Mensch?“ nimmt Caritas Schweiz im Sozialalmanach 2019 eine wesentliche Ursache solcher Entwicklungen auf. Expertinnen und Experten äußern sich darin aus verschiedenen Blickwinkeln zu den sozialen Folgen der digitalen Transformation. Mit der Wahl des Themas weist Caritas darauf hin, dass die Digitalisierung aus sozialpolitischer Sicht nicht einfach wie ein Naturgesetz verstanden werden dürfe, sondern gestaltbar sei und gestaltet werden müsse. Dazu zähle nicht zuletzt, dass die konsequente Anwendung bestehender Gesetze hinsichtlich Arbeitnehmerschutz und sozialer Absicherung auch in Zeiten der Digitalisierung gelten müssten.

Das Caritas-Jahrbuch zur sozialen Lage der Schweiz mit dem Schwerpunkt „Digitalisierung – und wo bleibt der Mensch?“ online beziehen unter: http://ow.ly/NDCT30n1XgO




Russland: Adventistische Universität feiert 30-jähriges Bestehen

Am 2. Dezember 1988 sei der Traum der Kirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten in Russland wahr geworden, eine eigene Hochschule zu betreiben, so AR. Die Universität in Zaoksky, Verwaltungsbezirk Tula, sei seit 30 Jahren ein Symbol adventistischer Bildung im postsowjetischen Russland. Viele Kirchenmitarbeiter, die derzeit in ganz Russland und in anderen ehemaligen Sowjetstaaten arbeiteten, seien an dieser Institution ausgebildet worden.

Eine Geschichte von Mut und Visionen
Im Januar 1987 erhielt die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Russland nach zahlreichen Petitionen und Briefen an die sowjetischen Behörden die Erlaubnis, einen dreijährigen Korrespondenzkurs für die Ausbildung von Geistlichen anzubieten. Im selben Monat erhielt die Kirche auch ein Grundstück in Zaoksky. Als das Bildungsinstitut in Zaoksky im Dezember 1988 eröffnet wurde, sei es laut AR das erste protestantische Seminar in der russischen Geschichte gewesen.

Zuerst habe das Bildungsangebot lediglich einen Abschluss zur Vorbereitung auf den Pastorendienst umfasst. Bald darauf folgte die Agrarwissenschaft. 1990 wurde Zaoksky vom Komitee für religiöse Angelegenheiten der Sowjetunion offiziell als Vollzeithochschule registriert. Später kamen weitere Abschlüsse hinzu, darunter ein Master in Musik (2000), ein Bachelor in Wirtschaftswissenschaften (2003) und ein Master in Public Health (2005). Absolventen staatlich anerkannter Studiengänge an der Universität erhalten zusätzlich zu ihren Diplomen der Kirche auch ein staatliches Diplom, das ihnen hilft, einen Arbeitsplatz außerhalb der adventistischen Kirchenorganisation zu finden.




USA: Adventistische Krankenhäuser erhalten Auszeichnungen für Top-Qualität

Die Preisverleihungsfeier fand am Dienstag, den 4. Dezember in Washington, D.C. statt. Um sich für eine Auszeichnung zu qualifizieren, müssen Krankenhäuser eine spezielle Leapfrog-Krankenhaus-Umfrage einreichen und die höchste Leistung in ihrer Kategorie erzielen, so LLUH. Die Auswahl der Top-Krankenhäuser für 2018 basiere auf Umfragen unter fast 1.900 Krankenhäusern. Bei der Festlegung der Qualifikationen für die Vergabe der Auszeichnungen werde die Leistung in vielen Bereichen der Krankenhaus-versorgung berücksichtigt, einschließlich der Infektionsraten, der Geburtshilfe und der Kompetenzen des Krankenhauses, Medikationsfehler zu vermeiden.

LLU-Kinderkrankenhaus
„Diese Auszeichnung als Top-Kinderkrankenhaus unterstreicht unser beständiges Engagement für Patientensicherheit und Qualität“, so Scott Perryman, Vizepräsident des LLU-Kinderkrankenhauses. Nach Angaben der Kirchenzeitschrift Adventist Review befindet sich das LLU-Kinderkrankenhaus unter den lediglich 13 Kinderkrankenhäusern in den USA, die von der Leapfrog Group ausgezeichnet worden sind.

LLU Medical Center – East Campus
„Neben der qualitativ hochwertigen Versorgung sind wir stolz darauf, die nächste Generation von Medizinern auszubilden“, sagte Jonathan Jean-Marie, Vizepräsident des LLU Medical Center – East Campus, das mehrere medizinische Fachbereiche wie Rehabilitation, Orthopädie, Neurologie, Neurochirurgie und Familienmedizin umfasst. Es ist eines von 53 Top-Lehrkrankenhäusern, welche die Auszeichnung der Leapfrog Group erhielten.

Loma Linda University Health (LLUH)
Die 1905 gegründete Loma Linda University Health, eine Organisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, umfasst die acht Fakultäten der Loma Linda Universität, die sechs Krankenhäuser des LLU Medical Center sowie mehr als 1.000 Fakultätsärzte in Südkalifornien. Loma Linda University Health bietet nach eigenen Angaben über 100 akademische Programme an und versorgt jährlich über 40.000 Patienten stationär und 1,5 Millionen ambulant.




Hilfswerk: Hunderte Christen fehlen in Indien auf Wahllisten

Indien ist ein Bundesland mit 29 Staaten und sieben Unions-Gebieten. Die jüngsten Wahlen im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh dürften ein Nachspiel haben, so Open Doors Schweiz. Denn am 28. November seien dort Christen systematisch ausgegrenzt worden. Da ihre Namen nicht auf den Wählerlisten standen, sei ihnen die Stimmabgabe verweigert worden. Auch Leo Cornelio, römisch-katholischer Erzbischof von Bhopal, der Hauptstadt des Bundesstaates, sei trotz Wahlkarte in seinem Wahllokal die Abstimmung verwehrt worden. Er betonte: „Das ist eine Ungerechtigkeit und kein gutes Zeichen für die Demokratie. Es ist ein deutlicher Beleg für die christliche Gemeinschaft, dass sie nicht einmal berücksichtigt wird.“ Empörten Christen würden nun erwägen, die Einleitung einer offiziellen Untersuchung zu beantragen.

Die Leiter der christlichen Gemeinschaft seien sich laut Open Doors einig, dass die „Bharatiya Janata Party“ (BJP), die hinduistische nationalistische Partei von Premierminister Narendra Modi, für die Entfernung der Namen verantwortlich sei. Modi soll versucht haben, den Sieg der Kongresspartei seines Rivalen zu verhindern, den die Christen bevorzugen würden.

Christen mit hinduistischen Vornamen konnten wählen
Das zentralindische Madhya Pradesh wird seit 2003 von der BJP regiert. Ähnliche Ereignisse seien bereits an anderen Orten in Indien aufgetreten, wie beispielsweise in Bangalore oder Mangalore im südlichen Bundesstaat Karnataka, berichtet Open Doors Schweiz. Im Mai verlor die BJP die Parlamentswahlen in diesem Bundesland an die Kongresspartei. Bei den Wahlen am 28. November hätten Christen mit hinduistischen Vornamen wählen können, aber jene mit christlichen Vornamen wären von den Listen gestrichen worden.

Im Jahr 2019 werden in Indien nationale Wahlen abgehalten. Das Ergebnis dieser Wahlen sei laut Hilfswerk Open Doors entscheidend für die Religionsfreiheit im Land. Anlass zur Hoffnung gebe, dass in den indischen Bundesstaaten Chhattisgarh, Madhya Pradesh und Rajasthan die BJP-Partei bei den jüngsten Regionalwahlen ihre Regierungsmehrheit verloren habe. Aus diesen Staaten seien in der Vergangenheit zahlreiche Übergriffe gegen Christen gemeldet worden. In Chhattisgarh und Madhya Pradesh seien sogenannte „Antibekehrungsgesetze“ in Kraft.

Derzeit belegt Indien im „Verfolgungsindex“ von Open Doors den 11. Platz. Laut der letzten, im Jahr 2011 erfolgten indischen Volkszählung gab es im Land 79,8 Prozent Hindus, 14,2 Prozent Muslime, 2,3 Prozent Christen, 1,7 Prozent Sikhs, 0, 7 Prozent Buddhisten, 0,4 Prozent Jainas und 0,7 Prozent Anhänger anderer Religionen.




Australien: Adventisten sprechen sich im Parlament für Benachteiligte aus

Wie die australische Kirchenzeitschrift Adventist Record berichtete, kamen im Rahmen der „Voices for Justice“-Konferenz vom 1. bis 4. Dezember 2018, die von der australischen Micha-Koaltion organsiert wurde, mehr als 200 Christen aus ganz Australien zusammen, darunter Vertreter christlicher Hilfsorganisationen. „Micha-Lobbygruppen trafen sich mit mehr als 90 der gewählten Politiker Australiens während des diesjährigen „Voices for Justice“, sagte Matt Darvas, Kampagnenleiter von Micha-Australien. „Dies ist eine mächtige – und glaubwürdige – kollektive Stimme für die Armen, Unterdrückten und Vertriebenen der Welt.“

Micha-Australien feiert Gesetzgebung gegen moderne Sklaverei
Die australische Micha-Koalition, die sich aus Kirchen und den größten christlichen Hilfsorganisationen in Australien zusammensetzt, feierte auch die Verabschiedung des „Modern Slavery Act 2018“, der in Anlehnung an die entsprechende Gesetzgebung in Großbritannien am 29. November vom australischen Parlament verabschiedet wurde und im Januar 2019 in Kraft tritt. Damit soll moderner Sklaverei und Ausbeutung in Form von Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft, Menschenhandel und Kinderarbeit entgegen gewirkt werden.




Straßburg: Adventisten verurteilen Anschlag

Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten verurteilt alle Formen von Gewalt, insbesondere jene, die im Zusammenhang mit religiöser Intoleranz stehen. Pastor Ruben de Abreu, Präsident der überregionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten für Frankreich, Belgien und Luxemburg, erklärte am Tag nach dem Anschlag: „Die mörderische Gewalttat, die gestern Abend in Straßburg begangen wurde, ist abscheulich und unerträglich – ich verurteile sie aufs Schärfste“. „Wir schließen uns den Familien der Opfer und den von diesen Grausamkeiten Betroffenen an und wünschen den Überlebenden und den Verletzten eine rasche Genesung“, fuhr er laut EUD NEWS, der Kommunikationsabteilung der Adventisten in West- und Südeuropa, fort.




Darmstadt: Adventistische Pfadfinder verteilen Friedenslicht aus Bethlehem

3.000 Kilometer Wegstrecke
Das Friedenslicht wurde am 28. November in der Geburtsgrotte Jesu in Betlehem von einem Pfadfinder entzündet und in einem Spezialbehälter mit dem Flugzeug nach Österreich gebracht. Von dort aus wird es am dritten Advent (Sonntag, 16. Dezember) per Zug von Pfadfindern in ganz Europa verteilt. Die Marienhöher Pfadfinder fahren am Sonntag nach Frankfurt am Main und bringen das Friedenslicht nach Darmstadt.

„Wir wollen mit dem Friedenslicht ein Zeichen für Frieden setzen, für ein menschliches Miteinander über Grenzen hinweg – egal ob es Landesgrenzen oder Grenzen zwischen Menschen sind“, betonte Julika Pabst, Gruppenbetreuerin bei den Marienhöher Pfadfindern. Auf seinem Weg lege das Friedenslicht mehr als 3.000 Kilometer zurück über viele Grenzen hinweg.

Jeder kann mitmachen
„Das Friedenslicht wird in den meisten europäischen Ländern und sogar in Amerika persönlich weitergegeben. Allein das verbindet uns mit so vielen verschiedenen Menschen und schafft eine Gemeinsamkeit“, erläuterte Pabst. „Jeder kann mitmachen und selbst ein Zeichen für Frieden setzen.“ Zum Beispiel könne man mit dem Friedenslicht auf seinen missliebigen Nachbarn zugehen oder es als Geste nutzen, um sich nach einem Streit mit Verwandten wieder zu vertragen.

Pfadfinder CPA-Marienhöhe
Zur CPA-Gruppe Marienhöhe gehören rund 180 Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Es gibt dreizehn Gruppen für Kinder und Jugendliche von sechs bis 20 Jahren. Gruppenstunden finden 14-tägig sonntags statt. Außerdem gibt es Zeltlager, Lagerfeuer, Wandertouren, Geländespiele und anderes mehr. Weitere Informationen unter: www.cpa-marienhoehe.de

Aktion Friedenslicht
Das Friedenslicht wird seit 1986 in Österreich und seit 1994 auch an „alle Menschen guten Willens“ in Deutschland verteilt. Es handelt sich um eine gemeinsame Aktion des Österreichischen Rundfunks (ORF) und verschiedener Pfadfinderverbände. Das Friedenslicht wird mit dem Flugzeug von Betlehem nach Wien transportiert. Von dort bringen es Pfadfinderinnen und Pfadfinder am 3. Advent nach Deutschland. Insbesondere die Pfadfinderinnen und Pfadfinder, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, haben sich des Friedenslichtes angenommen und sorgen dafür, dass es in den meisten europäischen Ländern verbreitet wird und sogar seinen Weg in die USA gefunden hat. Das Friedenslicht sei kein magisches Zeichen, das den Frieden herbeizaubern könne. Es erinnere vielmehr an die Pflicht des Menschen, sich für den Frieden einzusetzen. Weitere Informationen unter: www.friedenslicht.de




New York: Adventisten weihen Duschwagen für Obdachlose ein

„Diese humanitäre Hilfe ist für unsere Kirche nicht optional, sie ist obligatorisch“, so Luis Biazotto, ACS-Direktor für die Metropolregion New York. Laut Biazotto ist der Lastwagen eine Antwort auf das wachsende Problem der Obdachlosigkeit in der Stadt, das aktuell auf dem höchsten Niveau seit der Weltwirtschaftskrise stehe. Der Dusch-Lastwagen soll wöchentlich Obdachlose lokal in den verschiedenen Bezirken von New York versorgen. Der ganzheitliche Ansatz umfasse auch Kleidung, Nahrung sowie spirituelle und psychologische Betreuung.

Der adventistische Sozialdienst ACS habe den Dusch-Lastwagen gemeinsam mit der Kirchengemeinde „Delancey Seventh-day Adventist Church“ bereits in Lower Manhattan eingesetzt und positive Rückmeldungen erhalten, so AR. „Man sieht die Ergebnisse schon nach zehn Minuten. Wenn sie gehen, sagen die meisten von ihnen: ‚Ihr habt mein Leben verändert‘. Sie werden daran erinnert, Hoffnung zu fassen. Das ist es, was wir mit ‚Segensdusche‘ anbieten“, sagte Biazotto.




Adventisten in Baden-Württemberg wählen neuen Kirchenleiter

Pastor Eugen Hartwich (35) ist neuer Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg (Baden-Württembergische Vereinigung, BWV). Die 150 Abgeordneten aus den örtlichen Kirchengemeinden und der Pastorenschaft wählten ihn mit 113 Ja- zu 30 Nein-Stimmen. Hartwich hat in Freiburg, Österreich, England und in Rumänien Theologie studiert. Er ist verheiratet, hat einen Sohn und war in den Jahren 2010 bis 2014 Seelsorger in Mannheim, Weinheim, Tübingen und Albstadt. Im Juli 2014 war er außerhalb des regulären Turnus in das Amt des Sekretärs (Geschäftsführers) eingesetzt, im Mai 2017 zusätzlich zum Vizepräsidenten gewählt worden.

Hartwich löst Pastor Erhard Biró als regionalen Kirchenpräsidenten ab. Biró war über 40 Jahre lang als Pastor tätig, davon seit 1996 als Kirchenleiter der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg. „Es ist eine Freude und Ehre, Gott zu dienen“, sagte Erhard Biró bei seiner Verabschiedung – er tritt zum Jahresende in den Ruhestand. Ebenfalls in den Ruhestand verabschiedet wurde der Landeskantor der Siebenten-Tags-Adventisten, Dr. Günter Preuß. Pastor Thomas Knirr, Abteilungsleiter für Gemeindeaufbau und Mission, wurde zusätzlich in das Amt des Vizepräsidenten berufen.

Adventisten in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg hat die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten 6.362 mündig getaufte Mitglieder, die in 85 Kirchengemeinden am Sabbat (Samstag), dem biblischen Ruhetag, Gottesdienst feiern (Stand 31.12.2017). Die Freikirche ist dort Trägerin der adventistischen Bekenntnisschulen in Murrhardt („Daniel-Schule“/Grund- und Realschule), Herbolzheim-Tutschfelden („Elisa-Schule“/Grund- und Realschule), Isny/Allgäu („Josia-Schule“/Grund- und Gemeinschaftsschule), Rastatt („Salomo-Schule“/Grund- und Realschule), Heilbronn („Advent-Schule“/Grundschule) sowie Mannheim (Grundschule). Zur regionalen Kirchenleitung gehören auch das „Haus Lichtblick“ (betreutes Wohnen) in Gaildorf und das Tagungszentrum „Haus Schwarzwaldsonne“ in Freudenstadt.




„Menschenrecht und Christenpflicht“: Freikirchen zum 70. Jahrestag der Menschenrechtserklärung

„Wir halten an der Überzeugung fest, dass die Menschenrechte unteilbar, unveräußerlich und universell sind. Wir erkennen an, dass sich die Menschenrechte aus unterschiedlichen Wertesystemen ableiten lassen – nicht nur, aber gerade auch aus dem christlichen Menschenbild, aus biblischen Werten und Vorstellungen von Gerechtigkeit und von der schöpfungsgemäßen Würde eines jeden Menschen“, heißt es in der Stellungnahme. „Unsere Solidarität, unser Einsatz und unsere Fürbitten gelten allen Menschen, denen grundlegende Menschenrechte, Würde und Freiheit vorenthalten werden.“

Ihre Aufgabe sehe die VEF darin, das Evangelium von der Liebe Gottes in Wort und Tat zu den Menschen zu bringen: „Dazu gehören die Einladung zum Glauben an Jesus Christus und die Sorge um unsere Welt, in der wir leben. Das Wohlergehen der Menschen ganzheitlich im Blick zu haben, ist unser Anliegen.“ Deshalb sei die VEF nicht nur dankbar für die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“, sondern unterstütze auch die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals/SDGs).

Die Stellungnahme ist abrufbar unter: https://www.vef.de/meldungen/menschenrecht-und-christenpflicht/




Australien: Adventistischer Radiosender für das Hinterland

„Mit einem Knopfdruck erreichen wir heute weitere 350.000 Haushalte in ganz Australien; das bedeutet, dass Faith FM jetzt ein potenzielles Publikum von 6 Millionen Menschen hat“, sagte der Koordinator von Faith FM, Michael Engelbrecht. Der im Jahr 2008 gegründete Sender ist nun auf dem VAST-Kanal 688 verfügbar. VAST ist eine Initiative der australischen Regierung, die frei zugängliche Radio- und Fernsehdienste für Australier anbietet, die in abgelegenen Gebieten außerhalb der normalen Senderreichweite leben.

Gut auffindbar
Abgeschiedene Gemeinden, Viehzuchtstationen und reisende Rentner verlassen sich laut AR auf diesen Service, um sich mit dem Rest Australiens zu verbinden. Mit einem VAST-Empfänger sind die entsprechenden Programme überall in Australien zugänglich, nicht nur im Hinterland. „Der Erfolg der Free-to-Air-Radio-Dienste beruht auf der Tatsache, dass Sendungen in einer Handvoll von Kanälen sehr auffindbar sind – sie gehen nicht im Meer der digitalen Wahl verloren. Faith FM führt die Menschen in unserer Nation zu Christus“, so Engelbrecht.




Landesbischof July neuer Vorsitzender des DNK/LWB

Frank Otfried July ist seit 2005 Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Bei der LWB-Vollversammlung 2010 in Stuttgart wurde er in den Rat des Lutherischen Weltbundes gewählt und bekleidete zudem bis 2017 das Amt des Vizepräsidenten für die Region Mittel- und Westeuropa. Auf der LWB-Vollversammlung 2017 in Windhoek wurde er erneut in den LWB-Rat gewählt. Er ist Vorsitzender des Kuratoriums des Straßburger Instituts für Ökumenische Forschung und als Vorsitzender des DNK/LWB einer der beiden Co-Vorsitzenden des Beirats des LWB-Zentrums Wittenberg.

Der Lutherische Weltbund
Das Deutsche Nationalkomitee des LWB vertritt die elf deutschen Mitgliedskirchen im Lutherischen Weltbund, die über elf Millionen Gemeindemitglieder umfassen. Aufgabe des DNK/LWB ist es, die Beziehungen der deutschen Mitgliedskirchen zum LWB zu koordinieren und dessen Arbeit zu begleiten und zu fördern. Die Geschäftsstelle des DNK/LWB in Hannover leitet Oberkirchenrat Norbert Denecke.

Der LWB ist die größte lutherische Kirchengemeinschaft weltweit. Er umfasst über 75 Millionen Gläubige in 148 Mitgliedskirchen aus 99 Ländern. Aus Deutschland sind elf Kirchen Mitglied im LWB: die Landeskirchen Bayern, Braunschweig, Hannover, Mitteldeutschland, Norddeutschland, Oldenburg, Sachsen, Schaumburg-Lippe und Württemberg sowie die Evangelisch-Lutherische Kirche in Baden und die Lutherische Klasse der Lippischen Landeskirche.




JIM-Studie 2018: Siegeszug von Netflix und Co. bei Jugendlichen

Tagesschau und Tageszeitungen mit hohem Vertrauensbonus bei Jugendlichen
Auch das Vertrauen in Nachrichtenangebote wurde im Rahmen der JIM-Studie 2018 untersucht. Hierbei konnten die Jugendlichen verschiedenen Nachrichtenangeboten Schulnoten in Bezug auf ihre Vertrauenswürdigkeit geben. Die „Tagesschau“ beziehungsweise die „Tagesthemen“ der ARD genießen bei Jugendlichen das höchste Vertrauen. 84 Prozent der Jugendlichen haben die Note 1 oder 2 vergeben. An zweiter Stelle folgen mit 77 Prozent das Angebot regionaler Print-Tageszeitungen und öffentlich-rechtliche Radiosender (75 Prozent).

Der tagesaktuellen Berichterstattung des ZDF („Heute“ und „Heute Journal“) schenken 71 Prozent der Befragten ihr Vertrauen. „Focus online“ und „Spiegel online“ bewegen sich bei dieser Beurteilung im Mittelfeld. Jeweils die Hälfte der Jugendlichen bewertet diese Angebote mit der Note 1 oder 2. Private Radiosender werden von knapp der Hälfte der Jugendlichen als vertrauenswürdig eingestuft. Mit deutlichem Abstand folgen „ProSieben Newstime“, das Nachrichtenangebot des E-Mail-Providers Web.de und „RTL Aktuell“, denen jeweils ein Viertel der Jugendlichen vertraut. Das Angebot der Bild-Zeitung bildet mit jeweils 15 Prozent sowohl für das Print- als auch das Online-Angebot das Schlusslicht.

JIM-Studie
Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, Medien) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für die Befragung wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren im Frühsommer 2018 telefonisch befragt. Alle Ausgaben der JIM-Studie von 1998 bis 2018 sind unter www.mpfs.de abrufbar.

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR).




Deutsche Evangelische Allianz gegen Fremdbestimmung bei Organspende

Die Organspende berühre ein sehr sensibles Thema, denn es gehe um nicht weniger als um Leben und Tod, so die DEA. Der Vorstand der Deutschen Evangelischen Allianz sei gegen eine Pflicht zur Organspende. Sie sei ein Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht und damit die Würde des Menschen.

Vertrauensvolle Regelung, um Menschen zur Spende zu motivieren
Der Generalsekretär der DEA, Hartmut Steeb, erklärte: „Eine Fremdbestimmung über den eigenen Körper lehnen wir ab. Deshalb darf es auch keine Pflicht zur Organspende geben.“ Ebenfalls strittig sei die Definition des Hirntods. Zudem sei es ethisch bedenklich, die Argumentation umzukehren: Der Tod gehöre zum Leben, das dürfe eine Gesellschaft nicht verdrängen. „Menschen sterben, weil sie krank sind, nicht, weil ihnen ein Dritter seine Organe vorenthält.“ Sie könnten andererseits durch Organspenden gerettet werden. Deswegen sei die Politik gefordert, eine vertrauensvolle Regelung zu finden, die viele Menschen zur Spende motiviere.

Dazu gehöre vor allem, Menschen frühzeitig über das Thema zu informieren. Zudem benötige es eine bessere Datenerfassung und nicht nur einen zufällig bei sich getragenen Spenderausweis sowie mehr qualifiziertes Personal in den Krankenhäusern. Auch müsse sich Deutschland für eine Eindämmung des internationalen Menschenhandels zur Entnahme von Organen engagieren, „denn dies ist ein grausames, menschenverachtendes Geschäft“, so Steeb.

Evangelische Allianz
Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) versteht sich als ein Bund von Christusgläubigen, die verschiedenen christlichen Kirchen, Gemeinden und Gruppen angehören. Die Evangelische Allianz hat sich 1846 als weltweiter Verbund in London konstituiert. Damit sei sie der am längsten bestehende Zusammenschluss evangelisch gesinnter Christen verschiedener Gruppen- und Gemeindezugehörigkeiten. Weitere Informationen unter: www.ead.de




Evangelium weitergeben, Orientierung in Lebensfragen

„Hierzulande haben wir den Glauben privatisiert und sind deshalb als Christen in der Öffentlichkeit und im Alltag nicht sichtbar“, so die Analyse von Roland Werner. Darum sei die Evangelisation in einer Krise: „Bevor wir wieder stärker evangelistisch aktiv werden, müssen wir mit unserem Glauben aus der Privatsphäre heraustreten. Denn der Glaube ist zwar persönlich, aber nicht privat!“ Wenn man dann über den Glauben ins Gespräch komme, sei es wichtig, Evangelisation nicht isoliert zu sehen: „Soziale Verantwortung und Evangelisation gehören zusammen. Wenn wir sie gegeneinander ausspielen, lähmen und schwächen wir uns selbst.“ Die Delegierten waren sich einig in dem Anliegen, die Evangelisation auf VEF-Ebene weiter zu stärken. „Dafür wollen wir zunächst vorhandene Netzwerke nutzen, denn nicht jeder muss das Rad neu erfinden“, so VEF-Präsident Christoph Stiba. Deshalb werde man künftig enger mit der von Roland Werner geleiteten „Koalition für Evangelisation“ zusammenarbeiten.

Lebensschutz
„Das Leben und die einzigartige Würde des Menschen als unantastbare Gabe Gottes sind von Anfang an und bis zu dessen Ende zu schützen und zu respektieren.“ Mit diesem Motto gibt die Stiftung ProVita Orientierungshilfe in medizinethischen Fragen, die den Anfang und das Ende des Lebens betreffen – von vorgeburtlicher Diagnostik über Schwangerschaftskonfliktberatung bis hin zu Sterbebegleitung und Palliativmedizin. Dr. Detlev Katzwinkel und Dr. Heike Fischer vom ProVita-Vorstand stellten der Mitgliederversammlung die Arbeit der „Stiftung für Lebensethik“ vor. „Es ist uns wichtig, keine einfachen Antworten zu geben, sondern differenziert hinzuschauen“, betonte Heike Fischer. Denn, so Katzwinkel, man wolle mit Menschen ins Gespräch über Lebensthemen kommen: „Wir suchen den Diskurs und begegnen anderen Meinungen nicht mit Verurteilung.“

Ablehnung christlicher Asylbewerber
Asylanträge christlicher Konvertiten werden oftmals dann abgelehnt, wenn es den Bewerbern in den Verfahren nicht gelingt, über die persönliche Dimension ihres Glaubens Auskunft zu geben. Diese Beobachtung und seine Vorschläge, wie damit umzugehen ist, erläuterte der VEF-Kirchenasylbeauftragte, Rechtsanwalt Andreas Hantschel aus Frankfurt. Hantschel führte in der Mitgliederversammlung aus, dass Bewerber, die aufgrund ihrer Konversion zum christlichen Glauben Asyl in Deutschland beantragen, laut einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nachweisen müssen, dass sich bei ihnen eine feste religiöse Überzeugung gebildet hat und eine Prägung der religiösen Identität erfolgt ist. Um dies darzulegen, sei es unerlässlich, vom inneren Glaubensprozess zu berichten und die Entscheider so ins eigene Herz blicken zu lassen. „Wo Glaubensgeschwister dies tun und die Tiefe ihres persönlichen Glaubens nachvollziehbar beschreiben, stehen die Chancen für ihr Asylverfahren gut.“

500 Jahre Täuferbewegung
Mit fünf Themenjahren ab 2020 und einem großen Abschluss zu Himmelfahrt 2025 will eine überkonfessionelle Initiative an 500 Jahre Täuferbewegung erinnern. Reinhard Assmann vom Trägerverein nahm die VEF-Mitgliederversammlung mit hinein in die Geschichte und stellte den aktuellen Stand der Planungen vor. Der 21. Januar 1525 gilt als Beginn der Täuferbewegung. Nach einer „heftigen öffentlichen Diskussion über die Kindertaufe fand an diesem Tag die erste sogenannte Gläubigentaufe statt“, so Assmann. „Die Täufer verstanden sich stets als Teil der Reformation, wollten weiterführen, was sie in den frühen Jahren Luthers und Zwinglis verstanden hatten.“ Die Mennoniten verstünden sich als direkte Nachfahren der Täufer, doch „auch einige andere heutige Freikirchen sehen sich theologisch in der Tradition der Täuferbewegung.“

Theologischer Grund- und Aufbaukurs
Dr. Oliver Pilnei vom BEFG und Jürgen Stolze von der Evangelisch-methodistischen Kirche stellten den Delegierten den Theologischen Grund- und Aufbaukurs der VEF vor. Seit über 40 Jahren bietet der Kurs eine theologische Fortbildung. Allein in den letzten zehn Jahren gab es über 400 Absolventinnen und Absolventen. VEF-Präsident Christoph Stiba würdigte den Kurs als „fundierte theologische Grundlegung für Laienprediger und alle an Theologie Interessierten.“ Er ermutigte dazu, das Angebot in den Freikirchen bekannt zu machen.

Weitere Informationen unter: www.vef.de




Südamerika: Adventisten starten integrierte Gesundheits-Webseite

Laut einer Umfrage einer Forschungseinrichtung im Pharmabereich führten über 40 Prozent der Brasilianer im Krankheitsfall eine Selbstdiagnose durch, die lediglich auf dem basiere, was sie in Online-Suchmaschinen fänden, so ANN. Das führe am Ende zu riskantem Verhalten. Der Internetauftritt „Quiero Vida y Salud“ konzentriere sich deshalb auf Gesundheitsförderung, nicht aber auf Erklärungen zur Behandlung von Krankheiten.

So würden Daten von adventistischen Institutionen wie Krankenhäusern und Ambulanzen in ganz Südamerika präsentiert. Man könne sich über gesunde Produkte informieren, die von adventistischen Lebensmittelherstellern in mehreren südamerikanischen Ländern entwickelt und verkauft werden. Tipps und praktische Hinweise zu gesundheitsbewusster Ernährung, Bewegung, Naturheilmitteln sowie ein Rezeptindex runden das Angebot ab.

Weitere Informationen unter: www.quierovidaysalud.com




Arbeitshilfe zur Situation der Christen in Kuba und Venezuela

Laut Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, sei die prekäre Menschenrechtslage in Kuba und Venezuela zwar bekannt, die Einschränkung der Religionsfreiheit auf diesem doch sehr katholisch geprägten Kontinent werde jedoch weniger vermutet. In beiden Länder herrschten autoritäre Regime, die sich durch Freiheitsrechte und deshalb auch durch die Religionsfreiheit bedroht fühlten. „Denn je autoritärer eine Regierung ist, desto größer ist ihr Kontrollanspruch“, so Schick. Unter den Einschränkungen der Freiheitsrechte litten vor allem jene, die sich politisch und gesellschaftlich engagieren wollten. Dazu zählen auch die Christen, die sich im Sinne der katholischen Soziallehre für gerechte und demokratische Strukturen und für das Gemeinwohl einsetzten.

Im Fadenkreuz des Partei- und Staatsapparats
In dem Einparteienstaat Kuba sei die Überwachung des privaten und öffentlichen Lebens besonders ausgeprägt. Alle privaten oder gesellschaftlichen Initiativen, die im Verdacht stünden, das Gestaltungsmonopol der Staatspartei infrage stellen zu können, würden rabiat eingeschränkt oder ganz verhindert. Religiöse Akteure, deren pastorales oder caritatives Engagement politische Züge annehme – was sich im Einsatz für arme, diskriminierte und marginalisierte Menschen kaum vermeiden lasse – gerieten schnell ins Fadenkreuz des Partei- und Staatsapparats. Administrative Schikanen und systematische Benachteiligung bis hin zu Gefängnisstrafen wären an der Tagesordnung. Eine Verfolgung von Christen allein aufgrund ihrer religiösen Grundüberzeugungen gebe es in Kuba nicht, betonte Erzbischof Ludwig Schick. Doch wenn Gläubige von ihrem christlichen Menschenbild ausgehend öffentlich Meinungsfreiheit einforderten, drohten ihnen sofort Sanktionen.

Viele Menschen suchen im Müll nach Essen
Auch in Venezuela wäre die Lage dramatisch, informierte Schick. Dort werde die römisch-katholische Kirche als „einzige verbliebene Opposition im Land“ bezeichnet. Sie mache die Regierung von Präsident Maduro mit deutlichen Worten für die vielen Krisen im Land verantwortlich. Diese politische Einmischung und Anwaltschaft für die in Not geratenen und in Not gebrachten Menschen bringe die aktiven Christen und Bischöfe in Gefahr. Der Vorsitzende der Venezolanischen Bischofskonferenz, Erzbischof José Luis Azuaje Ayala (Maracaibo), schilderte die dramatische humanitäre Situation in seinem Heimatland: „Es gibt inzwischen viele Menschen, die im Müll nach Essen suchen. Das widerspricht der Menschenwürde.“ Medikamente und Grundnahrungsmittel seien im ehemals reichsten Land Lateinamerikas knapp geworden, täglich emigrierten tausende Venezolaner ins Ausland. Wer die politischen Ursachen dieser Misere benenne, werde bedroht. So würden unter Präsident Maduro auch die Polemik und die Aggression gegenüber der römisch-katholischen Kirche massiv zunehmen. Erzbischof Azuaje Ayala beklagte die Untergrabung der Demokratie in Venezuela und mahnte den Einsatz für Freiheit, Menschenwürde und Menschenrechte an. Für seine Kirche in Venezuela erklärte er: „Sie steht an der Seite der Notleidenden, auch wenn dies viele Unannehmlichkeiten und Bedrängungen mit sich bringt.“

Arbeitshilfe
Die Arbeitshilfe „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit – Kuba und Venezuela“ gibt einen Überblick über die Situation des Christentums in Kuba und Venezuela, erläutert aktuelle Konfliktlinien, analysiert die Hintergründe und lässt Mitglieder der katholischen Ortskirche zu Wort kommen. Sie kann im Internet heruntergeladen werden unter:
https://www.dbk-shop.de/index.php?page=product&info=28261&dl_media=29214

Die Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen“ wurde von den deutschen Bischöfen 2003 ins Leben gerufen, um für die Lage bedrohter Katholiken zu sensibilisieren.




SEA-Medientag: „Darstellung der (Frei)Kirchen in den Medien“

Professor Wyss stellte Ergebnisse verschiedener Studien vor. Religion sei in den Medien kaum ein Thema oder nur im Zusammenhang mit Irritationen und Skandalen, gemischt mit politischen, finanziellen, sexuellen oder kriminellen Aspekten zu finden. Die einzige Fachredaktion „Religion“ bestehe noch beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). In Nachrichtenredaktionen der anderen Medien sei viel Fachwissen bezüglich Religion verloren gegangen. Journalisten wären oft für verschiedene Ressorts zuständig und stünden unter hohem Zeitdruck. 2008 hätten sich 32,4 Prozent der Journalisten in der Schweiz als religionslos bezeichnet, 2015 lag die Zahl bei 46,8 Prozent, so Wyss. Überrascht habe ihn, dass über die Freikirchen in der Schweiz fast gleich negativ berichtet werde wie über nicht-christliche Religionen. Laut Wyss wird in lokalen und regionalen Medien über Freikirchen weit weniger negativ berichtet als in großen Medien mit weiter Verbreitung.

Aktiv Wissenslücken von Journalisten über Freikirchen schließen
Die anwesenden Vertreter von Freikirchen forderte Professor Wyss auf, aktiv die Wissenslücken von Journalisten über ihre Freikirche zu schließen und den Kontakt zu ihnen zu suchen. Des Weiteren könnten Freikirchen Hilfsaktionen, Weihnachten oder die Fluchtthematik nutzen, um Ereignisse mittels Medien mit der Öffentlichkeit zu teilen.

Kernsubstanz des christlichen Glaubens stellt Zeitgeist infrage
Giuseppe Gracia, Schriftsteller und Kommunikationsberater, betonte, dass die Kernsubstanz des christlichen Glaubens den Zeitgeist infrage stelle und diesem auch nicht angepasst werden dürfe. Der christliche Glaube habe es in sich, dass er zu zeitkritischen Positionen führe und Befremden auslöse. So sei er ein Kontrast zur allgegenwärtigen Ökonomisierung, Digitalisierung und Globalisierung des Lebens. Christen würden von der Gesellschaft als „Spaßbremsen“ wahrgenommen, so Gracia. Für eine positive Vermittlung des Glaubens gehe es darum, dass der Glaube von seiner Substanz her neu mitteilbar gemacht werden müsse. Dabei sollte aber bedacht werden, dass der relativistische und subjektivistische Zeitgeist der Chefredakteur der großen Medien sei, so Giuseppe Gracia.

Er gab den Medieninteressierten drei Grundsätze für eine gute Medien- und Kommunikationsarbeit mit: Es sei nicht konstruktiv, zu moralisieren. Vielmehr gelte es, vom christlichen Menschenbild zu sprechen. Dann gehe es darum, Horizonte zu öffnen, indem die eigentlichen Sehnsüchte der Menschen nach Verbindung, Liebe und Gemeinschaft angesprochen würden. Und als Drittes: Aufklären über die Aufklärung: Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde seien in der Antike undenkbar gewesen. Sie wären erst durch den Einfluss des Christentums in jenen Regionen denkbar geworden, in denen vorwiegend Christen gelebt hätten. Jesus habe sich für die Trennung von Kirche und Staat eingesetzt. Christen sollten deshalb nicht als Gegner einer liberalen Gesellschaft auftreten, sondern ihren Glauben bezeugen, der vom christlichen Menschenbild geprägt sei.

Podium: „Raus aus der Schublade“
Im Umgang mit Journalisten und für eine gelingende Medienarbeit riet Giuseppe Gracia in der Podiumsdiskussion, dass die christliche Wahrheit mit Argumenten und auf der Sachebene wieder thematisiert werden solle. Dabei gelte es das Wort von Friedrich Dürrenmatt zu bedenken: „Der Wissende weiß, dass er glauben muss, nur der Unwissende glaubt, dass er weiß.“ Man müsse die zu vermittelnden Inhalte, wie Glaubenssätze, kennen und sich überlegen, wie man sie am besten kommunizieren könne, damit sie verstanden würden.

Bezeichnung „Freikirche“
Auf die Frage von Markus Baumgartner, Moderator der Podiumsdiskussion, wie die Bezeichnung „Freikirche“ wahrgenommen werde, sagte die Mehrheit der fünf Teilnehmenden, dass die Bezeichnung „Sekte“ und „Freikirche“ oft in den gleichen, abwertenden Topf geworfen werde. Die Bezeichnung „Freikirche“ sei nicht mehr zu retten, besser wäre es, sich „Kirche“ zu nennen.




USA: Zellproben von Florida Hospital an Internationale Raumstation ISS geschickt

Die Zellproben stammten von acht Teilnehmenden einer kürzlich von Dr. Paul Coen, einem Forscher am TRI, durchgeführten Studie über Alterung und Muskelabbau. Da die Zellen nur eine begrenzte Lebensdauer hätten, stünde lediglich ein kurzes Zeitfenster zur Verfügung, um die Auswirkungen der Schwerelosigkeit zu untersuchen, teilte Florida Hospital mit. „Wir hoffen, sieben Tage Mikrogravitation zu erhalten; dann werden die Proben konserviert, eingefroren und gelagert, bis sie … wahrscheinlich im Januar zurückgebracht werden“, so die Wissenschaftlerin Dr. Siobhan Malany. Ein Forscherteam kann dann die Gen-Funktionen in den Zellen, die in den Weltraum geschickt wurden, mit denjenigen, die auf der Erde geblieben sind, vergleichen.

Forschungsergebnis für Behandlung wichtig
„Wir wissen, dass Mikrogravitation sehr nachteilige Auswirkungen auf die Skelettmuskulatur hat. Nach einem langen Aufenthalt im All kehren Astronauten in einem sehr schwachen Zustand zurück und sind oft auf einen Rollstuhl angewiesen, bis sich ihre Muskeln erholt haben“, sagte Coen. „Dieses Experiment wird es uns ermöglichen, die Auswirkungen von Mikrogravitation auf die Muskelzellbiologie zu untersuchen.“ Die Ergebnisse dieser Raumfahrt-Forschung könnten auch für die Suche nach Behandlungenmöglichkeiten für altersbedingten Muskelabbau eingesetzt werden.

Florida Hospital
Das TRI ist Teil des Forschungszentrums des Klinikverbunds Florida Hospital. Forscher und Mediziner arbeiten dort im Rahmen von klinischen Studien zusammen, um einige der heutigen Gesundheitsprobleme zu behandeln. Nach eigenen Angaben ist das Florida Hospital mit 22 Standorten und einem jährlichen Besuch von mehr als einer Million Patienten einer der größten gemeinnützigen Gesundheitsdienstleister des Landes. Der Klinikverbund gehört zum Adventist Health System der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in den USA.




Adventist zum Obersten Richter von Papua-Neuguinea ernannt

„Der Jurist Salika ist der dienstälteste Richter des Nationalen und Obersten Gerichtshofs und wird ein starker und unabhängiger Oberster Richter von Papua-Neuguinea sein“, sagte PNG-Premierminister Peter O’Neill. „Ich gratuliere Richter Salika zu seiner Ernennung und bin zuversichtlich, dass er die für einen Obersten Richter erforderliche Leitungsrolle übernehmen wird.“

Auch die Verantwortlichen der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Papua-Neuguinea überbrachten Glückwünsche: „Richter Salika dient seit langem als ehrenamtlicher Gemeindeältester in unserer Kirche und er ist ein aktives, dynamisches Mitglied“, betonte Pastor Rex Koi, Generalsekretär der adventistischen Kirchenleitung in Zentralpapua. „Im Namen unserer Mitarbeitenden und der Kirchenmitglieder möchte ich dem Obersten Richter Gibbs Salika zu seiner Ernennung gratulieren“, sagte Pastor Kepsie Elodo, Präsident der adventistischen Kirchenleitung in Papua-Neuguinea. „Wir sind hocherfreut über seine Leistung und glauben, dass Gott ihn auf diesen Posten berufen hat“, so Elodo.

Richter Salika dient derzeit in seiner ersten Amtszeit als stellvertretender Oberster Richter. Er war seit 1989 während zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten Richter am Nationalen und Obersten Gerichtshof gewesen.

Adventisten in Papua-Neuguinea
In Papua-Neuguinea, mit 8,25 Millionen Einwohnern, feiern 310.500 mündig getaufte Mitglieder der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in 1.042 Gemeinden und 3.178 Gruppen jeweils am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, ihren Gottesdienst. Sie unterhalten eine Universität, ein College, 116 Grundschulen, zehn höhere Schulen und 34 ambulante Kliniken.




Australien: Partnerschaft zwischen Adventisten und Mäßigkeitsbewegung weiterhin stark

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten habe die Arbeit der Women’s Christian Temperance Union (WCTU) von Anfang an unterstützt, so AR. Vier Mitglieder der Freikirche wurden auf der diesjährigen WCTU-Sitzung in verschiedene Funktionsbereiche als Präsidentin und Vizepräsidentin, als Schatzmeisterin, als Direktorin für die Arbeit mit Kindern sowie als Verantwortliche für Seelsorge gewählt.

180 Jahre Wirken der Women’s Christian Temperance Union
Während des Treffens habe es auch eine Reihe von Möglichkeiten für die Teilnehmer gegeben, um für die mittlerweile 180-jährige Bewegung neue Ideen zu entwickeln, die zu einer stärkeren Beteiligung von Ehrenamtlichen führen könnten. Ein Schwerpunkt der WCTU-Arbeit soll in Zukunft auch die jüngere Generation bilden, die unter großem Druck stehe, Alkohol und Drogen zu konsumieren. Der Anwalt und Lobbyist Tony Brown betonte die Bedeutung der WCTU. Es gehe weiterhin darum, Lobbyarbeit zu betreiben, damit die Regierungen Maßnahmen ergriffen, die vielfältigen Folgeschäden von Alkoholgenuss zu verringern.




„Religion kann den Unterschied zum Guten machen“

Religionsfreiheit grundlegend
„Wo die Freiheit des innersten Glaubens und der innersten Überzeugungen verloren geht, stehen auch viele andere Menschenrechte auf verlorenem Posten“, betonte Professor Dr. Thomas Schirrmacher, Mitherausgeber der Jahrbücher und Präsident des Internationalen Rates der IGFM. Es sei fraglich, ob beispielsweise Pressefreiheit wirklich gewährleistet sei, wenn man nicht sagen dürfe, was man glaube, so Schirrmacher. Weil Religionsfreiheit ein Menschenrecht sei, gehöre es zusammen, nicht nur für die Religionsfreiheit von Christen, sondern auch von Angehörigen anderer Religionen einzutreten.

Beauftragter der Bundesregierung für Religionsfreiheit
Ausdrücklich begrüßten die Herausgeber, dass mit Markus Grübel (CDU) erstmals ein Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit berufen worden ist. Neben der zunehmenden Verletzung von Religionsfreiheit hob Grübel bei der Vorstellung der Jahrbücher auch positive Beispiele des interreligiösen Miteinanders hervor. So würden in Nigeria ein Imam und ein Erzbischof gemeinsame Feste gestalten, und im nordirakischen Mossul hätten Jugendliche gemeinsam eine Kirche und eine Moschee gereinigt. „Religion kann den Unterschied zum Guten machen“, resümierte Grübel. Nach den Worten des Beauftragten sei es erforderlich, die Öffentlichkeit für die Brisanz des Themas zu sensibilisieren und den interreligiösen Dialog weiter zu stärken.

Die Jahrbücher 2018 „Religionsfreiheit“ und „Verfolgung und Diskriminierung von Christen“ sind im Buchhandel erhältlich und können auf der Website www.bucer.de/institute/iirf.html kostenfrei heruntergeladen werden.




Philippinen: erstes Zentrum für digitale Evangelisation gegründet

Center for Digital Evangelism
Das vor kurzem eingeweihte „Center for Digital Evangelism“ (Zentrum für digitale Evangelisation) ist nach Angaben der SSD das erste seiner Art. Es ist verbunden mit dem adventistischen Radiosender Adventist World Radio und hat die Aufgabe, Zuhörern vertiefende Angebote anzubieten sowie Social Media-Kanäle für die digitale Evangelisation zu nutzen. Das „Adventist World Radio Center for Digital Evangelism“ soll seinen Betrieb im Januar 2019 aufnehmen, wenn die benötigte Logistik, erforderliche Genehmigungen und digitale Optimierungen bereitgestellt sind.

Center of Influence
Am 5. November 2018 startete der Baubeginn für das neue „Center of Influence“ (Einfluss-Zentrum) in Silang. Am Hauptsitz der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Südasien (SSD) soll ein neues vierstöckiges Gebäude entstehen. Es werde das adventistische Zentrum für Gesundheitserziehung, Sozialdienste und andere Aktivitäten beherbergen. Weitere kirchliche Einrichtungen, die ebenfalls in das neue Gebäude umziehen werden, sind unter anderem der Rechnungsprüfungs-Dienst der Weltkirchenleitung (GCAS) und das Adventist World Radio Center for Digital Evangelism. Das Gebäude soll laut SSD im Jahr 2020 fertiggestellt sein.




Bundesregierung soll sich für Konfliktlösung im Jemen einsetzen

Gegenwärtig stünden 14 Millionen Kinder, Frauen und Männer, etwa die Hälfte der Bevölkerung des Landes, am Rande einer Hungersnot. Was sie jetzt am dringendsten benötigten, wäre ein sofortiges Ende der Kämpfe. Die katastrophale Nahrungsmittelknappheit im Jemen sei eine direkte Folge der strikten Beschränkungen der Kriegsparteien beim Zugang zu Lebensmitteln, Kraftstoff, medizinischen Importen und humanitärer Hilfe. Der Zusammenbruch des jemenitischen Rial und die unzureichenden oder fehlenden Gehaltszahlungen an Beschäftigte des öffentlichen Diensts trügen zur tragischen Situation bei.

Angriffe auf die Zivilbevölkerung beenden
Neben dem Einsatz für einen Waffenstillstand fordern die Hilfsorganisationen die Bundesregierung auf, die Konfliktparteien dazu zu drängen, ihre Angriffe auf die Zivilbevölkerung zu beenden und sich auf sofortige und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der humanitären Lage zu einigen. Dazu gehörten die Beseitigung von Hindernissen für den lebenswichtigen Zugang zu humanitären und kommerziellen Gütern überall im Land sowie die Vereinbarung eines Plans zur Bezahlung der öffentlichen Gehälter.

Die Hilfsorganisationen
Das Schreiben an den Bundesminister wurde unterzeichnet von den Geschäftsführern der humanitären Organisationen Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA, Aktion gegen den Hunger, Care, International Rescue Committee (IRC), Islamic Relief, NRC Flüchtlingshilfe, Oxfam und Save the Children.




USA: ADRA vergibt Auslands-Stipendien für Freiwilligentätigkeit

„ADRA Connections“ rechnet von 2019 bis 2023 mit der Vergabe von 350 bis 400 Stipendien jährlich, die einen Teil der Kosten für den Freiwilligendienst im Ausland abdecken sollen. Die Stipendien reichen von rund 500 bis 1.200 US-Dollar, je nach Projekttyp und Land, in dem das Projekt stattfindet, so ADRA. Um ein Stipendium zu erhalten, müssten bestimmte Kriterien erfüllt sein. „ADRA Connections“ koordiniere jährlich 10 bis 15 Reisen, die auch ein Großbau-Projekt während der Sommersaison beinhalte, das Hunderte von Studenten aus den gesamten Vereinigten Staaten zusammenbringe.

Rückläufigkeit von Freiwilligentätigkeit bei Studenten
„Wir wollen die neue Generation junger Menschen herausfordern, sich stärker in den Dienst zu stellen, damit sie ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse von Gemeinwesen auf der ganzen Welt hat“, sagte Adam Wamack, Geschäftsführer von „ADRA Connections“. Das Stipendienprogramm ziele darauf ab, einem anhaltenden Rückgang der Freiwilligentätigkeit unter jungen Erwachsenen entgegenzuwirken. Laut einer aktuellen Studie der University of Maryland nehme die Zahl von Freiwilligen bei unter 25-Jährigen weiter ab. Schüler der Gymnasialstufe und Hochschul-Studenten würden die niedrigste Rate an Freiwilligentätigkeit aufweisen.




Brände in Kalifornien: auch Adventisten betroffen

Evakuierung von Patienten mit Privatfahrzeugen
Da sich das Lauffeuer mit großer Geschwindigkeit dem AHFR-Krankenhaus genähert habe, sei von der AHFR-Leitung die sofortige Evakuierung angeordnet worden, so Courtney Rasmussen, Kommunikationsverantwortlicher am Adventist Health Feather River-Krankenhaus in Paradise. Da man nicht auf Rettungsfahrzeuge haben warten können, hätten die Angestellten des Krankenhauses versucht, die Patienten in ihren Privatfahrzeugen aus der Gefahrenzone zu bringen.

Fast alle Bewohner von Paradise haben ihre Häuser verloren
Alle Häuser der adventistischen Pastoren in Paradise ebenso wie jene der Pastoren in Orland/Willows und Magalia seien zerstört worden, berichtete AT unter Berufung auf die regionale Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordkalifornien. Das Feuer zerstörte ebenso die Häuser der meisten Lehrer der adventistischen Schule Paradise Adventist Academy. Rasmussen, dessen Haus auch durch den Brand zerstört wurde, sagte, dass die überwiegende Mehrheit der rund 600 Mitarbeitenden im Krankenhaus ebenso ihre Häuser verloren hätten. Laut AT seien bisher keine Todesfälle von Adventisten gemeldet worden.




Zusammenarbeit durch gegenseitiges Vertrauen

Disziplinarmaßnahmen möglich
Mit 185 zu 124 Stimmen sowie zwei Enthaltungen hatte der GC-ExCom das Dokument mit dem Titel „Beachtung und Durchführung der Beschlüsse der Generalkonferenz-Vollversammlung [Weltsynode] und des Exekutivkomitees der Generalkonferenz [Weltkirchenleitung]“ angenommen. Aufgrund des beschlossenen Dokuments kann der Verwaltungsausschuss eines Verbandes oder einer Vereinigung (überregionale und regionale Kirchenleitung) Regelverstöße offiziell ermitteln und der jeweils nächsthöheren Dienststelle berichten. Werde keine Lösung auf der nächstgelegenen Verwaltungsebene gefunden, könne der Verwaltungsausschuss der Generalkonferenz (GC-AdCom) die Angelegenheit an einen von fünf Beratungsausschüssen, die als „Ausschüsse zur Aufsicht der Einheit“ bezeichnet werden, zur Prüfung verweisen. Sollten abweichende Beschlüsse nicht rückgängig gemacht bzw. keine Lösungsvorschläge unterbreitet werden, könne der Einheits-Ausschuss Empfehlungen für Disziplinarmaßnahmen gegen den Präsidenten der abweichenden Verwaltungseinheit abgeben.

Dieses Verfahren zur Schlichtung kirchlicher Angelegenheiten war durch die Diskussion um die Ordination von Frauen zum Pastorendienst ausgelöst worden. Obwohl sich die adventistischen Weltsynoden von 1995, 2000 und 2015 mehrheitlich gegen die Frauenordination entschieden haben, gibt es inzwischen regionale und überregionale Kirchenleitungen (Vereinigungen und Verbände), die Pastorinnen ordiniert haben und die damit nicht in Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Generalkonferenz-Vollversammlungen sind.

Sensibler Umgang mit Gewissensfragen
Die Präsidenten der deutschen Vereinigungen betonen in ihrer kurzen Stellungnahme: „Die Grundlage der Konfliktbearbeitung bilden weiterhin ein partnerschaftliches Miteinander, geistliche Werte, Vertrauen und Respekt, das direkte Gespräch sowie der Geist des Evangeliums.“ Vielfalt sei nicht Bedrohung der Einheit, sondern deren Voraussetzung. Dazu gehöre ein sensibler Umgang mit Gewissensfragen in den adventistischen Kirchengemeinden. „Unser Umgang miteinander soll die Größe und den Reichtum Gottes widerspiegeln.“ Einigkeit herrsche in der Überzeugung, „dass wir weiterhin auf die volle Gleichstellung von männlichen und weiblichen Geistlichen hinarbeiten wollen und werden.“ Es wird dabei auf Artikel 14 der weltweiten Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten verwiesen: „Unterschiede zwischen Mann und Frau dürfen unter uns nicht trennend wirken.“ Dazu gehöre auch, „dass der Weg zu diesem Ziel uns nicht trennen sollte“. Deshalb wird betont: „Wir legen Gott unsere Unzulänglichkeit vor, um sie in Weisheit und Mut zu wandeln.“

Siebenten-Tags-Adventisten eine weltweite Freikirche
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist eine weltweit organisierte Freikirche mit über 21 Millionen mündig getauften Mitgliedern in 213 Ländern. In Deutschland gibt es knapp 35.000 Mitglieder.

Die Freikirche ist wie folgt organisiert: Die örtlichen Kirchengemeinden in einem bestimmten Gebiet gehören zu einer regionalen Kirchenleitung (Vereinigung), mehrere Vereinigung bilden als überregionale Kirchenleitung einen Verband, die Verbände gehören zur Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), die 13 teilkontinentale Kirchenleitungen (Divisionen) unterhält. Die deutschen Adventisten sind der Intereuropäischen Division (EUD) mit Sitz in Bern/Schweiz angeschlossen.

In Deutschland gibt es den Norddeutschen Verband mit den Vereinigungen Berlin-Mitteldeutschland (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen), Hansa (Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern), Niedersachsen-Bremen sowie Nordrhein-Westfalen. Der Süddeutsche Verband umfasst die Vereinigungen Baden-Württemberg, Bayern und Mittelrhein (Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland).




7. MEDIA-DAY der Adventisten: „Brauchen Medien Ethik?“

Bilder als „schnelle Schüsse ins Gehirn“
Dr. phil. Bojan Godina, Medienpädagoge und Theologe sowie Autor mehrerer Bücher, sprach als Gastredner über den Umgang mit Wahrheit und Fiktion in der Medienwelt. In den Medien gehe es ums „Wettrennen um die Aufmerksamkeit“ der Konsumenten, welches die Säulen unserer Gesellschaft zerstöre, so Godina. Der Verhaltens-wissenschaftler Werner Kroeber-Riel habe seine Studien zur Bildwirkung folgendermaßen zusammengefasst: „Bilder sind schnelle Schüsse ins Gehirn“, zitierte Godina, da Bilder ohne Filter aufgenommen würden. Bilder könnten auf diese Weise ihre Wirkung unmittelbar erzielen, ohne eine filternde beziehungsweise kritische Instanz dazwischen. Dies mache sich die Werbewirtschaft mittels des Neuromarketings zu Diensten.

Godina forderte die Zuhörenden auf, Wahrheitsaufklärung und erbauliche emotionale Beeinflussung zu leisten. Alles müsse dabei echt sein. Weder Text noch Bild dürften manipuliert und Menschen nicht durch Spott abgewertet werden. Ethische Medienprobleme seien nur ein Schatten einer größeren problematischen Realität. Es gelte, die vierte Macht im Staat, die Medien, zu verstehen und zu achten, aber nicht zu missbrauchen.

Project Slam
Die rund 90 Teilnehmenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind mehrheitlich in den Bereichen Film, Fernsehen, Radio, Design, Fotografie, Journalismus, Kommunikation und Internet tätig. Im „Project Slam“ nutzten 17 von ihnen die Möglichkeit, ihre Projekte in Beiträgen von jeweils zehn Minuten Dauer vorzustellen. Viele dieser Projekte drehten sich um die Frage, wie im Medienzeitalter die gute Nachricht von Jesus Christus säkularisierten Zeitgenossen mittels heutiger Technik vermittelt werden kann.

MEDIA-DAY-Preis
Mit dem MEDIA-DAY-Preis wurde dieses Jahr Darleen Besmann ausgezeichnet, die auf YouTube den Kanal „MultiMOMS“ mit wöchentlichen Videos für junge Mütter bespielt (www.multimoms.de).




Verschwörungstheorien: „Wer nichts mehr glaubt, glaubt am Ende alles“

Verschwörungstheorien: eine säkularisierte Form von Aberglauben?
Verschwörungsgläubige legten einen missionarischen Eifer an den Tag, wenn es um die Verbreitung ihrer Theorien gehe, sagte Dieter Sträuli, Psychologe und Vorstandsmitglied von infoSekta. Er fragte, ob Verschwörungstheorien eine säkularisierte Form von Aberglauben seien, eine Art von Ersatzreligion. Sträuli erläuterte, dass Verschwörungstheorien ihre Wurzeln in der Struktur einer Person hätten.

Wie lassen sich Verschwörungstheorien gesellschaftlich erklären?
Christian Ruch, Historiker und Soziologe, definierte in seinem Workshop eine Verschwörung als eine Handlung von mindestens zwei Personen, die sich im Verborgenen auf ein Ziel einigen, das nur im Verborgenen erreicht werden könne und oft die Veränderung der Machtstruktur zum Ziel habe. Verschwörungstheorien seien keine Erscheinung der Neuzeit, so Ruch. 1348 wären die Juden im Zusammenhang mit der Pest der Brunnenvergiftung bezichtigt und verfolgt worden. „Hexen“ seien für Missernten verantwortlich gemacht und umgebracht worden. Neu sei heute die Verbreitungsgeschwindigkeit von Verschwörungstheorien.

Dass Verschwörungstheorien zunehmend auftreten würden, bezeichnete Ruch als „Symptome von Unsicherheit und Angst“ in Krisenzeiten. Das gesellschaftliche Urvertrauen in die Institutionen sei am Schwinden und mache einem Urmisstrauen Platz. Hinzu komme, dass das Mehr an Wissen eine hochkomplexe Lebenswelt und Gesellschaft schaffe, was diese kaum durchschaubar mache. Anhänger von Verschwörungstheorien seien hyperrational, weil sie überall Sinn und Absicht sehen würden und auch in zufälliges Geschehen Absicht hineininterpretierten, so der Soziologe. „Verschwörungstheoretiker kennen keinen Zufall“, erklärte Ruch. Auch dass es verschiedene Erklärungs- und Deutungsmöglichkeiten geben könne, werde von ihnen geleugnet.

Staatsverweigerer und ihre Vernetzung
Staatsverweigerer lehnten staatliche Strukturen ab, sagte der freie Journalist Raimond Lüppken in seinem Workshop. Begründet werde dies damit, dass Gesetze für „Personen“ gemacht, sie aber „Menschen“ seien. Er erwähnte zur Illustration die „Reichsbürger“ in Deutschland und „Anastasia“, eine in Russland gegründete New-Age-Bewegung. Viele Staatsverweigerer lehnten es ab als Rassisten bzw. Antisemiten bezeichnet zu werden. Sie seien Ethnopluralisten, die für die kulturelle Reinerhaltung von Gesellschaften eintreten würden und die Vermischung der Ethnien ablehnten. Laut Lüppken lehnten viele Staatsverweigerer auch das Impfen ab, seien gegen staatliche Schulen, setzten sich für die klassische Rollenverteilung von Mann und Frau ein und hätten Angst vor „Umvolkung“, wie dies durch die gelenkten „Flüchtlingsströme“ geschehe.

Im Sinnlosen Sinn finden?
Dr. Matthias Pöhlmann, Theologe sowie Vorsitzender der Konferenz der Landeskirchlichen Beauftragten für Sekten- und Weltanschauungsfragen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), beschäftigte sich in seinem Referat mit theologischen Unterscheidungskriterien zum Verschwörungsglauben. Für Pöhlmann handelt es sich beim Verschwörungsglauben um eine globalisierte Version einer Religion. Zufall und Chaos in der Welt schaffe Unerklärliches, womit sich Verschwörungsgläubige nicht abfinden wollten und Schuldige bzw. sinnvolle Welterklärung und Gesetzmäßigkeiten suchten.

Es handle sich dabei um die Verweltlichung eines Aberglaubens, und die Verschwörungstheorie werde zu einer Ideologie, so der EKD-Kirchenrat. Es werde von einer „neuen Weltordnung“ mit der Etablierung einer globalen Elite gesprochen. Verschwörungsmythen entstünden, wenn Menschen keine Teilhabe mehr an Entscheidungsprozessen hätten bzw. Regierende und Regierte sich voneinander entfernten. Verschwörungsgläubige sähen sich laut Pöhlmann als Wissende und Aufgeweckte, die Mehrheit der Bevölkerung als Unwissende. Da es für sie keinen Zufall gebe, erklärten sie das Böse mit skrupellosen Verschwörern. Verschwörungstheorien seien selbstimmunisierend, verallgemeinernd und gefährlich, da sie Sündenböcke suchten.

Der Theologe bezeichnete den Verschwörungsglauben als eine „schlecht säkularisierte Theologie“. Die Theodizee, also die Frage nach der Gerechtigkeit bzw. Rechtfertigung Gottes angesichts des Bösen in der Welt, werde auf Menschen als Verursacher umgemünzt und erklärt. Es werde nicht mehr gefragt, weshalb Gott dies oder jenes zulasse, sondern: ‚Weshalb passiert mir dies?‘ und dann werde ein Sündenbock gesucht. Verschwörungsgläubige verstünden sich als Aufklärer einer hinters Licht geführten Bevölkerung, agierten äußerst missionarisch, wobei sich das Internet als idealer Multiplikator anbiete, sagte der Theologe.

Demnach bestehe für Christen eine zweifache Aufgabe im Umgang mit Verschwörungsgläubigen. Man müsse den Dialog suchen und die „Geister unterscheiden“. Es brauche sowohl eine religions- und weltanschauliche Aufklärung als auch Seelsorge, so Pöhlmann. Benötigt werde „Götzenkritik“ an dieser säkularisierten Ideologie, da der Verschwörungsglaube eine „Vergöttlichung des Weltlichen“ und somit eine Übertretung des ersten Gebots sei. Es handle sich um einen „versekteten Verschwörungsglauben“, der auf Täuschung fuße und zu Enttäuschung führe. Es gehe dabei immer auch darum, die Ängste und Motive des Verschwörungsglaubens ins Auge zu fassen, um Menschen entsprechend zu begleiten und die Abkehr zu ermöglichen, sagte Pöhlmann. Dass bei gewissen Menschen aus einer Verschwörungstheorie ein Ersatzglaube werden kann, fasste Matthias Pöhlmann so zusammen: „Wer nichts mehr glaubt, glaubt am Ende alles.“




Chrischona stärkt Bildungsarbeit und erneuert Strukturen

Chrischona-Direktor wird tsc-Mitarbeiter
Demnach wird Thomas Rudin, bisheriger Präsident des Komitees von Chrischona International, neuer Präsident des Vereins Theologisches Seminar St. Chrischona und René Winkler, Chrischona-Direktor, wird nach einer Auszeit ab März 2019 als Mitarbeiter des tsc ohne Leitungsfunktion neu einsteigen. „Ich habe mich entschieden, mich auf die Chancen der Veränderungen zu konzentrieren und auf Jesus Christus zu vertrauen. Wir haben hier am Theologischen Seminar St. Chrischona noch einen großen Auftrag“, erklärte er.

tsc-Netzwerk: „evangelische Lern- und Ausbildungsgemeinschaft“
Laut tsc-Pressemitteilung werden im „tsc-Netzwerk“ viele Chrischona-Verbands-mitglieder künftig zusammenarbeiten. Benedikt Walker, Rektor des tsc, definierte das tsc-Netzwerk als „evangelische Lern- und Ausbildungsgemeinschaft“. Das Theologische Seminar St. Chrischona erhoffe sich enger mit Verbänden, Werken und Menschen zusammenarbeiten zu können, so Walker. Auch einzelne Gemeinden könnten Netzwerkpartner werden. „Mein Traum ist es, dass im tsc-Netzwerk eins plus eins drei ergibt“, verkündete Benedikt Walker.

Netzwerkvereinbarung von Chrischona Schweiz und Chrischona Deutschland
Die Gemeindeverbände Chrischona Schweiz und Chrischona Gemeinschaftswerk Deutschland unterschrieben am 7. November die Netzwerkvereinbarung. „Das ist die Struktur, die wir brauchen, wenn wir die Menschen der heutigen Zeit mit dem Evangelium erreichen wollen“, sagte Peter Gloor, Leiter Chrischona Schweiz.




Adventisten in Nordamerika stellen Abgabenhöhe an Weltkirchenleitung infrage

Hintergrund des Antrages zu den Finanzabgaben ist die Tatsache, dass die NAD derzeit 6,35 Prozent ihres speziellen Spendenaufkommens („Zehnteneinnahmen“) an die adventistische Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) weitergibt, mit einer schrittweisen Reduzierung auf 5,85 Prozent bis 2020. Andere teilkontinentale adventistische Kirchenleitungen geben allerdings nur zwei Prozent dieser Einnahmen weiter. Die Delegierten stellten einen Antrag zur Aushandlung einer Neuregelung. Der Antrag wurde so formuliert, dass mit der Generalkonferenz die Frage der Finanzparität mit dem Ziel erörtert werden soll, die Parität in zwei bis drei Jahren zu erreichen.

Verschiedene Delegierte äußerten vor der Abstimmung ihre Ansichten sowohl für als auch gegen den Antrag. Der Finanzvorstand der Generalkonferenz, Juan Prestol-Puesán, bat die Delegierten laut AR, Vorsicht walten zu lassen und langsamer vorzugehen mit der Begründung, dass ansonsten dem missionarischen Auftrag der Kirche weltweit geschadet werden würde. „Selbst 5 Jahre sind zu kurz“, sagte Prestol-Puesán und erwähnte auch, dass er viele Jahre lang als Finanzvorstand in der NAD tätig war, bevor er zur Weltkirchenleitung wechselte. Prestol-Puesán wies laut Spectrum ferner darauf hin, dass es sich bei den Prozentabgaben der Zehnteneinnahmen um Regelungen handele, die von der Weltkirchenleitung festgelegt worden seien. Eine Änderung seitens der NAD wäre nicht regelkonform. Dennoch wurde der Antrag mit 121 zu 90 Stimmen angenommen.

Persönlicher Appell des Präsidenten
Daniel Jackson drückte am Ende des Sitzungstages spontan und offen seinen Verdruss darüber aus, dass die teilkontinentale adventistische Kirchenleitung von manchen als illoyal angesehen werde. Dem hielt er entgegen: „Es gibt eine enorme Loyalität zur Kirche in der Nordamerikanischen Division“, so Jackson. Gleichzeitig machte Jackson klar, dass es in der Frage der angestellten Pastorinnen auf dem Gebiet der NAD kein Zurück geben würde: „Wir werden nicht aufhören, weibliche Pastoren einzustellen.“




„Schuld und Versagen“ sowie „Mut zum Frieden“

Mut zum Frieden
„Mut zum Frieden“ lautet die Stellungnahme der Adventisten zum Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Sie wurde bereits am 4. Dezember 2017 während der Jahressitzung des Ausschusses der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland beschlossen und in der Februar-Ausgabe 2018 der Kirchenzeitschrift „Adventisten heute“ veröffentlicht. Die Freikirchenleitung empfiehlt in der Erklärung ihren Mitgliedern, sich weder direkt noch indirekt an einem Krieg zu beteiligen.

Dabei gelte zu bedenken, dass Krieg nicht gerecht sei. „Hinter jedem militärischen Konflikt stecken offene und versteckte Interessen, die nicht vom reinen Streben nach Gerechtigkeit getrieben sind.“ Das Schicksal der Menschen in Konfliktgebieten sei häufig zweitrangig. „Wenn ein Krieg endet, heißt das nicht, dass damit der Frieden begonnen hat.“ Das sei eine Lehre aus dem Ersten Weltkrieg, der erst der Auftakt einer modernen Kriegsführung gewesen wäre. Heute habe sich die Art und Weise, wie Kriege geführt würden, durch Cyberkrieg, Drohnenangriffe, autonome Waffensysteme, Bedrohung durch ABC-Waffen und weltweitem Terrorismus noch einmal drastisch verändert. Dabei seien die Konfliktlinien und Kriegsparteien oft nicht mehr eindeutig auszumachen, so die Stellungnahme.

Kein freiwilliger Dienst in der Bundeswehr
„Jesus Christus hat seine Nachfolger zu Friedensstiftern berufen“, wird in der Erklärung hervorgehoben. Wo Menschen im Frieden mit Gott lebten, suchten sie auch den Frieden mit Menschen; denn der Friede sei unteilbar und durchdringe alle Lebensbereiche. Daher empfiehlt die Freikirchenleitung ihren Mitgliedern sowie den Mitgliedern der Adventjugend in Deutschland, „sich weder direkt an einem Krieg im Rahmen des freiwilligen Dienstes in der Bundeswehr noch indirekt bei der Vorbereitung eines Kriegs durch Mitwirkung an der Waffen- und Zubehörproduktion sowie an der Informationstechnik zu beteiligen.“ Seit Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland im Jahr 2011 biete die Bundeswehr Anreize, sich freiwillig für die Streitkräfte zu verpflichten, etwa eine Berufsausbildung oder ein Studium. Trotzdem „ermutigt unsere Kirche aufgrund des nichtkämpferischen Grundgedankens der Bibel … niemanden, sich dem Militär anzuschließen“, wird der Präsident der adventistischen Generalkonferenz (Weltkirchenleitung), Pastor Ted N. C. Wilson, zitiert. Er macht darauf aufmerksam, dass die Siebenten-Tags-Adventisten „ihr historisches Zeugnis für den Frieden und den Dienst ohne Waffen“ seit ihrem Bestehen nicht aufgegeben hätten.

Friedensstifter beginnen im eigenen Umfeld
„Frieden zu stiften fängt in den menschlichen Beziehungen des eigenen Umfelds an und setzt sich von dort fort bis in gesellschaftspolitische Verantwortungsübernahme“, so die deutsche Freikirchenleitung in ihrer Erklärung. Zum Frieden beitragen könne daher auch der Einsatz für die Religionsfreiheit, Armutsbekämpfung durch Bildung, Erhaltung der Gesundheit durch Krankenhäuser und Gesundheitsaufklärung, Unterstützung von Lebensqualität durch die Arbeit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) sowie des Advent-Wohlfahrtswerks (AWW). Versöhnung, Vergebung, Frieden und Gerechtigkeit würden nur auf dem Boden einer gewaltfreien Lebensart gedeihen; so, wie es Jesus Christus, in seinem Leben und Sterben vorgelebt habe. Deshalb werden die Mitglieder der Freikirche aufgefordert, ihre Verantwortung in dieser Welt gewaltfrei auszuüben. Da Adventisten glauben, dass mit Jesu Wiederkunft das Friedensreich Gottes „auf uns zukommt“, sollten sie diesem Friedensreich schon heute durch ihr Verhalten entgegengehen.

Schuld und Versagen im Ersten Weltkrieg
Kurz nach der allgemeinen Mobilmachung empfahl am 2. August 1914 die mitteleuropäische Leitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Hamburg in einem Rundschreiben den einberufenen Adventisten, ihre „militärischen Pflichten freudig und von Herzen [zu] erfüllen“, von den Kriegswaffen Gebrauch zu machen und auch am Sabbat den Kriegsdienst zu versehen. Das Schreiben und weitere derartige Veröffentlichungen riefen während des Ersten Weltkriegs in den Gemeinden einen vielschichtigen Protest hervor, der zu Spannungen führte. Daran erinnert eine Stellungnahme zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, welche die Ausschüsse des Süd- und Norddeutschen Verbandes der Freikirche am 6. und 13. April 2014 beschlossen und in der Gemeindezeitschrift „Adventisten heute“, Mai 2014, unter dem Titel „Schuld und Versagen“ veröffentlichten.

Viele Adventisten hätten in diesem „Großen Krieg“ ein Zeichen des Weltendes gesehen. Während vor dem Krieg nicht wenige Adventisten den Dienst beim Militär am Sabbat (Samstag) verweigert und dafür teilweise drastische Strafen in Kauf genommen hätten, sei von manchen bei Kriegsbeginn die Meinung vertreten worden, zur Vorbereitung auf die unmittelbar bevorstehende Wiederkunft Jesu gehöre es, auch den Gebrauch der Waffe abzulehnen, heißt es in der Erklärung.

„Heute erkennen und bekennen wir“, so die beiden deutschen Ausschüsse der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, „dass unsere Väter in diesen Auseinandersetzungen oftmals nicht im Geist der Liebe und Versöhnung gemäß dem Vorbild Jesu gehandelt haben.“ Aus Sorge um den Bestand der Glaubensgemeinschaft seien Ratschläge erteilt worden, die dem Wort Gottes widersprochen und zu tiefgreifenden Verletzungen geführt hätten. Die damalige adventistische Leitung sei ihrer Verantwortung gegenüber den Gemeinden nicht gerecht geworden. Sie habe Glaubensgeschwister, die ihrer Meinung widersprachen, zu Unrecht des „Abfalls“ vom wahren Glauben bezichtigt und in einzelnen Fällen sogar von staatlichen Behörden verfolgen lassen.

Als Botschafter des Friedens und der Versöhnung wirken
In der Stellungnahme vom April 2014 wird zwar darauf hingewiesen, dass die damaligen Verantwortungsträger bereits 1920 und erneut 1923 ihre Erklärungen zum Kriegsdienst als „fehlerhaft“ zurückgenommen und bedauert hätten, „dass solche Dokumente herausgegeben worden sind“. Dennoch bekräftigen die beiden jetzigen deutschen Freikirchenleitungen: „Auch wenn heute niemand der damals Beteiligten mehr am Leben ist, so bitten wir doch ihre Kinder und Nachkommen … um Entschuldigung für unser Versagen. Wir haben aus unserer leid- und schmerzvollen Geschichte gelernt, dass Kinder Gottes berufen sind, Menschen des Friedens zu sein und jede Form von Gewaltanwendung gegenüber Unschuldigen abzulehnen. Wir glauben, dass Nachfolger Jesu den Aussagen der Heiligen Schrift am besten Folge leisten, wenn sie in ihrer Umgebung als Botschafter des Friedens und der Versöhnung wirken.“

Die Erklärung „Mut zum Frieden“ kann im Internet heruntergeladen werden unter:
https://www.adventisten.de/fileadmin/adventisten.de/files/downloads/Dokumente_und_Stellungnahmen__%C3%B6ffentlich_/2017-12-04_Mut_zum_Frieden.pdf

Die Erklärung von 2014 „Schuld und Versagen“ ist zu finden unter:
https://www.apd.info/wp-content/uploads/2018/11/ah-2014-05_-_erklrung_der_sta_in_d_zum_1-_weltkrieg.pdf




Nordamerikanische Adventisten nehmen Stellung zum Beschluss der Weltkirchenleitung

Das Dokument der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), auf das die nordamerikanische Kirchenleitung mit ihrer Stellungnahme reagiert, trägt den Titel: „Beachtung und Durchführung der Beschlüsse der Generalkonferenz-Vollversammlung und des Exekutivkomitees der Generalkonferenz“ und wird im Folgenden mit „Dokument“ bezeichnet.

Die Erklärung der nordamerikanischen Kirchenleitung betont deren Übereinstimmung mit der Weltkirche in allen 28 Glaubensüberzeugungen der Adventisten sowie die „Verpflichtung zur Einheit im Leib Christi“. Das Dokument der Generalkonferenz stehe „im Widerspruch zur Kultur des Respekts und der Zusammenarbeit“ wie dies die Bibel lehre, so die NAD.

Handlungsaufforderungen an die Weltkirchenleitung
Die NAD-Stellungnahme enthält daher drei Handlungsaufforderungen an die adventistische Weltkirchenleitung: 1. Der getroffene Beschluss bezüglich des Dokuments soll wieder aufgehoben werden. 2. Alle Richtlinien zu überarbeiten, die es einer Mehrheit kirchlicher Verwaltungseinheiten ermöglicht, einer Minderheit den Umgang mit Themen zu diktieren, die keine kirchlichen Lehraussagen oder keine biblischen Belange betreffen. 3. Die Weltkirche soll eine Erklärung abgeben, die den gemeinsamen Respekt vor dem Reichtum und der Vielfalt der verschiedenen Kulturen bekräftigt sowie einen kontextsensiblen Dienst stärkt.

Originaltext (auf Englisch) der Antwort der NAD zum Dokument der Weltkirchenleitung:
https://www.nadadventist.org/sites/default/files/2018-11/Writing%20Committee%20Report-Final.rev__0.pdf




Schweiz: Christen, Juden und Muslime erstmals mit gemeinsamer Flüchtlingserklärung

„Diese Erklärung hat somit einmaligen Charakter und bedeutet einen großen Schritt im interreligiösen Dialog“, schreiben die Religionsgemeinschaften in ihrer Pressemitteilung. Wenn es um den Schutz von Flüchtlingen und deren Integration geht, komme den Religionsgemeinschaften und ihren Organisationen eine tragende Rolle zu. Vor diesem Hintergrund hat der frühere Flüchtlingshochkommissar und heutige Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, 2012 den internationalen Dialog „Faith and Protection“ („Glaube und Schutz“) angestoßen. Die Religionsgemeinschaften sollten sich in diesem Sinn auch zukünftig für den Flüchtlingsschutz einbringen.

Die im Schweizerischen Rat der Religionen vertretenen Religionsgemeinschaften haben dieser Aufforderung Folge geleistet und nehmen mit ihrer gemeinsamen Flüchtlingserklärung nun eine Vorreiterrolle ein. Bischof Harald Rein, Bischof der christkatholischen Kirche der Schweiz und amtierender Vorsitzender des Schweizerischen Rates der Religionen, betont: „Für Juden, Christen und Muslime gilt: Jeder Mensch ist Geschöpf Gottes und steht somit unter dessen Schutz. Für uns Gläubige ergibt sich daraus eine besondere Verantwortung gegenüber den Flüchtlingen.“

Fünf Appelle für einen starken Flüchtlingsschutz
Aus diesem Verständnis leiten die Religionsgemeinschaften insgesamt fünf Appelle zur Schweizerischen Flüchtlingspolitik ab, die sie in Form einer gemeinsamen Erklärung am 7. November veröffentlicht haben:

1. Schutz vor Ort: Der erste Appell thematisiert den Schutz vor Ort, welcher ein wichtiges Ziel der Schweizer Flüchtlings- und Außenpolitik sein sollte. 2. Legale Fluchtwege: Die Religionsgemeinschaften appellierten zudem an Staat und Politik legale Zugangswege in Form von Resettlement-Programmen als zentralen und dauerhaften Bestandteil im Schweizer Asylsystem zu verankern und die Vergabe von humanitären Visa zu erleichtern. 3. Faire und effektive Asylverfahren: In der Schweiz brauche es zudem faire und effektive Asylverfahren, in denen der Flüchtlingsbegriff gemäß Genfer Flüchtlingskonvention umfassend angewendet wird. So sollen von Bürgerkrieg betroffene Menschen den Flüchtlingsstatus statt einer vorläufigen Aufnahme erhalten. 4. Integration – gleichberechtigte Teilhabe: Unerlässlich sei auch, dass dem Recht auf Familienleben Rechnung getragen werde, sowie einer frühzeitigen Integration von Flüchtlingen. 5. Rückkehr in Würde: Weiter wird eine Rückkehr in Würde für Personen gefordert, welche die Kriterien für die Schutzgewährung nicht erfüllen, das sogenannte „Resettlement“. Dazu gehörten menschenrechtliche Standards beim Vollzug und die Beachtung des Kindeswohls in jeder Situation.

UNHCR spricht von „Vorzeigeprojekt“
Das Büro des Flüchtlingshilfswerks der UNO (UNHCR) für die Schweiz und Liechtenstein hat die Realisierung der Interreligiösen Erklärung zu Flüchtlingsfragen unterstützt. „Die interreligiöse Erklärung zu Flüchtlingsfragen, als Ergebnis einer Zusammenarbeit von UNHCR und Religionsgemeinschaften in der Schweiz, ist ein wichtiges Vorzeigeprojekt, das hoffentlich auch in weiteren Ländern Schule macht“, so Anja Klug, Leiterin des Büros des UNHCR in der Schweiz.

Religionsgemeinschaften
Folgende Religionsgemeinschaften und Organisationen haben die fünf Appelle zum Schutz von Flüchtlingen auf den Weg gebracht: Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund (SIG), Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund (SEK), Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Christkatholische Kirche der Schweiz, Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz (FIDS), Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS), Schweizerischer Rat der Religionen.

Die „Interreligiöse Erklärung zu Flüchtlingsfragen“ kann hier heruntergeladen werden: https://bit.ly/2PeLmHL




Bayern: Adventisten gratulieren Söder

Pastor Dorn bat Söder, sich dabei „von den Werten des christlichen Glaubens leiten“ zu lassen. Dies würde dazu beitragen, „bei der Ausübung des Amtes ein frohes und dankbares Herz zu bewahren“. Dorn weiter: „Seien Sie sich der betenden und solidarischen Unterstützung vieler Christinnen und Christen gewiss.“ Er wünschte dem am 6. November erneut gewählten Ministerpräsidenten und seiner Familie Weisheit, Tatkraft und Gottes Segen.

Adventisten in Bayern
Die Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern sind Teil einer weltweiten evangelischen Freikirche, die aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervorging. Gegenwärtig zählt sie über 20 Millionen erwachsene Mitglieder in 213 Ländern der Erde. In Bayern sind rund 4.500 Mitglieder in 70 Kirchengemeinden organisiert.




Otto Uebersax – ehemaliger Kirchenleiter der Adventisten mit 102 Jahren verstorben

Otto Uebersax wurde am 29.08.1916 in Tschechien geboren, wo er auch seine Jugendzeit verbrachte. Nach Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung und einem Predigerlehrgang in der damaligen „Industrie- und Missionsschule Friedensau“, der heutigen „Theologischen Hochschule Friedensau“ (bei Magdeburg), begann er im Alter von 26 Jahren, mitten im 2. Weltkrieg, seinen Dienst als Bibelarbeiter der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

1945 zog er in die Schweiz und arbeitete zuerst als Mitarbeiter eines Pastors in der französischsprachigen Westschweiz, ehe er in die Deutschschweizerische Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten wechselte. Von 1946 bis 1950 leitete er die Jugendabteilung, dann wechselte er von 1950 bis 1953 als Abteilungsleiter zur Kirchenleitung in Österreich. Von 1953 bis 1965 übernahm er die Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutsch-schweiz bevor er von 1966 bis 1979 als Kirchenleiter der Adventisten in Österreich diente.

Im Jahr 1979 kehrte er in die Schweiz zurück und beendete 1982 seinen offiziellen Dienst in der Schweiz. Nach seiner Pensionierung leitete er von 1982 bis 1989 die Adventgemeinden in Israel. Otto Uebersax sprach Tschechisch, Russisch, Deutsch, Französisch und Englisch und studierte während seines Einsatzes in Israel die moderne hebräische Sprache an der Universität Haifa. Nach seiner definitiven Rückkehr in die Schweiz predigte er regelmäßig in diversen Adventgemeinden der Deutschschweiz und nahm weiterhin eine aktive Rolle im Kirchengemeindeleben ein.

Seine Erfahrungen mit Gott, zwischen 1940 bis 1944 als Auslandschweizer im Dritten Reich, publizierte er 2004 in einem Buch mit dem Titel „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Otto Uebersax verbrachte seine letzten Jahre im Alters- und Pflegeheim Oertlimatt, einer Stiftung der Siebenten-Tags-Adventisten.

„Zeitlebens war Otto eine Persönlichkeit des Ausgleichs und der Versöhnung. Er sah seine Aufgabe innerhalb seiner Verantwortungsbereiche immer wieder in der Ermutigung zum Guten, im Vermeiden von Wunden und in der klugen und heilsamen Vermittlung zwischen Gegensätzen“, schreibt die Deutschschweizer Kirchenleitung in ihrem Nachruf.




Pfingstgemeinden: Kirchen-Magazin „GEISTbewegt!“ wird eingestellt

Das seit Jahrzehnten erscheinende Magazin des BFP erschien zunächst als Zeitschrift „Der Leuchter“ in einfacher Aufmachung. Später wurde daraus „Wort und Geist“, danach „GEISTbewegt!“. Allerdings würden aktuell durch die elektronischen Kommunikationswege wesentlich mehr Menschen als über das Printmedium erreicht, so die Pressestelle. Dies soll weiter ausgebaut und ergänzt werden. Die Möglichkeit, zukünftig ein unregelmäßiges erscheinendes Magazin herauszugeben, werde jedoch weiterhin geprüft.

Nach eigenen Angaben ist der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) die zweitgrößte Freikirche innerhalb der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) in Deutschland. Zum BFP zählen 56.275 Mitglieder in 820 Gemeinden. 316 davon (38,5 Prozent) sind Migrationsgemeinden. Weitere Infos unter: www.bfp.de




Baumpflanzungen im Luthergarten Wittenberg abgeschlossen

Der letzte Baum des Luthergartens ist eine kleinkronige Winterlinde. Sie wurde für das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB), dem Initiator des Projektes, gepflanzt. Neben dem Baum für das DNK/LWB wurden elf weitere Bäume gepflanzt, unter anderem von Kirchen und Einrichtungen aus den USA, aus Tansania, dem Irak, der Tschechischen Republik und Italien. Zu jedem dieser Bäume soll auch ein Partnerbaum in der Heimatkirche gepflanzt werden, teilte das DNK/LWB mit. „Der Luthergarten ist ein lebendiges Reformationsdenkmal“, betonte die Direktorin des LWB-Zentrums Wittenberg, Inken Wöhlbrand.

Auch die Adventisten pflanzten zwei Bäume
Unter den 500 Bäumen befinden sich auch zwei Bäume der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Am 3. März 2015 führten deren Freikirchenleitungen in Berlin-Mitteldeutschland und in Niedersachsen-Bremen im Luthergarten eine symbolische Pflanzung mit je einem Rot-Ahorn durch. Die beiden Partnerbäume stehen auf dem Gelände der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg und dem Seniorenheim der Freikirche in Uelzen.

Weitere Informationen über den Luthergarten, inklusive Angaben zu allen gepflanzten Bäumen, sind unter www.luthergarten.de zu finden.




Weihnachtsmarke 2018: „Mit Licht gemalt – Weihnachten im Kirchenfenster“

Nach der völligen Zerstörung im 2. Weltkrieg und folgendem Wiederaufbau wurde St. Stephan zu einem Symbol christlich-jüdischer und deutsch-französischer Versöhnung, heißt es in der Beschreibung der Marke seitens der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. (BFW). Der in Russland geborene, im Krieg vor den Deutschen geflohene und schließlich in Frankreich lebende jüdische Künstler Marc Chagall gestaltete dort von 1976 bis 1985 neun Kirchenfenster. Das auf der Marke abgebildete Motiv der Maria mit dem Jesuskind findet sich im rechten, süd-östlichen Chorfenster. Die Kirchenfenster seien Zeugnis der Versöhnung zwischen Gott und Menschen wie auch von der Versöhnung der Menschen untereinander, so die BFW.

Das Sozialwerk Wohlfahrtsmarken besteht seit 1949. Der Erlös aus dem Verkauf der Sonderpostwertzeichen kommt den in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BFW) zusammengeschlossenen Wohlfahrtsverbänden (AWO Bundesverband, Deutscher Caritasverband, Der Paritätische – Gesamtverband, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Deutschland und Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland) zugute. Diese helfen nach Angaben der BFW überall dort, wo staatliche Hilfe nicht ausreicht. Die Weihnachtsmarke 2018 ist bei allen Postfilialen, Vertriebsstellen der Freien Wohlfahrtspflege und beim Advent-Wohlfahrtswerk e.V., Hildesheimer Straße 426, 30519 Hannover, Telefon 0511-97177300, E-Mail mail@aww.info, erhältlich.




„Wortschatz“: neue Fernsehserie auf dem Hope Channel

In jeder Sendung sei die Theologin Marjukka Ostrovljanovic „auf der Spur von Schätzen in der Bibel“, teilte der Sender mit. Sie gehe auf eine Entdeckungsreise in den Geschichten der Bibel, ihren Weisheiten, Dichtungen, Sprüchen und Prophetien, die darauf warteten, entdeckt zu werden.

In der ersten Episode „Emmanuel“ untersuche Ostrovljanovic die Geburtsgeschichte Jesu und spüre einer spannenden Prophezeiung des alttestamentlichen Propheten Jesajas nach. „Wortschatz“ wird ab dem 3. November 2018 immer samstags um 19:30 Uhr ausgestrahlt. Alle Sendungen sind nach der Erstausstrahlung auch in der Hope Channel-Mediathek abrufbar: www.hopechannel.de/tv/mediathek/serie/ml/wortschatz/

Hope Channel
Hope Channel Deutsch ist ein TV-Sender der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der vom Medienzentrum Stimme der Hoffnung e. V. mit Sitz in Alsbach-Hähnlein betrieben wird. Der Sender gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus über 50 nationalen Sendern besteht.




USA: Adventisten bestürzt über Attentat auf Synagoge in Pittsburgh

„Unsere Gedanken und Gebete gelten den Familien der Getöteten und all unseren jüdischen Brüdern und Schwestern“, heißt es in der Erklärung. Die Vereinigten Staaten seien auf dem Prinzip der Religionsfreiheit gegründet worden, und „wenn dieses Recht einer Glaubensgemeinschaft genommen wird, leiden wir alle“. Nichts sei „heiliger als das Recht, unseren Gott in der Geborgenheit unserer Anbetungsstätten gemeinsam mit denen, die wir lieben, anzubeten“, so die NAD-Kirchenleitung.

Sie sei auch beunruhigt über andere Gewalttaten und den Hass, wie er sich jüngst gezeigt habe. Beides trage dazu bei, das Land zu spalten. „Unsere Vielfalt macht uns stärker; sie spiegelt die Kulturen, Religionen und Ethnien der Welt wider“, so die Erklärung. In Zeiten wie diesen müssten sich die Amerikaner zusammenschließen, um allen zu helfen, die von solch hasserfüllten Handlungen betroffen seien. In Zeiten der Not spielten Rasse, Geschlecht, Volkszugehörigkeit oder Religion keine Rolle: „Wir sind alle Kinder Gottes und brauchen Mitgefühl und seine Liebe.“

Unterzeichnet wurde die Erklärung von den leitenden Amtsträgern der teilkontinentalen Kirchenleitung der Adventisten in Nordamerika: Daniel R. Jackson, Präsident, G. Alexander Bryant, Generalsekretär und G. Thomas Evans, Finanzvorstand.




„Wir weigern uns, Feinde zu sein“

Aus Deutschland nahm Harald Rückert, Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), als Vertreter des internationalen Bischofsrats der United Methodist Church, an der Konferenz teil. Rückerts Amtsvorgängerin Rosemarie Wenner war als „Genfer Sekretärin“ ebenfalls Teilnehmerin dieser Reise. Mit diesem Amt hält sie in ihrem Ruhestand den Kontakt zwischen dem Weltrat Methodistischer Kirchen und dem in Genf ansässigen Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) sowie anderen kirchlichen Weltbünden.

Während der Konferenz reiste die Delegation des Weltrats Methodistischer Kirchen ins Jordantal, zur Westbank und nach Jerusalem, um sich vor Ort zu informieren. Begleitet wurde sie dabei von den Mitarbeitenden des Methodistischen Verbindungsbüros in Jerusalem und von Personen, die zur Organisation „Eco Peace“ gehören, teilte Rosemarie Wenner mit. Diese Organisation unterhält Büros in der jordanischen Hauptstadt Amman sowie in Ramallah, dem Sitz der Palästinensischen Autonomiebehörde, und im israelischen Tel Aviv. Eco Peace sei die einzige Organisation, die mit den drei Regierungen in dieser konfliktträchtigen Region zusammenarbeite. Sie bringe Menschen dieser Regionen zusammen und fördere ein Bewusstsein für die Bedeutung des Naturschutzes, wirke auf eine faire Verteilung der Ressource Wasser hin und setze sich dafür ein, politische Gräben zu überwinden.

Massive Eingriffe in die Wasserversorgung
„Im Westjordanland hörten wir von massiven Eingriffen in die Wasserversorgung durch den Ausbau der jüdischen Siedlungen und vom Überlebenskampf der Bauern und Beduinen, die von Umsiedlungen bedroht sind“, berichtete Bischöfin i.R. Rosemarie Wenner. Aber auch von internationaler Solidarität und vom Durchhaltevermögen vieler Menschen, die sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzten, sei die Rede gewesen. Dies hätte die Delegation insbesondere in den Begegnungen mit der Familie Nassar auf ihrer Farm in der Nähe von Bethlehem spüren können.

Menschen bauen Brücken
Obwohl es Dokumente gebe, die beweisen würden, dass das Land seit 1916 dieser christlichen palästinensischen Familie gehöre, wolle Israel das Land übernehmen. Seit neunzehn Jahren dauere der Rechtsstreit an. Da keine Brunnen gebohrt werden dürften, sammele die Familie das Regenwasser in Zisternen, sodass die Arbeit weitergehen könne. Die Mitarbeitenden des Methodistischen Verbindungsbüros in Jerusalem kämen regelmäßig zu Abendmahlsfeiern auf die Farm. Freiwillige aus aller Welt würden bei der Bewirtschaftung der Farm helfen. Es entstand die „Zelt der Nationen“ genannte Begegnungsstätte, in der beispielsweise Sommerlager für traumatisierte Kinder abgehalten würden. „Wir weigern uns, Feinde zu sein“ stehe auf einem Stein am Eingang der inzwischen von jüdischen Siedlungen umgebenen Farm. „Hier werden innere Grenzen überwunden, obwohl die äußeren Barrieren immer höher werden“, so Rosemarie Wenner. „Menschen bauen Brücken“ laute das Motto der Nassar-Familie, die viele Kontakte nach Deutschland habe.

Der Generalsekretär des Weltrats Methodistischer Kirchen, Bischof Ivan Abrahams, und die stellvertretende Ratsvorsitzende, Gillian Kingston, überreichten in einer Feierstunde unter freiem Himmel den Friedenspreis des Methodistischen Weltrats an die Familie Nassar.

Weltrat Methodistischer Kirchen
Der Weltrat Methodistischer Kirchen (World Methodist Council, WMC) ist ein Dachverband von über 70 Kirchen methodistischer und wesleyanischer Tradition sowie mit ihnen verbundener unierter und vereinigter Kirchen, in denen über 51 Millionen Menschen ihre geistliche Heimat hätten. Die United Methodist Church (in Deutschland Evangelisch-methodistische Kirche, EmK) sei mit über 12,5 Millionen Kirchengliedern die größte Mitgliedskirche des WMC. Im Rat arbeiteten rund 400 Kirchenvertreter mit. Die Kirchen finanzierten den Weltrat gemeinsam. Ziel des Zusammenschlusses sei die Förderung der Einheit unter den beteiligten Kirchen und das gemeinsame Zeugnis für den christlichen Glauben in der Welt. Zudem fördere der WMC ökumenische und interreligiöse Aktivitäten. Seit 1956 hat der WMC seinen ständigen Sitz in Lake Junaluska, im US-Bundesstaat North Carolina.

Der Friedenspreis
Der Friedenspreis des Weltrats Methodistischer Kirchen wurde 1977 erstmals verliehen. Er wird jährlich einer oder mehreren Personen oder Organisationen zugesprochen, die in ihrem Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung in der ganzen Welt Mut, Kreativität und Standhaftigkeit bewiesen haben. Der Preis besteht aus einer vergoldeten Silbermedaille und ist mit einem symbolischen Betrag von 1.000 US-Dollar dotiert. Zu den früheren Preisträgern gehören unter anderen der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela, der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu, der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter, der ehemalige Präsident von Mazedonien, Boris Trajkovski, die Mütter des Platzes der Mairevolution in Argentinien und der ehemalige Generalsekretär der KPdSU und Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow.

Weitere Informationen: www.worldmethodistcouncil.org/whatwedo/world-methodist-peace-award




Andachtsbuch 2019 der Siebenten-Tags-Adventisten erschienen

Das Jahresmotto stammt aus dem Vaterunser, wie es in der Bibel im Matthäusevangelium Kapitel 6, Vers 12, zu finden ist. Im Vorwort zum Andachtskalender wird darauf hingewiesen, dass der Mensch auch mit Schuld konfrontiert werde. Ein schlechtes Gewissen plage ihn, er fühle sich erdrückt von Dingen, die er zu verantworten habe und bei denen ihm Fehler unterlaufen seien. Das Jahresmotto lade dazu ein, nicht die Augen vor der eigenen Schuld zu verschließen, sondern bewusst hinzuschauen. Es wird betont: „Die Gewissheit, dass Gott uns unsere Schuld vergibt, gibt uns die Kraft, sie aufzuarbeiten.“ Solche ehrlichen Momente und Begegnungen mit Gott möchte das Andachtsbuch anstoßen.

In den täglichen Andachten schreiben die Autoren darüber, wie und wo sie Gott im Alltag erlebt haben. Der Schwerpunkt liegt dabei mal auf der Deutung des vorangestellten Bibeltextes, mal auf den persönlichen Gedanken und Fragen zu Erlebnissen, Tagesereignissen und modernen Gleichnissen. So entstehe eine Vielfalt, die den Leser dazu einlade, die Augen für Gottes Wirken im eigenen Leben Tag für Tag offen zu halten.

Weitere Informationen und Leseprobe unter: https://advent-verlag.de/zum-weitergeben/andachtsbuch-2019




Wechsel in der Geschäftsleitung im „Haus Odenwald“

In Gemeinschaft möglichst eigenständig und würdig leben
Christian Dengler ist bereits seit mehr als zehn Jahren im Haus Odenwald tätig und hat die technischen und hauswirtschaftlichen Belange der Einrichtung organisiert, geleitet und gestaltet. Neben seiner Ausbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt und der vorherigen Berufserfahrung bringe er ein hohes Maß an sozialer Kompetenz für seinen neuen Aufgabenbereich mit, so Dieter Neef, Finanzvorstand der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Dengler über sich selbst: „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Die Arbeit mit und für Menschen im Bereich der Behindertenhilfe begeistert mich sehr. Die hohen Standards aufrechtzuerhalten und für ein Leben in Geborgenheit und Annahme – nach christlichen Prinzipien – einzustehen, ist mein Ziel.“

Der bisherige Geschäftsführer und Sozialpädagoge, Detlef Müller, beschreibt seine Arbeit in den letzten zwölf Jahren im Haus Odenwald wie folgt: „Für Menschen, die eher am Rande der Gesellschaft stehen und nur wenige Fürsprecher haben, da zu sein, mich zu engagieren und ihnen nicht nur die ‚Brosamen‘ zukommen zu lassen, sondern ihnen die Chancen bieten, ein möglichst eigenständiges und würdiges Dasein in Gemeinschaft leben zu können.“

Haus Odenwald
Ursprünglich war das Haus Odenwald ein Hotelneubau, der grundlegend saniert und umgebaut wurde, um den speziellen Wünschen und Bedürfnissen seiner Bewohner zu entsprechen. Rollstuhlgerechte Zugänge, verbreiterte Türen, entsprechend ausgestattete sanitäre Einrichtungen sowie großzügige Zimmer und Gemeinschaftsräume sind nur einige Beispiele. Das Haus Odenwald bietet 24 Wohnplätze auf vier Geschossebenen, individuell gestaltbar oder möbliert, davon 20 in Einzelzimmern und vier in zwei Doppelzimmern. 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich mit ihren unterschiedlichen Professionen um das Wohlergehen der Bewohner, um die Verwaltung des Hauses, seine Erhaltung und Sauberkeit.

Das Haus Odenwald ist die einzige adventistische Wohneinrichtung in Deutschland, in der neben Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen insbesondere auch Menschen mit geistiger Behinderung ihren Lebensraum finden können. Weitere Informationen unter: https://www.hausodenwald.org/




„Liebeskampagne“ am Stuttgarter Flughafen

„Uns ist es ein Anliegen, Menschen auf positive, überraschende Weise zur Auseinandersetzung mit Aspekten von Liebe im menschlichen Leben einzuladen“, so Marjon Sprengel, Seelsorgerin für die römisch-katholische Kirche am Flughafen. Unterstützt wird die Flughafenseelsorge von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, der Diözese Rottenburg-Stuttgart, dem Katholischen Bibelwerk, der Württembergischen und der Deutschen Bibelgesellschaft. „Wir möchten dazu beitragen, dass ein Impuls aus der Bibel die Menschen in ihrem Alltag erreicht“, sagte Dr. Christoph Rösel, Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft.

Bibelvers als Motto: 50 Jahre Gute Nachricht Bibel
Der Bibelvers „Ich habe nie aufgehört dich zu lieben“ soll laut DBG über die Monitore in den Terminals und auf verschiedenen Werbeflächen im Flughafen im ganzen November zu sehen sein. Er stammt aus Jeremia 31,3 in der Gute Nachricht Bibel (GNB). Die GNB ist vor 50 Jahren als erste moderne Bibelübersetzung auf Deutsch erschienen. Ferner liegt im Rahmen der Kampagne an mehreren Orten am Flughafen ein kostenloses Magazin zur Mitnahme aus. Im Magazin wird das Thema Liebe aus vielfältigen Blickwinkeln betrachtet, ein Blickwinkel ist der des christlichen Glaubens.

Kirchliche Dienste am Flughafen Stuttgart
Die im Dezember 1998 gegründeten Kirchlichen Dienste Flughafen Messe sind eine ökumenische Einrichtung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die Aufgaben teilen sich zwei hauptberuflich Mitarbeitende mit mehr als 30 ehrenamtlich tätigen Frauen und Männern. Zu den Aufgaben gehört unter anderem die Unterstützung und seelsorgerliche Begleitung von Fluggästen und Flughafenmitarbeitenden.




Baldur Pfeiffer − Altrektor der Theologischen Hochschule Friedensau verstorben

Vom Libanon zurück nach Deutschland
Pfeiffer, 1937 in Würzburg geboren, studierte Geschichte und Religionswissenschaft in Beirut (Libanon) und Berrien Springs (Michigan, USA). 1967 promovierte er an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz mit einer Forschungsarbeit zum Verhältnis der deutschen Staaten zur USA im 19. Jahrhundert. Dem schloss sich von 1967 bis 1978 eine elfjährige Lehrtätigkeit an der adventistischen Middle East University in Beirut an. Von 1978 bis 1980 war er Pastor der adventistischen Kirchengemeinde Hamburg-Grindelberg. Danach lehrte Pfeiffer am damaligen Theologischen Seminar Marienhöhe der Adventisten in Darmstadt Kirchen- und Missionsgeschichte. Er gründete und leitete zeitgleich in Darmstadt das „Historische Archiv der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa“, welches sich heute in Friedensau befindet. Seit 1980 war Pfeiffer zudem Beauftragter der Internationalen Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit (AIDLR) in Bern, die einen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen hat und in Zusammenarbeit mit der UN-Menschenrechtskommission den Schutz der Gewissens- und Religionsfreiheit fördert. Pfeiffer gehörte auch zum Redaktionsteam der Zeitschrift „Gewissen und Freiheit“ von AIDLR.

Zentrale Anliegen: Geschichte, Gesellschaft, Gerechtigkeit
Am 5. September 1990 beschloss der Ministerrat der damaligen DDR dem Theologischen Seminar Friedensau zum 15. September 1990 den Status einer staatlich anerkannten Hochschule zu verleihen. Am 7. September 1991 erfolgte die Einführung von Professor Dr. Baldur Pfeiffer als erstem Rektor der neuen Hochschule. In seiner Amtszeit leitete er wichtige Investitionsmaßnahmen zum Ausbau der Hochschule ein und gründete den Fachbereich Christliches Sozialwesen. Die Begegnung mit afrikanischen Studierenden veranlasste ihn 1996 die Hilfsorganisation „Support Africa“ ins Leben zu rufen, welche die Entwicklung von Universitäten in Afrika, insbesondere in den Bereichen der Agrar- und Gesundheitswissenschaften, fördert. Für dieses Engagement erhielt Pfeiffer im Jahr 2003 von der University of Eastern Africa in Kenia die Ehrendoktorwürde. Dem Einsatz für Menschenrechte und Religionsfreiheit blieb er sein Leben lang verbunden.

Anlässlich seines 70. Geburtstags ehrte die Theologische Hochschule Friedensau im Jahr 2007 Pfeiffer mit der Festschrift „Geschichte, Gesellschaft, Gerechtigkeit“. „Die Festschrift ist eine Würdigung des Engagements von Professor Pfeiffer für die drei Themen Geschichte, Gesellschaft und Gerechtigkeit, die in seinem Leben und Wirken zentrale Anliegen waren“, erläuterte Dr. Stefan Höschele, Dozent für Systematische Theologie und Missionswissenschaft in Friedensau. Höschele hob besonders die interkulturelle Arbeit von Pfeiffer hervor. „Die Auseinandersetzung mit dem Islam und mit Jahrtausende alten Kulturen, die sich eigenständig und kaum berührt von der europäischen Geistesgeschichte entwickelt haben, waren Herausforderungen, die er mit erstaunlicher Anpassungsfähigkeit meisterte. Auch in sein Denken, Lehren und seine Veröffentlichungen ging die Überzeugung von der Notwendigkeit der Anerkennung kultureller Vielfalt ein.“

Baldur Pfeiffer verfasste selbst historische Werke, unter anderem „The European Seventh-Day Adventists Mission in the Middle East 1879-1939“ (1981), „Die Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland“ (1989), „Die Adventisten im Nahen Osten, 1878-1939“ (1996), sowie als Mitautor von „Die Adventisten und Hamburg − Von der Ortsgemeinde zur internationalen Bewegung“ (1992).

Friedensauer Hochschule
Die auf das Jahr 1899 zurückgehende Friedensauer Hochschule bietet derzeit in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie acht Bachelor- und Master-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – sowie den Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ an. Mehr als 30 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten. Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de




Hope Media-Themenwoche 2018: „lebensWERT – Seelische Gesundheit“

Wie das Medienzentrum berichtete, sollen in der Woche vom 21. bis 27. Oktober unterschiedliche kostenlose Angebote, wie Fernsehsendungen, Radio Podcasts, Hörbücher für blinde und sehbehinderte Menschen sowie Studienkurse zum Thema „lebensWERT” bereitgestellt werden.

Verschiedene Formate zur Themenwoche
Auf Hope Channel Fernsehen werden Sendungen, wie „Fribos Dachboden: Mobbing”, „gesund.: Verletzungen überwinden”, Sendungen über Vergebung, Lebensfreude, Lob, Beziehungskrisen und andere mehr ausgestrahlt.

Hope Channel Radio bietet ausgewählte Podcasts‚ wie „Im Gespräch” mit Arne Kopfermann, der seine Tochter verloren hat, Emanuel Olsen, der eine lebensbedrohliche Krankheit überstanden hat und Rita Kullen, die zum „Arbeitskreis trauernde Eltern und Geschwister“ gehört.

Die Hope Hörbücherei hat thematisch passende Hörbücher im Angebot, unter anderem „Angst – Verstehen, Entmachten, Verwandeln” von Cornelia Mack. Der „Herbstgruß” informiert ebenfalls über den Themenschwerpunkt.

Das Hope Bibelstudien-Institut bietet passende Fernkurse an, wie „Fit & Gesund”, „Leben mit Christus”, „Discover” und „Tränen, Trost und Hoffnung”. Weitere Informationen: www.stimme-der-hoffnung.de




Deutsche Kirchenleiter der Adventisten nehmen Stellung zum neuen Verfahren bei Regelverstößen

Das Ergebnis der Abstimmung des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung, wie mit Regelverstößen von adventistischen Kirchenleitungen verfahren werden soll, die nicht in Übereinstimmung mit Beschlüssen der Weltkirchenleitung stehen, wird von den Kirchenvorständen der überregionalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, dem Norddeutschen Verband (NDV, Hannover) und dem Süddeutschen Verband (SDV, Ostfildern), mit Enttäuschung und Bedauern zur Kenntnis genommen. Die deutschen Kirchenpräsidenten, Pastor Johannes Naether (NDV) und Pastor Werner Dullinger (SDV), hatten sich als Delegierte an der vorangehenden Diskussion vor der Abstimmung in Battle Creek, Michigan/USA beteiligt und vor den Konsequenzen, die solch ein Beschluss mit sich ziehen würde, gewarnt.

Die Freikirchenvorstände des NDV und des SDV bekräftigen in ihrer Stellungnahme vom 17. Oktober, „dass eine Kirche Ordnungen braucht“, aber „wir unsere bestehenden Ordnungen für diese Aufgabe als völlig ausreichend ansehen“. Gewissensfreiheit und Vielfalt hätten einen festen Platz in den Kirchengemeinden in Deutschland. Des Weiteren wollen sie Beratungen über die Bedeutung des Dokuments für ihren Verantwortungsbereich führen und „weiterhin einen kritischen, konstruktiven Beitrag innerhalb der Weltkirche leisten.“ Die Kirchenleitung ermutigte die Freikirchenmitglieder der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland darüber hinaus zu offener und direkter Kommunikation und zur konstruktiven Mitarbeit in den örtlichen Kirchengemeinden.

Die Stellungnahme im Wortlaut unter: https://www.adventisten.de/ueber-uns/dokumente-und-stellungnahmen/

Regionale Kirchenleitung BMV
Der Präsident der regionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (Berlin-Mitteldeutsche Vereinigung, BMV), Pastor Gunnar Scholz, hat am 17. Oktober ebenfalls eine Erklärung zur Entscheidung des GC-ExCom abgegeben. Scholz schreibt darin von Betroffenheit, Wut und Enttäuschung als möglichen Reaktionen auf das Wahlergebnis. „Wir bangen um einen gemeinsamen zukünftigen Weg in einer weltweiten Kirche der STA“, so Scholz. „Gerade aus diesem Grund wollen wir unsere“ Werte wie Vertrauen, Freiwilligkeit und Solidarität „nicht aufgegeben.“

Die Stellungnahme im Wortlaut: https://bit.ly/2PIryZi

Kommentar des Advent-Verlags
In einem Kommentar vom 17. Oktober äußert sich die Verlagsleitung des Advent-Verlages in Lüneburg kritisch zu den Geschehnissen. Unter der Überschrift „Das vorweggenommene Untersuchungsgericht“, das eine Anspielung auf adventistische Glaubenslehren enthält, befürchten Verlagsleiterin Jessica Schultka und Chefredakteur Thomas Lobitz „weitreiche Folgen für das Arbeitsklima, die Diskussionskultur und letztlich für das kirchliche und theologische Selbstverständnis“ der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Durch die Umsetzung des Verfahrens werde „Misstrauen gefördert“ und zu „Verdächtigungen, Bespitzelungen und Anklagen“ aufgerufen.

Der Kommentar im Wortlaut: https://bit.ly/2EzzbjX




Historische Jahressitzung der adventistischen Weltkirchenleitung

LEAD-Führungskonferenz
Die ersten drei Tage der Jahressitzung waren, wie in den letzten Jahren, Leitungsthemen gewidmet, teilte die nordamerikanische Kirchenzeitschrift Adventist Review mit. Die LEAD-Konferenz stand unter dem Titel „Vergangenheit mit einer Zukunft“. Sie ermöglichte den Teilnehmenden aus der ganzen Welt einen Einblick in die Vergangenheit ihrer Kirche durch Präsentationen oder den Besuch des „Historic Adventist Village“ in Battle Creek. Dort sind historische Gebäude aus der adventistischen Pionierzeit zu besichtigen.

Beschluss zum Verfahren bei Regelverstößen
Am 14. Oktober beschlossen die Delegierten mit 185 zu 124 Stimmen (zwei Enthaltungen) ein Vorgehen, wie mit Kirchenleitungen verfahren werden soll, die nicht in Übereinstimmung mit Beschlüssen der Weltkirchenleitung sind. Auslöser für diesen Beschluss ist die Ordination von Pastorinnen, wie sie in den USA und einigen europäischen Ländern durchgeführt wurde, entgegen den Beschlüssen der Weltkirchenleitung. Für viele Befürworter der Ordination von Frauen ist es eine Gewissensfrage, ob Pastorinnen durch Nichtordination gegenüber ihren männlichen Kollegen zurückgesetzt werden dürfen. Dieses Problem könne nicht mit einem Mehrheitsbeschluss geregelt werden, um die Einheit in der adventistischen Kirche wiederherzustellen, argumentierten Gegner der Vorlage. Die Verfechter der Vorlage, mehrheitlich aus dem Globalen Süden, brachten vor allem Argumente vor, dass klare Regeln auch klare Verhältnisse und damit Ordnung und Frieden in der Kirche schaffen würden.

Berichte über Mission und Statistik
Laut G. T. Ng, Generalsekretär der adventistischen Weltkirchenleitung, ist die Kirche in 213 von 235 von der UNO anerkannten Ländern und Territorien tätig. Laut dem Historiker David Trim, Leiter des Büros für Archive, Statistik und Forschung der Weltkirchenleitung, hatte die Kirche weltweit am 30. Juni 2018 mehr als 21 Millionen Mitglieder. Unter dem Titel „Missionar“ sind gemäß Gary Krause, Leiter von „Adventist Mission“, kaum mehr Pastoren in anderen Ländern tätig, sondern vor allem Lehrpersonen, Administratoren, Medizinisches- und Pflegepersonal sowie Hilfswerksmitarbeitende. Für den „Freiwilligendienst der Adventisten“ (Adventist Volunteer Service, AVS) sind dieses Jahr bis August 1.155 Personen, meist Jugendliche oder junge Erwachsene, weltweit im Einsatz.

Enzyklopädie der Adventisten
Die Serbin Dragoslava Santrac leitet die Arbeit an der neuen Enzyklopädie der Adventisten, die primär online zugänglich sein wird. Sie soll auf der Weltsynode 2020 mit mindestens 2.500 Artikeln und Begleitmaterial vorgestellt und in den Folgejahren kontinuierlich ausgebaut werden.

Finanzbericht
„Der Finanzbericht zeigt ein besseres Bild als im Vorjahr“, sagte Juan Prestol-Puesán, Finanzvorstand der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz). „Auch wenn unsere Erträge aufgrund niedrigerer Anlagerenditen leicht rückläufig sind, so sind unsere Aufwendungen geringer und das Nettoergebnis weist nach wie vor eine positive Zahl auf“, so Prestol-Puesán. Die Stärke des US-Dollar habe Auswirkungen auf die Gelder aus anderen Staaten, die an die Weltkirchenleitung überwiesen würden, aber die negativen Auswirkungen hätten eingedämmt werden können durch die Absicherung bestimmter Währungen. Zu den Zielen der Finanzabteilung der Weltkirche gehöre ein ausgeglichener Finanzhaushalt, genügend liquide Mittel und Betriebskapital sowie die Bereitstellung von Mitteln zur Unterstützung von bedürftigen Weltregionen.

Ethische Investitionspraxis
Victor Marley, Kirchenpräsident in Norwegen, fragte, ob die versprochenen Umschichtungen von Investitionen der Kirche aus Aktien von Firmen, die Waffen, Kampffahrzeuge, Munition oder andere Techniken zur Kriegsführung herstellten, zwischenzeitlich vollzogen worden seien. „Ja, wir haben uns vollständig von allen verdächtigen Investitionen getrennt“, sagte Prestol-Puesán, „aber es gibt keine Möglichkeit, jedes Detail jedes Unternehmens, in das wir investieren, zu kennen. Aber es erfordert eine ständige Überprüfung.“

Alle Präsentationen und Beiträge der Jahreskonferenz der Weltkirchenleitung sind schriftlich oder als Video einsehbar:
https://executivecommittee.adventist.org/2018/10/14/2018-annual-council-presentations/




THE SHITSHOW: Tagesklinik Waldfriede stellt Emotions-Simulatoren aus

„Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, wie wichtig es auch für den Behandlungserfolg ist, dass sich Betroffene ernstgenommen und verstanden fühlen. Die Simulatoren vermitteln auf eine niederschwellige Weise, wie es sich anfühlen kann, an Depressionen oder Angststörungen erkrankt zu sein – eine sinnvolle Ergänzung für die Arbeit mit Angehörigen und Patienten”, so Dr. Franziska Selig, Oberärztin in der Tagesklinik Waldfriede zur Projektidee.

Die Ausstellung
In einem mehrschrittigen Designprozess hatten Johanna Dreyer, Nele Groeger und Luisa Weyrich in Zusammenarbeit mit Produktdesignern Objekte, die Symptome von Depressionen und Angststörungen auf körperlicher Ebene erfahrbar machen, entwickelt. Die sogenannten „Emotions-Simulatoren“ konnten in der Tagesklinik Waldfriede von den Besuchern aufgesetzt und angezogen werden, um ein direktes Gefühl für die Symptome Betroffener zu erhalten.

Tagesklinik Waldfriede
Die Tagesklinik Waldfriede wurde im Juni 2017 eröffnet und gehört zum „Gesundheitsnetzwerk Waldfriede“, einer Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Die Tagesklinik wendet sich mit ihrem teilstationären Angebot an Menschen mit psychiatrisch-psychosomatischen Erkrankungen, wie Depressionen, Ängsten, Zwängen und Suchtfolgestörungen. Weitere Informationen: www.tagesklinik-waldfriede.de




Nordamerikanische Kirchenleiter der Adventisten nehmen Stellung zur Entscheidung der Weltkirchenleitung und ermutigen Pastorinnen

Stellungnahme der nordamerikanischen Adventisten zur Entscheidung der Weltkirchenleitung
Betroffen vom Beschluss der Weltkirchenleitung vom 14. Oktober sind unter anderem alle adventistischen Kirchenleitungen, die Pastorinnen ordiniert haben. Die Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) der Adventisten hatte 2015 in San Antonio, Texas/USA, beschlossen, dass keine Kirchenleitung das Recht hat, über die Ordination von Pastorinnen in ihrem Kirchengebiet zu entscheiden. Vor allem im Verwaltungsgebiet der nordamerikanischen, aber auch im Verantwortungsbereich einiger europäischer Kirchenleitungen, gibt es ordinierte Pastorinnen. Damit stehen diese Kirchenleitungen nicht in Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Weltkirchenleitung.

„Dies ist eine sehr herausfordernde Zeit für die Kirche der Siebenten-Tage-Adventisten in Nordamerika“, schreiben die drei Vorstandsmitglieder (Präsident, Generalsekretär und Finanzvorstand) der nordamerikanischen Kirchenleitung in ihrer Stellungnahme. Die „Maßnahmen, die während der Jahresratssitzung der Generalkonferenz 2018 [Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung, GC-ExCom] in Battle Creek, Michigan, beschlossen wurden, brachten nicht das Ergebnis für die Kirche, das wir angestrebt hatten. Viele von uns sind verunsichert, enttäuscht oder sogar verärgert.“

Das verabschiedete Dokument, das ein Leitungssystem beschreibe, wie mit kirchlichen Instanzen umzugehen wäre, die nicht in Übereinstimmung mit kirchlichen Beschlüssen seien, folge „nicht den biblischen Werten […], die von den protestantischen Reformatoren und den Gründern der adventistischen Kirche vertreten wurden“. Das angenommene Dokument ermögliche eine „Zentralisierung von Macht“ und ziele auf die Schaffung „eines hierarchisches Kirchensystems“ ab.

Die Kirchenleitung der nordamerikanischen Adventisten (Kanada und USA) berate, wie es weitergehen könne. “Obwohl dies schwierig ist, müssen wir trotz des Geschehens unseren Glauben an Jesus bewahren. Er ist unser Haupt und wir vertrauen ihm, dass er uns den richtigen Weg zeigen wird. Die Mission, das Werk der Kirche, muss und wird weitergehen. Richtlinien halten uns nicht zusammen. Der Geist Gottes verbindet uns.“

Der NAD-Kirchenvorstand bittet die Mitglieder in der Erklärung für die Kirche zu beten. „Betet, dass wir dem Heiligen Geist erlauben, sein Werk zu tun, damit der Heilige Geist uns zusammenhält.“

Botschaft an die NAD-Pastorinnen
In einer Botschaft an die Pastorinnen, die im Verwaltungsgebiet der Nordamerikanischen Kirchenleitung (NAD) tätig sind, wird den Pastorinnen versichert, dass das NAD-Leitungsteam von ihrem Dienst überzeugt sei. Pastorinnen könnten darauf vertrauen und hätten die Zusicherung, „dass wir alles in unserer Macht Stehende tun werden, um Euch zu stärken und zu unterstützen“.

Die Entscheidung des Exekutivausschusses (GC-ExCom) der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) vom 14. Oktober ändere nichts an ihrem Status. Pastorinnen würden für den gesamten pastoralen Dienst im Bereich der Nordamerikanischen Kirchenleitung geschätzt und gebraucht. „Euer Dienst ist von unschätzbarem Wert“, so der Kirchenvorstand.

Es würde weiterhin darauf hingearbeitet, tausend Pastorinnen im Nordamerikanischen Kirchengebiet zu haben. „Es wird einige vorübergehende Rückschläge auf dem Weg geben, aber wir lassen uns nicht entmutigen“.

Ende 2017 lebten im Gebiet der Nordamerikanischen Kirchenleitung (NAD), das Kanada, die USA sowie Guam und Mikronesien umfasst, 1,24 Millionen Siebenten-Tags-Adventisten, die in 5.561 Kirchengemeinden Gottesdienst feiern.

Das NAD-Statement in englischer Originalversion: https://www.nadadventist.org/sites/default/files/2018-10/NP%2010-15-18.pdf




Indonesien: ADRA erhält Flugunterstützung für Hilfsmaßnahmen

Die Katastrophenschutzorganisation Airlink habe laut ADRA dazu beigetragen, über 80 Hilfsorganisationen mit mehr als 40 Fluggesellschaften zu vernetzen, um schnelle und effiziente Flugdienste als Reaktion auf Naturkatastrophen weltweit zu erhalten. „Die Möglichkeit, unsere Mitarbeiter zu fliegen … ist eine große Hilfe für uns“, sagte Mario de Oliveira, Direktor für Notfallmanagement bei ADRA International. „Die Partnerschaft macht wirklich einen Unterschied bei der Versorgung von verwüsteten Gemeinden.“ ADRA arbeite weiterhin mit Airlink zusammen, um zusätzliche Notfallteams nach Indonesien zu entsenden.

Kontinuierliche Bemühungen in Indonesien
ADRA führe zusätzlich Gespräche mit globalen Partnern und lokalen Behörden in Indonesien, um die Verteilung von sauberem Wasser, Lebensmitteln und Unterkünften zu unterstützen. „Die Beschaffung von sauberem Wasser war das Hauptproblem aufgrund der beschädigten Infrastruktur“, stellte Olivera fest. „Wassertankwagen werden von den lokalen Behörden organisiert, aber es gibt nicht genug“ – es gäbe einen großen Mangel an Treibstoff.




USA: Washington Adventist Hospital bietet innovative Herzbehandlung an

Mitralklappen-Insuffizienz ist eine schwere Herzerkrankung, die auftritt, wenn die Herzklappe nicht richtig schließt und Blut zurück in das Herz gelangt. Unbehandelt kann sie Herz und Lunge belasten und schließlich zu Herzversagen führen. Einer von 10 Menschen über 75 Jahren leide laut WAH unter dieser Herzklappenerkrankung. Das minimal-invasive Verfahren, auch MitraClip-Verfahren genannt, biete eine alternative Möglichkeit beispielsweise für Patienten, bei denen eine Operation am offenen Herzen aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters oder einer chronischen Erkrankung ein hohes Risiko bergen würde.

Operation mit MitraClip-Verfahren
Bei der Operation mit MitraClip-Verfahren wird ein winziger Schlauch (Katheter) mit einem Clip in der Größe einer kleinen Münze durch einen Schnitt in einer Arterie in der Nähe der Leiste bis zum Herzen geführt. Der Clip schließt das Leck und ermöglicht so eine normale Herzfunktion. Für Patienten, bei denen dieses Verfahren durchgeführt werden kann, bietet MitraClip laut WAH eine schnelle Genesungszeit und sofortige Linderung ihrer Symptome. Es verbessere die Lebensqualität und führe zu einer deutlich geringeren Wahrscheinlichkeit von Herzversagen.




Adventistische Weltkirchenleitung beschließt neues Verfahren bei Regelverstößen

In der Abstimmung wurde mit 185 zu 124 Stimmen sowie zwei Enthaltungen das Dokument mit dem Titel „Beachtung und Durchführung der Beschlüsse der Generalkonferenz-Vollversammlung [Weltsynode] und des Exekutivkomitees der Generalkonferenz [Weltkirchenleitung]“ („Regard for and Practice of General Conference Session and General Conference Executive Committee Actions“) angenommen. Diese Entscheidung war eine Ergänzung der Abstimmung durch den Exekutivausschuss der Generalkonferenz (GC-ExCom) während der Jahressitzung im Oktober 2017. Dieser hatte den damals vom „Ausschusses zur Aufsicht der Einheit“ („Unity Oversight Committee“, UOC) vorgelegten Vorschlag an den Ausschuss zur weiteren Bearbeitung zurückgewiesen.

Neues Verfahren
Aufgrund des angenommenen Dokuments soll der Verwaltungsausschuss eines Verbandes bzw. einer Union oder einer Vereinigung (überregionale und regionale Kirchenleitung) Regelverstöße offiziell ermitteln und der jeweils nächsthöheren Dienststelle berichten.

Wird keine Lösung auf der nächstgelegenen Verwaltungsebene gefunden, kann der Verwaltungsausschuss der Generalkonferenz (GC-AdCom) die Angelegenheit an einen von fünf Beratungsausschüssen verweisen. Diese Ausschüsse, die als „Ausschüsse zur Aufsicht der Einheit“ („Compliance Committees“) bezeichnet werden, waren vom Verwaltungsausschuss der Generalkonferenz (GC-AdCom) eingesetzt worden.

Nach Prüfung der Angelegenheit kann der entsprechende „Ausschuss zur Aufsicht der Einheit“ („Compliance Committee“) Empfehlungen für Disziplinarmaßnahmen an den Verwaltungsausschuss der Generalkonferenz (GC-AdCom) abgeben. Der Verwaltungsausschuss (GC-AdCom) kann seine Empfehlungen dann an das rund 60-köpfige Komitee, das aus leitenden Mitarbeitenden der Generalkonferenz und den weltweit dreizehn Divisionen (teilkontinentale Kirchenleitungen) zusammengesetzt ist (GCDO), sowie an den Exekutivausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung (GC-ExCom) weiterleiten.

Sollten abweichende Beschlüsse nicht rückgängig gemacht bzw. keine Lösungsvorschläge unterbreitet werden, kann der Präsident dieser Verwaltungseinheit Disziplinarmaßnahmen unterworfen werden, wie offizielle Verwarnung/Abmahnung und öffentliche Rüge. Mit einer Zweidrittelmehrheit kann er auch aus dem Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung (GC-ExCom) ausgeschlossen werden, dem er als Verbandspräsident von Amts wegen angehört. Diese Disziplinarmaßnahmen können nur vom Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung (GC-ExCom) beschlossen werden.

Diskussion
Die Sitzung wurde von Pastor Ted N.C. Wilson, Präsident der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz, GC) der Siebenten-Tags-Adventisten, geleitet. Er bat alle, ihre Meinung frei zu äußern. Per Livestream verfolgten rund 2.500 Personen weltweit die Sitzung, die trotz ihrer Bedeutung sachlich geführt wurde.

Vorwiegend ablehnende Voten
Nach einführenden Hinweisen und Präsentationen zum neuen Verfahren stellten sich 72 Delegierte und Gäste, letztere hatten nur ein Rederecht, an fünf Mikrofonen im Saal auf, um ihre Voten in einer Sprechzeit von zwei Minuten zum vorliegenden Dokument abzugeben. Es sprachen sich mehr als 50 Redner und einige wenige Rednerinnen, überwiegend aus den USA und europäische Delegierte, gegen das vorgeschlagene Verfahren aus. Rund 20 zustimmende Voten kamen vorwiegend von Delegierten aus Afrika und Asien.

In den ablehnenden Voten wurde inhaltlich kritisiert, dass das neue Verfahren Misstrauen und nicht Vertrauen in der Kirche fördere. Es versetze die Kirche in einen Überwachungsmodus. Das Dokument werde die adventistische Kirche nachhaltig negativ verändern, mahnten andere. Es bestünden bereits Richtlinien, wie bei Regelverstößen verfahren werden soll, es brauche daher keine neuen. Andere thematisierten die Gewissensfreiheit, die auch innerhalb der Kirche gewährt bleiben müsse. Pastor Tamas Ocsai, Kirchenpräsident in Ungarn, erwähnte die 40-jährige Kirchenspaltung in Ungarn, die nur durch Liebe und Gebet vor wenigen Jahren habe überwunden werden können. Lowell Cooper, ehemaliger Vizepräsident der Weltkirchenleitung, fragte, was mit Ortsgemeinden geschehe, die sich weigerten Diakoninnen einzusegnen, obwohl dies in der „Working Policy“ vorgesehen sei. „Die Mitglieder der Nordamerikanischen Division werden das Gefühl haben, dass sie an den Rand der Kirche gedrängt wurden“, sagte Pastor Daniel Jackson, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika.

Voten deutschsprachiger Kirchenleiter
Werner Dullinger, Präsident des Süddeutschen Verbandes, erwähnte in seinem Votum, dass in der Regelung keine Gewaltenteilung vorgesehen sei, weil Rekurse an die gleiche Instanz gerichtet werden müssten, die das Urteil gefällt habe. Johannes Naether, Präsident des Norddeutschen Verbandes, wies darauf hin, dass das neue Verfahren nicht die Einheit, sondern Spaltung fördere. Das Evangelium werde mit der Annahme des Dokuments beschädigt, so Naether. Stephan Sigg, Kirchenleiter in der Schweiz, sagte, dass von oben nach unten organisierte Kirchen nicht dem adventistischen Kirchenverständnis entsprechen würden und zentralisierte Kirchenleitungen das Gemeindewachstum behinderten. „Warum sollten wir das verändern, was unsere Pioniere dezentral geschaffen haben?“, fragte Sigg.

Formale Kritik
Formal wurde kritisiert, dass die Entscheidung im vorberatenden Gremium (GCDO), das Dokument zur Beratung und Beschlussfassung den GC-ExCom-Delegierten vorzulegen, mit einer äußerst knappen Mehrheit von 32:30 Stimmen entschieden worden sei. Das wäre keine Basis, um eine solch weitreichende Entscheidung zu treffen, betonte Randall Roberts, ein Delegierter aus den USA.

Zustimmende Voten
Die zustimmenden Voten, vor allem von Delegierten aus Afrika und Asien, betonten, dass klare Regeln auch klare Verhältnisse und damit Ordnung und Frieden in der Kirche schaffen werden. Einige führten an, dass ihre Kirchenmitglieder diese Fragestellung nicht interessiere und dass die Weltkirchenleitung das Thema abhaken solle, um sich vermehrt der eigentlichen Aufgabe der Kirche, der Förderung der Mission, zuzuwenden. Andere führten an, dass sich die Kirche unmöglich mache, wenn sie zwar Beschlüsse fasse, auf deren Umsetzung sie dann aber nicht bestehe.

Frage der Ordination von Frauen zum Pastorendienst als Auslöser
Das Verfahren zur Schlichtung kirchlicher Angelegenheiten sei durch die Diskussion um die Ordination von Frauen zum Pastorendienst ausgelöst worden, stellte schon 2017 Pastor G. T. Ng, Generalsekretär der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung), fest. Es gibt überregionale Kirchenleitungen (Verbände/Unionen), die Pastorinnen ordiniert haben und die damit nicht in Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) sind. Dennoch gehe es beim Verfahren zur Schlichtung kirchlicher Angelegenheiten um weit mehr als um die Regelung der Frage der Frauenordination, so Ng.




Hochschule Friedensau verleiht 29 Absolventen akademische Grade

„Wir sind nicht allein auf dieser Welt“, stellte Brass als ersten Leitsatz heraus. „Wir sind eingebunden in ein Gemeinwesen“. Es sei deshalb gut, sich dessen bewusst zu werden, sich einzubringen und auch andere zu prägen. Gleichzeitig gelte als zweiter Leitsatz: „Ich weiß, wer ich bin“. Bei all der menschlichen Vielfalt in dieser Welt sei doch jeder einzigartig. Mit dem dritten Leitsatz „Schwierigkeiten sind schöne Aufgaben“ wollte Brass die Absolventen ermutigen: „Es läuft nicht immer alles so, wie man es möchte“. Das Geheimnis sei das Dranbleiben. Der vierte Leitsatz „He’s got the whole world in his hands“ („Er hält die ganze Welt in seiner Hand“) weise darauf hin, dass es gut sei, die Welt und das Leben vom Ende her zu betrachten sowie Gott, der die ganze Welt in seiner Hand hält, an die erste Stelle zu setzen.

Bachelor- und Mastergrade verliehen
Insgesamt wurden 29 Studierende aus sieben Ländern in den Bereichen Theologie und Sozialwesen mit einem Bachelor (B.A.) oder Master (M.A.) graduiert. Dr. Stefan Höschele, Dekan des Fachbereichs Theologie, übergab Urkunden an drei B.A.- (davon einer in Abwesenheit) und zwei M.A.-Absolventen in Theologie sowie an einen Master of Theological Studies (M.T.S.)-Absolventen. Letzterer stammt aus Haiti. Professor Dr. Thomas Spiegler, Dekan des Fachbereichs Christliches Sozialwesen, übergab drei B.A.-Urkunden in Soziale Arbeit und fünf B.A.-Urkunden in Gesundheits- und Pflegewissenschaften. M.A.-Urkunden erhielten vier Graduierte in Counseling (Beratung), drei in Musiktherapie, vier in Sozial- und Gesundheitsmanagement sowie vier in International Social Sciences. Die letztgenannten Absolventen kamen aus Ghana, Sambia, Äthiopien und Burundi; acht Studierende des Fachbereichs wurden in Abwesenheit graduiert.

Besondere Auszeichnungen für Studierende
Dekan Spiegler verlieh den diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an Stephen Frimpong Amponsah. Er erhält die mit 1.000 Euro dotiere Auszeichnung als ausländischer Studierender für hervorragende Leistungen. Der mit 500 Euro dotierte Preis für besonderes Engagement im Fachbereich Christliches Sozialwesen der Sparkasse Jerichower Land ging an Deborah Esposito. Den mit 500 Euro dotierten Herbert Blomstedt-Preis für Theologie erhielt Filip Kapusta.

Konzert zum Studienjahresbeginn
Bereits am Vortag wurden in Friedensau in einem Gottesdienst auch die rund 55 neuen Studierenden willkommen geheißen. Die Predigt hielt der Rektor der Hochschule, Professor Dr. Roland Fischer. Außerdem gab es am Nachmittag das traditionelle Konzert zum Studienjahresbeginn der Theologischen Hochschule. Unter dem Motto „MANDO-VIO-LINE“ interpretierten das Kammerorchester der Theologischen Hochschule Friedensau unter der Leitung von Jürgen Hartmann sowie die Solisten Erik Warkenthin und Cami Hatea-Schulz Werke italienischer Meister des 16. bis 18. Jahrhunderts.

Studium in Friedensau
Die 1899 gegründete Friedensauer Bildungsstätte ist seit 1990 eine staatlich anerkannte Theologische Hochschule. Hier können acht B.A.- und M.A.-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten. Studieninteressierte können sich zu Schnuppertagen anmelden und das Leben im Hörsaal und auf dem Campus kennenlernen. Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de




„Kriege beenden – Frieden beginnen“

Wenige Tauben unter vielen Falken
„Es ist eine enorme Lerngeschichte unserer Kirchen, auch durch die Ökumene, die es in dieser Zeit gegeben hat. Damals waren es nur wenige, die auch in der Kirche für Frieden und Völkerverständigkeit ihre Stimme erhoben. Heute dagegen ist das Leitbild eines gerechten Friedens und der Vorrang der Gewaltfreiheit die Grundlage kirchlichen Friedenshandelns“, betonte Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, in Berlin.

Doch gerade deshalb sei es wichtig, zu zeigen, dass es auch während der Zeit des Ersten Weltkrieges pazifistische Stimmen in der Kirche gab. „Sie sind die Verwurzelung gegenwärtiger christlicher Friedensarbeit“, so Dr. Christoph Münchow, der Bundesvorsitzende der EAK. „Und sich dessen bewusst zu sein, das ist auch heute von bleibender Bedeutung“, ergänzte Uwe Trittmann von der Evangelischen Akademie zu Berlin.

„Wenige Tauben unter vielen Falken“, so umschrieb der Historiker Dr. Karlheinz Lipp das pazifistische Engagement von einigen Pfarrern vor und während des Ersten Weltkriegs in Deutschland. Es habe pazifistische Stimmen gegeben, aber sie seien in der deutlichen Minderheit im deutschen Protestantismus gewesen, betonte Lipp. Doch wäre es wichtig, diese Stimmen sichtbar zu machen, damit sie nicht vergessen oder bewusst ausgeblendet würden, unterstrich der Historiker beim Studientag in Berlin.

So hätten sich beispielsweise Pfarrer wie Otto Umfrid in der 1892 gegründeten Deutschen Friedensgesellschaft engagiert. 1913 sei ein von dem Berliner Pfarrer Walter Nithack-Stahn maßgeblich initiierter Friedensaufruf veröffentlich worden, den 400 andere Pfarrer unterzeichnet hätten. Immer wieder habe es Versuche gegeben, den in Großbritannien verbreiteten Friedenssonntag auch in Deutschland zu etablieren. Im Frühjahr 1914 hätten Walter Nithack-Stahn und Pfarrer Hans Francke nachdrücklich die militaristische Propaganda des Deutschen Wehrvereins kritisiert. „Es gab diese pazifistischen Stimmen, aber es waren nur wenige“, so Karlheinz Lipp.

Auch während des Ersten Weltkrieges habe es solche pazifistischen Äußerungen weitergegeben. Eine Stimme sei hier Friedrich Siegmund-Schultze gewesen. Noch während des Krieges wären zudem neue Friedensorganisationen wie der Bund Neues Vaterland, die Zentralstelle Völkerrecht und die Vereinigung Gleichgesinnter entstanden. Aufmerksamkeit habe auch die Friedensresolution von fünf Berliner Pfarrern im Jahr 1917 aus Anlass des 400. Reformationsjubiläums erregt. Aber die ernüchternde Bilanz des Historikers nach 1918: „Der Kaiser ging, doch die Kirchenfunktionäre und Pfarrer blieben mit ihren antipazifistischen Positionen.“

Konservative Gruppen beherrschten Kirchenstrukturen
Dies griff Professor Dr. Claudia Lepp von der Ludwig-Maximilians-Universität München auf. „Es gab im deutschen Protestantismus in der Weimarer Republik sehr viele, für die Verständigung und Aussöhnung nach außen wie auch Demokratie nach innen keine Bedeutung hatten“, bedauert sie. Das habe die evangelische Kirche in dieser Zeit nachhaltig geprägt.

„Es gab protestantische Traumata nach dem Ersten Weltkrieg. Die Niederlage, die Revolution und der Versailler Vertrag“, erläuterte die Historikerin. Der Mehrheitsprotestantismus habe die weltanschauliche Neutralität der Weimarer Republik sehr kritisch gesehen, die Kirchenstrukturen seien von konservativen Gruppen beherrscht worden und es habe nach dem Ersten Weltkrieg keinen radikalen Wandel in der Einstellung zum Krieg stattgefunden“, so die Professorin. Sicher habe es auch pazifistische Stimmen gegeben, wie die Religiösen Sozialisten, aber sie seien innerhalb des Protestantismus zu schwach gewesen, um Gehör zu finden. „Die Macht der alten Strukturen ist bestehen geblieben. Gerade auch im protestantischen Milieu gab es Sympathien für den aufkommenden Nationalsozialismus. Und der Tag von Potsdam 1933 war für viele Protestanten ein wichtiges Ereignis, das sie begrüßten“, gab die Münchener Historikerin zu bedenken.

Bunte Blumen auf einer großen Friedenswiese
Dass es dennoch in diesen 100 Jahren viele christlich geprägte oder christlich motivierte Initiativen und Gruppen gab und gibt, machte Max Weber, EAK-Referent in Bonn, deutlich. Er verwies auf die bunte Vielfalt solcher Organisationen, wie den Internationalen Versöhnungsbund, pax christi, das europäische ökumenische Netzwerk Church & Peace, das Deutsche Mennonitische Friedenskomitee, die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, das Antikriegsmuseum Sievershausen oder der Internationale Christliche Friedensdienst EIRENE aus Neuwied. „Sie alle haben christliche Wurzeln und haben zu bunten Blumen auf einer großen Friedenswiese geführt“, so Max Weber. „Es sind Kraftquellen für den Frieden.“

Kritischer Blick von außen
Einen kritischen Blick von außen auf die heutige Friedensarbeit der Kirche gab es in Berlin von Christine Buchholz, religionspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der LINKEN. „Es ist die Stärke der Kirche, die zivilgesellschaftlichen Sichtweisen stärker ins Bewusstsein zu bringen“, mahnte sie und verwies auf aktuelle politische Fragen wie die Transformation der Bundeswehr, die Rüstungsausgaben oder die Militarisierung der Europäischen Union. „Die Kirche tut gut daran, laut ihre Stimme zu erheben und Einspruchsmacht zu sein und Raum zu schaffen auch für kritische, kontroverse Diskussionen.“ Gerade was zivile Konfliktlösungen angehe, sei es wichtig, dass die Kirche sich hier zu Wort melde. „Derzeit hat Deutschland 1.000 Soldaten in Mali im Einsatz. Was, wenn das 1.000 Friedensfachkräfte wären?“, fragte die Bundestagsabgeordnete. „Das alles sind Fragen, in denen wir uns einbringen und immer wieder betonen, dass gerade der Vorrang von Zivil stärker ins Bewusstsein gebracht werden und auch finanziell besser ausgestattet werden muss.“




Evangelischer Friedensverband stellt personelle Weichen

EAK-Vorstand künftig ohne Vorsitzenden
Ein Nachfolger wurde nicht gewählt. Der neue Vorstand wird die anfallenden Aufgaben gemeinsam übernehmen. „In den vergangenen Jahren haben wir die EAK inhaltlich neu aufgestellt. Nun wollen wir auch die Arbeit im Vorstand neu organisieren“, so Wolfgang Buff, der stellvertretende EAK-Vorsitzende.

Wenige Veränderungen gab es bei den Vorstandswahlen. So bleiben Wolfgang Buff (Frankfurt) und Lutz Krügener (Hannover) stellvertretende Vorsitzende der EAK. Wolfgang Buff arbeitet beim Zentrum Oekumene in Frankfurt und ist Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau. Lutz Krügener gehört als Friedensbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Kirche Hannovers an. Als Beisitzer wurden Sabine Müller-Langsdorf (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck) und Detlev Besier (Evangelische Kirche der Pfalz) in ihren Ämtern bestätigt. Neu dazugekommen ist Michael Zimmermann, der Friedensbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Holger Teubert (Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten), der die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) seit 2001 im Vorstand vertrat, kandidierte aus Altersgründen nicht mehr.

Weiterhin Beratung für Kriegsdienstverweigerer
Nach einem längeren Diskussionsprozess hatte die EAK, die vor zwei Jahren ihr 60-jähriges Bestehen feierte, Ende vergangenen Jahres Schwerpunkte und Arbeitsfelder für die künftige Arbeit festgelegt. Dabei will die EAK weiterhin die Beratung für Kriegsdienstverweigerung wahrnehmen, ebenso aber auch den Erfahrungsaustausch über die Friedensarbeit und friedensethische Fragen innerhalb der Landes- und Freikirchen sowie Fragen der Gewissensfreiheit, der Gewissensbildung und der pazifistischen Friedenstheologie in den Blick nehmen. Daneben sollen landeskirchenübergreifende Projekte unterstützt und begleitet werden. Wolfgang Buff: „Wichtig ist für die EAK vor allem, dass die Erfolge praktischer Friedensarbeit mehr in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden müssen.“

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Weitere Informationen: www.eak-online.de




„Live @ Psalter Studios“: neue Musik-Sendereihe auf Hope Channel

Wie der Sender mitteilte, machen verschiedene Musikstile, Lieder und Lebensgeschichten das neue Format aus, bei dem die Zuschauer Lieder in Studio-Qualität hören und miterleben können, wie diese aufgenommen werden.

Christliche Musiker
„Gott begleitet dich auf jedem Weg. Aber wenn dein Leben ein Wunder sein und Träume wahr werden und deine Gebete erhört werden sollen, lass ihn führen, überlasse ihm die Kontrolle. Ich wusste, dass das Gottes Botschaft an mich war und ich mein Leben ändern musste“, sagt Sängerin Naomi Striemer über die wichtigste Entscheidung ihrer Karriere. Sie ist eine von mehreren christlichen Musikern, die aus ihrem Leben erzählen und darüber sprechen, was sie zu ihren Liedern inspiriert hat.

Psalter Studios
„Psalter Studios“ ist ein Mehrzweck-Aufnahmestudio in Sydney/Australien. Das Studio selbst wurde in den 1960ern von dem inzwischen verstorbenen bekannten Akustiker und Studiodesigner Richard Priddle entworfen und war die Heimat einiger der ersten „Hillsong“-Aufnahmen in den 1980ern und 90ern.

Hope Channel Deutsch
Hope Channel ist ein TV-Sender der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der vom Medienzentrum STIMME DER HOFFNUNG e. V. mit Sitz in Alsbach-Hähnlein betrieben wird. Der Sender gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus über 50 nationalen Sendern besteht. Weitere Informationen: www.hopechannel.de




Evangelischer Friedenspreis an EIRENE

„Mit EIRENE wird ein seit 1957 tätiger ökumenischer, internationaler Friedens- und Entwicklungsdienst ausgezeichnet, dessen Freiwillige und Fachkräfte sich gemeinsam mit Partnerorganisationen weltweit für eine Kultur der Gewaltfreiheit, für soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung engagieren“, würdigte Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die Arbeit des Friedensdienstes aus Neuwied. Besonders freue ihn, dass der Förderpreis in diesem Jahr vor dem Hintergrund des Endes des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren als „Evangelischer Friedenspreis“ verliehen werde. „Hier macht die EKD deutlich, dass die pazifistische Tradition evangelischer Friedensethik ein bedeutender Teil ihrer kirchlichen Identität ist“, so der EKD-Friedensbeauftragte in Berlin. Die Arbeit von EIRENE zeige, dass der Vorrang der zivilen Konfliktbearbeitung, wie sie in der EKD-Denkschrift von 2007 formuliert werde, erreichbar sei. Der diesjährige Preisträger sei das beste Beispiel dafür.

EIRENE soll auch weiterhin unbequem sein
„Frieden und Gewaltfreiheit sind keine einfachen Dinge. Dies zeigt auch die langjährige erfolgreiche Arbeit von EIRENE, die seit 61 Jahren erfolgt, ohne dass schon Frieden auf der Welt herrschen würde“, betonte Peter Steudtner. Der Menschenrechtsaktivist und Trainer für gewaltfreie Konfliktbearbeitung, der im vergangenen Jahr mit Vertretern von Menschenrechtsorganisationen drei Monate in der Türkei im Gefängnis verbrachte, hielt in Berlin die Laudatio auf den Preisträger.

„Dieser Förderpreis soll Mut machen, er ist eine Anstachelung und gibt Kraft für die weitere Arbeit von EIRENE“, unterstrich Steudtner. Es sei wichtig, dass der Friedensdienst auch künftig Räume schaffe für Entwicklung, Frieden und zivilgesellschaftliches Engagement. „Und dabei soll EIRENE auch weiterhin unbequem sein, Risiken in Kauf nehmen und positiven Frieden gemeinsam global und lokal fördern und selbst leben“, so der Menschenrechtsaktivist. „Ich bin froh, dass EIRENE diesen Preis zu Recht bekommen hat. Eigentlich müsste ich EIRENE wünschen, dass die Arbeit überflüssig wird, weil dann die Welt in Frieden und auch die Menschen in Frieden leben würden.“ Doch bis es dazu komme, soll dieser Friedenspreis alle anstacheln, diese wichtige Arbeit weiter zu tun.

Ein ganzes Orchester von Friedensstimmen
„Dieser Preis ist für uns eine Bestätigung für die geleistete Arbeit, aber auch ein Ansporn, unserem Anspruch zu entsprechen, ein internationaler Friedensdienst mit christlichen Wurzeln zu sein, auf dem mühsamen, aber auch lohnenden Weg des Friedensdienstes“, sagte Dr. Charlotte Eisenberg, stellvertretende Vorstandsvorsitzende von EIRENE. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Reinhard J. Voß, ergänzte: „Wir nehmen diesen Friedenspreis auch als Herausforderung für unsere weitere Arbeit.“

Wie bunt und vielfältig die Arbeit von EIRENE ist, wurde bei der Preisverleihung in Berlin deutlich. Jacques Raphael Asunge von der Partnerorganisation SVH in der Demokratischen Republik Kongo betonte die wichtige Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg, die einen guten Erfahrungsaustausch ermögliche und helfe, die Friedensarbeit anderer zu entdecken. Rosemary Nina Calcina aus Bolivien, die derzeit als Freiwillige für EIRENE in Deutschland arbeitet, schilderte das gegenseitige Lernen und Erfahren von Friedensarbeit durch Menschen aus vielen Ländern. „Friedensarbeit bei EIRENE, das ist ein ganzes Orchester von Friedensstimmen“, so Dr. Charlotte Eisenberg.

Über EIRENE
EIRENE ist ein seit 1957 tätiger ökumenischer, internationaler Friedens- und Entwicklungsdienst, dessen Freiwillige und Fachkräfte sich gemeinsam mit Partnerorganisationen in Lateinamerika, Afrika, den USA und Europa weltweit für eine Kultur der Gewaltfreiheit, für soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung engagieren. EIRENE entsendet dabei jedes Jahr Freiwillige und Fachkräfte in viele Länder. Seit der Gründung haben mehr als 3.000 Personen einen Friedensdienst mit EIRENE geleistet. Gleichzeitig kommen auf Einladung von EIRENE Freiwillige aus anderen Ländern für einen Freiwilligen- und Friedensdienst auch nach Deutschland.

EAK-Förderpreis
Der Förderpreis der EAK, der in diesem Jahr als Evangelischer Friedenspreis verliehen wurde, erinnert an das friedensethische Wirken des evangelischen Theologen Friedrich Siegmund-Schultze, der 1914 zu den Gründern des Weltbundes für Freundschaftsarbeit der Kirchen gehörte, aus dem sich später der Internationale Versöhnungsbund entwickelte. 1957 wurde Siegmund-Schultze der erste Vorsitzende der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen. Als Pfarrer, Leiter sozialer Einrichtungen und Hochschullehrer setzte er sich zeitlebens für Versöhnungs-, Friedens- und Sozialarbeit ein. Der Förderpreis wird seit 1994 in unregelmäßigen Abständen verliehen. Die Finanzierung erfolgt aus Spenden. „Es ist schön, dass wir hier in Berlin, wo Friedrich Siegmund-Schultze so lange gewirkt hat, erstmals diesen Preis verleihen“, so der EAK-Bundesvorsitzende Dr. Christoph Münchow.

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Weitere Informationen: www.eak-online.de




Schweizer Juden und Muslime gemeinsam gegen Rassismus

Die Erklärung wurde gemeinsam vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG), der Plattform der Liberalen Juden der Schweiz (PLJS) sowie der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS) abgegeben. In einer Zeit, in welcher die Beziehungen zwischen Muslimen und Juden belastet sind, sei das Bekenntnis zum Dialog umso bedeutender, heißt es in der Erklärung.

Eine wichtige Antwort auf Juden- und Muslimfeindlichkeit, Rassismus und Hass sei die Pflege und die Stärkung des gegenseitigen Dialoges. Es sei einfach, das Gemeinsame zu betonen. Echter Dialog müsse aber auch das Trennende ansprechen. Die Erklärung im Wortlaut: http://www.swissjews.ch/de/downloads/pressemitteilung/2018/erklaerung-juden-und-muslime-2018.pdf




Indonesien: Erdbeben und Tsunami – ADRA hilft

„Die Zerstörung ist groß und die Situation vor Ort chaotisch. Häuser wurden weggeschwemmt, Gebäude und Geschäfte brachen zusammen, Straßen sind weggebrochen oder haben Risse, eine große Brücke wurde zerstört. Die humanitäre Situation ist sehr ernst. Tausende Menschen schlafen im Freien, da sie Nachbeben befürchten“, berichtet Clinton Rappel, Geschäftsführer von ADRA Indonesien. Das ADRA-Büro in Indonesien koordiniere die Hilfe mit nationalen und lokalen Behörden, sowie in Absprache mit anderen Hilfsorganisation und der Leitung der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die in Katastrophensituationen wie diesen viele freiwillige Helfer stellen könne.

ADRA International in Silver Spring, Maryland/USA, stellt für eine erste Nothilfe 200.000 US-Dollar (173.000 Euro) zur Verfügung. ADRA Österreich finanziert 3.000 Zusammenstellungen mit Material für Notunterkünfte. ADRA Deutschland ist Partnerorganisation der „Aktion Deutschland Hilft“ (ADH). Diese hat 100.000 Euro als Soforthilfe für Sulawesi zur Verfügung gestellt. ADH-Bündnisorganisationen, die mit Projekten im Land tätig sind, helfen bereits im indonesischen Katastrophengebiet. So unterstützen beispielsweise ADRA, der Arbeiter-Samariter-Bund, Islamic Relief und World Vision Bergungsarbeiten und Bedarfsanalysen der lokalen Behörden.

Auch Adventisten von der Katastrophe betroffen
Laut der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift Adventist Review seien auch Siebenten-Tags-Adventisten in der Stadt Palu von der Katastrophe betroffen. Etliche Mitglieder wären umgekommen, andere hätten sich vor dem Tsunami durch Flucht in höhere Gebiete retten können. Der adventistische Pastor Alvian Sadondang berichtet, dass er und seine Familie dankbar seien, die Naturkatastrophe überlebt zu haben. Doch sie wären traurig über die Zerstörungen und das damit verbundene Leid. „Meine Familie und ich suchen unsere Kirchenmitglieder, die noch vermisst werden. Fünf unserer Brüder wurden Opfer des Tsunami, aber es gibt noch einige, die wir bis jetzt suchen“, sagte Sadondang. „Unser Missionsbüro in Palu ist schwer beschädigt, ebenso wie unsere Kirchen in Setia Budi und Parigi. Die meisten Überlebenden brauchen Nahrung, sauberes Trinkwasser, Unterkunft und eine Grundversorgung.“

In der Provinz Zentralsulawesi mit der Hauptstadt Palu gibt es rund 9.400 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 60 Kirchengemeinden.




Victoriasee: auch Adventisten unter den 224 Toten bei Fährunglück

Die Fähre beförderte Passagiere und Gepäck von Bugolora nach Ukara Island. Sie kenterte bei Bwisia, Ukara, nur wenige hundert Meter vor dem Ziel. Laut AR sei nach einigen Quellen die Ladekapazität überschritten worden.

Kirche unterstützt Rettungsaktion
Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Tansania beteiligte sich zusammen mit Regierungsvertretern und anderen bei den Rettungs- und Bergungsarbeiten. Eine Gruppe adventistischer „Master Guides“ (Pfadfinderleiter) habe ihr eigenes Fischerboot benutzt, um Ertrunkene zu bergen und zur Identifizierung durch Verwandte an Land zu bringen. Ferner seien sie Hinterbliebenen vor Ort beigestanden, darunter auch Kindern, die ihre Eltern oder nahe Verwandte durch die Tragödie verloren hatten.

Adventisten in Tansania
In Tansania, einem afrikanischen Land mit 57 Millionen Einwohnern, leben 726.000 Adventisten, die in knapp 3.000 Kirchen und Versammlungsräumen Gottesdienst feiern. Sie unterhalten eine Berufsschule, sieben Grundschulen, 18 weiterführende Schulen, 20 Ambulatorien und ein Krankenhaus.




Hospiz „Friedensberg“: Dem Leben mehr lebenswerte Tage geben

Wer meint, es ginge in einem Hospiz nur ums Sterben der merke bei einem Besuch in „Friedensberg“ schnell, dass es vielmehr ums Leben gehe. Nicht nur weil Sterben ein unveränderbarer Teil des Lebens sei und darum integriert und nicht verdrängt und abgeschoben gehöre, sondern weil gerade hier Menschen mit den wesentlichen Fragen des Lebens konfrontiert würden. Etwa: Welches Fazit zieht ein Mensch angesichts des nahen Endes? Was bleibt am Ende und hat Bestand? Wofür lohnt es sich zu leben?, so Scheel.

Statt Rückzug Zuwendung, Verständnis und Menschlichkeit
Michael Götz, Pastor der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin, käme jede Woche einen ganzen Tag ins Haus, um die Gäste und ihre Angehörigen, aber auch das Pflegepersonal zu unterstützen und zu begleiten. Viele von ihnen hätten den Kontakt zur Kirche schon vor Jahrzehnten abgebrochen und ihren Glauben an einen gütigen Gott verloren, berichtet Scheel. Dennoch wollten sie jetzt nicht allein und auf sich selbst gestellt sein. Sie erwarteten nicht Betroffenheit und Rückzug, auch keine lebensverlängernden Maßnahmen durch High-Tech-Medizin, sondern Zuwendung, Verständnis und Menschlichkeit. Das helfe, das Unvermeidliche anzunehmen und wecke die Hoffnung, dass mit dem letzten Atemzug vielleicht doch nicht alles vorbei und vergessen sein werde.

Im Hospiz in Lauchhammer werde laut Scheel „den Tagen nicht nur mehr Leben durch eine hervorragende Pflege gegeben.“ Es sei auch „ein Haus, in dem man gern weilt, so merkwürdig das auch klingen mag“. Darum würden Angehörige ihre Lieben mit einem guten Gewissen nach „Friedensberg“ bringen, weil sie spürten, dass sie hier alles bekämen, was in den letzten Tagen dieses Lebens noch möglich sei.

In „Friedensberg“ mehr Tage als anderswo
Aber das Leben im Hospiz „Friedensberg“ habe auch mehr Tage als anderswo. Auf diesen Aspekt wiesen die beiden Geschäftsführer der Einrichtung, Georg Remmert und Sylvia Finsterbusch, hin. Liege die durchschnittliche Verweildauer in einem Hospiz im Bundesdurchschnitt bei 18 Tagen, so seien es in Lauchhammer im Durchschnitt 43 Tage, die Menschen hier verbringen würden. „Mehr noch: Totkranke und Aufgegebene leben wieder auf und gewinnen Leben und Lebensqualität zurück.“ Seien es in anderen Häusern ein oder zwei Personen die das Hospiz lebend verließen, wären es „Friedensberg“ fünf bis sechs Personen im Jahr, die zurück zu ihren Angehörigen oder in eine Pflegeeinrichtung gehen und etliche Monate, teilweise sogar Jahre an Lebenszeit gewonnen hätten. Woran das liege, „wissen wir nicht“, meinten die beiden Geschäftsführer der Einrichtung. Es sei wohl die Gesamtheit vieler Faktoren, eine Art „Puls des Lebens“, angefangen von der warmen Atmosphäre des Hauses, dem wunderschönen Garten, der hervorragenden Pflege bis hin zur seelsorgerlichen Begleitung, die zum Leben ermutige oder auch in Frieden sterben lasse.

Hospizarbeit des AWW in Deutschland
Für die Patienten stehen in Lauchhammer zehn Einzelzimmer zur Verfügung, die direkten Zugang zum Duschbad bieten. Alle Zimmer haben die Möglichkeit des Rooming-In für Angehörige. Ein separates Angehörigenzimmer steht ebenfalls zur Verfügung. Am 29. Juni 2019 feiert das Hospiz Friedensberg sein 10-jähriges Bestehen. Weitere Informationen unter www.hospiz-friedensberg.de.

Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) unterhält außerdem seit 2014 das Hospiz „Am Stadtwald“ in Uelzen mit elf Plätzen und seit 2006 einen ambulanten Hospizdienst in Berlin.




EKD-Impulspapier „Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben“ vorgestellt

Mutiges nachhaltiges Handeln gefordert
Mit dem Dokument bringt die EKD ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass die globalen Transformationsprozesse nicht zu einer Resignation führen müssen, sondern mutig gestaltet werden können. Die EKD positioniert sich dabei als Mahnerin zu mutigem nachhaltigen Handeln, als Mittlerin zwischen gesellschaftlichen Gruppen im Ringen um Nachhaltigkeit und nicht zuletzt als Motor, die weltweiten Veränderungsprozesse des 21. Jahrhunderts verantwortungsbewusst zu gestalten.

Modelle nachhaltigen Handelns
Dazu werden Modelle nachhaltigen Handelns aus Kirchengemeinden und kirchlichen Institutionen vorgestellt. Kritik übt die EKD daran, dass in der Agenda 2030 nicht die Frage beantwortet sei, wann Wohlstand erreicht ist. Dies sei eine Leerstelle, der die EKD mit einer „Ethik des Genug“ begegnen möchte.

Erde als Geschenk Gottes
Erarbeitet wurde das Impulspapier von der Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung. Nach Professor Dr. Uwe Schneidewind, Vorsitzender der Kammer, resultiere die Haltung zur Nachhaltigkeit aus der Demut, dass die Erde ein Geschenk Gottes sei. Es sei die Aufgabe, dass im 21. Jahrhundert 10 Milliarden gut auf dieser Erde leben könnten.

Die Ziele der Agenda 2030 deckten sich mit den Anliegen des Konziliaren Prozesses für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung und nähmen die Schwächsten in den Blick. Um der Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe zu stärken, schlug Marlene Thieme, Ratsmitglied der EKD, vor, sie als Staatsziel im Grundgesetz zu verankern.

Das Impulspapier der EKD ist online abrufbar unter: https://www.ekd.de/Aktuelle-Publikationen-24065.htm




Ruanda: Festival „Religionsfreiheit für alle“

„Dieses Ereignis hat uns als Kinder Afrikas zusammengeführt, um das wichtige Prinzip der Religionsfreiheit zu diskutieren“, so der Präsident der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in Ost-Zentralafrika, Pastor Blasious Ruguri. Zu den besonderen Gästen gehörten laut AR die Kabinettsministerin des Präsidenten von Ruanda, Judith Uwizeye, der ruandische Justizminister Johnston Busingye, sowie der Präsident des Obersten Gerichtshofs von Kenia, David Maraga.

Feier „Religionsfreiheit für alle“
Die fünfstündige Veranstaltung am Samstag, den 15. September wurde hauptsächlich von Mitgliedern der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, aber auch von Delegierten für Religionsfreiheit aus fast 30 Ländern, Vertretern von Menschenrechtsorganisationen, Regierungsbeamten, afrikanischen Wissenschaftlern und afrikanischen Unternehmern besucht. Die Feier umfasste eine Parade für Religionsfreiheit von Pfadfinderclubs und anderen kirchlichen Diensten, ein Konzert, Reden zum Thema Religionsfreiheit und Dankgebete, so AR.

„Wir nehmen Religionsfreiheit nicht als selbstverständlich hin“, betonte der Generalsekretär der Internationalen Vereinigung für Religionsfreiheit, Dr. Ganoune Diop. „Die Geschichte zeigt uns etwas anderes.“ In einem kurzen Rückblick auf die lange Geschichte religiöser Meinungsverschiedenheiten und Kriege stellte Diop heraus, dass Respekt und Frieden zwischen den Kirchen ein Grund zum Feiern sei. Gleichzeitig machte er deutlich: „Religionsfreiheit ist keine Beseitigung von Unterschieden oder die Angleichung aller Überzeugungen auf einen gemeinsamen Nenner.“




Adventistisches Medienzentrum legt neues Magazin auf

„Zeitungen und Zeitschriften sind in der immer vielfältiger werdenden Medienlandschaft eine Art informativer Ruhepol. Sie beinhalten wertvolle Beiträge, die das Leben bereichern und mit relevanten Informationen versorgen“, so Pastor Marc Naumann, Mitarbeiter des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“. Das Leitmotiv des neuen Magazins solle von der ersten Ausgabe die Hoffnung sein. Die Zeitschrift ermöglicht einen Überblick über die vielfältigen Angebote der Marke Hope. Es werden Einführungen in TV-Serien gegeben und Glaubenskurse oder Hörbücher vorgestellt. In Kurzartikeln wird ein ganzheitliches Lebenskonzept beschreiben und in Erfahrungsberichten Mut machende Erlebnisse berichtet.

Hope Magazin: erste Ausgabe Oktober/November 2018
„Seelische Gesundheit: Was die Seele ins Gleichgewicht bringt“ lautet der Titel der ersten Ausgabe, die für Oktober/November 2018 erscheint. Künftig soll das Hope Magazin sechs Mal im Jahr mit einem Umfang von 24 Seiten herausgegeben werden. Die Zeitschrift erscheint digital und als Printmedium. Da sich das Hope Magazin derzeit in einer Pilotphase befindet, gibt es die Print-Ausgabe zunächst nur in Österreich. Die Online-Version des Hope Magazins lässt sich als PDF kostenlos herunterladen unter www.hope-magazin.de, www.hope-magazin.at und www.hope-magazin.ch.




Renke Brahms seit zehn Jahren Friedensbeauftragter der EKD

Mit der Berufung von Renke Brahms zum Friedensbeauftragten wollte der Rat der EKD 2008 die kirchliche Friedensarbeit stärken. Der neue Beauftragte sollte dabei die Impulse, die von der 2007 veröffentlichten EKD-Friedensdenkschrift „Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen“ ausgingen, koordinieren und verstärken.

Klar in der Sache, verbindlich im Ton
„Dies tut Renke Brahms seit nunmehr zehn Jahren eindrucksvoll und er setzt sich leidenschaftlich ein für Abrüstung, eine Stärkung internationaler Organisationen, gewaltfreie Konfliktlösungen und einen gerechten Frieden“, hob Dr. Horst Gorski, Vizepräsident im Kirchenamt der EKD, hervor. Dabei zeichne sich der EKD-Friedensbeauftragte durch eine „Klarheit in der Sache, aber Verbindlichkeit im Ton“ aus, so der Theologe, der im Kirchenamt der EKD in Hannover die Abteilung „Öffentliche Verantwortung“ leitet. Der EKD-Vizepräsident würdigte dabei aber auch die wichtige Rolle des EKD-Friedensbeauftragten bei der derzeitigen Vorbereitung der EKD-Synode im November 2019 in Dresden, bei der die Friedensarbeit das Schwerpunktthema sein wird. „Hier hat Renke Brahms durch seine langjährige Arbeit einen großen Anteil daran, dass sich viele Landeskirchen und die EKD Gedanken machen, wie der Weg hin zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens aussehen könnte.“

Ein Glücksfall für die evangelische Friedensarbeit
„Seit 2008 verleiht Renke Brahms der evangelischen Friedensarbeit Gesicht und eine markante Stimme “, betonte auch Dr. Christoph Münchow, Bundesvorsitzender der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK), der zugleich aktueller Vorsitzender des Vereins für Friedensarbeit im Raum der EKD ist. „Renke Brahms ist ein Glücksfall für die evangelische Friedensarbeit zu der auch die evangelischen Freikirchen gehören“, so Münchow.

Ein unbequemer Mahner
Christine Busch, Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), erinnerte: „Als EKD-Friedensbeauftragter setzt sich Renke Brahms seit zehn Jahren immer für den Vorrang ziviler und gewaltfreier Konfliktbearbeitung ein. Sei es in der Ablehnung von Rüstungsexporten, beim Eintreten für eine atomwaffenfreie Welt, beim kritischen Blick auf den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, bei Militärinterventionen in Syrien oder Libyen. Immer zeigt der EKD-Friedensbeauftragte hier Flagge.“ Damit sei er ein wichtiger und oft auch unbequemer Mahner.




Neuer Leiter der Hochschulbibliothek Friedensau

Raul Cervantes übernimmt nach kurzer Vakanz die Leitung der Bibliothek und damit die Stelle von Raimar Oestreich der Ende Juni 2018 die Hochschule verlassen hatte. Raul Cervantes, 46 Jahre alt, absolvierte das Studium „Library and Information Science“ an der Humboldt-Universität Berlin und schloss es 2011 mit dem Master of Arts ab. Er ist deutscher Staatsbürger mit mexikanischen Wurzeln. Seit 2011 arbeitet er an der Hochschulbibliothek in Friedensau und kennt aus „zweiter Reihe“ die Herausforderungen, Arbeitsbedingungen und Mitarbeiterinnen, was die Übernahme der neuen Aufgaben erleichtern werde, so der Rektor. Cervantes ist verheiratet und hat zwei Kinder. Derzeit promoviert er nebenberuflich an der Universität Complutense de Madrid in Bibliothekswissenschaften.

Bibliothek mit über 150.000 Medien
Die Friedensauer Hochschulbibliothek umfasst ein vielfältiges Angebot mit über 150.000 Medien. Darunter sind wissenschaftliche Monographien und Zeitschriften, Noten und Liederbücher, Musik und Filme, Unterhaltungsliteratur sowie Kinder- und Jugendbücher. Zugriff auf Online-Datenbanken und elektronische Zeitschriften erweitern den physischen Bestand. Die Hochschulbibliothek verwaltet auch die Freikirchenbibliothek des Vereins für Freikirchenforschung (VFF) mit Schrifttum aus den unterschiedlichsten Denominationen. Zudem gibt es in der Musikalienbibliothek eine umfangreiche Notensammlung für die Bereiche Kirchen- und Popularmusik.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und M.A.-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Mehr als 30 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de




Bausoldaten als Ermutigung zu couragiertem Handeln

Der Spaten signalisierte „keine Gewalt“
Die DDR-Führung hatte 1964 als einziges Warschauer-Pakt-Land die Möglichkeit eines Militärdienstes ohne Waffen eingeräumt. Etwa 15.000 Männer leisteten diesen Dienst als Bausoldaten in der Nationalen Volksarmee. „Der Titel des Materialheftes erinnert an die Vision des biblischen Propheten Micha, wonach kein Volk wider das andere das Schwert erheben wird“, betonten Anne Freudenberg vom Referat Theologie und Nachhaltigkeit im Zentrum für Mission und Ökumene sowie Julika Koch vom Referat Friedensbildung der Nordkirche. Die Geschichte der Bausoldaten in der ehemaligen DDR stünde ganz in dieser Tradition. Der Spaten auf ihren Schulterstücken habe „keine Gewalt“ signalisiert und viele Bausoldaten hätten zur oppositionellen Bürgerbewegung gehört, ohne die die friedliche Revolution von 1989 nicht denkbar gewesen wäre.

Materialheft für Schulen, Kirchengemeinden und Bundeswehr
In dem Materialheft finden sich didaktische Entwürfe für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern in der Sekundarstufe I und II sowie für Veranstaltungen in Kirchengemeinden. In einem weiteren Kapitel gibt es Arbeitsblätter mit historischen Fakten zur Geschichte der Bausoldaten sowie Kurzbiografien der sechs Hauptpersonen aus dem Dokumentarfilm von Johannes Meier. Darüber hinaus finden sich Interviews, die weitere Perspektiven von Bausoldaten und Fragen der Kriegsdienstverweigerung in der ehemaligen DDR näher beleuchten. „Die Materialien ermöglichen in Schulen, Kirchengemeinden, aber auch im Rahmen des Unterrichts bei der Bundeswehr eine breite Auseinandersetzung zu Gewissensentscheidung und Friedensethik und tragen damit auch zu einem intensiveren Dialog zwischen Ost- und Westdeutschland bei“, betonte Dr. Klaus Schäfer, Direktor des Zentrums für Mission und Ökumene der Nordkirche.

„Nach mehr als 25 Jahren wird die Geschichte der Bausoldaten in der DDR wieder aufgegriffen. Sie ist ein markanter Teil der Geschichte des persönlichen Engagements für Frieden während der Teilung“, sagte Dr. Christoph Münchow, Bundesvorsitzender der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK), der selbst Bausoldat in der früheren Nationalen Volksarmee war. Die Lebensgeschichten der Bausoldaten würden deutlich machen, wie die damalige Entscheidung für den Dienst als Bausoldat lebenslang geprägt und sich in einem bewussten Engagement für mehr Frieden fortgesetzt habe. „Der Kalte Krieg wurde in den weltpolitischen Veränderungen nach 1990 von verdeckten und offenen Kriegen abgelöst. Die Alternative ist die vorrangige Option für Gewaltfreiheit und das Engagement für einen gerechten Frieden“, gab Münchow zu bedenken.

Kostenfrei erhältlich
Das Begleitmaterialheft sowie der Dokumentarfilm „Schwerter zu Spaten – Bausoldaten in der DDR“ können beim Zentrum für Mission und Ökumene, Agathe-Lasch-Weg 16, 22605 Hamburg, Telefon 040 881 81 243, eMail: a.freudenberg@nordkirche-weltweit.de, kostenfrei angefordert werden.




Advent-Wohlfahrtswerk stellt sich neu auf

Lothar Scheel (Hannover), bisher Bundesgeschäftsführer des Advent-Wohlfahrtswerkes e.V. in Deutschland, wurde zum geschäftsführenden Vorsitzenden und Johannes Naether (Präsident des Norddeutschen Verbandes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten) zum stellvertretenden Vorsitzenden des AWW gewählt. Der neu gebildete Aufsichtsrat besteht aus Werner Dullinger (Vorsitzender des Aufsichtsrates und Präsident des Süddeutschen Verbandes der Adventisten), Dieter Neef (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates sowie Finanzvorstand des Nord- und Süddeutschen Verbandes), Rolf Müller-Blom (Rechtsanwalt, Hannover) Dennis Meier (Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern), Bernd Quoß (Geschäftsführer im Krankenhaus Waldfriede) und Jens Schulz (Leiter der Gnadauer Anstalten).

Vereinssitz des AWW von Darmstadt nach Hannover verlegt
Wie Lothar Scheel in der Oktoberausgabe der Freikirchenzeitschrift „Adventisten heute“ informierte, sei es unter anderem Aufgabe des Aufsichtsrats über wesentliche strategische Angelegenheiten zu befinden, den Vorstand zu wählen und dessen Arbeit zu überwachen. Zudem habe die Mitgliederversammlung des Vereins die Verlegung des Vereinssitzes von Darmstadt nach Hannover beschlossen, wo sich die Bundesgeschäftsstelle bereits seit den 1990er Jahren als Verwaltungssitz befindet.

Das aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammende Vereinsrecht sei laut Scheel als Zusammenschluss von Personen mit bestimmten gemeinsamen Interessen und Zielen gedacht gewesen. Die bisherige Vereinsstruktur des AWW sei jedoch immer weniger geeignet, den Anforderungen von heute und vor allem den wirtschaftlichen Herausforderungen angemessen gerecht zu werden. So könnten ehrenamtlich arbeitende Vorstände in Vereinen mit mehreren Millionen Euro Umsatz im Jahr der auf ihnen liegenden Verantwortung kaum noch gerecht werden, selbst wenn sie Geschäftsführer mit der Wahrnehmung des „operativen Geschäfts“ beauftragten.

Einrichtungen des AWW
Das AWW e.V. in Deutschland unterhält derzeit fünf Kindertagesstätten in Berlin, Fürth, München, Penzberg und Bad Aibling, eine Heilpädagogische Tagesstätte in Neuburg/Donau, eine Grund- und Oberschule in Oranienburg nördlich von Berlin, eine Einrichtung für wohnungslose Frauen in Leipzig sowie eine Suchtberatungs- und Behandlungsstelle in Chemnitz. Das AWW ist außerdem Gesellschafter folgender Institutionen: Seniorenheime in Friedensau bei Magdeburg, Berlin-Steglitz, Uelzen und Neandertal bei Düsseldorf, Hospiz „Am Stadtwald“ in Uelzen und Hospiz „Friedensberg“ in Lauchhammer (südliches Land Brandenburg) sowie die Suchtklinik „Haus Niedersachsen“ in Oerrel (Niedersachsen).

Nach Angaben von Lothar Scheel seien etwa 700 Personen bundesweit in den verschiedenen sozialen Einrichtungen des AWW beschäftigt. Allein das AWW e.V. als Verein benötige mit seinen etwa 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jährlich etwa 3,5 Millionen Euro. Davon kämen rund 94 Prozent aus öffentlichen Mitteln und etwa sechs Prozent aus Zuwendungen der Freikirche. Die Sammlungen für das AWW in den adventistischen Kirchengemeinden (Adventgemeinden) dienten überwiegend der Finanzierung der sozialen Arbeit in den etwa 100 AWW-Helferkreisen in Deutschland mit ihren Ehrenamtlichen in Suppenküchen, Kleiderkammern, Nachbarschaftsprojekten, Suchtselbsthilfegruppen, Seniorenkreisen, Lernhilfen für Schülerinnen und Schüler, Beratungsstellen, Integrationsprojekten für Geflüchtete und manchem mehr.

Das Advent-Wohlfahrtswerk wurde im August 1897 in Hamburg zunächst als „Christlicher Hilfeverein“ gegründet. Weitere Informationen über die einzelnen Einrichtungen und Gesellschaften des AWW finden sich auf der AWW-Webseite www.aww.info. Das AWW gehört zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Weitere adventistische Sozialeinrichtungen
Neben dem AWW unterhält die Freikirche als weitere Sozialwerke den 1899 entstandenen Deutschen Verein für Gesundheitspflege (DVG) und die 1987 gegründete Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland.

Zum AWW gehört nur ein Teil der sozialen Einrichtungen, welche die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland unterhält. Die Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg mit den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie, das Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt mit Grund-, Realschule und Gymnasium sowie acht weitere Grundschulen in Deutschland mit teilweisen Realschulzweigen haben andere Träger. Ebenso beispielsweise das Krankenhaus Waldfriede mit der „Privatklinik Nikolassee“, dem „Seniorenhaus Waldfriede“ und einer Tagesklinik in Berlin, das Seniorenheim „Haus Wittelsbach“ in Bad Aibling, das Behindertenheim „Haus Odenwald“ in Groß-Umstadt bei Darmstadt oder der „Kindergarten Grindelberg“ in Hamburg.




Philippinen: ADRA unterstützt nach Super Taifun Mangkhut

„Dieser Sturm ist der stärkste, den die Philippinen in diesem Jahr erlebt haben, und bei weitem der verheerendste seit dem Taifun Haiyan vor fünf Jahren“, sagte Tom Pignon, Direktor von ADRA Philippinen. „Die starken Winde rissen Dächer ab und die starken Regenfälle lösten viele Erdrutsche aus. In einigen Gemeinden wurden fast alle Gebäude beschädigt.“ Medienberichten zufolge stieg die Zahl der Todesopfer auf 66.

ADRA Notfall-Team
Das Notfall-Team der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA sei nach Tuguegarao City, der Hauptstadt der Provinz Cagayan im Norden Luzons, gereist, um sich mit den zuständigen Landesbehörden abzustimmen und erste Bewertungen in den Provinzen Isabela und Cagayan vorzunehmen, die am stärksten von der Verwüstung betroffen sind. Im Rahmen der Nothilfe werden von ADRA Philippinen auch Notunterkünfte vorbereitet, teilte AR mit.

Risikogebiet Philippinen
Mangkhut war der 15. tropische Wirbelsturm auf den Philippinen im Jahr 2018. Laut Weltrisikoindex 2017 der Vereinten Nationen seien die Philippinen eines der Länder, die am stärksten von Katastrophen bedroht sind, so AR. Jedes Jahr träfen durchschnittlich 20 tropische Wirbelstürme das Land, welche Hunderte von Menschenleben forderten und Millionen von Menschen in Not und Armut zurückließen.




Europa braucht die Hoffnung der Kirchen

„Europa steht vor großen Herausforderungen“, sagte Heiki Huttunen, Generalsekretär der KEK. Zunehmend würden Konflikte militärisch gelöst, Populismus und Nationalismus nähmen zu. Die Migration nach Europa und innerhalb Europas wachse, daher brauche Europa das Zeugnis der Kirchen: „Wir können den Menschen Hoffnung geben und für eine menschenfreundliche und offene Atmosphäre in Europa eintreten“, sagte Huttunen.

Kirche des Nazareners als neues Gastmitglied aufgenommen
Da die Kirchenleitungen der 17 Mitgliedskirchen im Vorfeld dem Antrag der Kirche des Nazareners auf Gastmitgliedschaft in der ACK zugestimmt hatten, konnte sie im Rahmen der Mitgliederversammlung aufgenommen werden. Die Freikirche stammt aus der methodistischen Tradition und hat nach eigenen Angaben in Deutschland rund 1.100 Mitglieder in 20 Gemeinden.

Lebensgeschichte und Gotteserfahrung stärker zusammendenken
Mit dem Zusammenhang von Lebensgeschichte und Gotteserfahrung haben sich die Delegierten auf einem der ACK-Mitgliederversammlung vorgeschalteten Studientag beschäftigt. Professorin Dr. Dorothea Sattler, Leiterin des Ökumenischen Instituts an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, wies darauf hin, dass sich die Frage nach Gott gegenwärtig stärker an Lebensgeschichten orientiere. „Die Menschen fragen nach dem Handeln Gottes angesichts der Schicksalsschläge“, sagte Sattler. Es liege eine große ökumenische Chance darin, gemeinsam über die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes angesichts des Leidens der Welt nachzudenken.

Mitgliederversammlung der ACK Deutschland
Die Mitgliederversammlung ist das oberste, beschlussfassende Leitungsorgan der ACK. Sie besteht aus den 50 Delegierten der Mitglieder, Gastmitglieder sowie ständigen Beobachter, die von den Kirchen für die Dauer von fünf Jahren benannt werden. Die Mitgliederversammlung der ACK tagt in der Regel zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst. Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Sieben Kirchen sind Gastmitglieder, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, fünf Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert damit rund 50 Millionen Christen in Deutschland.




Gottfried Locher erneut Präsident der Evangelischen Kirchen in Europa

Das Präsidium
Dr. Gottfried Locher ist seit 2011 Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK). Er gehört dem GEKE-Präsidium seit 2012 an und übernahm die Geschäftsführung des Präsidiums 2015 nach dem überraschenden Tod von Bischof Dr. Friedrich Weber.

Dr. John Bradbury ist Pfarrer der United Reformed Church in Großbritannien. Er gehörte dem GEKE-Rat in der abgelaufenen Periode bereits als stellvertretendes Mitglied an.

Dr. Miriam Rose ist seit 2011 Inhaberin des Lehrstuhls für Systematische Theologie an der Universität Jena.

Der Generalsekretär
Als neuer Generalsekretär der GEKE wurde Dr. Mario Fischer, Pfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und bisheriger Büroleiter der GEKE-Geschäftsstelle, vom neuen Präsidium begrüßt. Er tritt sein Amt nach der Vollversammlung an. Der bisherige Generalsekretär Dr. Michael Bünker, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, hatte diese Funktion seit 2007 inne und tritt 2019 in den Ruhestand. Permanenter Sitz der Geschäftsstelle der GEKE ist Wien.

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa
Die GEKE ist der Verbund der evangelischen Kirchen in Europa. 94 lutherische, methodistische, reformierte und unierte Kirchen aus über dreißig Ländern Europas und Südamerikas gehören dazu. Die GEKE vertritt damit insgesamt rund 50 Millionen Protestanten.

Die GEKE gibt es dank der Leuenberger Konkordie aus dem Jahr 1973. Darin wird festgestellt, dass Kirchen unterschiedlich sein dürfen, da sie auf dem Evangelium als gemeinsamer Basis beruhen. Deshalb ist es ihnen möglich, gemeinsam Gottesdienst und Abendmahl zu feiern sowie die Taufe und Ordination der anderen Mitgliedskirchen der GEKE anzuerkennen. Was sich einfach anhört, hatte weitreichende Konsequenzen: Seither darf ein lutherischer Pfarrer auf einer reformierten Kanzel predigen und in der Gemeinde das Abendmahl austeilen oder eine reformierte Pfarrerin eine lutherische oder unierte Gemeinde in Deutschland leiten.

Die GEKE (bis 2003 „Leuenberger Kirchengemeinschaft“) hat folgende Struktur: Eine Vollversammlung bestimmt etwa alle sechs Jahre die Grundlinien der Arbeit. Der 13-köpfige Rat, geführt durch ein dreiköpfiges Präsidium, leitet zwischen den Vollversammlungen die Arbeit, die von der Geschäftsstelle in Wien koordiniert wird. Außenstellen bestehen in Brüssel (Ethik & Politik) sowie in Bern (Öffentlichkeitsarbeit).

Weitere Informationen unter: http://www.leuenberg.net/de




Adventistische Bekenntnisschule in Nürnberg eröffnet

„Wir freuen uns, dass wir mit der Mose-Schule eine Grundschule haben, die mehr als reinen Schulstoff vermittelt. Wir möchten den Kindern christliche Werte an die Hand geben, die sie ihr Leben lang begleiten“, so Schulleiterin Sylvia Clemens. Unterrichtet würden an der Schule zwei jahrgangsübergreifende Klassen der Stufen 1/2 und 3/4. Die Bekenntnisschule folge in ihren Lehrgegenständen, ihrem Aufbau und der Ausbildungsdauer dem LehrplanPlus für Grundschulen in Bayern. Ein Übertritt an weiterführende Schulen sei damit gewährleistet.

Respektvoller Umgang miteinander
Neben einer guten Bildungsvermittlung lege die neue Schule großen Wert auf die charakterliche, persönliche, geistige und geistliche Entwicklung der Kinder, betonte Sylvia Clemens. Ausgehend vom Menschenbild, das Jesus in der Bibel vorgelebt habe, würden christliche Werte wie Rücksichtnahme oder Ehrlichkeit ebenso vermittelt wie Toleranz und ein respektvoller Umgang miteinander. Die Mose-Schule möchte darüber hinaus musische und künstlerische Fähigkeiten heranbilden. Ein besonderes Augenmerk auf gesundheitsbewusstes Leben in den Bereichen Sport und Ernährung, aber auch nachhaltiges Handeln im verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und der Natur rundeten das Schulprofil ab. Aufgrund der kleinen Klassengröße von maximal 24 Schülerinnen und Schülern in den jahrgangsübergreifenden Klassen könne noch individueller auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen werden.

Beginn mit fünf Schülerinnen und Schülern
Begonnen habe die Mose-Schule dieses Schuljahr mit fünf Schülerinnen und Schülern der jahrgangsübergreifenden Klasse 1/2, informierte die Schulleiterin. Im eigens für die Schule umgebauten Zentrum der Adventgemeinde Nürnberg-Marienberg, Kilianstraße 260, stünden Klassenräume unterschiedlicher Größe, ein Werkraum sowie ein Schulgarten zur Verfügung. Im Rahmen des Gottesdienstes wurde die Schule feierlich eröffnet und die Schülerinnen und Schüler von ihren beiden neuen Lehrkräften aufgenommen.

Weltweites Bildungswerk
Die weltweit vertretene Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhält mit rund 8.500 Schulen, höheren Schulen und Universitäten, 108.500 Lehrkräften sowie 1.955.000 Schülerinnen und Schülern (Stand 31.12.2017) das global größte protestantische Bildungswerk.

In Deutschland gibt es neben der Mose-Schule in Nürnberg folgende weitere adventistische Bildungsstätten in kirchlicher Trägerschaft: Die Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg mit den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie, das Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt mit Grund- und Realschule, Gymnasium, Kolleg und Internate, die Freie Adventschule Oberhavel, Oranienburg-Friedrichsthal, mit Grund- und Oberschule, die Andrews Advent-Grundschule, Solingen, die Daniel-Schule, Murrhardt nordöstlich von Stuttgart, mit Grund- und Realschule, die Elisa-Schule, Herbolzheim-Tutschfelden nördlich von Freiburg, Grund- und Realschule, die Josia-Schule, Isny/Allgäu, Grund- und Gemeinschaftsschule, die Salomo-Schule, Rastatt, Grund- und Realschule, die Advent-Schule, Heilbronn, Grundschule, und die Advent-Schule, Mannheim, Grundschule.

Weitere Informationen zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unter: www.adventisten.de




Protestanten Europas starten offiziellen Dialog mit dem Vatikan

Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) überbrückt seit 1973 die jahrhundertlange Kirchenspaltung zwischen den reformierten und den lutherischen Kirchen. Zum ersten Mal seit 45 Jahren haben nun die Protestanten Europas in der Schweiz getagt. Diese Zusammenkunft der GEKE mit ihren rund 100 lutherischen, reformierten, unierten und methodistischen Mitgliedskirchen ist ein einmaliges Ereignis für die Schweiz, heißt es in der SEK-Medienmitteilung.

Für GEKE-Präsident Gottfried Locher ist die „Einheit in der Vielfalt“ noch immer das zentrale Anliegen der GEKE. Einheit sei mehr denn je nötig, um die Herausforderungen in Europa zu meistern. „Es braucht eine starke und geeinte Stimme der evangelischen Kirchen in Europa – für mehr Gerechtigkeit und Frieden.“

GEKE startet wegweisenden Dialog mit dem Vatikan
Im Rahmen der Zusammenkunft unterzeichnete Gottfried Locher mit Kurienkardinal Kurt Koch, dem Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, eine Absichtserklärung zu einem offiziellen Dialog zwischen dem Vatikan und der GEKE. Damit könnten zentrale Fragen zwischen römisch-katholischer Kirche und den evangelischen Kirchen angegangen werden, wie etwa die umstrittene Frage des gemeinsamen Abendmahls.




„70 Jahre Hoffnung“

„Begegnung, Gemeinschaft und das Erleben von Heimat waren immer zentral für die Stimme der Hoffnung“, versicherte deren Geschäftsführer Pastor Klaus Popa den 180 anwesenden Studiogästen. Während des Festakts wurde eine Zeitreise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Institution unternommen. Brad Thorp, Gründer und ehemaliger Präsident von Hope Channel Inc., dem globalen TV-Netzwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit 45 eigenständigen Hope Channel-Sendern, die in ihren Landessprachen produzieren und ausstrahlen, reflektierte in seiner kurzen Festansprache das Motto „Meine Zeit in deinen [Gottes] Händen“.

Menschen kamen zu Wort, deren Leben sich durch den Dienst der Stimme der Hoffnung zum Positiven verändert hat. „Fernsehen und Radio macht man nicht so nebenbei“, teilte Klaus Popa mit und dankte allen Beteiligten, Sponsoren, dem Team des Medienzentrums sowie der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten für ihre Unterstützung. Er verwies zum Abschluss der Veranstaltung auf die nach vorne gerichtete Orientierung: „Hoffnung soll am Ende des Festaktes stehen“.

Grußworte
Pastor Derek Morris, amtierender Präsident von Hope Channel Inc., rief Gäste und Mitarbeiter in seinem Grußwort dazu auf, treue Diener Gottes zu sein. Der Präsident der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in West- und Südeuropa, Pastor Mario Brito, erinnerte daran, was Hoffnung wirklich sei: „Hoffnung ist nicht Wunschdenken, sondern harte Arbeit.“ Werner Dullinger und Johannes Naether, Präsident und Vizepräsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, nannten das Medienzentrum Stimme der Hoffnung einen Impulsgeber und verwiesen auf damalige kircheninterne kontroverse Diskussionen über die Notwendigkeit des Neubaus. Robert Fischer, Leiter der Fernsehproduktion bei ERF Medien in Wetzlar, überbrachte ebenfalls Grußworte und freute sich auf die weitere gute Zusammenarbeit der Sender.

Kleine Chronik des Medienzentrums Stimme der Hoffnung
Als ältester privater christlicher Radiosender in Deutschland wurde die Stimme der Hoffnung in der Nachkriegszeit im Jahr 1948 von Max Busch in Berlin-Zehlendorf gegründet. Im gleichen Jahr startete auch die Bibel-Korrespondenz-Schule (heute Hope Bibelstudien-Institut). 1959 erfolgte der Umzug nach Darmstadt und 2006 der Umzug in das neugebaute Medienzentrum nach Alsbach-Hähnlein (offizielle Einweihung 2007). 1964 kam die Blindenhörbücherei dazu. Im Jahr 2006 begann das 24h-Hope Channel Radio, drei Jahre später startete der Fernsehkanal Hope Channel TV. Nach Angaben des Medienzentrums werden christliche Programme und Sendungen für Funk und Fernsehen heute mit neuester Ton- und TV-Technik produziert. Das Programmheft hat aktuell eine Auflage von 35.000, der Empfang der Programme ist über Kabel, Satellit und Internet möglich.

Weitere Projekte des Medienzentrums
Neben den laufenden Sendungen gibt es bei der Stimme der Hoffnung drei neue Formate, die dialogisch und partizipativ angelegt worden sind. Der Hope Sabbat, zu dem alle Nutzer eingeladen sind, findet in unregelmäßigen Abständen in örtlichen Kirchengemeinden bundesweit statt. Das Hope Camp ist eine Ferienwoche mit Lageratmosphäre für alle Interessierten und das Hope Center bietet an verschiedenen Standorten Hilfestellungen für den Alltag an. Auch internationale Projekte verwirklichte die Stimme der Hoffnung. Die vier Produktionen „Rest“, „Mensch Jesus. Mein Gott.“, „Arnion“ und „Animal Encounters“ wurden mit internationaler Unterstützung durchgeführt.

Der Festakt wurde am 16. September auf dem Hope Channel TV ausgestrahlt. Das Konzert wird am 29. September ebenfalls ausgestrahlt. Weitere Informationen: www.stimme-der-hoffnung.de




Mehr Adventisten als Juden weltweit

Weltweite Verteilung der Juden
Der jüngsten Untersuchung von Professor Pergola zufolge lebt mit 6,6 Millionen die größte jüdische Bevölkerungsgruppe in Israel. Im Ausland gibt es 8,1 Millionen Juden, davon mit 5,7 Millionen die meisten in den USA. Größere jüdische Bevölkerungsanteile existieren ferner in Frankreich (453.000), Kanada (391.000), Großbritannien (290.000), Argentinien (180.000) und Russland (172.000). In Deutschland leben 116.000 Juden und in der Schweiz 19.000. Nur 27.000 Juden gibt es in arabischen und muslimischen Ländern, etwa in der Türkei (15.000), dem Iran (8.500), Marokko (2.000) und Tunesien (1.000). Weniger als 500 leben in Jemen, Syrien und Ägypten.

Weltweite Verteilung der Adventisten
Wie der Statistische Jahresbericht 2018 der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zeigt, steht Brasilien mit 1,67 Millionen Adventisten an der Spitze der Mitglieder-Rangliste, gefolgt von Indien mit 1,59 Millionen, USA und Kanada mit 1,25 Millionen, Sambia mit 1,19 Millionen und den Philippinen mit 1,08 Millionen. Knapp an die Millionengrenze folgen die Länder Kenia (979.568) und Zimbabwe (922.106). Das kleine ostafrikanische Binnenland Ruanda weist 855.000 Kirchenmitglieder auf, während in der Volksrepublik China nur rund 451.100 Adventisten leben. Die kleinste Mitgliederzahl verzeichnen die Pitcairninseln im Pazifik mit 22 Adventisten. In der Schweiz leben 4.762 Adventisten und in Deutschland knapp 35.000. Mitglied wird man bei der Freikirche der Adventisten nicht durch die Säuglings- oder Kleinkindertaufe, sondern nach Unterweisung und auf eigenen Wunsch durch ein Bekenntnis beziehungsweise durch die Glaubenstaufe. Adventistische Kinder und nichtgetaufte Jugendliche werden demnach nicht als Mitglieder gezählt.




Schulzentrum Marienhöhe: fast 30.000 Euro Spenden durch Sponsorenlauf

Am Dienstag, den 4. September fanden die Läufe zwischen 9:15 Uhr und 13 Uhr auf dem Campus des Schulzentrums Marienhöhe der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten statt. Eine Runde betrug 800 Meter, insgesamt wurden 5.429 Runden gelaufen. Dabei konnten sich Schülerinnen und Schüler, etliche Lehrerinnen und Lehrer sowie einige Eltern und Großeltern für einen guten Zweck engagieren. Aktuell liegen Spendenzusagen in Höhe von 28.580 Euro vor.

Spenden für Kinder in Kambodscha und Rumänien
In diesem Jahr gehen die Spenden laut Schulverwaltung an ein Waisenhaus mit Schule in Kambodscha. Dort fielen konstant Bau- und Instandhaltungsarbeiten an, bei denen sich das Schulzentrum Marienhöhe finanziell und auch tatkräftig beteilige: Jedes Jahr fahre eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern mit Lehrkräften in den Winterferien für drei Wochen nach Kambodscha, um vor Ort bei den Renovierungsarbeiten zu helfen.

Dieses Mal sollen zusätzlich Gelder für eine Photovoltaik-Anlage zur Verfügung gestellt werden, die den Dieselgenerator ersetzen soll. Die Projektidee stamme von den Schülerinnen und Schülern der Energieagentur Marienhöhe (EMH). Diese freiwillige und ehrenamtliche Schüler-AG plant und realisiert Energiesparprojekte für das Schulzentrum Marienhöhe, teilte die Schulverwaltung mit.

Ein drittes Projekt soll in einem kleinen Ort in Rumänien dabei helfen Roma-Kindern eine bessere Schulbildung zu ermöglichen und ihnen dadurch bessere Perspektiven für ihr Leben zu eröffnen.

Schulzentrum Marienhöhe
Das 1925 gegründete „Seminar Marienhöhe“ hat seit 1950 ein staatlich anerkanntes Gymnasium. 1994 folgte die Realschule und 2010 die Grundschule. Das als „Gesundheitsfördernde Schule“ zertifizierte Schulzentrum Marienhöhe veranstaltet seit 2011 jährlich Sponsorenläufe und verbindet damit Gesundheit und soziales Engagement. Weitere Informationen: www.marienhoehe.de




Präsidenten der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland warnen vor hierarchischer Kirchenstruktur

Zweistufiges kirchenrechtliches Verfahren bei Differenzen
Anlass der Kritik ist die Veröffentlichung der Dokumente „Beachtung und Umsetzung von Beschlüssen der Vollversammlung und des Exekutivausschusses der Generalkonferenz“ sowie „Aufgabenstellung des Konformitätsausschusses“ durch den Verwaltungsausschuss (ADCOM) der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten vom 17. Juli 2018. Beide Dokumente sollen dem im Oktober 2018 einmal im Jahr tagenden Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung zur Annahme vorgelegt werden. In ihnen wird ein kirchenrechtliches Verfahren beschrieben, wie die untergeordneten Kirchenleitungen (überregionale Verbände und regionale Vereinigungen) sowie deren Leiter zu behandeln sind, wenn sie sich nicht konform zu Beschlüssen der Weltkirchenleitung verhalten.

Auf der Jahressitzung 2016 des Exekutivausschusses wurde ein zweistufiges Vorgehen zum Umgang mit Kirchenleitungen beschlossen, die Beschlüsse der Weltkirche nicht umsetzen, um sie wieder in Übereinstimmung zu bringen. Demnach sollen in einem ersten Schritt verschiedene Konsultationen und Dialoge auf unterschiedlichen Ebenen der Kirche geführt und die entsprechenden Kirchenleitungen auch mittels eines Pastoralbriefs dringend gebeten werden, die Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Weltkirche wiederherzustellen. Sofern die Angelegenheit damit nicht geklärt werden kann und die Differenzen Glaubensüberzeugungen (Fundamental Beliefs) oder Beschlüsse bzw. Richtlinien der Weltkirche (Working Policy) betreffen, soll die zweite Stufe mit verfahrensrechtlichen Schritten eingeleitet werden.

Doch das dem Exekutivausschuss 2017 vorgelegte Dokument zum Schlichtungsverfahren kirchlicher Angelegenheiten mit dem Titel „Verfahren zur Schlichtung und Einhaltung der Kirchenrichtlinien, Phase II“ („Procedures for Reconciliation and Adherence in Church Governance: Phase II”) wurde nach ausführlicher Diskussion mit 184 zu 114 Stimmen zurück an den „Ausschuss zur Aufsicht der Einheit“ („Unity Oversight Committee“) verwiesen, der es erarbeitet hatte.

Überarbeitetes Dokument
Seit 17. Juli liegt nun eine überarbeitete Fassung vor, über die der Exekutivausschuss im Oktober entscheiden soll. Darin wird unter anderem vorgeschlagen, dass der Verwaltungsausschuss eines Verbandes oder einer Vereinigung Regelverstöße von Amts wegen ausfindig machen und der jeweils nächsthöheren Dienststelle melden soll. Sollten abweichende Beschlüsse nicht rückgängig gemacht werden, könne der Leiter dieser Verwaltungseinheit Disziplinarmaßnahmen unterworfen werden, wie Verwarnung/Abmahnung, öffentliche Rüge, bis hin zum Ausschluss aus dem Exekutivausschuss der Generalkonferenz, dem ein Verbandspräsident von Amts wegen angehört. Sogenannte Konformitätsausschüsse („Compliance Committees“) mit weitreichenden Vollmachten sollen bei Regelverstößen tätig werden.

Das Verfahren zur Schlichtung kirchlicher Angelegenheiten sei durch die Diskussion um die Ordination von Frauen zum Pastorendienst ausgelöst worden, stellte schon 2017 Pastor G. T. Ng, Generalsekretär der Weltkirchenleitung, fest. Es gibt überregionale Kirchenleitungen (Verbände), die Pastorinnen ordiniert haben und die damit nicht in Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) sind. Dennoch gehe es beim Verfahren zur Schlichtung kirchlicher Angelegenheiten um weit mehr als um die Regelung der Frage der Frauenordination, so Ng.

Einheit in Vielfalt
In ihrer Stellungnahme zu den beiden am 18. Juli veröffentlichten Dokumenten betonen Werner Dullinger und Johannes Naether, die zudem Präsident bzw. Vizepräsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland sind, dass die Ortsgemeinden das Fundament der weltweiten Freikirche der Siebenten-Tags- Adventisten seien. Um eine Weltkirche zu führen, hätten sich die Adventisten daher ein repräsentatives System gegeben, um die Kirche als Organisation und als eine Gemeinschaft von Gläubigen zu leiten. „In der jüngsten Initiative der Weltkirchenleitung erkennen wir eine bedrohliche Entwicklung hin zu einer hierarchischen Kirchenstruktur, der wir uns entschieden entgegenstellen werden.“

Wo Menschen sich gemeinsam zu Gott bekennen und ihm nachfolgen, bildeten sie eine Gemeinde, eine Kirche, basierend auf biblischen Prinzipien und Werten. In der Kirche als Organisation lebe jeder Einzelne immer zuerst „aus Glauben“, das bedeute aus seiner persönlichen Erkenntnis, die ihm Gott schenke und aus seiner freien und unabhängigen Gewissensentscheidung, die er vor Gott treffe. Stünden Strukturen dem Gewissen entgegen müsse die ganze Gemeinschaft daran arbeiten, Wege zu finden, diese weiter zu entwickeln, wie dies das Neue Testament bestätige, betonen die beiden deutschen Verbandspräsidenten.

Die Einheit der Kirche werde allein durch Jesus gewirkt und garantiert, nicht aber durch menschliche Anstrengungen. Aus vielerlei Gründen gebe es keine vollständige Entsprechung zwischen dieser in Gott bestehenden Einheit und einer konkreten kirchlichen Gestalt. Bei Jesus würden Einheit und Liebe, Vertrauen und Freiheit zusammengedacht, und nur so komme es zur Erkenntnis Gottes, des Erlösers. „Als Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten dürfen wir diesen Weg der Einheit in Vielfalt vertrauensvoll gehen“, sind Dullinger und Naether überzeugt.

Richtungswechsel befürchtet
Die Dokumente und die Arbeit der „Compliance Committees“ markierten einen Richtungswechsel im Grundverständnis von Kirchenleitung. An die Stelle von Vertrauen, Toleranz, Respekt, Konfliktfähigkeit und Dialog in der Kontroverse, würden Druck, Kontrolle, Überwachung und die Stigmatisierung von einzelnen Personen stehen. Dadurch erhöhe sich die Spaltungsdynamik einer Kirche signifikant und verkehre das Bemühen und Beten um Einheit ins Gegenteil. Die Dokumente und die Arbeit der „Compliance Committees“ förderten einen Geist des Misstrauens, des Kritisierens, des Bewertens und des Richtens. Das widerspreche dem Geist des Evangeliums. Auch die öffentliche Stigmatisierung von Personen sei nicht hinnehmbar, weil sie Menschen in ihrer Würde beschädige.

„Die in unserer Kirche vorhandenen Regeln reichen völlig aus, um bei Problemen oder Konflikten zu intervenieren. Die bestehenden Instrumente und Verfahren geben uns dafür einen breiten Spielraum“, lautet das Fazit der beiden deutschen Freikirchenleiter. Deshalb lehnten sie die von der Weltkirchenleitung vorgelegten Dokumente und die Einrichtung der „Compliance Committees“ entschieden ab, weil sich darin ihr Verständnis von Kirche und wie eine Kirche zu leiten sei, nicht wiederfinde. „Im Rahmen unserer Mandate als Mitglieder des Generalkonferenz-Exekutivausschusses werden wir uns dafür einsetzen, dass die in den Papieren vorgeschlagenen Regelungen abgelehnt werden.“

Die Stellungnahme der beiden deutschen Verbandspräsidenten und die Dokumente der Generalkonferenz sind im Internet zu finden unter: https://www.adventisten.de/ueber-uns/dokumente-und-stellungnahmen

Siebenten-Tags-Adventisten weltweite Freikirche
Zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehören weltweit über 20 Millionen erwachsen getaufte Mitglieder in 215 Ländern. In Deutschland gibt es knapp 35.000 Mitglieder.




USA: Adventistische Universität gründet Institut für Belastungen in der Kindheit

„Die Misshandlung von Kindern ist zu einer allzu vertrauten Geschichte in diesem Land und darüber hinaus geworden“, sagte der Präsident der medizinischen Fakultät in Loma Linda/Kalifornien, Richard H. Hart. Das RICA sei eine Erweiterung des derzeitigen „Children’s Assessment Center“ (CAC) in San Bernardino/Kalifornien und soll auf dessen Renommee aufbauen, „das es als nationales Referenzbeispiel für die Betreuung von misshandelten Kindern erhalten hat“, informierte Richard H. Hart.

Bildungsangebote für Studenten und Ortsansässige
Das erweiterte Zentrum soll der Zusammenarbeit zahlreicher lokaler Stellen dienen, um forensische Interviews und beweiskräftige medizinische Untersuchungen zur Auswertung von Vorwürfen wegen Kindesmisshandlungen durchzuführen. Der koordinierte Ansatz erübrige, dass ein misshandeltes Kind seine Erfahrungen in zahlreichen Interviews Vertretern mehrerer Institutionen schildern müsse. RICA werde die multidisziplinäre Zusammenarbeit mit seinen Partneragenturen durch monatliche Treffen von Teammitgliedern zu Trainings- und Fallüberprüfungszwecken erleichtern, so „Adventist Review“.

RICA soll als 13. Institut der School of Medicine der Loma Linda Universität eine Vielzahl von Bildungsangeboten für Studenten und ortsansässigen Personen umfassen und als Drehscheibe für das dreijährige Residenzprogramm der medizinischen Fakultät zur Aufarbeitung von Kindesmisshandlung und für Pädiatrie dienen. Das vom Accreditation Council for Graduate Medical Education akkreditierte Stipendienprogramm lege den Schwerpunkt auf Intervention und Prävention und biete laut „Adventist Review“ Kinderärzten eine Vielzahl von Patientenversorgungsmöglichkeiten, Forschungsergebnissen und Bildungsaktivitäten. Das „Resiliency Institute for Childhood Adversity“ arbeite mit lokalen Strafverfolgungsbehörden, verschiedenen Geldgebern, der Justiz und dem Kinderkrankenhaus der Loma Linda Universität zusammen.

„Children’s Assessment Center“ (CAC)
Das CAC wurde 1994 gegründet, zwei Jahre nachdem der San Bernardino’s Children’s Network Policy Council damit begonnen hatte, Möglichkeiten zu sondieren, wie Vorwürfe wegen Kindesmisshandlungen sensibler bewertet werden könnten. Häufig hätten betroffene Kinder während der Befragung durch Vertreter mehrerer Stellen ein unnötiges Trauma erlitten. Das Institut werde laut „Adventist Review“ in diesem Jahr wahrscheinlich 1.600 körperlich oder sexuell misshandelte Kinder betreuen.




Kriegsdienstverweigerer zum Erfahrungsaustausch in Frankfurt

Es fehlen Ansprechpartner
„Wir als EAK machen die Erfahrung, dass Soldatinnen und Soldaten, die nach Aussetzung der Wehrpflicht ihren Dienst an der Waffe aus Gewissensgründen ablehnen, sehr isoliert sind und eigentlich mit keinem darüber sprechen können“, berichtet Wolfgang Buff, stellvertretender Bundesvorsitzender der EAK, der zu diesem Treffen eingeladen hatte. Darum sei es wichtig, dass es Möglichkeiten gebe, wo die Betroffenen offen über ihre Situation reden könnten, wo sie Hilfe erhielten und wo sie sich mit anderen Soldatinnen und Soldaten in gleicher Lage austauschen könnten, betonte Buff.

„Die Betroffenen erzählen in ihrem Alltag oder im privaten Umfeld nur ganz selten etwas von ihrer Kriegsdienstverweigerung. Mit ihren Bundeswehrkameraden können sie sich darüber überhaupt nicht austauschen und von Menschen, die nicht in der Bundeswehr sind, fühlen sie sich oft unverstanden in ihrer Entscheidung, den Dienst mit der Waffe, den sie ja vorher freiwillig begonnen haben, nun zu verweigern“, schildert der stellvertretende EAK-Vorsitzende die oft bedrückende Situation der jungen Soldaten. Frühere Beratungseinrichtungen für Kriegsdienstverweigerer seien nach Aussetzen der Wehrpflicht geschlossen worden. Auch in der Öffentlichkeit spiele dieses Thema keine Rolle, bedauerte Wolfgang Buff.

In einem geschützten Raum miteinander reden
Die EAK berate nach wie vor Soldatinnen und Soldaten in dieser Situation und begleite sie auf ihrem Weg zur Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer. „Aber wir merken auch da, dass es wichtig wäre, dass die Betroffenen einfach auch mal untereinander in Kontakt kommen und die Möglichkeit erhalten, offen, aber auch in einem geschützten Raum miteinander zu reden“, so Buff. Aufgrund dieser Erfahrungen wolle die EAK diese Initiative von Frankfurt fortsetzen und zu weiteren Folgetreffen einladen, kündigte der stellvertretende Vorsitzende des evangelischen Friedensverbandes an. „Viele der Teilnehmer haben uns regelrecht bedrängt, das weiterzumachen und solche Gesprächsrunden wieder anzubieten.“

Auch nach Aussetzung der Wehrpflicht gibt es nach wie vor das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung. Hier sind es in erster Linie Soldatinnen und Soldaten, die während ihres Dienstes aus Gewissensgründen den Dienst mit der Waffe verweigern. Nach Angaben der Bundesregierung wurden beispielsweise von Mitte 2014 bis Mitte 2016 insgesamt 431 Soldatinnen und Soldaten als Kriegsdienstverweigerer anerkannt, weitere 160 Anträge seien abgelehnt worden, 53 Anträge seien unzulässig gewesen oder zurückgezogen worden.

EAK
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Weitere Informationen: www.eak-online.de




Adventisten in Nordamerika führen Spenden-App ein

„Wir haben die Trends schon vor Jahren erkannt und seit 2007 besteht ‚Adventist Giving‘ (www.adventistgiving.org), ein Service der nordamerikanischen Kirchenleitung für jede Kirche in den USA und Kanada. Damit können Zehnten und Gaben elektronisch online mit Kreditkarte oder eCheck gespendet werden“, sagte Gordon Harty, Web Application-Entwickler der NAD.

Für die Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika sei die Überweisung von Zehnten und weiteren Gaben durch die Angebote auf digitalen Plattformen, insbesondere auf Smartphones, durch die Einführung der „Adventist Giving Mobile App“ für Apple- (iOS) und Android-Geräte wesentlich einfacher geworden. Mit der neuen App könnten auch Daueraufträge eingerichtet werden.




„Jagt dem Frieden nach mit jedermann“

Gewalt verschärft nur die Krise
Die Berlin-Mitteldeutsche Vereinigung, als Freikirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, trauere mit den Opfern und beklage den Tod eines jungen Menschen. „Wir verurteilen diese lebensverachtende Aggression und erwarten Aufklärung und Bestrafung der Täter. Gleichzeitig sind wir erschrocken über die Reaktion auf diese Tat, die den Riss, der durch unsere Gesellschaft geht, überdeutlich sichtbar macht.“

Gewalt sei keine Lösung, sie verschärfe die Krise nur. Die Freikirchenleitung erinnert an die friedliche Revolution in der DDR. Gravierende Veränderungen seien dort möglich geworden, da der Protest ganzheitlich angelegt gewesen sei, die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit betroffen habe und die Folgen in den Blick genommen hätte. Der heutige Protest dagegen greife einen kleinen Ausschnitt auf und stilisiere ihn als Problemlösung für unsere heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen hoch. Kritik und die Suche nach Lösungen müssten dagegen kreativ bleiben und sich darum bemühen, Mitmenschen zu integrieren anstatt auszuschließen.

Ängste wahrnehmen, doch Skepsis gegenüber „einfachen“ Lösungen
Für ein friedvolles Miteinander in unserer Gesellschaft sei es verhängnisvoll, die Konfliktthemen und die Konfliktpartner weiterhin zu ignorieren, sich gegenseitig anzugreifen, zu beschimpfen und zu diffamieren. Die Freikirchenleitung erinnerte an die damaligen „runden Tische“ in den Städten und Gemeinden der früheren DDR. Solche „runden Tische“ könnten auch jetzt wieder hilfreich sein, um sich „mit dem Protest endlich inhaltlich auseinanderzusetzen“. Die Vertreter der Parteien werden aufgefordert, „nicht mehr machtorientiert, sondern lösungsorientiert miteinander zu reden“. Auch für die Mitbürgerinnen und Mitbürger gelte, „wieder miteinander und nicht übereinander zu reden“. Einerseits sollten deren Befürchtungen und Ängste wahrgenommen werden, andererseits sollten sie skeptisch gegenüber Personen und Parteien sein, die „einfache“ Lösungen vorschlagen wollten.

Nicht Menschen jagen, sondern Wege für ein friedliches Miteinander finden
Die Leitung der Adventgemeinde Chemnitz stellte ihre Erklärung unter das Bibelwort „Jagt dem Frieden nach mit jedermann“ aus Hebräer 12,14. Sie wende sich gegen jegliche Form seelischer und körperlicher Gewaltanwendung und beklage die zunehmende Gewaltbereitschaft und die Unfähigkeit vorhandene Konflikte gewaltlos zu lösen. Sie nehme Anteil an dem Schicksal der Gewaltopfer und trauere mit den Hinterbliebenen des getöteten 35-jährigen jungen Mannes aus Chemnitz.

Dem Frieden nachzujagen bedeute nicht Menschen zu jagen, sondern Wege für ein friedliches Miteinander zu finden und Hass zu überwinden. „Wir beklagen, dass gewaltbereite Gruppen dieses Ziel unterwandern und sich zum Sprachrohr machen. Sie sprechen nicht für uns!“ Zusammen mit anderen Christen rufe auch die Adventgemeinde Chemnitz zum Gebet für Frieden und Gerechtigkeit auf. „Wir beten um verantwortliches Reden und Handeln. Wir beten um ein neues Miteinander auf einem gemeinsamen Weg des Friedens.“

Die Stellungnahmen der Berlin-Mitteldeutschen Vereinigung und der Adventgemeinde Chemnitz sind zu finden unter https://bit.ly/2oplmJW bzw. https://bit.ly/2N0uAKt.




„Himmel auf Erden“: neuer Podcast von Hope Channel Radio

In ihrem Podcast begibt sich Ronja Larissa Wolf auf ihre persönliche Suche nach „dem guten Leben und dem guten Gott“. Dabei stellt sie sich die Frage: „Wie können wir mutiger, liebevoller, heiler – und ja, vielleicht auch heiliger werden?“ Ronja Larissa Wolf ist Sozialpädagogin, arbeitet beruflich mit Flüchtlingen und bloggt in ihrer Freizeit. Der Podcast „Himmel auf Erden“ ist ein persönliches Audiotagebuch, in dem sie ihre alltäglichen Erfahrungen reflektiert.

Empfangbar ist „Himmel auf Erden“ über alle gängigen Podcast-Apps (Podcasts für iOS, iTunes, Spotify sowie verschiedene Podcast-Apps für Android) und auf www.hopechannel.de/radio/on-demand-podcasts/. Dem Podcast folgen kann man auch auf Instagram unter @ronjalarissawolf oder auf Facebook unter @himmelauferdenblog.

Hope Channel Radio
Hope Channel Radio ist ein Podcast-Radio der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, das vom Medienzentrum Stimme der Hoffnung (Sitz in Alsbach-Hähnlein) betrieben wird. Es gehört zur internationalen TV- und Radio-Senderfamilie „Hope Channel“, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 47 nationalen Sendern besteht. Weitere Informationen unter: www.hope-channel.de




ADRA-Sommercamp in Albanien durch Town & Country Stiftung gefördert

In dem Sommercamp würden laut ADRA-Pressestelle in Berlin Roma-Kinder ein abwechslungsreiches Programm erhalten, bei dem sie Schulstoff wiederholen und an ihren Schwachstellen arbeiten könnten. Zudem fänden zahlreiche soziale und sportliche Aktivitäten statt. Ziel sei es, die Kinder weiterhin zu ermutigen, in die Schule zu gehen. Die Zahl der Schulabbrüche bei albanischen Roma-Kindern sei sehr hoch.

Michaela Sierra Lois, Botschafterin der Town & Country Stiftung, übergab den symbolischen Spendenscheck und sagte über das Projekt: „Durch das Sommercamp werden das Selbstbewusstsein und verschiedene Kompetenzen der Kinder gestärkt. Das ist ein wichtiger Grundstein, um sich in eine Gesellschaft integrieren zu können.“ Die Town & Country Stiftung vergibt 2018 zum sechsten Mal in Folge den Town & Country Stiftungspreis. Ein wesentliches Anliegen der Stiftung und der Botschafter sei die Unterstützung und Förderung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Das soziale Engagement aller Mitarbeiter und Ehrenamtlichen von ADRA Deutschland e.V. verhelfe den Betroffenen zu mehr Chancengleichheit.

Town & Country Stiftung
Der 6. Stiftungspreis beinhaltet Spenden in einer Gesamthöhe von fast 600.000 Euro. Es werden 500 Einrichtungen, welche die Auswahlkriterien erfüllen, mit jeweils 1.000 Euro gefördert. Aus allen nominierten Projekten wählt eine unabhängige Jury das herausragendste Projekt pro Bundesland, welches mit einem zusätzlichen Förderbetrag von 5.000 Euro prämiert wird. Die Auszeichnung findet im Herbst 2018 anlässlich der Town & Country Stiftungsgala statt.

Die Town & Country Stiftung wurde 2009 von Gabriele und Jürgen Dawo gegründet und setzte sich zunächst als Ziel, unverschuldet in Not geratenen Bauherren und deren Familien zu helfen. Erweitert wurde dieses Vorhaben durch den Stiftungspreis, der gemeinnützigen Einrichtungen zugutekomme, die sich für benachteiligte, kranke und behinderte Kinder und Jugendliche einsetzen. Weitere Informationen unter: www.tc-stiftung.de

ADRA
ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Nichtregierungs-Organisation. ADRA Deutschland wurde 1987 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet und gehört zu einem weltweiten Netzwerk mit über 130 nationalen ADRA-Büros. Weitere Informationen: www.adra.de




Schulzentrum Marienhöhe eine „Schule fürs Leben“

Von den 770 Schülerinnen und Schülern sind 131 neu. 533 besuchen das Gymnasium, 178 die Realschule und 59 die Grundschule. Am Schulzentrum unterrichten 75 Lehrkräfte, davon sind acht neu angestellt worden. Laut Christian Noack wurde der schulpsychologische Dienst der Marienhöhe durch den Kinder- und Jugendpsychotherapeuten Professor Dr. Thomas Steininger erweitert. 50 Prozent der Lehrkräfte (38) seien Siebenten-Tags-Adventisten. „Alle unsere Lehrerinnen und Lehrer sind entweder Christen oder stehen dem christlichen Glauben und Lebensstil positiv gegenüber“, betonte der Schulleiter. 64 Prozent der Schülerinnen und Schüler stammten aus einem christlichen Elternhaus, davon sechs Prozent aus einem adventistischen; 35 Prozent hätten keine Konfession oder Religion angegeben und ein Prozent gehörten anderen Religionen an (sunnitisch, alevitisch und jüdisch).

Das Gymnasium ermöglicht auch Erwachsenen als Kollegiaten in zwei Jahren die Fachhochschul- und in drei Jahren die Allgemeine Hochschulreife nachzuholen. Von den 55 Bewohnern des hauseigenen Internats kommen 24 aus anderen Ländern, davon 16 aus China, je zwei aus Südkorea und den USA sowie je eine Person aus Vietnam, Mexiko, Italien und Ungarn. Sie möchten auf der Marienhöhe ihr Abitur machen und haben in der Regel Deutschkenntnisse auf der Niveaustufe B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) nachgewiesen.

Nicht nur für die Schule, sondern fürs Leben lernen
Schulleiter Noack teilte in der September-Ausgabe der Kirchenzeitschrift Adventisten heute mit, dass die Bildungsstätte unter dem Leitmotiv „Schule fürs Leben“ in das neue Schuljahr gehe. Das Konzept dazu sei 2016/17 in Sitzungen und pädagogischen Konferenzen entwickelt worden. Zwar sei die Marienhöhe in den Augen von Eltern und Schülern längst eine gute Schule fürs Leben, doch gelte es dieses Profil zu schärfen, etwa durch verstärkte Lebensweltbezüge im Fachunterricht.

Oft werde einer Schule vorgeworfen, man lerne dort nur für die Schule, für Klassenarbeiten und Prüfungen, nicht fürs Leben. Zwar seien auch Klassenarbeiten und Prüfungen laut Christian Noack eine „Schule fürs Leben“. Sie trainierten Fähigkeiten, die man im Berufsleben brauche, wie sich auf Herausforderungen gewissenhaft vorzubereiten, sich konzentrieren zu können oder in einer Drucksituation noch denk- und handlungsfähig zu bleiben. Doch es komme auf die Inhalte an. Wenn die Schüler darin einen Bezug zu ihrer Lebenswelt erkennen könnten, werde der „Stoff“ mit einem Male spannend und interessant.

Das gelte auch bei handlungsorientierten, ganzheitlichen Anforderungssituationen, die alle Sinne in Anspruch nähmen. In der Projektwoche unmittelbar vor den Sommerferien hätten Schüler und Schülerinnen der Marienhöhe auf Seide gemalt, über sinnvolle Geldanlagen nachgedacht, Basketball oder Fußball gespielt, seien klettern gegangen, hätten genäht, gestrickt, programmiert, Theater gespielt, wären gesurft oder geskatet und hätten literarische Texte geschrieben. Auch seien sie gewandert, wären in Berlin im Kanzleramt oder in Rom auf dem Petersplatz gewesen, hätten ein Andachtsvideo gedreht, musiziert, gebacken und all die Produkte und Erlebnisse dann beim Sommerfest den Eltern präsentiert, informierte der Schulleiter.

Seit diesem Schuljahr erhielten alle Schülerinnen und Schüler den Sammelordner „Portfolio Lebenskompetenz“, in dem sie alle Dokumente zusammenstellen könnten, die mit der Schulzeit auf der Marienhöhe verbunden seien, etwa Zeugnisse, Urkunden, Praktikaberichte oder Selbstreflektionen.

Zur „Schule des Lebens“ gehöre laut Noack aber auch die Möglichkeit, „ein Leben mit Gott zu erleben“. „Unser Campuspastor Mircea Riesz organisierte im letzten Schuljahr mit der örtlichen ‚1year4jesus‘-Gruppe und Schülern insgesamt sechs Schulgottesdienste, sogenannte ‚mittendrin‘-Gottesdienste, die unsere Schüler freiwillig besuchen.“ Jedes Mal seien 300 bis 400 Schülerinnen und Schüler gekommen.

Schulzentrum Marienhöhe
Das 1925 gegründete „Seminar Marienhöhe“ hat seit 1950 ein staatlich anerkanntes Gymnasium. 1994 folgte die Realschule und 2010 die Grundschule. Das Schulzentrum Marienhöhe ist als „Gesundheitsfördernde Schule“ und Schule für den Klimaschutz zertifiziert. Weitere Informationen: www.marienhoehe.de




Orthodoxer US-Theologe begrüßt Verurteilung der Todesstrafe durch Papst Franziskus

Wörtlich schreibt Forest im Forum „Public Orthodoxy“: „Christen der ersten Jahrhunderte wären erstaunt über die für die Todesstrafe eintretenden Christen in einem Land des 21. Jahrhunderts, wo es jede Menge von Kirchen gibt. In der frühen Kirche konnten auch Soldaten und Richter, die das Katechumenat begonnen hatten, erst getauft werden, sobald sie geschworen hatten, keinem Nächsten das Leben zu nehmen.“

Soldaten sollen auf Tötung von Menschen verzichten, sonst keine Zulassung zur Taufe
Der US-amerikanische orthodoxe Laientheologe zitiert den Heiligen Hippolyt, Bischof von Rom (170-235), der ausdrücklich den Verzicht auf jegliche Tötung von Menschen als Voraussetzung für die Zulassung zur Taufe betont habe: „Ein Soldat soll keine Menschen töten. Wenn ihm das befohlen wird, soll er den Befehl nicht ausführen oder den Eid verweigern … Wer als Richter einer Stadt die Schwertgewalt hat, soll verzichten oder als Taufbewerber zurückgewiesen werden. Katechumenen oder Gläubige, die Soldaten werden wollen, sollen zurückgewiesen werden, weil sie Gott geschmäht haben.“

Im Hinblick auf die Tauferfordernisse der frühen Kirche erinnert der amerikanische Theologe daran, dass auch heute orthodoxe Priester, auch wenn sie nur durch Zufall töten, nicht mehr an den Altar treten dürfen. Es sei wert, sich die Frage zu stellen, warum es eine solche kirchenrechtliche Festlegung gebe.

Laut Forest hätten nicht wenige Katholiken, die sich für das Lebensrecht der Ungeborenen engagieren, auf die „Pro Life“-Revision des Weltkatechismus durch Papst Franziskus mit dem Aufschrei der Häresie reagiert.

Für ihn als orthodoxen Christen sei es besonders wichtig, dass der Heilige Wladimir, als er sein Volk im Dnjepr taufen ließ, die Todesstrafe abgeschafft habe, „ein Beweis, dass seine Bekehrung nicht nur ein politisches Ereignis war“. Die Abschaffung der Todesstrafe sei dann auch im 18./19. Jahrhundert eine der eindrucksvollsten Reformen in Russland gewesen. Die Verurteilten seien stattdessen zur Zwangsarbeit gezwungen worden. Aber es sei eindrucksvoll, dass im russischen Sprachgebrauch die Gefangenen „Unglückliche“ genannt werden, eine Haltung des Mitleids, die der amerikanischen Kultur abgehe.




„Hope Channel“ TV im Neubrandenburger Kabelnetz

Der Hope Channel zeigt täglich ein 24-Stunden-Programm mit Gottesdiensten, Talk-, Kinder- und Sportsendungen, Bibelstudien, Vorträgen sowie Dokumentationen. Mit den Programminhalten sollen gleichermaßen jüngere und ältere Zielgruppen mit Interesse an religiösen Inhalten angesprochen werden.

Weitere Informationen
Der Hope Channel ist ein TV-Sender der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der vom Medienzentrum Stimme der Hoffnung (Sitz in Alsbach-Hähnlein bei Darmstadt) betrieben wird. Er gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 47 nationalen TV-Sendern besteht. Weiter Informationen unter: www.hope-channel.de sowie www.stimme-der-hoffnung.de

Die Neubrandenburger Stadtwerke GmbH mit Hauptsitz in Neubrandenburg ist ein kommunaler Multiservicespezialist für die Ver- und Entsorgung sowie für Dienstleistungen im öffentlichen Bereich. Informationen unter: www.neu-sw.de




DVG: Ausbildung für „Ganzheitliche Gesundheit“

Die Ausbildung geschieht auf der Grundlage eines ganzheitlichen (bio-psycho-sozial-spirituellen) Menschenbildes. Inhalte der Basisausbildung sind biologische Grundlagen (Anatomie und Physiologie), ganzheitliche Gesundheitsförderung, psychosoziale Gesundheit (Seelsorge und Beratung), Kommunikation und Konfliktlösung, visualisieren, präsentieren und moderieren sowie Praxisanwendung und Selbsterfahrung. In den drei Aufbaukursen mit Prüfungsabschluss, welche sich aus Fern- und Präsenzstudium zusammensetzen, spezialisieren sich die Teilnehmenden für jeweils ein bestimmtes Themengebiet. Außerdem gibt es zwei Tage Supervision. Kursbeginn ist der 28. Oktober.

Nach erfolgreichem Abschluss des Aufbaukurses ist der/die Studierende berechtigt, das von der DVG-Zentralstelle herausgegebene Vortrags-und Kursmaterial in eigenen Seminarangeboten einzusetzen. Anmeldefrist für den Ausbildungsbeginn 2018 ist der 27. September. Der 1899 gegründete DVG verfüge im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung über fast 120 Jahre Erfahrung, teilte DVG-Mitarbeiterin Gerlinde Alscher mit.

Weitere Informationen unter: https://www.dvg-online.de/aus-und-weiterbildung/gesundheitsberater/




USA: Adventistische Klinik als Top-Krankenhaus eingestuft

Ferner wurde LLUMC als das Krankenhaus Nr. 1 in den kalifornischen Landkreisen Riverside und San Bernardino eingestuft. Wie Loma Linda University Health News (LLUHN) mitteilte, wurden weitere Fachgebiete der Klinik als leistungsstark („High Performing“) ausgezeichnet, darunter die Gastroenterologie, die Neurologie, die Orthopädie und die Urologie.

U.S. News & World Report-Rangliste
Die vom genannten Nachrichtenmagazin veröffentlichten Rankings sollen laut LLUHN Ärzten und Patienten dabei helfen, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, wo sie bei schwierigem Gesundheitszustand oder auch bei allgemeinen medizinischen Anliegen versorgt werden wollen. Für das Ranking 2018-19 bewertete U.S. News & World Report landesweit mehr als 4.500 medizinische Zentren in 25 Fachgebieten, Verfahren und Bedingungen. Die Vorgehensweise basiere dabei weitgehend oder vollständig auf objektiven Maßstäben, so LLUHN.

Loma Linda University Health
Die 1905 gegründete Loma Linda University Health, eine Organisation der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, umfasst die acht Fakultäten der Loma Linda Universität, die sechs Krankenhäuser des LLUMC sowie mehr als 1.000 Fakultätsärzte in Südkalifornien. Loma Linda University Health bietet nach eigenen Angaben über 100 akademische Programme an und versorgt jährlich über 40.000 Patienten stationär und 1,5 Millionen ambulant.




Deutsche Adventisten spenden über 56 Millionen Euro

Die Steigerung hänge mit der wirtschaftlichen Lage in Deutschland zusammen, teilte der Finanzvorstand der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Dieter Neef, mit. Er wies darauf hin, dass die Wirtschaftskraft in der Bundesrepublik unterschiedlich verteilt sei, wie das Spendenverhalten zeige: während ein Adventist in Nord- und Ostdeutschland durchschnittlich 1.364 Euro gab, waren es in Süddeutschland 1.922 Euro pro Mitglied. Erfreulich sei dabei, dass auch in allen Kirchenkörperschaften in Ostdeutschland durchgehend eine Steigerungsrate von durchschnittlich 1,1 Prozent zu verzeichnen war, so Neef.

Von den 56,4 Millionen Euro gingen rund 3,2 Millionen Euro in die Außenmission, knapp 11 Millionen Euro verblieben bei den Ortsgemeinden. Die Adventisten erheben keine Kirchensteuer, sondern unterhalten ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Spenden und Gaben, zu denen auch der biblische „Zehnte“ gehört. Viele Mitglieder geben neben zehn Prozent ihres Einkommens weitere Spenden für besondere Projekte.




USA: Erste Operation mit augengesteuerter Robotertechnik

Der „Senhance“-Operationsroboter der Firma TransEnterix ist laut Adventist Review das erste neue chirurgische Robotersystem, das seit dem Jahr 2000 die Zulassung der Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten (U. S. Food and Drug Administration, FDA) erhalten hat.

Die Instrumente des Operationsroboters haben einen Durchmesser von fünf Millimetern. Das System erkenne und minimiere Kräfte an kleinen Hautschnitten am Patienten. Dadurch könne verstärkt minimalinvasive Chirurgie angewendet werden, was für den Patienten eine schnelle und einfache Genesung mit wenig bis gar keiner Narbenbildung bedeute, schreibt AR.

Der Chirurg sitze bei der Anwendung des Operationsroboters in einer ergonomisch bequemen Position und könne mittels 3D-Visualisierung in den Körper sehen. Optische Sensoren ermöglichten es den Chirurgen, die Kamera zu bewegen und Befehle durch einfaches Bewegen der Augen auszuwählen. Gemäß AR sei „Senhance“ auch das erste Robotersystem, das haptisches Feedback biete, das also das Gefühl von Kraftrückkopplung für Chirurgen wiederherstelle, so dass sie die über die Roboterarme des Systems auftretenden Kräfte „fühlen“ könnten.

Florida Hospital
Mit 25 verschiedenen Krankenhäusern von der Ostküste bis zur Westküste Zentralfloridas ist Florida Hospital das größte Gesundheits-Netzwerk in Florida. Es beschäftigt über 7.400 Ärzte und gehört zum Adventist Health System der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in den USA.