Philippinen: Ungeimpfte Angestellte des adventistischen Krankenhauses in Manila müssen PCR-Test selbst bezahlen

Milton Freewater, Oregon/USA | Manila/Philippinen | 16. Dezember 2021 | APD |

Die Verantwortlichen des „Adventist Medical Center Manila“ auf den Philippinen haben Anfang Dezember in einem Schreiben an alle Bereichsleitungen des Krankenhauses mitgeteilt, dass ungeimpfte Angestellte alle zwei Wochen einem PCR-Test auf COVID-19 unterzogen werden müssten. Laut einem Bericht von Adventist Today, einem unabhängigen journalistischen Dienst, dürften die Mitarbeitenden nur dann zum Dienst ins Krankenhaus, wenn sie einen Impfnachweis erbringen und/oder ein negatives PCR-Ergebnis vorweisen können. Wer dies nicht könne, müsse der Arbeit fernbleiben.

Eine etwaige Abwesenheit werde mit dem verfügbaren Krankheits- oder Urlaubsguthaben verrechnet. Wenn dieses aufgebraucht sei, gelte laut dem Schreiben der Krankenhausleitung die Regel „keine Arbeit, keine Bezahlung“.

Im laufenden Dezember übernehme das Krankenhaus noch 50 Prozent der Kosten für die zweiwöchentlichen Tests der Ungeimpften. Ab Januar 2022 müssten die nicht geimpften Mitarbeitenden die gesamten Kosten für die Tests selbst tragen. Einem Bloomberg-Artikel zufolge kosten PCR-Tests in den Philippinen zwischen 52 und 86 Euro. Nach Angaben des philippinischen Ministeriums für Arbeit und Beschäftigung verdienten Krankenschwestern und -pfleger in einem privaten Krankenhaus im Inselstaat durchschnittlich 175 Euro im Monat.

Die Entscheidung des „Adventist Medical Center Manila“ stehe im Einklang mit einer neuen Anweisung der Regierung, die am 1. Dezember in Kraft trat. Demnach müssten Unternehmen von ihren Angestellten verlangen, dass sie gegen COVID-19 geimpft sind.

Das adventistische 150-Betten-Krankenhaus in Manila hat 531 Angestellte. Pro Jahr werden dort 7.400 Patienten stationär und 85.500 ambulant behandelt.

Niedrige Impfquote auf den Philippinen

Impfstoffe gegen COVID-19 wären in der Hauptstadt Manila ausreichend verfügbar. Die Philippinen hätten jedoch mit 42,7 Prozent der Bevölkerung eine der niedrigsten Impfraten unter den großen Volkswirtschaften. Von den 35,5 Millionen Erwerbstätigen im Land waren nach Angaben der Regierung am 28. November 2021 nur 13,2 Millionen vollständig geimpft. Außerhalb der Hauptstadtregion Manila wurden weit verbreitete logistische Probleme, von der Lagerung über den Transport bis hin zur Verteilung, als Gründe für die niedrige Impfquote des Landes genannt.

Adventistische Weltkirchenleitung empfiehlt Impfung

Laut Erton Köhler, Generalsekretär der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten, seien nach vorsichtigen Schätzungen bisher weltweit mindestens 17.000 Kirchenmitglieder an COVID-19 verstorben, darunter 773 hauptamtliche Mitarbeiter und Pensionäre.

Die Generalkonferenz hat am 25. Oktober 2021 eine Stellungnahme zur aktuellen Situation im Zusammenhang der Impfungen gegen Covid-19 herausgegeben. Danach bejaht und empfiehlt die adventistische Kirche, abgesehen von den Vorteilen eines gesunden Lebensstils und der Gesundheitsprävention, den verantwortungsvollen Einsatz von Impfstoffen als wichtige Maßnahme der Volksgesundheit, insbesondere im Falle einer Pandemie. Gleichzeitig respektiere die Kirche auch das Recht des Einzelnen auf Entscheidungsfreiheit für diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollten. Bei der Abwägung der verschiedenen Optionen sollte allerdings berücksichtigt werden, „dass die Vorteile der Impfung über die eigene Person hinausgehen und zum Schutz der lokalen und globalen Bevölkerung insgesamt beitragen“ (s. auch die APD Meldung vom 1. November: https://www.apd.info/2021/11/01/adventistische-weltkirchenleitung-bekraeftigt-impfempfehlung/).

Ähnlich äußerte sich auch die Freikirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland in der 6-seitige „Stellungnahme zur Impfung gegen COVID-19 − theologische und medizinische Aspekte“ vom 4. Januar 2021. In Übereinstimmung mit dem Dokument ihrer Weltkirchenleitung erklären auch die deutschen Freikirchenleiter, dass die Impfung „eine Frage des Gewissens aber auch Geste der Nächstenliebe“ sei.

Sie betonen: „In der Beurteilung des Impfens müssen diese seltenen, aber möglichen Risiken mit den Risiken durch die jeweilige Erkrankung und deren Komplikationen ins Verhältnis gesetzt werden. Nach unserer Einschätzung ergibt sich bei den empfohlenen Impfungen eine eindeutige Bilanz zugunsten der Impfung. So gesehen besitzt das Impfen auch eine solidarische Komponente und Geste der Nächstenliebe.“

In einer Videobotschaft, die am 3. Dezember veröffentlicht wurde, bekräftigte die Freikirchenleitung diese Position und empfahlen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Die deutsche Stellungnahme vom Januar 2021 kann als Dokument heruntergeladen werden:

https://www.adventisten.de/utility/dokumente-und-stellungnahmen/

Der Videoclip vom 3. Dezember mit der Impfempfehlung ist bei YouTube unter dem Link https://youtu.be/X9yXTvmJ4dA zu sehen.


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