ADRA: Hoffnung für Albanien während der Corona-Krise

Das Erdbeben, das das Land im November 2019 erschütterte, tötete 51 Menschen, verletzte etwa 3.000 weitere und zerstörte zahlreiche Gebäude, so dass Tausende Familien ohne Unterkunft blieben. Als der landesweite Lockdown im März 2020 begann, lebten viele dieser Menschen in Zelten oder Schiffscontainern, weil ihre Häuser noch immer unsicher und unbewohnbar waren.

Eines der am härtesten betroffenen Gebiete sei die Region Kruja, nördlich der albanischen Hauptstadt Tirana, so ADRA Albanien. Hier konzentriere das adventistische Hilfswerk seine Bemühungen während der Pandemie und unterstütze Familien, die noch immer unter den Auswirkungen des Erdbebens litten. „Es waren schwierige Monate, weil die Bevölkerung, mit der wir arbeiten, außerhalb der Stadt in Zelten ohne angemessene Infrastruktur und ohne grundlegende Lebensbedingungen lebte“, sagt Kristi Qendro, Programmdirektorin für ADRA in Albanien. „ADRA begann seine Intervention direkt nach dem Erdbeben im November 2019 und arbeitet immer noch daran, Familien während der COVID-19-Pandemie mit Lebensmittel- und Hygienepaketen, Einzel- und Gruppenberatung, psychosozialer Online-Unterstützung und zusätzlichen Klassen für Kinder, die Gefahr laufen, die Schule abzubrechen, zu unterstützen.“

Hilfe für die Schwächsten
ADRA in Albanien führe seit mehr als zehn Jahren Bildungsprojekte in den betroffenen Regionen durch, aber ihre Bemühungen hätten sich während dieser doppelten Krise intensiviert. Unmittelbar nach dem Erdbeben versorgte ADRA über 100 Familien mit Hilfsgütern. Die Hilfe umfasste Zelte und anderes Material für Unterkünfte, Öfen, Waschmaschinen, tragbare Toiletten, Duschen und solare Warmwasserbereiter sowie Hygiene-Kits und warme Mahlzeiten. Darüber hinaus erhielten etwa 3.500 Kinder und Erwachsene psychosoziale Unterstützung durch Einzelberatungen, Gruppentherapiesitzungen, Exkursionen und ergänzenden Unterricht.

„Unsere Intervention zielte speziell auf die Bedürfnisse der Roma und der ägyptischen Minderheiten ab, da diese Gruppen weiterhin ausgegrenzt werden“, sagt Altin Rexhepi, Exekutivdirektor von ADRA in Albanien. Trotz politischer Rhetorik betrachteten die Regierung und staatliche Institutionen die humanitäre Hilfe für diese Roma und Ägypter nicht als Priorität.

Als die Pandemie zusätzliche Entbehrungen mit sich brachte, sicherte ADRA die Finanzierung der Versorgung von 40 Roma- und ägyptischen Familien mit Lebensmittelpaketen und Hygieneartikeln für zwei Monate. Dreißig weitere Familien in den Dörfern Thumane und Bubq erhielten während dieser Zeit Hygienematerial.

Fürsorge für beunruhigte Menschen
Während der Pandemie vergrößerte sich der Bedarf an psychologischer Unterstützung, doch die Möglichkeiten stießen an ihre Grenzen. ADRA in Albanien richtete in Zusammenarbeit mit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten eine landesweite telefonische Beratungshotline ein, um Menschen mit psychischen Bedürfnissen zu unterstützen. Die Anrufer konnten mit den Psychologen und Sozialarbeitern von ADRA sprechen, um persönliche Beratung zu erhalten. Drei Pastoren der Freikirche standen für diejenigen zur Verfügung, die ein spirituelles Interesse bekundeten.

Bereitstellung von Bildungsmöglichkeiten
Für ADRA in Albanien habe es höchste Priorität, Kindern aus einkommensschwachen Familien zu einer qualitativ hochwertigen Ausbildung zu verhelfen. Schüler aus diesen Familien seien besonders betroffen, seit die Schulen während der Pandemie geschlossen wurden. In Zusammenarbeit mit Schulmitarbeitern in der Region Tirana identifizierte ADRA Kinder, die Gefahr liefen, die Schule abzubrechen, und bot ergänzenden Unterricht an, um ihnen zu helfen, ihren Online-Unterricht besser zu bewältigen. ADRA arbeite mit einem Lehrer zusammen, um erklärende Videos zu erstellen, und teile die erklärenden Video-Lektionen mit den Kindern über eine WhatsApp-Gruppe.

Begegnungszentren
Im Juli 2020 wurde das Begegnungszentrum von ADRA im Dorf Bubq wiedereröffnet, und im Dorf Borizane wurde ein neuer Treffpunkt eingerichtet. Diese Begegnungsstätten böten Unterricht, Gruppenberatungen und Freizeitaktivitäten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Da die Risiken von COVID-19 weiterhin bestünden, klärten diese Zentren die Öffentlichkeit über geeignete Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung des Virus auf und ermutigten die Anwohner, sich um ihre körperliche und geistige Gesundheit zu kümmern. Die Zentren seien ein Ort der Heiterkeit und des Trostes für Menschen, die durch ihre Verluste bei dem Erdbeben und der Pandemie litten.

ADRA Albanien
ADRA‘s COVID-19-Einsatz in Albanien ist Teil seiner weltweiten Bemühungen, das durch die Pandemie verursachte Leid zu lindern. Als der globale humanitäre Arm der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterstützt ADRA während der Pandemie etwa 2,7 Millionen Familien in mehr als 70 Ländern. Zu den Nothilfemaßnahmen von ADRA gehören die Verteilung von Nahrungsmitteln, Hygieneprodukten und Bargeldgutscheinen an Bedürftige sowie die Ausbildung von Frontarbeitern und die Bereitstellung von medizinischem Material für Krankenhäuser, die gefährdete Bürger versorgen.

Mehr über ADRA unter www.adra.org




USA: Adventistische Kirchenleitung reagiert auf Protestwelle und ruft Kirchenmitglieder auf, Kanäle des Friedens zu sein

Nach den Schüssen auf den afro-amerikanischen 29-jährigen Jacob Blake durch Polizeibeamte hätten sich die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten von Amerika weiter verschärft. Dieses Ereignis habe die Stimmen der schwarzen Amerikaner und anderer verstärkt, die nach Gerechtigkeit für die gegen sie verübten Gewalttaten rufen, so eine Pressemeldung der NAD-Kirchenleitung.

Ruf nach Veränderung

Die Kirchenleitung der NAD höre ihre Stimmen, so die Erklärung weiter, und rufe die Kirchengemeinden und die Mitglieder auf, „unseren schwarzen Brüdern und Schwestern als Kanäle des Friedens und der Hoffnung zu dienen. Wir erkennen ihren Schmerz und die Ungerechtigkeit an, mit der sie konfrontiert sind.“ Sie riefen zu Veränderungen in der Art und Weise auf, wie die schwarze Bevölkerung von denjenigen behandelt werde, die Vertrauens- und Schutzpositionen bekleiden.

Wenn Rassismus und Gewalt die afro-amerikanische Gesellschaft verletzten, seien alle davon betroffen. Als Kinder Gottes könnten und müssten sie die Art und Weise, wie sie einander gleichberechtigt behandeln, verbessern und verweisen dabei auf Worte von Jesus Christus in der Bibel: „Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet; und jede Stadt oder jedes Haus, das mit sich selbst uneins ist, wird nicht bestehen.“ (Mt 12,25).

Nordamerikanische Kirchenleitung (North American Division – NAD)
Erst vor wenigen Wochen änderte sich die Zusammensetzung des Leitungsgremiums der Adventisten in Nordamerika (NAD). Der afro-amerikanische G. Alexander Bryant übernahm am 9. Juli als Kirchenpräsident die Leitung von Daniel R. Jackson, der zehn Jahre lang in dieser Funktion tätig war. In Bryant‘s bisherige Funktion als Sekretär der Kirchenverwaltung folgte am 20. August Dr. Kyoshin Ahn. Zum Gebiet der NAD gehören die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Bermuda, St. Pierre und Miquelon, Guam, Wake Island, Northern Mariana Islands, Palau, Marshall Inseln und Mikronesien. Insgesamt 1.262.927 Kirchenmitglieder feiern ihre wöchentlichen Gottesdienste in 5.621 Kirchengemeinden und 880 Gruppen. (Stand 2019)




Kalifornien: Waldbrände zwingen adventistisches College und Krankenhaus zur Evakuierung

Waldbrände im Napa Valley, Kalifornien/USA
Berichten zufolge haben die Waldbrände aufgrund der Blitze im Napa Valley mehr als 81.000 Hektar Fläche verbrannt. Mindestens vier Menschen in der Bay Area wurden als tot gemeldet und weitere wurden durch Brände verletzt.

Die Flächenbrände werden oft nach der Gegend, einer Straße, einem See oder Berg benannt, in der sie zuerst auftreten. Mehrere Brände können an einem Ort ausbrechen, z.B. wenn ein Blitz in einem bestimmten Gebiet mehrmals einschlägt. In diesem Fall werden diese Brände als „Komplex“ bezeichnet, der oft den Namen des größten Brandes in der Gruppe trägt. Das Gebiet, in dem sich die adventistischen Einrichtungen befinden ist die Gegend um Lake Hennesey und Napa Valley (LNU). Die durch Blitzeinschlag verursachten Brände tragen daher den Namen LNU Lightning Complex (Blitzeinschlagskomplex im Gebiet LNU).

Viele Bewohner im LNU Lightning Complex wurden evakuiert, darunter auch diejenigen, die auf und in der Nähe des Campus des Pacific Union College (PUC) leben. Das adventistische Krankenhaus in St. Helena hat Patienten in nahe gelegene medizinische Einrichtungen evakuiert.

Pacific Union College evakuiert
Als Reaktion auf den Brand im LNU-Lightning Complex wird PUC derzeit zusammen mit der umliegenden Ortschaft Angwin zwangsevakuiert. Bei der Evakuierung handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, da das Feuer Angwin, wo sich PUC befindet, in Richtung Süden gefährden könnte. In einer Erklärung, die auf der Website des Colleges veröffentlicht wurde, hieß es, dass „derzeit keine unmittelbare Gefahr für den Campus besteht und dass alle Dozenten, Mitarbeiter und Studenten zu diesem Zeitpunkt in Sicherheit sind“.

Fünfundzwanzig Studenten befanden sich auf dem Campus, als sie am Mittwoch, dem 19. August, bis 18.30 Uhr Ortszeit evakuiert wurden. Fast 300 PUC-Angestellte und ihre Familien wurden ebenso evakuiert wie der Rest der schätzungsweise 3.000 Einwohner von Angwin. College-Mitarbeiter teilten mit, dass die Häuser von mindestens zwei PUC-Familien durch das Feuer beschädigt oder vollständig zerstört wurden.

St. Helena Adventist Hospital evakuiert

Das St. Helena-Krankenhaus mit 151 Betten wurde am gleichen Abend ebenfalls evakuiert, nachdem das kalifornische Ministerium für Forstwirtschaft und Brandschutz einen obligatorischen Evakuierungsbefehl erlassen hatte. Auf seiner Website berichtete das Krankenhaus, dass „in Übereinstimmung mit dem Erlass, alle chirurgischen, Labor-, Bildgebungs- und anderen Verfahren, die auf dem Krankenhausgelände geplant waren, bis auf weiteres abgesagt werden“.

Alle Patienten seien sicher in andere Einrichtungen umgesiedelt worden. „Unsere Patienten werden gut versorgt und sind sicher. Bitte begleiten Sie unser Team und ihre Familien mit Ihren Gebeten“, so die Krankenhausleitung.

Zusätzlich zur Evakuierung des Krankenhauses wurden mehr als 300 Mitarbeiter aus ihren Häusern evakuiert. Das Gesundheitsnetzwerk Adventist Health leistet darüber hinaus Notfallhilfe für Mitarbeiter. Außerdem steht ein Krisenfonds von Advent Health zur Verfügung. Der Fonds wurde im vergangenen Jahr ins Leben gerufen, um Mitarbeitern bei verheerenden Katastrophen oder Notlagen, einschließlich der Waldbrände in Kalifornien, zu helfen. „Gemeinsam können wir sicherstellen, dass unsere Mitarbeiter im Gesundheitswesen die notwendige Unterstützung erhalten, die sie brauchen“, erläutert ein Mitarbeiter.

Ellen G. White Museum in Elmshaven evakuiert

Elmshaven, ein historischer Ort der Adventisten und ehemaliges Wohnhaus der Mitbegründerin der Freikirche, Ellen G. White, ebenfalls in St. Helena, wurde evakuiert. Das Hausmuseum wurde 1993 zum Nationalen Historischen Denkmal der USA erklärt.

Obwohl im Gebiet der adventistischen Kirchenleitung von Nord-Kalifornien (NCC) etwa 25 Waldbrände wüten, wurden keine Kirchen, Schulen oder Gebäude innerhalb der NCC beschädigt. Alle Pastoren, Lehrer und Mitarbeiter in der Kirchenverwaltung, die evakuiert wurden, sind in Sicherheit. „Wir beobachten die Situation genau“, sagte Marc Woodson, Präsident der NCC. „Obwohl einige unserer Mitarbeiter und Kirchenmitglieder evakuiert wurden, danken wir Gott dafür, dass er sie in Sicherheit gebracht hat“, sagte Marc Woodson.

Zeltplatzgelände wird Notfallzentrum

Die Kirchenleitung berichtete weiter, dass sie vom Bezirk Santa Cruz gebeten wurde, den Bewohnern, die wegen der Brände im Lighning Complex von Santa Cruz evakuiert werden mussten, zu erlauben, vorübergehend in das Soquel Conference Center umzuziehen. Das Soquel Konferenzzentrum ist ein großer Zelt- und Lagerplatz für bis zu 10.000 Personen. 15 fahrbare Großraumcontainer wurden bereits für die Evakuierten dort aufgestellt.

Adventistischer Pilot bei Löscharbeiten tödlich verunglückt

Nach Angaben der US Fortverwaltung verunglückte der adventistische Pilot Tom Duffy während eines Löscheinsatzes mit einem Hubschrauber im Mount Hood National Forest im Norden des Bundesstaates Oregon. Der vierzigjährige Duffy gehörte dem Leitungsgremium der Freikirche in Montana und der überregionalen Kirchenleitung im Gebiet der Nordpazifikküste an. Er kam bei dem Absturz ums Leben und hinterlässt Frau Robyn und drei Kinder.




David Alaba feiert Champions-League-Sieg im Jesus-T-Shirt

Damit hob er sich von seinen Mannschaftskollegen ab, die ein T-Shirt mit der Aufschrift „Champions of Europe 2020″ angezogen hatten. Alaba kniete neben Europas wichtigstem Klubfußball-Pokal und ließ sich mit dem Jesus-T-Shirt von Kameras filmen und fotografieren. Auf der Rückseite des Shirts hatte Alaba eine weitere Botschaft mit der Aufschrift „Black Lives Still Matter“ (Schwarze Leben sind noch immer wichtig) parat, mit der er auf die Anti-Rassismus-Proteste aufmerksam machte.

Nach Spielende ging Alaba direkt zu Neymar statt mit den anderen zu jubeln. Dem hochdotierten Starfußballer von PSG kamen in der Niederlage die Tränen. Alaba tröstete ihn. Für den 28-jährigen Alaba war das bereits der zweite Champions-League Titel mit den Münchnern. Gerne würden die Bayern den 2021 auslaufenden Vertrag mit Österreichs zweifachen Sportler des Jahres und sechsfachen Fußballer des Jahres verlängern.

Alaba steht der protestantischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten nahe und bekennt immer wieder öffentlich seinen christlichen Glauben. Sein Lebensmotto „Meine Kraft liegt in Jesus“ präsentierte er schon beim Champions-League-Sieg 2013 öffentlichkeitswirksam auf einem T-Shirt. Auch nutzt er die sozialen Netzwerke um auf seinen Glauben an Jesus aufmerksam zu machen.




Nachhaltigkeitskonferenz von ADRA am 29. & 30. August

Die Konferenz sei Teil eines entwicklungspolitischen Bildungsprojektes und beleuchte Aspekte des großen Themas Nachhaltigkeit auf globaler und lokaler Ebene, heißt es in einer ADRA-Pressemitteilung. Nachhaltigkeit sei heute wichtiger denn je und spiele auch in der Arbeit von ADRA eine außerordentlich wichtige Rolle. Dazu zählten nicht nur ökologische Aspekte, sondern ebenfalls soziale und wirtschaftliche Dimensionen. ADRA freue sich ganz besonders auf die Eröffnung der Konferenz durch die ehemalige Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Frau Wieczorek-Zeul leitete das Ministerium von 1998 bis 2009.

Damit gehöre sie zu den am längsten amtierenden Entwicklungshilfeminister*innen Deutschlands. Seit 2016 ist Frau Wieczorek-Zeul Mitglied im Rat für nachhaltige Entwicklung. Frau Wieczorek-Zeul werde die Keynote digital halten und anschließend an einer Diskussionsrunde virtuell teilnehmen.

Die Konferenz findet von Samstag, 29. August, 16 Uhr bis Sonntag, 30. August, 16 Uhr in den Räumen des Gemeindezentrums Darmstadt-Marienhöhe, Auf der Marienhöhe 57, 64297 Darmstadt, statt.

Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt, die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung und weitere Informationen unter www.adra.de/nachhaltigkeitskonferenz.




Samstag der 22. August ist ENDITNOW-Schwerpunkttag

Die Initiative enditnow®, die sich auf mehr als 200 Länder und Gebiete erstreckt, wurde im Oktober 2009 in Partnerschaft zwischen dem Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophendienst (ADRA) – einer führenden humanitären Organisation – und der Abteilung Frauen der Freikirche ins Leben gerufen, zwei Einrichtungen, die repräsentativ für die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten stehen.



enditnow® sei der wichtigste Standpunkt, den die Adventisten je in Bezug auf Gewalt gegen Männer, Frauen und Kinder eingenommen haben, so eine Pressemeldung der transnationalen Kirchenleitung der Adventisten für Mitteleuropa. Durch diese Kampagne würden die Mitglieder der Freikirche ermutigt, sich an einer globalen Bewegung in ihren eigenen Kirchengemeinden anzuschließen, wobei jedes Mitglied eingeladen sei, aktiv an der Bewusstseinsbildung und dem Austausch von Lösungen dieses globalen Problems mitzuwirken.

Was ist häusliche Gewalt?
Häusliche Gewalt – auch bekannt als häuslicher Missbrauch, Misshandlung in der Ehe, Missbrauch in der Familie, Missbrauch bei der Partnersuche und Gewalt gegen Intimpartner – ist ein Verhaltensmuster, das den Missbrauch eines Partners gegen einen anderen Partner in einer intimen Beziehung wie Ehe, Zusammenleben, Partnersuche oder innerhalb einer Familie beinhaltet. Er wird von Frauen, Männern und Kindern erlebt. Sein Zweck besteht darin, dass jemand Macht und Kontrolle über die andere ausübt. Leider gibt es täglich Berichte über Vorfälle häuslicher Gewalt, die allzu oft in einer Tragödie geendet haben.

Einige Fakten


Es wird geschätzt, dass etwa 35 Prozent der Frauen weltweit irgendwann in ihrem Leben entweder physische und/oder sexuelle Gewalt von Intimpartnern oder sexuelle Gewalt durch einen Nichtpartner (sexuelle Belästigung ausgenommen) erlebt haben. Einige nationale Studien zeigten jedoch, dass bis zu 70 Prozent der Frauen in ihrem Leben physische und/oder sexuelle Gewalt durch einen Intimpartner erlebt haben. Die Weltgesundheitsorganisation, Abteilung für reproduktive Gesundheit und Forschung, erklärt: es sei erwiesen, dass Frauen, die physische oder sexuelle Gewalt durch einen Intimpartner erlebt hätten, höhere Raten von Depressionen, Abtreibung und HIV-Infektionen aufwiesen als Frauen, die das nicht erlebt haben.

Religion wirkt NICHT abschreckend
In christlichen Häusern gibt es ebenso viel Missbrauch (Ehegatten-, Kinder- und sexuellen Missbrauch) wie in nichtchristlichen Häusern. „In den letzten Jahren hat das Problem des häuslichen Missbrauchs und der Gewalt viel Aufmerksamkeit erregt, da das Ausmaß dieses Phänomens bekannt geworden ist. Häuslicher Missbrauch und häusliche Gewalt sind heute für die meisten Kirchen [sehr] besorgniserregend, weil es offensichtlich ist, dass die Zahlen des häuslichen Missbrauchs in den Kirchen sehr ähnlich sind und in evangelikalen Kirchen, in denen die Leitung von Männern und die Unterwerfung von Frauen zum gottgegebenen Ideal gemacht wird, möglicherweise noch höher liegen“, bekräftigte Kevin Giles, Autor von „The Headship of Men and the Abuse of Women“ (Der Führungsanspruch von Männern und der Missbrauch von Frauen).

Aufruf zum Handeln
Obwohl dieses Problem auch innerhalb der Freikirche bestehte bekräftigen Adventisten die Würde und den Wert eines jeden Menschen und verurteilen alle Formen des physischen, sexuellen und emotionalen Missbrauchs. Sie rufen auch dazu auf, jetzt zu handeln!

enditnow® baue auf der langen Tradition der Adventisten auf, auf die Bedürfnisse aller Menschen einzugehen, nämlich für die Menschenrechte, Toleranz, das Wohl der Kinder, die Meinungs- und Gewissensfreiheit sowie den Schutz und die Integrität der Familien einzutreten. Es sei ein Aufruf zum Handeln für alle Adventisten und Unterstützer, sich für diese Grundsätze, die sie vertreten, einzusetzen und sie in die Praxis umzusetzen.

Alle Lehren Jesu drehten sich darum, anderen zu dienen – insbesondere den Armen, den Gefangengenommenen, den körperlich Behinderten und den Opfern der Unterdrückung. Und weil der Geist auf Jesus herabkam, sprach er nicht nur Plattitüden oder bot eitle Hoffnung an, sondern er sei beauftragt gewesen, zu handeln und Menschen aus schrecklichen Umständen zu retten. Der Ansatz Jesu sei eine Einladung an alle Christen, die für die Achtung der Menschenwürde sensibel sind.

Dagmar Dorn, Direktorin des Frauenministeriums in der Abteilung der Siebenten-Tags-Adventisten für die intereuropäische Region, bekräftigt die Bedeutung der Initiative. „Je mehr wir über das Thema wissen, desto besser können wir handeln und reagieren. GOTT ist gegen Gewalt und das sollten wir auch sein. Mein Wunsch ist es, dass unsere Kirchengemeinden sichere Orte werden können, an denen Heilung geschehen kann. Aus diesem Grund müssen wir darüber reden und Stellung beziehen. Wir als Freikirche kümmern uns sehr um das Thema Gesundheit, was gut ist, aber wir sind auch aufgerufen, unsere Perspektive anzuwenden, um auf biblische Weise mit dem riesigen Problem der Gewalt umzugehen und alles zu tun, um es jetzt zu beenden“.

„Ob zu Hause, auf der Straße oder im Krieg, Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist eine Menschenrechtsverletzung.“

Zur deutschsprachigen enditnow® Webseite: https://sta-frauen.de/angebote/enditnow/




ADRA: Hilfstransport aus der Slowakei für Beirut

Humanitäre Herausforderung
„Wir stehen vor einer humanitären Krise. Aus Berichten über die Nothilfe geht hervor, dass sich fast eine Million Menschen die Grundbedürfnisse nicht leisten können. Schon vor der Explosion war die Ernährungssicherheit im Libanon ein Grund zu ernster Besorgnis“, sagt Mario Oliveira, Direktor für Notfallmanagement bei ADRA. „Unsere Teams sind rund um die Uhr im Einsatz, um Familien und Kindern zu helfen. Wir sind unseren humanitären Partnern zutiefst dankbar, dass sie reagiert und ihre Unterstützung für die laufenden Hilfsaktionen von ADRA zugesagt haben“.

Bei der Explosion seien nach offiziellen Berichten mehr als 178 Menschen ums Leben gekommen, mindestens 6.000 verletzt und etwa 300.000 Menschen obdachlos geworden. ADRA habe bereits Wasser-, Sanitär- und Hygiene-initiativen eingeleitet und koordiniere die gemeinsamen Anstrengungen mit den humanitären Partnern, um die Bedürfnisse der Überlebenden schneller zu erfüllen. Das Hilfswerk plane eine Zusammenarbeit mit dem Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR), um vertriebenen Haushalten mit Notunterkünften und Schutzmaßnahmen zu helfen. Mindestens 170.000 Wohnungen und 150 Schulen, darunter das ADRA-Lernzentrum für Flüchtlingskinder, seien durch die Explosion beschädigt worden.

Syrische Flüchtlinge im Libanon
„Der Libanon ist die Heimat von 1,5 Millionen syrischen Flüchtlingen. ADRA unterstützt seit vielen Jahren die Bildungsbedürfnisse von Flüchtlingskindern. Die Wiederherstellung des Lernzentrums ist entscheidend für das Wohlergehen dieser Menschen“, sagt Gunther Wallauer, ADRA-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika. „Wir versuchen auch, den Familien Mittel zur Verfügung zu stellen, um ihr Zuhause zu sichern, da sie sich nicht sicher fühlen. Die Menschen wechseln sich mit ihren Familienmitgliedern ab, um Tag und Nacht wache zu halten und sich zu schützen, weil ihre Häuser keine Türen oder Fenster haben. Denken sie an diese Menschen in ihren Gebeten“.

Nach ADRA-Angaben habe die Explosion mindestens 26 Krankenhäuser und Kliniken beschädigt und belaste zusätzlich die medizinische Versorgung von Coronavirus-Patienten und der Bevölkerung insgesamt. ADRA plane, seine COVID-19-Präventionsinitiativen fortzusetzen, um den Libanon bei der Bewältigung der gesundheitlichen Herausforderungen der aktuellen Krise zu unterstützen. Die Zahl der Todesfälle und Neuinfektionen sei seit der Explosion gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums habe das Land über 8.881 Fälle von COVID-19 und 103 Todesfälle zu verzeichnen. (Zahlen ändern sich täglich.)

Zusätzliche Herausforderungen durch COVID-19

„Unsere COVID-19 Projekte kommen seit dem Ausbruch den am stärksten Gefährdeten zugute. Wir haben medizinische Hilfsgüter und persönliche Schutzausrüstung verschickt, Hygiene- und sanitäre Einrichtungen bereitgestellt und Nahrungsmittelhilfe für ältere Menschen und Flüchtlinge geleistet. Wir wissen, dass der Libanon noch mehr Hilfe benötigt, um mit dieser Pandemie fertig zu werden“, sagt Alex Balint, Nothilfe-Koordinator, der den täglichen Einsatz von ADRA in Beirut beaufsichtigt. „Wir erfuhren, dass die Explosion Tausende von persönlichen Schutzausrüstungen (PPEs) und medizinischen Hilfsgütern vernichtet hat. Sie waren in einem Lagerhaus am Hafen gelagert und warteten auf ihren Transport in medizinische Einrichtungen. Es ist eine schwierige Zeit, um gegen COVID-19 vorzugehen, aber ADRA hat sich verpflichtet, die libanesische Bevölkerung in dieser Gesundheitskrise zu unterstützen.

ADRA International

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA ist der internationale humanitäre Arm der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der in 118 Ländern tätig ist. Ihre Arbeit stärkt die Bevölkerung und verändert Leben auf der ganzen Welt, indem sie nachhaltige Entwicklung und Katastrophenhilfe leistet. Es ist ADRA’s erklärtes Ziel, Menschen zu dienen, damit alle so leben können, wie Gott es beabsichtigt hat. 1987 wurde der deutsche Zweig ADRA Deutschland e.V. gegründet. Weitere Informationen unter www.adra.de.




Leonardos Geheimnis

Leonardo da Vinci – allseits bekannt und doch wirft sein Leben und Werk immer wieder Fragen auf. Zum 500. Todestag des Genies erschien eine neue Biographie, die wieder einmal versucht, den Künstler literarisch zu portraitieren. Der Germanist und Historiker Karl-Rüdiger Mai hat es sich dabei zur Aufgebe gemacht, Licht in das rätselhafte Dunkel zu bringen, das den Mythos Leonardo umgibt. Dazu tastet er sich behutsam an die Gegebenheiten heran und entfaltet faktenreich historische, geopolitische und geistesgeschichtliche Zusammenhänge.

Epoche und Kontext
Als Leonardo am 2. Mai 1519 in Amboise/Frankreich starb, war er bereits ein Mythos. Er hinterließ der Welt etwa 15 Gemälde und über 4.000 Zeichnungen. Als Zeitgenosse von Michelangelo, Machiavelli und Savonarola lebte der Künstler in der italienischen Renaissance. Diese Zeit gilt als eine der interessantesten und produktivsten Epochen der Menschheitsgeschichte. Florenz, Padua und Mailand waren das damalige Zentrum der Welt, heute etwa vergleichbar mit dem Big Apple an der Ostküste der Vereinigten Staaten oder der Bay Area in Kalifornien. Hier wurde das Leben laufend neu erfunden und Wissen generiert, egal ob in der Philosophie, Literatur, Malerei, Bildhauerei, Architektur oder den Naturwissenschaften.

Leonardo als Schöpfer
Da Vinci wusste diesen Standortvorteil klar zu nutzen, obwohl er aufgrund mangelnder formaler Bildung keinen Zugang zum wissenschaftlichen Diskurs hatte. Er führte ein rastloses Leben, stets auf der Suche nach neuen Ideen und Mäzenen. So umgänglich sich Leonardo als Architekt, Unterhalter und Musiker im Gesellschaftlichen gab, so schwierig war er als Künstler. Er nahm nur wenig Aufträge an und ließ des Öfteren Werke unvollendet, da er an seinen eigenen Ansprüchen zu scheitern drohte. Sein Lebensstil würde heute vielleicht zur Bezeichnung alternativ passen: Vegetarier, Pazifist, bekennender Homosexueller und Christ.

Grundsätzlich lebensfroh und gesellig suchte Da Vinci doch als Naturforscher von Zeit zu Zeit die Abgeschiedenheit. Die Faszination von Wasser, der Luft und dem Aufbau des menschlichen Körpers trieb ihn lebenslänglich an. Sein unstillbares Interesse am Vogelflug, den Gesteinen und dem Weg des Wassers zeigten sich in unzähligen Naturskizzen. Er wollte die Rätsel der Menschheit entschlüsseln und dem Schöpfer der Welt auf die Spur kommen. Dazu schuf er unzählige Skizzen, die er in vielen Notizbüchern sammelte und eines Tages herauszugeben gedachte. Doch dazu würde es nie kommen, denn er scheiterte an ihrer Systematik. So blieb sein großes Lebenswerk bis heute unvollendet und steigerte nur den Mythos.

Leonardo als Geschöpf
Der Künstler gilt als hochbegabtes Genie, von der eigenen Kreativität sowohl überzeugt als auch getrieben. Er brach immer wieder mit Konventionen, suchte stets das Besondere und versuchte, seinen Werken einen tieferen Sinn zu verleihen. Seine Werke sollten Geschichten erzählen und ihn somit unsterblich machen. Dazu musste Leonardo einen neuen Denkansatz entwickeln, der nicht vom damals gängigen Neuplatonismus geprägt war, sondern Kosmos und Mensch in neue Zusammenhänge stellte. Dazu arbeitete er induktiv und versuchte durch die Betrachtung zum Wesenskern vorzudringen und Ordnung und Regelhaftigkeit der Natur abzubilden.

Mai skizziert Leonardo darüber hinaus als Geschöpf Gottes, das zeitlebens bemüht war, den Schöpfer der Welt im Spiegel der Natur zu entdecken. Mai legt den Schwerpunkt dabei auf die Weltanschauung Leonardos im wahrsten Sinne. Er versucht, die Perspektive des Künstlers einzunehmen und die Welt mit dessen Augen zu betrachten. Mai ist überzeugt, „dass Leonardo als Christ gelebt hat und gestorben ist“ trotz einer gewissen Kirchenferne (S. 383). Diese Setzung ist strittig, führt jedoch zu einer neuen Sichtweise, mit der Mai bekannte künstlerische Werke des Universalgenies frisch interpretiert. Lebenspraktiken, Karrierestreben oder Freigeisttum als Schlüssel zum Verständnis von Leonardos Leben werden so zweitrangig dargestellt und der Weltanschauung untergeordnet.

Geheimnisdämmerung
Eine Biographie, die sich langsam vor dem erzählerischen Hintergrund der Renaissance entfaltet, immer wieder innehält, historische Bezüge herstellt und zum Betrachten der Werke Leonardos einlädt, optisch und literarisch. Die biographischen Einzelheiten werden etwas bruchstückhaft, manchmal flüchtig dargestellt und stets mit eigenen Deutungen versehen. Es fällt allerdings bei aller Detailgenauigkeit der geschichtlichen Einzelheiten schwer, den großen Überblick zu behalten. Intensiv, empathisch und facettenreich beeindruckt Mai durch die intensive Auseinandersetzung mit den Werken des Künstlers und erhellt so das Dunkel, das den Renaissancemagier umgibt. Ein lesenswertes Buch, das jedoch ohne Hintergrundwissen nur schwer einzuordnen ist. Mai lüftet das Geheimnis nicht, er nähert sich jedoch an.

Claudia Mohr

Die Rezension kann als Dokument heruntergeladen werden: https://www.apd.info/wp-content/uploads/2020/08/Rezension-Mai-Leonardos-Geheimnis.pdf




Der 19. August ist Welttag der humanitären Hilfe

Geschichte eines Tages
Internationale Tage dienten der Steigerung der Aufmerksamkeit und des Wissens der Öffentlichkeit für und über bestimmte Herausforderungen und Themen, so eine Erläuterung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Anlass für die Einrichtung dieses Tages sei der Bombenanschlag auf das Hauptquartier der Vereinten Nationen-Mission (VN) in Bagdad im Jahr 2003 gewesen, der 22 Personen das Leben kostete und bei dem über 100 Menschen verletzt wurden. Unter den Todesopfern befand sich auch der Sondergesandte des VN-Generalsekretärs für Irak und frühere VN-Nothilfekoordinator, Sergio Vieira de Mello.

Professioneller Beistand ohne Ansehen der Person

Für die Hilfsorganisation ADRA Deutschland e.V. gelte die wichtigste Erkenntnis aus der Frühzeit der international koordinierten Krisenhilfe noch heute: professioneller materieller und logistischer Beistand für Menschen in Not müsse ohne Ansehen der Person, unparteiisch und neutral gewährt werden. Betroffene müssten ein Anrecht auf Hilfe haben. Vor allen anderen müsse den Schwächsten und Verletzlichsten geholfen werden. Heute spreche man sogar vom „humanitären Imperativ“, der die internationale Gemeinschaft verpflichte, zu helfen, wo immer Hilfe auf der Welt gebraucht werde. Außerdem gebe es schon lange obligatorische und immer wieder aktualisierte Mindeststandards zum Beispiel für die Unterbringung von Flüchtlingen, für die Versorgung Hungernder oder die medizinische Behandlung, auf die sich unter anderem die meisten humanitären Nichtregierungsorganisationen (NGOs wie ADRA) und die Vereinten Nationen (VN) geeinigt hätten.

NGO’s – die maßgeblichen Akteure humanitärer Hilfe

Die VN und internationale wie nationale Nichtregierungsorganisationen (NGOs) seien neben den Staaten selbst (oder auch der EU) die maßgeblichen Akteure der humanitären Hilfe: Sie sammelten Spenden, beantragten Budgets bei Regierungen und Institutionen, planten die notwendigen Projekte, führten sie durch und beschäftigten die Helfer. Heute würden pro Jahr weltweit etwa 25 Milliarden Euro aus privaten Spenden, Stiftungsgeldern und aus Steuermitteln v.a. der wohlhabenden Länder für Sofort- und Nothilfe ausgegeben. Das klinge nach viel, sei aber wenig, wenn man sich die Vielzahl der weltweit gärenden Konflikte, die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels, Naturkatastrophen und aktuell etwa 70 Millionen Geflüchteten vor Augen führe.

Internationales ADRA-Netzwerk
ADRA Deutschland e. V. sei seit seiner Gründung 1986 in der humanitären Hilfe aktiv. Das internationale ADRA-Netzwerk, heute in über 130 Ländern vertreten, gewährleiste bei Konflikten und Katastrophen schnelle und direkte Hilfe an Millionen von Menschen in Not. Ein Schwerpunkt der humanitären Arbeit von ADRA Deutschland liege derzeit zum Beispiel im Jemen, wo durch die Kriegssituation, durch Restriktionen und Zerstörung der Zugang zu besonders bedürftigen Bevölkerungsgruppen allerdings schwierig sei. Nichtsdestotrotz unterstütze ADRA dort mittlerweile fast eine halbe Million Menschen unter anderem mit einer medizinischen Grundversorgung und mit Nahrungsmittelhilfen und sei eine der aktivsten Hilfsorganisationen im Land.

ADRA kümmere sich aber etwa auch um die Leidtragenden eines fast vergessenen Konflikts, der zudem vor der Haustür der EU stattfinde. In der Ostukraine seien vor allem Alte und Schwache vom Zusammenbruch der technischen und sozialen Infrastruktur durch den Krieg zwischen der Ukraine und den Separatisten betroffen. ADRA helfe den Bedürftigen hier zum Beispiel in Sachen Zugang zu Strom und Wasser, die Häuser winterfest zu machen, beim Transport zu Ärzten und bei der psychosozialen Versorgung.

Hilfsprojekte auf vier Kontinenten

Der Jemen und die Ukraine seien nur zwei Beispiele für die Arbeit von ADRA in der Sofort- und Nothilfe. Derzeit betreue ADRA Deutschland fast 20 humanitär orientierte Hilfsprojekte auf vier Kontinenten. Über die Jahrzehnte habe sich die Arbeit in der humanitären Hilfe auch bei ADRA sehr verändert, geradezu modernisiert. Stand früher in Krisen die Lieferung von Hilfsgütern im Mittelpunkt – etwa: Nahrung, Zelte und Decken – gehe es heute mehr um die Stärkung der Kapazitäten in den Gemeinschaften vor Ort, um Hilfe zur Selbsthilfe, oft sogar auch schon um Katastrophenvorsorge. ADRA habe zum Beispiel bei humanitären Interventionen (etwa in Somalia, im Jemen oder in Zimbabwe) schon oft das inzwischen als sehr fortschrittlich geltende Instrument der Bargeldauszahlung erfolgreich angewandt. Diese so genannten Cash-Transfers seien zielgerichtete Auszahlungen an unmittelbar Betroffene in Not, die in Krisenzeiten nicht nur den Bedürftigen ein Stück Würde erhalten, sondern auch die lokalen Märkte stärkten, eine faire Bezahlung für dringend notwendige Wiederaufbau-Arbeiten an Personal vor Ort ermöglichten und vor allem sehr schnell und flexibel einsetzbar seien.

Nur GEMEINSAM kann humanitäre Hilfe bewältigt werden

Am Ende gehe es eben auch in der humanitären Hilfe – und damit auch bei ADRA – ums Geld. Es gehe darum, wieviel wir alle als Spender und Steuerzahler in den wohlhabenden Ländern bereit sind, für andere in Not auszugeben. ADRA Deutschland e.V. ermutigt, dass humanitäre Hilfe nur GEMEINSAM bewältigt werden könne. Die Erfolge, seien auch die Erfolge von Spenderinnen und Spendern. „Nur zusammen“, so ADRA, „können wir großartige Ergebnisse erzielen … und an einer besseren Welt arbeiten.“




Nur 8 Prozent der Bundesbürger praktizieren ihren Glauben regelmäßig

Im Jahr 2019 seien laut fowit jeweils rund 270.000 Katholiken und Protestanten aus ihrer Kirche ausgetreten, in der Summe 542.000 Personen. Die Zahl der Neueintritte oder Wiederaufnahmen habe für beide Kirchen zusammengerechnet bei 33.669 Personen gelegen. Negativ auf die Kirchenmitgliedsstatistik habe sich zudem das starke Missverhältnis zwischen neu getauften und verstorbenen Kirchenmitgliedern ausgewirkt, so fowit. Insgesamt hätten beide christlichen Großkirchen in Deutschland rund 800.000 Mitglieder gegenüber dem Vorjahr verloren.

Gruppe der Konfessionsfreien wächst

Die Gruppe der konfessionsfreien Menschen sei dagegen im gleichen Zeitraum um etwa 900.000 Personen angewachsen, wodurch sich ihr Anteil in der deutschen Bevölkerung von 37,8 (2018) auf 38,8 Prozent (2019) erhöht habe. Zu dieser Gruppe der Konfessionsfreien zählen, wie fowid-Leiter Carsten Frerk erklärt, auch die sogenannten „Kultur-Muslime“, die sich selbst als „nicht-religiös“ verstehen, nicht beteten und auch nicht an religiösen Veranstaltungen teilnehmen würden.

Praktizierende Gläubige
Als hinreichender Faktor für eine praktizierende Gläubigkeit werden die Zahlen der regelmäßigen Kirchen- bzw. Gotteshausbesucher zum Gottesdienst angesehen. „Die Mitgliederzahlen“, so die fowit-Statistik, „umgerechnet auf praktizierende Gläubige, d.h. religiös Aktive, sowie auf religiös passive plus Konfessionsfreie“ ergebe die geringe Anzahl der religiös Gläubigen, die noch 7,9 Prozent der Bevölkerung darstellten. Eine frühere Studie zur „Kirchenhäufigkeit in Deutschland 1980-2016“ komme (für 2016) noch auf einen „Anteil der religiös Gläubigen von rund 12 Prozent“.

Die ausführliche fowid-Analyse:
https://fowid.de/meldung/religionszugehoerigkeiten-2019




NOTRUF für Unterstützung der Menschen in Beirut

In einer weltweit übertragenen online Berichterstattung gaben Rick McEdwards, der Leiter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten für das Gebiet des Nahen Osten und Nordafrika und Günther Wallauer, der Leiter der Hilfsorganisation ADRA für das gleiche Gebiet, Auskunft zu den Schäden und Folgen der enormen Explosion im Hafen von Beirut eine Woche zuvor. Dabei baten sie um finanzielle Unterstützung. Konkret sei der Bedarf an Wasser, Essenspaketen und Zelten für Unterkünfte wichtig.

Helferteams von ADRA hätten bereits etwa 3 Tonnen Schutt weggeräumt und so Familien unterstützt, ihren Wohnraum wieder zu nutzen. Überall lägen zerborstene Scherben, die weggeräumt werden müssten. Die Freiwilligen helfen mit, die Innenstadt von Beirut von Geröll und Splitter zu säubern. Auch medizinische Hilfe müsse geleistet werden, da zwei Krankenhäuser durch die Explosion zerstört wurden.

Bewegende Begegnungen mit Kindern und älteren Bewohnern von Beirut ließen das Ausmaß der traumatischen Folgen der zerstörenden Wucht nur annähernd erahnen, berichtet Wallauer. Er sei allerdings auch überwältigt über die internationale Anteilnahme, die ihn erreiche.

ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Nichtregierungs-Organisation (NGO) und der humanitäre Arm der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit einem weltweit föderativ organisierten Netzwerk mit 118 nationalen Büros. 1987 wurde der deutsche Zweig „ADRA Deutschland e.V.“ gegründet. Getreu dem Motto „Gerechtigkeit | Mitgefühl | Liebe“ arbeitet ADRA Deutschland e.V. in dem ADRA-Netzwerk partnerschaftlich daran, dass Armut und Unterdrückung in den ärmeren Teilen dieser Erde überwunden werden kann.

ADRA Deutschland e.V. bittet deshalb um Spenden, um die Unterstützung der Bevölkerung in Beirut angemessen fortsetzen zu können. Zur ADRA Spendenseite: https://adra.de/spendenformular/.




Krankenhaus Waldfriede in Berlin unter den Besten in Deutschland

Waldfriede unter den Besten in Deutschland
Erneut wird das Krankenhaus Waldfriede zu den Besten gezählt. Gestern wurden die Ergebnisse einer Studie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) veröffentlicht, bei der Daten von über 2.200 Krankenhäuser in Deutschland herangezogen wurden. In der Kategorie „Krankenhäuser mit 150 bis unter 300 Betten“ ist das Krankenhaus Waldfriede mit 78,9 von 100 Punkten zu den besten gezählt worden. Die Studie war im Auftrag des F.A.Z.-Instituts durch das IMWF Institut für Management und Wirtschaftsforschung mit wissenschaftlicher Begleitung der International School of Management (ISM) realisiert worden.

Die Methodik der Studie, die zum dritten Mal stattfand, wurde dabei zum Vorjahr erneut verfeinert und ausgeweitet. So wurden zusätzlich zur Auswertung der gesamten Krankenhäuser die Abteilungen ausgewertet. Die Methodik ist hierbei analog. Hierzu wurde mit Hilfe der Qualitätsberichte des Gemeinsamen Bundesausschuss der Öffentlichkeit und ergänzenden Daten aus Bewertungs- und Befragungsportalen eine Rangliste derjenigen deutschen Krankenhäuser erstellt, die aus emotionaler und sachlicher Sicht mit ihrem Gesamtangebot glänzen können. Das Ergebnis, so die FAZ, sei ein einzigartiger Überblick über „Deutschlands beste Krankenhäuser“, dessen Resultat dabei helfe, die Vielzahl der Informationsangebote überschaubar zu machen.

Krankenhauseigenes Gesundheitsnetzwerk
Laut eigenen Berichten ist das Krankenhaus Waldfriede im krankenhauseigenen Gesundheitsnetzwerk eingebunden, das mittlerweile zum vielfältigsten Medizin- und Pflegeanbieter im Bezirk Steglitz-Zehlendorf geworden ist. Neben dem Krankenhaus Waldfriede, der Sozialstation und dem Gesundheitszentrum PrimaVita mit zugehörigem Schwimmbad gehörten auch die Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege, die Privatklinik Nikolassee, die Servicegesellschaft Krankenhaus Waldfriede, das Desert-Flower-Center, das Seniorenhaus Waldfriede, eine ambulante Tagesklinik und künftig ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) zur besseren ambulanten Versorgung zum Netzwerk. Damit gehöre das „Netzwerk Waldfriede“ auch zu den größten Arbeitgebern im Bezirk. Der Träger sei die weltweite evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. In diesem Jahr besteht das Krankenhaus 100 Jahre.

Desert Flower Center Waldfriede (DFC)
Insbesondere das beim Krankenhaus ansässige Desert Flower Center Waldfriede (DFC) machte diese Woche erneut Schlagzeilen. So sei nach einer Pressemeldung der Berliner Koordinierungsstelle gegen FGM_C (weibliche Genitalverstümmelung) das DFC eine der drei Anlaufstellen in Berlin und garantiere „einen niederschwelligen Erstkontakt und individuelle Begleitung ihrer Klient_innen“. Mit der Bewilligung der Finanzierung der Koordinierungsstelle durch den Berliner Senat können die Angebote zu FGM_C interdisziplinär gebündelt und weiterentwickelt werden, Fachkompetenzen gestärkt und die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert werden.

Das Desert Flower Center Waldfriede ist das weltweit erste ganzheitliche Betreuungszentrum für Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung und wurde 2013 von anerkannten Spezialisten im Bereich Darm- und Beckenbodenchirurgie in Anwesenheit der Menschenrechtsaktivistin und Gründerin der Desert Flower Stiftung, Waries Dirie, gegründet. Weitere DFC’s gibt es in Stockholm, Paris und Amsterdam. Weitere DFC’s gibt es in Stockholm, Paris und Amsterdam.

Weitere Informationen zur Krankenhausstudie: https://www.faz.net/asv/beste-krankenhaeuser/




Mission Neandertal auf historischen Postkarten

Missionsschule Neandertal auf Postkarten
Anlässlich 150 Jahre Postkarten in Deutschland gibt es im Raum Mettmann eine Reihe von Veröffentlichungen über historische Postkarten mit Motiven landschaftprägender Gebäude. Die Autorin Rabea Gruber lässt mit freundlicher Unterstützung des „Stadtarchivs Mettmann“ die Geschichte der Gebäude in ihrer Umgebung kurz aufblitzen und erwähnt dabei auch die ehemalige Missionsschule Neandertal.

APD nahm dies zum Anlass, beim historischen „Archiv der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa“ nachzufragen und wurde fündig. Das auf dem Gelände der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg untergebrachte Forschungsarchiv fand etliche Postkarten mit Abbildungen der „Missionsschule Neandertal“. Heute befindet sich auf dem Gelände das „Seniorenheim Neandertal“, eine Einrichtung des Advent-Wohlfahrts-Werks (AWW), dem Sozialwerk der Adventisten.

Theologische Ausbildung der Adventisten in Neandertal
Durch das rasche Wachstum der Freikirche, das auch durch den ersten Weltkrieg nicht aufgehalten wurde, seien immer mehr Prediger und Missionare notwendig geworden. So habe die Kirchenleitung 1920 die Gründung einer zweiten Missionsschule beschlossen und 1921 die leerstehende Hellenbrucher Mühle im Neandertal bei Düsseldorf erworben. Am 23. August sei das Gelände übernommen und bereits am 30. November desselben Jahres der Lehrbetrieb aufgenommen worden. Die Kapazitäten des Hauses seien schon bei der Eröffnung voll ausgeschöpft gewesen.

Während des zweiten Weltkrieges habe das Gebäude zeitweilig als Aufnahmeheim für Volksdeutsche und später als Auffanglager für Flüchtlinge gedient. 1948 sei das Seminar noch einmal für kurze Zeit eröffnet worden, um aber wenig später mit einer weiteren Bildungseinrichtung bei Darmstadt zusammengelegt zu werden. Das Gebäude diente seither als Senioren- und Pflegheim und wurde 1980 durch einen Neubau ersetzt und in den Jahren 2009 bis 2012 umfangreich modernisiert.

Moderne Pflegeinrichtung für Senioren

Heute liegt das Haus für 182 Bewohner und 150 Mitarbeiter in einem idyllisch gelegenen Naturschutzgebiet. Neben dem ganz in der Nähe gelegenen multimedialen Erlebnismuseum über die Ur- und Frühgeschichte der Menschheit ist das Gelände ein beliebtes Ausflugsziel. Im Außenbereich beim als das „Haus mit den Tieren“ bekannte Seniorenheim können Besucher Ziegen, Schafe, Hühner, Hasen, Meerschweinchen, Gänse, Pferde und Alpakas treffen.

Weitere Infos zum Seniorenheim Neandertal: www.seniorenheim-neandertal.de.




Bahnbrechende Technologie ermöglicht Transplantation „toter" Herzen

Das Verfahren „der DCD-Herztransplantation gibt Patienten und Ärzten, die mit einem wachsenden Organmangel in ganz Amerika konfrontiert sind, Hoffnung“, heißt es in der Mitteilung von „AdventHealth“. Diese Herztransplantationen werden durch eine klinische Studie mit dem Transmedics Organ Care System ermöglicht, einer Maschine, die ein Herz, das vor der Spende stillstand, stundenlang lebensfähig hält. „AdventHealth“ ist eines der zwölf Transplantationszentren in den USA, das an einer klinischen Studie zu diesem Verfahren teilnimmt. „Die Transplantation war eine Teamleistung in Partnerschaft mit dem AdventHealth Translational Research Institute und der Organbeschaffungsagentur OurLegacy“, schreibt „AdventHealth“.

„Es gibt weit mehr Menschen in diesem Land, die eine Herztransplantation benötigen, als es Herzspender gibt“, sagte Dr. Donald Botta, chirurgischer Leiter des Herztransplantationsprogramms bei „AdventHealth“. „Wir freuen uns, ein weiteres Mittel in unserem Instrumentarium zu haben, das uns helfen kann, Leben zu retten. Diese Art von Transplantationen könnte den Spenderpool um Tausende erweitern“.

Das Team des AdventHealth-Transplantationsinstituts sei zum Standort des Spenders gereist und habe das Herz dem Spender entnommen, nachdem dieser vom Beatmungsgerät genommen worden sei. Dann sei es an die Maschine angeschlossen und mit dem Blut des Spenders versorgt und nach der Rückkehr dem Empfänger eingesetzt worden. „Am nächsten Tag war ich auf den Beinen“, sagte der Empfänger, George Martin.

„Die Herzen, die als Ergebnis dieser Technologie transplantiert werden, wären vorher bestattet worden“, sagte Dr. Scott Silvestry, chirurgischer Direktor für Thoraxtransplantation am AdventHealth Transplantationinstitute. „Stattdessen werden sie das Leben von Menschen wie George Martin und hoffentlich noch vielen weiteren Bewohnern Zentralfloridas retten“.

AdventHealth
Das „Adventist Health System“ wurde 1973 gegründet und 2019 in „AdventHealth“ umbenannt. Es ist das größte gemeinnützige protestantische Gesundheitssystem in den USA mit Hauptsitz in Altamonte Springs, Florida. „AdventHealth“ gehört zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in den USA. Es verfügt über 45 Krankenhäuser, mehr als 8.200 zugelassenen Betten in neun Bundesstaaten und versorgt jährlich mehr als fünf Millionen Patienten mit über 80.000 Mitarbeitenden. Das Gesundheitssystem von „AdventHealth“ umfasst auch Notfallversorgungszentren, häusliche Gesundheits- und Hospizdienste, Arztpraxen und qualifizierte Pflegeeinrichtungen. Die jährlichen Betriebseinnahmen liegen bei elf Milliarden US-Dollar.




Adventisten: Bad Aiblinger Pastor schlägt Brücke nach Myanmar

Von Myanmar fasziniert
Seit 2016 arbeitet Christian Lutsch im Kirchenbezirk Bad Aibling der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Es ist die erste Stelle für den 30-Jährigen, zu der die Kirchengemeinden Bad Aibling, Feldkirchen-Westerham und Rosenheim gehören. Anfang Juli wurde der musikalisch begabte Seelsorger zum weltweiten Dienst in seiner Freikirche eingesegnet.

Schon mehrmals hat Lutsch das südostasiatische Land (ehemals Birma) mit Grenzen zu Indien, Bangladesch, China, Laos und Thailand besucht. Den Anstoß dazu gab sein Cousin, mit dem er 2014 erstmals für dreieinhalb Wochen an einer Schule unterrichtete. Das habe ihn so sehr geprägt, berichtet Lutsch im Gespräch mit APD, dass er ein halbes Jahr später noch einmal dorthin gereist sei. Insgesamt sei er jetzt schon sieben Mal dort gewesen.

1 Jahr Engagement für 400 Schüler
Am „Upper Myanmar Adventist Seminary“ (UMAS) in Kalaymyo im Sagaing-Bezirk im Nordwesten des Landes werden etwa 400 Schüler von der Grundschule bis zum Abitur unterrichtet. Dort werde Lutsch das Jahr verbringen. „Mir macht der Unterricht mit den Kindern einfach Spaß, was wohl auch an den Schülern liegt“, so Lutsch. Auch das Oberbayerische Volksblatt berichtete über das Vorhaben.

Bessere Bildungschancen ermöglichen
In dem von Lutsch mit initiierten gemeinnützigen Verein „Arm of Help e.V.“ (Arm der Hilfe) engagiert sich der Theologe für bessere Bildungschancen von Kindern in Myanmar. Der Verein arbeitet mit dem ethischen Ziel, Menschen nach dem Vorbild Jesu vorurteilsfreie Zuwendung zu schenken. Persönliche Patenschaften ermöglichen bedürftigen Kindern in dem Land eine Ausbildung. 217 aus UMAS und zwei weiteren Schulen befinden sich derzeit in dem Patenschaftsprogramm des 90 Mitglieder zählenden Vereins. Durch Konzerte und den Verkauf eines Kalenders werden finanzielle Mittel generiert.

Für den gebürtigen Hannoveraner Christian Lutsch, der sein Theologiestudium an der Theologischen Hochschule Friedensau bei Magdeburg mit einem Bachelor und Master abgeschlossen hat, ist die einjährige Auszeit sehr wichtig. Die Kinder wachsen und reifen zu sehen und in ihrer Entwicklung zu begleiten mache große Freude.

Mehr Infos zu Arm of Help -> https://www.facebook.com/armofhelp/




Interreligiöse Erklärung fordert Ablehnung aller Atomwaffen

Die Unterzeichnenden fordern ihre „Regierungen nachdrücklich auf, die Gelegenheit des 75. Jahrestages des einzigen Einsatzes von Atomwaffen in einem Konflikt zu nutzen, um sicherzustellen, dass sie unter keinen Umständen mehr eingesetzt werden“. Sie rufen zudem „alle Staaten auf, sich der wachsenden Gemeinschaft von Staaten anzuschließen, die Atomwaffen vollständig abgelehnt haben“. Sie bekräftigen erneut, „dass das Vorhandensein auch nur einer einzigen Atomwaffe gegen die grundlegenden Prinzipien unserer verschiedenen Glaubenstraditionen verstößt und alles, was uns lieb und teuer ist, durch unvorstellbare Zerstörung bedroht“. Die Erklärung hebt hervor, dass die Existenz von Nuklearwaffen die ethischen und moralischen Grundlagen des Gemeinwohls untergräbt. „Wir fordern Ihr Engagement für eine friedlichere, sicherere und gerechtere Welt – eine Welt, die nur mit der Abschaffung von Atomwaffen möglich ist“, so der Text der Erklärung.

Erklärung von 2020 ist umfassendste interreligiöse Erklärung über Atomwaffen
„Uns haben sich ganz unterschiedliche Gruppen angeschlossen, von Glaubensgemeinschaften über Regionalkonferenzen bis hin zu einzelnen Gemeinden, und die Unterzeichnenden gehören Organisationen verschiedener jüdischer, christlicher, islamischer, jainistischer, hinduistischer und buddhistischer Traditionen an“, sagte Emily Welty, stellvertretende Vorsitzende der ÖRK-Kommission der Kirchen für Internationale Angelegenheiten. Es handle sich um die umfassendste interreligiöse Erklärung über Atomwaffen, die jemals veröffentlicht worden sei, so Welty.

Die interreligiöse Gruppe veröffentlicht normalerweise eine Erklärung während der Konferenzen zur Überprüfung des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen. Da infolge von COVID-19 die für 2020 vorgesehene Konferenz verschoben werden musste, hatte die Gruppe die Idee, stattdessen einen gemeinsamen Beitrag anlässlich des 75. Jahrestages der atomaren Angriffe auf Hiroshima und Nagasaki auszuarbeiten, schreibt der Ökumenische Rat der Kirchen.

Die vollständige Erklärung im Wortlaut:
https://www.oikoumene.org/de/resources/documents/joint-interfaith-statement-on-the-75-th-anniversary-of-the-atomic-bombings-of-hiroshima-and-nagasaki/




Beirut: ADRA-Teams unterstützen Ersthelfer und Überlebende

Laut Gunther Wallauer, ADRA-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, berichten die Einsatzteams, dass sie so etwas noch nie gesehen hätten. „Es sieht aus wie ein Kriegsgebiet. Wir versorgen Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Zivilschutzes mit Wasser und wichtiger Ausrüstung“. ADRA stelle Schlafplätze zur Verfügung, damit die Einsatzkräfte ausruhen können. Es würden Kinderbetten, Zelte und Generatoren für die Beleuchtung benötigt, da in den meisten Teilen der Stadt der Strom ausgefallen ist. „Wir wissen, dass es in mehreren Vierteln in der Nähe des Epizentrums Verwüstungen gibt. Unsere Teams vor Ort sind dabei, die Lage rasch zu beurteilen, um Kindern und Familien sofortige Hilfe zu leisten“.

ADRA-Teams werden mindestens fünf Stadtviertel einschließlich Schulen in der Umgebung der Explosionszone bereisen, um mit dem Einsatz der humanitären Hilfe einschließlich Wasser und Nahrungsmittel für die Opfer zu beginnen. Die Behörden gehen davon aus, dass die tödliche Explosion durch Tonnen von hochexplosivem Material verursacht wurde, das in einem Lagerhaus am Haupthafen gelagert war. Die Katastrophe überwältige das Land, das bereits mit einer Wirtschaftskrise und der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen habe.

ADRA-Präsident Michael Kruger versichert: „Unsere Gebete gelten der libanesischen Nation, insbesondere den Kindern und Familien, die von dieser Katastrophe betroffen sind, und allen, die geliebte Menschen verloren haben und verletzt sind. Wir sind seit dem Ausbruch des Coronavirus vor Ort, um der libanesischen Bevölkerung bei der Bewältigung der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Pandemie zu helfen, und sind bereit, in dieser zusätzlichen Krise weitere Unterstützung zu leisten“. ADRA würde die Nothilfemaßnahmen verstärken, um lebensrettende Grundbedürfnisse der Hilfsbedürftigen bereitzustellen.

ADRA arbeitet mit kirchlichen Freiwilligen, lokalen Behörden und Partnern in Beirut zusammen, um die Hilfs- und Rettungsaktionen zu koordinieren. In Deutschland ist ADRA Teil des Netzwerks „Aktion Deutschland hilft“. Gemeinsam bitten die Organisationen um Spenden zur Erfüllung dieser humanitären Aufgabe.

ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Nichtregierungs-Organisation (NGO) und der humanitäre Arm der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten mit einem weltweit föderativ organisierten Netzwerk mit 118 nationalen Büros. 1987 wurde der deutsche Zweig „ADRA Deutschland e.V.“ gegründet. Getreu dem Motto „Gerechtigkeit | Mitgefühl | Liebe“ arbeitet ADRA Deutschland e.V. in dem ADRA-Netzwerk partnerschaftlich daran, dass Armut und Unterdrückung in den ärmeren Teilen dieser Erde überwunden werden kann. Weitere Infos über ADRA unter www.adra.de




Beirut: Mehrere adventistische Einrichtungen nach Explosion beschädigt

Mindestens 100 Menschen sind nach Medienberichten getötet, mehr als 4.000 Personen verletzt und unzählige Gebäude zerstört worden, nachdem eine massive Explosion am 4. August Beirut im Libanon erschüttert hat. Von über 300.000 Obdachlosen wird berichtet. Die Explosion war bis nach Zypern zu spüren, das mehr als 225 Kilometer entfernt liegt. In Beirut wurde sie als Erdbeben der Stärke 3,3 registriert. Ersten Berichten zufolge wird die Explosion auf ein Feuer in einem Lagerhaus für Feuerwerkskörper zurückgeführt. Etwa 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat könnten die Explosionen ausgelöst haben, berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press (AP).

In einer E-Mail schrieb MENA Präsident Rick McEdward: „Unsere Herzen sind bei den Menschen im Libanon, die in den letzten Monaten bereits viel Not erfahren haben. Wir verpflichten uns, alles in unseren Kräften Stehende zu tun, um den Menschen in dieser schwierigen Zeit Hoffnung zu geben“.

Der Präsident der weltweiten Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Ted N.C. Wilson, bat darum, dass die Kirchenmitglieder in ihren Gebeten an die Menschen im Libanon denken: „Ich habe für unsere Mitglieder im Libanon und für das Land gebetet. Es ist eine Tragödie, die sich zusätzlich zu den vielen Herausforderungen ereignet hat, vor denen sie bereits stehen. Ich bin im Nahen Osten aufgewachsen und habe einige Monate in Beirut/Libanon, gelebt. Ich mache mir Sorgen über die Menschen in diesem Land und ihre Situation. Bitte betet für die kostbaren Menschen im Libanon, dass Gott ihnen in Zeiten der Not helfen wird und dass unsere Kirche in der Lage sein wird, den Menschen so zu helfen, wie Christus es getan hat,“

Die MENA-Kirchenleitung prüft zurzeit das Ausmaß der Schäden am Eigentum der Kirche. Sobald weitere Informationen verfügbar sind, wird APD darüber berichten.




Atheisten wollen Gemeinschaft fördern und Image verbessern

Die Unterschiede unter Atheisten seien endlos, schreibt die IAA zur Gemeinschaftsförderungs- und Imagekampagne #oneATHEIST. Diese Vielfalt mache es besonders schwierig, Atheisten zusammenzubringen. Das alte Sprichwort, wonach die Zusammenführung von Atheisten so schwierig wie der Versuch sei, Katzen zu hüten, treffe durchaus zu. Mit der Kampagne wolle die IAA eine positive, offenherzige Gemeinschaft lebensfroher Atheisten aufbauen und das Stigma beseitigen.

„Das Etikett Atheist sagt nichts über eine Person aus, außer dass sie an keinen Gott glaubt, schreibt die IAA und dass sie am Sonntag nicht in einer Kirche ist. Das sei aber auch alles. Der Begriff Atheist sei im Laufe der Geschichte immer wieder mit Vorstellungen von Bösem, Unmoral und rücksichtslosem Hedonismus in Verbindung gebracht worden. „Wir werden als elende, wütende und selbstsüchtige Parasiten betrachtet, die der Welt die Freude aussaugen. Wir werden von vielen verabscheut, noch mehr Menschen misstrauen uns und einige hassen uns“, schreibt die IAA.

Das Stigma, das mit dem Etikett „Atheist“ verbunden sei, verschwinde nicht von selbst. Eine atheistische Gemeinschaft, welche die positiven Stimmen stärke und hervorhebe, könne als roter Faden dienen, „der uns zusammenbringt, um uns gegenseitig im Kampf gegen das Stigma zu unterstützen und zu fördern“, so die IAA, und: „Als Menschen brauchen wir ein Zugehörigkeitsgefühl“.

Diskriminiert und verfolgt aufgrund der Weltanschauung

„Es ist entscheidend, wie die Menschen Atheisten sehen“, schreibt die IAA und verweist dabei auf die Schicksale von Atheisten in Nigeria, Bangladesch und weltweit, die diskriminiert, verfolgt oder getötet wurden, weil sie ihren bisherigen Glauben verlassen hatten.

„Wir müssen die Einstellung der Menschen zu Atheisten verändern, damit wir das Leben derjenigen auf der ganzen Welt retten können, die sich innerlich befreit haben. Wir brauchen die guten Atheisten, die großzügigen Atheisten, die selbstlosen und mitfühlenden Atheisten, um die Stimmen der Freudlosen, der Zornigen zu übertönen. Das ist der beste Weg, um das Stigma zu beseitigen. Wir müssen der Welt klarmachen, dass Atheist zu sein nicht automatisch bedeutet, dass man verbittert, freudlos oder narzisstisch ist“, schreibt die IAA.

Atheisten werden aufgerufen, sich als Atheisten zu outen, ihre Geschichte zu teilen, im Internet ein Video oder Selfie hochzuladen, Geld für die Kampagne #oneATHEIST zu spenden und Mitglied bei der „Internationalen Vereinigung der Atheisten“ zu werden.




Menschen ertrinken im Mittelmeer – zivile Rettungsschiffe festgesetzt

Verhinderung von Rettungen
Erneut würden zivile Seenotrettungsorganisationen mit fadenscheinigen Begründungen am Auslaufen gehindert, um das Anlanden von Geretteten in Europa mit allen Mitteln zu verhindern. Zu solchen absurden Vorwürfen gehöre zum Beispiel, dass eine Organisation die Umwelt fahrlässig verschmutze, weil auf ihren Mülltonnen keine Mengenangaben stehen. Gleichzeitig werde mehreren Organisationen vorgeworfen, nach Rettungen mehr “Passagiere” befördert zu haben, als in ihren Schiffspapieren angegeben sei. Unter den von den Behörden blockierten Schiffen seien auch die Schiffe der deutschen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Sea-Eye und Sea-Watch, sowie der europäischen NGO SOS MEDITERRANEE. Die Organisationen forderten die sofortige Freilassung der festgesetzten und am Einsatz gehinderten zivilen Rettungsschiffe, damit diese schnellstmöglich wieder auslaufen könnten. Mit mehreren Mitgliedern des Nothilfebündnisses „Aktion Deutschland hilft“ fördert auch die adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe „ADRA Deutschland e.V.“ den Einsatz von SOS MEDITERRANEE.

Humanitärer Skandal
Alleine in den letzten acht Wochen hätten die zivilen Aufklärungsflugzeuge von Sea-Watch im zentralen Mittelmeer über 2.100 Personen in Seenot dokumentiert. In vielen dieser Fälle seien die Menschen durch die sogenannte libysche Küstenwache völkerrechtswidrig nach Libyen zurückgebracht worden. Am 26. Juli seien bei einer Schießerei drei Geflüchtete in Libyen getötet, die zuvor von der sogenannten Küstenwache dorthin zurückgebracht wurden. Die europäischen Rettungsleitstellen seien ihrer Verpflichtung, Seenotfälle zu koordinieren und den Überlebenden einen sicheren Hafen zuzuweisen, wiederholt nicht nachgekommen. Dabei hätten europäische Behörden billigend in Kauf genommen, dass hunderte Menschen in den letzten Monaten auf dem Mittelmeer ertranken. Die Ereignisse der letzten Wochen zeigten die Notwendigkeit ziviler Seenotrettungsschiffe vor Ort – ihre gezielten Blockierungen sorgten dafür, dass die Situation sich weiterhin zuspitze.

“Seit Jahren müssen wir dabei zusehen, wie im Mittelmeer auf dem Rücken schutzsuchender Menschen Politik gemacht wird“, sagt Jana Ciernioch, politische Referentin von SOS MEDITERRANEE. „Die Festsetzung ziviler Schiffe ist der jüngste Versuch …, die Ankünfte in Europa während der Sommermonate zu reduzieren.“ Diese Taktik, um jeden Preis zu verhindern, dass gerettete Menschen nach Europa gebracht werden, sei zynisch und menschenverachtend.

Angesichts der aktuellen Lage rufen Sea-Eye, Sea-Watch und SOS MEDITERRANEE die europäischen Behörden dazu auf, die Schiffe sofort freizulassen, damit sie wieder in den Einsatz fahren können. In diesem Zusammenhang werde die deutsche Bundesregierung dazu angehalten, die Ratspräsidentschaft für die längst überfällige Einführung eines solidarischen europäischen Verteilmechanismus für Gerettete und einer europäisch koordinierten Seenotrettung zu nutzen. Die europäischen Behörden müssten jetzt Verantwortung übernehmen!