Adventisten: Pastorin Marjukka Ostrovljanovic in Regensburg eingesegnet

Normalerweise ist bei feierlichen Gottesdiensten die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Nicht so am vergangenen Samstag. Wegen der momentanen Beschränkungen durch die Corona-Situation nahmen nur wenige an der Einsegnungsfeier für Pastorin Ostrovljanovic teil.

Marjukka Ostrovljanovic betreut seit Oktober 2016 verantwortlich die Kirchengemeinde der Adventisten in Regensburg. Die 33-jährige Theologin ist verheiratet und hat 2 Kinder. Ihr Mann ist Pastor im Praktikum im Nachbarbezirk Deggendorf .

Theologin mit Liebe zum Hebräischen

Nach ausschweifendem Party-Leben und Drogen-Konsum in Teenagerjahren entschied sie sich, ihr Leben von Gott führen zu lassen. Dazu musste sie ihn kennenlernen, wie sie in ihrem Zeugnis kurz vor der Segenshandlung berichtete. Deshalb habe sie Theologie studiert und Gott in seinem Wort gefunden. „Ich liebe es, ihn in der Bibel zu entdecken.“ Es sei eine lebenslange Reise.

Ostrovljanovic kommt ursprünglich aus Finnland. Nach dem Abitur erhielt sie ihre theologische Ausbildung in England. Im Bachelorstudium wurde die hebräische Sprache ihre Leidenschaft. Ihr Professor für das Alte Testament empfahl ihr, noch ihren Master zu absolvieren. Den erhielt sie von der Universität von Wales im Fach Altes Testament mit Auszeichnung (Merit). In Berichten von Weggefährten wurde während des Gottesdienstes deutlich, dass die Pastorin nicht nur eine exzellente Bibelkennerin ist, sondern sehr gerne als Seelsorgerin von Jung und Alt in Anspruch genommen wird. Sie hat viele Talente, zu denen auch der zeitgenössische christliche Gesang gehört. Eine Kostprobe davon gab sie als Überraschungseinlage für alle Anwesenden.

Vielseitige Talente und Bloggerin

Es war nicht zu überhören: Pastorin Ostrovljanovic ist in ihrer Gemeinde beliebt. Darüber hinaus ist sie eine vielgefragte Rednerin bei Jugendveranstaltungen im europäischen Ausland und im christlichen Fernehsender HopeTV. Sie pflegt ihren eigenen Youtube-Kanal „The Treasure Hunt“ (Die Schatzsuche), auf dem sie Textpassagen aus der Bibel leicht verständlich erklärt.

Noch keine weltweite Frauenordination bei Adventisten

Der Präsident der regionalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Bayern, Pastor Wolfgang Dorn, wählte für seine Verkündigung zwei Begebenheiten aus dem Neuen Testament mit dem Hintergrund einer männerdominierten Gesellschaft. Als Dorn meinte: „Marjukka, du bist ein Prototyp!“ war das ohne Zweifel ein Hinweis auf die Spannung, in der sich die weltweite Freikirche in der Frage der Frauenordination derzeit befindet. Bisher ist eine Ordination von Frauen zum weltweiten Pastorenamt bei Adventisten nicht möglich. Die am Samstag vollzogene Segnung durch Handauflegung hat ausschließlich regionalen Charakter und gilt nicht weltweit. Deshalb sei, so Dorn, ein Leben der Pastorin bei den Adventisten ein „ungelebtes Leben“. Drei Wünsche für dieses ungelebte Leben gab er ihr mit auf den Weg: ein ehrliches Leben zu führen, ein Leben in Eigenverantwortung und nicht in Opferhaltung zu leben und ein Leben in Verbundenheit zu pflegen.

Kirchenvorstand Ilse Fink schloss den etwa 75-minütigen außergewöhnlichen Gottesdienst mit einem Dank, auch im Hinblick auf das Pfingstfest: „Gott hat uns durch dich gesegnet. Lass Gott das auch in Zukunft machen … mit dir und durch dich.“

Adventisten in Regensburg

Die Kirchengemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten in Regensburg besteht seit 1910. Derzeit baut sie ein neues Gemeindezentrum direkt gegenüber der Autobahnausfahrt Pfaffenstein für die rund 100 erwachsen getauften Kirchenmitglieder und etwa 30 Kinder und Jugendlichen. Weltweit zählt die evangelische Freikirche gegenwärtig über 21 Millionen Mitglieder und mehr als 25 Millionen Gottesdienstbesucher in 215 Ländern der Erde. In der Bundesrepublik Deutschland sind rund 35.000 Mitglieder in 555 Kirchengemeinden organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel.

Zum Blog von Pastorin Ostrovljanovic -> http://thetreasurehunt.de/




Nordamerikanische Adventisten reagieren auf jüngste Todesfälle und Rassenunruhen

In der Erklärung geht die Kirchenleitung auch auf andere Ereignisse der jüngsten Zeit ein, die deutlich dokumentierten, dass die Rassentrennung die Lebensqualität so vieler Menschen und das Gefüge der demokratischen Gesellschaft zerstöre. Mauern der Trennung, die dazu dienten, die wesentlichen Rechte der Menschenwürde, des Selbstwertes und der Freiheit zu zerstören, seien errichtet worden. Diese Rechte seien aber erforderlich, damit alle Amerikaner in ihrem lokalen Umfeld leben und sich entfalten könnten. Einige von ihnen, denen der Schutz aller Mitglieder der Gesellschaft anvertraut wurde, hätten ihren feierlich geschworenen Eid gebrochen, anderen zu dienen, insbesondere den Bedürftigen. Amerikaner sollten wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit in der Öffentlichkeit niemals in Angst leben müssen. „Wir können und müssen es besser machen.“

Die transnationale Kirchenleitung der NAD fordere daher alle Kirchenmitglieder eindringlich auf, im Gebet darüber nachzudenken, wie sie mit ihren Mitbürgern umgehen. Sie bittet, gegen Ungerechtigkeit und Hass aufzustehen, so wie es Jesus tat, als er auf dieser Erde war. Weiter heißt es: „Wir können für diejenigen, die an den Rand gedrängt und von anderen verraten werden, etwas bewirken, und wir müssen den Stimmen der Opfer von Hass und Rassismus ein Forum bieten. Unsere Taten können lauter sprechen als Worte. Wir können mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, wie wir andere behandeln.“ Die NAD-Verantwortlichen fordern gleiche und faire Behandlung aller Bürger. Adventisten seien eine Glaubensgemeinschaft mit der größten ethnischen Vielfalt in den Vereinigten Staaten und repräsentierten fast jede Region in diesem Land. Ihre Stimmen müssten gehört werden und dazu beitragen, die zerrissene Gesellschaft mit der Liebe und der Hingabe Jesu zu heilen.

Die NAD verantwortet den Kirchenbereich der Adventisten für die Region USA, Kanada sowie Guam und Mikronesien. Zuvor hatte bereits die regionale Kirchenleitung für Colorado, Iowa, Kansas, Minnesota, Missouri und Nebraska (Central States Conference) erklärt, dass sie alle gewaltlosen Proteste, Boykotte und jeglichen öffentlichen Druck unterstütze, die notwendig seien, um „Gerechtigkeit für George Floyd zu erreichen“. Die Leitung, die vornehmlich für farbige Kirchenmitglieder in ihren Bundesstaaten Verantwortung trägt, nimmt Bezug auf die Erzählung Jesu vom barmherzigen Samariter, in der ein Priester und ein Schriftgelehrter wegschauen und einem verletzten Mann nicht geholfen haben und folgert: Wir werden „nicht die Augen vor dem Unrecht verschließen, das unserem farbigen Volk permanent angetan wird“.




Die Smartphone Epidemie

Manfred Spitzer ist sich sicher: Smartphones schaden der Gesundheit, der Bildung und der Gesellschaft. Der moderne Mensch ist im Umgang mit den neuen Medien viel zu unkritisch. Der Professor für Psychiatrie an der Universität Ulm ist deshalb in seinem neusten Buch bemüht, die negativen Auswirkungen auf das Denken, Fühlen und Handeln mit Fakten zu belegen. In fünfzehn Kapiteln stellt er negative Auswirkungen von Medien vor, wie etwa ein gesteigertes Risiko zu Übergewicht, Schlafstörungen, Kurzsichtigkeit, Vereinsamung, Depressionen, Suizidalität und ein reduziertes Denkvermögen. Kinder und Jugendliche seien besonders gefährdet.

Siegeszug über den Globus
Neben den bekannten Risiken zeigt der Professor auch weniger bekannte Gefährdungen auf, wie z.B. ein schwindendes Grundvertrauen in die Menschheit und ein reduziertes Demokratieverständnis. Auch eine gesteigerte Individualisierung, Radikalisierung, der Wahrheitsverlust und der allgemeine Verlust von Privatsphäre seien Folgen der Digitalisierung, die sich seit 2007 mit der Erfindung und Vermarktung des Smartphones durch die Firma Apple deutlich beschleunigt habe. Seitdem sei das „Schweizermesser des digitalen Zeitalters“ auf einem globalen Siegeszug und beanspruche bereits ein Drittel der Wachzeit seines Nutzers. Die offizielle Technologiefolgenabschätzung sei mangelhaft.

Der Autor ist generell der Meinung, dass die Öffentlichkeit viel zu unkritisch mit den neuen Medien umgeht und spricht von einem Hype, der jedoch großes Suchtpotential enthält. Der Journalismus, das Bildungssystem und das Gesundheitssystem stünden der Digitalisierungswelle viel zu positiv gegenüber, was der neusten Studienlage widerspreche. Das Buch besteht deshalb größtenteils aus Artikeln, die Spitzer bereits in Fachjournalen veröffentlicht und für das Buch neu überarbeitet und ergänzt hat. Die Kapitel sind unabhängig voneinander zu lesen und die Inhalte teilweise redundant. Spitzer nutzt neueste Studienergebnisse aus den Fachblättern „Science und Nature“.

Weltuntergangsstimmung
Spitzer‘s Thesen sind umstritten: Im Vorwort berichtet er, wie seine früheren medienkritischen Bücher wie Vorsicht Bildschirm!, Digitale Demenz und Cyperkrank! für Aufruhr gesorgt und ihm den Vorwurf der Radikalisierung eingebracht hätten. Das mag daran liegen, dass Spitzer nicht unbedingt ausgewogen schreibt, sondern eine Mission vertritt. Dies führt neben einer sehr direkten und teilweise polemischen Ausdrucksweise auch dazu, Studien einseitig heranzuziehen, um seine Meinung zu stützen. Im Ergebnis bekommt das Buch dadurch einen apokalyptischen Unterton. Doch Spitzer will ausdrücklich keine Angst machen, sondern aufklären, damit Kinder und Jugendliche nicht unnötig Risiken ausgesetzt würden.

Der Ausblick fehlt
Der Rezensentin fehlt ein Abschlusskapitel, das mit einem positiven Ausblick zusammenfasst. Der Leser wird mit dem Schlusssatz „Wir sollten uns Gedanken machen!“ allein gelassen und pauschal aufgefordert sich und seinen Umgang mit den modernen Medien zu reflektieren. Es bleiben Fragen wie: Wo beeinträchtigt das Smartphone meine Gesundheit, meine familiären Beziehungen, meine Aufmerksamkeit, meine Empathiefähigkeit und Willensbildung? Und ganz grundsätzlich: Bin ich von der Epidemie nun infiziert oder nicht? Oder wird mir die Krankheit nur eingeredet?

                                                                      Claudia Mohr




Adventisten: Angestellte spenden ein Tagesgehalt für Bedürftige

Appell an Mitarbeiter
Wenige Tage, nachdem den Ausgangsbeschränkungen der Regierung appellierte ADRA Kolumbien Anfang April an die Kirchenmitglieder, bei der Versorgung von Hunderten einkommensschwacher Familien mit Lebensmitteln zu helfen. In einem Treffen mit den 17 regionalen Kirchenleitungen der Adventisten in Kolumbien schlug die adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA vor, „an die Kirchenmitarbeiter zu appellieren, einen Tag ihres Gehalts zu spenden. Die Idee wurde von allen unterstützt“, berichtet Jair Flórez, Direktor von ADRA Kolumbien. „Einige spendeten nicht nur einen Tag, sondern drei Tage ihres Gehalts“, fügte er hinzu. „Wir hatten bei ADRA nicht genügend Mittel, um die Bedürfnisse so vieler Familien zu decken, deshalb haben wir die kirchlichen Angestellten angesprochen“.

Quarantäne stoppt Einkommensmöglichkeiten
Die meisten Kirchenmitglieder in Kolumbien würden auf eigene Faust arbeiten und von ein auf den anderen Tag leben. Mit Inkrafttreten der Quarantäne fehlte plötzlich das Einkommen, erläutert Pastor Edgar Redondo, der Präsident der
Freikirche in Nordkolumbien. „Die Initiative wurde dringend nötig und die Angestellten waren bereit, von Herzen zu geben, um den bedürftigen Familien zu helfen“, sagte er.

Im April seien so etwa 15.000 US-Dollar (ca. 13.500 Euro) zusammengekommen. ADRA verteilte die Mittel dann sowohl an Kirchenmitglieder als auch an die Bevölkerung in den 17 Regionen, so die Verantwortlichen.

„Es war wunderbar, wie sich Pastoren und Büromitarbeiter bereitfanden, um so vielen Menschen zu helfen“, sagte Pastor Juan Caicedo, Kirchenleiter der Freikirche in Südkolumbien.

Adventisten in Kolumbien
In dem mittelamerikanischen Kolumbien mit über 48 Millionen Einwohnern feiern 283.000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 1.747 Kirchen und 877 Gruppen jeweils am Samstag, dem biblischen Ruhetag, den Gottesdienst. Die Verwaltung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Kolumbien geschieht durch zwei überregionale (Verbände) und 17 regionale (Vereinigungen) Kirchenleitungen.




Oberforstrat Dr. Kurt Frantz verstorben

Kurt Frantz, in Treuburg (Ostpreußen) geboren, war in den 1950er Jahren für den Forst im Bezirk Magdeburg und damit auch für den Wald um Friedensau verantwortlich. Noch vor dem Mauerbau zog Kurt Frantz nach Franken, wo er zunächst als hauptamtliche Fachkraft für den Naturschutz bei der Regierung Unterfranken, ab 1975 bis zu seiner Pensionierung 1987 als Technischer Leiter Naturschutz im Landratsamt Würzburg tätig war.

Kurt Frantz engagierte sich auch nach seiner Pensionierung für den Naturschutz. Als bestellter Naturschutzwächter in den Gemeinden um Würzburg und in Friedensau. Ab 1994 gestaltete er die Anlage des Campus der Hochschule. Biotope, Parkwege und Pflanzungen wurden entsprechend seinen Vorstellungen angelegt, wobei ihm die Artenvielfalt und das gesamtökologische Konzept besonders wichtig waren. So wurden über 60 verschiedene Baumarten in Friedensau gepflanzt. Da ihm auch die Umweltbildung ein besonderes Anliegen war, entstand 1999 der Bibelgarten, der bis heute in Sachsen-Anhalt einmalig ist. Er war Förderer des Kinder- und Jugendzeltplatzes Friedensau, dessen Gestaltung mit Arena und Blockhüttendorf aus verschiedenen europäischen Ländern bis heute seine Handschrift trägt.

Im Rahmen seines Lehrauftrags an der Theologischen Hochschule unterstützte Kurt Frantz Projekte der Entwicklungszusammenarbeit der Hochschule in Mizoram in Indien. Dort wurde er als Berater des Forstministeriums tätig. Dank seiner Initiative wurden mehr als 5.000 Obstgehölze verschiedener Sorten aus Deutschland in Champhai als Maßnahme gegen die Folgen des sauren Regens angepflanzt. Privat unterstützte er dort seit 1995 unter anderem ein Waisenhaus mit persönlichem Einsatz und Spenden.

In einem Nachruf der Hochschulleitung heißt es: „Kurt Frantz war es lebenslang ein Anliegen, etwas von dem, was er als Segen erlebte, mit anderen zu teilen. Friedensau durfte vielfältig davon profitieren“. Die Trauerfeier mit Beisetzung wird am Geburtstag des Verstorbenen, am 2. Juni 2020 um 13:00 Uhr in der ARENA auf dem Zeltplatz Friedensau stattfinden.




Adventisten: Weltkirchenleitung von Währungsschwankungen betroffen

Demnach habe das brasilianische Real, die Hauptwährung der teilkontinentalen adventistischen Kirchenleitung in Südamerika (SAD), seit Jahresbeginn 49 Prozent seines Wertes verloren. Jene Gelder, die aus Südamerika an die Weltkirchenleitung in die USA überwiesen würden, hätten deshalb nur noch die Hälfte an Wert. Im gleichen Zeitraum habe der südafrikanische Rand 38 Prozent, der Euro 5 Prozent, der Australische Dollar 21 Prozent und das Britische Pfund 13 Prozent an Wert gegenüber dem Dollar verloren, schreibt ANN.

Vor einigen Jahren habe die Weltkirchenleitung ein rigoroses Sicherungs-Programm eingeführt mit dem Währungsrisiken besser gemanagt werden könnten und das gegen Währungsschwankungen schützen soll. Dieses Programm habe laut ANN dazu beigetragen, dass die finanziellen Schäden, welche die Krise bis jetzt verursacht habe, abgemildert werden konnten.

Gegenüber den menschlichen Tragödien dieser Krise habe die finanzielle Situation der Kirche aber nur nachgeordnete Bedeutung. Diese COVID-19-Krise sei viel mächtiger und erfasse mehr als nur Dollar und Cent, so ANN.




Zyklon „Amphan“ hinterlässt Spur der Verwüstung am Golf von Bengalen

Wie die adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA mitteilte, mussten rund drei Millionen Menschen in Indien und Bangladesch evakuiert werden. Sie seien in Schutzräumen untergebracht worden. Ihr Heim sei nur noch Trümmerfeld oder stehe unter Wasser. In den betroffenen Gebieten seien wichtige Infrastrukturen wie Transportwege, Strom- oder Wasserversorgung komplett ausgefallen. Es werde dauern, bis mit dem Wiederaufbau begonnen werden könne. Mehr als 70 Personen seien bisher ums Leben gekommen.

Schutzräume wegen Corona-Pandemie knapp
Vorrangig arbeite ADRA gemeinsam mit den lokalen Regierungen daran, genügend Notunterkünfte für die betroffene Bevölkerung bereitzustellen. Die Regierungen beider Länder hatten zuletzt viele Schutzräume als Quarantänezentren für COVID-Patienten umgewandelt, sodass die Anzahl der freien Plätze gering ist. In manchen Unterkünften seien die Menschen so eng beisammen, dass keine Hygiene-Sicherheitsabstände eingehalten werden könnten. Dadurch seien die Menschen mit einer doppelten Herausforderung konfrontiert.

ADRA arbeite mit allen ihren Ressourcen, um diese Herausforderungen so klein wie möglich zu halten. „Die Menschen werden nicht alleine gelassen“, heißt es in einer Pressemeldung. Auch in schwierigen Situationen sei ADRA da. Als erste Hilfsmaßnahme würden die Menschen mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser versorgt. Weiterhin möchte ADRA an einem Wiederaufbauplan arbeiten und habe bereits Verhandlungen mit den lokalen Regierungen und anderen NGOs in dieser Hinsicht begonnen.

Der Name des Zyklons „Amphan“, ausgesprochen „am-pan“, stammt aus dem Thailändischen und bedeutet „Himmel“. Der Name wurde bereits 2004 von Thailand vorgeschlagen. Die Namen werden aus einer Liste von Mitgliedsländern der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), einer Sonderorganisation innerhalb der Wirtschafts- und Sozialkommission der UNO für Asien und den Pazifik, ausgewählt. (ESCAP).




Europäische Adventisten wollen nur noch ein Masterprogramm in Theologie

Damit sollen neben finanziellen Einsparungen auch Vorteile von Englisch als gemeinsamer Unterrichtssprache verbunden werden. Auch sollen für Pastoren und Pastorinnen sowie künftige Kirchenleiter Möglichkeiten eröffnet werden, zwei Jahre im gleichen Umfeld zu verbringen und mit unterschiedlichen Kulturen, Denkweisen und Verständnissen konfrontiert zu werden.

Laut einer Mitteilung von EUD News beauftragte das Exekutivkomitee im November 2015 die damals neu gewählte EUD-Kirchenleitung, einen Vorschlag zu unterbreiten, um die Redundanzen der theologischen Ausbildung im Masterprogramm in ihrem Kirchengebiet abzubauen und nur noch an einer Institution das Masterprogramm in Theologie anzubieten. Das dreijährige theologische Grundstudium (B.A.) kann weiterhin in den bestehenden Institutionen angeboten werden. Welche Bildungseinrichtung das gemeinsame Masterprogramm anbieten soll, wird von einer Expertengruppe vorgeschlagen, die aus Bildungsexperten und Administratoren der Kirchenleitungen besteht. Sie erarbeitet auch die Entscheidungskriterien unter Mitarbeit des EUD-Exekutivausschusses. Die Entscheidung soll das EUD-Exekutivkomitee bei der Sitzung im Herbst treffen.

Vollumfängliche Förderung der Studierenden im Masterprogramm
Die Studierenden, die in das neue Masterprogramm aufgenommen werden, erhalten für die zweijährige Dauer ihres Studiums eine vollumfängliche Förderung, das heißt Studiengebühren, Unterkunft und Verpflegung werden von der EUD-Kirchenleitung übernommen. Diese Förderung werde einer verbindlichen Vereinbarung bzw. Arbeitsverpflichtung zwischen den Studierenden und der jeweiligen regionalen Kirchenleitung unterliegen, schreibt EUD News.

Studiengang Bachelor of Arts Theologie
Das dreijährige Bachelorstudium (B.A., B.Th.) in adventistischer Theologie wird auf dem Gebiet der EUD-Kirchenleitung in folgenden Staaten und Institutionen angeboten:
Bulgarien: „Stefan Konstantinov Bulgarian Theological Seminary“, Sofia
Deutschland: „Theologische Hochschule,“ Friedensau
Frankreich: „Campus adventiste du Salève“, Collonges
Italien: „Istituto Avventista Di Cultura Biblica Villa Aurora“, Florenz
Österreich: „Seminar Schloss Bogenhofen“, Bogenhofen
Rumänien: „Romanian Institutul Teologic“, Comuna Cernica
Spanien: „Seminario Adventista De España“, Sagunto
Tschechien: „Teologický Seminář Casd“, Sázava

Zum Kirchengebiet der Intereuropäischen Division EUD gehören folgende Staaten: Andorra, Belgien, Bulgarien, Frankreich, Deutschland, Gibraltar, Vatikan, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Monaco, Österreich, Portugal, Rumänien, San Marino, Slowakei, Spanien, die Schweiz und Tschechien.

Die Kirchenleitung für Adventisten in Nord- und Südosteuropa heißt Transeuropäische Division TED und umfasst folgende Länder:
Alandinseln, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Dänemark, Estland, Färöer, Finnland, Griechenland, Grönland, Guernsey, Island, Irland, Isle of Man, Jersey, Kroatien, Lettland, Litauen, Montenegro, Niederlande, Nordmakedonien, Norwegen, Polen, Serbien, Slowenien, Schweden, Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland, Ungarn, Zypern (südlicher Teil der Insel).

Adventisten unterhalten weltweit größtes protestantisches Bildungswerk
Die weltweit vertretene Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhält mit rund 8.700 Schulen, höheren Schulen und Universitäten sowie 1.881.000 Schülerinnen, Schülern und Studierenden (Stand 31.12.2017) das global größte protestantische Bildungswerk.

Mehr zur Theologischen Hochschule in Friedensau/Deutschland:
https://www.thh-friedensau.de/

Mehr zur Theologischen Fakultät in Collonges/Frankreich, „Campus adventiste du Salève“:
https://www.campusadventiste.edu/




Statt Begegnungswochenende Online-Treffen adventistischer Frauen

Digitales Treffen deutschsprechender Frauen
Zwei Jahre lang liefen bereits die Vorbereitungen zu einem Begegnungswochenende der adventistischen Frauen aus der Region Norddeutschland (NDV), doch COVID-19 machte einen Strich durch das Vorhaben. So blieb den Organisatorinnen des Treffens nichts anderes übrig, als kurzerhand ein virtuelles Treffen anzubieten. Pünktlich um 17 Uhr begrüßte Angelika Pfaller, Leiterin der Abteilung Frauen der Freikirche in Deutschland, am vergangenen Samstag (16.05.) Teilnehmerinnen aus den D-A-CH Ländern Deutschland, Österreich, der Schweiz und sogar aus Norwegen. Auch einige Männer hatten sich zugeschaltet. Von ihrem Wohnort in Lanham im Bundesstaat Maryland/USA nahm Heather-Dawn Small teil. Sie ist Direktorin der Abteilung Frauen am Sitz der Weltkirchenleitung.

Die Botschaft – Sei mutig und dankbar!

Aus ihren Wohnzimmern folgten die etwa 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Ausführungen von Heather-Dawn Small. Ihre Botschaft: „Sei mutig und dankbar!“ Ausgehend vom griechischen Begriff „Eucharisteo = Sei dankbar“ sprach sie über die aktuelle Situation der COVID-19 Pandemie und unser damit verbundenes, eingeschränktes Leben. Small entwickelte acht Punkte im Umgang mit den Herausforderungen der Gegenwart. Dazu gehörte, dass wir Menschen etwas Besonderes für Gott seien (Psalm 139,16), dass wir nicht allein seien (Zephania 3,17), der Schmerz vergehen werde (1. Petrus 5,10) und dass das, was uns erwarte, jede Träne wert sei (Offenbarung 21,3.4) und dass Jesus wiederkomme (Offenbarung 22,20).

Obwohl ihre Botschaft Hoffnung und Mut vermittelte, schloss Small ihre 60-minütige Verkündigung mit den Worten „Im Vergleich was noch geschehen wird, ist Corona klein – es kommt noch viel schlimmer!“ Dabei nahm sie Bezug auf die in der Bibel berichteten Ereignisse vor der Wiederkunft Jesu. Die Zuhörenden nahmen es dankbar auf.

Weltweit veränderte Kommunikation
Im Anschluss an das Treffen stellte sich Heather-Dawn Small noch einigen Fragen. Sie berichtete, dass sie gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Raquel Arrais seit Beginn der Quarantäne wöchentlich in Kontakt mit den Leiterinnen der Abteilung Frauen weltweit stehe – mal per Zoom-Live-Schaltung, mal mit vorproduzierten Präsentationen, die sie dann per Internet versende. Außerdem hätten sie eine WhatsApp-Gruppe gestartet, um die regionalen Leiterinnen zu ermutigen und ihnen Tipps zu vermitteln, wie sie mit den Frauen in den Kirchengemeinden in Kontakt bleiben können.

Obwohl sie gerne reise, sei das Beste der vergangenen zwei Monate die Zeit, die sie mit ihrer Familie verbringen konnte. Sie könne von einer Reihe weiterer guter Dinge berichten, die aus dieser Krisenzeit hervorgegangen seien. So habe sie mehr Zeit im Gespräch mit Gott verbracht und eine Menge über die Kommunikation über das Internet und soziale Medien gelernt. Dabei habe sie die wunderbaren Auswirkungen dieser Technik erlebt, Frauen zu erreichen, die sie normalerweise nicht von Angesicht zu Angesicht sehen könne.

Als bedrückend empfand Small in dieser Zeit die Belastung und den Tribut, den ihre Tochter zahlen müsse, weil sie auf der Intensivstation eines Krankenhauses arbeite. Es sei für Psyche und Gesundheit belastend, so viele sterben zu sehen trotz der großen Anstrengungen, das Leben der Patienten zu retten. Am Anfang hätten sie und ihr Mann sich große Sorgen um die Tochter gemacht, dass sie dem Virus ausgesetzt sein könnte, da sie keine angemessene Schutzkleidung zur Verfügung hatte. Aber dann seien sie jeden Morgen um 6:30 Uhr aufgestanden und hätten für sie gebetet.

Auswirkungen auf die Abteilung Frauen der Freikirche
Für die Abteilung Frauen der Freikirche sei die Corona-Krise lebensverändernd. Ihre Sorge gelte den Frauen in den Kirchengemeinden. Viele von ihnen müssten miterleben, wie Angehörige oder Freunde durch den Corona-Virus sterben. Die emotionalen Folgen seien groß: Depressionen, Angst und die Unsicherheit vor der Zukunft. Deshalb hätten sie und Raquel Arrais begonnen, kurze ermutigende Videos zu produzieren und sie auf der Webseite der Abteilung und in den Sozialen Medien zu platzieren. Sie sei gespannt auf die vielen neuen Möglichkeiten, die sich für die Kommunikation und den Kontakt mit den Frauen in Zukunft ergebe. Hunderte, wenn nicht tausende Frauen träfen sich bereits in Zoom-Konferenzen oder WhatsApp-Gruppen jeweils um 19:00 Uhr in der Zeitzone ihrer Region, um miteinander zu beten oder die Bibel zu studieren. Viele Unterlagen dazu seien von den Abteilungsleiterinnen online zur Verfügung gestellt worden.

In Kanada z.B. habe sich eine Gruppe am Muttertag getroffen und gemeinsam einen Film angesehen, dabei miteinander gechattet und Popcorn zuhause gegessen. Small sei überzeugt, dass es sowohl spirituelle als auch emotionale Momente brauche. Viele andere Aktivitäten wie gemeinsames Üben oder auch gemeinsames Ausprobieren vollwertiger Kochrezepte seien möglich. Sie selbst treffe sich einmal pro Woche mit ihren Mitarbeiterinnen zum Bibelstudium und gemeinsamen Austausch. „Gott lässt uns Erstaunliches lernen und zeigt uns, dass wir die traditionellen Wege verlassen und neue beschreiten müssen. So werden wir weitaus mehr Frauen in unseren Kirchengemeinden erreichen, denen wir vorher nie begegnet wären.“ Sie sei gespannt, wie es nach der Quarantänezeit weitergehe, denn alle Leiter hätten geäußert, dass sie mit der Online-Arbeit weitermachen wollten.

Zur Aufzeichnung des Online-Treffens -> https://bit.ly/Frauentreff-D-A-CH




Corona: Etwa jeder vierte Deutsche will weniger spenden

Bei den freikirchlichen Befragten erklärte etwa jeder Dritte (31 Prozent), dass er seine Spenden reduzieren wird. In dieser Gruppe war mit 43 Prozent allerdings auch die Bereitschaft am stärksten, weiterhin unvermindert zu spenden, während nur zwölf Prozent mit „Weiß nicht“ antworteten. Bei evangelisch-landeskirchlichen Umfrageteilnehmern wollen 22 Prozent weniger spenden, 40 Prozent planen das nicht und 25 Prozent erklärten, dass sie es noch nicht wissen. Bei den katholischen Befragten wollen 26 Prozent weniger Geld geben und 37 Prozent so viel wie bisher (25 Prozent „Weiß nicht“).

Die Grünen am spendenfreudigsten

Von den Befragten mit einem Haushaltseinkommen von mehr als 4.000 Euro möchten 27 Prozent ihre Spendenausgaben kürzen, während 44 Prozent das nicht vorhaben. Bei den Umfrageteilnehmern mit einem Haushaltseinkommen von weniger als 1.000 Euro ist das Verhältnis 22 zu 33 Prozent.

Bei der Aufschlüsselung nach politischen Sympathien zeigt sich, dass die Anhänger von Bündnis 90/Die Grünen am spendenfreudigsten bleiben wollen: Von ihnen sagten nur 16 Prozent, dass sie weniger geben werden, während 50 Prozent weiter spenden wollen wie bisher. Am häufigsten (40 Prozent) wollen die Parteigänger der AfD ihre Gaben reduzieren, 29 Prozent haben dies nicht vor. Bei den CDU/CSU-Wählern werden 25 Prozent an Spenden sparen (37 Prozent nicht). Bei der FDP sind es 23 Prozent (dagegen 37 Prozent), bei der SPD 22 Prozent (dagegen 47 Prozent) und bei der Partei Die Linke 19 Prozent (dagegen 45 Prozent).

Für die Erhebung wurden 2.092 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 15. und dem 18. Mai befragt.




Adventistischer Gemeindegründer in Sibirien ermordet

Bei pastoralem Besuch erstochen
Wie aus dem Umfeld der Familie und der dortigen Kirchenleitung zu entnehmen ist, sei Pastor Ostankin zu einem Seelsorgebesuch gebeten worden. Als er über Nacht nicht nach Hause kam, habe seine Frau die Polizei alarmiert, die daraufhin bei der angegeben Adresse die Türe aufbrechen musste. In der Wohnung seien zwei leblose Körper aufgefunden worden. Pastor Ostankin sei einer davon gewesen. Sein Körper sei mit 17 Messerstichen übersät gewesen. Möglicherweise habe sich der Täter anschließend selbst getötet. Die Untersuchungen zu den Umständen der Tat sind noch nicht abgeschlossen.

Alexander Ostankin wurde 1974 in Kurchatov/Kasachstan geboren, studierte Luftfahrt und diente in der russischen Ostseeflotte. 1995 schloss er sich der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten an. Nachdem er 2001 Pastor geworden war, leitete er verschiedene Gemeinden in ganz Sibirien, organisierte evangelistische Treffen und leitete Pfadfinderclubs und Jugendlager. Bei einer dieser Veranstaltungen lernte er seine Frau kennen, die sich ebenfalls den Adventisten anschloss. Das Ehepaar heiratete 2002.

Wie der Beauftragte für Integration und Mission unter russischsprachigen Bürgern der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Pavlo Khiminets, mitteilte, galt der Besuch von Alexander Ostankin offensichtlich einem drogenabhängigen Mann. Der Pastor hinterlässt Frau Oksana und die drei Kinder Maria (16), Zakhar (10) und Semyon (7). Khiminets stehe in ständiger Verbindung mit der Kirchenleitung in Zentralsibirien, um die vielen Anfragen der in Deutschland lebenden Kirchenmitglieder aus der ehemaligen Sowjetunion beantworten zu können.

Initiative „Globale Mission 300-300-300“
Der 46-jährige Ostankin arbeitete in den letzten zwei Jahrzehnten an der Gründung von Kirchengemeinden in Sibirien. Im Jahr 2001 gehörte Ostankin mit zu den ersten Pionieren einer Initiative der überregionalen Kirchenleitung im Gebiet Euro Asien (EAD) mit dem Titel „Globale Mission 300-300-300“. In deren Rahmen sollten 300 neue Pastoren Anfang der 2000er Jahre 300 Kirchengebäude für 300 Kirchengemeinden in Gebieten der ehemaligen Sowjetunion errichten, in denen es bisher noch keine Adventisten gab. „Ostankin reagierte auf den Aufruf, sein Leben dem pastoralen Dienst im Rahmen des 300-300-300-Programms zu widmen und zog als Pastor einer neu gegründeten Gemeinde in die Stadt Anzhero-Sudzhensk in der Region Kemerowo“, so die EAD der Freikirche in einer Erklärung. Zum Gebiet der EAD gehören Russland und 11 weitere ehemalige Sowjetrepubliken.

Jeff Scoggins, der das 300-300-300-Programm als Koordinator der Abteilung für Adventistische Mission leitete, lobte die Arbeit Ostankins und der anderen Pioniere der Globalen Mission. Sie hätten „die Mission der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Euro-Asien wirklich vorangetrieben“.

„In nur zwei Jahren haben diese enthusiastischen jungen Menschen über 300 neue Gemeinden in Städten und Dörfern in fast allen Ländern der ehemaligen Sowjetunion gegründet“, sagte Scoggins. „Einige dieser Länder stehen der adventistischen Arbeit heute ablehnend entgegen, so dass das Fundament, das Alexander und seine Mitarbeiter damals legten, für das Überleben der Kirche auch heute noch entscheidend ist. Immer noch arbeiten viele dieser Pioniere wie Alexander weiterhin in der Gemeindegründung, im pastoralen Dienst und als Kirchenvorstände.“

Stiftung für die Familie

Der Beauftragte Khiminets berichtet von Bestrebungen der adventistischen Kirchenleitung im Tätigkeitsgebiet von Ostankin, eine Stiftung für die Familie einzurichten. Ostankins Frau wird mit den Kindern an einen anderen Ort ziehen müssen. Die Stiftung soll helfen, den Lebensunterhalt der Familie nach dem Mord an dem Vater zu sichern.

Zentralsibirische Mission der Adventisten

Die Zentralsibirische Mission der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist die überregionale Kirchenleitung für die Regionen Altai, Kemerowo, Nowosibirsk und Tomsk. In der Region leben über 10 Millionen Einwohner. Die Adventisten unterhalten dort 29 Kirchengemeinden für 1.827 Kirchenmitglieder (Stand Juni 2019).




USA: Little Richard wird auf Uni-Friedhof in Huntsville (AL) beigesetzt

Der Alumnus der Oakwood Universität, der in den 1950er Jahren wegen seiner Rolle bei der Entstehung des Rock ’n‘ Roll umstritten war, hatte eine besondere Beziehung zu der Bildungseinrichtung. Hier hatte er eine theologische Ausbildung absolviert. Er behielt seinen adventistischen Glauben bei und kehrte in seinen späteren Jahren öffentlich zur Kirche zurück.

Nach Auskunft von Gerald Kibble, dem Leiter des Oakwood Friedhofs (Oakwood Memorial Gardens) soll Penniman am Mittwoch (20.05.) im engsten Familienkreis beigesetzt werden. Der Friedhof gehört zur adventistischen Oakwood Universität. Der Rocksänger und Evangelist war am 9. Mai im Alter von 87 Jahren gestorben. Laut Medienberichten starb er in seinem Haus im US-Bundesstaat Tennessee im Kreis seiner Familie.

Wie sein Sohn, Dan Penniman, berichtet, sei sein Vater an Krebs gestorben. Little Richard soll sich nach einer Hüftoperation im Jahr 2009 in den letzten Jahren in einem schlechten Gesundheitszustand befunden haben. 2017 sagte er in einer TV-Show, er sei bereits „20 Jahre lang“ an den Rollstuhl gefesselt.

Das Bild eines an den Rollstuhl gefesselten Penniman stand in scharfem Kontrast zu dem hyperkinetischen Performer, der in den Boomjahren ein Jahrzehnt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einem breiteren amerikanischen Publikum das brachte, was einst „Rassenmusik“ genannt wurde.

Sein vielleicht eindringlichstes Bekenntnis habe er 2017 gegeben, als er im Rollstuhl bei einer Veranstaltung die Menschen ermutigte, ihr Leben Jesus Christus zu übergeben, schreibt ANN. „Alles, was ich in Zeiten wie diesen sagen kann, ist, dass wir einen Erlöser brauchen. In Zeiten wie diesen brauchen wir einen Anker. Wir brauchen Jesus. Es gab in unserem Leben noch nie eine Zeit wie heute, in der wir Gott so sehr brauchen. Ohne ihn sind wir verloren“, so Penniman. Er fügte hinzu: „Ich werde euch etwas sagen, Brüder und Schwestern: Geht auf die Knie und sprecht mit Jesus. Geht keine Nacht und keinen Tag zu Bett, ohne euch zu Gott zu wenden. Die Welt geht bald zu Ende. Jesus macht sich bereit, durch die Wolken wiederzukommen. Bitte, bitte, übergebt euer Leben Jesus.“

Oakwood University

Die Oakwood Universität wurde 1896 gegründet. Ihr Motto: „Eintreten, um zu lernen, – austreten, um zu dienen“. Gegenwärtig studieren 1.810 Studenten und Studentinnen an einer der fünf Fakultäten.




COVID-19: Zentralamerikas Adventisten vor finanziellen Kürzungen

Zum Gebiet der Interamerikanischen Kirchenleitung gehören Mexiko, Mittelamerika, Kolumbien, Venezuela, die Karibischen Inseln, Guyana, Französisch-Guayana und Surinam, mit 3.835.017 adventistischen Christen in 23.000 Kirchengemeinden. Das Verbot von Versammlungen und Hausarrest von Bürgern hat die Schließung von Kirchen und die Aussetzung religiöser Versammlungen erzwungen, was die Zehnten und Opfergaben, die Haupteinnahmequelle der adventistischen Freikirche, einschränkt. „Die drastischen und anhaltenden Auswirkungen auf die Wirtschaft Lateinamerikas und der Karibik sind noch nicht messbar, aber sie werden einen großen finanziellen Tribut für die Kirche in der Region bedeuten“, schreibt AT. „Bei der Abfassung dieser Zeilen können wir das Ausmaß der Auswirkungen auf das Finanzierungsumfeld der einzelnen kirchlichen Einheiten noch nicht ermessen“, formulierte Verduzco in Anschreiben .

Ende März hatte Verduzco die überregionalen Kirchenleitungen in seinem Verwaltungsgebiet aufgefordert, die Ausgaben „auf das notwendige und unerlässliche Mindestmaß“ zu beschränken, damit „der Betrieb wegen fehlender Einnahmen nicht total gelähmt“ werde. Die Priorität bestehe darin, das Gehalt der insgesamt 21.055 Arbeitnehmenden, davon 3.435 Pastoren, 3.420 administrative Mitarbeitende, 3.264 Lehrpersonen in Primar- sowie 4.718 in Sekundarschulen, Colleges und Universitäten, zu garantieren.

Finanzielle und personelle Maßnahmen für Angestellte
Die kirchlichen Organisationen und Institutionen sollen laut Finanzvorstand ihre Ausgaben „auf die Höhe des verfügbaren Bargeldes“ stützen, bzw. auf die realen Einnahmen. Dies könne bedeuten, dass Leistungen für die Mitarbeiter ausgesetzt würden, wie z.B. „Tagegelder, Reisekosten, Autoamortisation und andere Ausgabeposten jährlicher Art“. Wenn strengere Maßnahmen nötig seien, könne dies zu einer prozentualen Kürzung des Gehalts der Arbeitnehmenden führen, schrieb Filiberto Verduzco oder zu Pensionierungen von Personen, die das Alter erreicht bzw. genügend Dienstjahre haben.

Würde die Situation noch ernster, sollten zuerst Angestellte in der Kirchenverwaltung entlassen werden, damit die Pastoren weiterhin in den Kirchenregionen den pastoralen Dienst ausführen und die Kirchenmitglieder begleiten könnten. Angesichts einer möglichen Entlassungswelle und der Einstellung des Betriebs in einigen Bereichen, wäre die Kirche zutiefst betroffen. AdventistToday berichtet auch, dass in einigen lateinamerikanischen Ländern Entlassungen inmitten einer Gesundheitskrise verboten seien, was rechtliche Ansprüche gegen die Organisation auslösen könnte.

Reduktion der Beiträge an übergeordnete kirchliche Organisationen

Es werde auch die Option diskutiert, dass regionale und überregionale Kirchenleitungen ihre Abgaben an die übergeordnete kirchliche Organisation ganz oder prozentual einstellen könnten. In diesem Fall müsse der Beschluss zur Anpassung des Zehntenprozentsatzes der übergeordneten kirchlichen Dienstebene mitgeteilt werden. Die übergeordneten kirchlichen Strukturen werden bei den Siebenten-Tags-Adventisten weltweit durch festgelegte prozentuale Abgaben finanziert, die aus Zehnteneinnahmen der Kirchengemeinden vor Ort stammen.

Das Schreiben im Original in Spanisch: https://bit.ly/369vnQo




Jugendportal hilft beim Erkennen von Verschwörungstheorien

Falschnachrichten weit verbreitet
Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (Download https://www.medienanstalt-nrw.de/fileadmin/user_upload/NeueWebsite_0120/Themen/Desinformation/LFMNRW_forsa_Desinformation_2020_Praesentation.pdf) wären 93 Prozent der 14- bis 24-Jährigen bereits im Internet auf Desinformation zum Coronavirus gestoßen. Deshalb sei es laut LFK äußerst wichtig, bei Jugendlichen die Kompetenz im Umgang mit medialer Information früh zu fördern und ihnen zu ermöglichen, zwischen glaubwürdigen Nachrichten und Verschwörungstheorien unterscheiden zu können.

Aufgrund der Schulschließungen würden Jugendliche momentan besonders viel Zeit vor Computerbildschirmen verbringen und lernten mit Erklär-Videos auf YouTube oder tauschten sich in sozialen Netzwerken miteinander aus. Hierbei wären Fehlinformationen oft nur ein paar Klicks entfernt, gab die LFK zu bedenken. Das Jugendportal Handysektor zeige, welche Informationsquellen vertrauenswürdig seien, wie man Verschwörungstheorien erkennen und mit welchen Methoden man Informationen und Bilder aus dem Netz kritisch hinterfragen könne. Link: https://www.handysektor.de/artikel/verschwoerungstheorien-im-netz.

Handysektor

Handysektor ist eine Anlaufstelle für den digitalen Alltag mit Tipps, Informationen und Ideen rund um Smartphones, Tablets und Apps. Hier erhalten Jugendliche Unterstützung bei Fragen oder Problemen im Umgang mit digitalen Medien. Die Webseite ist ein Angebot der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK).




Weltfamilientag in einer sich verändernden Welt

Hintergrund
Im September 1993 beschloss die Generalversammlung der UN in einer Resolution (A/RES/47/237), den 15. Mai eines jeden Jahres als Internationalen Tag der Familien zu begehen. Dieser Tag biete die Gelegenheit, das Bewusstsein für Fragen im Zusammenhang mit Familien zu fördern und das Wissen über die sozialen, wirtschaftlichen und demographischen Prozesse, die Familien betreffen, zu vertiefen.

Am 25. September 2015 verabschiedeten die 193 Mitgliedsstaaten der UN einstimmig die Ziele der „nachhaltigen Entwicklung“, eine Reihe von 17 Zielen, die darauf abzielen, Armut, Diskriminierung, Missbrauch und vermeidbare Todesfälle zu beseitigen, der Umweltzerstörung entgegenzuwirken und ein Zeitalter der Entwicklung für alle Menschen überall auf der Welt einzuleiten. Familien und familienorientierte Politik und Programme seien für die Erreichung vieler dieser Ziele von entscheidender Bedeutung.

Herausforderungen für Familien unter COVID-19 Pandemie

Am diesjährigen 25. Jahrestag der Erklärung von Kopenhagen und der Aktionsplattform von Peking weisen die UN auf die Situation hin, in der die globale Gesundheits- und Sozialkrise eine der größten Herausforderungen darstelle. Die COVID-19-Pandemie 2020 rücke die Bedeutung von Investitionen in sozialpolitische Maßnahmen zum Schutz der schwächsten Einzelpersonen und Familien in den Mittelpunkt. Es seien die Familien, die die Hauptlast der Krise tragen, indem sie ihre Mitglieder vor Schaden bewahrten, sich um außerschulische Kinder kümmerten und gleichzeitig ihre Arbeitsverantwortung weiterführten.

Die Familien seien zum Dreh- und Angelpunkt der intergenerationellen Interaktionen geworden, die uns in dieser Krise unterstützten. Unter wirtschaftlichem Zwang vertiefe sich die Armut. In Zeiten der Unsicherheit nehme der Stress zu – was oft zu wachsender Gewalt gegen Frauen und Kinder führe. Deshalb sei die Unterstützung von gefährdeten Familien – von Menschen, die ihr Einkommen verloren hätten, von Menschen in unzureichenden Wohnverhältnissen, von Menschen mit Kleinkindern, älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen – heute notwendiger denn je.

Weltweit seien es Frauen, die zunehmend an der formellen und informellen Erwerbsarbeit teilnehmen, dabei aber weiterhin eine im Vergleich zu Männern unverhältnismäßig hohe Last der Hausarbeit übernähmen. Dadurch sei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schwieriger zu erreichen. Der Notwendigkeit, die Gleichstellung der Geschlechter in der Familie zu gewährleisten, werde daher immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Während die Welt darum ringe, auf die COVID-19-Krise zu reagieren, bestehe eine echte Chance, die Art und Weise, wie unsere Volkswirtschaften und Gesellschaften funktionierten, zu überdenken und zu verändern, um eine größere Gleichheit für alle zu fördern. Dabei sei klar, dass die Gleichstellung der Geschlechter ohne eine größere Gleichberechtigung in den Familien nicht zu erreichen sei und dass die Aktionsplattform von Peking in diesem wie in vielen anderen Bereichen weiterhin einen visionären Fahrplan dafür biete, in welche Richtung wir gehen müssten.

Situation in Deutschland
Statistische Untersuchungen zeigen, dass die Anzahl der Familien kontinuierlich sinkt. 2018 wurden rund 11,4 Millionen Familien gezählt, zehn Jahre vorher waren es noch 12,1 und noch zehn Jahre vorher (also 1998) waren es 12,9 Mill. Familien. (Gezählt werden dabei alle Eltern-Kind-Gemeinschaften, d. h. Ehepaare, nichteheliche gleich- und gemischtgeschlechtliche Lebensgemeinschaften sowie alleinerziehende Väter und Mütter mit ledigen Kindern im Haushalt. Einbezogen sind in diesen Familienbegriff neben leiblichen Kindern auch Stief-, Pflege- und Adoptivkinder ohne Altersbegrenzung – Quelle: statistica.com ) Trotzdem hält die Kinderkommission des Deutschen Bundestages im letzten Jahr fest: „Familien sind die Keimzellen der Gesellschaft, sodass ihnen auch gesamtgesellschaftlich eine große Bedeutung zukommt. In ihnen werden Kinder geprägt. Hier sollen sie Nähe, Zuwendung und Geborgenheit finden und grundlegende Dinge für das Zusammenleben von Menschen wie die Übernahme von Verantwortung und Rücksichtnahme lernen.“

Adventisten: 100 Jahre im Dienst der Familie
Die weltweite Freikirche der Siebenten-Tags.-Adventisten hat schon früh in ihrer Geschichte eine Abteilung für den Dienst an Familien (family ministries) eingerichtet. Letztes Jahr feierte sie ihr 100-jähriges Bestehen. Die Abteilung konzentriert sich auf Menschen in Beziehungen innerhalb der Kirche und der Gesellschaft, im Kontext des Familienlebens. „Durch das Verständnis der heutigen Realität des Familienlebens“, so Abteilungsleiter Pastor Rainer Wanitschek von der transnationalen Kirchenleitung der Adventisten für Mitteleuropa (Inter-European Division EUD), „hilft es Einzelpersonen und Familien, das immerwährende Evangelium in ihre Erfahrungen einzubeziehen, sich an gesunden Beziehungen zu erfreuen und in ihrem Christsein gemeinsam zu wachsen. Die Abteilung Familiendienste widmet der Vorbereitung und Stärkung der Ehe und der Unterstützung von Eltern, Familien und Gemeinden, Kinder zu Jesus … zu führen und sie gleichzeitig zu einem verantwortungsvollen Erwachsenenalter zu erziehen, besondere Aufmerksamkeit.“

Auch in diesem Jahr hat die Freikirche einen besonderen Tag des Gebets für Familien ausgerufen. Er ist für den 6. Juni 2020 vorgesehen. In einem Schreiben der Weltleiter für Familiendienste, Willie und Elaine Oliver, heißt es, dass die Weltkirchenleitung der Adventisten hoffe, dass die „Kirchenmitglieder auf der ganzen Welt sehr engagiert, hilfreich und kreativ diesen Tag gestalten werden, um für adventistische und nicht-adventistische Familien auf der ganzen Welt wirkungsvolle Hilfen zu geben.“ Dieser Gebetstag ist als Katalysator für gute psychische Gesundheit und stärkere und gesündere Ehe- und Familienbeziehungen unter den Menschen auf der ganzen Welt gedacht.




ÖRK: Geistliche Impulse für unsichere Zeiten

Spirituelle Ressourcen für heute
Das Projekt mit dem Titel „Die Welt heilen: Spirituelle Ressourcen für heute“ werde drei Arten von Werkzeugen für den Weg in dieser Zeit anbieten, nämlich Bibelstudien, Gebete und Kurzanalysen in Form von Blogposts, so eine Pressemeldung des ÖRK in Genf.

Bibelstudien
Das erste Werkzeug sei ein Satz von sechs Bibelstudien, in denen Bibelstellen über Furcht und Unsicherheit, Vertrauen und Mut, Unterscheidungsvermögen und Verständnis gesucht werden, um den gegenwärtigen Kontext zu beleuchten.

Gebete
Ein begleitender sogenannter „Rucksack“ werde Gebete enthalten, die aus dem reichen Schatz des ÖRK mit Gebeten aus vielen Regionen und Konfessionen in der gesamten ökumenischen Landschaft zusammengestellt wurden, um die Trauer und die Hoffnungen von Einzelpersonen und Kirchen auf ihrem geistlichen Weg durch die Gegenwart zu artikulieren.

Blogspots
Und „Brot für die Reise“ werde kurze Blogposts präsentieren, die zum Nachdenken anregen sollen, indem sie sich mit den vielen damit verbundenen sozialen und theologischen Fragen befassen, die durch das Virus und seine Folgen aufgeworfen werden, mit Fragen des Zugangs zur Gesundheitsversorgung, mit wirtschaftlicher und ökologischer Gerechtigkeit, mit Geschlechter- und Rassenungleichheiten und mit neuen Formen der Solidarität.

Orientierungshilfen
„Diese Pandemie hat so viele von uns zum Gebet, zur Bibel und zu einer tieferen Reflexion über unser Leben geführt“, meint der amtierende Generalsekretär Pfarrer Prof. Dr. Ioan Sauca. „Ich hoffe, dass die Menschen in den kommenden Wochen unsere zahlreichen Ressourcen nutzen werden, damit sie auf ihrem Weg der Heilung als Personen und Gemeinschaften erleuchtet und ermutigt werden.“

Die Ressourcen würden die vielen Orientierungshilfen und Analysen ergänzen, die bereits über die Coronavirus-Seite des ÖRK und entsprechende Blogposts zur Verfügung stünden.

Eine erste Bibelstudie, in der die Psalmen zur Beruhigung in ihrer ganzen Tiefe ausgelotet werden, sei bereits verfügbar. Sie wurde von Programmleiter Benjamin Simon verfasst, Leiter des Programms für kirchliche Beziehungen des ÖRK und Koordinator des ÖRK-Unterstützungsteams COVID-19. Weiteres Material werde folgen und das gesamte Angebot im Juni auf der ÖRK-Website erscheinen.

Zur COVID-19-Seite des ÖRK.




Recht auf Asyl für Deserteure und Kriegsdienstverweigerer

„Derzeit lehnen deutsche Behörden und Gerichte dies meist ab, weil Staaten ein Recht zugestanden wird, eine Wehrpflicht durchzusetzen“, kritisiert Wolfgang Buff, einer der Sprecher der EAK. Das führe dazu, dass immer wieder auch Personen, die ihr Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung ausüben und in Deutschland Schutz vor Verfolgung suchen, in ihr Heimatland abgeschoben und dort wieder verfolgt würden. „Darum ist es wichtig, dass dies geändert wird“, fordert Buff.

Gewissensnot achten und schützen
„Es gibt viele Fälle, wo Menschen den Militärdienst verweigern oder desertieren, weil ihr Kriegsdienst eine Teilnahme an Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit bedeuten würde. Allein dies wäre schon Grund genug, den Betroffenen in Deutschland Schutz und Asyl zu gewähren“, betonte Maike Rolf, welche die EAK im Europäischen Büro für Kriegsdienstverweigerung (EBCO) vertritt und für EBCO im European Youth Forum mitwirkt. „Es geht aber auch darum, deutlich zu machen, dass Kriegsdienstverweigerung ein unverzichtbarer Teil der Glaubens- und Gewissensfreiheit ist. Eine Verweigerung des Kriegsdienstes, ebenso aber auch eine Desertion sind mutige persönliche Schritte aus Gewissensnot, die zu achten und zu schützen, aber nicht zu verfolgen sind“, so Maike Rolf.

Kein Interesse an Durchsetzung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung
Für Friedhelm Schneider, EAK-Mitglied und EBCO-Vorsitzender, bleibe es ein inakzeptabler Zustand, dass die deutsche Bundesregierung keinerlei Interesse an der europäischen Durchsetzung des Menschenrechts auf Kriegsdienstverweigerung erkennen lasse. Offensichtlich fühle sich das Außenministerium nur unzureichend an die EU-Leitlinien zur Religions- und Weltanschauungsfreiheit von 2013 gebunden, welche die Umsetzung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen ausdrücklich einfordere. Im Bereich des Europarats werde die jahrzehntelange Missachtung der Urteile des Straßburger Menschenrechtsgerichtshofs zugunsten türkischer Kriegsdienstverweigerer auch von deutscher Seite hingenommen, ohne dass Konsequenzen erfolgten. Die Ausblendung des Rechts auf Kriegsdienstverweigerung aus der staatlichen Menschenrechtspolitik sei, so Schneider, in vielfacher Hinsicht ein problematisches Signal, das dringend der Korrektur bedürfe.

Mittlerweile beobachte die EAK zudem mit Sorge, dass in vielen europäischen Ländern zunehmend Menschen, die aus Gewissensgründen den Kriegsdienst verweigern würden, Diskriminierungen ausgesetzt seien, sagte die EAK-Referentin Maike Rolf. Dazu komme, dass viele Länder mittlerweile auch wieder die Wehrpflicht einführen würden, so kürzlich in Litauen.

Kriegsdienstverweigerer auch in Deutschland
Doch auch in der Bundesrepublik sei die Kriegsdienstverweigerung (KDV) weiterhin ein Thema, gibt Wolfgang M. Burggraf zu bedenken. „Seit der Aussetzung der Einberufung zur Wehrpflicht in Deutschland spielt eine Kriegsdienstverweigerung zahlenmäßig nur eine geringe Rolle, aber auch heute verweigern weiterhin Berufs- und Zeitsoldatinnen und -soldaten aus Gewissensgründen den Kriegsdienst und landen oft vor Verwaltungsrichtern“, erläuterte der EAK-Geschäftsführer. Hier sei es Aufgabe der EAK, die Prozesse zu beobachten, aber auch den Betroffenen zur Seite zu stehen. Dazu komme, dass Soldatinnen und Soldaten, die einen KDV-Antrag stellten, oft auch unfairen Behandlungen nicht zuletzt durch Kameraden in der Bundeswehr ausgesetzt wären, die nicht zu akzeptieren seien. „Denn sie nehmen ein Grundrecht wahr“, so Burggraf.

EAK
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) ist innerhalb der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ der Dachverband für jene, die in den evangelischen Landeskirchen und Freikirchen für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Friedensarbeit zuständig sind. Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) wird im EAK-Vorstand von Dr. Horst Sebastian (Hamburg) vertreten. Er leitet das Referat Kriegsdienstverweigerung und Frieden der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland.




Studie zum Wohlbefinden von Christen in der Korona-Krise

Einschneidende Kontaktbeschränkungen seien die größten Herausforderungen der vergangenen Wochen, so van Treeck. Dazu gehöre auch der Wegfall von Gottesdiensten und anderen Kirchenveranstaltungen. Es interessiere in der Studie zum einen, wie Christen und ihre Freunde in dieser Zeit mit den Einschränkungen umgegangen seien und zum anderen, welche Auswirkungen diese Zeit auf die seelische und spirituelle Gesundheit gehabt habe. Auch werde erfragt, welche alternativen Begegnungsformen und Kontaktmöglichkeiten wie z.B. soziale Medien, Videomeetings, etc. genutzt wurden. Bei zwei offenen Fragen könnten die Teilnehmer auch angeben, was ihnen in dieser Krisensituation besonders geholfen habe.

Fast achthundert Personen hätten die 28 Fragen der Umfrage bereits beantwortet. „Es wäre schön, wenn wir 1.000 Teilnehmer hätten, um ein aussagefähiges Gesamtbild zu erhalten“, so van Treeck. Die Umfrage erfolge online, anonym und im Rahmen der gültigen Datenschutzrichtlinien. Am kommenden Sonntag würde sie geschlossen. Die Ergebnisse würden zeitnah über die Medien publiziert. Das Bremer Institut suche also noch etwa 200 Teilnehmer, die sich beteiligen.

Die Umfrage der Studie ist online unter www.7da-studies.de zu finden.




Zum Tod von Rock ‘n’ Roll Legende und Adventistenpastor Little Richard

Richard Penniman wurde am 5. Dezember 1932 in Macon, Georgia/USA als drittes von insgesamt 13 Kindern geboren. Sein Vater war Ziegelsteinmetz, Kirchendiakon und Schmuggler und wurde ermordet, als Richard 19 Jahre alt war. Wegen seiner damaligen Körpergröße erhielt er den Spitznamen „Little Richard“, der zum Markenzeichen seiner späteren gesanglichen Karriere wurde. Seine Vorliebe für Gospelmusik wurde durch die regelmäßigen Gottesdienstbesuche der örtlichen Pfingst-, Baptisten- und Methodistengemeinden geprägt.

Little Richards Leben kann durchaus als schrill bezeichnet werden und das nicht zuletzt wegen seiner schillernden öffentlichen Bühnenpräsenz. Bereits als Heranwachsender verspürte er homosexuelle Neigungen und übernahm bei seinem ersten Engagement bei Jump-Blues-Sänger Billy Wright Travestie-Elemente wie Frauenkostüme und Make.up. In seinen erfolgreichsten Jahren 1955-1957 entstanden die größten Hits und Verkaufserfolge, darunter Tutti Frutti, Long Tall Sally, Ready Teddy, Rip It Up, Good Golly Miss Molly, Jenny Jenny und The Girl Can’t Help It.

Seine Musik, sein übertrieben dargebrachter Musikstil, die Wildheit seiner Auftritte und die energiegeladenen und artistischen Einlagen am und auf dem Klavier eröffneten nachfolgenden Musikern enorme Möglichkeiten. Auch trug er durch diese Exzentrik sicherlich dazu bei, in der Auseinandersetzung der Rassentrennung der USA, Farbige und Weiße miteinander anzunähern. Das männliche, weiße Publikum fürchtete durch diesen Star keine Nebenbuhlerschaft. Rockgrößen wie die Beatles, die Rolling Stones, Buddy Holly, Jerry Lee Lewis, Elvis Presley, Prince oder Freddie Mercury bekennen freimütig, durch diese Ikone – oder „Queen of Rock ‘n’ Roll“, wie er sich selbst nannte – inspiriert worden zu sein.

Die Musik war jedoch nur ein Teil seines bewegten Lebens. Auf dem Flug zu einer Konzerttournee in Australien brachte ihn ein religiöses Erlebnis dazu, seinen bisherigen Lebensstil aufzugeben und sich auf dem Oakwood Bible College (heute Oakwood University) in Huntsville, Alabama/USA zum Pastor der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ausbilden zu lassen. Auch musikalisch vollzog er eine Wende und veröffentlichte ab 1959 etliche Alben im Gospelstil.

Mitte der 1960er Jahre erlag Little Richard allerdings den verlockenden Verdienstmöglichkeiten eines Rock-Stars und leitete mit Bama Lama Bama Loo sein Comeback ein. Der Musikstil hatte sich allerdings gewandelt und er konnte an die früheren Erfolge nicht anknüpfen. Trotzdem fanden Wiederveröffentlichungen und Kompilationen eine weltweite Käuferschaft. Ende der 1970er Jahre kam es zu einem zweiten Rückzug von der Rockmusik und einer erneuten Tätigkeit als Pastor und Evangelist. Bei einer evangelistischen Versammlung in Boston knüpfte er Kontakte zu deutschen Besuchern und nahm eine Einladung der Kölner Adventjugend an, im Juni 1981 unter dem Titel „From Rock’n Roll to the Rock of Ages“ über seine Hinwendung zu Jesus und ein Leben ohne Drogen und Rock’n Roll zu erzählen. Leider musste er die Veranstaltung kurzfristig absagen.

Es folgten Jahre, in denen sich Little Richard fast unbemerkt von der Öffentlichkeit an den Ausbau einer schauspielerischen Karriere wagte. Um seine Pop-Ambitionen mit seiner christlichen Überzeugung zu verbinden erschienen weitere Gospel-Alben, von denen Shake it All About mit Rock ‘n’ Roll Versionen von populären Kinderliedern 1992 Platinstatus erreichte.

Nach mehrmaligen Ankündigungen erklärte der mittlerweile achtzigjährige Penniman 2013 seinen endgültigen Abschied aus dem Musikgeschäft und widmete sich wieder mehr dem christlichen Anliegen. In einer seiner letzten öffentlichen Auftritte 2017 rief der nach einer Hüftoperation im Rollstuhl sitzende Little Richard die Zuschauer in der TV-Show des Fernsehsenders 3ABN dazu auf, sich ganz Jesus hinzuwenden, alles andere sei unwichtig.




Versöhnung mit den Völkern der Sowjetunion

Das Präsidium des BEFG stelle im Rückblick fest, dass die Versöhnung mit den Völkern im Westen leichter gefallen sei als die mit den Völkern im Osten, besonders mit den Menschen in der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten. Hier wirke ein nationalistisches Überlegenheitsgefühl nach. Das rassistische Gift, Menschen und Völker als minderwertig zu betrachten, zeige bis heute Wirkung.

Überfall auf die Sowjetunion begrüßt, zum Massenmord geschwiegen

Baptisten und Brüder hätten damals den Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion begrüßt und zur massenhaften Ermordung von Juden, Russen, Ukrainern, Polen und Angehörigen vieler anderer Nationen geschwiegen. „Etwa 20 Millionen Sowjetbürger starben durch Waffengewalt oder verhungerten durch den Entzug von Lebensmitteln durch die Deutschen.“

In der Zeit der Teilung Deutschlands und angesichts politscher Verfolgung der Christen in der Sowjetunion sei das Thema einer Versöhnung mit den Völkern der Sowjetunion nur zaghaft angegangen worden. Nach der politischen Wende und der nuklearen Katastrophe von Tschernobyl hätten viele Gemeinden und Einzelne im BEFG beeindruckende Hilfsprojekte entwickelt, „die zur Heilung der Erinnerung beigetragen haben“.

Kritisch wird in der Erklärung vermerkt, dass der BEFG in Deutschland es versäumt habe, „deutlicher für eine Versöhnung mit den Völkern der Sowjetunion einzutreten“. Seit einigen Jahren versuche der BEFG, sich hier stärker zu engagieren. „Wir bedauern, dass wir dem andauernden Rassismus, Nationalismus wie dem Antisemitismus nicht stärker widerstanden haben. Heute sind wir aufgerufen, aktiv für Versöhnung unter den Menschen einzutreten, die unter Fremdenfeindlichkeit und Hass leiden.“ Das gelte für alle Völker und Nationen. Deshalb wolle der BEFG für Frieden und Gerechtigkeit für alle Menschen eintreten, offen nach Außen getragenen Hass widerstehen und ihm in unserer Gesellschaft keinen Raum geben.

Der Text der Erklärung kann im Internet heruntergeladen werden: https://www.baptisten.de/fileadmin/bgs/media/dokumente/Versohnung-mit-den-Volkern-der-Sowjetunion.pdf.

BEFG
Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden ist ein Zusammenschluss von Baptisten- und Brüdergemeinden. Zu ihm gehören in Deutschland über 81.000 Mitglieder in 801 Ortsgemeinden. Weitere Informationen unter www.baptisten.de.




Wechsel im Vorstand von ADRA Deutschland e.V.

Wechsel im Vorstand
Mitten in der Corona-Pandemie trat der Aufsichtsrat von ADRA Deutschland e.V. digital zusammen, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Da Johannes Naether nicht erneut für den Vorstand kandidiere, werde Robert Schmidt laut ADRA-Pressemeldung neu in den Vorstand aufrücken. Naether wechselt in den Aufsichtsrat.

Neuer stellvertretender Vorsitzender Robert Schmidt
Robert Schmidt (46) ist international ausgebildeter Finanzfachmann. Der ursprünglich aus Oberursel im Taunus stammende Schmidt hat International Business Administration studiert (MBA). Weiterbildungen im Bereich Strategic Finance, Strategic Marketing, Executive Leadership und Executive Coaching führten ihn an renommierte Studienplätze wie Newcastle, Lausanne und Chicago. An der IE Business School in Madrid gehörte er zu den 5 besten Absolventen des Masterprogramms und wurde in die internationale Beta Gamma Sigma Gesellschaft der Wirtschaftswissenschaften aufgenommen. Sein beruflicher Werdegang führte ihn anschließend zu international agierenden Unternehmen in den Bereichen Sportartikel, Maschinenbau und Intralogistik, bei denen er sich um Finanzen, Controlling, Projektmanagement und strategische Planung kümmerte. Schmidt spricht Deutsch, Englisch und Spanisch.

Seit Oktober 2019 ist er bei ADRA und leitet als Chief Financial Officer (CFO) den Bereich Finanzen der Hilfsorganisation. Schmidt ist verheiratet und hat zwei Söhne und eine Tochter. Zu seinen Freizeitbeschäftigungen gehören gärtnern zusammen mit seiner Frau und fotografieren mit Kamera und Drohne. Zu seiner Berufung in den Vorstand von ADRA meint er: „Nach einem halben Leben in der Privatwirtschaft bin ich nun sehr froh, Teil eines weltweiten Teams und Netzwerks zu sein, dessen Aufgabe es ist, Hoffnung zu geben und praktische Hilfe für unsere Mitmenschen zu leisten.“

Reaktionen
„Die gute Zusammenarbeit in den ersten Monaten und seine betriebswirtschaftliche Kompetenz sind ein Gewinn für ADRA“, so der scheidende Vorgänger Johannes Naether. Geschäftsführender Vorstand Christian Molke freue sich, Robert Schmidt im Vorstand begrüßen zu können. Gleichzeitig sei er unendlich dankbar für die jahrelange Mitarbeit von Naether im Vorstand von ADRA und froh, auch in Zukunft nicht auf dessen Expertise verzichten zu müssen.

Gemeinsam äußern Molke und Schmidt: „Wir freuen uns auf die gemeinsame Aufgabe und eine konstruktive Zusammenarbeit. Möge diese Weichenstellung mit dazu beitragen, dass die Arbeit von ADRA zum Segen für Menschen in Not werden wird. Nur gemeinsam mit dem ganzen Team aller Mitarbeiter/Innen bei ADRA werden wir die kommenden Herausforderungen bewältigen“.

ADRA Deutschland
ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine international tätige Nichtregierungs-Organisation (Non Governmental Organization – NGO). ADRA Deutschland e.V. wurde 1987 gegründet und steht der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe. Getreu dem Motto „damit Menschen wieder hoffen können“ arbeitet ADRA Deutschland e.V. als Mitglied eines weltweit föderativ organisierten Netzwerkes mit über 130 nationalen Büros (Stand: 1. Januar 2019) partnerschaftlich daran, dass Armut und Unterdrückung in den ärmeren Teilen dieser Erde überwunden werden kann.




Hilfsorganisation ADRA hilft in globalem Einsatz Millionen von Covid-19 betroffenen Menschen

„ADRA ist seit dem Ausbruch des Coronavirus vor Ort und hat sofort reagiert und den bedürftigsten Gebieten der Welt geholfen, um Menschen und Kommunen bei der Bewältigung der durch COVID-19 hervorgerufenen beispiellosen gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen zu unterstützen. Wir sind hier, um von dieser Pandemie betroffene gefährdete Familien, medizinische Fachkräfte an vorderster Front und Einzelpersonen weiterhin zu unterstützen“, berichtet Michael Kruger, Präsident von ADRA International. „Unsere Büros arbeiten mit Tausenden von Freiwilligen und vertrauenswürdigen Partnern zusammen, um sicherzustellen, dass die Betroffenen die lebensrettenden Grundbedürfnisse, Gesundheitsinformationen, Lebensmittel, Hygieneartikel und Bargeldgutscheine erhalten, um die COVID-19-Katastrophe zu überwinden und sich von ihr zu erholen.“

Die Nothilfemaßnahmen von ADRA reichen von der Verteilung und Sicherung von Nahrungsmitteln, Gesundheitskommunikationsschulungen für systemrelevante Mitarbeiter, Lieferungen von medizinischen Hilfsgütern an Krankenhäuser, die gefährdete Gemeinschaften versorgen, Präventionsaufklärung bis hin zu Bargeldhilfe.

Europa
In Belgien bereitet ADRA Lebensmittelverteilungen an mehrere Obdachlosenheime und Dutzende von Migranten in Brüssel vor. ADRA Deutschland plant im Jemen, eine COVID-19-Klinik zu führen und engagiert sich in Somalia in der Präventionsarbeit. In Frankreich erhalten 1.700 gefährdete Familien, Migranten und Flüchtlinge Bargeldgutscheine, um dringend benötigte Waren zu kaufen. In Großbritannien unterstützt ADRA über 70 kommunale Anlaufstellen, begleitet die Arbeit von sogenannten systemrelevanten Mitarbeitern und sorgt für Ernährungssicherheit für die am stärksten gefährdeten Menschen. ADRA in Montenegro verteilt Lebensmittelpakete und Hygiene-Kits an Hunderte von älteren und isolierten Bewohnern und Alleinerziehenden, die aufgrund von COVID-19 ihre Arbeit verloren haben. In Österreich verteilt ADRA Lebensmittelpakete und bietet Lernhilfe an. In Russland stellt ADRA Gesichtsmasken her und verteilt sie an 35.000 Begünstigte in medizinischen Zentren und Altersheimen. ADRA Slowenien bot Freiwilligenschulungen für Gemeindeverantwortliche an und stellte Pflegepakete für Mitarbeiter und Bewohner von Altenheimen bereit. ADRA-Freiwillige in Spanien verteilen Lebensmittel und erstellen mit Hilfe von 3D-Druckertechnologie Hunderte von Gesichtsschutzschilden für örtliche Krankenhäuser, Gesundheitseinrichtungen und Seniorenresidenzen, die sich um COVID-19-Patienten kümmern. Darüber hinaus arbeitet ADRA mit spanischen Regierungsbehörden zusammen, um den Obdachlosen Unterkünfte und essentielle Dienste zur Verfügung zu stellen. In Ungarn hat ADRA ein „Heimstudienprojekt“ für bedürftige Studenten unterstützt und Freiwillige koordiniert, die den örtlichen Kommunen Lebensmittel und Medikamente für ältere Menschen und Menschen mit chronischen Krankheiten liefern. In der Schweiz hat ADRA die Einkaufs- und Hilfsaktion „Jung für Alt“ gestartet.

Afrika
In der Demokratischen Republik Kongo (DRC) hat das Hilfswerk die laufenden Gesundheitskampagnen der Kommunen gegen andere Krankheiten wie Ebola angepasst, um die Verbreitung von COVID-19 zu verhindern und das Infektionsrisiko zu minimieren. In Gambia spendet ADRA Nahrungsmittel an über 2.500 einkommensschwache Familien und Hygienesets an Dutzende von öffentlichen Zentren. ADRA Kenia versorgt mehr als 120.000 Menschen im Land mit lebensnotwendigen Gütern und medizinischer Hilfe. In Mauretanien gibt ADRA an über 15.000 Menschen Nahrungsmittel und Hygiene-Kits ab.

Asien
In Asien verbreitet ADRA Kommunikationsbotschaften und auf Werbung basierende Kampagnen durch Videos in sozialen Medien, lokale Provinzradios, Broschüren, Plakate und Banner, um so auf die Bedeutung von sozialer Distanzierung, Hygiene und Händewaschen hinzuweisen. In Kambodscha stellt ADRA persönliche Schutzausrüstung und medizinische Hilfsgüter für mehr als 80 Gesundheitszentren und Krankenhäuser bereit. In Pakistan erhalten etwa 11.400 von der Abriegelung betroffene Tagelöhner Bargeldtransfers. Auf den Philippinen verteilt ADRA Bargeldgutscheine an Tausende von Quarantäne-Familien und etwa 43 Tonnen Zusatznahrung und Reinigungsmittel an Haushalte mit niedrigem Einkommen. ADRA geht auch auf die COVID-19-Krise in Sri Lanka ein, indem es Trockenrationspakete und Hygienesets an 6.500 Menschen verteilt, Handwaschstationen einrichtet, Schutzkleidung für Hunderte von medizinischen Fachkräften bereitstellt und öffentliche Fahrer in der richtigen Desinfektion und Reinigung von Fahrzeugen ausbildet. In Thailand erhalten fast 1.500 Menschen in neun Flüchtlingslagern Hygienekits.

Australien
In Australien unterstützt ADRA hilfsbedürftige Menschen durch Dienstleistungen wie Speisekammern, Cafés und Gemeinschaftsverpflegungsprogramme. In Neuseeland liefert ADRA landesweit Geschenkkarten für Supermärkte an 1.200 Haushalte, um 3.600 Menschen zu unterstützen, die wirtschaftlich von der Pandemie betroffen sind.

Lateinamerika
In Lateinamerika minimiert ADRA die Verbreitung von COVID-19 durch Aufklärungskampagnen für ältere Menschen, Patienten mit chronischen Krankheiten und Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Sie hat massive Präventionsbemühungen eingeleitet und mit Hilfe von Freiwilligen und Kirchen in Mexiko Tausende von Flaschen mit antibakteriellem Gel verteilt, um blinde, taube und schwerhörige Menschen zu erreichen. In Paraguay betreut ADRA mehr als 13.000 Menschen, darunter 17 Wohnheime für obdachlose und vom Menschenhandel betroffene Kinder und Jugendliche, indem das Hilfswerk Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitswesens und der Wohlfahrt in Gesundheitskommunikation, klinischem Management und COVID-19-Prävention, Überwachung und Patientenkontrolle schult.

Nordamerika und Karibik
In den USA und der Karibik liefert ADRA persönliche Schutzausrüstung (PSA) und lebenswichtige medizinische Hilfsgüter an Tausende von medizinischen Fachkräften in vorstädtischen Gesundheitszentren, die sich um COVID-19-Patienten kümmern, darunter das Loma Linda University Health in Kalifornien und das Adventist HealthCare White Oak Medical Center in Maryland, wo Schutzausrüstung knapp ist und die Lieferung von Bestellungen bis zu 30 Tage dauern kann. Darüber hinaus ist ADRA eine Partnerschaft mit dem in Florida ansässigen Unternehmen AdventHealth eingegangen, um Schutzausrüstung und medizinisches Material an Krankenhäuser in Jamaika und der Dominikanischen Republik zu spenden und zu versenden, wo die medizinischen Zentren ebenfalls mit einem gravierenden Mangel an Schutzausrüstung für das Personal und Material für die Patienten zu kämpfen haben.

Engagement auf der ganzen Welt
Die weltweite Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten war bei den meisten dieser Projekte ein wichtiger Verbündeter, da sie über ihr Netz von Krankenhäusern, Fernseh- und Rundfunkanstalten und Tausenden von Freiwilligen Unterstützung geleistet hat.

ADRA hat sich auch mit anderen Partnerorganisationen wie Airlink, Hongkong Adventist Hospital, AdventHealth, World Vision China und Wohltätigkeitsorganisationen der Mormonen zusammengetan, um weiterhin Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen mit medizinischen Hilfsgütern und anderen Ressourcen zu versorgen und so den betroffenen Kommunen zu helfen. ADRA weitet seine Hilfsbemühungen während der nächsten COVID-19-Reaktionsphase auf mehr als 31 zusätzliche Projekte aus, schreibt ADRA Europa.

Zur Nachverfolgung der globalen Hilfseinsätze von ADRA:
https://adra.org/adra-provides-hope-during-coronavirus




Mehrheit der Bundesbürger lehnt öffentliche Muezzin-Rufe in Deutschland ab

Bei den christlichen Konfessionen standen die freikirchlichen Befragten dem Muezzin-Ruf besonders kritisch gegenüber: 65 Prozent sind gegen eine Erlaubnis, elf Prozent wollen ihn zulassen. Bei den landeskirchlichen Protestanten sind 64 Prozent gegen eine Erlaubnis und 13 Prozent dafür. 59 Prozent der befragten Katholiken sprachen sich gegen öffentliche Muezzin-Rufe aus, 15 Prozent befürworteten sie.

Die Ablehnung des öffentlichen Muezzin-Rufs überwiegt in allen politischen Lagern. Am stärksten war sie bei den Parteigängern der AfD. 90 Prozent waren dagegen und sieben Prozent dafür. Die Wähler von CDU/CSU und FDP sprachen sich jeweils zu 70 Prozent gegen die Erlaubnis aus, dafür waren 15 Prozent beziehungsweise neun Prozent. Bei den SPD-Sympathisanten äußerten 53 Prozent Ablehnung und 23 Prozent Zustimmung. Auch die Hälfte der Wähler von Bündnis 90/Die Grünen (50 Prozent bei 30 Prozent Zustimmung) sowie der Linken (49 Prozent bei 21 Prozent Zustimmung) will keine regelmäßigen muslimischen Gebetsrufe in deutschen Städten hören.

Für die Erhebung wurden 2.101 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 1. und dem 4. Mai befragt.