Rassistische Vorurteile - Adventisten in Nordeuropa entschuldigen sich

St. Albans/England | 31. Dezember 2019 | APD |

Die teilkontinentale Kirchenleitung der Adventisten in Nord- und Südosteuropa (Transeuropäische Division / TED) hat sich am 16. Dezember, anlässlich des 90. Jahrestages ihrer Gründung, für rassistische Vorurteile und entsprechende Handlungen in der Vergangenheit entschuldigt.

Die ursprünglich von einer vorwiegend auf den skandinavischen Ländern und britischen Inseln basierenden kirchlichen Organisationseinheit hat sich die Transeuropäische Division (TED) zu einer Einheit entwickelt, die inzwischen 22 Länder in Mittel- und Südosteuropa umfasst und zu der für einige Jahrzehnte auch spezifische Missionen in Westafrika, Pakistan und im Nahen Osten gehört haben. Damit sei die TED zu einer „hochgradig multikulturellen und vielfältigen Einheit gewachsen“, sagte Raafat Kamal, TED-Kirchenleiter. Diese große Vielfalt habe aber nicht zu einer großen Einheit oder viel Verständnis beigetragen.

In ihrer 90-jährigen Geschichte sei die Kirchenregion durch zwei Weltkriege gegangen, habe regionale Konflikte erlebt sowie Verfolgung in der kommunistischen Ära überstanden, was im Rückblick gebührend vermerkt worden sei. Es gebe aber auch andere Bereiche, „für die wir aufrichtiges Bedauern ausdrücken. Wir anerkennen, dass unbewusste Voreingenommenheit, Unwissenheit, Vorurteile, Ängste, Ressentiments und Verdächtigungen die Kirche beeinflusst haben, insbesondere innerhalb der überregionalen Kirchenleitung in Großbritannien“ (Britisch Union Conference / BUC). Obwohl die Geschichte nicht neu geschrieben werden könne, „anerkennen wir als Leiter der Transeuropäischen Division, dass Handlungen unternommen wurden, die nicht im Einklang mit dem Ideal Gottes standen. Wir entschuldigen uns für die Versäumnisse der Kirche in dieser Hinsicht“.

Kamal zitierte die Kirchenmitbegründerin, Ellen G. White, die 1900 zur Rassenfrage in den USA geschrieben hatte: „Wenn die Liebe Christi im Herzen gehegt wird, wie es sein sollte ... wird es keine Kaste, keinen Nationalstolz geben; die Hautfarbe wird keinen Unterschied machen.“

Obwohl die Entschuldigung von Herzen komme, „erkennen wir, dass eine Entschuldigung nicht ausreicht. Wir müssen energisch und bewusst daran arbeiten, alle Spuren von Vorurteilen und Intoleranz, die weiterhin bestehen, auszuräumen“, so Raafat Kamal. Gemeinsam mit der TED-Kirchenleitung sowie den Kirchenleitungen in den einzelnen Ländern würden in den nächsten fünf Jahren die Richtlinien überprüft, um Führungs- und Entscheidungsprozesse zu verbessern.

Mehr zur Transeuropäischen Division der Siebenten-Tags-Adventisten:
https://ted.adventist.org/


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