Rassistische Vorurteile - Adventisten in Nordeuropa entschuldigen sich

Die ursprünglich von einer vorwiegend auf den skandinavischen Ländern und britischen Inseln basierenden kirchlichen Organisationseinheit hat sich die Transeuropäische Division (TED) zu einer Einheit entwickelt, die inzwischen 22 Länder in Mittel- und Südosteuropa umfasst und zu der für einige Jahrzehnte auch spezifische Missionen in Westafrika, Pakistan und im Nahen Osten gehört haben. Damit sei die TED zu einer „hochgradig multikulturellen und vielfältigen Einheit gewachsen“, sagte Raafat Kamal, TED-Kirchenleiter. Diese große Vielfalt habe aber nicht zu einer großen Einheit oder viel Verständnis beigetragen.

In ihrer 90-jährigen Geschichte sei die Kirchenregion durch zwei Weltkriege gegangen, habe regionale Konflikte erlebt sowie Verfolgung in der kommunistischen Ära überstanden, was im Rückblick gebührend vermerkt worden sei. Es gebe aber auch andere Bereiche, „für die wir aufrichtiges Bedauern ausdrücken. Wir anerkennen, dass unbewusste Voreingenommenheit, Unwissenheit, Vorurteile, Ängste, Ressentiments und Verdächtigungen die Kirche beeinflusst haben, insbesondere innerhalb der überregionalen Kirchenleitung in Großbritannien“ (Britisch Union Conference / BUC). Obwohl die Geschichte nicht neu geschrieben werden könne, „anerkennen wir als Leiter der Transeuropäischen Division, dass Handlungen unternommen wurden, die nicht im Einklang mit dem Ideal Gottes standen. Wir entschuldigen uns für die Versäumnisse der Kirche in dieser Hinsicht“.

Kamal zitierte die Kirchenmitbegründerin, Ellen G. White, die 1900 zur Rassenfrage in den USA geschrieben hatte: „Wenn die Liebe Christi im Herzen gehegt wird, wie es sein sollte … wird es keine Kaste, keinen Nationalstolz geben; die Hautfarbe wird keinen Unterschied machen.“

Obwohl die Entschuldigung von Herzen komme, „erkennen wir, dass eine Entschuldigung nicht ausreicht. Wir müssen energisch und bewusst daran arbeiten, alle Spuren von Vorurteilen und Intoleranz, die weiterhin bestehen, auszuräumen“, so Raafat Kamal. Gemeinsam mit der TED-Kirchenleitung sowie den Kirchenleitungen in den einzelnen Ländern würden in den nächsten fünf Jahren die Richtlinien überprüft, um Führungs- und Entscheidungsprozesse zu verbessern.

Mehr zur Transeuropäischen Division der Siebenten-Tags-Adventisten:
https://ted.adventist.org/




Adventisten: Brand verwüstet Nebengebäude des Josia-Zentrums in Isny

Wenige Minuten nach 21 Uhr bemerkten Nachbarn am 1. Weihnachtstag das Feuer im Carport des Josia-Zentrums. Beim Eintreffen der Feuerwehr standen laut Einsatzbericht Werkstatt, Garage und Holznebenbau bereits im Vollbrand. Mehrere Trupps unter Atemschutz, im Innen- und Außenangriff hätten den Brand gelöscht und die umliegenden Gebäude geschützt. Das Feuer hätte jedoch bereits auf ein angrenzendes Gebäude übergegriffen, sodass der Dachstuhl mittels Drehleiter abgeräumt und abgelöscht werden musste.

Die Eigentümer der vom Josia-Zentrum angemieteten Immobilie, sind sehr dankbar für die gute Arbeit der Einsatzkräfte. Wegen der gut ausgearbeiteten und vorliegenden Brandschutzpläne hätte die Feuerwehr schnell und gut ihre Gerätschaften an den notwendigen Punkten ansetzen können. Allerdings zog sich der Einsatz bis in die frühen Morgenstunden hin. „Wir gehen nicht von Brandstiftung aus“, so die Eigentümer. „Es ist zwar schlimm, dass es passiert ist, aber es ist auch sehr gut, dass nichts Größeres passiert ist.“

Vierzehn Bewohner leben derzeit im Gebäude. Alle mussten vorübergehend das Gebäude verlassen und wurden von den Rettungskräften betreut. Im Feuerwehrhaus fand gerade eine Feier statt. So waren 40 Einsatzkräfte sehr schnell zur Stelle. „Wir waren komplett draußen“, so Isny’s Feuerwehrkommandant Martin Güttinger gegenüber der Schwäbischen Zeitung. Eine Feier der ehemaligen Studenten (Homecoming) kann sogar derzeit im Dachgeschoss des Hauptgebäudes stattfinden.

Der auch in dem Gebäudekomplex untergebrachte Kirchenraum der Adventisten ist zwar unversehrt kann aber momentan nicht genutzt werden. Der Nebenraum ist stark beschädigt.

Das Josia-Zentrum besteht aus vier Organisationen: einer Gemeinschafts-Schule, einer Schule zur christlich missionarischen Ausbildung, einem christlichen Gemeinde-Zentrum und einem Förderverein. Die Gemeinschaftsschule ist eine christliche Privatschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg, wie auch die anderen Einrichtungen. Seit 13 Jahren gibt es das Josia-Zentrum.




USA: Kirchengemeinde verschenkt 150 Fahrräder zu Weihnachten

Pastor Jody Dickhaut, seit einem Jahr Pastor der adventistischen Kirchengemeinde in der 14.000-Einwohner-Stadt Moberly, hörte von der Initiative, Fahrräder zu verschenken. Sofort nahm er Kontakt mit den örtlichen Mitarbeitern von Adventist Community Services (ACS) auf, um die Aktion zu organisieren. ACS entspricht dem deutschen Advent-Wohlfahrtswerk, das sich um die Belange von Bedürftigen vor Ort kümmert. In Rundfunk, Fernsehen und auf Handzetteln wurde bekannt gemacht, dass am Sonntag, 22. Dezember Fahrräder verschenkt würden. „Wir wollten an diesem Weihnachtsfest einfach etwas Besonderes machen. Wir wollten einfach Freude schenken und weitergeben, was wir erhalten hatten, ohne irgendwelche Hintergedanken“, so Dickhaut über die Motive.

So gab es von der Kirchenleitung der Adventisten in Nordamerika einen Zuschuss für 70 Fahrräder. Der Kirchenrat jedoch entschied, sich auch zu beteiligen und durch einige finanzkräftige Sponsoren wurde die Anzahl der Fahrräder mehr als verdoppelt. Die Fahrräder wurden dann beim örtlichen Walmart-Einzelhändler in den unterschiedlichen Größen erworben.

Pro Familie gab es ein Fahrrad. Viele Kinder suchten sich ihre entsprechenden Größen aus. Ein Mann rief an und erkundigte sich, ob ihn jemand zu der Verschenkaktion abholen könne. Es stellte sich heraus, dass er zurzeit kein Fahrzeug hatte und keiner bezahlten Beschäftigung nachging. Voller Freude nahm er das Fahrrad als willkommenes Mittel der Fortbewegung in Empfang.

Zum Ende der Aktion wurde es schwieriger, die passenden Fahrräder abzugeben. Aber auch hier zeigte sich Walmart bereit, sie gegen die passenden Räder umzutauschen.

Vandeon Griffin, assoziierter Jugendabteilungsleiter der NAD berichtet, dass diese Art von Aktionen schon eine ganze Weile durchgeführt werden. In Moberly sei es das erste Mal. An vielen anderen Orten im Land würden ebenfalls Geschenke gemacht, um Freude zu schenken.

Alle Familien, die am vergangenen Sonntag kamen, hätten jeweils ein Fahrrad erhalten. Gegen 18 Uhr wären alle 150 Fahrräder verteilt gewesen, so Pastor Dickhaut.




Gesegnete Weihnachten

Viele Geschenke werden in diesen Tagen überreicht. Wir erinnern uns in dieser Zeit an das größte Geschenk in dieser Welt, Jesus Christus.

Wir hoffen auf Frieden in diesen Tagen und in dieser Welt. Das ist nicht selbstverständlich und braucht unseren bewussten Einsatz in allen Momenten.

Wir vom APD-Team möchten auch im neuen Jahr getreu unserem Motto „informieren und verstehen helfen“ und wünschen von Herzen

Ein frohes Neues Jahr 2020!




Rund 2,4 Milliarden Christen feiern weltweit Weihnachten

Das Weihnachtsfest am Heilig Abend (24. Dezember) ist die nach altem kirchlichem Brauch übliche „Vor-Feier“ (Vigil) eines Hochfestes. Der Tag nach Weihnachten – 26. Dezember – wird bei den Katholiken als Hochfest des Hl. Stephanus begangen. Auch die evangelisch-lutherische Liturgieordnung sieht die Feier des Stephanitags am 26. Dezember vor. In der griechisch-orthodoxen Kirche wird der Stephanitag am 27. Dezember gefeiert.

Für erste Christen war die Feier des Geburtsfestes Christi unbedeutend. Als Ort für die Geburt Jesu nennt das Lukasevangelium Bethlehem bzw. dessen Umgebung. Der historisch exakte Tag der Geburt Jesu ist jedoch unbekannt, da für die ersten Christengenerationen die historisch genaue Definition dieses Tages unbedeutend war. Als historisch gesichert gilt eine Feier des Geburtsfestes Jesu am 25. Dezember des Jahres 336 in der römischen Stadtliturgie. Von Rom aus verbreitete sich das Weihnachtsfest in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts rasch nach Nordafrika, Oberitalien, Spanien und in den Orient. Es entwickelte sich neben Ostern zum beliebtesten christlichen Fest.

Historiker uneinig, warum der 25. Dezember als Geburtsdatum gewählt wurde

Die Frage, warum ausgerechnet der 25. Dezember als Weihnachtsdatum gewählt wurde, löst laut Kathpress unter Fachleuten Diskussionen aus. Einige Historiker gehen davon aus, die Kirche habe den Termin bewusst gewählt, um das von den römischen Kaisern 274 eingeführte heidnische „Geburtsfest des unbesiegbaren Sonnengottes“ („Sol Invictus“) neu zu deuten. Dabei wurde zunächst gleichzeitig das Fest der Anbetung der Weisen begangen, das später auf den 6. Januar verlegt wurde.

Eine zweite Theorie meint, dass christliche Theologen schon im 3. Jahrhundert den im Evangelium nicht genannten Geburtstag Christi am 25. Dezember berechneten, weil man nach der Tradition vom 25. März als Tag seiner Empfängnis ausging.

Die deutsche Bezeichnung „Weihnachten“ ist erst seit dem 12. Jahrhundert belegt; die Zusammensetzung enthält das untergegangene mittelhochdeutsche Adjektiv „wich“ mit der Bedeutung „heilig“ und geht zurück auf die Zeitbestimmung „zewihen nahten“, was „in den heiligen Nächten“ bedeutet, so Kathpress.




Pfadfinder bringen Friedenslicht nach Darmstadt

„Darmstadt ist Friedensstadt. Und wir wollen mit dem Friedenslicht daran erinnern, dass Frieden ein aktiver Prozess ist, für den jeder etwas tun kann“, so Haiko Müller, Leiter der Marienhöher Pfadfinder. „Jeder kann mitmachten und das Friedenslicht weitergeben an Nachbarn, Freunde und genauso an Fremde als Symbol für gutes Miteinander und herzliche Wärme in unserer Stadt oder als Versöhnung nach einem Streit.“

Die Kerze wurde in Bethlehem, der Geburtsstadt Jesu Christi, entzündet und am dritten Advent von Pfadfindern mit Zügen von Wien aus in ganz Europa verteilt. Das Friedenslicht ist eine gemeinsame Aktion des Österreichischen Rundfunk (ORF) und verschiedener Pfadfinderverbände. Die Marienhöher Pfadfinder verteilen das Friedenslicht während der Weihnachtsgottesdienste am 24. Dezember in Darmstadt, sowohl um 16 Uhr im Gemeindezentrum der Adventgemeinde Darmstadt-Marienhöhe als auch um 16 Uhr im Ernst-Ludwig-Saal in Eberstadt bei der Feier „Coming HOME for Christmas“.

3.000 Kilometer im Flugzeug

Das Friedenslicht wurde am 26. November in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem von einem elfjährigen Mädchen aus Österreich entzündet und in einem Spezialbehälter mit dem Flugzeug nach Österreich gebracht. Von dort aus wurde es am dritten Advent (15. Dezember), per Zug von Pfadfindern in ganz Europa verteilt. Die Marienhöher Pfadfinder fuhren am Sonntag nach Frankfurt am Main, um das Friedenslicht nach Darmstadt zu bringen.

„Wir wollen mit dem Friedenslicht ein Zeichen für Frieden setzen, für ein menschliches Miteinander über Grenzen hinweg – egal ob es Landesgrenzen oder Grenzen zwischen Menschen sind“, sagte Haiko Müller. Auf seinem Weg legt das Friedenslicht bis zu uns über viele Grenzen hinweg schon mehr als 3.000 Kilometer zurück. „Das Friedenslicht wird in allen europäischen Ländern und mittlerweile sogar in Nord- und Südamerika persönlich weitergegeben. Alleine das verbindet uns mit so vielen verschiedenen Menschen und schafft eine Gemeinsamkeit“, erläuterte Müller.

Pfadfinder CPA-Marienhöhe

Zu den CPA-Marienhöhe gehören rund 200 Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Es gibt zehn Gruppen für Kinder und Jugendliche von 6–20 Jahren. Gruppenstunden finden 14-tägig sonntags statt. Außerdem gibt es Zeltlager, Lagerfeuer, Wandertouren, Geländespiele und anderes mehr. Weitere Informationen unter Telefon (06151) 7859951 oder auf www.cpa-marienhoehe.de. CPA ist der Pfadfinderverband der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Weitere Informationen zur Aktion Friedenslicht: http://www.friedenslicht.de




FeG Verlautbarung: Verantwortlich reden und handeln

Die Bundesleitung ruft damit Personen, Gemeinden und die Öffentlichkeit zu verantwortlichem Reden auf, da durch Worte der Weg zu Handlungen bereitet werde. Gleichzeitig wendet sich die Verlautbarung gegen jegliche Gewalttätigkeit und Rede, die den anderen verunglimpft – insbesondere alle antisemitischen Haltungen, Reden und Aktionen. Diese könnten dazu führen, dass jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger wie auch Angehörige anderer Volksgruppen und Religionsgemeinschaften angegriffen werden, wie in Halle an der Saale im Oktober 2019 geschehen.

Einer verbalen Aufrüstung setzt die Leitung des Bundes der Freien evangelischen Gemeinden die von Gott geschenkte Liebe und Würde entgegen, welche jedem Menschen gelte, und die in der Botschaft der Advents- und Weihnachtszeit hell aufleuchte. Sie erinnere daran, dass durch das Kommen Jesu Christi ein „neues Verhältnis zwischen Gott und Menschen möglich geworden ist“. Die Bundesleitung wirbt in Erwartung der noch ausstehenden Wiederkunft Jesu für ein Leben, Reden und Handeln in Verantwortung vor Gott.

Der Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland, KdöR, gehört zu den Freikirchen. Gegründet wurde die erste Freie evangelische Gemeinde 1854 in Wuppertal. Der BFeG verfolge das Prinzip der Freiwilligkeitsgemeinde. Das bedeute: Mitgliedschaft aufgrund einer persönlichen Glaubensentscheidung, Mitverantwortung und Mitbestimmung aller sowie Taufe der Glaubenden. Gegenwärtig gehörten 500 Gemeinden mit rund 42.000 Mitgliedern zur Bundesgemeinschaft. Die Gemeinden finanzieren sich über Spenden und verzichten damit auf die Möglichkeit, Kirchensteuern zu erheben.

Die Verlautbarung „Verantwortlich reden und handeln“ im Wortlaut: http://bit.ly/FeG-Verlautbarung




Über 35.000 Pakete für bedürftige Kinder

Zum 20. Jubiläum der Aktion konnte der Vorjahreswert noch einmal gesteigert werden, so eine Pressemeldung von ADRA. 2018 seien noch 34.901 Päckchen gesammelt und verschickt worden. 2019 sei die Anzahl sogar auf 35.513 Pakete gestiegen. Insgesamt seien Dank der großartigen Unterstützung mit hunderttausenden Päckchen in den zwei Jahrzehnten über 600.000 Kinder glücklich gemacht worden.

„Wir danken allen Spenderinnen und Spendern sowie den unzähligen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die diesen Erfolg erst möglich gemacht haben“, so Anja Emrich, Koordinatorin der Sammlung. Jedes Paket stehe für ein Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes

Laut ADRA startete die diesjährige Spendenaktion am Weltkindertag (22.September) und endete am 24. November. Kinder in Deutschland sammeln und spenden für gleichaltrige Kinder, zeigen Mitgefühl und lernen viel über das Leben in anderen Teilen unseres Kontinentes. Was für Kinder hier oft nur Kleinigkeiten sind, bedeute für die beschenkten Kinder etwas ganz Besonderes. Deshalb diene die Aktion nicht nur als mildtätige Spende, sondern der Völkerverständigung der nächsten Generation. „Ganz besonders glücklich und dankbar sind wir angesichts der 2.815 Kinderpakete und über 500 Kisten mit Sachspenden wie Bettwäsche und Kleidung, die wir unter anderem an die Erdbebenopfer in Albanien schicken können“, sagt Emrich weiter. Ende November hatte ein Erdbeben der Stufe 6,4 den Balkan erschüttert.

Als die „Aktion Kinder helfen Kindern!“ vor 20 Jahren als „Weihnachts-Spendenaktion“ startete, wusste niemand, wohin sich das Projekt entwickeln würde. Dank der unermüdlichen Mithilfe der Ehrenamtlichen und Mitarbeiter von ADRA Deutschland e.V. konnten in ganz Deutschland Pakete für Mädchen und Jungen in Osteuropa gesammelt werden.

Mehr zur „Aktion Kinder helfen Kindern!“ https://kinder-helfen-kindern.org/




ADRA Vorstand neuer Vorsitzender des Aufsichtsorgans von „Aktion Deutschland hilft“

Seit 2001 arbeiten deutsche Hilfsorganisationen im Katastrophenbündnis „Aktion Deutschland hilft“ zusammen, um im Fall einer humanitären Krise Kräfte zu bündeln und schnelle und zielgerichtete Hilfe zu leisten. ADRA Deutschland ist Gründungsmitglied. Der Vorstand und das besondere Aufsichtsorgan übernehmen wichtige Beratungs-, Beschluss- und Kontrollfunktionen.

Gemeinsam schneller helfen – unter diesem Motto werden im Katastrophenfall Hilfsmaßnahmen innerhalb der Mitgliedsorganisationen von „Aktion Deutschland hilft“ koordiniert und effizient eingesetzt. Dadurch werden sowohl Überschneidungen von Maßnahmen als auch Versorgungslücken vermieden. Laut den Vereinten Nationen steigt die Zahl der humanitären Krisen und Konflikte weiter an. „Für 2020 rechnen wir mit fast 168 Millionen Menschen, die humanitäre Hilfe und Schutz brauchen werden. Das entspricht einem von 45 Menschen auf diesem Planeten. Das ist der höchste Stand seit Jahrzehnten“, so UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock.

Hilfsorganisationen stehen vor immer neuen Herausforderungen
„Um diese bewältigen zu können, befindet sich das gesamte humanitäre System in einem massiven Wandel“, sagt Edith Wallmeier, die neu gewählte Vorstandsvorsitzende von „Aktion Deutschland hilft“. „Und es geht hierbei nicht nur um eine Sanierung des Systems: Der Aufgabenbereich für Nichtregierungsorganisationen muss erweitert werden und sie müssen sich zum Teil neu aufstellen. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen in unserem Vorstand und dem besonderen Aufsichtsorgan fühlen wir uns dieser großen Aufgabe auch weiterhin gewachsen und werden als Bündnis deutscher Hilfsorganisationen die Zukunft der humanitären Hilfe mitgestalten“, fügt Wallmeier zu.

Aktion Deutschland hilft ist das 2001 gegründete Bündnis von 23 renommierten deutschen Hilfsorganisationen. Gemeinsam helfen sie Menschen, die durch große Katastrophen alles verloren haben. ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Nichtregierungs-Organisation. ADRA Deutschland wurde 1987 von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland gegründet und gehört zu einem weltweiten Netzwerk mit über 130 nationalen ADRA-Büros.




USA: Religionsfreiheit stärken mit Gesetzesinitiative „Fairness for All“

Die Idee der Religionsfreiheit sei von den meisten in der US-Gesellschaft als ein rechtlich schützenswertes Anliegen betrachtet worden, schreibt der Nachrichtendienst Adventist News Network (ANN). Heute sei dieses Ideal, das „lange als grundlegendes Menschenrecht und zentraler Wert der Amerikanischen Republik verehrt wurde“, umstritten und mit Kontroversen behaftet. In den letzten zwei Jahrzehnten sei es von einer der Ideen, denen die meisten zugestimmt hätten zu einer der polarisierendsten im öffentlichen Diskurs Amerikas geworden. Rechtliche Schutzmaßnahmen zu Gunsten der Religionsfreiheit würden heute von „einem Schwert zur Diskriminierung anderer“ bis „veraltet und unnötig“ in der heutigen pluralistischen Gesellschaft bezeichnet.

Für Angehörige religiöser Minderheiten sei dieser seismische Wandel in der öffentlichen Haltung gegenüber den Anliegen der Religionsfreiheit unverkennbar und beunruhigend zugleich, so ANN. Die „Frontlinie diese Kulturkrieges“ verlaufe im Spannungsfeld zwischen dem Schutz der Religionsfreiheit und den Bürgerrechten der LGBTQ-Community. So würden Gläubige, die eine biblisch begründete, traditionelle Sichtweise von Ehe und Beziehungen aufrechterhalten würden, zunehmend als intolerant oder scheinheilig eingestuft.

Wenn sich das Gefüge der Gesellschaft verändere, habe dies Auswirkungen auf politische und rechtliche Bereiche und könne das Führen von religiösen Institutionen wie Kirchen, deren Schulen oder medizinischen Institutionen betreffen sowie deren Zweck und Anliegen beeinträchtigen, so ANN weiter.

„Equality Act“ – ein einseitiger Ansatz

Am 17. Mai 2019 wurde von einer großen Mehrheit des US-Repräsentantenhauses das Gleichstellungsgesetz mit der Bezeichnung „Equality Act“ verabschiedet. Es will die Diskriminierung von Personen beenden, die sich als Lesben, Schwule, Bisexuelle oder Transgender (LGBT) definieren. Nach dem Bericht des Nachrichtendienstes gingen Vertreter der Religionsfreiheit davon aus, dass die zweite Kammer, der Senat, in der laufenden Legislaturperiode das Gleichstellungsgesetz nicht abschließend behandeln werde. Für sie sei der Entscheid im Repräsentantenhaus dennoch ein Weckruf gewesen. Zum ersten Mal sei damit im Parlament eine Bundesgesetzgebung verabschiedet worden, die den Schutz von LGBT-Personen erheblich ausweitet, ohne gleichzeitig auch entsprechende Schutzmaßnahmen für religiöse Organisationen und Glaubensgemeinschaften vorzusehen.

Der Ansatz des Gleichstellungsgesetzes sei nicht falsch, Belästigung und Diskriminierung gegenüber denen zu verhindern, die in vielen Bereichen des zivilen Lebens Feindseligkeiten ausgesetzt seien. Aber das Gleichstellungsgesetz sei in Bezug auf das problematisch, was es unterlasse, nämlich das Grundrecht der Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie der freien Religionsausübung anzuerkennen und zu schützen.

Mögliche Folgen sehen Vertreter der Religionsfreiheit nach einer Annahme des „Equality Acts“ durch den Senat hinsichtlich Anstellungsentscheidungen von Arbeitnehmern, Entzug von Akkreditierungen religiöser Schulen und Organisationen durch die Regierung oder Berufsverbände, Einschränkungen bei Organisationen der Sozial- und Katastrophenhilfe religiöser Institutionen.

Kein entweder-oder, sondern sowohl-als-auch
„Wir müssen nicht zwischen dem Schutz der Religionsfreiheit oder dem gleichberechtigten Schutz der Bürgerrechte für alle im öffentlichen Raum wählen“, so adventistische Vertreter der Abteilung Religionsfreiheit. Diese beiden großen Ziele stünden nicht im Widerspruch zueinander, sondern ergänzten sich.

Das Engagement für die Religionsfreiheit schließe weiterhin den Einsatz für die freie Religionsausübung ein, das Respektieren der Gewissensentscheidungen von Angestellten und Unternehmern sowie das Recht, die Kirche und deren Institutionen nach „unseren biblischen Werten und Überzeugungen“ zu verwalten.

Gesetzesvorlage „Fairness For All“ (FFA)
Die transkontinentale Leitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika (NAD) und die adventistische Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) haben laut ANN in den letzten Jahren mit etlichen Gruppen an der Gesetzesvorlage „Fairness for All“ zusammengearbeitet. Diese wurde jetzt am 6. Dezember im US-Repräsentantenhaus eingebracht.

„Fairness For All“ will demnach religiösen Einzelpersonen und Gemeinschaften einen starken Schutz bieten, ihren Überzeugungen entsprechend zu leben und zu entscheiden. Gleichzeitig erweitert die Gesetzesvorlage den Schutz der Bürgerrechte von LGBT-Personen und anerkennt, dass sie in säkularen Arbeitsverhältnissen, in Wohnsituationen und vielen anderen geschützten Bereichen weder diskriminiert noch schikaniert werden dürfen.

„Fairness For All“ signalisiere aber „kein Umdenken der Kirche in Fragen der sexuellen Orientierung oder Geschlechteridentität“. Wenn dies der Fall wäre, würde sich die Kirche nicht für diese Gesetzesvorlage einsetzen, heißt es bei ANN. „Fairness for All“ habe eine doppelte Botschaft, die im Mittelpunkt dieser Gesetzesvorlage stehe: Wahrung der Religionsfreiheit und der Menschenwürde.

Der 70-seitige Gesetzesvorschlag schützt laut ANN im Wesentlichen folgende Bereiche der Religionsfreiheit: Religiöse Erziehung und Bildung; religiöse Arbeitgeber und Institutionen sowie deren Anstellungsbedingungen, Arbeitnehmer mit religiösen Präferenzen erhalten am Arbeitsplatz den gleichen rechtlichen Schutz ihrer Anliegen wie Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen; Schutz von Immobilien religiöser Organisationen vor Verwendung für Zwecke, die sie nicht gutheißen können; Schutz von Kleinunternehmern und medizinischen Einrichtungen, Dienstleistungen zu erbringen, die ihre religiösen Überzeugungen verletzen – dennoch sind medizinische Einrichtungen weiterhin verpflichtet, Menschen unabhängig ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechteridentität zu behandeln; Schutz religiöser Sozial- und Katastrophenhilfeorganisationen (ADRA, ACS); Schutz vor Entzug der Steuerbefreiung bei religiösen Organisationen vor Maßnahmen der Bundessteuerbehörde IRS aufgrund religiöser Überzeugungen und Praktiken.

Starke Opposition von Menschenrechtsorganisationen
Für Menschenrechtsorganisationen wie „American Civil Liberties Union“ (ACLU), „Americans United for Separation of Church and State»“ „Center for American Progress“ (CAP) und „Human Rights Campaign“ (HRC) ist die Gesetzesvorlage „Fairness For All“ eine Bedrohung der bestehenden Bürgerrechtsschutzmaßnahmen.

Laut „Human Rights Campaign” sei die Gesetzesvorlage sehr gefährlich, weil sie den bestehenden Schutz der Menschen aufgrund von Rasse, Geschlecht und Religion wieder in Frage stellen würde. „Gleichzeitig würde sie neue, problematische Bestimmungen einführen, die angeblich darauf abzielen, Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität mit weitreichenden Ausnahmen zu verbieten, wobei es sich im Wesentlichen um eine Lizenzierung der Diskriminierung von LGBTQ-Personen und Frauen handelt“, so „Human Rights Campaign“.

Unterstützer der Gesetzesvorlage
Die Initiative „Fairness For All” wird unter anderen unterstützt von: „1st Amendment Partnership“; „American Unity Fund“; „Council for Christian Colleges & Universities“; „Center for Public Justice“, „National Association of Evangelicals“; „Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“ (Mormonen) und der „Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten“.




Adventisten: Norddeutscher Verband protestiert gegen Verwarnung

Gemeinsam mit fünf anderen überregionalen adventistischen Kirchenleitungen wurde der NDV während der Jahressitzung (Annual Council) des Exekutivausschusses der Kirche in Silver Spring, Maryland/USA verwarnt (wir berichteten am 15.10.2019). Zugrunde lag der Vorwurf, der NDV hätte Maßnahmen ergriffen, die nicht in Übereinstimmung mit dem Regelwerk der Weltkirche (Working Policy, WP) stünden. Der NDV ordiniert seit 2016 keine Pastoren mehr für den weltweiten Dienst, sondern „segnet“ lediglich seine Angestellten für den pastoralen Dienst, unabhängig von ihrem Geschlecht. Diese „Segnung“, so der NDV Vorstand, stünde nicht im Gegensatz zur WP. Es gebe daher kein Mandat zur weltweiten Ordination, meint Pastor Johannes Naether, Präsident des NDV.

In dem Einspruch gegen die Verwarnung zeigen die Mitglieder des Verbandsausschusses das Verfahren, das zu der Verwarnung führte, selbst als Verstoß gegen die Verfahrensregeln an. Nach ihrer Auffassung etabliere die WP keine Rechtspflicht zur Ordination. So gebe es auch keinen Anspruch der Pastoren auf eine Ordination. Hintergrund ist eine Entscheidung der Weltkirche bei ihrer Weltsynode 2015 in San Antonio, Frauen nicht zum Pastorenamt zu ordinieren. Zuvor hatte aber der NDV bereits 2012 sich für die Frauenordination positioniert und 2016 die gegenwärtige Praxis beschlossen.

In ihrer Eingabe bringen die Mitglieder erneut zum Ausdruck, dass die Integrität des Pastorenamtes, des pastoralen Dienstes und der Kirche als Institution in der Gemeinde und der Öffentlichkeit in ihrem Gebiet am besten geschützt sei, wenn Pastoren und Pastorinnen gleich behandelt würden. Damit werde auch gleichzeitig die Anti-Diskriminierungs-Regelung der WP umgesetzt, auch wenn diese ausdrücklich nicht für die Ordination gelten soll. Nach Auffassung des NDV erlaube diese Ausnahme allerdings nur die Diskriminierung in Fragen der Ordination, verbiete aber nicht die grundsätzliche Gleichbehandlung.

Auch die schwedische überregionale Kirchenleitung hat gegen ihre Verwarnung Einspruch erhoben. Auch sie sieht in der ausgesprochenen Verwarnung eine Verletzung des Regelwerks selbst und wendet sich dagegen, dass die vereinbarten Verfahren im Umgang mit vermeintlichen Regelverstößen nicht eingehalten wurden. Ein besonderer Kritikpunkt der Verwarnten wendet sich gegen die kurzfristige Ankündigung der Verwarnung von nicht einmal 24 Stunden, einer fehlenden Gelegenheit sich zu erklären, außer einer 4-minütigen Redezeit vor dem Plenum des Exekutivausschusses der Weltkirche und der nicht klar benannten Regelverstöße.

Für den Vorstand des NDV, so heißt es weiter in der Stellungnahme, sei der Vorstand der Weltkirche zu einem nicht mehr berechenbaren Gegenüber geworden. Das Vertrauen sei tief erschüttert und das Beschriebene für die gesamte Weltkirche alarmierend. Gleichzeitig wird in dem Dokument betont, dass der NDV „gern Teil der weltweiten Adventfamilie“ sei, die sich „in kultureller und theologischer Vielfalt“ präsentiere. Die Segnungspraxis nach den Regeln der WP würde der NDV bis auf Weiteres nicht ändern.

Die Stellungnahme des NDV ist hier nachzulesen – https://www.adventisten.de/utility/dokumente-und-stellungnahmen/




Krankenhaus Waldfriede gehört zu den meistempfohlenen Kliniken in Berlin

Seit 2005 fragt Der Tagesspiegel, Berlins auflagenstärkste Tageszeitung, alle zwei Jahre die niedergelassenen Ärzte der Hauptstadt, an welche Kliniken sie ihre Patienten überweisen. Jetzt wurden die Ergebnisse der aktuellsten Umfrage veröffentlicht. Die aktuelle Ausgabe des Tagesspiegel-Klinikmagazins enthält die detaillierten Ergebnisse der neuesten Ärzteumfrage, Artikel ausgezeichneter Chefärzte über Therapien von mehr als 60 Krankheiten, Angaben über Klinikessen, Klinikhygiene und vieles mehr.

Wie der Tagesspiegel berichtet, fällt auf, dass manche Kliniken in einem Fachbereich für sämtliche abgefragten Krankheitsbilder am häufigsten empfohlen wurden. In den Bereichen gutartige und bösartige Tumore bei gynäkologischen Erkrankungen gehört die gynäkologische Abteilung des Krankenhaus Waldfriede, unter der Leitung des Chefarztes Dr. med. Florian Müller, zu den am meisten empfohlenen Kliniken.

Auch das Brustkrebszentrum des Krankenhauses Waldfriede, unter der Leitung der Chefärztin Dr. med. Barbara Brückner, findet diese hohe Anerkennung und wird bei dieser Krebsart von den niedergelassenen Ärzten für ihre Patientinnen am meisten empfohlen.

Krankenhausvorstand Bernd Quoß freut sich über die erneute Auszeichnung und verweist nicht ohne Stolz auf seine Mitarbeiter, die mit unter den 100 besten Ärzten Deutschlands zu finden sind. „In den letzten drei Jahren gehörten wir in Deutschlands größtem Krankenhausvergleich auch mit zu den TOP regionalen Krankenhäusern.“

Das Gesundheitsnetzwerk des Krankenhauses Waldfriede ist mittlerweile zum vielfältigsten Medizin- und Pflegeanbieter im Bezirk Steglitz-Zehlendorf geworden. Neben dem Krankenhaus Waldfriede, der Sozialstation und dem Gesundheitszentrum PrimaVita mit zugehörigem Schwimmbad gehören auch die Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, die Privatklinik Nikolassee, die Servicegesellschaft Krankenhaus Waldfriede, das Desert-Flower-Center, das Seniorenhaus Waldfriede, eine ambulante Tagesklinik und künftig ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) zur besseren ambulanten Versorgung zum Netzwerk. Damit gehört das „Netzwerk Waldfriede“ auch zu den größten Arbeitgebern im Bezirk. Der Träger ist die weltweite evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Im April nächsten Jahres feiert das Krankenhaus sein 100-jähriges Bestehen.




Albanien: Spendenaufruf für obdachlose Familien

Das Beben der Stärke 6,4 hatte den gesamten Balkan erschüttert. Nach offiziellen Angaben sind 51 Menschen ums Leben gekommen, weitere 2.000 Menschen sind verletzt. Nach Angaben der Regierung sind 4.000 Menschen obdachlos und 1.200 Gebäude unbewohnbar.

Laut Geschäftsführer Christian Molke von ADRA Deutschland sei die Hilfsorganisation seit Jahren in Albanien aktiv und betreibe u.a. seit 2017 in der Region Fushë-Kruja, unweit des Epizentrums des Erdbebens, ein Bildungs- und Integrationsprojekt für Roma-Familien. Elf Familien aus dem Projekt wurden obdachlos und mussten die ersten Nächte im Freien verbringen. Insgesamt sind 43 Familien auf Unterstützung angewiesen.

So berichtet Molke von Tefta Osmani, einer 58-jährigen Roma-Frau und Mutter von 8 Kindern. Sie lebt in Fushë-Kruja. Durch das Erdbeben sei das Dach ihres Hauses zerstört, das Haus sei unbewohnbar und Tefta ohne Obdach.

Wie viele andere Roma-Familien in dem betroffenen Gebiet schlief Tefta zwei Nächte lang vor ihrem Haus. Schon vor dem Erdbeben waren die Häuser der Roma in einem sehr schlechten Zustand. Doch hatten sie zumindest ein Dach über dem Kopf, das sie vor Wind und Wetter schützen konnte. Unmittelbar nach dem Beben habe ADRA Albanien Tefta und ihren Familienmitgliedern mit Kleidung, Lebensmittelpaketen, Matratzen und anderen Hilfsmitteln geholfen. Tefta sei überwältigt von der Hilfe und könne kaum in Worten ausdrücken, wie dankbar ihre Familie sei.

Da die Regierung die Roma in Albanien vernachlässige, sei es umso wichtiger, dass wir ihnen beistehen. Mit einer Spende könnten wir den Familien helfen, die Krise zu überwinden. Fünfzig Euro unterstützten eine Familie ein halbes Jahr lang mit Kleidung und Schuhen. Für 30 Euro gebe es eine Notunterkunft für eine ganze Familie.

ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Nichtregierungs-Organisation (International Nongovernmental Organization). ADRA Deutschland e.V. wurde 1987 gegründet und steht der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. Getreu dem Motto: „Gerechtigkeit | Mitgefühl | Liebe“ arbeitet ADRA Deutschland e.V. als Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen Büros (Stand: 1. Januar 2018) partnerschaftlich daran, dass Armut und Unterdrückung in den ärmeren Teilen dieser Erde überwunden werden kann.

Spenden für die Albanienhilfe unter dem Stichwort „Erdbeben Albanien“ auf der Spendenwebseite von ADRA: https://adra.de/spendenformular/




Holzwurm Fribo von HopeMedia gewinnt bei Sparda-Initiative

2019 bewarben sich insgesamt 227 Vereine aus ganz Hessen auf www.sparda-vereint.de und mobilisierten ihre Unterstützer, die mehr als 300.000 Stimmen im anschließenden Online-Voting abgaben. Die 30 Vereine mit den meisten Stimmen freuen sich jetzt über 3.000 Euro mehr in ihrer Vereinskasse – unter ihnen auch Hope Media.

Mit ihrem Projekt „FRIBO-TAG“ konnten die Mitglieder viele Menschen für sich gewinnen und mit 4.654 Stimmen den 1. Platz in ihrer Themenkategorie „Umwelt und Klimaschutz“ belegen. „Fribo ist sehr stolz auf die Auszeichnung zum Klimaschutz. Vier Wochen lang hat unser Holzwurm alle seine Freunde und Förderer, Bekannte, Verwandte und Kollegen zum Abstimmen motiviert – und vereint gewonnen. Mit der 3.000-Euro-Spende werden wir Bäume auf dem Campus des Schulzentrums Marienhöhe in Darmstadt-Eberstadt pflanzen und den Restbetrag für Fribos zehnjährigen Geburtstag verwenden“, sagt Marc Naumann, Leiter Neuentwicklung & Kooperationen bei Hope Media.

Mehr zur Initiative auf: www.sparda-vereint.de

Holzwurm Fribo sagt Danke auf YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=Igvm7I6IR20




Von Spaltungen zur Versöhnungsgeschichte

In ihrem Vortrag würdigte Hammes, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland, die breit angelegte Ökumene in Deutschland und beschrieb diese als „einzigartig“. Wenn man Ökumene ernstnehme, müsse man neben den großen Kirchen die ganze Vielfalt der Kirchenlandschaft in den Blick nehmen. Mit dem 1. Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) Ekkehart Vetter und deren Generalsekretär Dr. Reinhardt Schink waren auch zwei führende Vertreter der DEA zu Gast, in deren Tagungshaus die Mitgliederversammlung stattfand. Beide würdigten in ihrem gemeinsamen Vortrag die gute Zusammenarbeit mit der VEF. VEF-Präsident Christoph Stiba hob ein Thema hervor, das in den Vorträgen von Hammes, Schink und Vetter vorkam und das auch für die VEF von hoher Bedeutung sei: „Es ist wichtig, mit den Migrantenkirchen ins Gespräch zu kommen, die zur Ökumene in Deutschland dazugehören.“

Seenotrettung
Die VEF wurde auf Beschluss der Mitgliederversammlung offiziell Bündnispartner von „United4Rescue – Gemeinsam Retten e.V.“. Das Bündnis hat das Ziel, ein eigenes Rettungsschiff ins Mittelmeer zu schicken, um so Menschenleben zu retten. Der Verein hebt die „Pflicht zur Seenotrettung“ hervor, wendet sich gegen eine Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung, setzt sich für faire Asylverfahren und sichere Häfen ein. „Menschen in Lebensgefahr muss geholfen werden“, so VEF-Präsident Christoph Stiba. „Wegschauen ist keine Option. Deshalb wollen wir jetzt gemeinsam ein Zeichen setzen und helfen, wo wir können.“

Freikirchliche Rundfunkarbeit
Die Mitgliederversammlung befasste sich auch mit der Zukunft der freikirchlichen Rundfunkarbeit. Andrea Schneider, seit 1996 Rundfunkbeauftragte der VEF, geht Mitte 2020 in den Ruhestand. Nachdem der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden diese Stelle bisher allein finanziert hat, werden die VEF-Kirchen dies ab 1. Juli 2020 gemeinsam tun. Der ehrenamtliche Vorsitzende der VEF-Arbeitsgruppe „Rundfunk und Fernsehen“, Jürgen Single, zeigte auf, welche großen Chancen es für die Freikirchen mit sich bringe, über Rundfunkgottesdienste und -andachten viele Menschen zur erreichen.

VEF

Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung. Weitere Informationen: www.vef.de




Breites Bündnis zur Seenotrettung gegründet

Evangelische Kirche übernimmt Initiative
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm wies darauf hin, dass die EKD den Impuls des Dortmunder Kirchentages: „Schickt selbst ein Schiff“ aufgegriffen und seither in den entsprechenden Gremien die Gründung eines Bündnisses vorangetrieben habe. Der Kirchenmann wörtlich: „Wir müssen mit Nachdruck diejenigen unterstützen, die anderen helfen, dass sie nicht ertrinken. Wir müssen Menschen retten, wenn sie in Gefahr sind.“ Der Beschluss in der Synode sei einstimmig gefallen.

Für den rheinischen Pastor Joachim Lenz, Sprecher des neugegründeten Vereins „united4rescue – Gemeinsam Retten e.V.“, sei es ein Weltrekord deutscher Gerichte, dass der Verein erst vor 3 Wochen gegründet wurde, dann die Gemeinnützigkeit bestätigt bekam und nun das Bündnis vorgestellt werden könne. Dem Verein könne man nicht beitreten, wohl aber dem Bündnis. Auf das Engagement der evangelischen Kirche angesprochen meint er: „Es kann kein Kirchenschiff sein, es braucht eine breite Basis.“

Breites Bündnis gefordert
Die Organisatoren des Aktionsbündnisses sind davon überzeugt, wie es in einer Meldung heißt, „dass jedes Leben in Seenot gerettet werden muss. Daher unterstützen wir die zivilen Seenotrettungsorganisationen, die dem Ertrinken nicht tatenlos zusehen, sondern da humanitär handeln und Menschenleben retten, wo staatliche Seenotrettung fehlt.“

Die 2. Bürgermeisterin der Hansestadt, Katharina Fegebank (Bündnis90/Die Grünen), verwies bei der Pressekonferenz auf die Tradition der Seenotrettung in Hamburg. Auch sei der internationale Seegerichtshof in Hamburg angesiedelt. „Es ist unser aller Pflicht, zu tun, was wir tun können.“ So seien in der Stadt bereits über 52.000 Geflüchtete aufgenommen und in Kita, Schulen und Arbeitsmarkt integriert worden. Hamburg gehöre seit Herbst letzten Jahres auch zum Bündnis „sicherer Hafen“ – und sei bereit, in Seenot geratene Menschen aufzunehmen. Etwa 120 sichere Häfen gebe es in Deutschland – Städte und Kommunen, die es Geflüchteten ermöglichten, auf sicherem und legalem Weg anzukommen. Es sei nicht länger tragbar, dass die Städte ohne die Zustimmung des Innenministers keine Geretteten aufnehmen können.

Wir können die Augen nicht verschließen
Anwesend war auch der Bürgermeister der italienischen Hafenstadt Palermo. Sehr eindringlich beschrieb er die Sorge um die in Seenot geratenen Menschen. Seenotrettung sei ein Menschenrecht. „Es geht nicht um lieb sein – sondern um Recht.“ Es gebe auch keine Entschuldigung, dass wir nichts gewusst hätten. Es ginge nicht, wie bei unseren Großeltern, die von der Shoa nichts gewusst hätten. Alle wüssten Bescheid. Auch dürften wir die Augen vor den Zuständen in den lybischen Lagern nicht verschließen. „Es ist dort wie im Gefängnis und den europäischen Länder bezahlen das.“ So warb er darum, keine Angst vor den Geretteten zu haben, sondern vielmehr Sorge. Für die Diskussion sei er deshalb auch Gott dankbar. Und ein Schiff sei ein konkreter Beitrag zur Seenotrettung.

Politischen Druck erhöhen
Der stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins „Gemeinsam Retten e.V.“, Michael Schwickart, zeigte sich sehr erfreut über den großen Zuspruch, den das Bündnis vor seiner Gründung erfahren hat. Heute, am 3. Dezember, sei der offizielle Startschuss für das Bündnis. Trotzdem sei er „wütend und sauer, wenn Politiker erst dann anfangen zu handeln, wenn Menschen leiden.“ Deshalb müsse der politische Druck dann aufgebaut werden, wenn die Menschen nicht in Not seien. Er forderte erneut die Verantwortlichen in der europäischen Gemeinschaft auf, das Recht auf Seenotrettung als Teil des Völkerrechts und das Recht auf Leben als Menschenrecht auch in der Praxis zu respektieren und an den Grenzen Europas wieder umzusetzen. Außerdem wendet sich United4Rescue gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung und fordert faire Asylverfahren für Menschen, die nach Europa fliehen. Und schließlich sollten jene Kommunen, die sich zu „Sicheren Häfen” erklärt haben, die rechtlichen Möglichkeiten erhalten, zusätzliche Schutzsuchende aufzunehmen.

#wirschickeneinschiff.de

Als erstes Projekt sieht das Bündnis ein zusätzliches Seenotrettungsschiff für den Einsatz im Mittelmeer vor. Die Kosten würden sich auf ca. 1 Million Euro belaufen. Es sollte um Ostern 2020 in den Einsatz gehen. Dafür würden nun weitere Bündnispartner und finanzielle Unterstützung gesucht. Das Projekt, so Schwickart auf Nachfrage, sei auf mindestens zwei Jahre angelegt. „Wir brauchen eine Botschaft: Zusammen sind wir stark!“ Und weiter: „Sobald Europa Lösungen schafft, braucht es unseren Verein nicht mehr.“

Neben Ärzte Ohne Grenzen, dem CVJM Deutschland, verschiedenen evangelischen Kirchengemeinden und Kirchenkreisen beteiligen sich auch etliche Unternehmen und Hilfsorganisationen an dieser humanitären Initiative. Auch die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) ist beteiligt. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland ist Gastmitglied im VEF.

Weitere Informationen unter www.united4rescue.com




Arbeitshilfe zur Situation der Christen in der Sahel-Region vorgestellt

Frieden zwischen Christen und Muslimen im Tschad von zentraler Bedeutung
Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, erklärte: „Während meines Besuchs im Tschad im Juni dieses Jahres wurde mir die Vielschichtigkeit der Herausforderungen in der Sahel-Region aufgezeigt. Christen und Muslime haben dort traditionell harmonisch zusammengelebt. Dieses gute Miteinander ist durch die Entwicklung der vergangenen Jahre in Gefahr geraten. Die islamistische Terrororganisation Boko Haram destabilisiert die Region immer wieder durch massive Terroranschläge. Die brutale Gewalt richtet sich auch und bevorzugt gegen Kirchen und Vertreter von Religionsgemeinschaften. Dazu kommt eine starke und wachsende Einflussnahme Saudi-Arabiens. In erheblichem Maße hat die Förderung des radikal-wahhabitischen Islam in der Region zu Spannungen zwischen Christen und Muslimen geführt.“ In der Folge würden auch soziale Konflikte, wie die Auseinandersetzung zwischen nomadischen Viehzüchtern und sesshaften Bauern, in gefährlicher Weise religiös aufgeladen. Der Frieden zwischen Christen und Muslimen stelle somit eine zentrale Voraussetzung für die zukunftsorientierte Entwicklung der Region dar.

Ortskirchen in der Sahel-Region als Vermittler und Friedenstifter
Im Pressegespräch in Berlin hob Erzbischof Schick weitere Schwierigkeiten hervor, denen die Christen im Tschad gegenüberstünden: „Im Land leben circa 120 ethnische Gruppen. Der trockene Norden wird mehrheitlich von nomadischen, muslimisch-arabisch geprägten Gruppen dominiert, während im fruchtbaren Süden sesshafte, afrikanisch-christliche Bauern leben. Insgesamt seien 58 Prozent der Gesamtbevölkerung Muslime und 35 Prozent Christen, darunter 18,5 Prozent Katholiken. Insbesondere seit Einführung der IV. Republik am 4. Mai 2018, durch die faktisch die uneingeschränkte Macht des Präsidenten festgeschrieben wurde, hat sich das Verhältnis unter den Religionsgemeinschaften verschlechtert. Grund dafür sind zunehmende Verstöße gegen das laizistische Prinzip zugunsten des Islam.“ Erzbischof Schick unterstrich zugleich, dass die Ortskirchen in der gesamten Sahel-Region gerade im Angesicht der sozialen und politischen Herausforderungen als Vermittler zwischen den Religionen, Friedenstifter und Motoren einer ganzheitlichen Entwicklung den Menschen dienten.

Moscheen vermehren sich im Süden des Tschad „wie Champignons“
Auch der aus dem Tschad zur Vorstellung der Arbeitshilfe angereiste Erzbischof von N’Djamena, Edmond Djitangar, verwies in seinem Beitrag auf die voranschreitende Islamisierung und Arabisierung des Tschad: „Man kann es mit zwei Metaphern zusammenfassen: Im Norden werden zaghaft Kapellen gebaut und im Süden vermehren sich Moscheen wie Champignons, dank der massiven finanziellen Unterstützung der Länder am Persischen Golf.“ Im Angesicht dieser Herausforderung forderte Erzbischof Djitangar: „Die (katholische) Kirche im Tschad muss ihre Identität als Kirchenfamilie Gottes verwirklichen, solidarisch sein mit anderen Konfessionen und sich stets um die ganzheitliche Entwicklung der menschlichen Person bemühen.“ Dabei komme gerade in ländlichen Regionen den kirchlichen Strukturen eine besondere Rolle zu: „Es ist dringend notwendig, eine neue Form der Solidarität unter Muslimen und Christen in den Gemeinden und Pfarreien zu schaffen. Denn die Pfarrei bleibt das Dorf aller und das Leben der Gemeinschaft ist von ihren Aktivitäten und Projekten abhängig“, so Erzbischof Djitangar.

Eine würdevolle Heimat für Christen aller Konfessionen
Der Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerks missio in Aachen, Pfarrer Dirk Bingener, würdigte die interreligiösen Friedensaktivitäten der Kirche im Tschad am Beispiel des Kulturzentrums „Al-Mouna“ in N’Djamena. Was im Zentrum „Al-Mouna“ umgesetzt werde, entspreche der tiefen Überzeugung von missio: „Nur gemeinsam können Angehörige aller Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften für eine Verteidigung der menschlichen Würde und für grundlegende Freiheitsrechte der Menschen eintreten. Die Bedeutung von Dialog und Verständigung für die Ausweitung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit greift auch die aktuelle Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz auf.“ Pfarrer Bingener bekräftigte: Christen aller Konfessionen sollten in den verschiedenen Ländern eine geeignete und würdevolle Heimat finden, eine Heimat, in der sie ihren Glauben in Freiheit leben könnten – ohne Angst vor Unterdrückung oder gar Verfolgung.

Arbeitshilfe und Initiative
Die Arbeitshilfe „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit – Sahel-Region“ gibt einen Überblick über die Situation der Christen in der Sahel-Region, insbesondere im Tschad. Sie erläutert aktuelle Konfliktlinien in den Gesellschaften, analysiert die Hintergründe und lässt Mitglieder der Kirchen vor Ort zu Wort kommen. Die Arbeitshilfe kann unter https://www.dbk-shop.de/de/solidaritaet-verfolgten-bedraengten-christen-unserer-zeit-sahel-region bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Die „Initiative Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen“ wurde von den römisch-katholischen deutschen Bischöfen 2003 ins Leben gerufen, um für die Lage bedrohter Christen zu sensibilisieren. Zusätzlich pflegen die Bischöfe mit Solidaritätsreisen den Kontakt zu den unter Druck stehenden Ortskirchen. In Deutschland sucht die Bischofskonferenz auch immer wieder das Gespräch mit Politikern und gesellschaftlichen Akteuren, um auf bedrohliche Entwicklungen hinzuweisen. Jährlicher Höhepunkt der Initiative ist der „Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen“ am 26. Dezember (Stephanustag), der in allen deutschen katholischen Diözesen begangen wird. Die Deutsche Bischofskonferenz ist ein Zusammenschluss der römisch-katholischen Bischöfe aller (Erz-)Bistümer in Deutschland.




ADRA Albanien leistet Nothilfe nach dem Erdbeben

Koordination mit Behörden vor Ort
ADRA Deutschland ist seit Jahren in Albanien aktiv und betreibt u.a. seit 2017 in der Region Fushe Kruja, unweit des Epizentrums des Erdbebens, ein Bildungs- und Integrationsprojekt für Roma-Familien. Elf Familien aus dem Projekt wurden obdachlos und mussten die erste Nacht im Freien verbringen. Insgesamt 43 Familien sind auf Unterstützung angewiesen. ADRA Albanien ist seit 1993 im Land tätig.

Die Koordination der Hilfsmaßnahmen sei auch bereits angelaufen, heißt es in einer Medienmitteilung von ADRA Deutschland. Eine Lageeinschätzung soll Klarheit schaffen, was am notwendigsten gebraucht wird. Anschließend wird unter den Hilfswerken aufgeteilt, wer für Lebensmittel, Wasserversorgung, Kleidung, Zelte und Decken zuständig ist.

Spendenaufruf

Unterstützung bei der Nothilfe in Albanien werde dringend benötigt, so Christian Molke, Geschäftsführer von ADRA Deutschland e.V.. Mit einer Spende unter dem Stichwort „Erdbeben Albanien“ könne den Familien geholfen werden, die Krise zu überwinden. Dabei würden für ein Lebensmittelpaket für eine Person 56 Euro/Woche und für die Erstausstattung Nothilfe (Kleidung, Decken, Zelt) 10 Euro/Person aufgewendet.

Mehr zu ADRA Albanien: https://adraalbania.org/
Facebookseite: https://www.facebook.com/adraalbania/




ARD schaltet neue Webseite für Gottesdienste

Geordnet nach vier Kategorien können sich Zuschauer und Zuhörer über die nächsten kirchlichen Sendetermine und Gottesdienstübertragungen im Ersten, in ARD-Alpha und den verschiedenen Landessendern informieren: In zwei Kategorien, getrennt nach Fernsehen und Hörfunk, sind alle Sendetermine der Gottesdienste in der ARD aufgelistet. Es gibt Informationen zur Kirche, aus der übertragen wird, sowie zu den Zelebranten und Liturgen, zur musikalischen Gestaltung oder auch zur thematischen Ausrichtung des Gottesdienstes.

Die Kategorie „Religionen“ informiert über die aktuellen journalistischen Angebote aus dem Bereich Religion, die im Ersten, bei 3sat, ARD-Alpha, arte und in den neun Landesrundfunkanstalten gesendet werden. Unter der Kategorie „Das Wort zum Sonntag“ sind alle Sendetermine einschließlich der Namen der Sprecherinnen und Sprecher erfasst.

Alle Sendungen werden mit der ARD Mediathek verlinkt. Dort sind sie in der Regel für ein Jahr abrufbar.




Ausstellung zur DDR-Jugendopposition in Friedensauer Hochschulbibliothek

Musiker, Studenten, Mitglieder der jungen Gemeinden, auch junge Marxisten wehrten sich dagegen, ihr Gehirn auszuschalten und platten Parolen zu folgen. Thomas Ammer (*1937), Michael Gartenschläger (1944–1976), Reiner Bohley (1941–1988), Siegmar Faust (*1944), Bettina Wegner (*1947), Christian „Kuno“ Kunert (*1952), Ralf Hirsch (*1960), Frank Ebert (*1970), um nur einige Namen zu nennen, auf welche die Ausstellung näher eingeht, übten Protest: künstlerisch, politisch, laut und leise, so die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Theologischen Hochschule Friedensau.

Er träumte von einer besseren Welt

Die Ausstellung erzählt die Biografien von 18 jungen Oppositionellen in der DDR. Sie sind in unterschiedlichen Gegenden Ostdeutschlands und zu unterschiedlichen Zeiten aufgewachsen. Die einen im Thüringen der fünfziger Jahre, andere in den achtziger Jahren in Mecklenburg. Während sich die einen gegen den absoluten Machtanspruch der SED engagiert haben, ging es anderen um den Umweltschutz, oder sie engagierten sich gegen die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft. Sie schrieben Losungen an Eisenbahnwagen, druckten illegal Zeitschriften, organisierten Konzerte; viele gehörten zu den Protagonisten der Friedlichen Revolution.

Der Leipziger Student Siegmar Faust träumte von einer besseren Welt und musste doch feststellen: „Man hat mich zweimal exmatrikuliert und zweimal inhaftiert, seelisch und körperlich misshandelt, bevor ich mit meiner alten Religion, dem Marxismus-Leninismus brechen konnte.“ Reiner Bohley erlebte Diskriminierung und Ausschluss vom Studium: „Ich ändere eine oft geprüfte Glaubensentscheidung nicht einfach deshalb, weil mir daraus Nachteile erwachsen könnten.“ Bettina Wegner, eine in der DDR bekannte Liedermacherin, protestierte gemeinsam mit Freunden gegen den Einmarsch russischer Truppen 1968 in Prag und wurde daraufhin inhaftiert: „Mein Grunderlebnis war, mit 20 Jahren ins Gefängnis zu kommen und ein fünf Monate altes Kind zu haben.“ Weitere Beispiele zeigt die Ausstellung.

Robert-Havemann-Gesellschaft

Die Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. dokumentiert die Geschichte und die Erfahrungen von Opposition und Widerstand gegen die kommunistische Diktatur. Basierend auf dem Archiv der DDR-Opposition, forscht sie zum Thema, gibt historisch-politische Publikationen heraus, verwaltet Nachlässe, zum Beispiel von Systemkritiker Robert Havemann und anderen DDR-Oppositionellen. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur befördert die Auseinandersetzung mit der Geschichte kommunistischer Diktaturen, der deutschen und europäischen Teilung sowie ihrer Überwindung. Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Bibliothek besichtigt werden.

Informationen zur Ausstellung: https://www.havemann-gesellschaft.de/ausstellungen/jugendopposition-in-der-ddr/
Informationen zur Theologischen Hochschule Friedensau: www.thh-friedensau.de




Deutsche Evangelische Allianz fordert Verbesserungen des Entwurfes zum „Sexuelle-Orientierung-und-geschlechtliche-Identität-Schutz-Gesetz“

Uwe Heimowski, DEA-Beauftragter am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, und Konstantin Mascher, Mitglied im DEA-Hauptvorstand, sagten bei der Verbände-Anhörung im Bundesgesundheitsministerium, die Deutsche Evangelische Allianz begrüße das Anliegen des Gesundheitsministers, Menschen vor Übergriffen im Bereich ihrer sexuellen Orientierung zu schützen. Sie setze sich für das Selbstbestimmungsrecht beim Umgang mit der sexuellen Orientierung ein: „Die Realisierung der sexuellen Orientierung muss die persönliche Entscheidung einer Person bleiben“, so auch der erste Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz Ekkehart Vetter.

Gesetzesentwurf mit „erheblichen rechtlichen Unsicherheiten“

Die vorgelegten Formulierungen des Gesetzesentwurfs führten jedoch zu erheblichen rechtlichen Unsicherheiten. „Ein Gesetz, dessen Ziel der Schutz der Freiheit ist, darf nicht seinerseits in die Persönlichkeitsrechte und die Grundrechte der Religions- und Meinungsfreiheit eingreifen“, warnte der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz Dr. Reinhardt Schink. Insbesondere müsse klar definiert werden, wie Information und Werbung voneinander zu differenzieren seien. Mascher kritisierte „nicht haltbare Grundannahmen“ des Gesetzesentwurfs und bemängelte, dass der Entwurf in seiner jetzigen Fassung wegen vieler unbestimmter Rechtsbegriffe, wie „Behandlungen“, „Maßnahmen“ oder „Werbung“, und inhaltlicher Widersprüche Probleme schaffen werde. So sei derzeit nicht klar erkennbar, was genau unter welchen Umständen zu einer Straftat führe. Das geforderte „Verbot für jedermann“, der in irgendeiner Weise Druck ausüben könnte, erzeuge Verunsicherungen und Angst bei Eltern, Seelsorgern und Pädagogen.

Eingriff in die Religions- und Meinungsfreiheit möglich

„Bei diesen Begriffen braucht es dringend Klärung, damit das Gesetz seine gewünschte Wirkung zum Schutz von Betroffenen auch wirklich entfalten kann und ungewollte negative Konsequenzen vermieden werden“ sagte Mascher. Ohne solche Verbesserungen sehe die Deutsche Evangelische Allianz durch den Gesetzesentwurf die Freiheit der Religionsausübung gefährdet. „Es ist dann zu befürchten, dass die Kirchengemeinden künftig nicht mehr im vollen Umfang für die ethischen Maßstäbe ihrer Religion eintreten dürfen“, so Heimowski. Der Gesetzgeber sollte aber weder die Entscheidung, ob und wie eine Person ihre sexuelle Orientierung ausleben wolle, vorschreiben, noch sei er befugt, die Grundrechte auf Religions- und auch Meinungsfreiheit zu beschneiden.

Der DEA-Beauftragte am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung wies darauf hin, dass während der Zeit der Erstellung des Gesetzentwurfes durch verschiedene Gruppen ein Klima von Verdächtigungen, Vorverurteilungen und Verleumdungen gegen Kirchengemeinden und christliche Werke entstanden sei. Er bat die Verantwortlichen, solchen Versuchen entschieden entgegenzutreten und einen offenen sowie neutralen, sachlichen Diskurs zu fördern.

Die Deutsche Evangelische Allianz
Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) versteht sich als ein Bund von Christusgläubigen, die verschiedenen christlichen Kirchen, Gemeinden und Gruppen angehören. Sie hält zu etwa 350 überregionalen Werken Kontakt und wirkt an rund 1.000 Orten in Deutschland mit regionalen Allianzkreisen. In der Evangelischen Allianz pflegen Christen – über ihre Zugehörigkeit zur eigenen Gemeinde hinaus – Gemeinschaft mit anderen Christen aus anderen Denominationen. In den Allianzkreisen, die sich auf Orts- und mitunter auch auf Regionalebene treffen, kann mitarbeiten, wer der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz zustimmt.

Geistliches Leitungsgremium ist der DEA-Hauptvorstand, dem derzeit 60 Vertreter der evangelikalen Bewegung aus den evangelischen Landeskirchen, Freikirchen, christlichen Gemeinschaften und Werken aus verschiedenen Konfessionen angehören. Verantwortlich für die laufende Arbeit ist der Geschäftsführende Vorstand, zu dem unter anderem der Erste Vorsitzende Ekkehart Vetter gehört, der im Hauptberuf Präses des Mülheimer Verbands Freikirchlicher Evangelischer Gemeinden ist, sowie Generalsekretär Dr. Reinhardt Schink. Weitere Informationen: www.ead.de




25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Pfaller erläutert, dass Adventisten Gewalt in jeglicher Form verabscheuten, egal ob es um Gewalt gegen Frauen, Kinder, Männer, Jung oder Alt geht. Gewalt sei widerlich und ginge gar nicht.

Aktion „enditnow“
Unter dem Motto „enditnow – Brich das Schweigen gegen Gewalt“ bietet die Abteilung Frauen jedes Jahr im August den „enditnow – Schwerpunkttag“ an. Jeweils am vierten Samstag im August gestalten adventistische Frauen auf der ganzen Welt an diesem Tag Gottesdienste und Seminare, in denen sie darauf hinweisen, wie wichtig es ist, dass die Kirche das Problem von Missbrauch und Gewalt nicht verschweigt. Dafür steht umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung.
Bei einem „enditnow-Schwerpunkttag“ sagen Siebenten-Tags-Adventisten ein deutliches NEIN zu jeglicher Form von Gewalt. An diesem Tag bieten sich Möglichkeiten für örtliche Kirchengemeinden, das Thema anzusprechen und damit zu enttabuisieren, das Schweigen zu brechen, Kirchenmitglieder und Kirchenleiter für diese Problematik zu sensibilisieren, die Gesellschaft zu informieren und den Opfern Hilfsangebote zu eröffnen.

Orange Day
„Tatsächlich“, so Pfaller, „positionieren wir uns nicht nur am 25. November gegen Gewalt. Gewaltfrei leben sollte unser Lebensmotto sein.“ Der auch als Orange Day bekannte internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen wolle auf das Problem aufmerksam machen und dazu beitragen die Anliegen der Frauen und Mädchen zu sensibilisieren und zur Mithilfe aufrufen. So könnten die sechzehn Tage vom „Orange Day“ am 25. November bis zum „Tag der Menschenrechte“ am 10. Dezember gut dazu verwendet werden, um gemeinsame Aktionen durchzuführen und Projekte ins Leben zu rufen, welche die Gewalt gegen Frauen thematisieren und bekämpfen.

Der Aktionstag geht ursprünglich auf ein Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen im Jahre 1981 zurück. Sie erinnerten an die Mirabal Schwestern, die als Mitglieder des „Movimiento Revolucionario 14 de Junio“ in der Dominikanischen Republik durch Militärangehörige des damaligen Diktators Rafael Trujillo verschleppt und schließlich ermordet wurden. 1999 haben dann die Vereinten Nationen mit der Resolution 54/134 den 25. November zum offiziellen Gedenktag ausgerufen.
2001 hat die Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten erstmalig einen jährlichen Aktionstag zur Prävention von Missbrauch ausgerufen. 2014 wurde er weltweit in „enditnow Schwerpunkttag“ umbenannt, bei dem es thematisch gegen häusliche und sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen geht.

Materialpakete
Von der Webseite adventistischer Frauen im deutschsprachigen Raum können Materialien auf Deutsch, Französisch, Englisch, Portugiesisch, Spanisch, Russisch, Rumänisch/Ungarisch zu diesem Tag heruntergeladen werden Dazu gehören formulierte Referate, Power-Point-Präsentationen sowie ausgearbeitete Seminare zu den Themen „Heilsames Denken“ und „Vergebung“. Es heißt dort zu den Beweggründen: „Obwohl für viele Menschen ein unbequemes Thema, ist es immer deutlicher geworden, dass Missbrauch ein ernsthaftes Problem für Christen, [auch] Siebenten-Tags-Adventisten ist.“ Missbrauch in jeglicher Form entstelle den Leib Christi – das gelte sowohl für Opfer und Täter als auch für die Kirchengemeinde, die mit den verletzten Mitgliedern zurückbleibe.

Mehr zum Orange Day:
https://sta-frauen.de/angebote/enditnow/orange-day/
Material zum Schwerpunkttag 2019:
https://sta-frauen.de/material/themensabbate/enditnow-schwerpunkttag/




Adventistische Kirche in Nebraska bittet Farbige um Vergebung

Gemäß OUTLOOK, der Kirchenzeitschrift für die Region des mittleren Westens der USA, sagte Dr. Linda Becker, Gemeindeleiterin: „In der Vergangenheit hat die College View Church Farbige nicht so behandelt, wie wir es hätten tun sollen. Sie wurden gebeten, auf der Galerie zu sitzen oder wurden sogar an der Eingangstüre wieder weggeschickt. Sie wurden nicht so aufgenommen wie die Weißen. Heute bitten wir unsere farbigen Freunde um Vergebung für das, was euch die vorherigen Generationen angetan haben. Es tut uns leid, dass wir euch nicht ebenso als Gottes Kinder gesehen haben, wie uns selbst. Wir bitten euch und Gott, uns zu vergeben. Möge Gottes Liebe alle Menschen erreichen, die in Zukunft in diese Kirche eintreten – unabhängig von Hautfarbe, Status oder Lebensumständen.“

Anschließend wurden die Teilnehmenden an der Feier eingeladen, im Wechsel mit der Gottesdienstleitung an einem speziell für diesen Anlass formulierten Gebet teilzunehmen. Dabei wurde das eigene Zukurzkommen bekannt, um Vergebung gebeten und das Versprechen gegeben, „Gottes Güte für alle Zeiten gemeinsam mit allen Brüdern und Schwestern anzubeten und zu feiern“.

Erklärung der adventistischen Weltkirchenleitung zu Rassismus vom 27.06.1985:
Auf Deutsch: http://bit.ly/2OCPjCG
Englische Originalfassung: http://bit.ly/2QFWg8X




Pfadfinder pflanzen Bäume für den Klimaschutz in Dubai

Initiative Plant a Legacy
Die Projektinitiative „Plant A Legacy“ (PAL) [deutsch = pflanze ein Erbe] zielt auf den Klimaschutz ab. Die Initiative wurde ursprünglich von der Bildungseinrichtung Global Education Management Systems (GEMS) mit Sitz in Dubai ins Leben gerufen. Daran beteiligte sich eine Grundschule der Organisation Kindergarden Starters. Die Direktorin der Schule, Asha Alexander, absolvierte einen Kurs zum Klimawandel bei den Vereinten Nationen (UNCC) und wurde anerkannte Klimalehrerin. Nach Abschluss des Kurses schulte sie ihrerseits ihre über 300 Lehrer und auch sie wurden akkreditiert.

15.000 Ghaf-Bäume in 65 Tagen
Um das Gelernte anzuwenden, starteten Alexander und ihre Lehrer PAL im September 2019 mit der Absicht, innerhalb eines Jahres 15.000 Bäume zu pflanzen. Sie begannen, Bäume in verschiedenen Gebieten Dubais zu pflanzen. Sie luden auch andere Organisationen ein, sich an der Initiative zu beteiligen. Die Reaktionen waren größer als erwartet und mit dieser überwältigenden Unterstützung erkannten sie, dass sie weniger als ein Jahr benötigen würden, um ihr Ziel zu erreichen. Durch die Mobilisierung anderer Schulen und Unternehmen konnte das Projekt in nur 65 Tagen abgeschlossen werden.

Pfadfinder beteiligen sich an der Baumpflanzung

Als das Projekt für andere Organisationen geöffnet wurde, sah Claudia Bennet, eine Lehrerin der Schule, darin auch eine großartige Möglichkeit für den Pfadfinderclub an der Schule. Zwei Jahre zuvor war sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern dem Pfadfinderclub beigetreten und engagierte sich seither regelmäßig in der Ausbildung der Pfadfinder. Jerrandy Sonsona, der Leiter einer der teilnehmenden Gruppen, erinnert sich: „Als der Aufruf zur Teilnahme an PAL an die Unternehmen erging, informierte Claudia uns sofort und bat uns, dass wir auch teilnehmen und in unseren Pfadfinderuniformen erscheinen“.

Ghaf-Bäume für den Klimaschutz
Die Pflanzung der 1.400 Ghaf-Bäume stärke die Pfadfinder und Abenteurer in ihrer Verantwortung für das Gemeinwohl, in dem sie lebten, so Sonsona. Der Ghaf-Baum (prosopis cineraria) wurde gewählt, da er Toleranz symbolisiere; er sei resistent gegen Dürre und überlebe gut in rauer Wüstenlandschaft. Der Ghaf-Baum gilt auch als „Nationalbaum“ der Vereinigten Arabischen Emirate.




Abgehoben und doch am Boden geblieben – Delta Air Lines trifft Haus Odenwald

Mit einem Reisebus und Fahrzeugen des Hauses für die Rollstuhlfahrer ging es von Groß-Umstadt aus zum Frankfurter Flughafen. „Wir haben die neue Startbahn und die neue Feuerwache gesehen und aus der Hand eines Flugkapitäns und einer Chefstewardess Lunchpakete entgegengenommen. Das war ein wirkliches Highlight,“ so Christian Dengler, der Leiter der Wohneinrichtung. Nach der Besichtigung des Flughafens haben die Mitarbeiter von Delta die Bewohner und Betreuer von Haus Odenwald zu einem Essen in ein Restaurant in der Nähe des Flughafens eingeladen. Dabei gab es für jeden Teilnehmer der Tour einen Rucksack mit kleinen Geschenken. Nach der Rückkehr im Haus Odenwald wartete neben einer Tasse Kaffee noch ein Rundgang durch die Wohnanlage für die Mitarbeiter von Delta.

In den USA, so Marco Rincker, Initiator und Area Manager Sales (Gebietsleiter Verkauf) für Deutschland und Österreich, sei es viel stärker verbreitet, dass Unternehmen sich sozial und öffentlich engagieren. So sei es für ihn und seine Kollegen und Kolleginnen eine große Freude gewesen, diesen tollen Tag zu erleben. Es gab keine Vorbehalte oder Berührungsängste, vielmehr eine wohltuende Herzlichkeit in den Begegnungen. „Uns hat es ausnahmslos sensationell gut gefallen“.

Die US-amerikanische Fluggesellschaft Delta Air Lines, kurz Delta, hat ihren Sitz in Atlanta/USA. Sie zählt dort zu den großen der Branche und ist gemessen an den Flugzeugen und auch an der Anzahl der Passagiere seit diesem Jahr die größte Fluggesellschaft der Welt.

Das Haus Odenwald ist eine Wohnanlage für Menschen mit Behinderung. Persönliche Hilfestellungen, gesundheitliche Überwachung und Betreuung werden 24 Stunden am Tag bereitgestellt und koordiniert; ein Ort zum Leben und Wohlfühlen. 26 Menschen mit unterschiedlichen Lebenshintergründen und Besonderheiten wohnen hier unter einem Dach, bilden eine große familienähnliche Gemeinschaft und werden von 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Mehr Informationen unter https://www.hausodenwald.org/.




„Darüber spricht man doch nicht“ – Welttoilettentag 2019

Demnach sind Erkrankungen, die auf verunreinigtes Wasser zurückzuführen sind, die häufigste Todesursache bei Kleinkindern. Im Jemen, wo der anhaltende Bürgerkrieg die zivile Infrastruktur zerstört, unterstützt ADRA Deutschland Menschen durch Aufklärung und materielle Hilfe. Eine Cholera-Epidemie habe dort bisher mehr als 2.700 Menschen das Leben gekostet und es seien mehr als 1,3 Millionen Verdachtsfälle gemeldet worden.

UNO-Nachhaltigkeitsziele
Alle Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen erkennen Wasser- und Sanitärversorgung als Menschenrecht an. Außerdem sei die „Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle“ das sechste der 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der UNO in ihrer Agenda 2030.

Der Welttoilettentag wurde erstmals 2001 von der Welttoilettenorganisation ausgerufen. Am 24. Juli 2013 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen einstimmig, auf Vorschlag Singapurs, den 19. November als Welttoilettentag der Vereinten Nationen erklärt. Laut ADRA soll der Tag daran erinnern, dass noch viel Arbeit geleistet werden muss, bis alle Menschen auf dem Planeten Zugang zu ordentlichen Sanitäranlagen haben.




Adventisten: Aufruf zum Gebet

#Pray4Burundi
Unter dem Hashtag #Pray4Burundi hat die Weltkirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten alle ihre Mitglieder aufgerufen, für ihre „Schwestern und Brüder in Burundi“ zu beten. Vorausgegangen war die erneute Gefangennahme von Pastor Lamec Barishinga, dem Leiter der überregionalen Kirchenleitung der Adventisten in Burundi. Sein Vorgänger wurde im November 2018 abgewählt und weigert sich seither, die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger zu übergeben. Er wird dabei von der Regierung unterstützt. Gottesdienste wurden gestört, Kirchengebäude geschlossen und Kirchenmitglieder verhaftet. Mit der weltweiten Gebetsinitiative verbunden ist die Bitte a) um Freilassung von Pastor Barishinga aus dem Gefängnis, b) um Bewahrung vor körperlichem und emotionalem Missbrauch der Mitglieder und c) dass die Regierung von Burundi die Religionsfreiheit respektiert und die Einmischung in Kirchenangelegenheiten beendet.

Weltweite Gebetswoche der Adventisten
Eine Woche des Gebets findet in den Ortsgemeinden der Adventisten (Adventgemeinden) jährlich in den letzten Monaten des Jahres statt; in Deutschland vom 16.-23. November. Ein Magazin mit Themen für die einzelnen Tage dieser Gebetswoche unterstützt die Treffen. In seinem Vorwort zur diesjährigen Gebetswoche hält Pastor Mario Brito, Kirchenleiter der Adventisten in West- und Südeuropa, fest, dass Gott Personen – Propheten – erwählt habe, die ihnen offenbarte Botschaften an ihre Mitmenschen weitergeben sollten. Es sei zutreffend, „wenn wir sagen, dass das Endprodukt Gottes Wort ist, wenn auch in menschlicher Sprache übermittelt“, so Brito. Er ermutigt die Lesenden, sich Zeit für Gott zu nehmen.

Das Magazin zur Gebetswoche 2019
Das Magazin zur Gebetswoche 2019 besteht aus acht Themen, die vom adventistischen Weltkirchenleiter, Pastor Ted N. C. Wilson (1. Thema) und dem in Argentinien wohnenden Ehepaar Marcos und Claudia Blanco geschrieben wurden (2. bis 7. Thema). Marcos ist Pastor und arbeitet als Redaktor im adventistischen Verlag in Buenos Aires/Argentinien, seine Frau Claudia arbeitet freiberuflich als Übersetzerin. Das letzte Thema wurde aus den Schriften der Mitbegründerin der Freikirche, Ellen G. White (1827-1915), entnommen.

Einige der Themen: „Warum sandte Gott Propheten?“; „Liest du die Bibel richtig?“; „Wahre und falsche Propheten, gestern und heute“ und „Ein größeres und ein kleineres Licht“.

In einem Zusatzteil in der Heftmitte sind acht weitere Artikel enthalten. Sie wurden von vier Frauen und vier Männern verfasst, die mehrheitlich in Deutschland wohnen. Dieser Zusatzteil ist zum persönlichen Weiterstudium gedacht und behandelt Themen wie: „Auch Propheten wachsen in ihrem Verständnis“; „Die Inspiration der biblischen Schreiber“; „Warum der Prophet Hosea eine Prostituierte heiraten musste“.

Kindergebetslesung 2019
Für Kinder gibt es ein Extraheft mit dem Titel „Was Propheten zu sagen haben“. Es wurde von Randy Fishell, ehemaliger Chefredakteur des amerikanischen Magazins „Guide“, für ca. 10 bis 14-Jährige, verfasst.

Es gehört zur adventistischen Tradition, am Ende der sog. Gebetswoche in den Gottesdiensten Spenden für die örtliche und globale Mission zu sammeln. In diesem Jahr wird die Kollekte für die örtlichen Belange (Heimatmission) am 16.11. in den Ortsgemeinden erhoben, für die weltweiten missionarischen Anliegen am 23.11.

Videos mit Einführungen zu den einzelnen Tagesthemen sowie zusätzliches Material, wie Programmvorschläge und Fragestellungen fürs Gespräch bei den Treffen, kann hier heruntergeladen werden: https://www.gebetswoche.online/

Das Magazin für die Erwachsenen kann kostenlos heruntergeladen werden (PDF):
https://www.advent-verlag.de/media/pdf/cb/3a/78/Gebetswoche_2019_final.pdf

Auch das Heft für die Kinder steht als Download (PDF) bereit:
https://www.advent-verlag.de/media/pdf/55/5c/57/Kindergebetslesung_2019_final.pdf




Verfolgten Christen eine Stimme geben

Internationale Begegnung – christliche Verantwortung
Die ausländischen Gäste dieser Tagung vom 10.-13. November kamen neben Deutschland aus China, Costa Rica, England, Finnland, Indien, Irak, Iran, Pakistan, Syrien und der Türkei. Insgesamt sieben Sprachen waren zu übersetzen. Weltweit, so Professor Christof Sauer von der Freien Theologischen Hochschule Gießen, würden mindestens 245 Millionen Christen laut der neuesten Ausgabe des Weltverfolgungsindexes ihres Glaubens wegen verfolgt. Der Wissenschaftler für Religionsfreiheit und Christenverfolgung ist maßgeblich an der Erstellung der von Open Doors herausgegebenen Übersicht beteiligt.

Für Volker Kauder, Schirmherr des Kongresses und früherer Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist daher auch der Einsatz für Religionsfreiheit und verfolgte Christen eine „geschwisterliche Pflicht“. Christen in Deutschland trügen die Verantwortung, dass Glaubensfreiheit auch in Zukunft bestehen könne: „Wenn es die Religionsfreiheit nicht gibt, gibt es auch keinen Schutz für Christen.“

Der Präsident der Internationalen Konferenz bekennender Gemeinschaften (IKGB), Ulrich Rüß, meinte denn auch bei einem Treffen der Kooperationspartner des Kongresses: „An der Notwendigkeit dieses Kongresses sollte niemand zweifeln.“

„Durch Gebet kann Nordkoreas Mauer fallen“
So berichtete der koreanisch-amerikanische Missionar Kenneth Bae auf Einladung der Hilfsaktion Märtyrerkirche (HMK) von seinem 2-jährigen Aufenthalt in einem nordkoreanischen Arbeitslager. Er schilderte die beschwerlichen Bedingungen und von Schmerzen geprägte Zeit. Dabei habe er sich oft gefragt, wie lange denn das Leiden andauern würde. In dieser Zeit habe er gelernt, den Blick noch stärker auf Gott zu richten und ihm zu vertrauen.

Mit einer Bitte wandte sich Bae an die Christen in Deutschland. Vor dem Fall der Mauer hätten Christen rund um den Globus für eine Wiedervereinigung gebetet. Durch die Kraft des Gebets sei dies Wirklichkeit geworden. So könnten Gebete auch ein Wunder auf der koreanischen Halbinsel bewirken. Diesen Gedanken bekräftigte auch Professor Sauer beim Abschlussgottesdienst des Kongresses. In seiner Homilie über das „Vaterunser“ rief er auf, für Verfolgte zu beten. „Wir machen uns schuldig, wenn wir die Christen vergessen, die für ihren Glauben unter Druck stehen.“

„Eine Art Völkermord an Christen“ in Nigeria
Der Kirchenpräsident der „Evangelical Church Winning all“ (ECWA) im nigerianischen Jos, Stephan Panya Baba, informierte, dass sich in manchen Regionen Nigerias die Situation von Christen so sehr verschlechtert habe, dass man von „einer Art Völkermord an Christen“ sprechen könne. Es gebe in seinem Heimatland nicht nur die islamische Terrormiliz „Boko Haram“, sondern auch extremistische Fulani-Milizen. Häufig sei auch in Medienberichten in Europa zu lesen, dass die schweren Auseinandersetzungen im Süden des Landes zwischen christlichen Bauern und muslimischen Fulani-Nomaden keine religiösen Gründe hätten, sondern ein Streit um Land sei. Doch die muslimischen Angreifer richteten sich gezielt gegen Christen. Muslime würden zumeist gewarnt und verließen dann „ganz still“ am Abend vor der Attacke das Dorf.

Ohne Sicherheitsgarantien keine Rückkehr von Christen in den Irak
In einer anderen Veranstaltung berichteten laut idea Kirchenvertreter, dass die meisten irakischen Christen ohne Sicherheitsgarantien nicht in ihre Heimat zurückkehren würden. Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) habe viele christliche Dörfer verwüstet und Tausende Kirchenmitglieder ermordet. Betroffen sei vor allem die nordirakische Ninive-Ebene mit der Hauptstadt Mossul gewesen. Etwa 40 Prozent der Häuser wären dort zerstört worden, sagte der dortige katholische Priester Georges Jahola. Am Wiederaufbau beteiligten sich Hilfsorganisationen aus aller Welt. Etwa 40.000 der mehr als 500.000 aus der Ninive-Ebene Vertriebenen seien inzwischen zurückgekehrt, die Übrigen lebten in anderen Landesteilen oder in den Nachbarländern Türkei, Libanon und Jordanien sowie im westlichen Ausland. Am wichtigsten wäre das Gefühl, ohne Angst vor neuen Angriffen planen zu können. Außerdem brauche man Arbeitsplätze in Fabriken, Handwerksbetrieben und der Landwirtschaft. Die irakische Regierung unterstütze den Wiederaufbau nur zögerlich. Der Geistliche forderte mehr internationalen Druck, um die Korruption im Land wirkungsvoll zu bekämpfen.

Probleme, aber keine Christenverfolgung in der Türkei
Der Generalsekretär der Türkischen Evangelischen Allianz, Umit Sahin (Izmir), betonte, in der Türkei könne man nicht von Verfolgung sprechen. Er gebe aber Druck und Probleme. So könne es passieren, dass die Polizei, nachdembeispielsweise ein Student Christ geworden sei, die Familie anrufe, sie darüber informiere und vor einer möglichen „Gehirnwaschung“ durch Missionare warne. Andere Christen hätten nach ihrem Übertritt ihren Arbeitsplatz verloren.

Resolution gegen Abschiebung von Konvertiten
Wie schon vor 2 Jahren, so wurde auch während dieser Kongresstage den Teilnehmern eine Resolution vorgelegt, die sich gegen die Abschiebung von in Deutschland lebenden Flüchtlingen aus islamisch geprägten Ländern wendet, die Christen geworden sind. Die Resolution ist an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) und alle Bundestagsabgeordneten gerichtet. Sie sollen sich dafür einsetzen, dass zum Christentum konvertierte Flüchtlinge nicht in Länder abgeschoben werden, in denen ihnen Tod oder Verfolgung wegen ihres Glaubens droht.

Kongress begann 2009 mit zehn Kooperationspartnern
Ziel des Kongresses „Christenverfolgung heute“ sei, bedrängten Christen eine Stimme zu geben, die Netzwerke zwischen ihnen und den Christen in der „freien Welt“ auszubauen und Initiativen zum Handeln aufzuzeigen. Der alle zwei Jahre stattfindende Kongress begann 2009 mit zehn Kooperationspartnern und 250 Teilnehmern. Der jetzige viertägige Kongress wollte nach den Worten von Kuno Kallnbach von der Kongressleitung den Christen in der Verfolgung „eine Stimme geben“. Das nächste Treffen ist vom 14.-17. November 2021 geplant. Weitere Informationen unter https://www.schoenblick.de/christenverfolgung/




Australien: ADRA unterstützt Betroffene der verheerenden Brände

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Australien arbeitet mit lokalen adventistischen Kirchgemeinden im ganzen Land zusammen, um bedürftigen Familien zu helfen. Derzeit können Adventgemeinden innerhalb der Feuerzonen, die ihre Kommune aktiv unterstützen, an ADRA einen Antrag auf 2.000 AU$ / 1.350 Franken stellen, um ihre Bemühungen zu unterstützen. Bei Bedarf können auch mehr Mittel bereitgestellt werden. ADRA hat eine landesweite Spendenaktion gestartet.

Zurzeit wisse er von keinen schweren Schäden an adventistischen Schulen oder Kirchengebäuden, sagte Pastor Adrian Raethel, Präsident der Adventisten im Norden von New South Wales. «Wir bitten die Mitglieder in ganz Australien um Fürbitte für jene Kommunen, die betroffen sind», fügte er hinzu.




Adventisten: Medienschaffende beim 8. MediaDay

Philipp Mickenbecker war Hauptsprecher an diesem Tag. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Johannes betreibt er den YouTube-Kanal „The Real Life Guys“. Seit 2016 hatten sie 117 Millionen Aufrufe. Die Brüder aus der Nähe von Darmstadt wollen mit ihren Videos dazu anregen, sich nicht primär in der virtuellen Welt, sondern in der Natur aufzuhalten und das zu verwirklichen, wovon man schon lange träumt. Sie starteten mit Videos über Tiere in der freien Natur. Danach stellten sie vorwiegend Videos von teils halsbrecherischen Projekten online: Flug mit einer Badewanne; als menschliche Drohne fliegen oder mit selbstgebautem Heißluftballon aus Alufolie; ein Rennen zwischen einem Bobby-Car mit Elektromotor und einem Auto sowie Abenteuerberichte über extrem kostengünstige Reisen per Autostopp oder Fahrrad.

Mickenbecker führte aus, was beachtet werden muss, damit man über Videos auf YouTube mit Werbung oder über Produktplacement Geld verdienen kann. Weiter referierte er über das Vermarkten von Videos über eine Agentur und wie die Klickrate für ein Video erhöht werden kann oder wie man ansprechende Thumbnails (Vorschaubilder) kreiert.

Project Slam
Im Bereich „Project Slam“ nutzten gut zehn Teilnehmende die Möglichkeit, in Beiträgen von jeweils zehn Minuten Dauer, ihre Projekte vorzustellen. Einige dieser Projekte drehten sich um die Frage, wie im Medienzeitalter die gute Nachricht von Jesus Christus säkularisierten Zeitgenossen mittels heutiger Technik vermittelt werden kann.

Media Day-Preis
Mit dem Media-Day-Preis wurde das Projekt von Johannes Likar ausgezeichnet. Der Österreicher zeigte einen Ausschnitt aus einem Video, das er auf einer kleinen Insel in Schweden gedreht hat, auf der er ein Jahr lang alleine bis Sommer 2020 im Zelt lebt.

HopeTV gehört zu internationalem Netzwerk
Seit 2009 wird bei HopeTV (früher: Hope Channel) ein vielseitiges Programm mit Gottesdiensten, Andachten, Talksendungen und Sportformaten, Koch- und Kindersendungen produziert. Der hauptsächlich durch Spenden finanzierte Sender gehört zur internationalen Senderfamilie „Hope Channel“, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht. Weitere Informationen unter: www.hope-channel.de




Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund befürwortet umstrittene „Ehe für alle“

Mit dem Beschluss empfehlen die Abgeordneten den 26 reformierten Mitgliedkirchen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare auf zivilrechtlicher Ebene, wie auch den eventuellen neuen zivilrechtlichen Ehebegriff für die kirchliche Trauung vorauszusetzen. Die Abgeordnetenversammlung stimmte auch dafür, ihren Mitgliedkirchen zu empfehlen, dass bei der kirchlichen Trauung in Zukunft die Gewissensfreiheit der Pfarrerinnen und Pfarrer wie auch für alle anderen Kasualien gewahrt bleibt.

Mit dem Abstimmungsergebnis vom 5. November gehe die AV den Weg weiter, den sie mit der letzten Versammlung in Winterthur im Juni 2019 begonnen habe, so der SEK. Damals hätte die Versammlung der Position des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes zugestimmt: „Wir sind von Gott gewollt, so wie wir geschaffen sind. Unsere sexuelle Orientierung können wir uns nicht aussuchen. Wir nehmen sie als Ausdruck geschöpflicher Fülle wahr.“ Auf Basis dieser Position hatte der Rat des SEK im August 2019 beschlossen, die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare auf zivilrechtlicher Ebene zu unterstützen.

Die Medienmitteilung der SEK endet mit dem Hinweis, dass es der Abgeordnetenversammlung wichtig gewesen sei, zu betonen, „dass auch nach dem heutigen Entscheid verschiedene Eheverständnisse in der reformierte Kirche Platz haben“.

Offener Brief
In einem offenen Brief, den über 6.200 Reformierte sowie 2.200 Personen aus anderen Kirchen unterzeichneten, waren die Abgeordneten des Kirchenbundes gebeten worden, gegen die „Ehe für alle“ zu stimmen.

In dem offenen Brief heißt es: „Wir, die Unterzeichnenden, glauben, dass Jesus Christus uns aufruft, jeden Menschen – gleich welcher sexuellen Orientierung – anzunehmen. Wir glauben auch, dass er uns aufruft, auf jedwedes Verurteilen von Menschen zu verzichten. Viele LGBT-Personen wurden durch Verurteilung von Christen und Christinnen innerlich verletzt, was wir zutiefst bedauern. Wir können jedoch die Ehe von zwei Menschen gleichen Geschlechts nicht gutheißen. Sie steht nach unserer Überzeugung in tiefem Widerspruch zur biblischen Offenbarung. Jesus bekräftigt (Mt 19, 4) die grundlegende Wahrheit aus dem 1. Mosebuch: Die Ehe ist die Gemeinschaft eines Mannes und einer Frau. ‚Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie von Anfang an als Mann und Frau geschaffen hat?‘.“ Kirchliche Entscheidungen müssten biblisch-theologisch begründet werden und nicht mit gesellschaftlichen Entwicklungen. Der offene Brief ist im Internet zu finden unter https://lkf.ch/sites/default/files/offener_brief_an_die_sek-abgeordneten_1.pdf




Gericht stärkt Rechte von Kriegsdienstverweigerern

Die von der Bundeswehr geforderten Beträge seien meist sehr hoch und die Zahlungen würden oft sofort verlangt, so die EAK. Für die Betroffenen wäre dies, nicht zuletzt nach einem oft sehr schwierigen Verfahren zur Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer, eine weitere Belastung. Drohende hohe Rückzahlungen dienten bereits vor Antragstellung auf Kriegsdienstverweigerung als Abschreckung, diesen Schritt zu gehen, meint der evangelische Friedensverband.

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) begrüße es deshalb, wenn Gerichte ehemaligen Soldatinnen und Soldaten Recht geben und zu hohe Forderungen und die Rückzahlungsbedingungen in einen realistischen Rahmen brächten. So zuletzt geschehen im September 2019 am Verwaltungsgericht Halle/Saale, wo die Richter eine fehlerhafte Berechnungsgrundlage erkannt hätten und einen neuen Leistungsbescheid für den Betroffenen verlangten.

Trotz rechtskräftigem Urteil verlangt die Bundeswehr noch mehr Geld
Der Kläger in diesem Verfahren war ehemaliger Soldat und anerkannter Kriegsdienstverweigerer, der bei der Bundeswehr ein Studium absolviert hatte, so Rechtsanwalt Steven Selvanayagam von der Kanzlei Korzus und Partner in Bremen, der den Mann juristisch begleitete. Nach dem Studium verließ der Soldat die Bundeswehr vorzeitig nach erfolgreichem Antragsverfahren auf Kriegsdienstverweigerung und wurde im Anschluss durch einen Leistungsbescheid aufgefordert, die entstandenen Studienkosten zurückzuzahlen. Daneben wurden Stundungszinsen für die Ratenzahlung erhoben.

Im Juni 2015 hob das Verwaltungsgericht Halle/Saale den Leistungsbescheid wie auch den Widerspruchsbescheid der Bundeswehr auf. Wie Rechtsanwalt Selvanayagam erläuterte, gehe aus dem Urteil hervor, dass das Personalamt der Bundeswehr eine zu hohe Berechnungsgrundlage verwendete. Stattdessen habe für Studentinnen und Studenten auch in der Bundeswehr der Höchstsatz der Leistung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAFöG) als Grundlage der Berechnung zu gelten. Seitens der Bundeswehr sei dieses Urteil anerkannt worden.

Es folgte ein neuer Leistungsbescheid durch die Bundeswehr, in dem nun als Berechnungsgrundlage die Sätze der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes herangezogen worden seien, wodurch der ehemalige Soldat eine Summe zu zahlen hätte, die über der Summe aus dem aufgehobenen Leistungsbescheid gelegen habe. Auch diesen Bescheid hoben die Richter nun auf, betonte die Anwaltskanzlei.

Wieder habe das Verwaltungsgericht Halle/Saale festgestellt, dass der erneute Bescheid der Bundeswehr ebenfalls rechtswidrig sei und den ehemaligen Soldaten in seinen Rechten verletze. Im Kern habe das Verwaltungsgericht daran festgehalten, dass die Berechnungsmethode der Behörde nicht ermessengerecht wäre. Insbesondere könne keine neue und höhere Berechnungsgrundlage herangezogen werden, wenn durch ein rechtskräftiges Urteil bereits auf eine rechtlich korrekte Berechnungsgrundlage verwiesen worden sei, so der Bremer Anwalt Selvanayagam.

Darüber hinaus nahm das Verwaltungsgericht Halle/Saale in seiner Entscheidung auch Bezug auf die zu erwägende Härte von Ratenzahlungen, die zu gewähren gewesen wären. Das Gericht beanstandete hier offensichtliche Fehler, die sich einer objektiven Wertung entziehen würden. Die Zahlung in einer Summe hätte, trotz gegenteiliger Ansicht durch die Bundeswehr, die wirtschaftliche Existenz des Betroffenen bedroht. „Für betroffene Kriegsdienstverweigerer ist das ein sehr wichtiges und grundlegendes Urteil“, betonte Rechtsanwalt Selvanayagam.

Sich beraten lassen
Das Urteil zeige erneut, wie wichtig es für betroffene Soldatinnen und Soldaten, die einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen, sei, sich umfassend beraten zu lassen, unterstrich die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden. „Wir empfehlen jeder Soldatin und jedem Soldaten, der oder die aus Gewissensgründen das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung wahrnehmen möchte, vorher dazu Gespräche zu suchen.“ Die EAK helfe gerne auch bei der Vermittlung von Kontakten zu Anwaltskanzleien, die sich hier spezialisiert hätten, informierte Maike Rolf, die Referentin für Kriegsdienstverweigerung bei der EAK in Bonn.

Das Urteil des Verwaltungsgerichtes Halle/Saale vom 24. September 2019 hat das Aktenzeichen 5 A 621/17 HA. Weitere Informationen bei der Anwaltskanzlei Korzus und Partner in Bremen: www.korzus-partner.de




ESSA-Herbsttagung zur Intersektionalität in Friedensau

Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der ThHF diskutieren während des zweitägigen Workshops die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, wie Intersektionalität als analytischer Rahmen im Bereich der Entwicklungsforschung genutzt werden kann. Zum einen soll eine intersektionelle Perspektive die Geschlechterdimension in die oft geschlechterblinde Forschung integrieren, auf der anderen Seite möchte die Tagung durch eine intersektionale Sichtweise dazu beitragen, Geschlecht als binäre Kategorie aufzulösen und die Verbindung von unterschiedlichen Differenzkategorien sichtbar machen. Die Tagungsmoderation obliegt Professorin Dr. habil. Ulrike Schultz, Prodekanin des Fachbereichs Christliches Sozialwesen der ThHF. Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine Einrichtung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Sektion ESSA
Die Sektion ESSA wurde 1972 von der DSG gegründet und trat 1974 während dem 17. Soziologentag in Kassel erstmals als Sektion Entwicklungssoziologie und Sozialanthropologie auf. Die Sektion versteht sich seither als ein Forum für die Diskussion der Soziologie sogenannter Entwicklungsländer, der Soziologie transnationaler Entwicklungsprozesse, von entwicklungspolitischen Fragen sowie für vergleichende sozialanthropologische Studien. Im Vordergrund steht die empirisch fundierte theoretische Reflexion von Veränderungsprozessen. Dazu gehören soziologische Implikationen der Globalisierung und der Transformationsprozesse in Europa. Die zentrale Aktivität der Sektion sind die halbjährlichen Tagungen.




Christliche Konvertiten vor Verfolgung schützen

Der frühere CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder bekräftigte seine im Vorfeld der Pressekonferenz geäußerte Überzeugung: „Deutschland, als Land der Religionsfreiheit, darf Konvertiten nicht in Länder abschieben, wo Christen verfolgt werden.“

Anerkennungsquote seit Juli 2017 halbiert

In einer gemeinsam mit den Partnern „Internationale Informationsstelle für Religionsfreiheit Deutschland“ (IIRF-D) und „Professur für Religionsfreiheit und Erforschung der Christenverfolgung, Freie Theologische Hochschule Gießen“ durchgeführten Erhebung hat „Open Doors“ die aktuelle Situation von Flüchtlingen untersucht, die sich dem christlichen Glauben zugewandt haben. Viele von ihnen würden im Verlauf ihres Asylverfahrens mit dem Vorwurf konfrontiert, ihren Glaubenswechsel nur vorgetäuscht zu haben. Damit würden zuerst sie und genauso auch Pfarrer und Pastoren, die diesen Konvertiten die Ernsthaftigkeit ihres Glaubens bescheinigten, massiv diskreditiert.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellte laut Angaben der an der Erhebung beteiligten Gemeinden vor dem 1. Juli 2017 in 67,9 Prozent der Anhörungen positive Bescheide für Konvertiten aus. Nach diesem Datum sank die Zahl auf 36,3 Prozent. Konvertiten aus dem Iran stellten mit 4.557 Schutzsuchenden die größte Gruppe innerhalb der Erhebung, gefolgt von Flüchtlingen aus Afghanistan und Syrien. Was Konvertiten im Fall einer Abschiebung in ihr Herkunftsland in punkto Verfolgung erwarte, habe nach dem 1. Juli 2017 in immer weniger Entscheidungen des BAMF eine Rolle gespielt. Ihre besondere Gefährdung werde nicht erkannt oder wissentlich übergangen.

Keine einheitliche Rechtsprechung
Laut BAMF werde in den Anhörungen die „Ernsthaftigkeit des Glaubenswechsels“ von Konvertiten geprüft und ermittelt, ob der Glaubenswechsel „identitätsprägend“ sei. Damit solle eingeschätzt werden, ob und wie intensiv Konvertiten nach einer Abschiebung in ihre Heimatländer ihren Glauben praktizieren würden und deshalb von Verfolgung bedroht wären. Laut der Erhebung habe das BAMF 45 Prozent der Konvertiten keinen Schutz erteilt und auch kein Abschiebeverbot ausgesprochen. Fast alle Abgelehnten hätten vor dem Verwaltungsgericht (VG) geklagt, das 63 Prozent der Klagen (zumindest teilweise) stattgegeben habe.

Auffällig sei, dass die Anerkennungsquote von Konvertiten bei den VG je nach Bundesland stark variiere. Beim VG Berlin liege die Quote ähnlich wie in Baden-Württemberg im Durchschnitt bei höchstens 20 Prozent, in Hessen und in manchen östlichen Bundesländern jedoch bei über 80 Prozent. Eine einheitliche Rechtsprechung erfolge nicht.

Kirchliche Bescheinigungen mindern Chancen auf Anerkennung
Legt ein Konvertit eine Bescheinigung seiner Kirche über die Ernsthaftigkeit seines Glaubenswechsels und seiner Glaubenspraxis vor, würden dadurch seine Chancen auf einen positiven Bescheid durch das BAMF sinken. Die von Politik und Behörden oft geäußerte Mutmaßung, der Glaubenswechsel vieler Konvertiten sei nicht echt, stehe in Widerspruch zur Einschätzung der Pastoren und Pfarrer: Im Rahmen der Erhebung bescheinigten sie 88,1 Prozent der schutzsuchenden Konvertiten einen ernsthaften Glaubenswechsel.

Die Erhebung „Schutz für Konvertiten vor Abschiebung in Länder mit Christenverfolgung“ ist im Internet zu finden unter www.opendoors.de/konvertitenbericht




Staffelübergabe im Advent-Wohlfahrtswerk e.V. (AWW)

Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann war Volkmar Proschwitz in leitenden Positionen im Controlling, Finanzen und Personal bei verschiedenen international agierenden Unternehmen tätig, zuletzt als Leiter Controlling Operating eines großen öffentlichen Schweizer Transportunternehmens.

Als überzeugter Christ und Adventist engagiert er sich seit vielen Jahren in der Leitung seiner Ortsgemeinde, in Gemeindeaufbauprojekten und im Fundraising für Entwicklungshilfeprojekte in Zusammenarbeit mit der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA) .

Der Mensch in seinem Wert als von Gott geschaffenes und geliebtes Wesen –unabhängig von Leistung, Schönheit, Erfolg und Herkunft – liegt ihm besonders am Herzen. Die strategische Weiterentwicklung des Mottos „Sozial handeln –wirksam helfen“ in den Einrichtungen des AWW sieht er als eines seiner vorrangigen Ziele. Volkmar Proschwitz ist 53 Jahre alt, verheiratet und hat einen Sohn.

Lothar Scheel hatte die Geschäftsführung des AWW am 01.06.2011 übernommen und trug wesentlich zur gelungenen Neuausrichtung des AWW und dessen Einrichtungen bei, so Werner Dullinger, der Vorsitzende des AWW-Aufsichtsrats. Er dankt Lothar Scheel „ganz herzlich für seinen wertvollen Einsatz sowie für die langjährige, gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Gleichzeitig wünscht er seinem Nachfolger „einen guten Start, viel Freude, Weisheit und Gottes Führung und Segen im neuen Aufgabengebiet“.




Burundi: Adventisten fordern Einmischung der Regierung zu beenden

Pastor Lamec Barishinga, der im November 2018 neu gewählte Kirchenleiter und ehemaliger Finanzvorstand der Adventisten in Burundi, wurde am 24. Oktober bei der Ausreise zur Teilnahme an einem internationalen Treffen von adventistischen Kirchenleitern, verhaftet. Schon im Mai 2019 verhaftete die Regierung 22 Adventisten, darunter auch Pastor Lamec Barishinga, um sie einzuschüchtern, ließ sie aber auf Intervention der adventistischen Weltkirchenleitung nach einigen Tagen wieder frei.

Gespräch mit dem Innenminister von Burundi
Dr. Ganoune Diop, Direktor für Außenbeziehungen und Religionsfreiheit der adventistischen Weltkirchenleitung, leitete vor Kurzem eine Delegation, die vom Innenminister von Burundi zu einer Aussprache eingeladen worden war. Dabei sollten die Meinungsverschiedenheiten beendet werden, wer der gesetzliche Vertreter der Adventisten in Burundi sei. Der Regierungsvertreter habe aber auf seiner Position beharrt. Anschließend sei die Situation eskaliert, weil der Staat den aus seiner Funktion enthobenen ehemaligen Kirchenleiter unterstützt habe, so Diop.

Weltkirchenleiter schreibt seelsorgerlichen Brief an Adventisten in Burundi
Nachdem es in den letzten Wochen in adventistischen Kirchen in Burundi zu gewalttätigen Übergriffen seitens der Polizei gegen Gottesdienstbesucher kam, schrieb Pastor Ted Wilson, adventistischer Weltkirchenleiter, am 13. Oktober den Kirchenmitgliedern in Burundi einen Brief. Darin sprach er ihnen das Mitgefühl aus und versicherte sie der Solidarität und Gebete der weltweit 21 Millionen Kirchenmitglieder. Er wünschte, dass durch die Gebete „Gott die Herzen derer berührt, die euch Schmerz und Leid zufügen“.

Teilkontinentale Kirchenleitung fordert Ende der Einmischung durch den Staat
Die Ost-Zentralafrikanische Kirchenleitung (East-Central Africa Division) der Adventisten in Nairobi/Kenia schreibt auf ihrer Webseite: „Unter Mitwirkung der lokalen Behörden scheint es eine systematische Welle von Einschüchterungen, Belästigungen und sogar Inhaftierungen von Siebenten-Tags-Adventisten zu geben. Diese Maßnahmen sind ein Versuch, die Adventisten in Burundi zu zwingen, einen ehemaligen Leiter zu akzeptieren, der aus seinem Amt entfernt wurde.“ Ausgewählte Kirchgemeinden seien für wöchentliche Razzien ausgesucht worden, um die Mitglieder einzuschüchtern. Die jüngsten Aktionen zeigten das Niveau des moralischen Verfalls. „Wir hoffen, dass die schändlichen Taten dieser Beamten untergeordneter Dienststufen … schnell ein Ende finden“, schreibt die teilkontinentale Kirchenleitung der Adventisten in Nairobi.

Im Zusammenhang mit den Verhaftungen der 22 adventistischen Kirchenmitglieder im Mai 2019, schrieb Dr. Ganoune Diop: „Die jüngsten Verhaftungen haben deutlich gemacht, dass sich die burundische Regierung in die Entscheidung bezüglich der Leitung der adventistischen Kirche einmischt und gegen die Grundsätze der Religionsfreiheit verstößt. Das ist ein Verstoß gegen die völkerrechtlichen Menschenrechtsverpflichtungen Burundis“.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten beteilige sich weder beim Einsetzen noch beim Absetzen von Regierungen. Der Grundsatz der Trennung von Religion und Staat schließe jede Verwicklung der Adventisten in die Angelegenheiten einer Regierung oder eines Staates aus. Die weltweit 21 Millionen adventistischen Kirchenmitglieder hätten die Freiheit, ihre politischen Vertreter nach ihrem individuellen Gewissen zu wählen, so Diop.

Adventisten in Burundi
In Burundi, einem Land mit 11,5 Millionen Einwohnern, leben laut Jahresbericht 2018 der adventistischen Weltkirchenleitung rund 145.000 adventistische Christen. Sie feiern jeweils samstags, dem biblischen Ruhetag, in 437 Kirchengemeinden und 464 Gruppen Gottesdienst. Sie unterhalten 23 Sekundarschulen mit 5.400 Schülern, 47 Primarschulen mit 22.800 Schülern sowie sechs Kliniken und ambulante Versorgungsstationen.




Neuer Finanzierungsmodus für adventistische Weltkirchenleitung

Finanzstruktur der Siebenten-Tags-Adventisten
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten erhebt keine Kirchensteuer. Sie unterhält ihre Pastoren, Institutionen und Aufgaben durch den biblischen „Zehnten“ sowie weitere freiwillige Gaben. Adventistische Kirchenmitglieder überweisen zehn Prozent ihres Einkommens, den Zehnten, an die Ortsgemeinde. Die Ortsgemeinde schickt den Zehnten zur regionalen Kirchenleitung (Vereinigung), bei der ein Großteil der Zehntengelder bleibt, um ihre Aufgaben, Gehälter der Mitarbeitenden, Missionsprojekte und soziale Leistungen für Pensionierte sowie Beiträge an theologische Ausbildungsstätten zu begleichen. Der Rest der Zehntengelder wird an die überregionale (Union/Verband) sowie an die teilkontinentale Kirchenleitung (Division) weitergeleitet. Die teilkontinentale Kirchenleitung (Division) leitet von ihren Zehnteneinnahmen im Moment zwei, im Jahr 2030 drei Prozent an die Weltkirchenleitung für deren Aufgaben und Betrieb weiter. Diese Erhöhung der Beiträge an die Weltkirchenleitung für zwölf der dreizehn Kirchenregionen sei nicht unumstritten gewesen, berichtet Adventist Review AR, die nordamerikanische Kirchenzeitschrift.

Finanzbericht 2018 der Weltkirchenleitung

Die Finanzlage der adventistischen Weltkirchenleitung sei trotz weltweiter Unsicherheiten im Bereich des Erwarteten, sagte Juan Prestol-Puesán, Finanzchef der Kirche, bei der Präsentation des Finanzberichts 2018. Er danke „in erster Linie“ Gott für seine Segnungen, so Prestol. Die Zehnteneinnahmen der Kirche seien 2018 weltweit um 3,6 Prozent oder knapp 90 Millionen US-Dollar (81 Mio. Euro) auf 2,47 Milliarden US-Dollar (2,2 Mrd. Euro) gestiegen – davon stammten allein 56 Millionen US-Dollar (50,3 Mio. Euro) von den nordamerikanischen Adventisten.

Er erwarte per Ende 2019 ein ausgeglichenes Ergebnis, sofern keine großen zusätzlichen Schwankungen bei den Schlüsselwährungen auftreten und die Haushaltsdisziplin bei den Ausgaben und Mittelzuweisungen an Kirchenregionen beibehalten werde, sagte der Finanzchef bezüglich der aktuellen Finanzlage. Die Ausgaben der Weltkirchenleitung für ihren Betrieb seien zwar um 1,6 Millionen US-Dollar (1,4 Mio. Euro) gestiegen, lägen aber immer noch unterhalb der durch die Arbeitsrichtlinien (Working Policy) für ihren Betrieb bewilligten zwei Prozent der Weltzehnteneinnahmen.

Die Liquiditätssituation sei gut. Das Nettovermögen der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) sei bis zum 30. September 2019 um 1,2 Millionen US-Dollar (1,07 Mio. Euro) gestiegen, was auf Kapitalerträge zurückzuführen sei. Prestol-Puesán schloss den Finanzbericht mit einem Dank an Gott und für die „Großzügigkeit der Mitglieder“.




Adventisten: Stellungnahme zur Abtreibung verabschiedet

Eine Arbeitsgruppe von 26 Personen, darunter sieben Frauen, wurde im September vom Verwaltungsausschuss (ADCOM) der Weltkirchenleitung (General Conference/GC) beauftragt, „einen Entwurf einer einheitlichen Stellungnahme vorzubereiten, die eindeutig auf biblischen Prinzipien basiert, die Unantastbarkeit des Lebens unterstreicht und die außergewöhnlich schwierige Fälle/Anomalien anerkennt, mit denen Frauen konfrontiert sind“, so die Formulierung, über die abgestimmt wurde.

Richtlinie – Stellungnahme

Die Kirchenleiter betonten, das Dokument sei eine Stellungnahme (statement) und keine Richtlinie (guideline) für Einzelpersonen oder kirchliche Einrichtungen. In der kirchlichen Praxis formuliere eine beschlossene Stellungnahme die offizielle Position der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zu einem bestimmten Thema. Richtlinien dagegen böten Orientierungshilfen für die praktische Umsetzung eines bestimmten Themas.

Vor der Verabschiedung dieses Dokuments war noch keine Stellungnahme zur Unantasbarkeit des ungeborenen Lebens erstellt worden. Zuletzt hatte die Kirche 1992 „Richtlinien zur Abtreibung“ herausgegeben. Nach Ted N. C. Wilson, dem Weltkirchenpräsidenten der Adventisten, waren diese Richtlinien aus dem Jahre 1992 jedoch „weitaus enger gefasst bezüglich einer umfassenden Sicht des biblischen Ansatzes zu diesem besonderen Anliegen“.

Wilson erläuterte die Bedeutung einer solchen Stellungnahme für die 21 Millionen Mitglieder umfassende Kirche. Es handle sich um eine offizielle Erklärung. Sie sei nicht Teil der „Gemeindeordnung“. Diese Stellungnahme sei auch nicht für Kirchenvorstände und Mitglieder gedacht, um andere Menschen zu verurteilen. Wilson wandte sich direkt an die leitenden Kirchenvertreter und fügte hinzu: „Bitte informiert und ermutigt unsere Gemeindemitglieder, das zu unterlassen. Es ist eine biblisch begründete Stellungnahme, um nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch uns selbst zu informieren, was uns die Bibel über das Leben sagt.“

Das Dokument

Das Dokument selbst ist eine „Stellungnahme der biblischen Sicht auf das ungeborene Leben und ihre Bedeutung für die [Praxis] der Abtreibung“. Es ist in sechs Abschnitte unterteilt. Diese zitieren größtenteils Texte der Heiligen Schrift zum Wert und zur Unantastbarkeit menschlichen Lebens, Gottes Sichtweise auf das ungeborene Kind als menschliches Lebewesen, der biblischen Lehre, sich um die Schwachen und Verletzlichen zu kümmern und dass Gottes Gnade dem Leben trotz einer durch Sünde und Tod verdunkelten Welt den Vorrang gibt. Abschließend wird festgestellt, dass Abtreibung für die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit dem Plan Gottes für das Leben unvereinbar, aber gleichzeitig eine große Herausforderung sei.

Diskussionsbeiträge

Doug Batchelor, Sprecher und Direktor von „Amazing Facts Ministries“, einem privaten Missionswerk in Nordamerika, war der erste, der sich für die Erklärung aussprach. „Ich lobe Gott, weil die Kirche sich mit diesem Thema beschäftigt. Ich wünschte, wir hätten es früher getan. Die Bibel lehrt, dass das menschliche Leben ein Wunder ist, ein Geschenk der Schöpfung Gottes, das bei der Empfängnis beginnt.“ Batchelor schloss mit den Worten: „Eine klare biblische Aussage über Abtreibung bedeutet nicht, dass wir Menschen verurteilen werden, die anderer Meinung sind.“

Richard Hart, Präsident von Loma Linda University Health, einem medizinischen adventistischen Krankenhausverbund, schätze das Dokument, weil es den Wert des Lebens herausstelle. Hart, ebenfalls Arzt, stellte klar, dass Loma Linda keine Abtreibungen auf Wunsch anbiete, beschrieb aber mehrere kritische medizinische Befunde, bei denen ein Schwangerschaftsabbruch notwendig sein könne. Er betonte die Bedeutung von Formulierungen, die es „dem Arzt und der Mutter ermöglichen, unter diesen schwierigen Umständen die weisesten Entscheidungen zu treffen“.

Andere Delegierte äußerten Bedenken, dass Hinweise auf Erfahrungen mit Vergewaltigung und Inzest fehlten, auf die in den Leitlinien von 1992 Bezug genommen wurde.

Jiri Moskala, Dekan des Theologischen Seminars der Siebenten-Tags-Adventisten an der Andrews Universität, begrüßte das Dokument zwar für seinen Respekt vor dem Leben und den biblischen Prinzipien, machte aber auch Verbesserungsvorschläge. „Diese Erklärung schweigt seltsamerweise über das schmerzhafteste Thema im Zusammenhang mit der Abtreibung, nämlich die Vergewaltigung. Ich hoffe, dass wir kein falsches Signal in unsere Kirchen senden, wenn wir in diesem Dokument das Problem der Gewalt und Vergewaltigung auslassen. Ich denke, Vergewaltigung sollte berücksichtigt werden.“

Die Abstimmung
Nach der Diskussion am Montag (14.10.) entschieden sich die Delegierten für eine Fortsetzung am Mittwoch (16.10.). Das gab dem Ausschuss die Möglichkeit, Kommentare und beantragte redaktionelle Änderungen in die Erklärung aufzunehmen. Kurz vor Mittag wurden die Änderungen am Dokument auf Grundlage der Beiträge und Vorschläge noch einmal vorgelesen. Die „Erklärung zur biblischen Sichtweise des ungeborenen Lebens und seiner Auswirkungen auf die Abtreibung“ wurde mit überwältigender Mehrheit der Delegierten angenommen. Das verabschiedete Dokument kann im Original hier eingesehen werden:

https://news.adventist.org/fileadmin/news.adventist.org/files/news/2019/145G_Statement_on_the_Biblical_View_of_Unborn_Life_and_Its_Implications_for_Abortion.pdf




Adventisten: Hannele Ottschofski „Frau des Jahres 2019“

Ehrung
Mit Ottschofski wurden vier weitere Frauen für ihr Engagement geehrt: Andrea Luxton, Präsidentin der Andrews Universität in Michigan/USA, Carla Baker und Helen Gulfan, beide Abteilungsleiterinnen in überregionalen Kirchenleitungen für den Bereich Frauen und die Autorin Iris Kitching aus der Metro-Region Washington, D.C./USA.

In ihrer Laudatio bezeichnete Denise Hochstrasser, die ehemaligen Abteilungsleiterin für Frauen in der teilkontinentalen Kirchenleitung für West und Südeuropa (EUD), Ottschofski als eine Frau aus der zweiten Reihe, die immer im Hintergrund arbeitete, ausser zu der Zeit, als sie in der Abteilung mithalf. Sie sei eine echte Dienerin, immer bereit, dort einzuspringen, wo es nötig ist, sei es für einen Rat, für Informationen (sie sei immer auf dem Laufenden), für einen Sprecher einzuspringen, zu ermutigen und zu unterstützen, am Klavier zu begleiten oder einen Chor zu organisieren (sie sei eine großartige Musikerin).

Ottschofski diente als Lehrerin, Referentin bei Seminaren und war als Predigerin und Übersetzerin für die Freikirche tätig. Neben ihrer Tätigkeit als Herausgeberin von vier Andachtsbüchern schrieb die ausgebildete Realschullehrerin Artikel, Andachten, Predigten, Schulungsseminare und Bücher. Viele Jahre war sie in den deutschsprachigen Ländern und in der teilkontinentalen Kirchenleitung (Inter-European Division/EUD) für die Frauenabteilung tätig. Sie ist mit einem ehemaligen Pastor verheiratet mit dem sie gemeinsam vier Töchter hat und seit fünzig Jahren in Deutschland lebt.

Viele Jahre lang war sie auch in der Abteilung Frauen in Deutschland und in den D-A-CH organisierten Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz aktiv. Was auch immer sie tat, es sei immer ein Dienst für andere, besonders für Frauen, einschließlich ihrer eigenen vier Töchter gewesen, so die Laudatorin. Es sei sehr interessant, ihr zuzuhören, ob beim Predigen, Sprechen, Unterrichten, Diskutieren, bei großen Versammlungen oder Meetings in kleinen Rahmen.

Autorin mit Vision
In ihrer Biographie „Das Hemd meines Vaters“ beschreibt sie sich als Helferin an der Seite ihres Pastoren-Ehemannes. Gemeinsam arbeiteten sie für die Gemeinden, denen sie beide in der Mission und später in Europa auf verschiedenen Ebenen der kirchlichen Organisation dienten. In ihrem neusten Buch „Mit am Tisch“ behandelt sie das umstrittene Thema „Frauen in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten“ aus geschichtlicher und geistlicher Sicht. Ihr Wunsch ist klar: Frauen sollten am selben Tisch sitzen wie Männer, Seite an Seite handeln, jede mit ihren eigenen Gaben, aber mit demselben Wert und Respekt und auch mit demselben Verantwortungsauftrag.

Frau des Jahres 2019
Hannele Ottschofski sei eine sehr starke Frau, immer unterstützend, immer ermutigend. Viele Frauen wären nicht das, was sie heute sind, wenn es Hannele Ottschofski nicht gegeben hätte. Mit Hannele Ottschofski erhielt eine Frau aus der zweiten Reihe am 14. Oktober 2019 einen Platz in der ersten Reihe und wurde von der Weltkirchenleitung als „Frau des Jahres 2019“ geehrt.




Adventistisches Seniorenheim Uelzen feiert 50-jähriges Bestehen

Festgottesdienst
Im Rahmen eines Festgottesdienstes für die Bewohner am Samstagmorgen betonte der Präsident der regionalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Niedersachsen und Bremen, Pastor Ralf Schönfeld, den Gedanken der Barmherzigkeit. Über Jesus meinte er, wenn es um Barmherzigkeit ginge, kannte er keine Gnade. Er hätte getan, was den Menschen guttat. Ein Seniorenheim biete die größte Gelegenheit, Zuwendung und Barmherzigkeit zu schenken. Am Nachmittag begeisterte Konzertpianist Ronny Kaufhold mit Werken von Bach, Chopin, César Franck und zuletzt Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“.

Festakt
Am Sonntagmorgen waren Mitarbeiter, Partner und Gäste eingeladen, einen Rückblick auf die fünf vergangenen Jahrzehnte zu werfen. Außergewöhnlich war, dass der erste Heimleiter mit seiner Frau anwesend sein konnte. Der bereits 92-jährige Herbert Wagner berichtete eindrucksvoll von den bescheidenen Anfängen. Man habe sich eher als Heimleiter-Eltern verstanden und Hausfrauen als erstes Pflegepersonal beschäftigt.

Rückblick
Mit einem geschichtlichen Rückblick ließ der Präsident der überregionalen Kirchenleitung für Nord- und Ostdeutschland, Pastor Johannes Naether, Vergangenes noch einmal Revue passieren. Bereits 1960, so seine Ausführungen, sei nach einem geeigneten Grundstück für ein Altenheim gesucht worden. Fünf Jahre später sei dann der Beschluss zum Erwerb des Grundstücks Waldstr. 1 gefasst worden. In einer Bauzeit von 19 Monaten und 11 Tagen sei das Baugeschehen abgeschlossen und ein Haus mit 100 Betten errichtet worden. Am 1. Oktober 1969 war dann Betriebsbeginn mit insgesamt 95 Personen, davon 82 Frauen und 13 Männer und 4 Ehepaare. Das Durchschnittsalter lag bei 76,1 Jahren.

Unvermeidliche Brandschutzmaßnahmen und auch der Blick auf die beginnende Pflegeversicherung machten Mitte der 90er Jahre unbedingt notwendige bauliche Veränderungen erforderlich, die mit 8 Millionen D-Mark zu Buche schlugen. Schließlich entschied man sich aber für einen Neubau an jetziger Stelle mit Gesamtfinanzierungskosten in Höhe von 18,4 Millionen D-Mark. In diesen Bau wurde Ende November 2002 mit nun 114 Plätzen umgezogen, 16 davon in einem geschützten Bereich für dementiell erkrankte Menschen.

Heute gehören zum Campus ein Seniorenheim, ein Gemeindehaus, das Uelzener Hospiz und ein Wohnhaus für Senioren, die bei Bedarf Unterstützung erhalten können. Geschäftsführer Georg Remmert wies darauf hin, dass das Haus jedem offen stehe, nicht nur Mitgliedern der Freikirche. Naether schloss seinen Rückblick mit den Worten: „Wo Menschen von einer Idee vom Evangelium getrieben sind, da finden sich Wege. Gott ist mit uns, dafür danke ich.“

Advent-Wohlfahrtswerk
Ein Jahr vor Inbetriebnahme wurde der Verein „Advent-Wohlfahrtswerk Altenheim Uelzen e.V.“ als Trägerverein des Seniorenheims gegründet. Das Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) ist das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und unterhält in Deutschland neben vier Seniorenheimen Kindergärten, Schulen, Beratungs- und Betreuungseinrichtungen und Hospize. Als Gründungspartner der Initiative „Gemeinsam für Flüchtlinge“ leistet der AWW seinen Beitrag zur Integration von geflüchteten Menschen in Deutschland. Der geschäftsführende Vorsitzende des AWW, Lothar Scheel, verwies auf die Gründung des christlichen Hilfevereins vor 120 Jahren. Den Gründern sei es damals darum gegangen, sich um die Armen und Elenden zu kümmern. Getrieben habe sie dabei die Vorstellung, Werke der Barmherzigkeit zu tun, um zu zeigen, dass es ihnen ernst war mit dem christlichen Glauben. Seit 2017 ist der Träger in die „Advent-Wohlfahrtswerk Seniorenheim Uelzen gGmbH“ umbenannt.

Gäste und Danksagungen
Propst Hagen vom evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Uelzen mit dem benachbarten Heilig-Geist-Stift sprach als erster der geladenen Gäste. Er bestätigte dem Seniorenheim einen guten Ruf. Es sei eine Erfolgsgeschichte, auf die die Träger stolz sein könnten. Landtagsabgeordneter Jörg Hillmer ließ die Anwesenden wissen, dass der Staat Nächstenliebe nicht organisieren könne und er deshalb froh sei, dass es solche Einrichtungen gebe. Der Bundestagsabgeordnete Henning Otte betonte, der Beruf der Pflegekraft müsse attraktiver und entsprechend entlohnt werden. Beide CDU-Politiker unterstrichen die christliche Nächstenliebe und Wärme als Grundlage des sozialen Handelns, die allerdings auch mit viel Kraft einhergehe.

Für ihren Dienst im Seniorenheim wurden besonders das Heimleiter-Ehepaar Herbert und Gisela Wagner, der technische Leiter Erich Schillberg und der erste Chefkoch Dieter Burvelit geehrt. Sie seien alle Mitarbeiter der ersten Stunde und hätten mit ihrem langjährigen Dienst zum Erfolg der Einrichtung beigetragen. Unter den Aufmerksamkeiten befand sich auch ein Arbeitsbuch mit dem Titel: ProBuch. Es enthält themenorientierte Texte und ist als Arbeitsbuch für Bewohner und Mitarbeiter solcher sozialen Einrichtungen gedacht. Gemeinsam mit den Leitern des Seniorenheims Neandertal bei Düsseldorf hat Herausgeber Manuel Bendig ein Werk publiziert, das zum Nachdenken über Themen von A wie Abend bis Z wie Zukunft anregen möchte.

Jubiläumsfest
Am Nachmittag ab 14 Uhr war auf der Wiesenfläche ein Zelt für ein Gospelkonzert aufgestellt. Im Haus selber gab es verschiedene Führungen und Stationen zum Thema „Alt werden“. So konnte man an einer Stelle erleben, wie beschwerlich es einem im Alter von achtzig Jahren beim Gehen, Sehen und Schreiben geht. Weitere Informationen zu AWW und Seniorenheim unter www.aww.info




HopeTV: Themenwoche „Lebenswert – Meine Familie“

„Fathers“
Judith Olsen, PR-Redakteurin beim Medienzentrum HopeMedia berichtet über verschiedene Formate, die in dieser Themenwoche über den Sender HopeTV laufen werden. So hat am Sonntag, 20.10.2019 um 20:15 der Film „Fathers“Premiere. Hier handelt es sich um eine neue Dokumentation über das Vatersein als Serie und Film. Gleich danach wird die erste Folge von „FATHERS. My Story“ um 21:00 Uhr ausgestrahlt. Im Film und in der Serie geht es um sechs Väter, sechs Kulturen und sechs Lebensweisen. Es gibt eine gemeinsame Erfahrung: Das Vatersein. Die Väter leben über die ganze Erde verstreut in Korea, Spanien, Südafrika, Australien, Kuba und im Libanon. Der 45-minütige Film wird aus der Perspektive der Kinder erzählt. Sie stellen ihre Väter vor, was sie ausmacht und wie ihre Beziehung zu ihnen ist. In den jeweils etwa fünf Minuten langen Episoden von „FATHERS. My Story“ erzählt jeweils einer der Väter, was für ihn das Schönste und was das Herausforderndste am Vatersein ist. Jeden Abend um 21:00 Uhr gibt es in der Themenwoche eine neue Folge von „FATHERS. My Story“.

Beziehungskiste
Im neuen TV-Talk mit Anja Wildemann, der ab dem 21. Oktober um 20:15 Uhr auf HopeTV läuft, dreht sich alles um die Themen Partnerschaft, Familie und Beziehung. Los geht es am ersten Montag der Themenwoche mit der Folge „Gemeinsam wachsen – Ich werde am Du zum Ich“. Weitere Sendungen folgen an jedem Abend der Themenwoche, jeweils um 20:15 Uhr. Ab dem 13. November werden 14-tägig neue Folgen am Mittwochabend ausgestrahlt.

„Beziehungskiste“ ist eine persönliche, offene, ehrliche Serie, die der Realität ins Auge blickt, Mut macht und nicht an Hoffnung, Witz und Direktheit spart. Es kommen sowohl Betroffene (z.B. Eltern, die ein Kind verloren haben) als auch Experten (z.B. Psychotherapeuten) zu Wort. Eine positive, ganzheitliche und werteorientierte Ausrichtung bildet die Grundlage der Gespräche.

Die Serie „Beziehungskiste“ ist für all diejenigen interessant, die ihren Beziehungen mehr Tiefe und Qualität geben wollen; die Probleme angehen und beheben wollen; die für Beziehungen, die gut gelingen, dankbar sein wollen. Jeder ist aufgerufen, sich mit seinen persönlichen Beziehungen ganz konkret auseinanderzusetzen.

Fribos Dachboden
Das ist die Kindersendung auf HopeTV mit dem Holzwurm. Er entdeckt auf seinem Dachboden eine Menge spannender Sachen. Dabei dürfen die Geschichte aus der Bibel, der Basteltipp und noch manches mehr natürlich nicht fehlen. In der Themenwoche geht es bei Fribo um die Themen Geschwister, Scheidung, Patchwork und Familienzeit.
Nachgefragt
Bei diesem Talkformat geht es geht es um das Leben als Single, um Kinderreichtum oder darum, keine Kinder zu haben, um Familienfeste, den Spagat zwischen Arbeit und Familie und das Thema „Mama-Sein in Gottes Augen“.
Die Bibel – das Leben
In der bekannten Talkrunde über biblische Themen dreht sich ebenfalls alles um den Bereich Familie. Dr. Winfried Vogel, der Moderator der Sendung, wird wieder mit Gästen ins Gespräch kommen und Impulse aus dem Wort Gottes entdecken.

HopeTV

Die Themenwoche ist eine gemeinsame Aktion von HopeTV und den Verlagen der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Sender HopeTV gehört zur internationalen Senderfamilie Hope Channel, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht. Weitere Informationen zur Themenwoche hier: http://bit.ly/35KP944.




Friedensau: Graduierung und Beginn des Studienjahres 2019/20 an der Hochschule

Urkunden und akademische Grade
35 Studierende aus den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie nahmen in einem feierlichen Rahmen in der Kapelle Friedensau ihre Urkunden und akademischen Grade entgegen. Verliehen wurden der Bachelor of Arts in Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Soziale Arbeit und Theologie sowie der Master of Arts in Counseling, Musiktherapie, International Social Sciences, Theologie und Theological Studies. Die Studierenden kamen aus Deutschland, Ghana, Mexiko, Myanmar, Nigeria, Russische Föderation, Serbien, Tschechien, Ukraine, Ungarn und USA. Einige werden auf dem Campus bleiben und ihre Studien fortsetzen, andere gehen wieder in ihre Ursprungsländer zurück.

Förderpreise nach Afrika
Wie bereits in den vergangenen Jahren, so wurden auch diesmal wieder zwei Förderpreise für aussergewöhnliche Leistungen während der Graduierungsfeier verliehen. Den Förderpreis der Sparkasse Jerichower Land für besonderes soziales Engagement erhielt Danile Akpene Ayitey aus Ghana. Nancy Nduta Wanja aus Kenia erhielt den diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes e.V. (DAAD) für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender.

Festansprache
Die Festansprache an die Graduierenden hielt Dr. Michael Lehmann, Abteilungsleiter Hochschulen, Wissenschaft und Forschung im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt. Er kam in Vertretung von Minister Armin Willigmann. Der ausgebildete katholische Theologe ermutigte die Studierenden, neugierig zu bleiben. Ausgehend vom ontologischen Gottesbeweis Anselms von Canterbury sei das Wissen in Anbetracht jahrtausendalter Wissenschaft aber immer noch kleiner, als das Nichtwissen. Dieses Nichtwissen sei aber kein Grund zum Verzweifeln.

Postkartenausstellung
Bereits zu Beginn des Wochenendes wurde am Freitag in der Kulturscheune eine Ausstellung einer privaten Sammlung von Postkarten mit Motiven aus 120 Jahren Friedensau eröffnet. Die Exponate unter dem Motto: „Friedensau – von der Klappermühle zur Hochschule“ gehören zum größten Teil Sammler Armin Richter aus Mittweida. Die Karten geben einen Einblick in die Entwicklung des Ortes Friedensau vom ausgehenden 19. bis ins 21. Jahrhundert und sind gleichzeitig Dokumente einer sich wandelnden Druckkunst. Noch bis zum 27. Oktober jeweils sonntags von 14 bis 16 Uhr kann die Ausstellung besichtigt werden.

Konzert zur Studienjahreseröffnung
Das Konzert zur Studienjahreseröffnung am 12. Oktober 2019 war dieses Mal ein ganz besonderes: ein Klezmer-Konzert. Klezmer ist ein jiddisches Wort, Klezmer ist Volksmusik in der Tradition osteuropäischer Juden. Das Ensemble „Shpil, Klezmer, Shpil!“ aus Mönchengladbach, bestehend aus sechs Musikern, die auch ein so ungewöhnliches Instrument wie das Schofar beherrschten, bezog die Zuhörer in der vollbesetzten Kulturscheune Friedensau schon mit dem ersten Lied in ihr fröhliches Spiel ein. Die Auswahl an Songs war vielfältig, erinnerte aber mit jeder Melodie an die typischen traurig-fröhlichen Klänge des Klezmer: „El haderech“, „Ani ole Lirushalayim“ oder „O Lulle Lulle – Fuli Chaj“.

Vortrag zum 150. Geburtstag von Gandhi
In Erinnerung an eine besondere Persönlichkeit der Weltgeschichte, den am 2. Oktober 1869 in Porbadar/Indien geborenen Mohandas Karamchand Gandhi, hielt Dr. Johannes Hartlapp am 13. Oktober 2019 in der Bibliothek einen Vortrag mit dem Titel: „Gandhi: Widerstand ohne Gewalt?“ Er gilt als der Initiator der gewaltlosen Befreiung Indiens von der britischen Kolonialherrschaft. Sein Vater war Premierminister des indischen Teilstaates Porbadar; damit gehörte seine Familie zur Oberschicht, die als praktizierende Hindus Gewaltlosigkeit lebte. Gandhi organisierte Streiks gegen die Kolonialregierung und Boykotts gegen Importwaren. Der „Salzmarsch“ von 1930 ging in die Geschichtsbücher ein: als ein Protest gegen das britische Salzmonopol. Unter Gandhis Führung erreichte Indien am 3. Juni 1947 die Unabhängigkeit. Gandhi wurde 1948 von einem Nationalisten erschossen.

Stefan Höschele zum Professor berufen
Im Rahmen der Veranstaltungen zur Eröffnung des Studienjahres am 7. Oktober 2019 begrüßte der Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau (ThHF), Prof. Roland Fischer, nicht nur die neuen Studierenden und das Kollegium. Mit herzlichen Glückwünschen überreichte er auch dem Dekan des Fachbereiches Theologie und Dozenten für Systematische Theologie Stefan Höschele, Ph.D. (University of Malawi), die Berufungsurkunde zum Professor für Systematische Theologie und Adven¬tismus-Studien an der ThHF. Höschele ist seit 2003 als Dozent an der Theologischen Hochschule Friedensau tätig und lehrte zuvor sechs Jahre am Tanzania Adventist College (heute University of Arusha). Seine 2017 verteidigte Habilitationsschrift, eingereicht an der Karls-Universität Prag, entwirft eine Theorie interkonfessioneller Beziehungen, bei der die Vielfalt und Logik von Beziehungsmodellen im Mittelpunkt stehen und illustriert diese Theorie mit der Geschichte adventistischer Kontakte und Konflikte mit anderen Kirchen. Gegen¬wärtig forscht er zu mehreren Themenfeldern im Bereich der Ethik.

Theologische Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht B.A.- und M.A.-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs ‚Deutsch als Fremdsprache‘ belegt werden. Über 30 Nationen sind auf dem Campus vertreten. Studieninteressierte können sich zu Schnuppertagen anmelden und das Leben im Hörsaal und auf dem Campus kennenlernen: https://www.thh-friedensau.de.




Die Zahl der Hungernden steigt wieder

Am stärksten von Hunger gefährdet seien Kinder bis zur Vollendung des fünften Lebensjahres. Das Entwicklungsdefizit durch Fehl- und Unterernährung belaste die Kinder ein Leben lang. Laut Feststellung der FAO wären 2018 knapp 200 Millionen Kinder unter fünf Jahren unterernährt oder unterentwickelt gewesen. Dazu kämen noch einmal 20 Millionen Babys mit zu geringem Geburtsgewicht.

Den insgesamt 821,6 Millionen Menschen, die an Hunger leiden, stünden zwei Milliarden übergewichtige Menschen gegenüber. „Während wir in Deutschland Lebensmittelverschwendung bekämpfen, leiden weite Teile von Afrika und Asien unter Mangel- oder Unterernährung. Ursachen für Hunger sind Naturkatastrophen, Krieg und wirtschaftliche Unsicherheit. Die Ressourcen auf der Welt sind ungleich verteilt“, so Christian Molke, Geschäftsführer der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland. Am dramatischsten sei die Lage in Ostafrika. Dort wäre bis zu einem Drittel der Bevölkerung unterernährt. Die zahlenmäßig meisten unterernährten Menschen lebten in Asien.

Hunger trifft die Armen, egal wo

„Hunger, Mangel- und Unterernährung sind bei weitem kein Phänomen, das nur den globalen Süden trifft. Immerhin acht Prozent der Bevölkerung in Nordamerika und auch in Europa hat keinen Zugang zu ausreichender Nahrung“, betonte Christian Molke anlässlich des Welternährungs-/Welthungertags am 16. Oktober.

ADRA Deutschland unterstütze Menschen bei der Versorgung mit Lebensmitteln in Kambodscha, Laos, Äthiopien, Burundi, Burkina Faso, Kenia, Mali, Somalia und Peru. Die Hilfe sei dabei sehr unterschiedlich. So helfe ADRA in Peru durch marktwirtschaftliche Anreize, in Kambodscha würden Familien mit Hausgärten unterstützt und in Burkina Faso, eine der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen der Erde, gelte es die Bauern in angepassten landwirtschaftlichen Techniken, Wasser- und Bodenkonservierung, Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, Vermarktungstechniken sowie in Ernährungspraktiken zu schulen.




Adventisten: Weltkirchenleitung verwarnt Norddeutschen Verband

Der überregionalen adventistischen Kirchenleitung für Nord- und Ostdeutschland (NDV) wird vorgeworfen, Maßnahmen ergriffen zu haben, die nicht in Übereinstimmung mit dem Regelwerk der Weltkirche (Working Policy) stünden: Der NDV ordiniert seit 2016 keine Pastoren mehr für den weltweiten Dienst, sondern „segnet“ lediglich seine Angestellten für den pastoralen Dienst unabhängig von ihrem Geschlecht. Diese „Segnung“ entspricht einem Verfahren, das in den Richtlinien der Weltkirchenleitung (Working Policy) aufgeführt wird. Während die Ordination weltweit gilt, bleiben die mit der Segnung verbundenen Vollmachten auf diejenigen Gebiete beschränkt, die diese ebenfalls praktizieren. In der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist die Ordination lediglich männlichen Geistlichen vorbehalten.

Weitere Verwarnungen aufgrund der Ordinationsfrage

Neben dem NDV wurden auch die adventistischen Kirchenleitungen in Dänemark, Norwegen und Schweden mit 164 Ja- zu 124 Nein-Stimmen verwarnt („Warned“). Ebenso die US-amerikanischen überregionalen Kirchenleitungen „Columbia Union Conference“ und „Pacific Union Conference“, auf deren Gebiet auch Frauen entgegen der Beschlusslage der adventistischen Weltsynode ordiniert werden (190 Ja- zu 94 Nein-Stimmen). Grundlage dieser Vorgehensweise ist das umstrittene Verfahren bei Regelverstößen, das 2018 vom GC-ExCom verabschiedet wurde (siehe apd.info vom 15.10.2018)

Stellungnahme deutscher Kirchenleiter
Johannes Naether, Präsident des NDV, teilte mit, er halte die Verwarnung für nicht gerechtfertigt. Der NDV hätte vielmehr eine Regelung gefunden, die versuche, in Konformität mit den Beschlüssen der Weltkirche auch dem Anliegen der Gleichberechtigung von Mann und Frau Rechnung zu tragen. „Ich kann nicht verstehen, dass wir dafür nun verwarnt werden“, so Naether.

Der Präsident der Adventisten in Süddeutschland (Süddeutscher Verband, SDV), Werner Dullinger, äußerte sich ebenfalls kritisch: die Verwarnung sei nicht gerechtfertigt, da es in der Working Policy keinen Zwang zur Ordination gebe. Ferner sei das Verfahren für die Verwarnung nicht den 2018 abgestimmten Regularien entsprechend gewesen. Zusammen mit den zuständigen Gremien werde man prüfen wie damit umzugehen sei und ob und in welcher Form dagegen Einspruch erhoben werden kann. „Besonders bedauerlich empfinde ich, dass dieser Beschluss keinen hilfreichen Beitrag zur Einheit der Kirche und zum Fokus auf die Mission der Kirche darstellt“, so Dullinger.




Advent-Verlag Lüneburg jetzt auch bei Amazon

Advent-Verlag über Onlinehandel
Der Advent-Verlag Lüneburg geht mit dem Schritt, seine Literatur nun auch über Amazon zu vertreiben, einen neuen Weg. „Neue Bücher werden oftmals zuerst im Internet entdeckt. Amazon ist als weltweit größter Onlinehändler für viele Literaturinteressierte die erste Anlaufstelle, um sich über ein Buch zu informieren und deshalb auch für uns relevant“, so Jessica Schultka, Verlagsleiterin des Advent-Verlags Lüneburg. Nach ihren Angaben möchte der Advent-Verlag durch den neuen Vertriebsweg zum einen seine Präsenz auch außerhalb der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten stärken und zum anderen seinen Kunden einen noch besseren Service bieten.

Literatur für ein Leben mit Zukunft

Der adventistische Traditionsverlag, der im nächsten Jahr sein 125-jähriges Jubiläum feiert, geht vorerst mit zehn Buchtiteln in den Verkauf bei Amazon. Hierfür seien Bücher ausgewählt, die einen christlich-adventistischen Hintergrund haben und auch ansprechend für ein christlich interessiertes Publikum sind. Unter dem Motto: „Literatur für ein Leben mit Zukunft“ seien deshalb im Portfolio die beliebten Bücher von Hans-Otto Reling, PsalmBerührungen Band 1 und 2 sowie das Trostbuch zu finden. Aber auch spannende Biografien, wie Eva Pauls Weder Tod noch Leben oder Traumberuf Popstar von Naomi Striemer seien dabei. Natürlich würden auch Klassiker, wie Unfassbar! oder Wachsen in der Liebe nicht fehlen. Für den Bereich Kinder- und Jugendliteratur habe der Verlag zudem die kunterbunten Kinderbücher von Katrin Grieco Wenn Frösche Feste feiern und Von Fröschen und Pharaonen sowie den spannenden Jugendroman Summer Fades der australischen Autorin Amanda Brews ausgewählt.
Mit der Präsenz bei Amazon stehe dem Verlag nicht nur ein neuer Vertriebskanal zur Verfügung, sondern auch ein neuer Weg, um ein breiteres Publikum mit christlich-adventistischer Literatur anzusprechen.

Traditionsverlag seit 125 Jahren

Seit 1895 ist der Advent-Verlag Lüneburg der offizielle Verlag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Mit den Publikationen bietet er den Lesern Orientierung in Sinn- und Lebensfragen und spricht sie ganzheitlich und generationsübergreifend an. Der Verlag will dazu anregen, über Gott nachzudenken und den biblischen Glauben authentisch im Alltag zu leben. Indem die Redakteurinnen und Redakteure Worte schaffen, die bleiben, so eine Pressemitteilung, wollen sie Glauben nachhaltig fördern, vertiefen und begleiten.




Norwegen: Landesbeste Schüler an adventistischer Schule

Die Abschlussklasse der adventistischen Tyrifjord Schule hatte einen Wert von 5,22 in einem Bewertungssystem, wobei 6 die beste Note darstellt. „Die Schüler in der Klasse waren eine eingespielte Gruppe, die sich gut kannte“, sagt Susan Ursett, Schulleiterin der Schule. Sie sei stolz auf das gute Ergebnis, wies jedoch darauf hin, dass solche Spitzenergebnisse in kleinen Klassen oft leichter zu erreichen sind. „Es besteht kein Zweifel, dass in der kleinen Klasse eine sehr gute Lernatmosphäre herrschte“. Für Ursett gäbe es drei wichtige Faktoren, die zu dem guten Ergebnis beitrugen: die Schüler waren hoch motiviert, sie hatten ausgezeichnete Arbeitsgewohnheiten und gute Lehrer.

Die Adventistische Tyrifjord Schule ist mit 52 Schülern und zehn Lehrern eine von 11 Bekenntnisschulen in ganz Norwegen. Weitere Möglichkeiten für höhere Bildung stellt das Tyrifjord Junior College dar. Als Internatseinrichtung betreut das College Studenten aus dem ganzen Land.




Adventisten entsetzt über Terrorangriff in Halle

„Der versuchte Terrorangriff auf die zum Versöhnungstag Jom Kippur versammelte jüdische Gemeinde in Halle/Saale am 9. Oktober macht uns fassungslos. Wir sind entsetzt über diese Gräueltat. Unsere Gedanken sind bei unseren jüdischen Glaubensgeschwistern in Halle, denen dieses Attentat galt. Als adventistische Christinnen und Christen stehen wir an ihrer Seite“, teilte der Bundesbeauftragte für Flüchtlings- und Integrationshilfe im Advent-Wohlfahrtswerk (AWW), Michael Götz, in einer Erklärung mit. Das AWW ist das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

Adventisten verurteilten jede Form von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, betonte Götz. Das abscheuliche Verbrechen von Halle sei ein Angriff auf uns alle, auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, auf Religionsfreiheit und die Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen. „Unsere Gedanken sind auch bei den Menschen, die Opfer dieses Verbrechens geworden sind. Wir trauern mit den Angehörigen und bitten um Genesung für die durch diese Tat an Leib und Seele verletzten Menschen“, so der Bundesbeauftragte für Flüchtlings- und Integrationshilfe des AWW.

Die Erklärung zum Terrorangriff auf die jüdische Gemeinde in Halle/Saale ist im Internet zu finden unter aww.info.




Brasilien: Schüler wollen 30.000 Baumsetzlinge pflanzen

Schüler der adventistischen Posse Schule in Goiás, Brasilien, haben kürzlich im Rahmen des Projekts „nachhaltige Schule“, einer Initiative des adventistischen Bildungsnetzwerks im Mittleren Westen Brasiliens, über 300 Ipê-Baumsamen auf dem Schulgelände gepflanzt. Diese besondere Initiative legt den Schwerpunkt auf den Umweltschutz.

Daten des nationalen Instituts für Weltraumforschung (INPE) zeigen, dass von August 2018 bis Juli dieses Jahres 6.798 Quadratkilometer des Amazonas abgeholzt wurden. Das entspricht etwa der 2,5 fachen Größe des Saarlandes. Eine weitere Statistik, die auf der Website der GreenInitiatives vorgestellt wurde, zeigt mit Hilfe eines CO2-Rechners, dass die Kohlendioxidemissionen in Brasilien derzeit 7,85 Tonnen pro Jahr und Einwohner entsprechen.

Der Ipê-Baum wurde gewählt, weil er effektiv CO2 eliminiert und leicht zu pflanzen ist. Neben der Posse Schule beteiligen sich 36 weitere Schulen der Freikirche in der Region an dem Programm „nachhaltige Schule“. Ihr Ziel ist es, 30.000 Setzlinge zu pflanzen.

Der Umweltminister der Stadt Goiás, Cesar de Abreu, genehmigte die Initiative und besuchte die Schule. Der städtische Forstingenieur Tamiles Rodrigues half den Schülern, die Samen zu pflanzen.

Anreiz zur Pflege
Daniel Pereira, der Leiter der Posse Schule, betont, dass hier praktische Ausbildung geboten und das Umweltbewusstsein geschärft würde. „Die Schüler sind begeistert und es war sehr schön, wie sie sich gefreut haben, die Setzlinge in den Boden zu pflanzen“, sagte er. „Sie haben mich gefragt, ob auch sie dazu beitragen würden, die Welt zu verbessern. Von nun an werden wir einen Zeitplan für alle Klassen erstellen, um die Bewässerung und das Wachstum der Samen zu verfolgen, bis sie die ideale Größe haben, um schließlich in die Erde verpflanzt zu werden.“

„Vom ersten Moment an, als das Projekt angekündigt wurde, haben wir uns vorgenommen, mitzumachen und in der Stadt bekannt zu machen“, fügt Pereira hinzu. „Also haben wir Partner gesucht. Diese waren leicht zu finden, weil die Thematik in der Region und weltweit große Bedeutung hat.“

Ipê-Setzlinge wurden entsprechend der Anzahl der Schüler und Mitarbeiter an jeder Schule verteilt und in der Woche vor dem Baumtag, der am 21. September gefeiert wurde, gepflanzt. Mit der Aussaat von 30.000 Samen wird geschätzt, dass 4.750 Tonnen Kohlendioxidemissionen aus der Umwelt eliminiert werden.

Die Posse Adventist School allein hofft, in Zusammenarbeit mit dem Geschäftsmann Ivon Valente, dem Inhaber von Rádio Cultura FM, das Projekt fortzusetzen und bis Ende 2020 über 5.000 Setzlinge zu pflanzen.




Berlin: Interreligiöse Ausstellung zum Monat der Diakonie im Rogate-Kloster

Der Fotograf Arne Schulz hatte für das Ausstellungsprojekt im Sommer an der Nordsee verschiedene Orte religiöser Praxis aufgesucht und seine Eindrücke mit beeindruckenden Bildern festgehalten. Beispielsweise ist das Leben von Schwestern des Schönstattordens, einer buddhistischen Meditation, vietnamesische Migranten im Gebet und die Fußwaschung bei den Siebenten-Tags-Adventisten zu sehen. Texte beschreiben zudem Alltag, Ritus, Orte, Kleidung, Klang und Leben der verschiedenen Glaubenswelten.

Es sei berührend und mutmachend, so Miguel-Pascal Schaar, der Geschäftsführer des Religionenhauses in Wilhelmshaven, wo die Ausstellung in veränderter Form einen Monat vorher gezeigt wurde, wie Menschen verschiedenen Glaubens sich im Kontext der Ausstellung begegnen und voneinander lernen. „Es tut gut, zu sehen, wie Menschen sich offen und lebendig auf den Weg machen, gute neue Wege des Miteinanders zu beschreiten.“

Hinter der Initiative steckt die Idee, dass Religionen zum gesellschaftlichen Frieden und zur Integration beitragen. Das Wissen über die eigene religiöse Heimat sowie über den Glauben der anderen hilft gegen Vorurteile und Fehleinschätzungen. Die Ausstellung soll dazu beitragen, dass mehr Menschen mehr über andere Menschen wissen und so ein respektvoller Umgang befördert wird. Die Ausstellung soll unterstützend zur Religionsfreiheit und zum garantierten Recht unserer Verfassung beitragen, die Religion frei zu leben.

Zusätzlich wird als Teil des Projektes „(M)eine Sicht auf Wilhelmshaven“ gezeigt. Das integrative Bilderprojekt von Migranten und länger dort lebenden Menschen geht der Frage nach, wie verschieden Menschen ihre zum Teil neue Heimat sehen und leben. Als Schirmherr wurde der in Wilhelmshaven geborene Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, gewonnen.

Ausstellungsort ist das Rogate-Kloster in der Zwölf-Apostel-Kirche, An der Apostelkirche 1, Berlin-Schöneberg. Öffnungszeiten sind sonnabends, 11:00 bis 15:00 Uhr, sowie vor und nach den Gottesdiensten. Bis zum 13. Oktober ist die Schau noch zu sehen. Der Eintritt ist frei. Kirchengemeinde und Rogate-Kloster haben für die Ausstellung eine Kooperation verabredet.




Hilfswerk „Maranatha Volunteers International“ feiert 50-jähriges Bestehen

„Eines hat sich in fünf Jahrzehnten nicht geändert“, sagte Maranatha-Präsident Don Noble. „Gott ist treu, und er ist Maranatha treu geblieben. Wir haben seine Hand immer wieder gespürt.“

Beeindruckende Zahlen
Die Maranatha-Initiativen seien vielfältig. In den fünf Jahrzehnten, seit John Freeman die erste Missionsreise für Familie und Freunde auf die Bahamas organisiert hat, habe Maranatha seine Vision immer wieder verwirklichen können, so Leiter und Freiwillige. Ursprünglich als Initiative von Privatpiloten mit ihren Familien gestartet, ist heute daraus ein weltumspannendes Hilfswerk geworden.

Die Anzahl der Aktivitäten sei beeindruckend. Seit 1969 habe Maranatha 2.170 Missionsteams mit über 85.000 Freiwilligen in 88 Ländern beschäftigt. In diesen Projekten habe die Organisation 11.229 neue Gebäude errichtet und über 1.000 Wasserbrunnen gebohrt. Insgesamt wären 9.079 Kirchen und 3.110 Unterrichtsräume mit einer Gesamtfläche von rund 1.219.235 Quadratmetern (13.123.731 square footage) gebaut worden.

Nicht nur Zahlen
Aber Zahlen erzählen nicht die ganze Geschichte, denn bei Maranatha geht es nicht nur um Gebäude, sondern um die Unterstützung individuellen Lebens und der gesamten Kirchengemeinde. „Es hat sich immer wieder gezeigt“, sagte Noble, „dass, wenn Maranatha anfängt, in einem Land zu arbeiten, die [dortige] Kirchengemeinde als Ganzes wächst.“

Maranathas Anwesenheit belebe auch die lokalen Kirchenmitglieder, meint Samuel Makori, Präsident der regionalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Ost-Kenia.

„Ich habe gesehen, dass Einzelpersonen und Ortsgemeinden dank Maranatha aus ihren Komfortzonen aufbrechen und in ländlichen Gebieten Hilfe leisten. [Maranathas Dienst] ist eine Motivation für unsere Mitglieder“, so Makori.

Zukünftige Herausforderungen

Der Service von Maranatha ist jedoch nicht ohne eigene Herausforderungen. Maranatha wurde in einer Zeit gegründet, als es nur wenige Initiativen gab, die die Freikirche durch private Spenden ohne die Zuweisungen der Kirchenorganisation unterstützten. In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl dieser Dienste gestiegen. Maranatha steht vor der Frage, wie sie sich von den vielen Fördermöglichkeiten der Gemeindeglieder abheben kann.

„Ich denke, die Bedürfnisse sind vielfältig, und jeder kann sich einbringen“, sagte Vizepräsident Kenneth Weiss. „Was Maranatha betrifft, so ist das Management sehr transparent; man kann die Ergebnisse sehen und sieht sie schnell.“ Durch sorgfältig koordinierte Bemühungen fliegen die Freiwilligen von Maranatha in der Regel an einen Ort und bauen in wenigen Tagen ein Kirchengebäude oder Schulräume.“

Auf der anderen Seite werden die „Pioniere“ von Maranatha oder diejenigen, die dem Dienst in seinem ersten Jahrzehnt geholfen haben, immer weniger, bestätigten die Verantwortungsträger. Maranatha muss die nächste Generation erreichen, um den Pool seiner Helfer gesund und aktiv zu halten.

„In den nächsten Jahrzehnten wird die Herausforderung darin bestehen, die Millennials mit der Unterstützung eines solchen Dienstes zu beauftragen“, räumte Weiss ein. „Als Maranatha begann, wurde es hauptsächlich von jungen Menschen und Ruheständlern unterstützt“, erklärte er. „Jetzt ist die Altersstruktur ausgeglichener, da sich viele Familien mittleren Alters engagieren und in diesen Dienst investieren.“

Ein Teil dieses Trends ergibt sich wohl aus dem Erfolg der Familienprojekte von Maranatha, die ganzen Familien zu kurzen Bauarbeiten in der ganzen Welt berufen. Gleichzeitig haben andere Initiativen, die sich ausschließlich an Jugendliche richten, auch Eltern beteiligt.

„Familienprojekte sind sehr beliebt“, sagte Weiss. „Wenn wir die Anmeldung für ein bestimmtes Projekt eröffnen, füllt sie sich in der Regel sehr schnell. Und Menschen, die bereits einmal teilgenommen haben, sind die beste Werbung, weil sie erlebt haben, dass Maranatha ihr und das Leben anderer Menschen verändert hat.“

Mehrere Leiter der Freikirche überbrachten ihre Grüße und betonten, wie Maranatha zur Entwicklung der adventistischen Freikirche beigetragen habe, indem sie Kapellen, Klassenzimmer und Wasserbrunnen gebaut hätten.

Was kommt als nächstes?
Trotz der beeindruckenden Leistungen von Maranatha gebe es noch viel zu tun, sagte Kyle Fiess, Maranathas Vizepräsident für Projekte. Fiess berichtete über Maranathas Arbeit in Sambia, einem Land, in dem nach neuesten Statistiken jeder zwölfte Einwohner Mitglied der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist.

„Im Jahr 2018 bat die Kirchenleitung Maranatha um Hilfe, im Norden Sambias, einer Region, in der es über 3.000 Kirchengemeinden ohne Versammlungsräume gibt, „Jetzt, da Maranatha dort ist, werden wir bis Ende des Jahres 80 Kirchen gebaut haben“, bestätigte Fiess. Es sei allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Angesichts der aktuellen Herausforderungen ginge es darum, mitzumachen, meinte Gilberto Araujo, der Präsident der regionalen Kirchenleitung der Elfenbeinküste. Maranatha plane sein erstes Projekt in diesem Land für Februar 2020 und Araujo sagte, er sei begeistert von den sich abzeichnenden Möglichkeiten.




Leiter des Hilfswerks ADRA International zurückgetreten

„Der ADRA-Vorstand nimmt Jonathans Rücktritt an und drückt seine Wertschätzung für seinen Dienst aus“, sagte Ella Simmons, stellvertretende Vorstandsvorsitzende und eine der sechs Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

„Jonathan war seit seiner Wahl im Jahr 2013 Präsident von ADRA International“, sagte Simmons. Er hat das Netzwerk von über 130 unabhängigen Landesbüros geleitet, „um einen neuen strategischen Rahmen zu schaffen, der es ADRA ermöglicht, sich an die sich ändernden Trends in der Entwicklungszusammenarbeit sowie im humanitären Sektor anzupassen“.

Der Australier Jonathan Duffy war zuvor als Leiter von ADRA Australien und des Warburton Adventist Hospital sowie in der Gesundheitsabteilung der Kirche (Adventist Health Department) im südpazifischen Raum tätig.

Interimsweise übernimmt Michael Kruger die Leitung, bis dahin Vizepräsident der Finanzabteilung des Hilfswerks. Kruger hat über 30 Jahre Erfahrung im höheren Management sowohl im kaufmännischen als auch im gemeinnützigen Bereich.

ADRA International

ADRA International ist hauptsächlich in neun Kernbereichen tätig: Soziale Gerechtigkeit, Katastrophenhilfe, wirtschaftliches Wachstum, Kinder, Geschlechtergerechtigkeit, Volksgesundheit, Wasser, Abwasser & Hygiene, Hunger & Ernährung, Existenzsicherung & Landwirtschaft. Das weltweite ADRA Netzwerk der 130 Landesbüros hatte 2017 ein Projektvolumen von 219 Millionen US-Dollar (200 Millionen Euro).

ADRA Deutschland
ADRA Deutschland e.V. wurde 1987 gegründet und steht der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. Getreu dem Motto „Gerechtigkeit|Mitgefühl|Liebe“ arbeitet ADRA Deutschland e.V. als Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen Büros (Stand: 1. Januar 2018) partnerschaftlich daran, dass Armut und Unterdrückung in den ärmeren Teilen dieser Erde überwunden werden kann.

Das ADRA Netzwerk besteht aus rund 130 regionalen und nationalen Landesbüros. ADRA gewährt Hilfe unabhängig von Rasse, ethnischer Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität.

Der Jahresbericht 2017 von ADRA Deutschland kann im Internet heruntergeladen werden: https://adra.de/wp-content/uploads/2019/01/18423-ADRA-Gesch%C3%A4ftsbericht_2017.pdf.




USA: Weitere Adventistische Universität unter den Top 10%

In Bezug auf Rasse, Alter, Geschlecht und geografischer Herkunft haben die Studenten der WWU in den USA die größte Vielfalt. Das erklärt auch, dass sie in diesem Bereich an dritter Stelle von 42 Hochschulen im Bundesstaat Washington stehen. So gehört die WWU zu den Top 5% aller Hochschulen im Bundesstaat und verbesserte ihre Rangliste um 26 Plätze gegenüber dem Vorjahr. Die WWU befindet sich in einem Vorort von College Place, Washington, im Nordwesten der USA. Rund 1.700 Studenten aus der ganzen Welt sind dort eingeschrieben.

Respektvolles Miteinander

„Unsere Universitätsfamilie hat sich verpflichtet, ein respektvolles und nachhaltiges Muster an Vielfalt zu fördern, das jeden Einzelnen bereichern, die Walla-Walla-University stärken und die Welt, der wir dienen, segnen wird“, meinte Pedrito Maynard-Reid, WWU-Assistent des Präsidenten für Vielfalt seit 2008. „Wir freuen uns, in diesen Rankings anerkannt zu werden, aber wir sind immer daran interessiert … wie wir die Vielfalt unserer Hochschulfamilie und der Welt um uns herum besser erkennen und nutzen können.“

College Factual
College Factual ist das führende Unternehmen für Datenanalysen über amerikanische Colleges und Universitäten, die akkreditierte Hochschulabschlüsse anbieten. Es untersucht Daten von über 2.850 Einrichtungen. Die Erkenntnisse stehen Studierenden aus über 200 Ländern zur Verfügung. College Factual verwendet nach Eigenauskunft das Wort „Vielfalt“, um eine „Mischung aus Menschen, Traditionen, Ideen und Kulturen“ zu beschreiben. Um Einrichtungen auf der Grundlage von Vielfalt zu bewerten, werden Alter, Geschlecht, Rasse und Herkunftsort der Studierenden jeder Institution analysiert.

Vielfalt als Kriterium, bei der Wahl der Uni
Wenn Studenten auf einem Campus nach „Vielfalt“ suchen, suchen sie nach Möglichkeiten der Selbstbestimmung und nach Gemeinschaft mit anderen. Sie halten Ausschau nach Studierenden, die auf die gleiche Weise glauben, sowie nach Möglichkeiten, von Menschen aus verschiedenen Hintergründen und Kulturen zu lernen“. College Factual stellt ihnen dazu die notwendigen Informationen zur Verfügung.




Der Mythos von einer einheitlichen und frommen Reformation

Faktoren, welche die sogenannte „Reformation“ auslösten
Luthers 95 Thesen seien nicht so genial und neu gewesen, dass die Reformation und die Kirchenspaltung allein durch sie ausgelöst worden sei. Es wäre vielmehr die Kritik und das verbreitete Unbehagen, einschließlich eines Antiklerikalismus, an einer bereits bestehenden Religion gewesen, die den Menschen und seine Bedürfnisse zugunsten bestimmter religiöser Auffassungen vernachlässigt habe. So sei damals in der christlichen Welt alles käuflich gewesen: Die Taufzeremonie, die dem Kind die Möglichkeit zu einem ewigen Leben eröffnete; Gebete und Bitten für ein gutes Leben, die man von gottgeweihten Menschen, wie Mönchen und Priestern, vorbringen ließ; Messen, die nach dem Tod von Geistlichen gegen Bezahlung gelesen wurden; Ablassbriefe, die gekauft wurden um die Aufenthaltsdauer im Fegefeuern zu verkürzen.

Weitere Faktoren, die zur Auslösung der Reformation führten, waren laut Bodenmann gesellschaftliche Schichten, die durch die Kritik an der damaligen Religion eine Möglichkeit sahen, Macht, Einfluss und Reichtum zu mehren. Weltliche Behörden hatten genug vom Staat im Staat und wie das Geld der Untertanen die Kirche immer reicher machte, wobei das Geld der Kirche oft nach Rom übermittelt wurde. Fürsten und Landesherren sahen die Möglichkeit, sich die Kirchengüter anzueignen und damit ihre Kassen zu füllen. Die religiöse Komponente der Reformation sei nicht ohne die politische Rückendeckung möglich gewesen.

Keine einheitliche Reformation
Die reformatorischen Prinzipien wie „sola scriptura“ (allein die Heilige Schrift) oder „sola fide“ (Erlösung allein durch den Glauben) seien von den Reformatoren unterschiedlich verstanden und interpretiert worden. „Allein die Schrift“ hätten Zwingli und Calvin wortwörtlich verstanden, sodass die Kirche auf jede religiöse Praktik und Lehre, die nicht in der Schrift bezeugt ist, zu verzichten hätten. Deshalb mussten die Bilder, Skulpturen, Fenster mit Glasmalereien und manchmal auch die Orgeln aus den Kirchgebäuden weichen. Luther sei aber nicht bereit gewesen religiöse Lehrsätze oder Praktiken nur deshalb abzuschaffen, weil sie nicht in der Bibel aufzufinden waren. Zwingli und Calvin seien aber in ihrem wortwörtlichen Verständnis der Heiligen Schrift inkonsequent geblieben, so der Reformationshistoriker. Sie hätten anhand der Bibel allein weder die Dreieinigkeit beweisen können noch die Rechtmäßigkeit der Kindertaufe oder des sonntäglichen Ruhetages. Es sei demnach falsch, zu behaupten, dass der größte Lehrunterschied in den Reformationsbewegungen im Abendmahlsverständnis bestehe, sagte Reinhard Bodenmann.

Die Reformation sei im 16. Jahrhundert entstanden, weil die Diskrepanzen zwischen der ausgeübten Religion mit deren Diskurs einerseits und den gesellschaftlichen Bedürfnissen, Ansprüchen und den neuerworbenen Erkenntnissen anderseits, zu groß und unerträglich wurden. Das Gleiche treffe auch heute zu.

„Die menschlichen Gesellschaften arbeiten eine zu ihnen passende Religion aus und nicht umgekehrt“, betonte der der Reformationshistoriker. Er fügte hinzu, dass es an der Zeit wäre mit Hilfe der im Christentum gesammelten Erfahrungen und der neu gewonnenen Erkenntnisse der Wissenschaft eine erneuerte Religion und Religiosität auszuarbeiten, „wenn wir nicht gedankenlos unser eigenes Ende heraufbeschwören wollen“.




Gerechtigkeit und Liebe sind die besten Mittel gegen Gewalt

„Gut miteinander auskommen“, lautete das Motto des Impulstages in Nürnberg, zu dem die Nürnberger Arbeitsstelle „kokon“ für konstruktive Konfliktbearbeitung in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern in Kooperation mit dem Religionspädagogischen Zentrum Heilsbronn und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) auch Lehrerinnen und Lehrer eingeladen hatte. In Workshops konnten die fast 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konkret erleben, wie Gewaltfreiheit gelernt und vermittelt werden könne. Dabei ging es unter anderem um Cybermobbing, Friedensbildung mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, Friedenskultur in der Schule, die Ausstellung „Frieden geht anders“ des Zentrums Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau und das W-I-R-Projekt des Fränkischen Bildungswerkes in Nürnberg.

Liebe und Gerechtigkeit zahlen sich aus

„Liebe zahlt sich aus“, behauptete Christian Pfeiffer. Alle Untersuchungen hätten gezeigt, dass in Familien oder in Schulen, wo geprügelt werde, auch die Gewaltraten steigen würden. „Hier finden sich mehr Alkoholprobleme, mehr Kriminalität, aber auch weniger Vertrauen“, unterstrich der Jurist und ehemalige Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens. „Wir produzieren damit Gewalt. Aber wo gewaltfrei und liebevoll umgegangen wird, wird dies spürbar.“ Das gleiche gelte für Gerechtigkeit. „Diese ist wie die Liebe von zentraler Bedeutung. Gerechtigkeit zahlt sich aus, Ungerechtigkeit führt zu Gewalt.“ Das hätten zahlreiche Umfragen in Schulen, aber auch in Justizvollzugsanstalten bewiesen. Eine gute Schul- oder Gefängniskultur wirke sich im Verhalten gegenüber anderen aus, meinte der Kriminologe in Nürnberg.

Gewalt und schwere Kriminalität rückläufig
Der Professor verwies darauf, dass alle Statistiken belegen würden, dass die Gewalt und die schwere Kriminalität in Deutschland rückläufig seien. „Je schwerer die Straftat, umso mehr geht sie seit Jahren zurück“, betonte er. Auch in Schulen sei dies nachweisbar. „Wir haben mittlerweile in Schulen eine Kultur des Hin- statt des Wegsehens bei Gewalt.“ Steigende Schulerfolge bedeuteten auch weniger Schulverlierer. Aber auch die Missbilligung von Gewalt sei deutlich angestiegen. „Das alles führt zu einem Rückgang von Gewalt“, erläuterte der Jurist. Nur werde das leider in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen.

Die Jungs ein Problem

Ein Problem seien allerdings die Jungs, gab Christian Pfeiffer zu bedenken. Hier wären gegenüber gleichaltrigen Mädchen deutliche Unterschiede, was Gewalt und Kriminalität angehe, festzustellen. Dabei würden Computerspiele sicher eine Rolle spielen, die von Jungs mehr als von Mädchen genutzt würden. Aber: „Ein wichtiger Grund dafür ist oft gerade die fehlende Liebe der Väter, das die Jungs verunsichert.“ Hier fehle nicht selten ein in den Arm nehmen und eine tröstende Geste. Dieses Väterdefizit sei eine ganz wichtige Ursache für die Unterschiede zwischen Jungs und Mädels.

Lust auf das Leben wecken
Eine wichtige Aufgabe neben den Eltern nehme bei der Frage nach Liebe und Gerechtigkeit aber auch die Schule ein. Sie müsse die Jugendlichen mitnehmen, bei ihnen Leidenschaften und Interessen wecken, wo junge Menschen Erfüllung finden würden, Selbstbewusstsein lernten und Erfolgserlebnisse hätten. Der Jurist betonte: „Leidenschaft und die Lust aufs Leben wecken, das wäre die Rettung.“

„Christian Pfeiffer hat mit seinen Zahlen und Fakten uns heute bewusst gemacht, wieviel gewaltfreies Potenzial in unseren Jugendlichen steckt. Aber heute wurde auch deutlich, wieviel Potenzial genauso in unseren Schulen und in den Lehrerinnen und Lehrern steckt. Das macht sehr viel Mut“, äußerte Lutz Krügener, einer der beiden Sprecher der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) und Friedensbeauftragter der Evangelisch-lutherischen Kirche Hannovers.




120 Jahre Ortschaft und Ausbildungsstätte Friedensau

Die Veranstaltung „120 Jahre Friedensau“ fand in Kooperation des Kultur- und Heimatvereins Friedensau e.V. mit dem Zeltplatz Friedensau und unter Förderung der Stadt Möckern statt. Einwohner des Ortes und umliegender Orte sowie Vertreter aus Politik und Kirche nahmen an dem umfangreichen Festprogramm teil. Bereits am Vormittag war die in 15 Monaten neu erbaute Arena auf dem Zeltplatz mit einer Andacht eines Gesellschaftervertreters eröffnet worden. Daran schloss sich ein Rundgang durch das Gebäude an, bei dem die beiden Architekten Meyer-Winderlich und Edmondo Martinez Moreno aus Potsdam die Eigenarten des Rundbaus erläuterten. Weitere Führungen über das Hochschulgelände folgten am Vormittag.

Festakt
Der Festakt am Nachmittag auf dem „Alten Dorfplatz“ mit angrenzender Scheune begann mit dem schwungvollen Gospelsound „Sing out“ von Ron Kenoli durch den Hochschulchor. In seiner Begrüßung an die Gäste betonte der Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau, Roland Fischer, dass Friedensau manchmal auf wundersame Weise überlebt habe. Für ihn sei darin Gottes Führung zu sehen.

Grußworte des Möckerner Bürgermeisters und des Präsidenten der überregionalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland folgten. Letzterem machte das ungemütliche Wetter etwas zu schaffen und ein kräftiger Windstoß fegte seine Manuskriptzettel durcheinander. Viele Regenschirme waren aufgespannt. Als allerdings 120 Tauben als Friedensboten den Dorfplatz verließen, schien der Himmel sich eigens dafür ein wenig zu öffnen.

Geschichtliches
Kirchenhistoriker Johannes Hartlapp schmückte seinen geschichtlichen Rückblick humorvoll mit Anekdoten aus dem Schulleben. Er hatte eine alte Klingeluhr mitgebracht, die im früheren Arbeitszimmer des Seminarleiters bzw. Direktors gestanden hatte und mit ihren Klingelzeichen den Tagesablauf in Friedensau regelte. Die streng durchgetaktete Tageseinteilung mit Wecken um 5:00 Uhr am Morgen bis „Licht aus“ um 21 Uhr am Abend, brachte so manchen Zuhörer zum Schmuntzeln.

Nach dem Kauf der Klappermühle an der Ihle gaben die Gründerväter dem bereits 1306 urkundlich erwähnten Ort seinen Namen „Friedensau“. Noch im gleichen Jahr der Übernahme, zwei Monate nach Kauf des Geländes, startete der Unterricht mit sieben Schülern unter einfachsten Bedingungen in den vorhandenen Gebäuden. Geplant war eine Ausbildungsstätte für Pastoren und Krankenschwestern. Innerhalb der nächsten zehn Jahre entstand laut Chronik ein Ensemble von großen Lehr- und Wohngebäuden, die bis heute das Erscheinungsbild des Campus prägen. Allesamt im wilhelminischen Baustil errichtet, die heute unter Denkmalschutz stehen. Ausgehend von einem ganzheitlichen Pädagogikmodell wurden zusätzlich ein Sanatorium, Werkstätten und eine Nährmittelfabrik erbaut, die auch einen praktischen Unterricht und gleichzeitig Verdienstmöglichkeiten boten. Vor dem Ersten Weltkrieg nutzten jedes Jahr bis zu 250 Personen die Ausbildungsmöglichkeiten.

In der Zeit zwischen den Weltkriegen wurde ein einziges Gebäude neu gebaut, das sogenannte „Holzhaus“, das aber heute nicht mehr existiert. In der DDR-Zeit seien das jetzige Gästehaus und die Reihenhäuser entstanden, so Hartlapp. Nach 1990 wären alle Gebäude nördlich der Zufahrtsstraße hinzugekommen.

Ausblick
Kanzler Tobias Koch verwies auf die Perspektive, Bildung im Umgang mit der Schöpfung zu vermitteln. Unterstützend wirke dabei auch das Projekt „außerschulischer Lernort“ zum Thema Natur, das unter Anleitung einer Naturpädagogin Kindergartengruppen, Schulklassen und Studiengruppen Erlebnistage in umliegenden Wäldern und Wiesen und damit die Auseinandersetzung mit der Schöpfung ermögliche.

Neuer Pastor für Friedensau
Bei dieser Gelegenheit stellte Koch auch gleich den neuen Pastor für die Hochschulgemeinde vor. Im Gegensatz zu 120 Jahren Friedensau sei er gerade mal 120 Stunden in Deutschland, erwiderte Stefan Burton-Schnüll den herzlichen Willkommensgruß. Mit seiner Frau Barbara hat der ursprünglich aus Niedersachsen stammende Pastor die letzten sechs Jahre Kirchengemeinden in New Jersey/USA betreut.

500 Kuchenstückchen warteten am Ende des festlichen Teils dieses Jubiläumstages auf die zahlreichen Gäste. Der Dorfplatz und die Scheune boten vielfältige Gelegenheiten zu Begegnung und Austausch. Führungen durch den Ort und das archäologische Museum halfen, die Zeit bis zum ersten Konzertabend in der neuen Arena sinnvoll zu nutzen.




Arena beim Zeltplatz Friedensau neu eröffnet

Arena 2.0 eröffnet
Nach fünfzehn Monaten Bauzeit konnte die Arena 2.0 eingeweiht werden. Die Entscheidung zu diesem Bau fiel, nachdem das Bauordnungsamt des Landkreises Jerichower Land das bis dahin genutzte Riesenzelt aus bautechnischen Gründen nicht mehr genehmigte. Auf dem Areal der bisherigen Arena erdachte das Architektenteam Meyer-Winderlich und Edmondo Martinez Moreno aus Potsdam einen festen Rundbau mit einer hölzernen Deckenbalkenkonstruktion, über die sich eine weiße Zeltplane spannt. Der 2-Millionen Bau, so Johannes Naether, Präsident der überregionalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, bei seiner Eröffnungsansprache, sei ein Raum der Begegnung, der allen Menschen offensteht. In Gegenwart von Landrat Steffen Burchard lud er die Menschen der Region ein, die neue Veranstaltungshalle intensiv zu nutzen und den Ort zu einer „Erfolgs- und Segensgeschichte“ werden zu lassen. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist Gesellschafter bei der Zeltplatz gGmbH.

Spendenziel erreicht
Bauleiter Günther Sachse berichtet, dass das Spendenziel von 32.000 Euro für die Holzbänke in der Arena erreicht sei. In einer besonderen Aktion über die Webseite www.kauf-ne-bank.de konnten Spender den Bau der Sitzgelegenheiten unterstützen. So konnten Beträge für eine oder auch mehrere Sitzbänke für jeweils 2 Personen oder auch eine ganze Sitzreihe für 12 bis 22 Personen gespendet werden. Die Namen der Menschen, Gruppen, Kirchengemeinden und auch Firmen wurden auf Wunsch auf der Webseite veröffentlicht.

Erstes Konzert
Die Arena bietet Platz für 1544 Besucher. Die Betriebserlaubnis kam rechtzeitig am Freitag (27.09.) zuvor. So eröffneten gleich zwei Gruppen am Sonntagabend die Halle mit einem Konzert. Samuel Rösch, der Vorjahressieger von „The Voice of Germany“ mit seiner Band PaperClip und die Band „Könige und Priester“ ließen ihre christlichen Texte und den stimmgewaltigen Sound in dem nicht ganz ausverkauften Rundbau erschallen. Schon am nächsten Wochenende geht es weiter. Das Gelände ist dann Gastgeber einer Jugendbegegnung der Adventjugend aus Mitteldeutschland und Berlin.




Pfingstgemeinden nehmen zur Situation von Konvertiten in Deutschland Stellung

Das geschehe, obwohl die Konvertiten durch den Dienst von Gemeinden des BFP und anderer Kirchen in Deutschland tiefgehende und lebensverändernde Christuserfahrungen gemacht und sich in das Leben von Gemeinden und in der Gesellschaft konstruktiv integriert hätten, heißt es in der Erklärung. „Nicht wenige Berichte von Pastoren und Pastorinnen des BFPs über den Verlauf der Befragungen von Konvertiten stimmen uns nachdenklich“, berichtete Reinhard Leistner der Leiter der Arbeitsgruppe „Migration und Integration“ im BFP.

Unvoreingenommene Übersetzer gefordert

Die Konferenz setze sich in ihrer Erklärung nachdrücklich dafür ein, dass die Zusammenarbeit zwischen den zuständigen staatlichen Stellen und der (frei-) kirchlichen Seite grundlegend verbessert werde und die Übersetzer neben ihrer sprachlichen Kompetenz und der Kenntnis gängiger christlicher Begriffe auch auf ihre unvoreingenommene Haltung gegenüber Menschen, die sich zu Jesus Christus bekennen, ausgewählt würden.

Die Erklärung kann heruntergeladen werden bei https://www.bfp-aktuell.de/details/erklaerung-zur-situation-von-konvertiten-in-deutschland?file=files/GB_Content/news/2019_09_BUKO/2019-09-24_BFP-Erklaerung-Konvertiten-Deutschland.pdf&cid=1902

BFP
Der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) zählt in Deutschland 63.393 Mitglieder in 843 Kirchengemeinden. 327 davon (39 Prozent) seien Migrationsgemeinden. Einschließlich der Kinder, Jugendlichen und regelmäßigen Gästen gehörten nach eigenen Angaben mehr als 181.000 Personen dem BFP an (Stand 24.09.2019). Weitere Infos unter www.bfp.de.




Grossmünsterpfarrer referiert bei Adventisten über Zwingli

Einleitend stellte Pfarrer Sigrist fest, dass die Aufforderung von Zwingli „Tut um Gottes Willen etwas Tapferes“ nicht im ursprünglichen Zusammenhang verwendet werden könne, da es ein Aufruf gewesen sei, im Krieg endlich mutig zu kämpfen. Bezüglich des Referats, das er als Zürcher Reformationsbotschafter bei den Adventisten hielt, sagte Sigirist, dass dies sein erster Kontakt mit dieser Freikirche wäre und er keine Konkurrenz zwischen Adventisten und seiner Kirche sehe. Da Adventisten kirchengeschichtlich in der Tradition der Baptisten und Methodisten stünden, wolle er auch gleich zu Beginn festhalten, dass das, was Zwingli den Täufern angetan habe, falsch war und seine Kirche dafür bei den Täufern 2004 um Entschuldigung gebeten habe.

Spiritualität
Zwingli habe zwar in einer sechsjährigen Arbeit die Bibel übersetzt, wollte aber nicht, dass sein Name dazu erscheint. Deshalb heiße sie „Zürcher Bibel“ und nicht „Zwingli Bibel“, so Sigrist. Das Wort Gottes habe für Zwingli nicht an und für sich bestanden, sondern Wort Gottes sei es geworden beziehungsweise ereigne sich, wenn man sich von Aussagen der Bibel getroffen wisse. Spiritualität sei Resonanzraum.

Soziales
Laut dem Grossmünsterpfarrer wäre sein Vorgänger vor 500 Jahren ein Meister der sozialen Umwälzung in der Stadt Zürich gewesen. Zwingli habe die bestehende Ungerechtigkeit nicht zur Ruhe kommen lassen und wie man das menschliche Recht als Spiegel der göttlichen Gerechtigkeit gestalten könne. Sigrist bezeichnete Zwinglis Einsatz im sozialen Bereich als „reformatorischen Dreisatz“. Zuerst sei es Zwingli um eine theologische Frage gegangen, motiviert von der Erkenntnis, dass Gott parteiisch für die Armen einstehe. Zweitens ging es ihm um eine ökonomische Frage, dass den Armen in der Stadt, die in einer „himmelschreienden Armut“ lebten, Geld zukommen müsse. Zwingli habe sich auch für die Auflösung der sieben Klöster in der Stadt, den „Fetttaugen in der Armensuppe“, und deren Übergabe an die Stadt Zürich eingesetzt. Als dritten Schritt sei es ihm um die soziale Ordnung gegangen, die er 1525 mit der Almosenordnung umgesetzt habe. Er habe eine Solidarkultur gefördert bei der unter anderem die Klöster als Spitäler verwendet und Schulen errichtet worden seien.

Politik
Für Zwingli sei Kirche, Bibel und Evangelium öffentlich und damit politisch gewesen, sagte Pfarrer Sigrist. Er habe aber alles gemeinsam mit dem Rat von Zürich umgesetzt und nicht im Alleingang. Damit hätte die Reformation der Kirche zur Transformation der Gesellschaft geführt. Zwingli habe 1524 den Zölibat abgeschafft, 1525 selbst geheiratet und ebenfalls Ehegesetze implementiert, bei der die Ehe von der Kirche gelöst und auf der zivilen Ebene geregelt worden sei.

Das Grossmünster in Zürich ist mit die bekannteste Kirche in der Stadt und mit seinen charakteristischen Doppeltürmen das eigentliche Wahrzeichen der Stadt. Sie gehört zur evangelisch-reformierten Kirche.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist eine evangelische Freikirche mit fast 21 Millionen Mitgliedern in über 205 Ländern und engagiert sich u.a. in den Bereichen der Glaubenslehre, Ethik, Bildung, Erziehung, Gesundheit, Sozialarbeit und humanitären Hilfe. In der Schweiz leben rund 4.750 erwachsene Mitglieder zuzüglich Kinder und Jugendliche.

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe „500 Jahre Reformation“ der Adventisten in Zürich unter http://bit.ly/Reformation500Zurich




Sucht im Alter – der Umgang mit einem Tabuthema

„Er lebt schon seit einigen Jahren allein“, schildert Kerstin Knorr eine der vielen Geschichten von älteren Menschen mit einem Suchtproblem. Die Kinder sind längst raus und haben ihr eigenes Leben. Seine Frau ist viel zu früh verstorben, dabei hatten sie noch so viel vor. Reisen wollten sie und ihr Heim genießen, dass sie fast abbezahlt haben. Aber es kam anders. Da er schon immer einem guten Tropfen nicht abgeneigt war und es in seinem Beruf immer wieder Gelegenheiten zum Anstoßen gab, war der „Tröster“ aus der Flasche über den erlittenen Verlust naheliegend. Wenn er bisher vielleicht hin und wieder etwas zu viel trank, geschah das nun regelmäßig. Kaum jemand nahm die Veränderungen wahr, zumal man ihn ja nur noch selten sah. Erst als er äußerlich etwas heruntergekommen, unrasiert und mit ungepflegtem Haar nun fast täglich seinen Beutel Bierflaschen heimtrug munkelten die Nachbarn, dass er offensichtlich ein Problem hat – ein Alkoholproblem.

Gründe für Alkoholprobleme im Alter
Als Gründe, warum Alkohol im Alter zu einem Problem werden könne, nennt die Suchttherapeutin alterstypische Übergänge und kritische Lebensereignisse, wie Verrentung, Umzug, Partnerverlust, chronische Schmerzen oder psychosomatische Erkrankungen. Zudem könnten verordnete Medikamente mit Suchtpotential vor allem bei Schmerzpatienten in eine Abhängigkeit führen.

Andere Konzepte bei Suchterkrankung im Alter erforderlich
Es gebe allerdings einen Unterschied zwischen einer Suchterkrankung im Alter und in jüngeren Jahren, betont Kerstin Knorr. Wenngleich die Symptome einer Suchterkrankung aller Betroffenen Übereinstimmungen zeigten, gebe es im fortgeschrittenen Alter gravierende Unterschiede. Zudem führe physiologisch gesehen die verminderte Suchtmitteltoleranz aufgrund des verlangsamten Stoffwechsels bei älteren Menschen zu signifikant höherem Blutalkohol, was wiederum die Lebenszeit deutlich verkürzen könne.

Die üblichen Hilfesysteme wie Suchtberatungsstellen wären mit ihren Konzepten und Angeboten eher auf die jüngere Bevölkerung orientiert, berichtet die Leiterin der SBB in Chemnitz. Wie die Suchterkrankung selbst unterscheide sich im Alter auch die Beratung und Behandlung von denen jüngerer Menschen. In der zweiten und dritten Lebenshälfte gehe es auch nicht mehr um Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Vielmehr gehe es um spezifische Risiken im Alter, die auch andere Anknüpfungspunkte für Prävention und Therapie notwendig machten.

Im Unterschied zu Jüngeren sei das Ziel bei älteren Menschen nicht unbedingt die radikale Verhaltensänderung im Sinne absoluter Abstinenz, meint Kerstin Knorr. Abstinenz wäre bei Hochbetagten und Pflegebedürftigen unter Umständen sogar mit starkem Schmerzgeschehen verbunden. Es müssten auch nicht immer Diagnosen gestellt oder langwierige Therapien verordnet werden. Vielmehr gehe es um die Senkung gesundheitlicher Risiken durch eine Verminderung des Alkoholkonsums und eine Verbesserung der Lebensqualität, wenngleich mitunter nur bedingt oder auf verhältnismäßig niedrigerem Niveau. Dabei sei individuell zu klären, ob und wie sich das Suchtverhalten des Betroffenen auf seine Gesundheit und Lebensqualität auswirke. Das erfordere Einfühlungsvermögen und Wertschätzung gegenüber den Betroffenen.

Hilfe für ältere Menschen mit Alkoholproblemen
Die Hilfe geschehe in der Regel in Kooperation mit dem Seniorensozialdienst des Sozialamtes, den gesetzlichen Betreuern und begleitenden Diensten, sowie in Zusammenarbeit mit Angehörigen oder Pflegepersonen, das Einverständnis des Betroffenen vorausgesetzt, informierte die Suchttherapeutin.

In der Beratung würden zunächst die psychosoziale Situation und die Kontextfaktoren geklärt. In einem zweiten Schritt werde versucht die verbliebenen Ressourcen zu aktivieren, um einen Zugewinn an Lebensqualität zu erreichen. Ein dritter Schritt sei die Rückfallprophylaxe.

Die Beratung erfolge überwiegend im Hausbesuch und werde kombiniert mit offenen Angeboten wie beispielsweise der Besuch von Tagestreffs, was zudem die soziale Kontaktaufnahme anrege.

Suchtberatung- und Behandlungsstelle Chemnitz
Die Suchtberatungs- und Behandlungsstelle (SBB) des Advent-Wohlfahrtswerkes in Chemnitz, Hans-Sachs-Str. 9 (www.suchtberatung-chemnitz.de), ist auch ein Anlaufpunkt für ältere Menschen mit einem Suchtproblem. Dort habe man sich mit der Teilnahme am Bundesmodell „Sucht im Alter“ dieser besonderen Aufgabe gewidmet und biete, laut Kerstin Knorr, gezielt Beratung für ältere Menschen an.

Die Suchttherapeuten sind ausgebildet und auch erfahren im Umgang mit suchtkranken älteren Menschen. Man kann sich telefonisch oder in einem Erstgespräch für eine fachliche Suchtberatung anmelden. Alles Weitere ergibt sich dann daraus.

Nicht nur Suchtabhängige, auch Fachkräfte in der Sozialarbeit oder aus der Pflege sowie aus anderen sozialen Berufen können sich jederzeit im konkreten Einzelfall zu Suchtproblemen im Alter an die SBB in Chemnitz wenden. Die SBB bietet Informationen, fachliche Beratung und die Möglichkeit der konkreten Einzelfallhilfe an.




„Aktion Kinder helfen Kindern!“ bundesweit am Weltkindertag eröffnet

Paketaktion
An vielen Orten in Deutschland gibt es Aktivgruppen, die sich an der „Aktion Kinder helfen Kindern!“ beteiligen. Dort erhalten die Kinder ein leeres Paket (oder auch mehrere) und füllen es zuhause; meistens gemeinsam mit den Eltern. Mit einer Spende von 5 Euro für den Pakettransport wird das Paket dann wieder zur Sammelstelle zurückgebracht. Von dort geht es mit LKWs in die verschiedenen Länder in Osteuropa, um rechtzeitig vor Weihnachten einzutreffen.

20-jähriges Jubiläum
Als die „Aktion Kinder helfen Kindern!“ vor 20 Jahren als „Weihnachts-Spendenaktion“ startete, ahnte niemand, wohin sich das Projekt entwickeln würde. Dank der unermüdlichen Mithilfe vieler Ehrenamtlicher und Mitarbeiter von ADRA Deutschland e.V. konnten in ganz Deutschland Pakete für Mädchen und Jungen in Osteuropa gesammelt werden. Mit hunderttausenden Päckchen wurden bisher über 600.000 Kinder glücklich gemacht.

Ehrenamtliche Helfer
„Wir sind unseren vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unendlich dankbar! Ohne sie wäre die ‚Aktion Kinder helfen Kindern!‘ in keinem Jahr möglich gewesen. Wir laden alle ein uns auch in diesem Jahr zu unterstützen“, so Anja Emrich, Leiterin des Projekts in Weiterstadt bei Darmstadt.

Solidarität zwischen Europa und Osteuropa
Die diesjährige Spendenaktion endet am 24. November. Im Aktionszeitraum baut ADRA eine Brücke zwischen den Kindern hier und Osteuropas. Kinder in Deutschland erfahren mehr über das Leben in anderen Teilen unseres Kontinentes und zeigen Mitgefühl für Gleichaltrige. Die Kinder in Deutschland verschenken Schul- und Spielsachen, Kuscheltiere und andere nützliche Dinge. Was für die Kinder hier oft nur Kleinigkeiten sind, ist für die beschenkten Kinder etwas ganz Besonderes. So bekommen sie nicht nur Unterstützung, sondern erfahren europäische Solidarität. Im letzten Jahr konnten so fast 35.000 Pakete von Deutschland aus verschickt werden. Jedes Paket steht für ein Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes.




Landeskonferenz der Adventisten in Krelingen

Bei strahlendem Sonnenschein kamen Gemeindeglieder, Kinder und Jugendliche aus der Region Niedersachsen und Bremen bereits zum 11. Mal in die Heinrich Kemner-Halle (früher Glaubenshalle) des Geistlichen Rüstungszentrums Krelingen. Gemeinsam erlebten sie einen Konferenztag, bei dem sie Gott anbeten, geistliche Impulse erhalten, gemeinsam essen und alten und neuen Freunden begegnen konnten.

Der Beginn war für 10 Uhr angesetzt. Eine Stunde zuvor wurden bereits belegte Brötchen, Obst und Getränke bereitgestellt. Bläserchor, Gospelchor und Konferenzband sorgten dann für einen angemessenen musikalischen Auftakt und Lobpreis. Für die Kinder und Jugendlichen gab es parallel zum Gottesdienst in der Halle Angebote für die verschiedenen Altersstufen in den angrenzenden Gebäuden auf dem weiten Gelände.

Japhet de Oliveira war der Verkündiger an diesem Tag. Mit ihm war ein innovativer Pastor und derzeitiger Direktor für Mission und Kultur bei Adventist Health, einem adventistischen Verbund von über 20 Krankenhäusern und 250 Kliniken mit Sitz in Kalifornien/USA eingeladen. In seiner Botschaft über einen Bibelabschnitt aus Johannes 4 – der Begegnung Jesu mit der Frau am Jakobsbrunnen – ermutigte er die Zuhörer, keinen Bogen um Menschen zu machen, die uns sonderbar erscheinen, sondern auf sie zuzugehen. Auch in seiner Nachmittagsverkündigung widmete er sich diesem zentralen Anliegen. Jesus richte grundsätzlich auf. Er denke oft an seine Familie und Bekannte, so de Oliveira, auch sie sollten zur Familie Gottes gehören.

Die Kollekte an diesem Tag betrug 6.000 Euro und war zu gleichen Teilen für die Konferenzausgaben und das Projekt „Lebensschule“ gedacht. Lebensschule versteht sich als Forum zum Menschsein. Sie ist ein dauerhafter sozialer Raum. Der Raum entsteht, in dem unterschiedliche psychische und soziale Problemfelder fachlich korrekt beschrieben und mögliche Lösungsansätze allgemeinverständlich dargestellt werden. Lebensschule versteht sich nicht nur als eine Veranstaltungsreihe, sondern sie will darüber hinaus Raum für Begegnung schaffen. Die Initiative Lebensschule gibt es aktuell an 60 Orten in Deutschland.

Viele Möglichkeiten boten sich in der Mittagszeit, um Kontakte zu pflegen, zu entspannen oder die Aktivitäten innerhalb der Freikirche an den etwa 25 Ausstellungsständen der Institutionen und Initiativen kennenzulernen. Für Kinder war eigens eine Spielstraße aufgebaut und die vielen Teilnehmer konnten an den vorbereiteten Tischen und Bänken ihre mitgebrachten Mahlzeiten einnehmen.

Der Nachmittagsteil begann mit einer musikalischen Beteiligung aller Anwesenden gemeinsam mit dem Gospelchor unter der Leitung von Kantor Michael Nestler und seiner Frau Tabea. Die im Mai neugewählten Mitglieder des Landesausschusses (Verwaltungsgremium der regionalen Kirchenleitung) wurden vorgestellt und gesegnet. Zum Abschluss des Tages gab es ein großes Kuchenbuffet unter freiem Himmel mit über 2.200 Kuchenstücken.




Medienzentrum feiert 10 Jahre Hoffnungsfernsehen

Jubiläumsfeier
Am Sonntagnachmittag führte Diplompädagoge, Kabarettist und HopeTV-Moderator der Sendung „2 weiter“, Bernd Hock, durch die Geburtstagsshow, stellte Produzenten und Moderatoren der Sendungen vor und warf einen Blick hinter die Kulissen. Dabei gab er den Personen hinter den Fernseh-Formaten, die seit zehn Jahren auf HopeTV laufen, ein Gesicht.

Der Bürgermeister von Alsbach-Hähnlein, Sebastian Bubenzer, bezeichnete das Programm von HopeTV als wohltuende Ausnahme gegenüber den Sendungen und Formaten an einem ganz normalen Fernsehabend in Deutschland. Seit über einem Jahrzehnt gelänge es dem Sender, „rund um die Uhr Qualitäts-Fernsehen in die Haushalte der Republik – und auch darüber hinaus“ zu bringen.

Neue Projekte
Das Medienzentrum HopeMedia wolle mit seinen medialen Angeboten eine Brücke zu tragfähigen sozialen Verbindungen mitgestalten und einen Beitrag der Hoffnung für eine werteorientierte Gesellschaft leisten, so Geschäftsführer Klaus Popa. Marc Naumann, Leiter für Neuentwicklungen, Kooperationen und Fundraising bezog sich im Gespräch auf fünf Werte, die den Deutschen laut aktuellem Werte-Index am wichtigsten seien: Natur, Gesundheit, Familie, Freiheit und Sicherheit. Aufgrund dieser Werte nannte er sieben förderungswürdige Hope-Projekte, die eine Alternative zu den gängigen Medieninhalten böten. Dazu gehörten Produktionen und Serien wie z.B. die Kochserie „Lust auf Lecker“, die TV-Serie „Meine tierischen Begegnungen“ mit dem dazugehörigen Film „Pura Vida“, eine neue Web- und TV-Realitydoku „Refresh“ für einen ganzheitlich gesunden Lebensstil, die Serie „Beziehungskiste“ über Partnerschaft, Beziehung und Familie und die Kindersendung „Fribos Dachboden“, bei der Kinder die Welt und die Bibel besser kennenlernen könnten. 14 Episoden inklusive Online-Kurs über das Bibelbuch Daniel für das 21. Jahrhundert sind ebenfalls in der Planung.

Eine Marke wird etabliert
Im Laufe der letzten Jahre seien alle Dienste des Medienzentrums umbenannt worden. Damit würde die Marke Hope etabliert. So heißt das „Internationale Bibelstudien-Institut“ seit September 2015 Hope Bibelstudien-Institut und die „Blindenhörbücherei“ seit Januar 2017 Hope Hörbücherei. Die Audioangebote laufen unter dem Namen Hope Podcasts. Das, was alle seit der Vereinsgründung der „Stimme der Hoffnung“ e.V. im Jahr 1948 vereine, sei Hope, die Hoffnung. Diese Zusammengehörigkeit werde nun am gemeinsamen Namen Hope erkennbar, informierte PR-Redakteurin Judith Olsen. Nachdem 2018 die Marke HopeMedia als Name für alle Angebote des adventistischen Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“ e.V. eingeführt worden sei, würde jetzt auch der Name des christlichen Fernsehsenders „Hope Channel“ in HopeTV geändert. Unabhängig von der Umbenennung des Medienzentrums bleibe aber der Verein, der Träger der Hope-Angebote ist, weiterhin die „Stimme der Hoffnung“ e.V., der zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gehört.

Internationales Netzwerk

Seit 2009 wird bei HopeTV ein vielseitiges Programm mit Gottesdiensten, Andachten, Talksendungen und Sportformaten, Koch- und Kindersendungen produziert. Der hauptsächlich durch Spenden finanzierte Sender gehört zur internationalen Senderfamilie „Hope Channel“, die 2003 in den USA gegründet wurde und aus mittlerweile 52 nationalen Sendern besteht.

Die Geburtstagsshow wird am 28. September um 20:15 Uhr auf HopeTV übertragen und ist anschließend in der Mediathek abrufbar. Ebenso das Konzert von Alex Jacobowitz. Weitere Infos unter: www.hopetv.de.




Mitgliederversammlung der ACK Deutschland tagt in Augsburg

20 Jahre Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre
Die Mitgliederversammlung erinnerte in Form eines vorgeschalteten Studientages an 20 Jahre „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“. Der 1999 von der römisch-katholischen Kirche und vom Lutherischen Weltbund unterzeichneten Erklärung haben sich inhaltlich mittlerweile auch der Weltrat methodistischer Kirchen, die Anglikanische Gemeinschaft sowie die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen angeschlossen. Außerdem nahm die Mitgliederversammlung einen Text an, den der Deutsche Ökumenische Studienausschuss (DÖSTA) dazu vorbereitet hatte und verabschiedete in diesem Zusammenhang eine eigene Erklärung.

Multilaterale Ökumene
Im Hinblick auf die Vorbereitung des Dritten Ökumenischen Kirchentags 2021 betonte die Mitgliederversammlung der ACK Deutschland, dass es sich bei Ökumene nicht nur um das Miteinander von evangelischer und römisch-katholischer Kirche handle, sondern vielmehr um eine multilaterale Kooperation. Die Mitgliederversammlung sprach sich deshalb für eine starke Präsenz der ACK auf dem Dritten Ökumenischen Kirchentag 2021 aus.

Jahr der Ökumene 2021
Die Mitgliederversammlung der ACK Deutschland hatte sich auch intensiv mit dem Jahr 2021 beschäftigt, in dem gleich mehrere, für die Ökumene höchst relevante Ereignisse stattfinden: Neben dem Dritten Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main treffen sich rund 755 Delegierte und über 4.000 Gäste und Beobachter des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) in Karlsruhe zur Vollversammlung des ÖRK. Die Mitglieder der ACK Deutschland sprachen sich für ein gemeinsames Jahresmotto aller ökumenischen Veranstaltungen unter dem Titel „2021: Jahr der Ökumene“ aus.

Kritik an geplanter Änderung der Beschäftigungsverordnung

Die geplante Änderung der Beschäftigungsverordnung, die ausländische Seelsorger betrifft, wird von der ACK kritisch gesehen. Ausländische Seelsorger sollen vor Erhalt einer Einreisegenehmigung nach Deutschland beweisen, dass sie über hinreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen. Die Mitglieder unterstützten den Brief, den der Vorstand der ACK an die zuständigen Ministerien geschrieben hat. Darin wird festgestellt, dass die geplante Änderung auch erhebliche negative Folgen für die pastorale Praxis mehrerer ACK-Mitgliedskirchen hätte und massiv ins Selbstbestimmungsrecht der Kirchen eingreife, das im Grundgesetz verankert sei.

Tendenz zur „Archipelisierung“
Reverend Sören Lenz, Exekutivsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) in Straßburg, referierte im Rahmen der Mitgliederversammlung zum Thema „Kurz vor dem Brexit – nach der Wahl: Europa vor einer Zerreißprobe?“. Anhand der Beispiele der „Gelbwestenbewegung“ in Frankreich, des Brexit und des Erstarkens der AfD in Deutschland arbeitete er heraus, dass sich größere Teile der jeweiligen Bevölkerung von den politischen Eliten auf nationaler und internationaler Ebene nicht mehr vertreten fühlten.

Insgesamt, so Sören Lenz, setze sich die Tendenz zur „Archipelisierung“ fort: Menschen bewegten sich zunehmend innerhalb von Gruppen, die ihre eigenen Überzeugungen teilten. Diese „homogenen Inseln“ hätten nur noch lose Bindung an die Gesamtgesellschaft. Zugleich lasse sich auch innerhalb der Kirchen die Tendenz feststellen, dass sie in ihrer Positionierung zu grundsätzlichen Fragen, wie zum Beispiel im Bereich von Ehe und Familie, auseinanderdriften.

Die Kirchen könnten in ihren internationalen Organisationen wie der KEK gleichwohl ein positives Beispiel für ein konstruktives und zukunftsweisendes Miteinander in Europa geben. Sie lebten gerade auf dem Gebiet der Ökumene nach dem Grundsatz der versöhnten Verschiedenheit und der „Einheit in Vielfalt“.

Ökumenepreis 2019 der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland an die „Sodener Passion“ überreicht

Im Rahmen der Mitgliederversammlung der ACK Deutschland wurde am 18. September in Augsburg in einem Festakt der mit 3.000 Euro dotierte Ökumenepreis der ACK Deutschland an die „Sodener Passion“ verliehen. Das positive Miteinander der christlichen Kirchen in Bad Soden am Taunus basiert auf einem fast 50-jährigen ökumenischen Weg. Seit 16 Jahren begehen die christlichen Kirchen die Passionszeit gemeinsam. „Ich freue mich, dass mit diesem Projekt eine Initiative ausgezeichnet wird, die von hohem ehrenamtlichem Engagement getragen ist“, schrieb Kardinal Walter Kasper, der Schirmherr des Ökumenepreises, in seinem Grußwort anlässlich der Verleihung.

ACK Deutschland
Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Acht Kirchen, darunter die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert rund 50 Mio. Christen in Deutschland. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland (Ökumenische Centrale) hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der Arbeit der ACK in Deutschland sind das gemeinsame Gebet, die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie der Kontakt zu anderen ökumenischen Einrichtungen. Weitere Informationen: www.oekumene-ack.de




Greifswald: Nach Brandanschlag neues Kirchengebäude der Adventisten eingeweiht

Einweihungsfeier und Festgottesdienst
Bei strahlendem Sonnenschein kamen am Samstagnachmittag viele Gäste, um gemeinsam mit den Kirchenmitgliedern das neue Gemeindehaus einzuweihen. In Fragmenten wurde filmisch die Geschichte dieser weltweiten evangelischen Freikirche gezeigt. Einzelne Gruppen wie Pfadfinder, Senioren und die Lebensschule, ein Forum zum Menschsein, stellten sich vor. “Der Chor sang zeitweise mit Gänsehaut erzeugenden Intonationen“, so Gemeindemitglied Katja Sterz. Anschließend wartete ein großes Kuchenbuffet auf die Anwesenden. Den Abschluss des Tages bildete ein öffentlicher, kostenloser Kinoabend mit der Vorführung des schwedischen Musikfilm-Dramas „Wie im Himmel“ aus dem Jahr 2004 von Regisseur Kay Pollak mit Michael Nyqvist und Frida Hallgren in den Hauptrollen.

Zerstörung durch Brandstiftung
Kurz nach der Wende im Jahre 1994 erhielten die Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Greifswald ihr erstes eigenes Kirchengebäude in der Anklamer Straße. Zwanzig Jahre dienten diese Räumlichkeiten den Gemeindemitgliedern als Heimat für Gottesdienste, Feste, Spiele, Seminare und Gruppenstunden der Kinder, Jugendlichen und Pfadfinder. Am 29.07.2014 fiel das Haus durch Brandstiftung den Flammen zum Opfer und musste abgerissen werden.

Gegen 03:15 Uhr ging damals ein Notruf bei der Leitstelle der Polizei Neubrandenburg ein, der Eingangsbereich des Hauses in der Anklamer Straße würde brennen. Beim Eintreffen von Polizei und Feuerwehr stand bereits der Dachstuhl in Flammen. Die Beschädigungen war so stark und das Gebäude nicht mehr zu retten.

Neues Gebäude
Nach langwierigen Verhandlungen mit der Versicherung und mehr oder weniger geduldigem Warten auf die Baugenehmigung, so berichtet der damalige Pastor Markus Voß, konnte dann im September 2016 mit dem Neubau begonnen werden. Bereits am 16. März im darauffolgenden Jahr wurde Richtfest gefeiert.

Der von den Potsdamer Architekten Mayer-Winderlich und Martinez geplante Kirchenraum bietet Platz für 120 Personen und kann mit mobilen Wänden in kleinere Räume unterteilt werden. Auch eine Hausmeisterwohnung in einem Über-Eck-Anbau ist integriert.

Der größte Teil der Baukosten wird mit der Versicherungssumme von 540.00 Euro Euro bestritten. Darüberhinausgehende Kosten fallen an, da der Neubau etwas größer wird. Die Kirchenmitglieder haben sich verpflichtet, über die nächsten 10 Jahre einen Teil des fehlenden Geldes beizusteuern. Über 30.000 Euro sind bereits gespendet worden.

Dank an Gastfreundschaft
Sehr dankbar sei man für die Gastfreundschaft der anderen Kirchengemeinden der Stadt, so Werner Hönes vom Kirchenrat. Besonders die Brüdergemeinde in der Marienstraße hätte den rund 65 Adventisten in der überwiegenden Zeit ohne eigenes Gebäude Gottesdienste in ihren Räumen ermöglicht.




US-Bericht: Bedrohung der Religionsfreiheit durch Überwachung in China

Der Bericht zeige auf, wie die chinesische Regierung Tausende von Kameras um Moscheen, Tempel und Kirchen installiert habe, um zu überwachen, wer an den Gottesdiensten teilnehme, heißt es in einer USCIRF-Medienmitteilung. Chinesische Unternehmen hätten Gesichtserkennungstechnologie verkauft, welche die Fähigkeit habe, eventuell anwesende uigurische Muslime oder tibetische Buddhisten zu identifizieren und die Sicherheitskräfte darüber zu informieren.

Missbrauch von Technologie fördert Überwachungsstaat
„Wir sind zutiefst beunruhigt über den Missbrauch von Technologie durch die chinesische Regierung zur Schaffung eines Überwachungsstaates, der insbesondere auf Religionsgemeinschaften zielt“, sagte USCIRF-Kommissar Gary Bauer. „Wir fordern die US-Regierung und die amerikanischen Unternehmen auf, Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass der amerikanische technologische Fortschritt nicht von den chinesischen Behörden genutzt wird, um die Religionsfreiheit und die damit verbundenen Menschenrechte zu unterdrücken.“ „Chinas Unterdrückung der Religion ist nicht neu, aber seine Fähigkeit, diese Technologien zu nutzen, hat das Ausmaß und den Umfang der Bedrohung der Religionsfreiheit im Land erweitert“, fügte Kommissarin Tenzin Dorjee hinzu.

USCIRF empfiehlt Exportbeschränkungen

In seinem Jahresbericht 2019 empfahl die USCIRF der US-Regierung, die Exportbeschränkungen für Technologien zu erhöhen, welche die Fähigkeit der chinesischen Regierung zur Überwachung und Einschüchterung religiöser und ethnischer Gemeinschaften verbessert haben. Die USCIRF begrüße die Verabschiedung des „Uyghur Human Rights Policy Act“ durch den US-Senat vom 11. September 2019, der den Direktor des nationalen Geheimdienstes verpflichte, über den Transfer oder die Entwicklung von Technologien zu berichten, die von chinesischen Behörden zur Überwachung und Inhaftierung uigurischer Muslime eingesetzt werden.




Adventisten im Beobachterstatus beim „VFG − Freikirchen Schweiz“

Die Adventgemeinden in der Schweiz gehörten zur Familie der Freikirchen in der Schweiz, sagte VFG-Präsident Peter Schneeberger. Das Ernstnehmen von Gott charakterisiere die adventistischen Christen, so Schneeberger und verwies dabei auf eine Aussage des alttestamentlichen Propheten Jesaja (Kapitel 33,6), der von der „Ehrfurcht vor dem Herrn“ spricht. Die Weitergabe des Evangeliums, der guten Nachricht von Jesus Christus, sei ein gemeinsames Anliegen, das die Adventisten mit den anderen Christen in der Freikirchenfamilie teilten, sagte Stephan Sigg, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in der Deutschschweiz.

Der VFG vernetzt die angeschlossenen Freikirchen und Bewegungen, äußert sich bei Vernehmlassungen (Anhörungen) des Bundes und setzt sich für christlich-ethische Werte ein. Dem Verband gehören jetzt 17 Freikirchen vor allem aus der Deutschschweiz als Mitglieder an sowie zwei im Gäste- und zwei im Beobachterstatus. Der VFG setzt sich seit der Gründung 1919 als rechtliche Körperschaft für die Interessen der Freikirchen, Gemeinschaften und evangelischen Werke ein. Er versteht sich als dritte Kraft der christlichen Kirchen neben dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) und der römisch-katholischen Schweizer Bischofskonferenz (SB).

Der Beobachterstatus ermögliche es Stephan Sigg an den VFG-Leiterkonferenzen teilzunehmen, Ziele und Arbeitsweisen des VFG kennenzulernen sowie gegenseitige persönliche Begegnungen mit anderen Vertretern von Freikirchen zu führen. Eine regelmäßige und verbindliche Teilnahme an den VFG-Leiterkonferenzen helfe, die Arbeitsweise kennenzulernen, um eine Entscheidung zur Vollmitgliedschaft nach Ablauf der vereinbarten Zeit zu treffen.

Der Jahresbeitrag für den Beobachterstatus werde durch die Leiterkonferenz festgelegt und betrage zurzeit die Hälfte des Betrages der festen Mitgliedschaft. Der Status ist auf fünf Jahre beschränkt und könne um höchstens fünf weitere Jahre verlängert werden. „Spätestens nach Ablauf dieser Frist sollte es zu einer Vollmitgliedschaft kommen. Wenn dies nicht der Fall ist, erlischt der Beobachterstatus“, heißt es in den VFG-Bestimmungen zum Beobachterstatus.

Adventisten in der Schweiz
Die Schweizer Adventisten sind nach dem Vereinsrecht organisiert und teilen sich in zwei Kirchenregionen: die Deutschschweizerische Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (DSV, gegründet 1901) mit Sitz in Zürich und die Fédération des Eglises Adventistes du 7e jour de la Suisse romande et du Tessin (FSRT, gegründet 1884) mit Sitz in Renens/Kanton Waad. Beide Verwaltungsregionen bilden gemeinsam die Schweizer Kirchenleitung (Schweizer Union, gegründet 1928) mit Sitz in Zürich. In der Schweiz lebten Ende 2018 insgesamt 4.757 Mitglieder, davon in der Deutschschweiz 2.567 und in der Romandie sowie im Tessin 2.190.

Institutionen und Werke in den Sprachregionen
Die Adventisten in der Schweiz führen die „Privatschule A bis Z“ in Zürich, zwei Jugendhäuser, in St. Stephan/Bern und Les Diablerets/Waadt, drei Alters- und Pflegeheime in Krattigen/Bern, Oron-la-Ville und Epalinges bei Lausanne, den Advent-Verlag in Krattigen sowie eine Versandstelle für französische Bücher in Renens. Im Weiteren unterhalten sie das „HopeBibelstudienInstitut“ (HBI) und das „Religionspädagogische Institut“ (RPI) in Zürich sowie das „Institut d’Etude de la Bible par Correspondance“ (IEBC) in Renens. In Gland/Waadt befindet sich die Klinik „La Lignière“, die auf Rehabilitation bei Herz-Kreislauferkrankungen spezialisiert ist.

Gesamtschweizerische Institutionen der Adventisten
Zu den gesamtschweizerischen Werken zählt die „Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe“ ADRA Schweiz mit Sitz in Zürich. Das Hilfswerk ist in der Schweiz mit rund 30 Ortsgruppen im sozialen Bereich tätig und im Ausland mit Katastrophen- und Entwicklungshilfeprojekten. Der „Adventistische Pressedienst“ (APD Schweiz), Basel, richtet seine Dienste vor allem an säkulare und kirchliche Medien. Die Schweizerische „Liga Leben und Gesundheit“ (LLG), Zürich, bietet mit ihren Seminaren in rund 40 Ortsgruppen ganzheitliche Gesundheitsförderung an: körperlich, seelisch, spirituell und sozial.

Ökumenische Kontakte
Die Adventisten sind Mitglied der Schweizerischen Bibelgesellschaft (SB) und haben den Gaststatus in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH). In drei kantonalen Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen (Genf, Waadt sowie Basel-Stadt/Basel-Landschaft) sind sie Mitglieder, in vier anderen haben sie den Gaststatus (Aargau, Schaffhausen, Tessin und Zürich).

Pastorenausbildung
Die Pastoren und Pastorinnen der Deutschschweiz werden vor allem im „Theologischen Seminar Schloss Bogenhofen“ in Oberösterreich ausgebildet, das von den Adventisten in der Deutschschweiz und Österreich gemeinsam getragen wird. Die Pastoren der welschen Schweiz lassen sich vorwiegend am „Campus Adventiste du Salève“ in Collonges (Frankreich) in der Nähe von Genf ausbilden.




Theologische Hochschule Friedensau trauert um Manfred Böttcher

Manfred Böttcher, in Stettin geboren, studierte von 1947 bis 1950 am damaligen adventistischen Missionsseminar Friedensau. Er war als Pastor in Leipzig und Dresden tätig und wurde 1955 ordiniert. Böttcher wirkte als Abteilungsleiter und Sekretär (Geschäftsführer) in der Nordostsächsischen Vereinigung der Siebenten-Tags-Adventisten, danach im Ostdeutschen Verband und dann als Präsident der Thüringischen Vereinigung. Von 1968 bis 1982 war er Präsident der Freikirche in der DDR und leitete in schwierigen Zeiten die Geschicke der dortigen Adventgemeinden.

In seiner Zeit als Direktor am Theologischen Seminar Friedensau (1982-1990) trug er zur akademischen Weiterentwicklung bei und machte die Bildungsstätte auch für Studierende aus Mosambik, der Sowjetunion, Angola und Jugoslawien zugänglich, so der Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau, Professor Dr. Roland E. Fischer. 1988 wurde ihm die Ehrendoktorwürde in Theologie der adventistischen Andrews University in Berrien Springs, Michigan/USA, verliehen. In der Wendezeit 1989/90 bemühte sich Böttcher erfolgreich um die staatliche Anerkennung des Theologischen Seminars als Hochschule.

Im Rentenalter war er laut Roland E. Fischer Gastdozent an der Theologischen Hochschule Friedensau und engagierte sich ehrenamtlich in der Hochschulbibliothek. Manfred Böttcher veröffentlichte eine Reihe von Büchern, unter anderem „Weg und Ziel der Gemeinde Jesu“ (1978), „Wagnis des Glaubens, Dialog und Zeugnis der Adventgemeinde in der DDR“ (2001), „Die Adventgemeinde in der DDR, eine Gratwanderung von 1949 bis 1990“ (2007) und „Schlüssel zur Bibel: Erkunden, Erkennen, Erfahren“ (2002). Gleichzeitig hatte er ein hohes Interesse an der praktischen Gemeindearbeit, die er selbst durch seine Predigttätigkeit unterstützte. Er nahm noch im hohen Alter Anteil am Ergehen der Freikirche und der Entwicklung der Hochschule, berichtete Fischer.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist seit 1990 eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, sowie der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de




ADRA: Keine Beteiligung an politischer Demonstration in Rohingya-Flüchtlingslager

Die Hilfswerke ADRA sowie die muslimische AL Markajul Islami Sangstha hätten T-Shirts und Banner für eine Kundgebung gegen die Rückführung der Rohingya-Flüchtlinge nach Myanmar zur Verfügung gestellt, heißt es in dem Regierungsbericht.

Das Hilfswerk bestritt jegliches Fehlverhalten und sei weiterhin bestrebt, mit den Behörden zusammen zu arbeiten, um die Situation so schnell wie möglich zu klären. ADRA wolle seine Rolle als Hilfswerk bei der Verwaltung der südlichen Lager am Cox’s Bazar wieder aufzunehmen. Cox’s Bazar ist laut Wikipedia eine Stadt in Bangladesch mit 167.477 Einwohnern. Sie liegt mehr als 150 km südlich der Hafenstadt Chittagong am Golf von Bengalen und ist Verwaltungssitz des Distrikts Cox’s Bazar.

Grundsatz der Neutralität
ADRA bekenne sich zum Grundsatz der Neutralität, heißt es in der Stellungnahme. Daher beteilige sich das Hilfswerk zu keinem Zeitpunkt an Auseinandersetzungen politischer, rassischer, religiöser oder ideologischer Art. Darüber hinaus stelle ADRA sicher, dass alle Partnerschaften mit anderen Organisationen nach diesem Prinzip gestaltet seien, sodass humanitäre Hilfe allein bedarfsgerecht geleistet werde.

In der Region um Cox’s Bazar sei ADRA nach eigenen Angaben ein wichtiger Partner der Regierung, der das staatliche Büro des Kommissars für Flüchtlinge, Nothilfe und Rückführung bei der lebensrettenden Bewältigung der Flüchtlingskrise unterstütze.

ADRA seit 1981 in Bangladesch tätig
Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA ist seit 1981 in Bangladesch tätig. Sie ist eine Nichtregierungsorganisation (NGO), die beim Büro für NGO-Anliegen der Regierung von Bangladesch registriert sei. ADRA konzentriere sich im Land vor allem auf Entwicklungsprojekte in den Bereichen Bildung, Resilienz als Fähigkeit, Krisen zu bewältigen, Wiederaufbau und Neuentwicklung, Notfallhilfe und wirtschaftliche Unterstützung. In den letzten vier Jahrzehnten habe sich ADRA in Bangladesch vor allem darum bemüht, bedürftigen Personen und Familien in ländlichen Gebieten Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, die es ihnen erlauben, eigenverantwortlich zu handeln.




Adventisten feiern 100 Jahre Tätigkeit in Ruanda

Laut Adventist News Network (ANN) wurde während der 100-Jahr-Feier der adventistischen Missionare gedacht, die 1919 nach Ruanda kamen. Pastor Hesron Byilingiro, Präsident der adventistischen Kirche in Ruanda, sagte, dass ihr Vermächtnis nie vergessen werden würde. Sie hätten sich in eine Kultur integrieren müssen, die sie nicht kannten und dafür eine neue Sprache lernen müssen. Das Evangelium, welches die Missionare durch Bildung und Gesundheitsfürsorge gebracht hätten, sei eine Sprache gewesen, die keiner Übersetzung bedurft habe, so Byilingiro. Er schloss in seinen Dank auch die vielen Ruander ein, welche die Missionare unterstützt und mit ihnen Pionierarbeit geleistet hätten.

Adventisten als „guter Partner der Regierung“
Die Regierung Ruandas war durch zwei Minister und einen leitenden Regierungsbeamten auf der Feier vertreten. Im Namen ihrer Regierung sagte Judith Uwizeye, Kabinettsministerin im Büro des Staatspräsidenten, dass die adventistische Kirche wegen ihrer Rolle in Bildung, Gesundheit und Entwicklung ein guter Partner der Regierung Ruandas sei. Mit Bezug auf den grausamen Völkermord an der Volksgruppe der Tutsi im Jahr 1994, erinnerte sie daran, dass auch die Adventisten nicht verschont geblieben seien. Sie dankte Gott, dass er die Nation gerettet habe.

Das Massaker in Mugonero
Laut UNO-Angaben sind zwischen April und Juli 1994 im ostafrikanischen Ruanda rund 800.000 Menschen, vorwiegend Tutsis, aber auch gemäßigte Hutus, umgebracht worden. Darunter seien auch etwa 10.000 Siebenten-Tags-Adventisten gewesen, so das nordamerikanische, kirchenunabhängige adventistische Magazin „Spectrum“. Mehr als 2.000 Angehörige der Tutsi-Minderheit seien allein am 16. April 1994 in der adventistischen Kirche und rund 1.000 weitere auf dem Krankenhausgelände der Siebenten-Tags-Adventisten in Mugonero, 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Kigali, von Angehörigen der Hutu-Mehrheit getötet worden. Beim Abschlachten von Männern, Frauen und Kindern in Mugonero soll es sich um das größte Einzelereignis eines Massakers während des ruandischen Völkermords gehandelt haben, berichtete das Magazin. Der Hutu und damalige Präsident der adventistischen Kirchenleitung in der Kibuye Region, Pastor Elizaphan Ntakirutimana, habe es trotz guter Beziehungen zu den lokalen Behörden abgelehnt, sich für seine Glaubensangehörigen vom Stamm der Tutsi einzusetzen, berichtete „Spectrum“.

Im Februar 2003 wurden Elizaphan Ntakirutimana sowie dessen Sohn Gérard, der als leitender Arzt am adventistischen Krankenhaus in Mugonero tätig war, vom Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen zur Aufarbeitung des Völkermordes in Ruanda (ICTR) wegen Beihilfe und Begünstigung zum Völkermord zu zehn Jahren Haft und der Mediziner wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu einer Freiheitsstrafe von 25 Jahren verurteilt. Elizaphan Ntakirutimana wurde im Dezember 2006 aus der Haft entlassen und starb im Januar 2007 im tansanischen Arusha im Alter von 82 Jahren.

Furchtloser Einsatz rettete Hunderten das Leben
Andererseits entschied sich laut Wikipedia nach Ausbruch der Gräueltaten 1994 der damals 30-jährige Carl Wilkens, Direktor der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Ruanda, als einziger US-Amerikaner des Hilfswerks das Land nicht zu verlassen. Er setzte sich für rund 400 Kinder im Waisenhaus Gisimba und für verfolgte Erwachsene ein. Es sei davon auszugehen, dass seine mutige Präsenz als Weißer in der bedrohten Institution Hunderten das Leben gerettet habe. Zudem hätte er mit einem ADRA-Fahrzeug 100 Kinder des Vatier Waisenhaues und weitere Bedrohte über die Kampflinien hinweg mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln versorgt.

Im März 1998 führte die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Ruanda zahlreiche Versöhnungskonferenzen durch, die den offenen Dialog und das Vertrauen zwischen den rivalisierenden Stämmen fördern sollten. Der adventistische Minister Esdras Mpyisi, Berater des früheren ruandischen Königs, leitete die Gespräche, in denen die verfeindeten Gruppen vereinbarten, künftig tolerant und in gutem Einvernehmen zusammen zu arbeiten.

Religionsfreiheit – Adventisten leisten monatlichen Zivildiensttag am Sonntag
Alle Ruander sind verpflichtet, sich am letzten Samstag im Monat gemeinnützig zu betätigen. Die Regierung habe den Adventisten jedoch erlaubt, ihren Teil für den monatlichen Zivildienst „Umuganda“ an jedem ersten Sonntag im Monat zu leisten. Mitglieder der evangelischen Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten feiern den biblischen Ruhetag, den Samstag (Sabbat). Der Minister für Kommunalverwaltung, Anastase Shyaka, bekräftigte gegenüber dem Präsidenten der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), Pastor Ted Wilson, dass sich seine Regierung immer für die Religionsfreiheit einsetzen werde.

Adventisten in Ruanda
In Ruanda mit 13 Millionen Einwohnern feiern 855.000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 1.844 Kirchen und 691 Gruppen jeweils am Samstag, dem biblischen Ruhetag, den Gottesdienst. Die Adventisten unterhalten im Land 46 Grundschulen, 13 weiterführende Schulen, eine Universität mit medizinischer Fakultät, ein Krankenhaus, neun ambulante Kliniken sowie eine Radio- und TV-Station. Die statistischen Daten stammen vom Jahresbericht 2018 der adventistischen Weltkirchenleitung.




Haus Wittelsbach in Bad Aibling feiert Richtfest

Jetzt konnte Heimleiter Michael Mocnik zum Richtfest und gleichzeitig zur Baustellenbesichtigung einladen. Zahlreiche Besucher waren seiner Einladung gefolgt, unter ihnen Bad Aiblings Erster Bürgermeister Felix Schwaller und Kurdirektor Thomas Jahn. Dieter Neef, Finanzvorstand des Trägervereins, begrüßte die Gäste mit den Worten aus dem Bibelbuch Psalm 23: „Ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar“. Darauf nahm Pastor Wolfgang Dorn, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern, in einer kurzen Andacht Bezug. Als kirchlicher Träger der Einrichtung wolle man auch den neuen Baukomplex dem Herrn widmen, in dem sich gut wohnen und bleiben lasse. Da ein derartiges Projekt erhebliche finanzielle Mittel erfordert, war auch Björn Stein angereist. Er repräsentiert die Bank für Kirche und Diakonie, die Teile der Maßnahme finanziert. Mit viel Humor trug Hans Obermeyer den Richtspruch vor. Danach folgte eine zünftige Brotzeit.

Neugierige konnten sich verschiedenen Führungen durch die Baustelle anschließen. Bei einem solchen Rundgang zeigte sich Bad Aiblings Erster Bürgermeister Felix Schwaller tief beeindruckt von dem Neubau und dem pflegerischen Konzept, das hier Einzug halten wird. Für Kurdirektor Thomas Jahn ist eine Einrichtung wie das Haus Wittelsbach eine Werbung für Bad Aibling als attraktive Badestadt. Auch Architekt Thomas Otte und Projektleiter Joachim Vetter beantworteten fachkundig die Fragen der Besucher. Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung bildeten „die vier Hinterberger Musikanten“.

Haus Wittelsbach
Das Senioren- und Pflegheim Haus Wittelsbach im oberbayerischen Bad Aibling ist ein Seniorenheim mit vollstationärer Pflege und Kurzzeitpflege. Der Träger ist der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e.V. mit Sitz in Bad Aibling. Der Verein ist Teil des Sozialwerkes der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Das Haus ist eine „rauchfreie Zone“ und bietet 69 rüstigen und 125 pflegebedürftigen Senioren Platz.

Informationen zum Haus Wittelsbach unter: https://www.seniorenheim-wittelsbach.de/




Staatspräsident von Ruanda eröffnet adventistische medizinische Fakultät

Während der Eröffnungszeremonie, an der regionale Kirchenleiter, Kirchenmitglieder und Regierungsbeamte teilnahmen, informierte Eustace Pennicook, Gründungsdekan der medizinischen Fakultät, dass zunächst vier Hauptgebäude entstanden seien: ein Wissenschaftskomplex mit neun Labors und Vorlesungsräumen, die mit Computern und interaktiven Whiteboards ausgerüstet seien, eine Cafeteria, ein modernisierter Komplex als Studentenwohnheim und ein Gästehausbereich. Die medizinische Fakultät befindet sich auf dem 22 Hektar großen Masoro Hauptcampus adventistischen Universität von Zentralafrika in Kigali.

Weitere Baumaßnahmen geplant
Pastor Blasious M. Ruguri, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Ost- und Zentralafrika, dankte Staatspräsident Kagame für die asphaltierte Straße, welche den Zugang zum Campus erleichtert. Gleichzeitig teilte Ruguri mit, dass die neue medizinische Fakultät ein Projekt sei, das die lokalen finanziellen Möglichkeiten übersteige. Er dankte deshalb der adventistischen Weltkirchenleitung sowie den Kirchenmitgliedern aus der von ihm geleiteten Region für ihre großzügige Unterstützung. Ruguri erinnerte daran, dass künftig noch mehr Land benötigte werde, um weitere Einrichtungen für die Institution zu bauen, darunter ein Universitäts-Lehrkrankenhaus. Die neue medizinische Fakultät soll außer Ruanda auch Äthiopien, der Demokratischen Republik Kongo, Dschibuti, Eritrea, Kenia, Somalia, Südsudan, Tansania und Uganda als Kompetenzzentrum dienen.

Pastor Wilson dankte Staatspräsident Kagame für die Religionsfreiheit im Land. Er forderte die adventistische Kirchenleitung in Ost- und Zentralafrika auf, nicht nur schöne Gebäude zu bauen, sondern auch eine qualitativ hochwertige Ausbildung in ihnen anzustreben.

Kagame verspricht Land und Geld für den Bau eines Lehrkrankenhauses
Staatspräsident Paul Kagame, der von seiner Frau Janet begleitet wurde, lobte die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten dafür, dass sie die Gesundheit zu einer Säule der Evangelisation und Entwicklung gemacht habe. Die Adventisten hätten in Ruanda während 100 Jahren zur Entwicklung des Landes beigetragen. Was die medizinische Fakultät betreffe, so dankte er der Kirche dafür, dass sie ein „ehrlicher Partner“ der Regierung Ruandas sei. „Ich verspreche, Land und Geld zur Verfügung zu stellen, um ein Lehrkrankenhaus für die medizinische Fakultät zu bauen“, sagte Kagame.

Adventisten in Ruanda
In Ruanda, mit 13 Millionen Einwohnern, feiern 855.000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 1.844 Kirchen und 691 Gruppen jeweils am Samstag, dem biblischen Ruhetag, den Gottesdienst. Die Adventisten unterhalten im Land 46 Grundschulen, 13 höhere Schulen, eine Universität, eine medizinische Fakultät, ein Krankenhaus, neun Tageskliniken sowie eine Radio- und TV-Station.




EKD gibt friedenstheologisches Lesebuch heraus

Ein Lesebuch für alle, die sich für den Frieden einsetzen
„Das Lesebuch ist aber nicht nur eine wunderbare Grundlage für eine engagierte Debatte auf der Synode“, betont Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der EKD. „Es bietet all denen innerhalb wie außerhalb der evangelischen Kirche, die sich persönlich für den Frieden einsetzen wollen, einen guten Überblick und Ansatzpunkte für die eigenen Fragestellungen und Themen. Denn wer sich für den Frieden und die Gewaltfreiheit engagieren will, kann ja an ganz unterschiedlichen Stellen ansetzen. Etwa bei der Frage, wie wir uns im Alltag begegnen, beim Umgang miteinander im Netz, politisch im Einsatz für Demokratie und Menschenrechte, im Ausland in der Entwicklungszusammenarbeit oder bei der Frage nach Klimagerechtigkeit.“

Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, der die Entstehung des Buches maßgeblich begleitet hat, hob die Aktualität der Fragestellung hervor: „Angesichts der aktuellen Friedensgefährdungen brauchen wir ein neues Nachdenken über den Frieden. Und wir brauchen gute Beispiele von Friedensstifterinnen und Friedensstiftern, damit deutlich wird, wie Frieden heute möglich ist. Deshalb verbindet das Buch beides: grundsätzliches Nachdenken und eine Fülle beispielhafter Projekte und Entwicklungen.“

Bezugsquelle
Das Buch „Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens. Ein friedenstheologisches Lesebuch“ ist bei der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig erschienen und kostet 35 EUR. Die Printausgabe kann im Buchhandel (ISBN 978-3-374-06058-0) oder unter www.eva-leipzig.de bestellt werden. Online ist der Text unter https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/Lesebuch-Synode-2019.pdf verfügbar.




Bahamas: ADRA und adventistische Kirche helfen Opfern

„Dorian“, ein Hurrikan der Kategorie 5, hat ab dem 1. September während 40 Stunden die Inseln Abaco, Grand Bahama, Bimini und die Beereninseln auf den Bahamas am härtesten getroffen. Winde von mehr als 300 Kilometern pro Stunde seien laut IAD über die nördlichen Bahamas gefegt. Die Kommunikation sei schwierig, besonders auf den Abaco-Inseln, nördlich der Hauptstadt Nassau, wo sich fünf adventistische Kirchen mit über 900 Mitglieder befinden.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA koordiniere von der Hauptstadt Nassau aus die Nothilfe für die Opfer des Hurrikans. Die nationale Katastrophenhilfeorganisation der Bahamas habe die adventistische Kirche gebeten, Baby- und Kinderbekleidung zu liefern. Laut Pastor Kerr werde die Kirche die Hilfspakete bereitstellen und die Mitglieder der Ortsgemeinden mobilisieren, um die Bemühungen zu unterstützen.

„Unser Hauptziel besteht darin, Trinkwasser, Nahrung und Unterkunft, Kleidung sowie Zelte für jene bereitzustellen, die alles verloren haben“, sagte Pastor Peter Kerr, Präsident der überregionalen Kirchenleitung der atlantischen Karibik (Atlantic Caribbean Union). Die Kirche richte Suppenküchen ein und werde Hygieneartikel, Betten, Zelte, Mückenschutzmittel und Generatoren für Schulen und Kirchen verteilen. Gleichzeitig werde auch eine Datenbank von Adventisten erstellt, die bereit seien, jene bei sich aufzunehmen, die keine Unterkunft mehr hätten.

Adventisten auf den Bahamas
Auf den Bahamas, mit rund 354.000 Bewohnern, feiern 20.400 Siebenten-Tags-Adventisten in knapp 60 Kirchen jeweils samstags den Gottesdienst.




Theologische Hochschule Friedensau beteiligt sich an Interkultureller Woche

Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der ThHF seien an der Hochschule Studierende aus 30 Nationen eingeschrieben. Es handele sich um einen Campus auf dem das interkulturelle Miteinander seit 120 Jahren gelinge. Insgesamt seien in Deutschland rund 5.000 Veranstaltungen in mehr als 500 Städten und Gemeinden geplant. Ein Höhepunkt sei in der Region Burg-Genthin am 3. Oktober das große Abschlussfest auf dem Genthiner Marktplatz.

Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche ist eine Initiative der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen mitgetragen. „Der nationale ‚Tag des Flüchtlings‘, dieses Jahr am 27. September, ist Bestandteil der IKW“, so die Initiatoren.

Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- (B.A.) und Master-Studiengänge (M.A.), zum Teil berufsbegleitend, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Informationen: https://www.thh-friedensau.de




„Salz der Erde“

Das Motto des diesjährigen ökumenischen Tages der Schöpfung nahm zum einen Bezug auf das Jesuswort im Matthäus-Evangelium, Kapitel 5, Vers 13: „Ihr seid das Salz der Erde“. Zum anderen auf die großen Salzvorkommen der Stadt. Eröffnet wurde die zentrale Feier vom Vorsitzenden der ACK Deutschland, Erzpriester Radu Konstantin Miron, sowie vom Vorsitzenden der ACK Baden-Württemberg, Prälat Prof. Dr. Traugott Schächtele. Ergänzt wurde das Programm durch Führungen, Aktionen, einer Filmpräsentation und einem Empfang.

Festrede Ministerpräsident Kretschmann
Ministerpräsident Kretschmann nahm in seiner Festrede Bezug auf das Motto „Salz der Erde“ und spendete geistlichen Zuspruch. „Jeder Mensch ist ein ,Initium‘ (lat. Anfang). Er kann kreativ sein und einen Neuanfang beginnen“, so Kretschmann. Er sprach jedoch auch den Umwelt- und Klimaschutz als globale und persönliche Verantwortung an, die es zu erkennen gelte. Darüber hinaus müsse sich der Mensch ein Urteil bilden und für Nachhaltigkeit einsetzen, da die Welt Gottes Gabe an den Menschen sei, die es zu pflegen gelte und die Ehrfurcht verdiene. Zuletzt thematisierte der Ministerpräsident die Wirkung und forderte die Kirchen auf, ihre Idee des guten Lebens in die säkulare Gesellschaft einzuspeisen und nachhaltiges Handeln ermutigend vorzuleben: „Ich glaube, wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir das Ruder noch herumreißen“.

Ökumenischer Festgottesdienst
Im Rahmen des ökumenischen Festgottesdienstes predigte Pastorin Andrea Schneider vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland ebenfalls über das Motto des Schöpfungstages. Niemand könne mehr behaupten, ahnungslos zu sein, wie wir die Natur ausbeuten, so Schneider. Angesichts der drängenden Zeit sei globales Umkehren und Umdenken nötig. Christen könnten „Salz sein“, indem sie beispielsweise auf den Geschmack eines sinnvollen Lebens bringen, verletzte Menschen heilsam behandeln, aber auch „Salz in die Wunden der Gesellschaft streuen“ und sich politisch einmischen. Konkrete Beispiele nannte die Rundfunkpastorin ferner in Bezug auf die Erhaltung der Schöpfung. In diesem Sinne werde eine „konservative Wende“ benötigt. „Damit das Leben Zukunft hat auf unserem schönen Planeten.“

Schöpfungstag an jedem ersten Freitag im September
Seit dem Jahr 2010 feiert die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland jährlich am ersten Freitag im September einen ökumenischen Tag der Schöpfung. Er geht auf eine Anregung des damaligen Ökumenischen Patriarchen Dimitrios I., dem Ehrenoberhaupt der orthodoxen Weltkirche, zurück, einmal im Jahr „gemeinsam zum Schöpfer zu beten“. Dieser Tag wird bundesweit begangen und regt dazu an, das Lob des Schöpfers als Christen gemeinsam anzustimmen und gleichzeitig die eigenen Aufgaben für die Bewahrung der Schöpfung in den Blick zu nehmen.

ACK Deutschland
Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Acht Kirchen, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert rund 50 Millionen Christen in Deutschland. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland („Ökumenische Centrale“) hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der Arbeit der ACK in Deutschland sind das gemeinsame Gebet, die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie der Kontakt zu anderen ökumenischen Einrichtungen.




Bilder entstehen in den Köpfen der Blinden

Blinde spüren, was sie gerade erleben
Die Sprache und die Atmosphäre, die Kultur und das Klima wären nicht nur mit den Augen erfahrbar, sondern auch durch das Hören, Riechen und Schmecken, gibt Thäder zu bedenken. Aber was heißt das konkret? Jeder Ausflug der Blindenfreizeit werde vorab erst einmal ausführlich beschrieben. Außerdem versuche das Team etwas vorzubereiten, was die Teilnehmer ertasten können. Zum Beispiel ein Fühlbild mit dem Grundriss der Stadt, die besucht werden soll oder mit Modellen von markanten Gebäuden. Dieses Jahr gab es laut Pastor Thäder unter anderem Ausflüge in die Straßburger Altstadt, ins Europaparlament sowie zu einem Baumwipfelpfad. Blinde könnten sehr genau spüren was sie gerade erleben: den Wind in den Baumwipfeln, die sakrale Stimmung einer Kirche oder die Atmosphäre eines Parlamentsgebäudes.

Alle zwei Jahre eine Blindenfreizeit
„Die Freizeitteilnehmer genießen den Austausch unter Mitbetroffenen, außerdem trauen sie sich in der Gruppe Dinge, die sie sich alleine nicht zutrauen“ so der Leiter der Hope Hörbücherei. Abends hätten sich die 19 Blinden und Sehbehinderten erzählt, was sie am Tag „gesehen“ haben. Denn in den Köpfen der Blinden entstünden Bilder der Dinge, die sie gespürt, gehört, gerochen und geschmeckt haben, erläutert Thäder. Die diesjährige Blindenfreizeit fand vom 1. bis 15. August im „Haus Schwarzwaldsonne“ in Freudenstadt statt. Die Teilnehmer kamen aus Deutschland und Österreich. Die Freizeit 2019 wurde durch die „Aktion Mensch“ gefördert.

„Alle zwei Jahre organisieren wir solch eine Freizeit“, so Thäder. Der Veranstalter ist das Advent-Wohlfahrtswerk, das Sozialwerk der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Verantwortlich für die Durchführung ist der Leiter der Hope Hörbücherei des Medienzentrums „Stimme der Hoffnung“. Die nächste Blindenfreizeit ist für Sommer 2021 vorgesehen.

Hope Hörbücherei
Der Dienst der Hope Hörbücherei wurde 1964 als Blindenhörbücherei der STIMME DER HOFFNUNG ins Leben gerufen. Jeder, der sehbehindert oder blind ist, kann christliche Zeitschriften und andere Veröffentlichungen auf DAISY-CD, MP3-CD oder Audio-CD und Bücher auf DAISY-CD, MP3-CD gesprochen kostenlos ausleihen. Der Verleih von mehreren Hörbüchern auf einer SD-Karte ist möglich. Ältere Buchtitel gibt es auch noch auf Kassetten. Weitere Informationen unter: https://www.blindenhoer-buecherei.de/




Weltkirchenleitung der Adventisten will Haltung zur Abtreibung klären

Das Biblische Forschungsinstitut (Biblical Research Institute, BRI) der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), das für die Kirche biblische und theologische Fragen bearbeitet, wurde vor zwei Jahren mit der Ausarbeitung einer Stellungnahme beauftragt, die biblische Prinzipien berücksichtigt, die für die Diskussion über Abtreibung relevant sind. Der BRI-Ethikausschuss hat im ständigen Austausch mit der Gesundheitsabteilung der Weltkirche sowie mit dem Bioethik-Ausschuss der Generalkonferenz mehrere Entwürfe für eine Stellungnahme zur Abtreibungsfrage verfasst. Zum Bioethik-Ausschuss gehören Vertreter der adventistischen Universitätskliniken und weiterer medizinischer Einrichtungen der Kirche sowie von der Kirche unabhängige adventistische Gesundheitsfachkräfte und Mediziner.

Zusammensetzung der Arbeitsgruppe zur Entwicklung der offiziellen Stellungnahme
Am 27. August hat der Verwaltungsausschuss der Weltkirchenleitung (General Conference Administrative Committee, ADCOM) eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um eine Beschlussvorlage zur offiziellen Stellungnahme zum Thema Abtreibung vorzubereiten. Die Arbeitsgruppe leitet Arthur Stele, einer der sechs Vizepräsidenten der Weltkirchenleitung. Die 26-köpfige Gruppe umfasst 20 Männer und sechs Frauen aus den kirchlichen Abteilungen Gesundheit, Frauen, Familie, Bildung, Kinder sowie Öffentliche Angelegenheiten und Kommunikation. Zur Gruppe gehören auch Fachleute aus den Bereichen Ellen G. White Nachlassverwaltung, Biblisches Forschungsinstitut (BRI), adventistische Seelsorger an Institutionen (Chaplaincy Ministeries), Büro für Rechtsberatung der Weltkirchenleitung, Top-Management und der nordamerikanischen Kirchenzeitschrift Adventist Review. Die 26 Mitglieder der Arbeitsgruppe stammen aus 24 Ländern.

Aufgabe der Arbeitsgruppe und weiteres Vorgehen
Die Aufgabe der Arbeitsgruppe besteht laut Stele darin, die 1992 publizierten Richtlinien (Guidelines) zur Abtreibung und die Vorarbeiten des BRI-Ethikausschusses zu begutachten sowie „Beiträge und Rückmeldungen aus einer Vielzahl von Quellen, einschließlich jener des Bioethik-Ausschusses der Weltkirchenleitung, zu untersuchen und zu prüfen“. Im Weiteren gehe es darum „einen Vorschlag einer einheitlichen Stellungnahme vorzubereiten, der auf biblischen Prinzipien beruht, welche die Heiligkeit des Lebens unterstreichen und die außergewöhnlich schwierigen Fälle und Umstände berücksichtigen, mit denen Frauen konfrontiert sind“.

Das von der Arbeitsgruppe erstellte Dokument soll am 1. Oktober dem Verwaltungsausschuss der Weltkirchenleitung (ADCOM) vorgelegt werden. Dieser entscheidet, ob er den Vorschlag der Arbeitsgruppe dem Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung (General Conference Executive Committee, GC-EXCOM) anlässlich der Jahressitzung vom 9. bis 16. Oktober in Silver Spring, Maryland/USA, zur Annahme empfiehlt.

Die Richtlinien zum Thema Abtreibung (1992), auf Deutsch sind im Internet zu finden unter: http://bit.ly/2k0Rrcq

Richtlinien zur Abtreibung (1992), auf Englisch:
https://www.adventist.org/en/information/official-statements/guidelines/article/go/-/abortion/




„Aufbruch Ökumene“

„Ich bete darum, dass der Heilige Geist uns zugleich Beine macht und den nötigen Rückenwind gibt“, sagte Bedford-Strohm in Bezug auf die Überwindung von Trennungen zwischen den Konfessionen am Beispiel des gemeinsamen Abendmahls. „Aufbruch Ökumene“ könne man sowohl beschreibend, als auch richtungsweisend verstehen. Der EKD-Ratsvorsitzende hob unterschiedliche Schlaglichter der zwischenkirchlichen Beziehungen in den letzten Jahren hervor. Gerade im diakonischen Handeln sei mehr Ökumene nötig und auch möglich.

Die Feier des Reformationsjubiläums im Jahr 2017 habe sowohl den Schmerz über Trennung deutlich gemacht, als auch eine Spirale der Wertschätzung angestoßen. Dies dürfe sich aber nicht allein auf die beiden großen Kirchen in Deutschland beziehen: „Wir müssen uns noch mehr von der bilateralen zur multilateralen Ökumene bewegen!“, so der Ratsvorsitzende. Bedford-Strohm schloss mit einem Ausblick und persönlichen Wünschen für die Entwicklung zwischenkirchlicher Beziehungen in der Zukunft.

Konfessionskundliches Institut Bensheim
Das Konfessionskundliche Institut wurde 1947 in Bensheim an der Bergstraße gegründet. Träger des Instituts ist der Evangelische Bund e.V. Als ökumenewissenschaftliches Arbeitswerk beobachtet und bewertet es unter anderem die aktuellen Beziehungen zwischen den christlichen Kirchen. Die Arbeit des Instituts wird zudem von der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Evangelischen Kirche der Pfalz finanziell getragen. Weitere Informationen: www.konfessionskundliches-institut.de




„Zehntenhäuser“ für adventistische Selbstversorger im Südpazifik

Nach Vorbild der Bibel
So wie die israelitischen Hirten jedes zehnte Tier Gott als Zehnten gegeben hätten (Die Bibel in 3 Mose 27,30+32), so werde jede zehnte Süßkartoffel, Jamwurzel, Wasserbrotwurzel oder Banane in das „Zehntenhaus“ gelegt. Im Gebiet des Südpazifiks seien diese „Zehntenhäuser“ und die darin gelagerten Kirchengelder in Form von Naturalien Ausdruck der Treue jener Menschen, die erkannt hätten, dass Gott es sei, der ihnen alles gebe, so Townend. Der Bezirkspfarrer sammle jeweils diese Zehnten, trage sie auf den Markt, verkaufe sie und übergebe das gelöste Bargeld dem örtlichen Büro der adventistischen Kirchenleitung.

Bargeldlos spenden per App
In australischen Kirchengemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten könne es auch passieren, dass kaum jemand etwas für die Kollekte gebe, die im Gottesdienst gesammelt wird. Dennoch seien Spenden und Zehnten an die Kirche gewachsen so Townend. Da viele Leute ohne Bargeld unterwegs seien, habe die Kirche die App „egiving“ eingerichtet, über die man den Zehnten und die Gaben bargeldlos überweisen könne.

Mehr dazu: https://egiving.org.au/




Australien: Obdachlos für einen guten Zweck

Bei über 400 Menschen, die jede Nacht Obdachlosigkeit in der Gegend erleben, sah Casey Wolverton, Pastor in der Glenvale Seventh-day Adventist Church, Handlungsbedarf. „Wir haben eine der größeren Kirchen hier in Toowoomba…. also denke ich, dass wir Verantwortung übernehmen und nach Lösungen suchen sollten“. So verbrachte er sogar eine ganze Woche auf der Straße. Über 7.600 Dollar (6.850 Euro) wurden von den Adventisten in dieser Nacht gesammelt, wobei die jüngeren Teilnehmer die größeren Summen erzielten. Der Jüngste, ein 10-Jähriger, sammelte fast 400 Dollar (360 Euro) für das Projekt.

Aktion „Eine Woche Obdachlos 2019“

Das Projekt wurde im Rahmen der Nationalen Obdachlosen Woche von der gemeinnützigen Organisation Base Services organisiert. Die Organisation bietet den Bedürftigen Lebensmittel, warme Kleidung und andere Annehmlichkeiten sowie Hilfen zur Unterkünften und Gesundheitsdiensten. Hauptorganisator des Projekts war Nat Spary. Spary leitet eine Suppenküche (Base Soup Kitchen) für Obdachlose in der Region, in der sich auch Adventisten regelmäßig engagieren. Das gesamte Projekt der Obdachlosenwoche brachte über 100.000 Dollar (90.000 Euro) für die Suppenküchenarbeit ein.




Evangelische Friedensarbeit: 80 Jahre nach Beginn des zweiten Weltkrieges Frieden wieder in Gefahr

Der Frieden wieder in Gefahr
„80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs ist der Frieden wieder in Gefahr“, mahnt Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Derzeit gebe es zahlreiche gewaltsam ausgetragene Konflikte und Kriege. Menschen würden aus Furcht vor Gewalt und Verfolgung ihre Heimat verlassen und Rüstungsexporte dazu beitragen, dass Konflikte nicht friedlich gelöst werden könnten, kritisiert auch Lutz Krügener, einer der Sprecher der EAK und Friedensbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. „Deutschland ist eine der größten Rüstungsexportnationen und hat an dieser Entwicklung einen wesentlichen Anteil“, so Krügener.

Mehr finanzielle Mittel für zivile Konfliktbearbeitung
Eine deutsche Verantwortung für den Frieden in der Welt sollte nach Ansicht der Evangelischen Friedensarbeit aber eher darin bestehen, sich für Versöhnung und Gerechtigkeit einzusetzen, betont Renke Brahms. „Dazu gehört, dass finanzielle Mittel für eine zivile Konfliktbearbeitung auszubauen und die Friedens- und Freiwilligendienste national wie international stärker zu unterstützen sind.“ Ebenso gelte es, den Klimaschutz massiv auszubauen, um eine weitere Ursache für Krieg und Flucht einzugrenzen.

Eine atomwaffenfreie Welt
Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg verlange auch die Forderung nach einer atomwaffenfreien Welt, betont die Evangelische Friedensarbeit. „Der Zweite Weltkrieg endete durch den Abwurf zweier Atombomben auf Japan, die Hundertausenden den Tod brachten, mit Folgen bis heute für die Opfer. 80 Jahre später wollen die Atommächte ihre Arsenale modernisieren und aufrüsten, gleichzeitig werden Abrüstungsverträge gekündigt. Damit steigt die Gefahr eines nuklearen Konflikts. Dem muss sich entgegengestellt werden“, so der EKD-Friedensbeauftragte.

„Die Opfer des Zweiten Weltkriegs sind auch 80 Jahre nach dessen Beginn eine laute und andauernde Mahnung für den Frieden“, stellte Renke Brahms fest. Direkt nach dem Krieg hätten die Kirchen der Welt betont, dass Krieg nach Gottes Willen nicht sein solle. „Dem sind Christinnen und Christen bis heute verpflichtet.“

Der Wortlaut des EAK-Aufrufs findet sich bei: https://static.evangelisch.de/get/?daid=y82zK2PrZ9qUs9ypa_mCjbHI00237231&dfid=download

EAK
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für diejenigen, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Sprecher im Bundesvorstand der EAK sind Wolfgang Buff, Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), und Lutz Krügener, Friedensbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover. Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wird im EAK-Vorstand und in der Mitgliederversammlung von Dr. Horst Sebastian vertreten, Leiter des Referats Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Weitere Informationen: www.eak-online.de




Pfadfinder: Oshkosh/USA - ein Camp der Rekorde

Rekorde
Am Ende des weltweiten Treffens mit über 50.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben sich 13.309 Personen zusammengestellt und das größte jemals in dieser Art gestaltete Kreuz geformt. Unterstützt wurde der Rekordversuch von der Vereinigung adventistischer Lagerprofis (Association of Adventist Camp Professionals).
Ein weiterer Rekord war ein Halstuch aus über 91 Meter Stoff (300 feet) mit einem Gewicht von fast 2 Tonnen (4.000 US pounds). Über 300 freiwillige Helfer hatten 2.252.544 Nähte verarbeitet. Die Pastorenabteilung (Ministerial Department) der teilkontinentalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Nordamerika (NAD) trat hier als Sponsor auf. Beide Aktionen wurden erfolgreich im Guinness Buch der Weltrekorde eingetragen.

Glaubenstaufen

Während der fünf Camporéetage seien auch 1.311 Pfadfinder durch Untertauchen nach biblischem Vorbild getauft worden und hätten sich so der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten angeschlossen, berichtete Ronald H. Whitehead, Direktor des Zentrums für Jugendevangelisation (Center for Youth Evangelism CYE) an der Andrews Universität, Michigan/USA. Allen Getauften wurde eine Taufurkunde, ein Handtuch (wurde bei der Taufhandlung gebraucht), eine Bibel und eine Anstecknadel als Erinnerung an dieses Ereignis überreicht.

Über 61.000 € an Spendenaufkommen
Beim Gottesdienst am Samstagmorgen spendeten die Pfadfinder den Gesamtbetrag von 68.5333 US$ (61.440 Euro). Die größte Onlinespende betrug 4.900 US$ (4.393 Euro), der größte Einzelbetrag in bar vor Ort 1.000 US$ (897 Euro). Damit fehlten nur 31.467 US$ (28.210 Euro) an dem gesteckten Sammlungsziel von 100.000 US$ (89.650 Euro), so einer der Organisatoren des Pfadfindercamps. Der Erlös ist für Projekte wie die weltweite Vereinigung adventistischer Luftfahrt (Adventist World Aviation), Pfadfinder Evangelisation in Kuba und die Aktion „Bible & Buck“ (eine Bibel und 1 Dollar Porto für den Versand von Bibeln in den Ländern, in denen es wenige Bibeln gibt) gedacht.

Oshkosh 2024
In 5 Jahren wird das nächste große internationale Pfadfinderlager in Oshkosh, Wisconsin/USA ausgerichtet. Es findet vom 12.-17. August 2024 unter dem Motto: „Believe the Promise“ (Glaubt der Verheißung) statt. Der Ticketverkauf hat begonnen. Für die ersten 2.500 Tickets gibt es eine der begehrten Anstecknadeln. Infos unter https://camporee.org/.




Internationale Altaistik-Konferenz in Friedensau

Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der adventistischen Theologischen Hochschule Friedensau kooperiert in Deutschland die PIAC mit dem Institut für Turkologie der Freien Universität Berlin. An der 62. Jahresversammlung nahmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über einem Dutzend Länder und Regionen teil. Sie kamen aus Japan, Korea, Russland, China, Taiwan, Kirgisistan, Kasachstan, Ungarn, Frankreich, der Mongolei, Türkei, den USA und Deutschland. Themen der aktuellen Tagung waren verschiedene Religionen wie der alttürkische Tengrismus und der Buddhismus, insbesondere ihr Verhältnis zum weltlichen Staat. Neben den Tagungsthemen stand auch die Erkundung der Region auf dem Programm. So wurden unter anderem der Dom in Magdeburg und die hugenottische Petrikirche in Burg bei Magdeburg besucht.

Friedensauer Hochschule
Die Theologische Hochschule Friedensau wurde 1899 gegründet und ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, sowie der Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. Weitere Informationen unter: www.thh-friedensau.de

Informationen zur PICA unter http://www.altaist.org/




Erstmals eine Frau zur Generalsekretärin von „Religions for Peace“ gewählt

Prof. Dr. Azza Karam
Laut einer Medienmitteilung von Religions for Peace wurde Azza Karam 1968 in Kairo/Ägypten geboren. Die Muslimin ist Staatsbürgerin der Niederlande und Professorin für Religion und Entwicklung an der Vrije Universität in Amsterdam. Zudem arbeitet sie aktuell für die Vereinten Nationen zu Fragen rund um Religion, Entwicklung und Demokratie. Die gebürtige Ägypterin arbeitete unter anderem als leitende Beraterin (Senior Advisor) für Kultur beim Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und als Koordinatorin einer interdisziplinären Arbeitsgruppe für Religion und Entwicklung der Vereinten Nationen, wo sie ein interreligiöses Netzwerk für Bevölkerung und Entwicklung mit über 600 religiösen Organisationen aus aller Welt koordinierte. Seit den 1990er Jahren hat sie in verschiedenen Funktionen für eine Reihe von internationalen Organisationen gearbeitet.

Margot Kässmann ins Leitungsgremium von „Religions for Peace“ gewählt
Auch die deutsche Theologin Margot Kässmann, ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017 wurde in das Leitungsgremium von „Religions for Peace“ gewählt. In einem Interview mit domradio.de meinte sie nach ihrer Wahl: „Die Friedensfrage ist mir seit vielen Jahrzehnten ein Herzensanliegen. Ich denke, dass Religionen jetzt dringend zum Frieden beitragen müssen, weil sie doch allzu oft benutzt werden und sich benutzen lassen, um bewaffnete Konflikte zu verschärfen.“




Verlässliches Ausschiffungssystem für Gerettete gefordert

Pressekonferenz
Noch am Morgen hatten die Organisationen SOS MEDITERRANEE und Ärzte ohne Grenzen zu einem Pressegespräch nach Berlin geladen. Dort schilderten beide Hilfsorganisationen die Lage auf dem Rettungsschiff Ocean Viking und forderten einen sicheren Hafen für die 356 Geretteten sowie ein verlässliches Ausschiffungssystem. „Die europäischen Staaten müssen dafür Sorge tragen, dass sich die Blockade von Rettungsschiffen auf See nicht wiederholt!“.
Anfang August startete die Ocean Viking ihren Einsatz in internationalen Gewässern im Mittelmeer. In der Zeit vom 9. bis 12. August nahm das Schiff insgesamt 356 Schiffbrüchige an Bord und versorgte sie seit mittlerweile 13 Tagen. „Das Schiff kann 200 Personen für einige Tage gut versorgen, wir brauchen jetzt eine kurzfristige Lösung für die Ocean Viking,“ so Jana Ciernoch, Politische Referentin von SOS MEDITERRANEE. Der Konferenz zugeschaltete Crewmitglieder berichteten über die angespannten Zustände an Bord und Schicksale der Geretteten. Über 90 unbegleitete Minderjährige seien unter den Geflüchteten. Die Geretteten seien traumatisiert, berichten von dramatischen Erlebnissen in libyschen Flüchtlingslagern sowie von körperlichen und sexuellen Gewalttaten. Auch gegenüber Minderjährigen. „Einige Gerettete trieben über 40 Stunden auf dem Wasser, bis wir sie gefunden haben. Sie sind dehydriert, hungrig und geschwächt, benötigen medizinische und psychologische Hilfe,“ ergänzte Max Avis, Rettungskoordinator von SOS MEDITERRANEE aus Marseille.

Mit den Geretteten hatte die Ocean Viking in internationalen Gewässern zwischen Italien und Malta ausgeharrt und wartete auf eine Einfahrgenehmigung. Die Vorräte gingen zur Neige, Brauchwasser wurde bereits rationalisiert, viele Gerettete schliefen wegen Platzmangels an Deck.

Appell an EU-Staaten

Beide Hilfsorganisationen appellierten an die Staaten der Europäischen Union, endlich einen sicheren Hafen für die Geretteten zu öffnen. „Und es braucht ein verlässliches Ausschiffungssystem für Gerettete, statt jedes Mal wieder neu diskutieren zu müssen. Das ist wie bei anderen Rettungseinsätzen, es bleibt keine Zeit lange zu klären, in welches Krankenhaus Gerettete gebracht werden dürfen,“ appellierte Florian Westphal, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen. „Solange es keine menschenwürdige Lösung gibt, werden wir weiter Menschenleben retten. Niemand darf auf See sterben,“ fügte Jana Ciernoch abschließend hinzu. Die Organisationen verwiesen auf das geltende Seerecht, wonach Staaten schnellstmöglich einen sicheren Hafen für aus Seenot Gerettete zur Verfügung stellen müssen. Die Ocean Viking ist derzeit das einzige Rettungsboot, welches im Mittelmeer unterwegs ist.

Nach der heute gefundenen europäischen Lösung zeigte sich SOS MEDITERRANEE erleichtert. Bevor die Ocean Vking so schnell wie möglich in den Rettungseinsatz im zentralen Mittelmeer zurückkehren kann, muss die Crew wechseln, sowie Treibstoff und weitere Vorräte an Bord gebracht werden.

Der Einsatz von SOS MEDITERRANEE und Ärzte ohne Grenzen wird durch ein Bündnis von Hilfsorganisationen, darunter ADRA Deutschland e.V., unterstützt.




Kolumbien: Venezolanische Migranten erhalten Hilfe für Start-ups

Die Familien haben Werkzeuge, Öfen, industrielle Lebensmittelmaschinen sowie Rohstoffe dazu Nähmaschinen, Drucker und Fast-Food-Karren, zum Verkauf auf den Straßen sowie weitere Ausrüstungen erhalten. Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Kolumbien hat allen Familien einen Korb mit Lebensmitteln und Spiele für die Kinder ausgegeben. Elf Stunden seien die Familien über die Verwendung der Geräte, den Verkauf von Produkten und die Verwaltung ihrer kleinen Unternehmen geschult worden, berichtet die Kommunikationsabteilung der Siebenten-Tags-Adventisten in Kolumbien. Die Geschäftsinhaber werden einmal im Monat mit den Mitarbeitenden der Universität zusammentreffen, damit diese die Projektentwicklung begleiten und unterstützen können.

Ermöglicht wurde das Projekt durch Gelder, Lebensmittel und Rohstoffe, die von Adventisten und nichtadventistischen Familien für das Projekt zur Verfügung gestellt wurden. Sie haben auch den Transport organisiert, um die Waren zu den Häusern der Begünstigten zu bringen. Im November sollen weitere 20 Familien vom Projekt profitieren.




Iran verschärft Verfolgung von Menschen, die vom Islam abfallen

„Nur die Aufmerksamkeit der Welt hält diese Menschen am Leben“
Nichtmuslime werden laut IGFM im Iran seit der islamischen Revolution systematisch diskriminiert. Angehörigen „geschützter Religionen“ – Christen, Juden und Zoroastrier – wird lediglich ein Existenzrecht „gewährt“. Andersgläubige, Atheisten und Christen, die früher Muslime waren, sind praktisch rechtlos. „Die iranischen Behörden missachten systematisch bindende Verträge des Völkerrechtes und sogar das eigene iranische Recht“, kritisiert der Sprecher des IGFM Vorstands, Martin Lessenthin, „nur die Aufmerksamkeit der Welt hält diese Menschen am Leben“. Der Iran sei der bedeutendste unter den wenigen Staaten, die sich weigern, die UN-Antifolterkonvention zu ratifizieren, schreibt die Menschenrechtsorganisation.

Beispielhaft nennt die IGFM den iranischen Konvertiten Ebrahim Firoozi. Wie viele frühere Muslime ist er seit Jahren im Visier des iranischen Geheimdienstes – vor allem, weil er nicht aufhört, über seinen neuen Glauben zu sprechen. Nach mehreren Verhaftungen ist der inzwischen 34-jährige Iraner im Jahr 2015 zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er wollte christliche Hauskreise gründen. Die iranische Justiz sah darin den Versuch „eine Gruppe mit der Absicht zu gründen, die nationale Sicherheit zu stören“. Ob er nach den fünf Jahren Gefangenschaft tatsächlich aus dem Rajaee Shahr-Gefängnis im nordiranischen Karaj freigelassen wird, ist nach den Erfahrungen der IGFM völlig offen. Politische Gefangene würden vielfach nicht nur völlig willkürlich verhaftet, sondern auch ebenso willkürlich weiter gefangen gehalten.

Willkür und Folter, damit Konvertiten wieder Muslime werden

Ein anderer christlicher Konvertit berichtete der IGFM, dass er in einer mit 80 Häftlingen vollgestopften, fensterlosen und unterirdischen Zelle eingesperrt gewesen sei, die für 20 Personen angelegt war. Der Iraner sei allein wegen seiner christlichen Gemeindearbeit willkürlich verhaftet, misshandelt und gefoltert worden – obwohl er in keiner Weise gegen iranisches Recht verstoßen habe. Durch die Tritte bei „Verhören“ habe er innere Verletzungen erlitten. Ärzte des Gefängnisses und eines Zivilkrankenhauses hätten über ein Jahr lang gefordert, dass er wegen der Misshandlungen operiert werden müsse – doch die Behörden hätten ihm die dringend notwendige Hilfe verweigert. Der Konvertit habe monatelang kein Sonnenlicht gesehen. In der Einzelhaft habe das Kunstlicht in seiner winzigen Zelle Tag und Nacht gebrannt. Eine Matratze habe er nur kurz gehabt, nachdem er nach einem „Verhör“ in ein Krankenhaus eingeliefert worden sei. Als die Wärter ihn wieder abholten, hätten sie ihn vor dem schockierten Krankenhauspersonal geschlagen und gedemütigt. Seine Peiniger hätten ihm immer wieder deutlich gemacht, dass es nur einen einzigen Weg in die Freiheit gäbe: Er müsse wieder Muslim werden. Letztlich sei er dennoch entlassen worden, so IGFM. Westliche Politiker hatten sich mehrfach direkt für seine Freilassung eingesetzt und damit die iranische Führung unter Druck gesetzt.




UN-Gedenktag für Opfer religiöser Gewalt

Der Entwurf zur Resolution war vom polnischen Außenminister Jacek Czaputowicz eingebracht und von acht weiteren Staaten unterstützt worden. Die Resolution verurteilt jede Art von Gewalt gegen Personen auf der Grundlage ihrer Religion oder Weltanschauung sowie jeden direkten Angriff gegen deren Häuser, Geschäfte, Unternehmen, Schulen, Kulturzentren und Gebetsstätten sowie Anschläge auf Personen, religiöse Stätten und Heiligtümer. Dies verstoße gegen das Völkerrecht, heißt es im Dokument. Es sei eine der Hauptaufgaben von Staaten, die Menschenrechte zu schützen und zu fördern. Das beinhalte auch den Schutz von Personen, die zu religiösen Minderheiten gehörten, einschließlich ihres Rechts, ihre Religion oder Weltanschauung frei auszuüben.

Demnach sei es auch wichtig, dass die bestehenden Vorschriften besser in den Rechtssystemen umgesetzt und durchgesetzt werden, damit Individuen vor Diskriminierung und Hassverbrechen geschützt seien.

Christen stark von Diskriminierung und Gewalt betroffen
Die Christen sind mit Blick auf globale Religionen weltweit am stärksten von religiös motivierter Gewalt betroffen, wie das Pew Research Center in Washington/USA herausfand. Der jüngste unabhängige Bericht im Auftrag des britischen Außenministers bestätigt diese Einschätzung, so Open Doors Deutschland, ein christliches Hilfswerk, das sich für verfolgte Christen einsetzt.

Der Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode, begrüßt den neuen UN-Gedenktag und erinnert an die Millionen Christen, die verfolgt werden: „In zahlreichen Ländern gibt es keine oder nur eine sehr eingeschränkte Religionsfreiheit. Christen in vielen islamisch geprägten Ländern sind wegen ihres Glaubens hohem gesellschaftlichen Druck, Anfeindungen und Hass ausgesetzt. In China übt die Regierung systematisch Druck auf alle Andersdenkenden aus. Besonders im Visier sind Mitglieder nicht registrierter Kirchen, weil sie ihre Loyalität zu Jesus Christus über die zu Staatschef Xi Jinping stellen. Im Iran und weiteren Ländern drohen Konvertiten zum christlichen Glauben Haft und sogar die Todesstrafe. All‘ dies sind weitere Formen von Gewalt.“

Tödliche Angriffe auf Christen und Kirchen
Open Doors veröffentlicht jährlich den Weltverfolgungsindex, der die 50 Länder auflistet, in denen die Situation für Christen am schwierigsten ist. Aus der Ausgabe 2019 geht hervor, dass zwischen November 2017 und Oktober 2018 in den 50 untersuchten Ländern mehr als 4.100 Christen aus religiösen Gründen getötet wurden, darunter 3.700 allein in Nord- und Zentralnigeria.

An Ostern 2019 starben bei Angriffen auf drei Kirchen in Sri Lanka mehr als 250 Menschen; 176 Kinder verloren Mutter oder Vater oder beide Elternteile; einige Familien verloren alle ihre Kinder. Anfang dieses Jahres kamen bei einem Angriff in einer Kirche auf den Südphilippinen 20 Menschen ums Leben. In Indonesien griffen Selbstmordattentäter 2018 an einem einzigen Tag drei Kirchen an.

Zum Weltverfolgungsindex von Open Doors:
https://www.opendoors.de/christenverfolgung/weltverfolgungsindex.

Zur TV-Serie „Gesichter der Verfolgung“:
https://www.hopechannel.de/tv/mediathek/serie/ml/gesichter-der-verfolgung/




Adventisten: Resilienz im Zentrum des Aktionstages am 24. August

Resilienz
In diesem Jahr geht es um Gottes Weg zur Resilienz. Nach Dr. Julian M. Melgosa, assoziierter Leiter der Erziehungsabteilung der Weltkirchenleitung, geht es um „die Fähigkeit, sich von Unglücksfällen [zu] erholen oder sich Veränderungen anpassen zu können.“ Diese Art von Resilienz sei die Fähigkeit, sich gut anzupassen, wenn man mit einem verstörenden Ereignis wie Unglücksfällen, Verletzungen, tragischen Ereignissen, Bedrohungen und anderen Stressauslösern konfrontiert wird. Dazu gehöre auch häusliche und sexuelle Gewalt.

Schwerpunkttag am vierten Samstag im August
Im Jahre 2001 hat die Weltkirchenleitung der Adventisten erstmalig einen Aktionstag zur Prävention von Missbrauch ausgerufen. 2014 wurde er in „enditnow (jetzt beenden) Schwerpunkttag“ umbenannt. Beim „enditnow“-Tag gestalten Frauen auf der ganzen Welt Gottesdienste und Seminare, in denen sie darauf hinweisen, wie wichtig es ist, dass die Kirche das Problem von Missbrauch und Gewalt nicht verschweigt.

Materialpakete
Von der Webseite adventistischer Frauen im deutschsprachigen Raum können Materialien zu diesem Tag heruntergeladen werden (www.sta-frauen.de). Dazu gehören formulierte Referate, Power-Point-Präsentationen sowie ausgearbeitete Seminare zu den Themen „Heilsames Denken“ und „Vergebung“. Es heißt dort zu den Beweggründen: „Obwohl für viele Menschen ein unbequemes Thema, ist es immer deutlicher geworden, dass Missbrauch ein ernsthaftes Problem für Christen, [auch] Siebenten-Tags-Adventisten ist.“ Missbrauch in jeglicher Form entstelle den Leib Christi – das gelte sowohl für Opfer und Täter als auch für die Kirchengemeinde, die mit den verletzten Mitgliedern zurückbleibe.

enditnow
Bei einem „enditnow-Schwerpunkttag“ sagen Siebenten-Tags-Adventisten ein deutlichen NEIN zu jeglicher Form von Gewalt. An diesem Tag bieten sich Möglichkeiten für örtliche Kirchengemeinden, das Thema anzusprechen und damit zu enttabuisieren, das Schweigen zu brechen, Kirchenmitglieder und Kirchenleiter für diese Problematik zu sensibilisieren, die Gesellschaft zu informieren und den Opfern Hilfsangebote zu eröffnen.




Gemeinsame Zukunft als Ziel der 10. Weltkonferenz „Religions for Peace“

Etwa 800 hochrangige religiöse Führer, Jugendliche und gläubige Frauen der großen Weltreligionen wie Bahá’í, Buddhisten, Christen, Hindus, indigenen Religionen, Jain, Juden, Islam, Sikh, Zoroastri werden von 100 Vertretern von Regierungen, zwischenstaatlichen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen unterstützt, um in den vier Konferenztagen, nach Aussagen der Veranstalter, weitreichende Partnerschaften zum Wohle der Allgemeinheit aufzubauen. Das Motto der Tagung lautet: „Sorge für unsere gemeinsame Zukunft – durch Förderung des positiven Friedens“.

Die Versammlung selbst sei eine Zeit multireligiösen Handelns. Religionsführer aus Konfliktzonen würden an Konfliktmediationssitzungen unter weiteren Religionsführern und anderen wichtigen Interessengruppen teilnehmen. Diese privaten Friedensgespräche hätten bei früheren Konferenzen zu sehr positiven Ergebnissen auf dem Balkan, in Westafrika, im Nahen Osten, in Sri Lanka und Indonesien geführt. Nationale interreligiöse Räte (IRCs) und Gruppen würden bewährte Praktiken austauschen, um besser gerüstet zu sein, konkrete Maßnahmen vor Ort in ihren eigenen Ländern zu ergreifen.

Die 1970 in Kyoto/Japan gegründete Versammlung Religions for Peace ist seit 1973 als Nichtregierungsorganisation bei den Vereinten Nationen akkreditiert und hat ihren Sitz in New York/USA. Alle 5 – 7 Jahre organisiert die Organisation eine Weltversammlung. Bei dem diesjährigen Treffen stehen zwei konkrete Ziele auf der Agenda: Nach den Anschlägen auf Kirchen in Sri Lanka und eine Moschee in Christchurch sollen mit Hilfe einer globalen Bewegung sogenannte „Schutzringe“ um religiöse Stätten errichtet werden. Zweitens sollen die Rechte afrikanischer Frauen gestärkt und sie besser vor sexueller Gewalt geschützt werden.

Weiter will die Konferenz Friedensprozesse vorantreiben und sich für Zusammenarbeit, Menschenrechte, Klimawandel und Umweltschutz einsetzen. Am Rande der Tagung finden außerdem Gespräche zwischen Konfliktparteien aus Myanmar, Bangladesch, Nord- und Südkorea und Süd-Sudan statt.

Der Künstler Gisbert Baarmann hat aus Anlass der Weltkonferenz die 7,5 Meter hohe Skulptur „Ring of Peace“ (Friedensring) aus Lärchenholz im Luitpoldpark am Ufer des Bodensees geschaffen. 36 Hölzer aus aller Welt sind darin verarbeitet. Der sogenannte „Möbiusring“ steht als Symbol für den Frieden unter den Religionen, ohne oben und unten, innen und außen.




Adventisten: großes soziales Engagement bei Pfadfindertreffen

„Talente“ in Portugal
Die Idee in Portugal war einfach und wirkungsvoll: Pfadfinder waren eingeladen, an Themenworkshops teilzunehmen, in denen sie neben dem Erlernen von Fertigkeiten auch einige kleine Perlen, die sogenannten „Talente“ und eine sehr wertvolle „Josua-Karte“ (im Wert von je 50 Talenten) erwarben. Diese Talente konnten sie im eigens dazu organisierten Lagerleben (ein spezielles Programm, bei dem Pfadfinder Essen oder Aktivitäten kaufen konnten) ausgeben. Es gab aber auch eine andere Möglichkeit. Die fast 4.000 Pfadfinder wurden über das Hilfsprojekt der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA zur Unterstützung von 30 Kindern in São Tomé informiert, so dass ihre Spenden (in Form der „Talente“ und „Karten“) dazu beitragen würden, die bedürftigen Kinder ein ganzes Jahr lang zu ernähren und zur Schule zu schicken. Sponsoren würden diese Spenden dann in reales Geld umwandeln.

Das Ziel der Pfadfinder waren 10.000 Talente oder 200 Karten. Voller Überraschung kündigte Pastor Jonatan Tejel am letzten Morgen die erstaunliche Anzahl von 76.951 Talenten an, die von den Pfadfindern gesammelt wurden; fast das Achtfache des ursprünglichen Ziels. „Es gibt Hoffnung für die Zukunft“, so João Martins, Exekutivdirektor von ADRA Europa. „Wenn wir das uneigennützige Verhalten all‘ dieser Pfadfinder sehen, können wir sicher sein, dass Sensibilität für die Bedürfnisse anderer Menschen eine ihrer Charaktereigenschaften ist.“

5.000 Notfallbehälter in USA
Auf dem großen Lager in Oshkosh/USA gab es eine andere Herausforderung. Marshall Gonzales, Direktor des Adventistischen Sozialdienstes (Adventist Community Services ACS) der Adventisten im Südwesten der USA erklärt: während einer Katastrophe sei ein 5-Gallonen-Eimer [entspricht 19 Liter] mit dringend benötigten Reinigungs- und Hilfsmitteln Gold wert für jemanden, der gerade eine Naturkatastrophe überlebt habe. Wichtig sei es, solche Behälter in ausreichender Menge bereit zu haben, um sie im Notfall verteilen zu können.

So waren die etwa 55.000 anwesenden Pfadfinder eingeladen, die Behälter füllen zu helfen. Es wurde eine Packstraße mit den Behältern und den Inhalten eingerichtet. Die Eimer, enthielten Haushaltsreiniger, Geschirrspülmittel, Scheuerschwämme, Schrubberbürsten, Reinigungstücher, Staubmasken, Küchen-, Einweg- und Arbeitshandschuhe, Müllbeutel, Waschmittel, Papierhand- und Desinfektionstücher, eine Wäscheleine, Wäscheklammern und ein Spray zum Insektenschutz. Die Organisatoren waren von der Einsatzbereitschaft der Pfadfinder begeistert. „Die Pfadfindergruppen sind einfach fantastisch“, so Julie Gonzales aus Keene, Texas/USA. „Viele sind mehrmals gekommen; und eine Gruppe aus Alvarado, Texas/USA blieb ganze drei Stunden“.

ADRA, die Adventistische Katastrophen- und Entwicklungshilfeorganisation besteht aus einem weltweiten Netzwerk aus über 130 Länderbüros. Der staatlich anerkannten Nichtregierungsorganisation helfen die vorhandenen Strukturen in den einzelnen Ländern bei der schnellen Durchführung von Hilfsprojekten – besonders der Katastrophenhilfe.

Der Adventistische Sozialdienst ACS (Adventist Community Service) ist der offizielle gemeinnützige Sozialdienst der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im Bereich Nordamerika und Kanada mit über 1.250 lokalen Büros.




Die Bibel im Jahr 2020 erneut weltweit im Fokus

In seiner Ansprache an die Tausenden, die beim „Jesus Global Youth Day“ (Globaler Jesus Jugendtag) vom 8. bis 10. August in der philippinischen Hauptstadt Manila versammelt waren, hob Bischof Efraim Tendero die beispiellose Rolle der Bibel in über tausend Jahren Weltgeschichte hervor. „Weist auf die Bibel und den Schöpfer hin, dessen Wort wahr, rechtschaffen und für immer gültig ist“, ermutigte der Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) die jungen Christen.

Einjährige Initiative startet im September 2019

„Wir werden die Bedeutung der Bibel als dauerhafte Grundlage für die Förderung von Einheit, Freiheit, Entwicklung und Lebensqualität heute und in den kommenden Jahren hervorheben“, so Tendero.

Die einjährige Initiative wird von Werken wie „Wycliffe“, „Jugend mit einer Mission“, „CVJM“ und „Call2All“ unterstützt. Anschließend wird damit gerechnet, dass Allianzen in den Mitgliedsländern nationale Initiativen starten. In seinem letzten Abschlussbericht als Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) hatte sich Hartmut Steeb anlässlich der 56. Hauptversammlung der DEA bereits im März für ein neues Jahr der Bibel ausgesprochen: „Ich würde mich sehr freuen, wenn noch einmal ein Jahr der Bibel mit einer … breiten Trägerschaft möglich würde.“

Wort Gottes lebenslange Verpflichtung
„Das globale Jahr der Bibel 2020 wird ein Jahr lang einen Schwerpunkt setzen; es zielt jedoch darauf ab, die Grundlage für eine lebenslange Verpflichtung zu stärken, nach dem wahren und dauerhaften Wort Gottes zu leben“, schreibt die WEA dazu. Als Motto für das Bibeljahr sei ein Bibelvers aus Psalm 119 Vers 160 ausgewählt: „Die Summe deines Wortes ist Wahrheit, und jedes Urteil deiner Gerechtigkeit währt ewig“.

In einem Rundschreiben listet die WEA die Ziele dieses Bibeljahres auf:
• zunehmendes und reflektierendes Lesen der Bibel durch Einzelpersonen und Gemeinschaften auf der ganzen Welt;
• Übersetzung, Veröffentlichung und Verbreitung der Bibel in so vielen Sprachen, wie sie benötigt wird;
• Menschen, insbesondere der jüngeren Generation, sollen in allen Lebensbereichen Ressourcen bereitgestellt werden, die eine bessere Auseinandersetzung mit der Bibel ermöglichen.

In Deutschland gab es 1992 mit „Jahr mit der Bibel“ und 2003 mit „Jahr der Bibel 2003“ ähnliche Initiativen mit Fokus auf das Bibelbuch. Mit der WEA sind nach eigenen Angaben etwa 600 Millionen evangelikale Christen verbunden.




Spendenbereitschaft deutscher Adventisten mit 58 Millionen Euro ungebrochen

„2018 war in finanzieller Hinsicht ein sehr segensreiches Jahr“, kommentierte der Finanzvorstand der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Dieter Neef, das vorgelegte Zahlenwerk. Er wies darauf hin, dass die Wirtschaftskraft in der Bundesrepublik unterschiedlich verteilt sei, wie das Spendenverhalten zeige: während 19.200 Adventisten in Nord- und Ostdeutschland durchschnittlich 1.426 Euro pro Mitglied gaben, waren es in Süddeutschland bei 15.592 Mitgliedern 1.856 Euro pro Adventist.

Die Spenden für die Außenmission in Höhe von 2,8 Millionen Euro sind gegenüber dem Vorjahr etwas rückläufig, wogegen die Haushaltsbeiträge für die lokalen Kirchengemeinden mit insgesamt 11,4 Millionen Euro um knapp 2 Millionen Euro gestiegen sind. Die Adventisten erheben keine Kirchensteuer, sondern unterhalten ihre Pastoren und Institutionen durch freiwillige Gaben, zu denen auch der biblische „Zehnte“ gehört. Die Zehntensteigerung betrug in Nord- und Ostdeutschland 3,8 Prozent, in Süddeutschland sogar 5,8 Prozent. Viele Mitglieder geben neben zehn Prozent ihres Einkommens weitere Spenden für besondere Projekte.




Medienzentren kooperieren bei internationalem Projekt zum Thema „Unsicherheit“

„Uncertainty“ – ein Projekt der Hoffnung
„Wir wollen Hoffnung vermitteln. Unsicherheit ist ein existentielles Thema, das heute im Leben eines jeden Menschen präsent ist, unabhängig von gedanklichen oder religiösen Überzeugungen. Wir denken, wir haben die Möglichkeit, dem Publikum zu helfen, es zu führen zu inspirieren und ihm die Bedeutung der Botschaft der Hoffnung zu zeigen, mit der wir leben“, sagte Adrian Dure, Gesamtkoordinator des cross-medialen Projekts und Dokumentarfilmregisseur beim Europäischen „Medienzentrum Stimme der Hoffnung“ der Freikirche in Alsbach-Hähnlein/Deutschland.

Ein cross-mediales Vorhaben
Das internationale Projekt will zeigen, wie Unsicherheit im Leben verschiedener Menschen eine Rolle spielt. Es will auch zeigen, wie man mit Unsicherheit umgeht und welches Wachstum daraus entstehen kann, so Dure. Dazu gehören verschiedene Medienprojekte wie z. B. ein interkultureller Dokumentarfilm mit Geschichten aus verschiedenen Regionen dieser Welt, ein Buch, eine Kurzfilmkampagne für Soziale Medien sowie zwei spezielle und exklusive Produktionen aus Nord- und Südamerika. Alle diese Projekte werden mit biblischen Prinzipien verknüpft sein, sagte Dure. Zu wissen, dass wir „nicht alleine sind in dieser Welt“, sei ebenso ein biblisches Prinzip, das in dem Projekt hervorgehoben werde.

Ein weiterer Projektbeteiligter, Abel Márquez aus Mexiko, meint: „Wir sind gespannt, wie die technische und kreative Seite in diesem Projekt zusammenkommen wird. Wichtiger jedoch ist, dass die Botschaft des Films für viele unterschiedliche Menschen zugänglich wird.“

Präsentation im Frühjahr 2020 geplant
Bei dem achtmonatigen internationalen Cross-Media-Vorhaben produzieren mehrere Medienzentren Geschichten, die den Film bereichern, so Dure. Das Projekt wird voraussichtlich im März 2020 abgeschlossen sein, rechtzeitig vor der nächsten Konferenz europäischer, adventistischer Medienschaffender (GAIN) im April 2020 in Bukarest/Rumänien.




Zum Schulanfang beste Wünsche von ADRA

Bildung ist der Schlüssel
„Wir wüschen den eingeschulten Kindern einen tollen Start in ihre Schullaufbahn. Den älteren Schülerinnen und Schülern wünschen wir ebenfalls viel Erfolg in der Schule“, so Christian Molke, Geschäftsführer von ADRA Deutschland e.V.. Das Bildungssystem in Deutschland gehöre zu den besten auf der ganzen Welt. ADRA denke auch an diejenigen, die keinen oder eingeschränkten Zugang zu Bildung haben. Gerade Bildung sei der Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung. Deshalb fördere ADRA Deutschland in den Projekten Kinder und Erwachsene, die keine Schulbildung erhalten hätten. So würde ADRA beispielsweise Lehrpläne entwickeln und Schulen in Somalia bauen oder die Alphabetisierung von Frauen in Burundi fördern.

Bildung ist ein Menschenrecht
Derzeit wird das Recht auf Bildung weltweit über 262 Millionen Kindern verwehrt. Ohne Bildung sind Kinder gefangen in einem Teufelskreis, geben die Armut an die nächste Generation weiter. Kinder von bildungsfernen Eltern leiden häufiger an Unterernährung und sterben vor der Vollendung des fünften Lebensjahres. Dazu kommt, dass ein Kind, das nicht zur Schule geht, anfälliger ist für Menschenhandel, schneller als Kindersoldat missbraucht wird und ein erhöhtes Risiko für frühe Heirat, Teenager-Schwangerschaft und Kinderarbeit hat.

Initiative „Every Child. Everywhere. In School.“
Um auf die Bedeutung der Bildung in der Entwicklungszusammenarbeit hinzuweisen hat ADRA im Februar die weltweite Kampagne „Every Child. Everywhere. In School.“ ins Leben gerufen. Teil dieser Initiative ist eine Petition mit dem Ziel, eine Million Unterschriften zu sammeln, damit sich die Vereinten Nationen mit dem Anliegen beschäftigen. Dazu wird ein Team von ADRA in den nächsten vier Wochen jeweils mittwochs im hessischen Darmstadt mit einem Informationsstand vertreten sein. Dort können die Bürger und Bürgerinnen mehr über die Kampagne erfahren und auch direkt die Petition unterstützen.




Taipehs Krankenhäuser sollen muslimfreundlich werden

Adventistisches Krankenhaus in Vorreiterrolle bei „halal“-Anerkennung
Das Taiwan Adventist Hospital wurde 1955 gegründet, hat 380 Betten und bekam bereits 2018 die offizielle „halal“-Anerkennung. Die Zertifizierung erfolgte durch den indonesischen Ulema-Rat (Majelis Ulama Indonesia). Halal ist ein arabisches Wort und kann mit „erlaubt“ und „zulässig“ übersetzt werden. Es bezeichnet alle Dinge und Handlungen, die nach islamischem Recht zulässig sind.

Die Mahlzeiten des Krankenhauses sowie die Medikamente und auch die Pflegeprodukte entsprechen der strengen Norm. Die Klinik verfügt über einen muslimischen Gebetsraum samt Gebetsteppichen, Exemplaren des Koran und Waschgelegenheiten. Die Speisekarte offeriert über 200 verschiedene „halal“-zertifizierte Speisen und Snacks.

Der Prozess, das „halal“-Zertifikat zu erhalten, war sehr kompliziert, gestand der Präsident des Taiwan Adventist Hospital, Huang Hui-ting. Das betreffende Personal musste auswärts geschult und eine Prüfungskommission zur Bestimmung der „halal“-Einstufung gebildet werden, so die Taipeh Times.

Nun sei das Krankenhaus in der Lage, auch anderen Krankenhäusern zu helfen, eine muslimfreundliche Umgebung zu schaffen und die „halal“-Zertifizierung zu erlangen.

Der Global Muslim Travel Index aus Singapur stufte 2018 Taiwan als fünftes der muslimfreundlichen Länder unter den Reiseländern ein, die nicht der Organisation für islamische Zusammenarbeit (OIC) angehören.

Gemäß Chi Yu-chin vom Gesundheitsministerium, besuchten zwischen 2014 und 2018 etwa 8.000 Personen, in der Mehrheit Muslime aus Malaysia, Indonesien, Bangladesch und den Staaten des Nahen Ostens Taipeh, um medizinisch behandelt zu werden. Außerdem leben derzeit schätzungsweise 300.000 Muslime in Taiwan. Ende März 2019 waren 270.680 Gastarbeiter und Gastarbeiterinnen aus Indonesien in Taiwan registriert.

Adventisten in Taiwan
Unter den 23,5 Millionen Einwohnern von Taiwan sind 6.714 Mitglieder der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in 58 Kirchgemeinden organisiert. Sie feiern ihre Gottesdienste am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag. Neben dem Krankenhaus mit 380 Betten in Taipeh unterhalten die Adventisten auch ein College mit rund 320 Schülern.




Kanada: ADRA unterstützt durch Waldbrände vertriebene einheimische Bevölkerung

Waldbrände im Nordwesten von Toronto
In der ersten Juniwoche dieses Jahres zwangen Waldbrände in Nordontario/Kanada, die dort im Indianerreservat lebenden Pikangikum First Nation Einwohner aus ihren Häusern zu fliehen. Mit First Nation werden die meisten indigenen Völker in Kanada bezeichnet. Sie mussten in Notunterkünfte in Sioux Lookout und Thunder Bay evakuiert werden. ADRA-Kanada (Adventist Development and Relief Agency) half mit Unterstützung der regionalen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Ontario den Menschen, die mit sehr wenig Hab und Gut aus ihren Häusern fliehen mussten,

Viele geflüchtete Kinder
Ein Team von Freiwilligen, darunter zwei Krankenschwestern, flog von Toronto nordwestlich nach Thunder Bay am Oberen See und fuhren dann vier Stunden weiter zum Ort Sioux Lookout. Dort wurden die Evakuierten aufgenommen und versorgt. Die ADRA-Freiwilligen arbeiteten rund um die Uhr. Etwa die Hälfte der Vertriebenen seien Kinder, berichteten die Einsatzkräfte. Die freiwilligen Helfer spielten mit den Kindern, um sie zu beschäftigen. Erst nach mehreren Tagen tauten die Kinder langsam auf und Helfer und Kinder erlebten bewegende Momente zusammen.

Neben der Betreuung der Kinder und Jugendlichen gehörten Transport- und Hilfsdienste zu den Aufgaben der Helfer. Nach drei Tagen in Sioux Lookout wurde das Team gebeten, in dem zweiten Notlager zu helfen, das ADRA in Thunder Bay unterstützte. Nach fünf Tagen ging es wieder zurück nach Toronto.

Krisenvorbereitung erforderlich
In Kommentaren zu ihrem Einsatz äußerten die Freiwilligen, es sei notwendig, dass Kirchengemeinden frühzeitig auf solche Hilfseinsätze vorbereitet würden, um dann schnell reagieren zu können, besonders bei einem Notfall direkt vor Ort. Nach Angaben der kanadischen Regierung sind bereits 2.405 Waldbrände in diesem Jahr gezählt worden. Fast jede Provinz kämpfe mit den Flammen.




USA: Massenerschießungen – Adventisten stellen Care Teams

Nach Kontaktaufnahme von W. Derrick Lea, Direktor des Adventistischen Sozialdienstes (ACS) der Nordamerikanischen Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten (NAD), mit dem Amerikanischen Roten Kreuz, stellte ACS ein Care Team mit Englisch und Spanisch sprechendem Fachpersonal im Familienbetreuungszentrum von El Paso zur Verfügung. Am 7. August habe die Einrichtung rund 200 Personen helfen können, schreibt der Adventistische Sozialdienst auf seiner Webseite.

ACS hat ebenso mit den Behörden in Mexiko Kontakt aufgenommen, um auch betroffenen Mexikanern, die aufgrund eines ungeklärten Aufenthaltsstatus in den USA die Angebote des Familienbetreuungszentrums von El Paso nicht in Anspruch nehmen wollten, Hilfe anzubieten.

Betroffene protestieren bei US-Präsident Trumps Besuch in El Paso
Am 8. August besuchte US-Präsident Trump El Paso. Viele Betroffene hätten sich am Protest gegen seinen Besuch in El Paso beteiligt. Deshalb sei die Zahl der Hilfesuchenden im Familienbetreuungszentrum an diesem Tag massiv eingebrochen, schreibt ACS. Am 11. August hat laut ACS ein zweites Care Team das erste abgelöst.

Care Team auch in Dayton
Andrew Mobley, Leiter des Adventistischen Sozialdienstes der regionalen Kirchenleitung in Columbus, Ohio, informierte die Behörden in Dayton, Ohio, dass ein Care Team zur psychologischen Begleitung von Angehörigen bereitstehe.

Der Adventistische Sozialdienst forderte die Besucher seiner Webseite auf, „für die ACS-Teams und die Familien, die unter dieser Tragödie leiden“, zu beten.




Papua-Neuguinea: Adventistische Freikirche eröffnet „House of Care“ zum Schutz vor familiärer Gewalt

Gemeinschaftsprojekt
Das „House of Care“ wurde durch die Partnerschaft der örtlichen Kirchengemeinde mit der adventistischen Hilfsorganisation ADRA sowie dem Avondale College ermöglicht. Sowohl Kirchen- als auch Regierungsvertreter äußerten die Hoffnung, dass das Haus zu einem Modell für andere Kirchengemeinden im Land werde und bei der Bekämpfung von familiärer und sexueller Gewalt in ganz Papua-Neuguinea eine Vorreiterrolle übernehme. In Anwesenheit von Führungspersönlichkeiten aus Kirche und Politik sowie Hunderten von Kirchenmitgliedern der Freikirche wurde das Gebäude eingeweiht.

Optimistisches Projekt

„Es ist großartig, heute hier zu sein und die Hoffnung und den Optimismus zu sehen. Es ist ein fantastisches Projekt, vor allem weil es der Gesellschaft dient und dieses wirklich ernste Problem angeht“, so Ed Wilkinson, ökonomischer Berater beim australischen Hochkommissariat in Port Moresby. Es sei ein Anfang, aber es ginge nicht nur darum, direkt auf die Bedürfnisse von Frauen einzugehen, die von familiärer und sexueller Gewalt betroffen sind, sondern auch darum, die Vorstellungen und Wahrnehmungen von Männern und der papua-neuguineischen Gesellschaft zu verändern.




Adventisten: internationale Pfadfindertreffen in diesem Jahr

Camporées haben adventistische Pfadfindertradition
Camporées entsprechen den Jamborees des Weltpfadfinderverbandes. In Deutschland haben Zeltlager der adventistischen Pfadfinder eine lange Tradition. 1957 wurde die erste „Jungfreundefreizeit“ in Freudenstadt durchgeführt. Später nannten sie sich die „Christlichen Pfadfinder der Adventjugend (CPA)“, die Pfadfinderorganisation innerhalb der Jugendabteilung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.

Zu den Feiertagswochenenden wie Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten finden regelmäßig solche Freizeiten und Zeltlager in den Bundesländern statt. Manche Bundesländer führen gemeinsame Treffen durch. Ein Pfadfinderlager mit deutschlandweitem Charakter ist das Osterlager Friedensau (OLaF) auf dem großen Zeltplatz beim Hochschulgelände Friedensau/Sachsen-Anhalt.

1977 nahmen die deutschen adventistischen Pfadfinder und Pfadfinderinnen am ersten internationalen Camporée der teilkontinentalen Kirchenleitung für West- und Südeuropa (Euro-Africa-Division/EUD) in Malcesine/Italien teil. Sowohl das Treffen in Portugal als auch das Event in Südengland entsprechen dieser Tradition.

Mega Pfadfindertreffen
Im Januar dieses Jahres fanden auf dem südamerikanischen Kontinent in Barretos, nördlich von São Paulo/Brasilien, zwei aufeinanderfolgende Camporées mit jeweils über 50.000 Teilnehmern statt. Das alle fünf Jahre stattfindende Ereignis brachte Jugendliche aus den acht Ländern Argentinien, Brasilien, Bolivien, Chile, Ecuador, Paraguay, Peru und Uruguay zusammen.

Vom 12. Bis 17. August werden bis zu 55.000 Teilnehmer beim internationalen Camporée in Oshkosh, Wisconsin/USA erwartet. Unter dem Motto: „Chosen“ (Erwählt) geht es um die biblische Figur des David. Wie bei allen solchen Lagern können die Pfadfinderinnen und Pfadfinder Gradabzeichen erwerben, handwerkliche Fähigkeiten erlernen und einsetzen, Anstecknadeln austauschen, Freundschaften schließen und erneuern, ihren Glauben stärken und beeindruckende Ereignisse erleben. Das internationale Camporée in Oshkosh ist das Mega-Event der weltweiten adventistischen Pfadfinderbewegung.

Adventistische Pfadfinder weltweit
Nach eigenen Angaben sind etwa 2,6 Millionen Pfadfinderinnen und Pfadfinder in über 90.000 lokalen Gruppen zusammengeschlossen. Deutschlandweit sind etwa 3.500 CPA’s in 180 Gruppen aktiv. Sie sind in den meisten Fällen an lokale Kirchengemeinden angebunden.

Die Abendveranstaltungen in Oshkosh können ab 13.08. über HopeChannel im Live-Stream verfolgt werden. Mehr Infos: https://www.hopetv.org/camporee.