Hilfsorganisation ADRA hilft COVID-19 Betroffenen weltweit

Silver Spring, Maryland/USA | 20. April 2020 | APD |

Die Adventistische Katastrophen- und Entwicklungshilfeorganisation ADRA berichtet über Hilfsmaßnahmen für COVID-19 Betroffene in etlichen Ländern. In Partnerschaft mit anderen Organisationen unterstützt ADRA derzeit über 77.000 Haushalte.

Neuausrichtung internationaler Hilfsprogramme
So berichtet Mario Oliveira, verantwortlich für das Nothilfe Management bei ADRA International, dass viele der internationalen Programme von ADRA neu ausgerichtet wurden, um eine COVID-19-Komponente aufzunehmen. Dabei werde auf die Infrastruktur, das Personal und das Vertrauen der Bevölkerung aufgebaut.

Um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen, arbeiteten „engagierte ADRA-Mitarbeiter an vorderster Front gegen das Coronavirus und bieten eine Reihe von Hilfsmaßnahmen an, die von Land zu Land unterschiedlich sind", so Oliveira. "Dazu gehören die Verteilung von Handdesinfektionsmitteln, Lebensmittelsets, Bargeldgutscheinen, Gesichtsmasken, aber auch Hygieneaufklärung und -schulung sowie die Beratung der Bevölkerung und des Gesundheitspersonals, um sicherzustellen, dass sie gesund bleiben, und vieles mehr.

In Kambodscha wird Schutzausrüstung verteilt
Als Reaktion auf die rasche Ausbreitung der COVID-19-Pandemie, die das Gesundheitssystem von Kambodscha erheblich in Mitleidenschaft gezogen hat, stellte ADRA in Kambodscha persönliche Schutzausrüstung für knapp 2.000 Mitarbeitende im Gesundheitswesen zur Verfügung sowie Informationsmaterial, von dem in Gesundheitszentren rund eine Million Personen profitieren sollen.

Die Lieferungen für Schutzmaterial umfassen Operationsmasken, Handschuhe, Alkohol, 20-Liter-Sprühbehälter, Handdesinfektionsgele, Thermometer. ADRA fördert auch Aufklärungskampagnen mit Broschüren, Poster und Banner, um die Verbreitung von COVID-19 zu minimieren und sendet im Radio entsprechende Durchsagen. In Dörfern wird die Bevölkerung mittels Lautsprecherdurchsagen von Motorrädern über die Bedeutung von physischer Distanzierung, Hygiene und Händewaschen informiert. Das Hilfswerk hat in Quarantänestationen Latrinen gebaut. Gemeinsam mit anderen Organisationen produziert ADRA Videoclips über sauberes Essen und Wasser sowie richtiges Händewaschen, die mittels Tablets in den Dörfern gezeigt werden.

Hilfe in der Ostukraine

Seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges 2014 leistet ADRA Deutschland humanitäre Hilfe in den Gebieten Donezk und Luhansk. Im Dezember letzten Jahres wurde ein Projekt für insgesamt 13.000 Personen fortgesetzt, das den humanitären Schutz, die psychosoziale Gesundheit, den Zugang zu Basisdienstleistungen und zu Trinkwasser der betroffenen Bevölkerung verbessert. In dem Projekt wird jetzt der Hygieneteil umgeplant. Anstatt Wasseraufbereitungsanlagen in geschlossenen Schulen zu bauen, bringt ADRA nun die Reinigungsmittel und das Wissen um die richtige Anwendung zu den Menschen nach Hause. Genauso verhält es sich mit den Krankentransporten. Anstatt Patientinnen und Patienten zum Arzt zu bringen, kommt nun das medizinische Personal zu den Kranken. Dadurch steigt natürlich der Aufwand, doch für die gefährdeten Personen ist es so sicherer.

Menschen, die in einer unsicheren Lage leben, wie die Menschen in der Ostukraine, sind einer besonderen psychischen Belastung ausgesetzt. Deshalb ist auch psychosoziale Betreuung ein wichtiger Faktor des Projekts. Doch wie kann eine Einzel- oder Gruppentherapiesitzung unter dem Corona-Virus stattfinden? Digital! Die Therapien werden umgestaltet und erweitert. Zum einen werden Kinder einbezogen und gleichzeitig Gewaltprävention (häusliche Gewalt nimmt aufgrund der Isolation zu) integriert.

Neuer Ebola-Fall und COVID-19 im Kongo
Die Corona-Pandemie ist gerade erst im Kongo angekommen. Es gibt bisher 327 gemeldete Fälle, darunter 25 Tote. Das Virus trifft auf eine geschwächte Bevölkerung, die unter dramatischen Mehrfachbelastungen leidet. Das wird die Sterblichkeit von COVID-19 weiter steigern. In der Demokratischen Republik Kongo ist ADRA aktiv und installiert an öffentlichen Orten in der Region Musienene Handwaschgelegenheiten und kümmert sich ganz besonders um Kleinkinder (0-23 Monate), werdende und stillende Mütter, die sich mit dem Ebola-Virus infiziert haben. Außerdem gibt es eine psychologische Betreuung für Waisenkinder.

Michael Kruger, Präsident von ADRA International, lässt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Botschaft wissen, dass ADRA die Coronavirus-Situation laufend überwache. „Wir folgen den Anweisungen der Regierungen, mindern das Risiko und - vor allem - vertrauen auf Gott. Wir beten, dass Sie dasselbe tun.“


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