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Menschen statt Medien vermitteln Werte

Gemeinsam mit ihrem Lehrer Walter Waniek konnte die Salomo-Schule in Rastatt die Jury mit ihrem Medienentwicklungskonzept überzeugen. Die Jury sah in dem Wettbewerbsbeitrag „eine Realschule, die die Bedeutung von digitaler Bildung als Schlüsselkompetenz für den Arbeitsmarkt beschreibt.“ Für Waniek, Lehrer mit einem M.A. in Media Education, bedeute Digitalisierung zunächst: die Gesellschaft wird undurchschaubarer und unberechenbarer. Die algorithmischen Prozesse und Effekte der Computer, so Waniek, seien für Menschen von außen nicht einsehbar, nicht nachvollziehbar. Computer produzierten Intransparenz, und mit zunehmender Vernetzung präge diese Intransparenz auch unsere Aktivitäten.

Aus Abzählbarkeit, Berechenbarkeit und Steuerbarkeit werde Unüberschaubarkeit, Unberechenbarkeit und Unvorhersehbarkeit. Ein fundamentaler Wandel, auf den unsere Gesellschaft nur unzureichend vorbereitet sei.

Risse dürfen nicht zu Brüchen führen
Die Corona-Pandemie und die so genannte Flüchtlingskrise zuvor hätten gesellschaftliche Risse sichtbar gemacht. Solche Bruchstellen entstünden, wo Interessen, Wertvorstellungen und Menschenbilder aufeinanderprallten. Scheinbar unüberwindbar gewordene Gräben durchzögen selbst Familien und Freundeskreise, wenn es um emotional belegte Themen gehe (z. B. Pandemiebekämpfung).

Wie also, fragt Waniek, lasse sich diese „entfesselte“ Kommunikation kontrollieren? Eine entscheidende Rolle spiele dabei der soziale und kommunitäre Charakter von Schule, in der diese Kommunikation mit Maschinen stattfinde. Das setze ein fundiertes Verständnis der Kommunikation selbst voraus.

Auf uns alle kämen durch die Digitalisierung massive Veränderungen zu, und zwar schnell und weltweit. Wir hätten die Wahl zwischen Selbstmitleid und Resignation oder dem Mitgestalten durch visionäres Handeln. Die Entscheidung hänge in großem Maße vom sozialen und kommunitären Charakter der Schulen und der Lehrerschaft ab. Würden sie es schaffen, Ängste zu nehmen und mit ihren Schülerinnen und Schülern die Zukunft zu gestalten? Ein wichtiges Ziel des schulischen Auftrags sei die Förderung von Kompetenzen im Umgang mit den Unbestimmtheiten des Lebens. Durch die zunehmende Bedeutung digitaler Medien werde auch die Fähigkeit zur Orientierung in unsicheren Lebenslagen an Bedeutung gewinnen. Die Schule bleibe ein Ort der Orientierung und der Welterklärung.

Schule als Ort der Wertekommunikation
Werteorientierung geschehe nach Waniek’s Erfahrung nicht so sehr durch Wertgespräche (Diskurse), auch könne sie nicht rein kognitiv vermittelt werden wie etwa mathematische Formeln. Realistischerweise werde man auch davon ausgehen müssen, dass Wertevermittlung nur bedingt zielgerichtet steuerbar sei. Werte würden vielmehr über Erfahrungen vermittelt. Wertbindung entstehe, wenn wir von Werten „ergriffen“ werden. Werteerziehung in der Schule bedeute, die Schule als einen Ort zu verstehen, an dem wertebildende Erfahrungen gemacht und reflektiert werden könnten. Wertevermittlung und Orientierung in den Unbestimmtheiten des Lebens geschehe – auch in der Schule – durch Menschen. Beispiele, Vorbilder und ihr reales Verhalten zählten mehr als verbale Bekundungen und Informationen.

In der Begegnung mit Menschen und ihrem Handeln würden Werte und Wert-überzeugungen konkret erfahrbar. Ohne personale Bindung könnten Werte keine motivierende Kraft entfalten. Ferner geschehe Wertevermittlung und Orientierung in unsicheren Lebenslagen durch den institutionellen Charakter der Bildungseinrichtung. Dieser Aspekt werde in der Diskussion über Digitalisierung oft sträflich vernachlässigt.

Was im Leben trägt
Die Salomo-Schule ist eine christliche Bekenntnisschule. Waniek verweist auf das 6. Kapitel des Bibelbuches Johannesevangelium. Darin gehe es um das Grundvertrauen zu Gott. Johannes beginne mit der Begebenheit, in der 5.000 Menschen satt wurden, weil sie im Namen Jesu zusammengekommen seien und das geteilt hätten, was sie hatten. Johannes berichte weiter, wie Jesus seinen Jüngern nachts auf dem Wasser eines stürmischen Sees erschien und ihnen die Angst nahm. Danach folge eine lange Rede Jesu, in der es darum gehe, worin Gott Gewissheit schenke. Waniek verstehe es so: „Alles, was zum Leben nötig ist – alles, was wir für den heutigen Tag brauchen, um über die Runden zu kommen – auch alles, was in allen Stürmen des Lebens hält und trägt, das dürfen wir von Gott erwarten.“

Salomo-Schule
Die SalomoSchule in Rastatt ist eine christliche Bekenntnisschule mit Grund- und Realschule. Ihrem pädagogischen Konzept liegt ein biblisches Weltbild zugrunde, mit einem auf Jesus Christus weisenden biblischen Unterricht und mit Lehrern, die ihren Glauben im Alltag ausleben. Die Salomo-Schule entstand aus einer Initiative engagierter Eltern. Der Träger ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg, Körperschaft des öffentlichen Rechts.

adventisten heute
„adventisten heute“ ist die Gemeindezeitschrift der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Sie erscheint monatlich und ist kostenlos über den Büchertisch der örtlichen Kirchengemeinde zu beziehen oder online abrufbar.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei: adventisten heute.




Qualmst Du noch? Ich hör auf! – Weltnichtrauchertag am 31. Mai

Ursprung des Weltnichtrauchertages und Engagement der Adventisten
Andreas Mazza von der Kommunikationsabteilung der transnationalen Kirchenleitung der Adventisten in West- und Südeuropa weist auf den Ursprung des Weltnichtrauchertages hin. Er warne die Öffentlichkeit vor den Gefahren des Tabakkonsums, informiere über die Geschäftspraktiken der Tabakkonzerne und zeige auf, was Menschen auf der ganzen Welt tun könnten, um ihr Recht auf Wohlbefinden und ein gesundes Leben einzufordern und zukünftige Generationen zu schützen. „Die Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben den Weltnichtrauchertag 1987 ins Leben gerufen, um die weltweite Aufmerksamkeit auf die Tabakepidemie und die dadurch verursachten vermeidbaren Todesfälle und Krankheiten zu lenken“.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten hätte sich immer schon energisch gegen den Gebrauch von Alkohol, Tabak und unzulässigen Drogen ausgesprochen. So sei, laut Mazza, die Haltung der Kirche, die für Abstinenz von schädlichen Substanzen eintrete, in ihren Grundüberzeugungen fest verankert. Als eine der ersten habe sie Raucherentwöhnungsprogramme angeboten, nachdem durch den sogenannten „Terry-Report“ 1964 die negativen Gesundheitsfolgen des Tabakrauchens veröffentlicht wurden.

Die negativen Auswirkungen
Der Tabakkonsum habe überwiegend negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Tabakrauch enthalte mehr als 70 Chemikalien, die Krebs verursachten. Tabak enthalte Nikotin, eine stark süchtig machende psychoaktive Droge. Wenn Tabak geraucht werde, führe Nikotin zu physischer und psychischer Abhängigkeit.

Laut Erhebungen sterben jedes Jahr deutschlandweit schätzungsweise 140.000 Menschen an den Folgen des Rauchens – weltweit seien es über sieben Millionen Menschen. Damit sei weltweit jeder siebte Todesfall oder 13 Prozent aller Todesfälle auf die Folgen direkten Rauchens zurückzuführen, weitere zwei Prozent entfielen auf die Folgen von Passivrauchen. Allein in Deutschland beliefen sich die jährlich durchs Rauchen verursachten Krankheitskosten auf über 20 Milliarden Euro. Weltweit habe der Tabakkonsum im 20 Jahrhundert schätzungsweise 100 Millionen Todesfälle verursacht. (Statista 2021)

Die drei Dimensionen
Der adventistische Wissenschaftler und führende Experte für die Erforschung des Tabaks in Italien, Dr. Giacomo Mangiaracina, erklärt in einem Interview für EUDnews: „Tabak verursacht Schäden in drei Dimensionen. Zuerst der Mensch (Toxizität, Sucht, chronische Krankheiten, Tumorbildung, Schädigung des Fortpflanzungssystems), dann die Wirtschaft (Gesundheits- und Sozialkosten, Schmuggel, Kriminalität, Armut und Ausbeutung) und schließlich die Umwelt (Verschmutzung von Wasser, Luft und Boden, Erschöpfung der Ernten, Entwaldung, Brände und städtische Sauberkeit).“ Somit sei der Schaden durch Rauchen ein mehrdimensionaler Schaden: Schaden für Gesundheit und Leben, Schaden für die Umwelt und Schaden für die Wirtschaft einer Nation.

„Wir müssen uns vor Augen halten, dass Rauchen weder ein Laster noch ein soziales Verhalten ist, sondern eine krankhafte Sucht“, fuhr Dr. Mangiariacina in einem aktuellen Videointerview fort, „deshalb ist ein Raucher ein Tabaksüchtiger.“

Das Rauchen zu behandeln sei wie die Befreiung eines Menschen aus der Sklaverei, betonte Dr. Mangiariacina. „Die Behandlung des Rauchens ist eine Befreiung! Wer mit dem Rauchen aufhört, gewinnt Würde, Gesundheit und eine Menge Geld. Wenn man das Geld für Zigaretten ein Leben lang spart, kann man sich ein Haus kaufen.“

Prävention und Therapien
„Prävention ist sehr wichtig, aber leider kümmern sich einige Staaten nicht darum“, argumentiert Dr. Mangiaracina. Also werde die Prävention dem privaten Sektor, den privaten Organisationen überlassen. Das sei ein Handicap, denn private Organisationen hätten nicht die Budgets des Staates. So habe die Prävention weniger Einfluss und das sei ein Bumerang für die Staaten, denn der Staat verdiene zwar Geld durch den Verkauf von Zigaretten, verliere dann aber doppelt so viel für die Behandlung der Tabakpatienten.

Mit dem Rauchen aufzuhören sei kein Akt, sondern ein Prozess, der sehr zeitintensiv sei. Die Hauptbehandlung sei heute die Tabakberatung, die einen Raucher Schritt für Schritt begleite. Es gehe nicht um Methoden, um mit dem Rauchen aufzuhören, sondern um Fachleute, die dafür ausgebildet seien, Rauchern zu helfen, ihre Sucht loszuwerden. „Eine Therapie allein reicht nicht aus, sie muss von einer Beratung begleitet werden“, betonte Dr. Mangiaracina. Der Raucher muss seinen Therapeuten regelmäßig sehen. In vielen Ländern gebe es auch Fernbetreuungsstellen über das Internet, um Rauchern aus der Ferne zu helfen – auch wegen der Pandemie. Die Raucher könnten auch von zu Hause aus betreut werden.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei EUDnews:




Die Ursprachen der Bibel auf Smartphone

Insgesamt acht weitere Bibelübersetzungen sind jetzt auf dem Portal „die-bibel.de“ sowie der gleichnamigen App verfügbar. Dabei handelt es sich um Bibelausgaben in den Ursprachen Griechisch und Hebräisch, darunter das Novum Testamentum Graece (NA 28) und die Biblia Hebraica Stuttgartensia (BHS). Außerdem sind mit der King James Version (KJV), English Standard Version (ESV) und New International Version (NIV) drei der bedeutendsten Bibel-Fassungen in englischer Sprache verfügbar. Als weiterer deutschsprachiger Text kommt die kommunikative Übersetzung Hoffnung für Alle (HfA) hinzu.

Die Deutsche Bibelgesellschaft stellt die von ihr herausgegebenen Bibelübersetzungen für den kostenlosen Gebrauch auf der Website „die-bibel.de“ zur Verfügung, darunter die revidierte Lutherbibel 2017, die BasisBibel sowie die Gute Nachricht Bibel. Mit einer Registrierung können Nutzer zusätzliche Informationen zum Bibeltext abrufen und eigene Notizen hinterlegen. Diese können auch in der Die-Bibel.de-App abgerufen werden. Die App bietet zusätzlich die Möglichkeit, Bibelübersetzungen herunterzuladen und für eine Offline-Nutzung verfügbar zu machen. Sowohl App als auch Webangebot sind kostenlos und in ihrer Grundfunktion ohne Registrierung nutzbar.

Deutsche Bibelgesellschaft
Die Deutsche Bibelgesellschaft mit Sitz in Stuttgart übersetzt die biblischen Schriften und verbreitet Bibelausgaben. Sie ist eine eigenständige Stiftung. Zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland gibt sie die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers heraus. International verantwortet sie die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den Ursprachen. Neben Bibelausgaben finden sich im Programm weitere Bücher und Medien rund um das Thema Bibel. Durch die Weltbibelhilfe unterstützt sie in Zusammenarbeit mit dem Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) global die Übersetzung und Verbreitung der Heiligen Schrift, damit alle Menschen die Bibel in ihrer Sprache lesen können.

Generalsekretär Dr. Christoph Rösel ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bibelgesellschaft. Vorsitzende der Vollversammlung und des Aufsichtsrates ist die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. h. c. Annette Kurschus. Zur Vollversammlung der Deutschen Bibelgesellschaft gehören Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Bibelgesellschaften sowie von evangelischen Freikirchen und christlichen Werken, darunter auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Weitere Informationen: http://www.die-bibel.de/




Sprecher bei internationaler Onlinekonferenz der Adventisten thematisieren Rassismus

Das Bild von der „ausgetrockneten Seele“
Zu den Rednern gehörten auch Dr. Barry Black, Kaplan des US-Senats, der über den Abbau von Barrieren im persönlichen Dienst sprach. Ebenso Dr. Ella Simmons, Vizepräsidentin der Kirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten und Rechtsanwältin Jennifer Woods, assoziierte Juristin am Verwaltungssitz der Freikirche in Silver Spring/USA. Sie diskutierten die Geschichte des Rassismus aus sozialer und biblischer Sicht.

Black, dessen Großvater nach dem Bürgerkrieg als Landarbeiter (Sharecropper) seinen Unterhalt verdiente, begann mit der Geschichte seiner Mutter, die er als „dehydrierte Seele“ bezeichnete. Sie habe nur die vierte Klasse erreicht. Sie sei durch ein evangelistisches Flugblatt auf Veranstaltungen aufmerksam geworden. 12 Wochen lang besuchte sie aus Neugier die Abende.  Die Botschaften füllten sie mit „Wasser – dem lebendigen Wasser“, weil ein Botschafter für Christus aus seiner Komfortzone herausgetreten sei.  Black sagte: „Jeder von uns kann dieser Botschafter sein, der die Welt mit Christus versöhnt… Gott befiehlt uns: ‚Was ihr dem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.‘ Aber Gott befähigt uns auch, Getränke für ausgetrocknete Seelen bereitzustellen.“

Black verwies auf den Bericht im Bibelbuch Johannes, Kapitel 4. Die Art und Weise, wie Jesus einer Frau dort am Brunnen begegne, sei eine Blaupause, die uns auffordere: „Mache dich auf den Weg, um andere zu segnen; baue Barrieren ab; zeige Freundlichkeit und vermeide Streit und Zank.“ Weiter meinte Black: „Wir wären viel effektiver in unserer Kirchenarbeit, wenn wir uns um Menschen kümmerten, als theologische Dinge zu zitieren. Die Leute interessiert es nicht, wie viel man weiß, bis sie wissen, wie wichtig sie einem seien“. Unser [himmlischer] Vater sendet uns, um den Gefangenen Befreiung zu bringen, den Blinden das Augenlicht wiederzugeben und den Zerschlagenen die Freiheit wiederzugeben.“

Am Ende seiner Ausführungen präsentierte er die Idee eines Senatskollegen. Um Barrieren abzubauen und Gemeinschaft zwischen Kollegen zu schaffen, beschlossen sie, jede Woche nach dem Kirchgang jemanden nach Hause einzuladen, der nicht wie sie aussah. Black forderte die Zuhörer auf, in den kommenden Tagen „sich bewusst zu bemühen, Barrieren abzubauen. Laden Sie jemanden, der nicht so aussieht wie Sie, zum Essen nach Hause ein.“

Rassismus findet nicht isoliert statt
Woods und Simmons untersuchten im weiteren Verlauf der Diskussion den Rassismus aus einer globalen Perspektive und die Auswirkungen, die er auf die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten habe.

Simmons, die während der Bürgerrechtsbewegung in den 1950er und 60er Jahren im Süden der USA aufgewachsen ist, berichtete ihre persönlichen Erfahrungen mit Rassismus. Obwohl es in letzter Zeit bedeutende Fortschritte gegeben habe, sei die Diskriminierung „in den Vereinigten Staaten und in der ganzen Welt in ihren vielen Formen nicht verschwunden, sondern hat neue Dimensionen, Bezeichnungen und Codes angenommen“, sagte sie.

Simmons verwies auf eine Reihe von AbteilungsleiterInnen der Weltkirchenleitung, die über persönliche Erfahrungen mit Rassenprofilen, Vorurteilen und Diskriminierung in ihren Heimatgebieten wie Afrika, Asien, Australien und Europa berichtet hätten. Es sei klar, dass rassistische Ungerechtigkeit jeden Teil des Planeten berühre.

Dem Beispiel Jesu folgen
Woods untersuchte die biblischen Aufzeichnungen und verfolgte die Ursprünge von Voreingenommenheit und Rassismus durch die gesamte biblische Geschichte bis hin zur frühen Kirche. Die Essenz des Rassismus habe im Himmel mit Satans Stolz und Vorurteilen gegen Jesus begonnen. Aus dieser Saat seien rassistische Denkweisen und Verhaltensweisen gewachsen. Diesen Geist würden wir unter den frühen Gläubigen mit einer „Wir gegen sie“-Mentalität sehen. Das hätte sich als schädlich für die Botschaft des Evangeliums erwiesen, wenn sie nicht korrigiert worden wäre.

Um Petrus zu helfen, das tief sitzende Vorurteil zu überwinden, das ihm von Geburt an eingeimpft wurde, habe Gott ihm die Vision von einem himmlischen Laken gegeben, das mit unreinen Tieren gefüllt war. Durch die Vision habe Gott versucht, Petrus zu lehren, dass in den Augen des Himmels alle gleich seien – es gebe keine Vorzugsbehandlung für Mann oder Frau, Jude oder Nichtjude. Petrus habe die Botschaft verstanden.

Die frühen adventistischen Pioniere seien Abolitionisten gewesen – das heißt, sie waren für die Abschaffung der Sklaverei. Im Laufe der Zeit hätten die Adventisten jedoch zugelassen, dass die gesellschaftlichen Normen des Rassismus, der Voreingenommenheit und der Vorurteile „die Kirche infizierten“, so Woods. Die Freikirche in den Vereinigten Staaten hätte die kulturellen Praktiken der damaligen Zeit, wie getrennte Gottesdiensträume für Schwarze und Weiße und den Ausschluss von Schwarzen von Führungspositionen in bestimmten Institutionen übernommen.

Diese Praxis sei gegen alles gewesen, wofür Jesus stand, als er auf der Erde war. „Jesus widersetzte sich der sozialen Ordnung seiner Zeit“, sagte Simmons. „Er bewegte sich jenseits der durch Religiosität definierten Verhaltensparameter. Er riss vorurteilsbehaftete Mauern nieder, die die Art des Miteinanders vorschrieben und er sprach die Sünden des Rassismus in seinen vielen Formen direkt an. Die akzeptierten Normen seiner Zeit hinderten ihn nicht, seinen Dienst zu tun.“ Jesus habe bei der Begegnung mit der samaritischen Frau Barrieren überwunden und ein Beispiel gegeben, dem Christen folgen sollten.

Ein schwieriges Thema
Diskussionen über Rassismus und Vorurteile könnten schwierig sein. Viele Menschen glaubten nicht, dass sie voreingenommen sind, aber sie hielten vielleicht an Vorurteilen fest – eine Einstellung oder ein Stereotyp, dem sie unbewusst erlaubten, das Verständnis, die Handlungen oder Entscheidungen zu beeinflussen. Jeder Mensch habe diese innersten Empfindungen. Woods und Simmons verwiesen dabei auf eine Stellungnahme der Freikirche, die im September 2020 veröffentlicht wurde. Darin werden einige praktische Schritte beschrieben, um „diejenigen zu unterstützen und zu fördern, die aufgrund ihrer Hautfarbe, Kaste, ihres Stammes oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit an den Rand gedrängt und misshandelt werden.“

Simmons schloss ihre Ausführungen mit den Worten: „Wir, die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, müssen alles in unserer Macht tun, um uns und die Kirche vom Erbe der ‚biblischen‘ Bigotterie abzugrenzen; von der tief verwurzelten Geschichte des Rassismus und der Trennung, die der Welt vom Christentum und anderen Weltreligionen auferlegt wurden, um Rassisten in ihrem Bemühen zu beruhigen, Illusionen von rassischer oder ethnischer Vorherrschaft, sozialer Kontrolle und wirtschaftlichem Vorteil gegenüber anderen Menschen aufrechtzuerhalten…“

Wir tun dies „…indem wir das wahre Wort verkünden und mehr noch, indem wir das wahre Wort leben“, sagte Simmons. Unter Bezugnahme auf die kürzlich verabschiedete Erklärung der Weltkirchenleitung zu menschlichen Beziehungen erinnerte sie daran, dass „die Liebe Christi“ die Kirche zwinge, die Menschen von ihrem Standpunkt aus zu betrachten und Botschafter Jesu in dieser gespaltenen Welt mit einem „Wort der Versöhnung“ zu sein.

Zur erwähnten Erklärung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten „Eine Menscheit“:
https://www.adventisten.de/fileadmin/adventisten.de/files/downloads/Dokumente_und_Stellungnahmen__%C3%B6ffentlich_/GK_2020-09-15_Stellungnahme_Eine_Menscheit-deutsch.pdf




Der 28. Mai ist Welttag der Frauengesundheit

„Warum“, fragt Pierre Schweitzer, Projektassistent bei ADRA, „wird dieser Aktionstag zelebriert? Gibt es nicht schon den internationalen Frauentag am 08. März?“ Am internationalen Frauentag werde auf die fehlende Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau aufmerksam gemacht. Im Mittelpunkt stünden die sozialen, politischen und kulturellen Rechte der Frauen. Am 28. Mai werde hingegen an das Recht aller Frauen auf eine uneingeschränkte medizinische Versorgung erinnert. „Gesundheit ist ein hohes Gut und Voraussetzung für ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben“, so Schweitzer. Leider sterben noch viele Frauen weltweit, insbesondere in den Entwicklungsländern, weil sie nicht rechtzeitig medizinisch behandelt werden könnten. Krankenhäuser gebe es oft nur in den Großstädten. Der Weg dorthin sei für viele Frauen, die auf dem Land leben, sehr weit und gefährlich. Hinzu kämen die Kosten einer medizinischen Behandlung, die sich Frauen selten leisten könnten, weil sie entweder über kein eigenes Einkommen verfügten oder ihre Familie in Armut lebe.

Die Notlage, in der sich viele Frauen befänden, habe Konsequenzen. Angaben der Weltgesundheitsorganisation zufolge, sterbe alle elf Sekunden eine Mutter an den Folgen von Komplikationen bei der Schwangerschaft oder bei der Geburt. In der Südhalbkugel sei die Mütter- und Kindersterblichkeitsrate am höchsten. Frauen seien auch verstärkt Opfer häuslicher Gewalt oder Ausbeutungen ausgesetzt, die ein Leben in Frieden und Glück verhindern.

Mit ihrer Unterstützung fördere ADRA weltweit, in unterschiedlichen Projekten, die Aufklärung, die Prävention und den Zugang zu medizinischer Versorgung für alle Frauen. „Ob in unseren Krankenhäusern im Jemen, in den Jugendheimen in Thailand oder in Dörfern in Kenia, wir setzen uns für die Unversehrbarkeit der Frauen ein und bieten ihnen Schutz vor Übergriffen und Ausbeutungen. Jede sollte das Recht genießen, ein Leben in Würde zu führen. Wir dürfen niemanden zurücklassen. Nur gemeinsam können wir die Missstände in dieser Welt aufheben“, so der Aufruf von ADRA Deutschland.

ADRA Deutschland
ADRA (Adventist Development and Relief Agency) ist eine internationale Nichtregierungs-Organisation und arbeitet in einem weltweiten Netzwerk mit über 130 nationalen ADRA-Büros. ADRA Deutschland e.V. wurde 1986 von der evangelischen Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten gegründet. Getreu dem Motto „Gerechtigkeit − Mitgefühl − Liebe“ arbeitet die Hilfsorganisation partnerschaftlich daran, dass Armut und Unterdrückung in den ärmeren Teilen dieser Erde überwunden werden können.




Buchrezension: René Gehring – Die Dreieinigkeit in Bibel und Adventgeschichte

In der Beschreibung bzw. Auflistung dessen, was Siebenten-Tags-Adventisten glauben, steht die Dreieinigkeit (Trinität) gleich an zweiter Stelle in ihren Glaubensüberzeugungen. Die ersten beiden Zeilen der Ausführung, die von den „drei in Einheit verbunden, von Ewigkeit her“ sprechen, stehen seit einiger Zeit bei manchen Adventisten so sehr in der Kritik, dass ganze Gemeinden darunter leiden – so beschreibt der Autor seinen Anlass für die Herausgabe dieses Buches. René Gehring ist nach einigen Jahren des pastoralen Dienstes seit 2017 Direktor des Seminars Schloss Bogenhofen, dem adventistischen Bildungszentrum in Österreich für Pastorinnen und Pastoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Lehramt und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Adventgemeinden.

Neben den exegetischen Bearbeitungen der entsprechenden Bibeltexte im Alten und Neuen Testament spielen die Aussagen von Ellen G. White, Mitbegründerin der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, die bestimmende Rolle in den Kapiteln eins bis drei des klar strukturierten Buches. Kapitel vier legt die Entwicklung der Dreieinigkeitslehre in der Geschichte der Freikirche dar. Kapitel fünf behandelt die acht am meisten verbreiteten kritischen Fragen. Ergebnisse und Konsequenzen runden das Buch ab. Die Bibliografie ist überschaubar. Für interessierte Laien ist das Werk gut lesbar, erfordert allerdings eine reichliche Portion Konzentration.

Bemerkenswert der Hinweis in der Einleitung: Ellen White wies darauf hin, dass der menschliche Verstand begrenzt und deswegen nicht in der Lage sei, die Natur der Gottheit umfassend zu erklären und die menschliche Sprache nicht imstande, sie komplett zu erklären. Was offenbart ist, solle wahrgenommen und reflektiert werden, die Grenze zur Spekulation dürfe nicht überschritten werden.
Das Kapitel über den „dreieinigen Gott im Schrifttum Ellen G. Whites“ ist das umfangreichste Segment. Mit großer Gründlichkeit hat der Autor nicht nur Texte von Ellen White verarbeitet, sondern auch scans von Originalmanuskripten und originalen Schreibmaschinenseiten in den laufenden Text mit aufgenommen, was die Lektüre ausgesprochen spannend macht. Ein Schwerpunkt liegt auf der Darstellung von Entwicklungsphasen in der Trinitätslehre von Anfang des Bestehens der Freikirche an. Ebenso ein Vergleich mit Entwicklungen anderer einzelner Lehren bzw. Glaubenspunkten. Der Hinweis, dass in der Literatur von Ellen White keine strukturierte Darstellung der Dreieinigkeitslehre vorliegt, sondern eher Einzelhinweise und Erklärungen, verstreut in ihrem Gesamtwerk, hilft praktisch, falschen Erwartungen an ihre Literatur gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Mit fünf Epochen beschreibt René Gehring im nachfolgenden, vierten Kapitel, wie die Trinitätslehre im Laufe von ungefähr 100 Jahren zu dem Platz im Gefüge der Glaubensinhalte kam, so wie sie gegenwärtig beschrieben wird: Ein fester Inhalt in der Beschreibung dessen, was Adventisten glauben. „Die Dreieinigkeitslehre war lange kein zentrales Thema, andere theologische Aspekte waren in den ersten Jahrzehnten nach 1844 wichtiger“ (S. 104).

Für manche Leserinnen und Leser könnte Kapitel 5 mit der Behandlung kritischer Fragen zur Dreieinigkeitslehre besonders interessant sein. Acht hauptsächliche Fragen geht er gründlich, aber dennoch kurz und übersichtlich an. Es fällt auf, dass er dabei nur ganz selten Zitate von Ellen White verwendet, Schwerpunkt ist der Textbefund des Neuen Testaments, bzw. bei einer der Fragen Texte aus der frühen Kirchengeschichte. Es bleibt der Eindruck, dass in diesem Kapitel die Trinitätslehre sachlich, fast emotionsfrei, dabei recht engagiert, verteidigt wird.Das Buch gibt schließlich den Blick frei auf die Lebens- und Glaubenspraxis der Gläubigen und der Gemeinde. René Gehring behandelt die Rückwirkung auf den glaubenden Menschen selbst und benennt die Dreieinigkeit, wie sie von der Bibel beschrieben ist, auch als Muster für die eigenen Lebens- und Verhaltensformen: Vollkommene Einheit, Harmonie, Liebe, gegenseitige Ehrerbietung. Dies gilt auch für das Leben als Gemeinde und Kirche. Damit ist das Buch nicht bloß eines für Theologen und theologisch Interessierte, sondern eine „Schrift für die Gemeinde“. Die Theorie der Trinität ist das Eine, die nützliche Auswirkung das Andere: Praktische Auswirkung im persönlichen Leben, praktische Auswirkung auf das Gemeindeleben.

Helmut Wagner

Die Rezension kann als Dokument heruntergeladen werden:
https://www.apd.info/wp-content/uploads/2021/05/Rezension-Rene-Gehring-Die-Dreieinigkeit-in-Bibel-und-Adventgeschichte.pdf




Adventisten setzen Zeichen gegen häusliche und sexuelle Gewalt

Zunahme der Missbrauchsfälle
Damit reagiert die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten auf eine Entwicklung, die sich während der Coronavirus-Pandemie noch verstärkt hat, wie auf der gestrigen Bundespressekonferenz in Berlin zur Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik in Deutschland 2020 deutlich wurde. Demnach stieg die Zahl der Misshandlung Schutzbefohlener um 10 Prozent auf 4.918  Fälle, Kindesmissbrauch stieg um 6,8 Prozent auf über 14.500 Fälle. Um mehr als 50 Prozent wuchs die Zahl erfasster Fälle von Kinderpornografie auf 18.761 Fälle. 152 Kinder kamen gewaltsam zu Tode.  Dabei gebe es eine hohe Dunkelziffer, so Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes. Der EUD-Exekutivausschusses setzte die besorgniserregende Zunahme häuslicher Gewalt bei seiner Sitzung im November 2020 auf die Tagesordnung und wählte eine Kommission, die das Thema untersuchen sollte. Diese Kommission erarbeitete das folgende Votum:

Resolution der Kirchenleitung
„In Anbetracht der offiziellen Erklärung der Generalkonferenz zu Missbrauch und Gewalt in der Familie (1995/2020) bekräftigen wir Siebenten-Tags-Adventisten die Würde und den Wert eines jeden Menschen und verurteilen alle Formen körperlichen, sexuellen und emotionalen Missbrauchs und Gewalt in der Familie. Im Bewusstsein, dass Missbrauch in jeder Form des Verhaltens die Würde und den Respekt eines Menschen, ob jung oder alt, verletzt und das Opfer beschämt;

in der Einsicht, dass die traurige Realität von Missbrauch und häuslicher Gewalt auch in unserer Kirche präsent ist und wir aufgerufen sind, a) das Bewusstsein durch Aufklärung und Information zu schärfen; b) die Opfer zu schützen und ihnen zu helfen und auch die Täter zu begleiten; ferner sichere Gemeinden und geschützte Orte zu schaffen, die als Zuflucht dienen können sowie Fürsprache und Interessenvertretung für die Opfer zu fördern;

in der Feststellung, dass es auf den verschiedenen Ebenen der kirchlichen Organisation kein spezifisches Gremium gibt, das sich mit häuslicher Gewalt befasst, und dass sich in der Regel entweder der zuständige Pastor oder die Gremien der verschiedenen Ebenen der kirchlichen Organisation darum kümmern;

wird beantragt, jeder nationalen Kirchenleitung (Verband) zu empfehlen, so bald wie möglich, spätestens bis zum 31. Dezember 2022, eine ständige Arbeitsgruppe für häusliche Gewalt einzurichten, die sich aus mindestens drei Mitgliedern zusammensetzt. Darin sollen Männer und Frauen sowie Experten (Sozialarbeiter, Rechtsanwälte) vertreten sein.“

Ablehnung aller Formen von Gewalt
Mit diesem Votum bestätigt die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten erneut ihre vollständige Ablehnung aller Formen von Gewalt, insbesondere der häuslichen Gewalt. Sie verpflichtet sich, ihre Kirchenmitglieder effektiv aufzuklären und zu schulen, um einen angemessenen Schutz für diejenigen zu gewährleisten, die Opfer eines solchen inakzeptablen Verhaltens sind.

Bereits 1995 verabschiedete der Verwaltungsausschuss der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten eine Erklärung zu Missbrauch und Gewalt in der Familie. Darin heißt es: „Wir erkennen die globale Ausbreitung des Problems und die ernsten langfristigen Auswirkungen auf das Leben aller Betroffenen. Wir sind überzeugt, dass Christen innerhalb ihrer Kirche und in der Gesellschaft auf Missbrauch und Gewalt in der Familie reagieren müssen … Wir glauben, dass Gleichgültigkeit gegenüber diesen Problemen bedeutet, ein solches Verhalten zu verharmlosen, zu verstärken und sogar potenziell zu verbreiten.“

Unabhängiger Fachbeirat unterstützt die Freikirche
Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland beschloss 2009 einen Verhaltenskodex für alle Mitarbeitenden und rief 2010 den Fachbeirat „Sexueller Gewalt begegnen“ ins Leben. Dieser bietet regelmäßige Schulungen für ehren- und hauptamtlich Mitarbeitende in den örtlichen Gemeinden an, stellt Informationsmaterial bereit und kümmert sich um Menschen, die sexuelle Gewalt erlitten haben.

Zur Handreichung für Haupt- und Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendarbeit mit Verhaltenskodex unter: sta-frauen.de.




Verantwortliche der adventistischen Kirchenleitung in West- und Südeuropa neu gewählt

Die teilkontinentale Kirchenleitung der Adventisten in West- und Südeuropa (EUD) ist eine der weltweit dreizehn teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen). Präsident, Exekutivsekretär und Finanzvorstand dieser teilkontinentalen Kirchenleitungen sind nur auf einer Weltsynode (Generalkonferenz-Vollversammlung) wählbar, da sie eine Außenstelle der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) sind. Die Weltsynode ist in St. Louis, Mississippi/USA, vom 6. bis 11. Juni 2022 geplant.

Nachstehend eine Übersicht über die Abteilungen und deren Besetzung:

  • Predigtamt; Seelsorge (Chaplaincy); Führungsentwicklung: Neu gewählt wurde Ventislav Panayoptov, derzeitiger Präsident der Adventisten in Bulgarien.
  • Predigerfrauen: Ebenfalls neu gewählt wurde Varthui Panayotova, Frau von Ventislav.
  • Familien; Kindersabbatschule; Menschen mit besonderen Bedürfnissen: Rainer Wanitschek, er wurde für die zwei letzten Abteilungen neu gewählt.
  • Kommunikation; Öffentliche Angelegenheiten & Religionsfreiheit (PARL). Neu gewählt wurde Paulo Sérgio Macedo, derzeitiger PARL-Abteilungsleiter und Erziehungsdirektor in Portugal.
  • Erziehung und Geist der Weissagung: Marius Monteanu. Er wurde für die zweite Abteilung neu gewählt.
  • Gesundheit: Neu gewählt wurde Viriato Ferreira, derzeitiger Präsident der Portugiesischen Gesellschaft für Präventivmedizin.
  • Abteilungen: Verlagswesen; Spenden und Treuhanddienste: Norbert Zens wurde für die erste Abteilung neu gewählt.
  • Sabbatschule und persönliche Dienste; Mission: Neu gewählt wurde Florian Ristea. Er leitet derzeit die erste Abteilung in Rumänien.
  • Frauen: Dagmar Dorn
  • Jugend: Jonatan Tejel
  • Haushalterschaft: soll noch besetzt werden
  • Koordinator für ethnische Gruppen: soll noch besetzt werden

Die nachstehenden Abteilungsleiter und Abteilungsleiterinnen wurden nicht wiedergewählt. Sie wurden mit Dankesworten für ihre geleisteten Dienste sowie mit den besten Wünschen für ihre Zukunft von Mario Brito, EUD-Präsident, verabschiedet: Elsa Cozzi; Elvira Wanitscheck; Valérie Dufour; Corrado Cozzi; Ioan Campian; Liviu Olteanu; Paolo Benini.

Teilkontinentale Kirchenleitung für West- und Südeuropa
Im Gebiet der Intereuropäischen Division (EUD) leben 178.086 adventistische Christen, die in 2.529 Kirchgemeinden jeweils am Samstag (Sabbat) den Gottesdienst feiern. Das Gebiet umfasst Belgien Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Italien, Österreich, Portugal, Rumänien, die Slowakei, Spanien, die Schweiz und Tschechien.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei EUDnews:




Alle Jahre wieder - Pfingsten

Pfingsten – Feiertag – verlängertes Wochenende
Für jeden Bürger dringt Pfingsten deshalb ins Bewusstsein, weil es mit Feiertag und verlängertem Wochenende verbunden ist. Das animiert zu Planungen für Ausflug und Aktivitäten, die allerdings unter den momentanen Corona-Bedingungen eher zurückhaltender ausfallen. Immer mehr schwindet die Kenntnis dieses christlichen Festes im säkularisierten Deutschland. Allein die katholischen Christen gaben mehrheitlich die richtige Antwort nach der Bedeutung von Pfingsten. Der Begriff ist dem griechischen Pentecoste entnommen, was so viel wie fünfzigster Tag bedeutet. Der 50. Tag nach Ostern ist der Pfingstsonntag.

Pfingsten – Aussendung des Heiligen Geistes
Im Bibelbuch Apostelgeschichte im Neuen Testament wird im Kapitel 2 von der Ausgießung des Heiligen Geistes auf die in Jerusalem versammelten Jünger berichtet. Der Zeitpunkt war das jüdische Fest Schawuoth. In der christlichen Tradition wird dieses Datum auch als Gründung der christlichen Kirche verstanden. 3.000 Menschen schlossen sich der neuen Bewegung durch die vom Heiligen Geist bewirkte Verkündigung der Jünger an.

Pfingsten – Sprachwunder – Hörwunder
Die Verkündigung der Jünger war nach dem Bericht der Bibel deshalb so erfolgreich, weil die vielen Besucher des Wochenfestes Schawuoth die Jünger in ihren verschiedenen Sprachen verstanden. So wird Pfingsten auch als Umkehr des babylonischen Sprachengewirrs betrachtet. Statt der Zerstreuung wie beim Turmbau zu Babel geschehen, führte nach dem Verständnis der Christen der Heilige Geist die vielen ethnischen Gruppen und Sprachen an diesem Tag zusammen und legte den Grundstein für die christliche Versammlung, später Kirche.

Pfingsten – Schawuoth
Das hebräische Fest Schawuoth wird sowohl im Alten Testament als auch im Neuen Testament erwähnt. Es hat verschiedene Namen, je nach der Bedeutung, die gerade beschrieben werden soll. Sieben Wochen nach dem zweiten Tag von Pessach (Passah) ist das Fest, das Schawuoth, Fest der Wochen oder Pfingsten genannt wird. Schawuoth ist das hebräische Wort für „Wochen“. Pfingsten ist der griechische Begriff – „fünfzigster Tag“.

Die Autorin Martha Zimmermann beschreibt in ihrem Werk über die jüdischen Feste, das in alttestamentlichen Zeiten die Bauern am Tag nach dem Passahfestsabbat (Befreiung aus der Knechtschaft der Ägypter) ihre Erstlingsopfer aus Gerste in den Tempel brachten. An diesem Tag begann die Zählung der Wochen. Schawuoth feiert die ersten Früchte der Weizenernte sieben Wochen später. Deshalb trägt es auch den Namen „Fest der Ernte“ oder „Tag der Erstlingsfrüchte“. Nach ihrer Zeitrechnung haben die Juden Schawuoth bereits am 17. und 18. Mai gefeiert.

Pfingsten – Zehn Gebote
Den allerwenigsten ist noch eine weitere Bedeutung dieser Zeit im späten Frühling bekannt. Dieses Datum wurde zur Erinnerung an die Offenbarung der Tora, Gottes Geschenk der Zehn Gebote am Berg Sinai. Dieses Ereignis geschah am fünfzigsten Tag nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten (Exodus 19).

Pfingsten – Gottes Bund mit den Menschen
So verbirgt sich hinter Pfingsten weit mehr als „nur“ ein willkommener Feiertag oder verlängertes Wochenende. Für Christen und Juden gleichermaßen steht Pfingsten für den Bund zwischen Gott und Mensch. Im Alten Testament kennzeichnet es die Befreiung und Erlösung des Volkes Israel aus der Knechtschaft der Ägypter und weist gleichzeitig auf den kommenden Erlöser hin. Am Sinai schließt Gott einen immerwährenden Bund mit dem Volk und übergibt ihm die Zehn Gebote. Im Neuen Testament kennzeichnet das Datum erneut einen Bundesschluss Gottes mit den Menschen und gründet damit die neue Gemeinde, die sich auf den Erlöser und Gott Jesus Christus bezieht. Pfingsten erinnert daran – alle Jahre wieder.




COVID-19: ADRA Indien unterstützt Krankenhäuser mit Sauerstoff

Weston Davis, Direktor von ADRA Indien, beschrieb die Situation in seinem Land: „Viele, viele Menschen kennen jemanden, der umgekommen ist“. Es gebe Experten, die sagten, dass man die offizielle Todeszahl der Opfer von COVID-19 mit zehn multiplizieren müsse, um sich der tatsächlichen Zahl anzunähern.

Parkplätze vor Krematorien werden zu Krematorien umgewandelt
„Unser Gesundheitssystem war nicht darauf vorbereitet, eine so große Zahl an Patienten zu versorgen“, sagt Trisha Mahajan, Kommunikationsverantwortliche von ADRA Indien. „Die Fälle hatten im Februar stark nachgelassen und die Menschen dachten, dass COVID in Indien fast vorbei sei. Diese zweite Welle hat die Menschen überrascht. Menschen sterben an vermeidbaren Todesursachen, weil sie nicht rechtzeitig Sauerstoff, ein Krankenhausbett, oder nicht rechtzeitig einfache Medikamente bekommen“, sagte sie. In ihren sozialen Medien suchten viele Menschen nach Hinweisen auf Krankenhausbetten oder Sauerstoffflaschen. „Die Menschen verlieren einfach ihr Leben außerhalb der Krankenhäuser. Selbst Krematorien sind überfüllt. Es gibt keinen Platz. Sie werden in Orte verwandelt, an denen die Toten verbrannt werden – selbst auf den Parkplätzen dieser Krematorien werden Feuer entfacht. Es ist sehr tragisch, was hier passiert“, fügte sie hinzu. „Wir sind im Moment alle sehr besorgt.“

ADRA stellt Schutzausrüstung und Sauerstoff zur Verfügung
Das COVID-19-Nothilfeteam von ADRA Indien unterstützt Impfkliniken im schwer getroffenen Delhi. Sie stelle persönliche Schutzausrüstung (PSA) für das adventistische Krankenhaus in Pune sowie für jenes in Bangalore bereit und unterstütze neun weitere adventistische Krankenhäuser in schwer betroffenen Gebieten. ADRA fliege eine dringend benötigte Sauerstofferzeugungsanlage für das 300 Betten „METAS Adventist Hospital“, das größte adventistische Krankenhaus in Surat, Gujarat/Indien, aus Italien ein. Das METAS Spital habe bereits über 10.000 Patienten betreut. Adventistische Krankenhäuser stünden weltweit allen Personen offen, die medizinische Hilfe benötigten.

Triage mit tödlichen Konsequenzen
Die Sauerstoffkrise habe ein immenses Ausmaß, so Weston Davis. Ein Freund habe in Delhi die Stadt nach Sauerstoffflaschen durchsucht, um sie einer Familie zu geben, die zwei Familienmitglieder in kritischem Zustand betreute. Nach stundenlanger verzweifelter Suche habe er nur eine einzige Flasche gefunden. „Die Familie musste eine Entscheidung treffen, welche Person den Sauerstoff erhalte.“ so Davis. „Nach der Entscheidung verstarb die andere Person.“

Starke Partnerschaft zwischen ADRA Indien und den adventistischen Krankenhäusern
Diese Partnerschaft mit den adventistischen Krankenhäusern in Indien sei stark und ermögliche es ADRA, lebensrettende Ressourcen zu liefern, die sofort Tausenden der am meisten gefährdeten Menschen zugutekommen werden, schreibt das Hilfswerk. Aber obwohl die Partnerschaft zwischen ADRA und dem Netzwerk der adventistischen Krankenhäuser stark sei, bliebe der Bedarf immens.

Ausführlicher Bericht auf Englisch bei ADRA Indien:
https://adraindia.org/whats-next-in-a-crisis-thats-far-from-over/

 




Deutsche Evangelische Allianz verurteilt Antisemitismus

Die EAD erinnert daran, dass Jesus selbst Jude war. Das verpflichte Christen in besonderer Weise, „sich an die Seite unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu stellen.“ Die Evangelische Allianz in Deutschland verurteile jede Form von Antisemitismus, insbesondere auch die antisemitischen Vorkommnisse und einseitige Israelkritik der letzten Tage. Sie verurteile jede Form von verbaler, symbolischer oder tatsächlicher Gewalt. Nie wieder dürften in Deutschland jüdische Menschen, ihre Gotteshäuser und andere Einrichtungen Ziele von Gewalttaten werden. Die Bundesregierung wird aufgefordert, jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger bestmöglich zu schützen.

Als souveräner Staat habe Israel das Recht, sich und seine Bürger gegen Angriffe zu verteidigen. Zugleich müsse alles unternommen werden, um die Konflikte in Israel friedlich zu lösen und der Gewaltspirale zu entkommen.

Verschwörungstheorien entgegentreten
Seit Beginn der Pandemie im letzten Jahr seien eine Reihe von Verschwörungstheorien verbreitet worden, die alte und weit verbreitete Stereotype einer jüdischen Weltverschwörung aufgegriffen hätten. Diese Mythen stellten nicht selten die geistige Grundlage für Antisemitismus dar. Die EAD fordere deshalb Christen auf, „der Verbreitung solcher Inhalte entschieden entgegenzutreten.“

Auch wende sich die Evangelische Allianz in Deutschland gegen einen ideologisch begründeten Antisemitismus, der gegenwärtig vielfach von islamistischen Gruppen ausgehe, aber auch von der radikalen Neuen Rechten oder linksextremen Gruppen mit befördert werde. Die EAD werde nicht aufhören, all denen zu widersprechen, die versuchten, Hass zu säen und ein friedliches Miteinander in unserer Gesellschaft zu bekämpfen.

Evangelische Allianz
Die Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) mit Sitz in Bad Blankenburg bildet ein Netzwerk von evangelischen Christen und Organisationen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften. Erster Vorsitzender der EAD ist Pastor Ekkehart Vetter und Generalsekretär Dr. Reinhardt Schink. Zum Netzwerk der EAD gehören rund 1.000 örtliche Allianzkreise, in denen sich Christen aus verschiedenen lokalen Gemeinden und Organisationen, aus Landes- und Freikirchen sowie christlichen Gruppen und Werken treffen, um vor Ort zusammenzuarbeiten. Arbeitsfelder der Allianzmitglieder sind diakonische, pädagogische, publizistische und missionarische Aktivitäten in mehr als 370 Einrichtungen in Deutschland. Die EAD ist Mitglied der weltweiten Evangelischen Allianz mit etwa 600 Millionen Zugehörigen in 129 Ländern. Sie wurde 1846 als weltweiter Verbund evangelischer Christen in London gegründet.

Weitere Informationen unter https://www.ead.de/.




Sonnenlicht – unverzichtbares Element des Lebens

Internationaler Tag des Lichts
Das von der UNESCO für 2015 ausgerufene „Internationale Jahr des Lichts“ machte die Bedeutung des Lichts auf alle Lebensbereiche deutlich. In der Folge erklärte die UNESCO den 16. Mai zum Internationalen Tag des Lichts. Seit 2018 dient dieser besondere Tag dazu, ein breites Publikum auf den Stellenwert von Licht und Licht-Technologien in der Wissenschaft, Medizin, Kommunikation, Kunst und Kultur sowie für die Gesundheit und das Wohlergehen des Menschen aufmerksam zu machen.

Das Licht und die Energie der Sonne, so Florian Diehl, Assistent der DVG-Geschäftsleitung, machten das Leben auf diesem Planeten erst möglich. Alles Leben und unsere Existenz hingen von ihr ab. Trotz ihrer enormen Größe von ca. 1,4 Millionen Kilometer Durchmesser, einer gigantischen Hitze von etwa 6000 °C an der Oberfläche und ihrer unglaublichen Entfernung von rund 150 Millionen Kilometern, treffe das Sonnenlicht nach nur 8 Minuten in der richtigen Stärke auf die Erde.

Sonnenlicht und Pflanzen
Das Sonnenlicht sei unsere Hauptenergiequelle und ein unverzichtbares Element des Lebens. Das Verhalten der Pflanzen werde durch die Sonne streng reguliert. Während des Tages saugten die Pflanzen das Sonnenlicht auf und nutzten dessen Energie, um Nahrung zu produzieren und Sauerstoff an die Atmosphäre abzugeben. Einige wenige Pflanzen folgten dem Lauf der Sonne, um ihr Photosynthesepotenzial zu maximieren. Dies zeige sich besonders bei der Sonnenblume.

Sonnenlicht und Tierwelt
In der Tierwelt, so Diehl weiter, seien das Sonnenlicht, der Sonnenstand am Himmel und die Länge des Tages wichtige Anhaltspunkte, um bestimmte Verhaltensweisen und physiologische Prozesse auszulösen und zu regulieren. Honigbienen nutzten zum Beispiel die Sonne als Referenzpunkt, um zum und vom Bienenstock zu navigieren und zu tanzen, um anderen Bienen die Richtung der Nahrungsquellen mitzuteilen. Monarchfalter würden die Sonne nutzen, um sich während ihrer langen jährlichen Wanderungen von den nördlichen Vereinigten Staaten nach Mexiko zu orientieren, eine Reise von bis zu 5.000 Kilometern. Der Auslöser für die Schmetterlinge, sich auf ihre Reise vorzubereiten, sei die Verkürzung der Tage.

Sonnenlicht und Wasserkreislauf
So sorge die Sonne auch für sauberes Wasser. Durch die Verdampfung der Meere steige sauberes Wasser in die Atmosphäre, bilde Wolken, welche sich zum Nutzen aller Pflanzen und Menschen auf die Erde abregne.

Sonnenlicht und Mensch
Für den Menschen sei laut DVG das Sonnenlicht unverzichtbar. Es ermögliche nicht nur die Synthese von Vitamin D in der Haut und damit einen gesunden Knochen- und Muskelaufbau, sondern löse auch die Freisetzung von Serotonin aus und erhöhe den Blutspiegel von Endorphinen, den Wohlfühlhormonen. Die Exposition gegenüber hellem Morgenlicht habe sich als wirksam gegen die saisonale affektive Störung erwiesen.

Sonnenlicht scheine Autoimmunerkrankungen und Hautkrankheiten wie Schuppenflechte zu verhindern. Es reguliere auch den Schlaf-Wach-Rhythmus. Wenn die Sonne untergeht, veranlasse die Dunkelheit unser Gehirn, Melatonin zu produzieren, wodurch wir uns schläfrig fühlten.

Sonnenlicht und Immunsystem
Das Sonnenlicht baue und fördere das Immunsystem auf vielfältige Weise. Es steigere die Fähigkeit der roten Blutkörperchen, Sauerstoff zu transportieren. Es mache die Neutrophile, spezialisierte Immunzellen, effektiver zur Verdauung von Keimen, steigere die Anzahl der Lymphozyten – sowohl der B- als auch der T-Zellen – und unterstütze die Schutzfunktion der natürlichen Killerzellen.

Sonnenlicht und Infektionen
Aber auch außerhalb des Körpers steuere die Sonne unserer Gesundheit bei. Flächen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, würden auf natürliche Weise desinfiziert, denn ihre Strahlen zerstörten Krankheitserreger und dämmen so Infektionen ein. Daher sollten an sonnigen Tagen die Vorhänge geöffnet werden, so dass reichlich Licht unsere Wohnungen durchflute.

Nach den Worten von Florian Diehl sei das Ganze ein Wunderwerk. „Am besten, wir gehen heute noch hinaus in die Sonne, genießen die Welt im Sonnenschein und profitieren dabei gleichzeitig für unsere Gesundheit.“

Gesundheit durch Design
Gerade am vergangenen Wochenende hatte der vom Deutschen Verein für Gesundheitspflege propagierte Film „Health by Design“ (Gesundheit durch Design) auch in deutscher Sprache Premiere. Dabei werden Schöpfung und Gesundheit in Beziehung gesetzt. Die Faktoren für das Wohlergehen des Menschen wie Gesetze und Rhythmen in der Natur, der farbenfrohe Überfluss, die Kraft des Lichts, Ruhe und Besinnung beschrieben eine Umgebung, damit Menschen dauerhafte Gesundheit und Erfüllung genießen könnten.

Deutscher Verein für Gesundheitspflege e.V. (DVG)
Der Deutsche Verein für Gesundheitspflege e.V. (DVG) mit Sitz in Ostfildern fördert seit 1899 als ältester Verein für die Volksgesundheit in Deutschland die Gesundheit auf Basis eines ganzheitlichen Menschenbildes in den Bereichen körperlicher und geistig-seelischer Gesundheit, soziale Beziehungen und spirituelles Leben. Er wird getragen von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Körperschaft des öffentlichen Rechts. Für eine gesunde Lebensweise einzutreten, hat bei Adventisten eine lange Tradition. Immer wieder werden Adventisten als Beispiel herangezogen, wenn es um die Vorteile einer gesunden Lebensweise geht. Medizinische Hochschulen, Krankenhäuser, Sanatorien, Gesundkostwerke und weitere Einrichtungen sind Ausdruck ihres sozialen und gesundheitlichen Engagements.

Zum Film „Health by Design“: https://youtu.be/hnd0Aawvxmo




Wechsel im Aufsichtsrat der Advent-Verlag GmbH

„Wir möchten Stephan G. Brass und Ralf Schönfeld für die langjährige und kreative Unterstützung im Aufsichtsrat ganz herzlich danken. Mit ihren Erfahrungen und ihrem Engagement haben sie den Advent-Verlag Lüneburg begleitet und gestärkt“, kommentierte der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Johannes Naether den Wechsel.

Neu im Aufsichtsrat
Neu in den Aufsichtsrat wurden Marjukka Ostrovljanovic und Martin Knoll berufen. Ostrovljanovic, gebürtige Finnin, betreibt den erfolgreichen Blog „Treasure Hunt“ und ist im Fernsehsender Hope TV mit der Serie „WORTSchatz“ den Schätzen der Bibel auf der Spur.

Martin Knoll ist seit 2011 Präsident der regionalen Kirchenleitung der Adventisten in Nordrhein-Westfalen. Vorher war er lange Zeit im Bereich Jugendarbeit seiner Freikirche tätig. Gute Bücher und Fußball gehören zu seiner Freizeitbeschäftigung.

Die Advent-Verlag GmbH
Seit über 125 Jahren ist der Advent-Verlag Lüneburg der offizielle Verlag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Mit ihren Publikationen bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Traditionsverlages den Lesern Orientierung in Sinn- und Lebensfragen und sprechen sie ganzheitlich und generationenübergreifend an. Sie wollen nach eigener Beschreibung dazu anregen, über Gott nachzudenken und den biblischen Glauben authentisch im Alltag zu leben, indem sie ihn nachhaltig fördern, vertiefen und begleiten gemäß ihrem Motto: „Wir schaffen Worte, die bleiben.“

Mehr über den Advent-Verlag Lüneburg: www.advent-verlag.de




Weltweites virtuelles Campmeeting der Adventisten

Campmeetings
Als Campmeetings sind religiöse Open-Air Versammlungen in den USA bekannt. Sie kommen aus den Erweckungsbewegungen in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Adventisten haben diese Tradition bis in die heutige Zeit beibehalten. Mit Zelten, Wohnwagen, Wohnmobilen und Häusern auf Rädern kommen die Menschen zu einem großen religiösen Fest zusammen. In den Sommermonaten ist es in vielen US-Bundesstaaten wie auf Kirchentagen hierzulande.

Weltsynode
Die alle fünf Jahre stattfindende Weltsynode der Adventisten hat so etwas wie ein Kirchentag. Neben vielen Geschäftssitzungen und Wahlen der Kirchenleitung und Abteilungsleiter durch die etwa 2.000 Delegierten aus allen Kontinenten finden parallel Seminare, Predigten, Berichte über Initiativen, Konzertveranstaltungen ausgezeichneter Chöre und Ausstellungen in unzähligen Messehallen statt. Sie erlauben einen Einblick in die Vielfalt adventistischen Wirkens. Bis zu 70.000 Adventisten aus aller Welt kommen gewöhnlich zu einer solchen Synode zusammen.

Die Corona-Pandemie hat, wie auch in anderen Bereichen, alles verändert. Die für Juni/Juli 2020 vorgesehene Tagung wurde bereits zweimal verschoben und hat auch den ursprünglichen Tagungsort Indianapolis gewechselt. Sie ist nun für den 6. – 11. Juni in St. Louis/USA geplant. Die Teilnahme wird sehr reduziert sein, obwohl nicht ausdrücklich von ihr abgeraten wird. Allerdings wird ein Besuch der Synode durch die Corona bedingten Ein- und Ausreisebeschränkungen der verschiedenen Länder erschwert.

Adventist Virtual Global Campmeeting
Um das Tagungserlebnis trotzdem zu vermitteln, hat sich die Kirchenleitung für ein virtuelles Treffen entschieden und als „Adventist Virtual Global Campmeeting“ deklariert. Über 400 einzelne Programme, Seminare und Workshops werden angeboten, die zu den sechs Schlüsselbereichen Jüngerschaft, Bildung, Gesundheit, Medien, Mission und Theologie präsentieren. Gesprächsrunden mit Kirchenleitern sind nach Auskunft der Veranstalter ebenso geplant wie Fortbildungsscheine für Pastoren und Lehrer. Die Teilnahme ist für alle Interessierten kostenlos.

Hauptredner
Zu den zahlreichen Rednern dieses religiösen Treffens gehören u.a. der Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Pastor Ted N.C. Wilson, Barry Black, Kaplan des US-Senats, Evangelist Alejandro Bullon, Ella Simmons, Vizepräsidentin der Freikirche, Fernsehevangelist Mark Finley, Richart Hart, Präsident der Loma-Linda-Universität, und Robert Folkenberg jr., der Präsident der China Mission der Freikirche. Viele weitere internationale Redner für Plenum und Workshops sind vorgesehen.

Globale Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Das „Adventist Virtual Global Campmeeting“ wird sein Programm so planen, dass Menschen in den drei großen Zeitzonen bequem daran teilnehmen können: in Asien-Pazifik, in Europa-Afrika und auf den amerikanischen Kontinenten.

Weitere Informationen und Anmeldung: www.campmeeting.com.




3. Ökumenischer Kirchentag – digital und dezentral

Hinschauen
„Endlich geht es los! Wir sind überzeugt: Gerade jetzt ist der 3. ÖKT als Kirchentag von höchster Relevanz“, sagt Bettina Limperg am Mittwoch in der Pressekonferenz vor Beginn des Ökumenischen Kirchentags. „Wir wollen hinschauen: Dahin, wo es weh tut, dahin, wo wir heilen können und dahin, wo wir handeln können. Der ÖKT kreist nicht um sich selbst.“

Ebenso sieht es Präsident Thomas Sternberg. Man wolle dazu beitragen, der Gesellschaft aus der aktuellen Krise zu helfen: „Es gibt viel zu besprechen – und viel zu verteidigen in diesen Zeiten: die Demokratie an sich, die Notwendigkeit von Solidarität und die Relevanz der Religion in der säkularen Gesellschaft und für jede und jeden Einzelnen. Christenmenschen haben offene Ohren und Herzen für die Belange der Welt und für die Nöte der Schwächsten in der Krise. Wir vertrauen auf die Kraft und den Trost, die aus dem Evangelium kommen, um über uns selbst hinauszublicken.“

Eine gemeinsame Verantwortung
„Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, wie unsere Gesellschaft aus dieser Krise herausgeht“, ist Bettina Limperg überzeugt. Kaum je sei den Menschen in Europa in der neueren Zeit bewusster geworden, wie hart Demokratie, Rechtsstaat und das Vertrauen in staatliches Handeln jeden Tag neu erarbeitet werden müssen. Dafür und für vieles mehr will der ÖKT Anregungen geben, Diskussionsplattform sein und digitale Begegnungsräume öffnen. Gemeinsam wollen die Verantwortlichen schauen, welche Maßnahmen anstehen und was Bürger*innen, aber auch Christ*innen dazu beitragen können. Dazu riefen sie auch die Fragen nach Zivilcourage und zur Solidarität in Europa auf. Man habe „Mitwirkung so stark gemacht wie möglich – durch digitale Workshops, durch Barcamps, über Chat-Funktionen, über die Anwält*innen des Publikums, die vorher eingereichte Fragen weitergeben, über Abstimmungsschaltflächen, über digitale Stehtische, die zu Zufallsbegegnungen einladen.“

Dass ein ÖKT auch Zeugnis vom Stand der Ökumene in Theologie und gelebtem Alltag gibt, werde insbesondere am Samstagabend in Frankfurt deutlich werden. Vier konfessionelle Gottesdienste – ökumenisch sensibel gefeiert, Abendmahl und Eucharistie inklusive – würden vom ÖKT gestreamt und über oekt.de zugänglich gemacht. Mehr als fünfzig weitere seien dem ÖKT bislang bundesweit zurückgemeldet worden. „In Deutschland ist das Miteinander der christlichen Konfessionen selbstverständlich geworden“, sagte Sternberg. Dem ÖKT sei die Beschäftigung mit den Liturgien der jeweils anderen wichtig. Man könne sie auf diesem ÖKT sehen, erleben, mitfeiern. „Die Gastfreundschaft, die aus den Gemeinden vor Ort kommt, nehme ich selbst gern an diesem Samstagabend an. Am Sonntag feiern wir gemeinsam die Sendung in eine Welt, wie sie sich so vielfältig hier in Frankfurt zeigt.“

Ein ökumenischer Fortschritt
Der Kirchenpräsident der einladenden Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, ist froh, „dass mit der Akzeptanz wechselseitiger Teilnahme an Abendmahl und Eucharistie ein ökumenischer Fortschritt sichtbar wird. Der Fortschritt ist begründet im gemeinsamen Vertrauen auf die Gegenwart von Jesus Christus in den Mahlfeiern und in dem gemeinsamen Glauben daran, von Christus in die Welt gesandt zu sein, um füreinander da zu sein, Gerechtigkeit zu fördern und die Schöpfung zu bewahren.“

Bischof Georg Bätzing vom ebenfalls einladenden Bistum Limburg betont, er werde an der „Eucharistiefeier im Frankfurter Dom teilnehmen. Die Katholikinnen und Katholiken im Bistum ermutige ich, die konfessionelle Vielfalt in diesen Feiern zu erleben.“ Die katholische Kirche sei „in den offenen ökumenischen Fragen weiter unterwegs. Ja, es wird mit Sensibilität und Leidenschaft daran gearbeitet. Wir durften in den zurückliegenden Jahren erleben, wie eng wir schon zusammengerückt sind. Ich wünsche mir, dass wir auf diesem Weg weiter vorankommen.“ Er sei überzeugt: „Der Ökumenische Kirchentag wird nachwirken.“

Digital und dezentral
Bätzing wie Jung erinnerten an das Reformationsgedenken im Jahr 2017, von dem ein direkter Weg zum ÖKT führe. Damals habe man „eine ökumenische Selbstverpflichtung ausgesprochen, so Bätzing. Durch die Existenz Ökumenischer Kirchentage in Deutschland werde „jeder Evangelische Kirchentag und jeder Katholikentag noch stärker ökumenisch geprägt“. Jung erinnerte sich auch daran, dass man damals schon ungeahnt seiner Zeit voraus gewesen sei: „Als wir 2017 in Wittenberg einen Segensroboter aufstellten, haben uns viele für verrückt erklärt. Wir wollten einen Impuls geben, dass wir uns als Kirche mehr mit der Digitalisierung auseinandersetzen. Damals hat noch niemand daran gedacht, dass zum Beispiel digitale Gottesdienste geradezu überlebenswichtig sein könnten. Der digitale und dezentrale ÖKT ist mittendrin in allem, was wir zurzeit erleben.“

Hessen und Frankfurt unterstützen den ÖKT
Axel Wintermeyer, Chef der hessischen Staatskanzlei, schickte von seiten des Landes Hessen einen digitalen Gruß in die Pressekonferenz vor der Eröffnung des ÖKT. Der Chef der Hessischen Staatskanzlei findet es in der pandemischen Ausnahmesituation „richtig, dass der Ökumenische Kirchentag stattfindet – gerade in dieser schwierigen Zeit ist das ein wichtiges Signal. Frankfurt ist eine Stadt der Zukunft, in der wie in wenigen anderen Städten Deutschlands religiöse Vielfalt gelebt wird. Die hessische Metropole am Main ist der richtige Ort, um diesen Kirchentag auch digital zum Erfolg zu führen. Denn er ist mehr als eine Großveranstaltung. Er ist eine Bewegung, die Menschen vereint, die sich gesellschaftlich engagieren und Verantwortung übernehmen. Das Land Hessen unterstützt die Ausrichtung deshalb sehr gerne.“

Auch aus dem Büro des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann kommt eine herzliche Botschaft zum Auftakt des ÖKT: „Schaut hin – das Motto des 3. Ökumenischen Kirchentags passt zu Frankfurt. Und es passt in die Zeit. Die Pandemie hat uns gezeigt, wie sehr wir einander brauchen. Die Menschen haben sich wunderbar umeinander gekümmert. Sie haben Hilfsprojekte gestartet, Nachbarschaftshilfen organisiert, denen unter die Arme gegriffen, die ihren Alltag nicht auf die Schnelle digital umorganisieren konnten. Ich finde: Achtsamkeit und Aufmerksamkeit müssen Richtschnur für unseren menschlichen Umgang miteinander bleiben, auch in der Zeit nach Corona.“

3. Ökumenischer Kirchentag
Der 3. Ökumenische Kirchentag sei anders – digital und dezentral. Vom 13.-16. Mai 2021 werden rund 100 digitale Veranstaltungen aus Frankfurt gesendet. Begleitet von rund 300 Aktionen und Gottesdiensten in ganz Deutschland ergeben sich vielfältige Themen und Formen von Begegnung. Das Programm auf www.oekt.de ist frei zugänglich. Um alle Angebote vollumfänglich nutzen zu können, sei die Freischaltung eines kostenlosen, digitalen Tickets notwendig. Bei einzelnen Veranstaltungen sei die Teilnehmendenzahl begrenzt.

Der ÖKT wird veranstaltet vom Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Nach 2003 in Berlin und 2010 in München findet der Ökumenische Kirchentag 2021 zum dritten Mal statt. Eingeladen wurde der ÖKT vom Bistum Limburg, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), der Stadt Frankfurt und dem Land Hessen. Unterstützung erfolgt durch die gastgebenden Kirchen, der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, den Bistümern Fulda und Mainz sowie der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hessen-Rheinhessen (ACK).




UMDENKEN: NachhaltigkeitsCamp 2021

Dieses NachhaltigkeitsCamp will, nach Auskunft der Organisatoren, einen Begegnungsraum für Interessierte, Motivierte, aber auch bereits gut Informierte im Bereich Nachhaltigkeit anbieten. Es sei der Plan, dass die Teilnehmenden …

… sich mit den sozialen und ökologischen Aspekten von Nachhaltigkeit auseinandersetzen,

… Ideen aufschnappen, wie der persönliche Alltag nachhaltiger gestalten werden kann,

… Möglichkeiten entdecken, wie das Umfeld für eine gerechte und nachhaltige Lebensweise motiviert werden kann und

… eigene Erfahrungen und Perspektiven teilen und sich mit Gleichgesinnten vernetzen können.

Mit diesem NachhaltigkeitsCamp wollen die Veranstalter zugleich aber auch das Thema Nachhaltigkeit generationsübergreifend und erlebnisorientiert angehen. Deshalb werde es neben den thematischen Referaten und Workshops immer auch ein Workshop-Angebot speziell für Kinder, Familien und Praktiker*innen geben.

Der Zeltplatz Friedensau – mitten im Wald, mit seinen gemütlichen Lagerfeuer-Abenden, den verschiedensten Übernachtungsoptionen (Zelt, Gästehaus) und seinem umweltpädagogischen Angebot für Kinder und Familien – biete das ideale Ambiente für das NachhaltigkeitsCamp und erlaubt es gleichzeitig, die Teilnahmegebühren bei vegetarischer und weitestgehend nachhaltiger Vollverpflegung klein zu halten.

Aufgrund der Corona-Situation werde das NachhaltigkeitsCamp in diesem Jahr bewusst mit einer geringeren Teilnehmendenzahl geplant. Deshalb mache es durchaus Sinn, sich möglichst zügig anzumelden. Sollte Corona-bedingt das NachhaltigkeitsCamp abgesagt werden, würden selbstverständlich die Gebühren zurückerstattet.

Die Veranstaltung wird durch den Katholischen Fonds für weltkirchliche und entwicklungsbezogene Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit gefördert. Weitere Informationen über das NachhaltigkeitsCamp 2021: www.umdenken.camp.




Adventisten in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland bestätigen Kirchenleitung

Pastor Christian Badorrek (40) wurde als Präsident der Mittelrheinischen Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (MRV) mit Sitz in Darmstadt in seinem Amt bestätigt. Die dort am 9. Mai tagenden Abgeordneten aus den Ortsgemeinden und der Pastorenschaft in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland wählten ihn für die nächste Konferenzperiode mit 126 Ja- zu 2 Nein-Stimmen. Mit 120 Ja- zu 4 Nein-Stimmen wurde Pastor Vlatko Gagic (58) als Vizepräsident bestätigt. Sowohl Badorrek als auch Gagic waren zuvor innerhalb der vierjährigen Wahlperiode in ihre Ämter berufen worden. Als Finanzvorstand und Verwaltungsleiter wurde Pastor Markus Voß (47) wiedergewählt (121 Ja- und 7 Nein-Stimmen).

Neu im Amt ist Pastorin Juliane Schmidt. Die Abgeordneten wählten sie zur Abteilungsleiterin für Kinder, Pfadfinder und Jugend. Schmidt ist in Ostfildern bei Stuttgart geboren, hat in Tübingen und Friedensau studiert und ist seit 2008 als Pastorin in der MRV tätig. Ebenfalls neu gewählt wurde Daniela Piroski als Abteilungsleiterin Frauen.

Antrag auf Gastmitgliedschaft in ACK
Die Synode der MRV stimmte für einen Antrag auf Gastmitgliedschaft der regionalen adventistischen Kirchenleitung in den Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen Hessen-Rheinhessen sowie der Region Südwest. Damit sollen die zwischenkirchlichen Beziehungen intensiviert werden. Die MRV ist bislang die einzige der sieben regionalen Kirchenkörperschaften der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, die noch keinen Status in einer ACK innehat.

Adventisten in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland
Die Mitgliederzahl der mündig getauften Adventisten in den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland verringerte sich in den letzten vier Jahren leicht von 4.664 (Stand 31.12.2016) auf 4.654 (Ende 2020). Ebenso nahm die Zahl der örtlichen Adventgemeinden, in denen sich Kirchenmitglieder und Gäste am Samstag (Sabbat), dem biblischen Ruhetag, zu Gottesdiensten versammeln, von 65 auf 64 ab.

Mehr Informationen: www.mrv.adventisten.de.




Gesundheit durch Design

Die Feinabstimmung im Universum und die Fähigkeit der Erde, allem Leben einen Wohnraum zu geben, beschäftigt seit langem die Wissenschaftler und Kosmologen. Der Naturforscher Isaac Newton meinte: „Wenn ich das Sonnensystem betrachte, sehe ich die Erde in der richtigen Entfernung von der Sonne, um die richtigen Mengen an Wärme und Licht zu erhalten“,

Aber die Faktoren, die menschliches Leben auf dem blauen Planeten ermöglichen, sind nicht auf die Höhe der Temperaturen oder das Vorhandensein von Wasser beschränkt. Elemente wie Rhythmen, Sauerstoff, Pflanzen, Tiere oder das Zusammenleben sind ebenfalls unverzichtbar für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen und wurden so gestaltet, dass sie den Bedürfnissen des Menschen entsprechen. So ist es im ersten Kapitel des Bibelbuches Genesis zu lesen.

Am 15. Mai präsentiert die Gesundheitsabteilung der transnationalen Kirchenleitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (EUD) in der Region West- und Südeuropa einen 45-minütigen Dokumentarfilm mit dem Titel „Gesundheit durch Design“. Gemeinsam mit Beiträgen der Kommunikationsabteilung und der europäischen Niederlassung des Geowissenschaftlichen Forschungsinstituts (GRI) beleuchtet dieser Film die Bedeutung jedes Schöpfungstages für Pflanzen, Tiere und Menschen.

Anlässlich des sogenannten „Gesundheitssabbats 2021“ sei dieses Video eine einzigartige Gelegenheit, „sich an die Grundlagen unseres Lebens, unserer Gesundheit und unseres Wohlbefindens zu erinnern“, so die Leiterin der EUD-Gesundheitsabteilung Valerie Dufour. Dazu wird das Video „Health by Design“ aus mehreren Ländern und in mehreren Sprachen über die Fernsehsender von Hope TV, die Website und soziale Medien ausgestrahlt.

Zum deutschen Trailer: https://vimeo.com/540244140/84d4280b8d.




Erste Gleichstellungsbeauftragte der Adventisten in Bayern

Schutzraum für Mitarbeiterinnen
Es gehe um „eine Gleichstellungsstelle bei Vorfällen von offensichtlicher und versteckter Diskriminierung von weiblichen Mitgliedern innerhalb unserer Freikirche in Bayern“, so der Präsident der bayerischen Adventisten, Pastor Wolfgang Dorn, zu der Entscheidung. Im besonderen Fokus seien dabei Frauen in Leitungsämtern in den örtlichen Kirchengemeinden, im Bereich des Ehrenamts und bei hauptamtlich Angestellten. „Insbesondere gegenüber unseren Pastorinnen mussten wir in den letzten Jahren eine Anhäufung von diskriminierenden Verhalten feststellen“, so Dorn. „Wir wollen hier nicht weiter zuschauen, sondern klar dagegen Stellung beziehen und einen Schutzraum für Mitarbeiterinnen in den Kirchengemeinden schaffen.“

Konsequente Aufklärung – Vermeidung diskriminierenden Verhaltens
Vizepräsident und Finanzvorstand Stefan Rebensburg stellt fest, dass das Thema der Diskriminierung aktueller werde. Positionen, die längst überholt schienen, kämen immer häufiger vor. Sie spiegelten zwar nicht die Mehrheit wider, aber es sei, als „würde man das Rad zurückdrehen“. Dem Leitungsgremium der Freikirche gehe es daher um eine „konsequente Aufklärung der Kirchengemeinden in diesem Bereich und eine klare Vermeidung jeglichen diskriminierenden Verhaltens gegenüber Frauen in unseren Reihen, insbesondere auch in Leitungspositionen“. Der Ausschuss sehe hier einen biblischen Auftrag sowie die Unterstützung adventistischer Lehrüberzeugungen.

Patricia Davis
Als Psychologin berät Patricia Davis Menschen in Alltags- und Lebenskrisen und unterstützt Familien dabei, ihre Stärken zu entwickeln. Für das Religionspädagogische Institut der Freikirche (RPI) ist sie als Referentin und Begleiterin des Ausbildungsgangs „Familiendiakonie“ tätig. Darüber hinaus befindet sie sich in der Endphase einer Weiterbildung in systemisch-integrierter Paar- und Familientherapie und -Beratung (DGSF). Davis ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Mit ihrem Mann lebt sie vor den Toren Münchens.

Mit der Übernahme der Aufgabe als Gleichstellungsbeauftragte möchte sie betroffenen Pastorinnen und weiblichen Leiterinnen in der Kirche eine niederschwellige Anlaufstelle anbieten. „Uns Adventisten verstehe ich als Team, das sich gegenseitig und andere emotional wie tatkräftig unterstützt.  Ein Team, in das alle ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten einbringen, ausnahmslos und gleichwertig, egal ob Frau oder Mann. Gott schätzt jeden Menschen ohne Ansehen von Alter, Herkunft und Geschlecht bedingungslos, und ich möchte mithelfen, dass unsere Freikirche ein Ort ist, wo genau das gelebt wird.“

Gemeinden als Ort der Wertschätzung
Mehr denn je, so Davis weiter, sei die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Ortsgemeinde ein dringendes Anliegen der Freikirche in Bayern. „Wir wollen ein selbstverständliches Miteinander von Mann und Frau auf allen Ebenen der Gemeindeämter fördern, damit Gemeinden ein Ort der Wertschätzung und gegenseitigen Unterstützung bleiben.“  Eine religiöse und soziale Herabsetzung von Frauen im Bereich der Gemeindearbeit dürfe keinen Platz haben. Aus diesem Grund sei die Anlaufstelle für Frauen initiiert worden, die sich in ihrer Gemeindearbeit von Diskriminierung und Herabsetzung betroffen sehen. In einem vertraulichen Rahmen könnten sie über diese Erfahrungen sprechen und Hilfe suchen.

Die Kirchenleitung der Adventisten in Bayern verstehe die Gleichstellungsbeauftragte als vertrauliches Ohr für alles, was Pastorinnen und alle Frauen mit Verantwortung in den Ortsgemeinden in ihrer Aufgabe als diskriminierend und ungleich empfinden. Es wird als erste Anlaufstelle gesehen, mit der sich jede betroffene Frau in Verbindung setzen könne. So ergehe der Appell an die Frauen. „Zögert nicht, euch zu melden, wenn ihr euch durch Ungleichheit persönlich in der Ausübung eures Amtes eingeschränkt fühlt. Gott sieht alles, jede Ungleichheit in unseren Gemeinden. Wir noch nicht:“




Erfahrungen von Ohnmacht und Vollmacht der Freikirchen

Das Eingangsreferat „Verständnis von Amt und Macht im Neuen Testament“ hielt die ursprünglich aus der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) stammende Heidelberger Privatdozentin Dr. Heidrun Mader. Dabei sprach sie auch die Frage der Gleichberechtigung von Frauen und Männern hinsichtlich kirchlicher Ämter an, die auch in Freikirchen zu Kontroversen führt.

Viele Jüngere möchten, wenn jemand „das Sagen hat“
Der Sozialethiker Dr. Ralf Dziewas, Professor an der Theologischen Hochschule des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Elstal bei Potsdam, befasste sich mit „Machtstrukturen in kongregationalistischen Gemeinden und Gemeindebünden“. Er betonte, dass das Lebensgefühl und die Erwartungshaltung der von der 1968er-Bewegung geprägten Generationen in Bezug auf Machtausübung von den heute jüngeren Generationen auch in christlichen Gemeinden nicht uneingeschränkt geteilt würden. Während die jetzt schon Älteren sehr stark an demokratischen Strukturen, Diskussion und Machtteilung interessiert seien, wäre es vielen Jüngeren durchaus recht, wenn jemand „das Sagen hat“.

„In der Macht seiner Stärke. Charisma und Amt aus pfingstkirchlicher Perspektive“ lautete das Referat von Professor Dr. Wolfgang Vondey, Birmingham/England. Deutlich wies er auf theologische Defizite in den Pfingstkirchen hin, zeigte aber auch auf, welch hohes Potential in pfingstlich geprägter Spiritualität für dieses Thema stecke.

Der Karlsruher Pastor der International Christian Fellowship (ICF), Steffen Beck, neu ernannter Leiter von ICF Deutschland, berichtete über die „Leiterschafts-Konzepte und Leiterschafts-Standards in der deutschen ICF-Bewegung“. Hier spiele, ähnlich wie von Dziewas erläutert, Demokratie keine Rolle. Beck nahm für die Art, wie hier Macht in Anspruch genommen, zugeordnet und akzeptiert werde, unter anderem den Begriff „Gottes Schöpfungsordnung“ in Anspruch.

Gemeinde am Bildschirm?
Die nächsten beiden Abschnitte der Tagung widmeten sich unmittelbar aktuellen kirchlichen und kirchenpolitischen Themen. Zunächst diskutierten auf einem virtuellen Podium BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba, Frank Uphoff, Vizepräses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden Doris Hege, der Pastor des Bundes Freier evangelischer Gemeinden Christoph Lenzen und Tobias Beißwenger, Superintendent in der Evangelisch-methodistischen Kirche, unter Moderation von Dr. Astrid Nachtigall (BEFG) über das Thema „Gemeinde leben am Bildschirm? Freikirchen in digitalen Zeiten“.

Quo vadis VEF?
Anschließend sprach Stiba, der auch Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) ist, nach einem einleitenden Vortrag mit den Teilnehmenden der Tagung über die Frage „Quo vadis VEF?“ Stiba erläuterte, dass der gleichnamig überschriebene Prozess der VEF von 2017 noch nicht am Ende wäre: „Will die VEF eine Vereinigung im Sinne eines Netzwerkes sein oder will sie mehr sein? Und wenn sie mehr sein will, wie soll dieses ‚mehr‘ dann aussehen?“ Noch gebe es viele Doppelstrukturen, andererseits würden die Mitgliedskirchen noch nicht genug Ressourcen für die ehren- und hauptamtliche Arbeit der VEF zur Verfügung stellen.

Professor Dr. Gilberto da Silva, der an der Lutherischen Theologischen Hochschule der SELK in Oberursel/Taunus lehrt, sprach beim Thema „August Vilmars Amtstheologie: Ohnmacht und Vollmacht des Evangeliums“ über einen Theologen aus seiner Konfession im 19. Jahrhundert. Der Journalist und Buchautor Markus Baum befasste sich mit dem Entscheidungs- und Leitungsmodell der Bruderhof-Gemeinschaften und seiner Entwicklung. Die hohen christlichen Ideale hätten jedoch gegenseitige erhebliche Verletzungen nicht verhindern können.

Umkehr der Machtpyramide
Zum Abschluss der Tagung befasste sich Dr. Martin Grabe, Ärztlicher Direktor der Klinik Hohe Mark in Oberursel, mit „Ohnmacht, Macht, Machtmissbrauch. Grenzüberschreitungen in der Gemeinde aus psychologischer Sicht“. Er berichtete zunächst aus seiner langjährigen Erfahrung mit Patienten aus landes- und freikirchlichen Gemeinden mit verschiedensten Krankheitsbildern im Zusammenhang von Machtmissbrauch. Dann zeigte er unter dem Begriff „dienendes Leiten“ auf, wie durch Umkehr der Machtpyramide gesunde, vielleicht sogar heilvolle Strukturen möglich seien.

VFF
1990 gründeten Theologen und Historiker aus verschiedenen Freikirchen den Verein für Freikirchenforschung. Initiator war Professor Dr. Robert Walton, seinerzeit Direktor des Seminars für Neue Kirchen- und Theologiegeschichte der Theologischen Fakultät der Universität Münster. Heute hat der Verein Mitglieder aus 27 Denominationen. Fach- und Laienhistoriker aus zwölf Ländern gehören ihm an. 180 Einzelpersonen und 21 Institute arbeiten zusammen, um wissenschaftliches Arbeiten im Rahmen der Freikirchenforschung zu fördern.

Der VFF befasst sich mit theologischen und kirchengeschichtlichen Themen aus freikirchlichen Blickwinkeln. Er fördert wissenschaftliches Arbeiten im Rahmen der Freikirchenforschung. Dazu unterhält der Verein auch eine freikirchliche Fachbibliothek, die ihren Standort an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg hat.

Darüber hinaus möchte der VFF Freikirchen bei der sachgerechten Archivierung von Quellenmaterial und beim Auf- und Ausbau von Archiven unterstützen.  Tagungsbeiträge und Forschungsberichte werden im Jahrbuch des Vereins für Freikirchenforschung veröffentlicht.

Weitere Informationen: www.freikirchenforschung.de.




Kuratorium der Hochschule Friedensau bestätigt Roland Fischer als Rektor

Mario Brito, Vorsitzender des Kuratoriums, gratulierte Fischer zu seiner Wiederwahl. Der Rektor sei ein ausgezeichneter Team¬player, der sich das Vertrauen von Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Lehrenden, Kollegen und Landesvertretern erworben habe, so die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Theologischen Hochschule Friedensau. Seine Beziehungsfähigkeit, sein Wissen und seine Erfahrung wären wesentliche Qualitätsmerkmale für die Leitung der Hochschule, die sich den Herausforderungen zur Einrichtung eines neuen pastoralen Master-Studiengangs in Europa stellen müsse.

Große Herausforderungen
Laut der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule gehe es dabei für den Rektor in den nächsten fünf Jahren um ein außergewöhnliches Arbeitsprogramm. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Europa habe beschlossen, ab 2023 ein neues Masterprogramm für alle künftigen Pastoren aus sieben europäischen Ländern einzuführen. Dieses Programm gelte es, erfolgreich zu implementieren und die bestehenden Studienprogramme darauf anzupassen. Gleichzeitig werde sich damit auch die Finanzierung der Hochschule verändern. Sie stehe vor einer Konsolidierungsphase, die es zu gestalten gelte.

Roland Fischer
Roland Fischer, 1960 in Bayreuth geboren, kam 2011 als Dozent nach Friedensau. Er studierte in Deutschland sowie in den USA und war 28 Jahre lang als Pastor tätig, ehe er die Dozentenstelle an der Theologischen Hochschule antrat. Fischer promovierte an der Universität Bayreuth. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind Gemeindepädagogik und Homiletik (Predigtlehre). Im Mai 2016 wurde er zum Professor für Praktische Theologie und einen Monat später als Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau berufen.

Hochschule Friedensau
Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatliche anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können acht Bachelor- und Master-Studiengänge, zum Teil berufsbegleitend, in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie sowie ein Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ belegt werden. 38 Nationen sind unter den rund 200 Studierenden vertreten.
Weitere Informationen: www.thh-friedensau.de.




Adventisten in Baden-Württemberg wählen Kirchenleitung

Pastor Eugen Hartwich (37) ist erneut Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg (Baden-Württembergische Vereinigung, BWV).  Die 167 stimmberechtigten Abgeordneten aus den örtlichen Kirchengemeinden und der Pastorenschaft wählten ihn mit 150 Ja- und 12 Nein-Stimmen. Hartwich hatte das Amt am 9. Dezember 2018 von seinem Vorgänger übernommen, der zweiundzwanzig Jahre die Kirche in dem Bundesland geleitet hatte. Zum Vizepräsidenten wurde Pastor Thomas Knirr (54) mit 137 Ja- zu 15 Nein-Stimmen und zum Finanzvorstand Helge Külls (50) mit 160 Ja- zu 2 Nein-Stimmen gewählt.

Weiter wurden Abteilungsleiter für Gemeindeaufbau und Evangelisation (Thomas Knirr), Pastorenamt (Zsolt Halmi), Adventjugend (Markus Jenkner) sowie Erziehung und Bildung (Markus Witte) bestimmt. Sowohl der Exekutivausschuss als auch ein Schlichtungsausschuss wurden ebenfalls gewählt.

Zum ersten Mal fand eine solche Landessynode in einem neuen Format statt. Wegen der im Zuge der Corona-Pandemie geltenden Rechtsbestimmungen war eine geplante Präsenzveranstaltung nicht möglich. Binnen weniger Tage wurden die technischen Voraussetzungen für eine Landessynode per Videokonferenz geschaffen. „Sowohl Techniker als auch Tagungsleitung haben die neue Herausforderung exzellent bewältigt und dadurch die Durchführung und Leitung dieser Tagung ermöglicht,“ so der wiedergewählte Hartwich.

Adventisten in Baden-Württemberg
In seinem Rechenschaftsbericht stellte Verwaltungsleiter Clemens Kramp fest, dass in den letzten vier Jahren die Zahl der erwachsen getauften Mitglieder in Baden-Württemberg von 6.389 auf 6.406 leicht zunahm. Vier neue Adventgemeinden wurden in Tauberbischofsheim, Burgstetten, Mannheim-Neckarstadt und Stuttgart (International) gegründet. Die Adventgemeinden Friedrichshafen, Künzelsau und Lindau wurden aufgelöst.

Die Freikirche in Baden-Württemberg ist Trägerin von acht adventistischen Bekenntnisschulen mit insgesamt 324 Schülerinnen und Schülern, die von 38 LehrerInnen betreut werden. Weitere fünf Bekenntnisschulen sind in Planung. Zur regionalen Kirchenleitung gehören auch das „Haus Lichtblick“ (betreutes Wohnen) in Gaildorf und das Tagungszentrum „Haus Schwarzwaldsonne“ in Freudenstadt.




Theologische Hochschule Friedensau veranstaltet internationales Symposium zum Thema: „Das Reich Gottes ist nahe“

Eigentlich war das Symposium bereits für April 2020 geplant, doch die Covid-19-Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung und das Symposium musste verschoben werden und wurde schließlich zu einer Online-Veranstaltung, Obwohl die Teilnehmer den persönlichen Austausch untereinander vermissten, wurde die Veranstaltung über die Online-Plattformen wie ZOOM und YOUTUBE zu einem Segen. Es meldeten sich über 250 Personen aus rund dreißig Ländern an, also mehr als dreimal so viele, wie es bei einer Präsenzveranstaltung auf dem Friedensau Campus gewesen wären.

Es ist bezeichnend, dass die Universität Friedensau der Sponsor dieses intellektuellen adventistischen Festes über verschiedene Aspekte der Apokalyptik war. In einem der ältesten Gebäude auf dem Friedensau-Campus prangt an einer der Hauswände in großen Lettern der Schriftzug „Der Herr Kommt“. Das Thema dieser Konferenz: „The Kingdom of God Is at Hand“ (Das Reich Gottes ist nahe) passt perfekt zu diesem grundlegenden Ethos der Universität, wo Studenten und Mitarbeiter täglich daran erinnert werden, dass „Der Herr Kommt.“ Diese Worte waren passenderweise das Grundthema der viertägigen Tagung über Apokalyptik – die Überzeugung, dass die Welt zu einem Ende kommen wird. Für Siebenten-Tags-Adventisten ist dieses Ende natürlich auch ein Neuanfang, da der Herr kommt, um die Gläubigen zu holen, damit für sie die Ewigkeit beginnt.

An der viertägigen Konferenz nahmen einundzwanzig Referenten aus verschiedenen Ländern Europas (u.a. aus Friedensau), aber auch aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien und Nigeria teil. Aufgrund der Tatsache, dass Referenten und Teilnehmer in sehr unterschiedlichen Zeitzonen leben, mussten die Programmzeiten kreativ angepasst werden. Für Westeuropäer lief das Programm täglich von 15.00 bis 22.00 Uhr.  Die Referenten waren über Zoom zugeschaltet, während die Zuhörer zwischen einem YouTube-Kanal in englischer Sprache und einem mit deutscher Simultanübersetzung wählen konnten.

Am ersten Tag des Symposiums eröffnete Dr. Rolf Pöhler, der Leiter des Adventistischen Studieninstituts, die Veranstaltung mit seinem Hauptvortrag über „Adventistische Apokalyptik im Angesicht der Zeit.“ Die biblischen Prophezeiungen, insbesondere in den Büchern Daniel und der Offenbarung, werden von Adventisten vor allem als Vergangenheitsbewältigung, aber auch als Auswirkung auf die Gegenwart und natürlich auf die Zukunft verstanden. Pöhler gab einen kurzen Überblick über die Probleme, mit denen Adventisten konfrontiert sind, wenn sie den apokalyptischen Schriften in der Bibel einen Sinn geben wollen, nachdem sie ihre Botschaft nun seit fast zwei Jahrhunderten verkündigen. Wie gehen wir mit der beunruhigenden Tatsache um, dass viele Elemente des traditionellen adventistischen Endzeitszenarios zunehmend unwahrscheinlich erscheinen? Wie informiert uns die adventistische Apokalyptik über die Gegenwart?  Wie können wir uns durch das Studium der biblischen Prophetie in unserem gegenwärtigen Leben leiten lassen, im „Schon“ und im „Noch nicht“ des Reiches Gottes?

Die Referenten forderten die Zuhörer, sich mit zahlreichen Aspekten adventistischer prophetischer Überzeugungen zu befassen. Einige konzentrierten sich auf die Schlüsselfrage, was Apokalyptik ist und wie sich apokalyptische Ansichten im Laufe der Zeit entwickelt haben und wie die biblischen Schreiber damit umgingen. Was war ihr Hintergrund? Welche literarische Gattung konnten sie verwenden? Für wen haben sie geschrieben? Wie konnte der Text ihre eigene Zeit überdauern?

Ein wichtiges Unterthema der Konferenz behandelte, wie Adventisten in der Vergangenheit die apokalyptischen Prophezeiungen interpretierten. Eine Reihe von Vorträgen wies auf Probleme hin, die dadurch entstanden, weil viele der Vorhersagen, die Adventisten auf Grundlage ihres Verständnisses der biblischen Bücher Daniel und Offenbarung gemacht hatten, nicht eingetroffen sind. Wiederholt wurde erwähnt, dass eine ernsthafte Aktualisierung der Auslegungen längst überfällig sei. Auf dem Weg in die Zukunft betonten einige der Vortragenden, dass sichergestellt werden müsse, dass die apokalyptische Botschaft für heute bedeutungsvoll bleibt. Sie solle Hoffnung vermitteln, anstatt Angst zu machen – wie es in der Vergangenheit so oft der Fall war. Außerdem solle die biblische Apokalyptik dazu inspirieren, unsere soziale und politische Verantwortung anzunehmen, während wir erwartungsvoll und aktiv auf das Kommen des Herrn warten.

Gegen Ende des Symposiums wurde Pastor Dennis Meier, der Leiter der regionalen Kirchenleitung der Adventisten in der Region Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, mit der herausfordernden Aufgabe betraut, die verschiedenen Stränge des Symposiums zusammenzuführen und vorzuschlagen, „wohin wir von hier aus gehen sollten.“ Seine Analyse wurde in von ihm gewohnter Weise kreativ, aufschlussreich und inspirierend präsentiert.

„Mit den Lehren aus der Vergangenheit,“ so Meier, „müssen uns in die Zukunft bewegen“. Und wenn es ein Thema gibt, das absolute Priorität auf unserer apokalyptischen Agenda haben sollte, dann sei es die Entwicklung einer „adventistischen Ökotheologie.“ Dies, betonte er, sei der eine Punkt auf seiner Wunschliste für das nächste Symposium. Er schloss damit, dass wir am Ende erkennen müssten, dass es beim apokalyptischen Denken nicht um uns gehe, nicht um unsere Rolle als elitäre Gruppe in einem Endzeitszenario, sondern um Jesus Christus.

Dr. Rolf Pöhler, der das Symposium koordiniert hatte, lud abschließend alle Referenten ein, ein paar Anmerkungen zur Tagung zu machen. Dadurch wurde deutlich, dass Umfang und Qualität des Symposiums sehr geschätzt wurden und dass dieses vierte Internationale Symposium – trotz aller Corona-Restriktionen – ein voller Erfolg und eine Startrampe für weitere Studien gewesen ist. Viele werden sich darauf freuen, die Vorträge dieses Symposiums bald in gedruckter Form zu sehen. Das 5. Internationale Symposium ist für April 2023 geplant.