ADRA: Hoffnung für Albanien während der Corona-Krise

Das Erdbeben, das das Land im November 2019 erschütterte, tötete 51 Menschen, verletzte etwa 3.000 weitere und zerstörte zahlreiche Gebäude, so dass Tausende Familien ohne Unterkunft blieben. Als der landesweite Lockdown im März 2020 begann, lebten viele dieser Menschen in Zelten oder Schiffscontainern, weil ihre Häuser noch immer unsicher und unbewohnbar waren.

Eines der am härtesten betroffenen Gebiete sei die Region Kruja, nördlich der albanischen Hauptstadt Tirana, so ADRA Albanien. Hier konzentriere das adventistische Hilfswerk seine Bemühungen während der Pandemie und unterstütze Familien, die noch immer unter den Auswirkungen des Erdbebens litten. „Es waren schwierige Monate, weil die Bevölkerung, mit der wir arbeiten, außerhalb der Stadt in Zelten ohne angemessene Infrastruktur und ohne grundlegende Lebensbedingungen lebte“, sagt Kristi Qendro, Programmdirektorin für ADRA in Albanien. „ADRA begann seine Intervention direkt nach dem Erdbeben im November 2019 und arbeitet immer noch daran, Familien während der COVID-19-Pandemie mit Lebensmittel- und Hygienepaketen, Einzel- und Gruppenberatung, psychosozialer Online-Unterstützung und zusätzlichen Klassen für Kinder, die Gefahr laufen, die Schule abzubrechen, zu unterstützen.“

Hilfe für die Schwächsten
ADRA in Albanien führe seit mehr als zehn Jahren Bildungsprojekte in den betroffenen Regionen durch, aber ihre Bemühungen hätten sich während dieser doppelten Krise intensiviert. Unmittelbar nach dem Erdbeben versorgte ADRA über 100 Familien mit Hilfsgütern. Die Hilfe umfasste Zelte und anderes Material für Unterkünfte, Öfen, Waschmaschinen, tragbare Toiletten, Duschen und solare Warmwasserbereiter sowie Hygiene-Kits und warme Mahlzeiten. Darüber hinaus erhielten etwa 3.500 Kinder und Erwachsene psychosoziale Unterstützung durch Einzelberatungen, Gruppentherapiesitzungen, Exkursionen und ergänzenden Unterricht.

„Unsere Intervention zielte speziell auf die Bedürfnisse der Roma und der ägyptischen Minderheiten ab, da diese Gruppen weiterhin ausgegrenzt werden“, sagt Altin Rexhepi, Exekutivdirektor von ADRA in Albanien. Trotz politischer Rhetorik betrachteten die Regierung und staatliche Institutionen die humanitäre Hilfe für diese Roma und Ägypter nicht als Priorität.

Als die Pandemie zusätzliche Entbehrungen mit sich brachte, sicherte ADRA die Finanzierung der Versorgung von 40 Roma- und ägyptischen Familien mit Lebensmittelpaketen und Hygieneartikeln für zwei Monate. Dreißig weitere Familien in den Dörfern Thumane und Bubq erhielten während dieser Zeit Hygienematerial.

Fürsorge für beunruhigte Menschen
Während der Pandemie vergrößerte sich der Bedarf an psychologischer Unterstützung, doch die Möglichkeiten stießen an ihre Grenzen. ADRA in Albanien richtete in Zusammenarbeit mit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten eine landesweite telefonische Beratungshotline ein, um Menschen mit psychischen Bedürfnissen zu unterstützen. Die Anrufer konnten mit den Psychologen und Sozialarbeitern von ADRA sprechen, um persönliche Beratung zu erhalten. Drei Pastoren der Freikirche standen für diejenigen zur Verfügung, die ein spirituelles Interesse bekundeten.

Bereitstellung von Bildungsmöglichkeiten
Für ADRA in Albanien habe es höchste Priorität, Kindern aus einkommensschwachen Familien zu einer qualitativ hochwertigen Ausbildung zu verhelfen. Schüler aus diesen Familien seien besonders betroffen, seit die Schulen während der Pandemie geschlossen wurden. In Zusammenarbeit mit Schulmitarbeitern in der Region Tirana identifizierte ADRA Kinder, die Gefahr liefen, die Schule abzubrechen, und bot ergänzenden Unterricht an, um ihnen zu helfen, ihren Online-Unterricht besser zu bewältigen. ADRA arbeite mit einem Lehrer zusammen, um erklärende Videos zu erstellen, und teile die erklärenden Video-Lektionen mit den Kindern über eine WhatsApp-Gruppe.

Begegnungszentren
Im Juli 2020 wurde das Begegnungszentrum von ADRA im Dorf Bubq wiedereröffnet, und im Dorf Borizane wurde ein neuer Treffpunkt eingerichtet. Diese Begegnungsstätten böten Unterricht, Gruppenberatungen und Freizeitaktivitäten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Da die Risiken von COVID-19 weiterhin bestünden, klärten diese Zentren die Öffentlichkeit über geeignete Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung des Virus auf und ermutigten die Anwohner, sich um ihre körperliche und geistige Gesundheit zu kümmern. Die Zentren seien ein Ort der Heiterkeit und des Trostes für Menschen, die durch ihre Verluste bei dem Erdbeben und der Pandemie litten.

ADRA Albanien
ADRA‘s COVID-19-Einsatz in Albanien ist Teil seiner weltweiten Bemühungen, das durch die Pandemie verursachte Leid zu lindern. Als der globale humanitäre Arm der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterstützt ADRA während der Pandemie etwa 2,7 Millionen Familien in mehr als 70 Ländern. Zu den Nothilfemaßnahmen von ADRA gehören die Verteilung von Nahrungsmitteln, Hygieneprodukten und Bargeldgutscheinen an Bedürftige sowie die Ausbildung von Frontarbeitern und die Bereitstellung von medizinischem Material für Krankenhäuser, die gefährdete Bürger versorgen.

Mehr über ADRA unter www.adra.org