ADRA Polen unterstützt Ukraineflüchtlinge

Bern/Schweiz | 3. August 2022 | APD |

Seit Beginn des Angriffskriegs von Russland auf die Ukraine haben mehr als vier Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine die polnisch-ukrainische Grenze überquert. Hundertausende sind laut ukrainischem Grenzschutz auch bereits wieder in die Ukraine zurückgekehrt. Die Situation, die Erwartungen und die Bedürfnisse der nach Polen Geflüchteten änderten sich allmählich und es tauchten neue Probleme auf, sagten Verantwortliche der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Polen. Die Hilfsorganisation unterstütze die Flüchtlinge aus der Ukraine seit Kriegsbeginn, wie EUD News in Bern mitteilte.

Psychische Belastungen

Demnach berichteten die Flüchtlinge von psychischen Belastungen, wie Schuldgefühlen, Sinnlosigkeit, Aggression, Unsicherheit und dem Bedürfnis, ihre Kinder mit ihren eigenen begrenzten Mitteln unterstützen zu können.

Staatliche Hilfen im Juli für Geflüchtete ausgelaufen

Der Juli 2022 sei für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ein besonders schwieriger Monat gewesen, da die staatlichen Hilfen ausgelaufen seien und die Touristensaison begonnen habe, erläuterte ADRA Polen. Umfassende und spezielle Unterstützung sei notwendig, um ihnen zu helfen, sich vom Kriegstrauma zu erholen, auf dem Arbeitsmarkt zurechtzufinden und in die polnische Gesellschaft zu integrieren, so die ADRA-Leiter. ADRA helfe den Geflüchteten in Polen ein neues Leben zu beginnen. Ukrainer aus zerstörten Gebieten suchten sich in Polen einzurichten. Jene aus der Westukraine strebten eher eine baldige Rückkehr in ihr Land an, sagte Renata Karolewska, Regionalkoordinatorin bei ADRA Polen.

ADRA Polen unterhält knapp 50 Unterkünfte für Geflüchtete

Das Hilfswerk stehe den vom Krieg betroffenen Ukrainern und Ukrainerinnen durch humanitäre Transporte, Evakuierungen, Bargeldhilfe, Flüchtlingsunterkünfte und psychologische Betreuung bei. Zudem unterhalte ADRA Polen im Land fast 50 Unterkünfte für Geflüchtete, in denen bereits mehr als 2.000 Personen untergebracht worden seien.

Integration in den polnischen Arbeitsmarkt

„Derzeit suchen Menschen, die an einem langfristigen Aufenthalt interessiert sind, unsere Zentren auf“, berichtete Elżbieta Krzynówek, eine regionale Koordinatorin von ADRA Polen. „Sie haben vor, eine dauerhafte, legale Arbeit zu finden und sechs Monate, ein Jahr oder länger in unserem Land zu bleiben, während ihre Kinder Bildungseinrichtungen besuchen. Die Unterkünfte, die wir in den Notunterkünften anbieten, sollen ihnen helfen, Arbeit und eine künftige Wohnung zu finden. Letztendlich wollen sie eine Wohnung mieten“, so Krzynówek.

Unterstützung durch ukrainische Psychologen

Die Befriedigung der Grundbedürfnisse schaffe Raum für die Behandlung anderer Probleme, erklärte die in der Ukraine geborene Psychotherapeutin Roksana Korulczyk. Sie ist eine von vier ukrainischen Psychologen, die im Rahmen einer Initiative von ADRA Polen ukrainische Flüchtlinge psychologisch und informativ betreuen. Viele suchten nach Sicherheit und einem Sinn im Leben, so Korulczyk. Es gebe aber auch Zurückhaltung bei der Inanspruchnahme von Hilfe.

ADRA Polen richtet Integrationszentren ein

Das Hilfswerk richte Orte mit fachkundiger Unterstützung auf dem Gebiet der Psychologie, der Rechtsberatung, des Erlernens der polnischen Sprache und sogar mit entspannenden Massagen ein. Solche Zentren würden unter anderen in Warschau, Lublin und Kattowitz entstehen. In einer späteren Phase plane ADRA weitere Zentren in anderen Teilen des Landes zu eröffnen.

Über ADRA

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA (Adventist Development and Relief Agency) wurde 1956 gegründet und führt weltweit Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sowie der humanitären Hilfe in Katastrophenfällen durch. ADRA ist eine nichtstaatliche Hilfsorganisation und wird von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten getragen. ADRA International besteht aus einem weltweiten Netzwerk mit 118 eigenständigen Länderbüros und etwa 7.500 hauptamtlichen Mitarbeitenden. ADRA hilft Menschen unabhängig von ihrer ethnischen und politischen Zugehörigkeit, ihrem Geschlecht oder ihrer Religion.


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